Talvogtei

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Blick nach Osten im Dreisamtal zur Talvogtei in Kirchzarten im Mai 2004

 

  • Gemeinde stellt Talvogteisanierung in Bürgerversammlung vor – Geringes Interesse (21.6.2013)
  • Aus dem Dorfhock wird das Schlossfest in der Talvogtei (20.6.2013)

 

                    
(1)  Blick nach Osten am 2.5.2013         (2) Blick nach Norden                               (3) Blick nach Osten zur Talvogtei

 

Gemeinde stellt Talvogteisanierung in Bürgerversammlung vor – Geringes Interesse

Bürgermeister Andreas Hall brachte mit den Worten „Die Sanierung der alten Scheunen in der Talvogtei sind ein wichtiges Vorhaben für die Tradition und Zukunft Kirchzartens“ die Bedeutung der geplanten Sanierungsmaßnahmen in der Talvogtei auf den Punkt. Damit werde es möglich, meinte er bei einer schwach besuchten Bürgerversammlung im Kurhaus, den historischen Dorfkern als solchen wieder wahrzunehmen. Außerdem sei es sinnvoll, durch neue Räume für Bürgerbüro und Bauamt die gesamte Gemeindeverwaltung in der Talvogtei zu konzentrieren. Unter dem Namen „Mediathek“ würde auch Platz für die noch im Schulzentrum untergebrachte „Öffentliche Bücherei“ und ihre über 17.000 Medieneinheiten geschaffen. Da die „Schalampi“, wie die Talvogtei im Volksmund genannt wird, als „förmliches Sanierungsgebiet“ anerkannt sei, wären die Kosten angesichts der Landeszuschüsse für die Gemeinde gut zu stemmen. Hall begrüßte es, dass zusätzliche Investitionen im privaten Sektor in der Talvogtei das Anliegen der Gemeinde unterstützen.
„Altbausanierer“ Willi Sutter konnte für Konzept und Planung von der Gemeinde gewonnen werden. Er präsentierte gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Oliver Hug den derzeitigen, noch nicht endgültigen, Stand der Planungen. Für den „Erhalter“ solch wichtiger Gebäude wie der Birkenhof- und Rainhofscheune ist klar: „Alte Gebäude schaffen Identität“ und „die Talvogtei ist ein Kleinod für Kirchzarten“. Grundsatz all ihrer Überlegungen sei der behutsame Umgang mit der vorhandenen Bausubstanz mit Bruchsteinmauern und großen Dächern, in denen neue Sichtelemente viel Licht ins Haus brächten. In die Scheune am Osterbach käme die „Mediathek“. Sie würde durch einen modernen Baukörper leicht erweitert. So könne man immer genau sehen, was an der alten Substanz geändert wurde – übrigens auch eine Vorgabe des Denkmalamtes. Die „Mediathek“ würde, wie auch die „Verwaltungsscheune“, mit Aufzug völlig barrierefrei. Ausreichende Fluchtwege müssten vorhanden sein: „Der Brandschutz spielt bei der Sanierung von Kulturdenkmälern“, so Sutter, „eine große Rolle.“ Die „Verwaltungsscheune“, bisher beim Dorfhock immer vom Schwarzwaldverein genutzt, soll im Erdgeschoss das Bürgerbüro aufnehmen. Große Glasflächen in der Scheunentür bringen Licht über zwei Etagen. Und im Büro selbst sollen Glasabtrennungen für Intimität und dennoch Großräumigkeit sorgen. Das Bauamt findet im Obergeschoss eine neue Heimat. Ein Schmuckstück werde der Veranstaltungssaal mit 150 Quadratmetern und Platz für 300 Personen im Dachgeschoss werden. „Der ist ähnlich wie die Klosterscheune in Oberried“, erinnerte Sutter an eines seiner Werke, „bestens für vielfältige Veranstaltungen beispielsweise im Kleinkunstbereich geeignet.“ Auch die „Verwaltungsscheune“ erfülle beispielsweise mit Notausgängen zum Friedhof und einer Betondecke über dem Obergeschoss alle Brandschutzerfordernisse. Klar sei auch, so Sutter, dass die Sanierung unter energetischen Gesichtspunkten hochwertig erfolge. „Die Scheunen werden mit ihren großen Dächern in eine neue Zeit transportiert“, fasste Willi Sutter seine Präsentation zusammen. „Kirchzarten wird über seine Grenzen hinaus attraktiver.“ Beide Scheunen werden übrigens im Dachgeschoss mit einer gläsernen Brücke verbunden.
Einige Besucher unterstrichen mit ihren Fragen, dass sie bei den Planungen mitdenken. So wollten Angelika Schweizer und Elisabeth Welter auf keinen Fall, dass über den Friedhof ein öffentlicher Zugang zur Scheune entstehe. Bürgermeister Hall versprach, dass das zurzeit auch nicht geplant sei. Bedenken gab es auch wegen der Verlagerung des Bürgerbüros sechs Höhenmeter tiefer in die Talvogtei, was für ältere Menschen eine zusätzliche Belastung sei. Um das zu vereinfachen, kann sich Willi Sutter eine neue Wegführung am Osterbach entlang vorstellen. Auch die Nutzung des „Alten Rathauses“ nach Auszug von Bürgerbüro und Bauamt interessierte. Hall kann sich dort durchaus eine gewerbliche Vermietung vorstellen, Hauseigentümer bliebe auf jeden Fall die Gemeinde. Zur Frage nach den Kosten gab Willi Sutter zum aktuellen Planungsstand an, dass 2,6 Millionen Euro anfallen würden, von denen das Land aber rund 50 Prozent übernähme, so dass Kirchzarten 1,3 Millionen aufwenden müsse. Der Zeitplan sei gesteckt: Bis Ende 2013 solle die Baugenehmigung vorliegen, 2014 werde gebaut und 2015 bezogen.
Das Interesse der Bevölkerung an den äußerst spannenden und kurzweiligen Informationen hielt sich in Grenzen. Nur etwas mehr als 30 Bürgerinnen und Bürger waren in den „Raum des Gastes“ im Kurhaus Kirchzarten gekommen. Und dazu gehörten sieben Gemeinderäte, für die angesichts der seit Monaten laufenden Beratungen die Informationen sicher nicht neu waren.
21.6.2013, Gerhard Lück

 

 

Aus dem Dorfhock wird das Schlossfest in der Talvogtei

Der Akkordeonclub, die Feuerwehr und der Musikverein laden zum diesjährigen „Schlossfest“ vom 19. bis 21. Juli 2013 rund um das Rathaus in der Talvogtei ein. Wegen des geplanten Umbaus der alten Scheunen in der „Schalampi“ und dem Rückzug einiger Vereine findet der traditionelle „Dorfhock“ in der gewohnten Weise nicht mehr statt. Die „übrig gebliebenen“ Vereine schaffen aber mit dem „Schlossfest“ dennoch eine Möglichkeit zur Begegnung und zum „Hocken“. Die Eröffnung ist am Freitag, dem 19. Juli um 19 Uhr. Die Vereine laden dann zu zahlreichen Speisen und Getränken im Innenhof und an der Schlossmauer ein. Musikalisch bestreiten den Abend die Gruppe „Lätz Rum“ beim Musikverein und Bernd Wissler bei der Feuerwehr im Innenhof der Talvogtei. Am Samstag startet das Schlossfest um 18:30 Uhr. Der Abend steht unter dem Motto „mediterran“. Die Feuerwehr bietet spanische Spezialitäten nebst spanischer Livemusik mit der Gruppe „Los Criollos“ an. Der Musikverein präsentiert italienische Köstlichkeiten und der Akkordeonclub wartet mit leckeren Cocktails auf. Am Sonntag beginnt der Hock mit einem Frühschoppenkonzert u.a. vom Männerchor, Musikverein und den Jagdhornbläsern. Ab 13 Uhr findet ein Kindernachmittag mit Spielen und Attraktionen der Jugendfeuerwehr und dem beliebten Kasperletheater beim Musikverein statt. Die Bürgerstiftung veranstaltet das bekannte und allseits beliebte Entenrennen. Gegen 17 Uhr wird der Zieleinlauf der Enten erwartet. Das musikalische Programm am Sonntag bestreiten ab 18 Uhr beim Musikverein die Gruppe „acoustic five“ rund um Conny Goldschmidt – und bei der Feuerwehr sorgt Bernd Wissler für Unterhaltung. Akkordeonclub, Feuerwehr und Musikverein freuen sich auf regen Besuch beim Schlossfest 2013!
20.6.2013, Gerhard Lück, www.dreisamtaeler.de

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