Osterzeit Rätscherbuben Brauch

Rätschen, Ratschen, Dürren bzw. Klappern (1) aus Holz ersetzen die Kirchenglocken von Gründonnerstag, Karfreitag bis Karsamstag zur Auferstehungsfeier. In der katholischen Kirchengemeinde St.Hilarius in Freiburg-Ebnet ist Rätschen auch heute noch Brauch. Anstelle der Glocken ertönt sonores „Holz-auf-Holz“-Schnarren (hier anhören). Die Rätscherbuben machen mit ihren Rätschen um die Kirche herum und im Ort ordentlich Krach. Dabei rufen sie beim Hinweg „Erschtmol in’d Kirch“ und beim Rückweg „Zweitmol in d’Mett“.
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Rätschen war immer eine Sache der Jungens. 2025 machten erstmals auch vier Rätschermädchen mit – einmalig, denn in diesem Jahr fanden sich keine Mädchen. So wurde das neue T-Shirt „Rätscherbuben Ebnet“ bestellt.
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Beim Rätschen am Karfreitag 3.4.2026 um 12 Uhr mittags wunderschönes Wetter: 10 Grad plus nach leichter Frostnacht, Sonnenschein, interessante Wolken, Windstille, beginnende Kirschblüte. Ruhe bis auf die Rätschen der elf Rätscherbuben.: In vier Gruppen abwechselnd und handygesteuert: Friedhofsmauer Süd, Mauer Nordwest, Mauer Nordost und Kirche Gefallenendenkmal Südost. Abschließend noch alle elf Rätscher zusammen.

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Rätschen an der Kirche St. Hilarius in Freiburg-Ebnet an Karfreitag 3.4.2026

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Weiteres Programm: Karfreitag nachmittags durch Ebnet. Karsamstag 7 Uhr, 12 Uhr und 18 Uhr rätschen und dann letztmalig in der diesjährigen Fastenzeit abends ab 21 Uhr zur Feier der Osternacht mit Eucharistiefeier.
Rätschen ist laut und anstrengend. Vielen Dank an die Rätscherbuben.
3.4.2026
Dieser Text wurde ohne KI geschrieben.
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Beginn von Anlagen (1) –
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(1) Karfreitag: Klappern und Klapperspatzen
Der Klang der Kirchenglocken in seinen verschiedensten Variationen gehört seit dem 6. Jahrhundert n. Chr. zur Atmosphäre und Kultur des Abendlandes. Und das nicht nur, wenn sie zum Gottesdienst rufen. …
Lediglich an drei Tagen im Kirchenjahr verstummen alle Glocken (und die Orgel) in der katholischen Kirche ganz. Von Gründonnerstag nach dem Gloria der Messe vom letzten Abendmahl über den Karfreitag bis zum Gloria in der Osternacht von Karsamstag auf Ostersonntag. Und hier kommt unsere „vergessene Kostbarkeit“ dieser Woche zum Einsatz: Die Klapper oder Ratsche. Sie soll die feierlichen Glocken mit ihrem ernsten Ton ersetzen. Und das nicht nur während der Elevation von Hostie und Kelch sowie der Übertragung des Allerheiligsten weg vom Hochaltar in der Gründonnerstagsliturgie, sondern auch um zum Gottesdienst und zum dreimaligen Gebet zu rufen.
… Letzteres ist nur noch sehr selten der Fall. Ich selbst habe es in dem kleinen Dorf in der fränkischen Rhön (Großeibstadt), in dem meine Großmutter in den 20er Jahren aufwuchs, noch in den 70-er Jahren miterlebt, dass die Ministranten („Klapperspatzen“) am Karfreitag und Karsamstag mit diesen Klappern morgens, mittags und abends zum Angelusgebet und vor der Karfreitags- und Osternachliturgie sowie dem Kreuzweg durch das Dorf liefen und die Glocken ersetzten.

Karfreitagsklappern durch den Minarett-Ruf des Muezzin ersetzen?
In manchen Gegenden war das Klappern mit Rufen der Ministranten verbunden, wie etwa:
„Wir klappern zum Englischen Gruß,
den jeder katholische Christ beten muss,
das Ave Maria, gratia plena!“
Bis heute klingt der ernste Ton der Holzklappern, der durch die Gassen des Dorfes hallte, in meinem Gedächtnis nach. Und wenn ich ganz ehrlich sein soll, ist er für mich keine bloße leere Äußerlichkeit, sondern gehört ganz wesentlich mit zu jenen Bräuchen des Abendlandes, die wir wie unseren Augapfel hüten sollten. Sonst werden andere mit ihren Bräuchen kommen.
Und ich möchte um nichts in der Welt den Ton der Karfreitagsklappern durch den Minarett-Ruf des Muezzin eintauschen.
… Alles vom 3.4.2026 bitte lesen auf
https://philosophia-perennis.com/2026/04/03/karfreitags-2026/

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