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  • Wolfgang Büscher (Arche): Integration gescheitert – Die Lebenslüge der Mitte (22.8.2026)

Wolfgang Büscher (Arche): Integration gescheitert – Die Lebenslüge der Mitte
Wolfgang Büscher ist seit einem Vierteljahrhundert Sprecher des christlichen Kinder- und Jugendwerks ARCHE. Sein Arbeitsplatz liegt in Marzahn-Hellersdorf, wo seine Einrichtung rund fünfzehnhundert Menschen betreut. Er ist kein Publizist und kein Parteistratege. Was er sagt, sagt er aus Anschauung und Erfahrung — und gegen das eigene Milieu:
Elfjährige, die mit Messern herumlaufen. Jugendliche, die in Moscheen radikalisiert und von kriminellen Clans angeworben werden.
Ein Zwölfjähriger, der ihm ins Gesicht sagt: „Ich hasse dich. Das Land holen wir uns zurück.“
Mädchen, die als „deutsche Nutte“ beschimpft werden, wenn sie geschminkt sind oder bauchfrei tragen.
Eltern, die ihren Töchtern den Besuch der Einrichtung verbieten, weil westliche Werte auf sie übergreifen könnten — die Familien, sagt Büscher, erreiche man nicht mehr.
Ein Foto, auf dem ein Dutzend seiner Schützlinge den Tauhid-Finger zeigt, das Erkennungszeichen des Islamischen Staates. Schulklassen mit fünfundneunzig Prozent Migrationsanteil.
Brennpunktschulen, in denen dreißig Prozent der Erstklässler kein einziges Wort Deutsch sprechen. Antisemitismus. Zwangsverheiratungen. Sozialarbeiter, die bedroht werden.

Seine Schlussfolgerungen sind klar:
Integration sei gescheitert. Die deutsche Migrationspolitik nennt er verlogen. Bereits vor zwei Jahren forderte er einen Aufnahmestopp und erklärte, das System sei kollabiert. In diesem Sommer sagt er, ein Teil dieser Jugendlichen sei nicht mehr demokratisierbar, und wir verlören die Kontrolle.
Nun lese man diese Liste noch einmal — und stelle sich vor, sie stünde nicht in einem Zeitungsinterview, sondern in einer AfD-Rede im Berliner Abgeordnetenhaus. Jeder weiß, was dann passiert: Pauschalisierung. Skandalisierung. Ausländerfeindlichkeit. Schüren von Ängsten. Instrumentalisierung von Kindern. Die Debatte wäre binnen einer Stunde nicht mehr die Debatte über Messer, Moscheen und Erstklässler ohne Deutschkenntnisse, sondern eine Debatte über die AfD. Leider ist das keine Spekulation, sondern der Normalvorgang der letzten zehn Jahre.

Genau diese Gegenstände — Islamismus an Schulen, Clanstrukturen, importierter Antisemitismus, Sprachdefizite bei der Einschulung, Gewalt unter Kindern, Integrationsverweigerung — sind seit Jahren Anfragen, Anträge und Redebeiträge der AfD-Fraktion. Und das sie sind die Standardbegründung dafür, dass diese Fraktion angeblich außerhalb des demokratischen Diskurses stehe. Der Unterschied liegt also nicht im Satz. Er liegt im Absender. Ein Befund, der bei einem Sozialarbeiter als alarmierender Hilferuf aus der Praxis gilt, gilt bei der AfD als Beleg für Extremismus. Wer Aussagen nicht danach beurteilt, ob sie zutreffen, sondern danach, wer sie ausspricht, hat den Boden der Sachauseinandersetzung verlassen.

Der Bruch in Büschers eigenem Argument
Büscher selbst bleibt an dieser Stelle in dem Muster hängen. Nach seinem Lagebild folgt der Satz, die Linke sei genauso gefährlich wie die AfD. Zur Begründung: Die Linke verweigere die kritische Diskussion, die AfD spitze die Probleme zu.

Wie passen beide Vorwürfe nebeneinander? Der eine betrifft das Verhältnis zur Wirklichkeit, der andere die Lautstärke der Rede über sie. Büscher hat den Maßstab, an dem die Gleichsetzung zerbricht, selbst geliefert: Bewusstes Schweigen, sagt er über die Kirchen, mache schuldig. Wer das ernst meint, kann das Verschweigen nicht neben das Benennen stellen. Sein eigener Satz zerstört seine eigene Symmetrie.

Bleibt die offene, nicht gestellte Frage: Was genau eigentlich verschärft angeblich die AfD? Die Wirklichkeit oder deren Wahrnehmung? Ein Drittes gibt es nicht. Wer das erste behauptet, schuldet eine Kausalkette , liefert sie aber nicht. Die AfD hat in Berlin seit zehn Jahren keine Senatsverwaltung geführt, keinen Haushalt verantwortet, keine aufenthaltsrechtliche Entscheidung getroffen und keine Messer in die Taschen von Elfjährigen gesteckt. Bleibt das zweite. Dann aber ist Zuspitzung keine Ursachenbeschreibung mehr, sondern eine Stilnote.

… Alles vom 22..8.2026 von Frank-Christian Hansel bitte lesen auf
https://philosophia-perennis.com/2026/08/22/die-lebensluege-der-mitte/

https://www.kinderprojekt-arche.de

Frank-Christian Hansel ist Fachpolitischer Sprecher der AfD im Berliner Abgeordnetenhaus für Wirtschaft, Energie, Klima, Flughafen