Seit Dezember 2022 ist der sog. Reichsbürger Heinrich Prinz Reuß in Untersuchungshaft im Gefängnis. Nach 150 Verhandlungstagen 0hne Aussicht auf ein baldiges Urteil. Das fünfte Weihnachtsfest in „Einzelhaft ohne frische Luft, grüne Bäume und Bewegungsfreiheit ist eine Zumutung“ – so die NZZ aus der Schweiz. Die ca 2 Millionen Seiten zählenden Anklageschrift wird kein Mensch jemals komplett gelesen haben – kafaesk auch dies.
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Selbst Deutschlands wohl renommierteste Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen zweifelt an, „ob das Verfahren nicht eher auf einem Riesenschwindel beruht, denn auf konkreten Terrortaten“? Und sie jammert: „Hätten sie bloß eine konkrete Tat begangen! Eine Fensterscheibe eingeworfen oder sich einer Körperverletzung schuldig gemacht, irgendetwas, was für andere Personen einen Schaden bedeutet hätte, den man messen kann.“Hier im „messen“ liegt das Problem:
Heinrich Reuß bildet sich ein, auf außerirdische Signale hören zu müssen, in deren Gefolge sich dann Außeridisches ereignen würde. Und da der Rechtsstaat über kein Mittel verfügt, derlei außerirdische Impulsgeber zeitnah nachweisen zu können, geschweige denn zu messen, muß er darauf warten und Heinrich Reuß solange gefangen halten.
Roland Tichy wurde erlaubt, im Gefängnis mit Reuß ein über einstündiges Interview zu führen. Ein beklemmendes Gespräch, ich war nach 20 min nahe daran, es zu beenden. Aber es lohnt, dem Interview zu Folgen. Anzuhören ist es hier https://www.youtube.com/watch?v=PwFJQIznumM (1:22) oder in Anlage (1) unten. Wem nach diesen 80 Minuten keine Zweifel an der Gültigkeit unseres Rechtsstaates in den Kopf kommen, der ist gewiß kein Unmensch.
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Ist nicht nur Prinz Reuß Opfer der Verschwörungserzählung „Erdallianz“ geworden., sondern „sind auch Deutschlands Top-Juristen, die Bundesanwaltschaft und Bundesministerien darauf reingefallen?“ (4).
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Man darf einem Menschen, der auf die 80 Jahre zugeht, nicht über vier Jahre in Ungewißheit gefangen halten und ihm dann großzügig erlauben, einmal im Monat seine behinderte Tochter (2) im Besuchsraum neben der Gefängniszelle abgezählte Minuten lang im Arm zu halten. Auch nicht, wenn er ein wie auch immer wirres Verhältnis zu sog. Reichsbürgern hat. Das ist unmenschlich.
Man kann Heinrich Prinz Reuß anscheinend nur über den Umweg des Außerirdischen intellektuell folgen. Reuß hat – salopp ausgedrückt – psychisch einen Knacks und muß schon alleine deshalb sofort frei gelassen werden.
13.10.2026
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Ende von Beitrag“Reuß über 4 Jahre in U-Haft“
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Beginn von Anlagen (1) – (4)
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(1) Das erste Interview nach vier Jahren Untersuchungshaft: Heinrich XIII. Prinz Reuß
Er soll einen Staatsstreich geplant, eine terroristische Vereinigung angeführt und den gewaltsamen Umsturz der Bundesrepublik vorbereitet haben. Heinrich XIII. Prinz Reuß gilt als Kopf der sogenannten Reichsbürger-Verschwörung. Seit seiner Verhaftung im Dezember 2022 sitzt er in Untersuchungshaft. Ein Urteil gibt es bislang nicht.
Nun spricht Prinz Reuß erstmals ausführlich selbst über die Vorwürfe gegen ihn. In einem exklusiven Interview mit Roland Tichy aus der Justizvollzugsanstalt schildert er seine Verhaftung, den Alltag hinter Gittern und seine Sicht auf einen der aufwendigsten Staatsschutzprozesse der deutschen Nachkriegsgeschichte.
Dabei geht es um Fragen, die weit über seine Person hinausreichen: Wie konkret waren die angeblichen Umsturzpläne? Welche Rolle spielten die behaupteten Waffenfunde und die angeblichen Vorbereitungen für einen Sturm auf den Bundestag? Und wie gefährlich war die Gruppe tatsächlich? Gab es überhaupt eine?
Prinz Reuß bestreitet, einen Staatsstreich geplant zu haben. Stattdessen beschreibt er ein Geflecht aus Verschwörungserzählungen, dubiosen Geschäftemachern und ehemaligen Soldaten. Er räumt ein, selbst 50.000 Euro für die angebliche Befreiung missbrauchter Kinder aus unterirdischen Anlagen bereitgestellt zu haben. Heute sieht er sich als Opfer eines Betrugs.
Doch Roland Tichy fragt nach: Warum glaubte ein erfolgreicher Unternehmer an eine geheimnisvolle „Erdallianz“, die angeblich mit außerirdischen Mächten in Verbindung stand? Welche Verantwortung trägt Reuß für die Menschen, die sich in seinem Haus versammelten? Und weshalb sollte ausgerechnet er an der Spitze einer neuen deutschen Regierung stehen?
Das Gespräch führt auch zu einer persönlichen Frage: Was macht eine jahrelange Untersuchungshaft mit einem Menschen, der seine Familie nur unter strengen Auflagen sehen darf und nicht weiß, ob er jemals wieder in Freiheit leben wird?
Das vollständige Interview – exklusiv bei Tichys Einblick.
12.10.2026
https://www.youtube.com/watch?v=PwFJQIznumM (1:22)
12.10.2026, https://www.tichyseinblick.de/video/interview/das-erste-interview-nach-4-jahren-haft-heinrich-xiii-prinz-reuss-im-te-interview/
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Einige Kommentare:
Ich habe das Interview so ca. 15 Minuten ertragen. Der Mann lebt in einer Gedankenwelt, die nicht meine ist. Allerdings möchte ich bezweifeln, dass von diesem Mann eine so große Gefahr ausgeht, die diese lange Untersuchungshaft rechtfertigt. Michael
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Die meisten Rechtsansichten des Prinzen Reuss sind völlig abwegig und seine esoterischen Ansätze, naja, psychisch zumindest unangepasst. Aber ein strafbarer Gefährder der staatlichen Ordnung ist er gewiss nicht. Meines Erachtens ist er sofort in Freiheit zu entlassen. Hutten
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Diese Weisungsgebundene Justiz macht sich genauso lächerlich wie im Prozess gegen Michael Ballweg. Willm
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Offensichtlich ist Herr Reuß, psychiatrisch gesehen, eine sog. „abnorme Persönlichkeit“. Aber solche Menschen sind eben auch Mitglieder einer freien Gesellschaft und außerdem keinewegs selten und nicht schädigend für die Mitmenschen, Es macht den Eindruck, als sei er deutlich mehr Opfer als Täter. Möglicherweise wurde er von der sich ihm angehängten und umgebenden tatsächlich bösartigen Clique mißbraucht als Galeonsfigur für ganz reale gefährliche, kriminelle Vorhaben.
Daß dieser Mensch sich seit 3 1/2 Jahren in „Untersuchungshaft“ befindet ist unerträglich und durch nichts zu rechtfertigen, im wahrsten Sinn des Wortes! Man kann ihm einen Sender anklemmen und nach Hause entlassen; das wird sogar mit Mordverdächtigen oder „Milliarden-Finanzbetrügern“ so gemacht. Er macht (noch nicht) den Eindruck, gebrochen zu sein, aber doch in einem schon bedenklichen Alter für so ein Vegetieren. Diogenes
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Warum soll Prinz Reuß eine „abnorme Persönlichkeit“ sein? Dann wäre der in diesem Jahr verstorbene Erich von Däniken auch eine abnorme Persönlichkeit gewesen, der Bücher mit riesigen Auflagen geschrieben hat. (Und seine Leser dazu) Nobis
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Sorry, die Wertung als sog. „abnorme Persönlichkeit“ steht Ihnen gar nicht zu. Nur weil Sie das vom Prinzen Vorgetragene – durchaus wg. seiner psychischen Belastung teilweise etwas unstrukturiert – nicht verstehen. Sitzen Sie inemal vier Jahre ein und lassen sich z. B. beim Verlassen der und Zurückkommen in die Haftanstalt in den Allerwertesten schauen … Dann haben Sie auch fertig. NochNicht2022
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Ein 75 Jahre alter deutscher Mann, der völlig unbescholten ist, niemals straffällig geworden ist und dem auch keine Gewalttaten vorgeworfen werden, wird seit 4 Jahren schlechter als jeder Schwerverbrecher behandelt und schmort seitdem ohne Urteil im Gefängnis.
Wo sind die einschlägigen NGO’s, die sonst gegen Menschenrechtsverletzungen protestieren? Wo ist z.B. Amnesty International?
Dagegen kam z.B. ein 34 Jahre alter, messerstechender Palästinenser, der einen deutschen Obdachlosen lebensgefährlich verletzt hatte und im Knast dann einen Wärter schwer verletzte, nicht anschließend in Untersuchungshaft, sodass er bereits unmittelbar nach seiner Haftentlassung zwei deutsche Jugendliche im Zug bei Brokstedt töten und andere schwer verletzen konnte. Der Ingenieur
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Bei jedem Migranten der sich ähnlich verhalten hätte, hätte die deutsche Justiz gesagt: Psychisch krank = schuldunfähig = straffrei. Aber wenn ein weißer alter Mann von einer Erdallianz träumt und Herrscher von Deutschland werden will dann muss das natürlich hart bestraft werden. johnsmith
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Wenn diese einzelne Person, egal ob er mit Außerirdischen oder Unterirdischen Kontakt hat, einen Staat wie Deutschland so gefährden kann, das man ihn 4 Jahre wegsteckt, dann stimmt irgendwo was nicht. Was steckt dahinter?? erich
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Wenn ein Staat, bzw. deren Organe, nicht feststellen kann mit wem er es hier zu tun hat – darf als „gesichert unfähig“ gelten. Wenn ein Staat aber, trotz besseren Wissens, diese fadenscheinige Show seinen Bürgern als Rechtsfindung verkauft – darf er als „gesichert korrupt“ gelten. Von der kriminellen Komponente dieses Handelns muss noch in Zukunft die Rede sein. Unsere Funktionseliten haben fertig – sie sind so eine Gefahr für das Land! luimbus
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Wenn ich das richtig verstehe, kann von dem Mann nur eine Gefahr ausgehen, wenn die Außerirdischen zu seinen Gunsten eingreifen. Anscheinend glauben Fäser und Genossen auch da dran, sonst müssten sie ihn ja aus der Haft entlassen andreas
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Wahnsinns-Interview in doppelter Bedeutung. Ich bin Jurist und Leute wie Reuß sind mE eigentlich Fälle für den sozialpsychiatrischen Dienst, der Antrag zur Unterbringung in der Geschlossenen müsste also eigentlich vor dem Amtsgericht seines Wohnortes laufen. Evtl. auch beim Rest dieser Truppe. Reuß ist- er hatte ja wie er immer noch sagt, u.a. mit Außerirdischen Kontakt- offensichtlich nicht schuldfähig und müsste daher ggf. in die Psychiatrie, das müsste eigentlich jeder Jurist oder Arzt nach 5 Min erkennen. Die bewundernswert ernsthaft vorgetragenen Fragen von Herrn Tichy sind daher entweder nur zum Schein im Stil eines Psychiaters oder hier eher doch auf den Einzelfall einer Art Sekte doch unpassend.Uwe Bars
Ende Kommentare
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(2) Prinz Reuß gibt erstes Interview aus der U-Haft: „Ich wollte den Kindern helfen“
Fast vier Jahre sitzt Heinrich XIII. Prinz Reuß inzwischen in Untersuchungshaft. Im ersten Gespräch seit seiner Festnahme, das Roland Tichy mit ihm führen konnte, weist Reuß die Vorwürfe eines geplanten Staatsstreichs zurück. Er erzählt von einer verhängnisvollen Täuschung, seinem Vertrauen in die falschen Menschen und einer Verhaftung, die auch das Leben seiner pflegebedürftigen Tochter erschütterte. Im Gespräch räumt Reuß zwar Fehler ein, beharrt aber darauf, niemals Gewalt geplant zu haben.
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Als Heinrich XIII. Prinz Reuß am 6. Dezember 2022 von Thüringen nach Frankfurt fuhr, wollte er dort einen Geburtstag feiern. Am nächsten Morgen fand er sich auf dem Boden seiner Wohnung wieder, überwältigt von Polizeibeamten. Erschütternd: Seine Tochter, die unter dem Down-Syndrom leidet, war ebenfalls in der Wohnung. Was für die Ermittler der Auftakt einer spektakulären Anti-Terror-Razzia war, schildert Reuß heute als traumatisches Erlebnis.
„Ich durfte nicht nach meiner Tochter gucken, erst nach einer Stunde“, berichtet er im Interview mit Roland Tichy. Als er endlich nach ihr sehen durfte, habe er sie in einem erschreckenden Zustand vorgefunden. Dass man ihn als unbewaffneten Mann gemeinsam mit der hilfsbedürftigen Tochter überrascht habe, macht das Vorgehen für ihn bis heute schwer verständlich. Seither hat sich das Leben der Familie grundlegend verändert. Einmal im Monat dürfen sich Vater und Tochter sehen. Darüber, was das für die junge Frau bedeutet, hat NIUS ausführlich berichtet. https://nius.de/politik/prinz-reuss-u-haft-tochter
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Der Vorwurf wiegt schwer: Reuß soll an führender Stelle einer terroristischen Vereinigung beteiligt gewesen sein, die einen gewaltsamen Umsturz der Bundesrepublik vorbereitet habe. Die Bundesanwaltschaft sieht in ihm einen mutmaßlichen Rädelsführer. Seit Mai 2024 wird vor dem Oberlandesgericht Frankfurt verhandelt, ein Urteil steht aber auch nach fast vier Jahren weiterhin aus. Reuß widerspricht der Darstellung eines geplanten Staatsstreichs entschieden. Auf Tichys Frage nach konkreten Putsch-Absichten antwortet er: „Das war in der Tat nie geplant.“ Er habe keine Vereinigung gegründet und keine Straftaten verabredet, erklärt er. Was von außen als konspirative Organisation betrachtet werde, sei aus seiner Sicht ein Gesprächskreis gewesen, der sich mit hypothetischen politischen Entwicklungen beschäftigt habe. „Ich wurde ja gebeten, diesen Thinktank in meinem Haus zu machen“, erläutert Reuß. Er habe Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt, für Speisen und Getränke gesorgt und Menschen zusammengebracht. Das sei für ihn nichts Ungewöhnliches gewesen. Bereits früher habe er sein Haus für derartige Gesprächsrunden und Zusammenkünfte geöffnet. Entschieden bestreitet er, dass aus diesen Treffen heraus konkrete Gewaltaktionen geplant worden seien. Die Behauptung, er habe einen Staatsstreich vorbereitet, weist er zurück.
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Am Ende des Gesprächs rückt die juristische Auseinandersetzung in den Hintergrund. Es geht um einen Menschen, der seit Dezember 2022 in Untersuchungshaft sitzt und nicht weiß, wie viel Zeit ihm in Freiheit noch bleiben wird. Reuß rechnet offenbar mit einer hohen Strafe. Er befürchtet, dass das Gericht ein Strafmaß verhängen könnte, das die lange Untersuchungshaft im Nachhinein rechtfertigt. Tichy fragt ihn daraufhin, ob er damit rechne, nicht mehr herauszukommen. Seine Antwort ist bedrückend: „Noch bin ich ziemlich stabil. Aber ich weiß nicht, wie lange das hält.“
… Alles vom 12.10.2026 bitte lesen auf
https://nius.de/gesellschaft/prinz-reuss-erstes-interview-aus-der-u-haft
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(3) Prinz Reuß: Das fünfte Weihnachten ohne Urteil im Gefängnis
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Wenige Tage vor dem Besuch von TE im Gefängnis sagte ein Zeuge, ein Offizier der Fallschirmspringer-Eliteeinheit und Ausbilder des Kommandos Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr, im Prozess aus, er habe in seiner aktiven Dienstzeit Terroristen verhaftet und er hätte deshalb eine sehr präzise Vorstellung von Terroristen. Die Angeklagten in Frankfurt sähen für ihn nicht wie Terroristen aus.
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Auch einen der schwersten Vorwürfe, die angeblich geplante Erstürmung des Reichstags, konnte die Bundesanwaltschaft bisher nicht belegen. Nachrichtendienste, Polizei und Innenministerium gingen offenbar auch davon aus, dass zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung des Reichstags gegeben war. Hätten diese Dienste die abgehörten Gespräche als tatsächliche Gefährdung eingestuft, hätte die Sicherheit des Reichstags zwingend erhöht werden müssen. Das ist aber offenbar zu keinem Zeitpunkt geschehen. Also gingen die Nachrichtendienste, die Polizei und das Innenministerium davon aus, dass das, was den Angeklagten und Prinz Reuß im Prozess vorgeworfen wird, niemals geplant war und deshalb auch nie ausgeführt werden konnte.
Und da stellt sich ein monströser Gedanke ein. Wäre es nicht möglich, dass Prinz Reuß eher Opfer denn Täter ist? Opfer von Politikern, die bemerkten, dass die katastrophalen Folgen ihrer Politik immer offener zutage treten und die deshalb einen inneren Feind erschaffen wollen, um von diesen immer offensichtlicheren und immer schrecklicheren Folgen ihrer eigenen Politik abzulenken? Den Islamismus als Gefahr zu benennen, würde hier natürlich ausfallen, denn die Frage, wieso diese Islamisten in Deutschland sind, wäre dann die zwingende nächste Frage. Und diese Frage will von den regierenden Parteien niemand gestellt bekommen. Beantworten wollen sie sie schon gar nicht.
Bei den Hauptverantwortlichen dieser Politik denkt man augenblicklich an Angela Merkel, die wie alle Linken sofort zu der sich in der Vergangenheit bestens bewährten Methode gegriffen hatte und Nazis und Rechte als innere Feinde benannt hat. Man denkt weiter an eine Innenministerin, die in einer Zeitung der Antifa publizierte, einer Organisation, die in den USA als terroristische Vereinigung eingestuft wurde. Solchen Personen könnte ein Prinz mit Schloss, der sich gelegentlich mit ehemaligen Militärs und Wahrsagern getroffen hatte und der bei diesen Gelegenheiten mit diesen Personen so manches dumme Zeug geredet hat und den man operettenhaft und ressourcenverschwendend vor laufenden Kameras der vorab informierten Presse mit 3.000 Polizisten medienwirksam festnehmen konnte, mehr als nur gelegen gekommen sein?
Wie so oft hilft bei einer Vorverurteilung auch hier ein Etikett. Es erspart mühseliges argumentatives Belegen von fragwürdigen Vorwürfen. Prinz Reuß wurde das Etikett “Reichsbürger” angeklebt. Angeblich würde er diesen Staat ablehnen. Tatsächlich zahlt er Steuern, hatte einen Pass und einen Führerschein. Im Gespräch mit Roland Tichy sagte er, dass für Restitutionen der völkerrechtliche Status nicht unerheblich sei. Aber man würde zum Reichsbürger gestempelt, wenn man allein die Frage stelle, wie denn der aktuelle völkerrechtliche Status überhaupt sei. Wie absurd die Etikettierung als Reichsbürger tatsächlich ist, könnte man, wenn man nur wollte, auch daran erkennen, dass er mit einer Muslima, die er kurz nach deren Flucht vor dem iranischen religiösen Terrorregime kennengelernt hatte, verheiratet ist.
Juristische Beobachter des Prozesses gehen trotz der bisher vorgebrachten dürftigen Beweise von einer Verurteilung zu einer mindestens zweistelligen Haftstrafe aus. Wie anders sollte die lange Untersuchungshaft denn sonst gerechtfertigt werden können? Damit würde man aber eventuell billigend in Kauf nehmen, dass Prinz Reuß im Gefängnis sterben könnte. Wie würde man eine solche Strafe nennen, vor allem, wenn man bedenkt, dass eine solche Strafe in Deutschland aus gutem Grund verboten ist? Während migrantische Straftäter, und ganz besonders junge migrantische Straftäter, die schwerste Verbrechen begangen haben und deren Gefährlichkeit offenbar und dokumentiert ist, von der Justiz milde behandelt werden, gibt es bei Prinz Reuß, der noch nicht einmal eine Scheibe eingeschmissen hat, weder Verhältnismäßigkeit noch Milde. Möglich machen das die RAF-Paragrafen 129 und 129a, die schon eine angebliche, zeitlich weit vorgelagerte Planung – von der kein Rücktritt möglich ist – justiziabel machen.
Ein Gericht sollte allerdings in einem Rechtsstaat den Anspruch haben, Gerechtigkeit zu suchen und nicht nur Paragrafen anwenden zu wollen. Würde Prinz Reuß in diesem Prozess ausschließlich unter Bezugnahme auf diese beiden Paragrafen verurteilt werden, wäre das nichts anderes als die Bestätigung, dass man ihm das, weswegen er angeklagt ist und seit über vier Jahren in Untersuchungshaft sitzt – den gewaltsamen Staatsstreich unter Inkaufnahme von unzähligen Toten –, nicht nachweisen kann. Es wäre dann nichts anderes als die Erklärung seiner Unschuld im Sinne der Anklage.
… Alles vom 11.10.2026 von Thomas Punzmann bitte lesen auf
https://www.tichyseinblick.de/meinungen/reuss-fuenfte-weihnachten-ohne-urteil-gefaengnis/
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(4) Prinz Reuß und die „Erdallianz“ aus dem Science-Fiction-Baukasten
Prinz Reuß berichtet im TE-Interview, dass er einer Verschwörungserzählung zum Opfer gefallen sei. Ein Zuschauer entdeckt eine verblüffende Spur. Sie führt zu einer Science-Fiction-Serie aus den 1990er-Jahren. Sind auch Deutschlands Top-Juristen, die Bundesanwaltschaft und Bundesministerien darauf reingefallen?
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Es bleibt eine geradezu absurde Vorstellung: Ein deutscher Prinz beschäftigt sich jahrelang mit einer angeblichen „Erdallianz“, die unter dem Schutz außerirdischer Zivilisationen den Planeten befreien soll. Der mögliche Ursprung dieser Geschichte führt über die Verschwörungsszene zurück zu einer Science-Fiction-Welt, deren bekannteste Figuren aus den 1990er-Jahren stammen. Ausgerechnet die vermeintlichen Befreier der Erde könnten sich dabei als die einfallsreichen Erfindungen anonymer Internetautoren entpuppen. Für eine Fernsehserie wäre das eine reichlich überdrehte Handlung. Im Fall Reuß kostete der Glaube daran bisher vier Jahre Haft ohne Urteil.
Besonders peinlich: Der Generalbundesanwalt hat gegen die Gläubigen der „Erdallianz“ 3.000 Polizisten in Gang gesetzt. Zwei Dutzend Verdächtige sitzen seit rund vier Jahren in Untersuchungshaft. In Stuttgart und München finden Terrorprozesse statt, in Frankfurt wurde extra ein neues Gerichtsgebäude gebaut. Und alles wegen einer aus dem Ruder gelaufenen Science-Fiction Story?
Manche Zuschauer des Interviews mit Prinz Reuß machen sich über eine Vielzahl seiner geäußerten Phantasien lustig. Nur: Sind die in das Verfahren verwickelten Bundesministerien des Inneren und der Justiz, die Bundesanwaltschaft und die Gerichte, also alle wie sie da sind, nicht in der Lage, das zu durchschauen? Sie alle halten an der Fiktion eines angeblich geplanten Staatsumsturzes fest. Das würde bedeuten: nicht nur Prinz Reuß und seine angebliche Verschwörertruppe sind etwas leichtgläubig – auch die Top-Juristen und Kriminalbeamten Deutschlands machen sich gerade nicht wenig lächerlich.
… Alles vom 14.10.2026 von Sofia Taidis bitte lesen auf
https://www.tichyseinblick.de/meinungen/prinz-reuss-und-die-erdallianz/