Die Amseln beginnen ab 5 Uhr in der Frühe zu singen, wenn es so langsam anfängt zu Dämmern. Unser Amselmann hat sich dazu den langen Ast des Kirschbaums, der nach Süden über die Gartenmauer hinweg auf die Straße reicht, als Singplatz angewöhnt. Seit dem 21.2. schon diesem Jahr. Immer der gleiche Stelle auf dem Ast, von der er einen guten Überblick hat und vor allem von den Amselfrauen gut gehört und gesehen wird.
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Auch am heutigen 29. März 2026, wenn sich die Menschen wieder über Umstellung auf die Sommerzeit ärgern – den ganzen Sonntag über die eine fehlende Stunde im Frühling, die verlorene Stunde. Der Amselmann bekommt davon nichts mit, daß die Menschen das Zeitfenster um eine ganze Stunde nach links verschoben haben. Schließlich bringt die Zeitumstellung ja wirtschaftlich und wellness-mäßig nichts.
Unser Garten-Amsler wundert sich höchstens, daß es nun bei seinem morgendlichen Gesang ringsum plötzlich etwas lauter ist: Mehr Autos fahren, mehr Lärm. Denn es ist nach der menschlichen Uhr nicht 5 Uhr, sondern bereits 6 Uhr.
29.3.2026 – Von der Winter- zur Sommerzeit
Aber das interessiert den Amselmann nicht, für ihn gilt die natürliche Uhr. Ihn läßt auch das Gespräch auf dem Gehweg unter seinem Kirschbaumast (im Bild in der Mitte) kalt: „Seit zwei Tagen plötzlich Nachtfrost und heute sogar Schnee, wo die Pfirsiche schon blühen und die Kirschen knospen. Ach dieser furchtbare Klimawandel macht mir Angst, da müssen wir uns doch noch viel mehr anstrengen und viel weniger CO2 ausstossen“. Nun ja, die Amseln wissen es besser, denn einen Wintereinbruch im März und April, den gab es immer schon.
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Abends eine Stunde länger hell. Die 1980 eingeführte Zeitumstellung sollte durch Ausnutzen der Tageshelligkeit einen Energieeinspareffekt bewirken – tut sie aber nicht. Deshalb meldet die Seite der EU-Kommission https://germany.representation.ec.europa.eu/zeitumstellung_de weiterhin unentwegt: „Die Kommission hatte im September 2018 vorgeschlagen, diese saisonale Umstellung zu beenden.“ Also vor sechs Jahren. Warten wir es ab.
In der Zwischenzeit: Freuen wir uns über die Vögel, etwa mit „Wenn ich ein Vöglein wär“ (1), und besonders über die Amseln. Oder mit Hubert von Goisern’s „Heast as nit“ über die Vergänglichkeit angesichts des steten Wechsels von Winterzeit als der normalen zu Sommerzeit als der angeblich energiesparenden transformtionskonformen Zeit.
29.3.2026
Dieser Text wurde ohne KI geschrieben
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Ende von Beitrag „Sommerzeit 29.3. Schnee Amsel“
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beginn von Anlage (1) – (2)
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(1) Wenn ich ein Vöglein wär Deutsches Volkslied
Wenn ich ein Vöglein wär gehört zu den klassischen deutschsprachigen Volksliedern mit Liebesmotiv und Sehnsuchtsstimmung. In seiner Kernbotschaft nimmt es den uralten Wunsch eines Menschen auf, trotz räumlicher Trennung bei der geliebten Person zu sein – die Vogelmetaphorik wird zur sinnfälligen Bildsprache für unerfüllte Nähe. Die Kombination aus Einfachheit der Aussage und eingängiger Melodie ließ das Lied im Lauf der Generationen weit verbreitet und für verschiedenste Nutzungszusammenhänge anschlussfähig werden (Volksliedsammlungen, Hausmusik, Schule).
Im Zentrum steht die Sehnsucht: Ein lyrisches Ich wünscht sich, ein Vöglein mit Flügeln zu sein, um zum geliebten Menschen zu fliegen, kann dies aber nicht verwirklichen. Stattdessen wird die Nähe im Traum und in der Erinnerung gesucht – ein Motiv, das in der europäischen Volksliedtradition häufig erscheint und bei diesem Lied besonders klar formuliert ist.
https://www.youtube.com/watch?v=I9AGBOFQYnE&t=1s
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https://www.liederprojekt.org/lied29176-Wenn-ich-ein-Voeglein-waer.html
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(2) Hubert von Goisern: Heast as nit
„Heast as nit – Hörst du’s nicht, wie die Zeit vergeht“ – eines der schönsten deutschsprachigen Lieder zur Vergänglichkeit.
Hubert von Goisern: Heast as nit – Spielberg Musikfestival 2016
https://www.youtube.com/watch?v=wv6zSw2jpeI&t=2s
Hubert von Goisern – Heast As Nit [Live Dahoam 1993]
https://www.youtube.com/watch?v=XfJMJw3uwxk&t=20s