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- Precht und Lanz: : Wenn Medien nur noch Mainstream abbilden (7.10.2025)
- Gleichmacherein in der Schule (14.1.2025)
- Der verkommene Journalismus: ÖRR, Medienanstalten, Rundfunkräte (2.10.2024)
- Die Medien unterscheiden sich kaum (30.9.2024)
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„Wie soll man einem Medium vertrauen, dessen eigene Angestellte glauben, dass man gewisse Sichtweisen lieber nicht äußert?“
(Giovanni di Lorenzo, Zeit-Chefredakteur)
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Precht und Lanz: : Wenn Medien nur noch Mainstream abbilden
Verengtes Spektrum
Gibt es heute in den westlich-demokratischen Gesellschaften weniger Meinungsfreiheit als früher? Und wenn ja: Was sind die strukturellen Mechanismen, die zur Entwicklung schwindender Meinungsfreiheit geführt haben? Viele Menschen denken Dinge, die sie in der Öffentlichkeit nicht mehr auszusprechen wagen. Das Wegreden solcher schwelenden Fragen und Konflikte war das Thema in der neuesten Podcast-Folge, der Nummer 212 von „Lanz & Precht“: https://www.youtube.com/watch?v=dFFpbOzauNg
Es war einmal mehr der studierte Philosoph, Richard David Precht, der die Debatte aufs Gleis stellte, ihr Substanz und Richtung gab: „Seit den 50er Jahren“, so Precht, gäbe es in der Bundesrepublik nicht mehr „ein so großes Problem mit der Meinungsfreiheit.“ Precht verwies auf die regelmäßigen Umfragen des Instituts für Demoskopie Allensbach https://www.ifd-allensbach.de/ nach der „gefühlten Meinungsfreiheit“ http://de.mediatenor.com/de/bibliothek/newsletter/1360/schlechtester-wert-seit-1953-nur-noch-40-prozent-der-deutschen-trauen-sich-ihre-meinung-frei-zu-sagen.
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„In meiner Jugend sah das Meinungsspektrum des öffentlich-rechtlichen Rundfunks völlig anders aus, als heute. Das muss man sich mit aller Deutlichkeit vor Augen führen. Da gab es das „ZDF Magazin“ https://www.youtube.com/watch?v=QC4_zcn70fs mit Gerhard Löwenthal. […] Und auf der anderen Seite der WDR: der galt als roter Sender. Es gab Sigmund Gottlieb https://www.youtube.com/watch?v=KybNsDGORl4 vom Bayerischen Rundfunk, es gab Heinz Klaus Mertes, noch ein ganzes Stück rechts von Sigmund Gottlieb. Es gab Friedrich Küppersbusch auf der linken Seite, der kein Blatt vor den Mund nahm und seine Sprachakrobatik hervorzauberte. Alles das gibt es heute nicht mehr.“ Richard David Precht
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„Die Angst, die man hat, ist die Angst vor Shitstorms“
Je geringer das Meinungsspektrum ist, das medial abgebildet wird, umso größer werde die Zahl der Unzufriedenen. „Deswegen würde ich ein flammendes Plädoyer dafür halten, dass man das Meinungsspektrum im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, und zwar nicht nur nach rechts, sondern auch auf etwas, was ich links nenne, was aber die Grünen nicht links nennen würden, verschiebt. „Warum kann man das denn nicht in beide Himmelsrichtungen wieder erweitern?“ Es gehe nicht um formelle, sondern um die gefühlte Meinungsfreiheit. „Und in der gefühlten Meinungsfreiheit geht es um die Frage der sozialen Kosten. Die Angst, die man hat, ist die Angst vor Shitstorms, die Angst vor cancel culture, die Angst keine Karriere zu machen“.
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Einmaliger Freiheitsverlust
Die Schlussworte hatte wieder Richard David Precht: „Das Problem besteht in der Verengung des Meinungsspektrums. Weil keiner mehr anecken will, weil keiner mehr es aushält, wenn man Meinungen vertritt, die nicht die eigenen sind und für die es Gegenwind gibt – ja es soll Gegenwind geben. Das gehört zur Gesellschaft dazu. Das muss alles abgebildet werden. Und da brauchen wir auch Programmverantwortliche, die das aushalten.“
… Alles vom 7.10.2025 bitte lesen auf
https://www.telepolis.de/features/Verengtes-Spektrum-Wenn-Medien-nur-noch-Mainstream-abbilden-10726264.html
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Einige Kommentare:
Was hier im Artikel als Mainstream bezeichnet wird, ist in Wirklichkeit ein Minderheitenprogramm. Und genau das ist das Problem: Die überwiegende Mehrheit der Leute fühlt sich durch die Medien nicht mehr repräsentiert. mifhein
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Informationen sind eingeschränkt
Irgendwie muß man eine Meinung entwickeln – aufgrund von Informationen. Wenn die Informationen einseitig sind und „wir“ nur die Guten sind, kann nur ein eingeschränkter Meinungskorridor – also Wertungen – möglich sein. Notwendig ist also eine Vielfalt des Informationsangebots. Und das gibt es in Deutschland schon lange nicht mehr. Jedenfalls nicht vom „Mainstream“. Der kennt nur eingeschränkte Informationen, damit die eigenen Wertungen auch schlüssig sind. Schwarzweißmalerei eben. J.Fox
Ende Kommentare
Die Medien unterscheiden sich kaum
Kriegspropaganda zur Disziplinierung der Heimatfront
Massenmedien sind eine Art „Fenster zur Welt“, so die Charakterisierung der Medien durch Walter Lippmann, ein US-amerikanischer Journalist und Publizist, der 1922 ein Grundlagenwerk des Journalismus mit dem Titel „Die öffentliche Meinung“ veröffentlichte. Und dieses „Fenster-zur-Welt-sein“ ist umso mehr gegeben, je mehr die realen Ereignisse sich den Primärerfahrungen des Menschen und der Gesellschaft durch räumliche Distanzen entziehen.
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Was aber, wenn die Medien sich inhaltlich kaum unterscheiden, weil die Redaktionslinien ideologisch und gesinnungsethisch mehr oder minder identisch sind – wenn also nur die Hülle, nicht indes der Inhalt variiert? Oder wenn sogar signifikant abweichende Medien verboten würden? Wenn also Informationen und Meinungen eng auf eine spezifisch ideologische Richtung hin kanalisiert werden? Wenn Faktenberichterstattung nach bestem Wissen und Gewissen, also die Einhaltung journalistischer Standards, durch Haltungsjournalismus, das heißt journalistische Gesinnungsethik, ersetzt wird? Und wenn beide Faktoren (inhaltliche haltungsideologische Eintönigkeit der Berichterstattung und Verbote abweichender Berichterstattung und Meinungen) verbunden würden, dann entfiele die Grundlage für die Demokratie. Dann wäre die Dialektik der Antike, der Rede und Gegenrede mit dem Ziel des guten Erkenntnisgewinns, der Wahrheitsfindung begraben. Die Aufklärung würde auf diese Weise durch die neuen Antiaufklärer mit dem Verweis, die Aufklärung schützen zu müssen, faktisch abgewickelt. Der politische Liberalismus, dem ein jahrhundertelanger Kampf zugrunde liegt, drohte zur bloßen Hülle zu verkommen. Kurzum: Es stünde noch Demokratie drauf, aber es wäre keine gelebte Demokratie mehr drin.
Schon vor 25 Jahren beobachtete der Publizistik- und Kommunikationswissenschaftler S. Ruß-Mohl ein um sich greifendes neues berufliches Selbstverständnis, nämlich der „Moralisierung des Journalismus“ – der Journalist als der selbsternannte, die Gesellschaft erziehende Haltungsträger. Der Jugoslawienkrieg inklusive des NATO-Angriffskrieges beschleunigte diese Entwicklung hin zur Moralisierung der Medien. Die vordergründige Legitimation des NATO-Krieges gegen Jugoslawien war keine völkerrechtliche, wie auch. Es war vielmehr eine von Medien und Politik gemeinsam getragene, rein moralische Rechtfertigung.
… Alles vom 30.9.2024 von Alexander Neu bitte lesen auf
https://www.nachdenkseiten.de/?p=122249
