Buergerbuero geplant von Initiative „Miteinander Stegen“

Stegen (bm). Soziale Verantwortung bleibt nicht selten eine leere Worthülse. Nicht so in Stegen. Eine aktuelle Umfrage kommt zum Ergebnis, dass 75 Prozent der Bevölkerung bereit ist, Hilfe am Nächsten zu leisten. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats stellte Peter Krimmel von „Miteinander Stegen“ erste Resultate der Erhebung vor. Krimmel ist Arzt mit Praxis in Stegen. Zu Beginn seiner Erläuterungen wies der Palliativmediziner auf die starke Resonanz an der anonym durchgeführten Umfrage hin. „Weil Stegener unmittelbar an der Ausarbeitung des Fragenkatalogs beteiligt waren, haben sich 30 Prozent beteiligt“, so seine Vermutung. Erfahrungsgemäß liege der Rücklauf vergleichbarer Aktionen nur bei etwa 10 Prozent. Befragt wurden alle Bürger ab dem 18. Lebensjahr. Als besonders bemerkenswert stellte Krimmel den enormen Bedarf an täglicher Betreuung für alte und demente Mitmenschen heraus. Über 60 Prozent sind der Meinung, dass eine solche Hilfeleistung in Stegen „wichtig und von Interesse“ sein könnte. Als aufschlussreich entpuppte sich auch das Resultat hinsichtlich einer angedachten „kleinen Einrichtung“ für Hilfsbedürftige. Von den Befragten gaben 31 Prozent an, „auf jeden Fall“ eine solche Institution im Falle eines Falles in Anspruch nehmen zu wollen. „Vielleicht“ meinten sogar 38 Prozent. Ein „ganz tolles Ergebnis“ sei, dass 697 der Befragten grundsätzlich zu ehrenamtlicher oder bezahlter Hilfe bereit sind. Was einem Prozentsatz von stolzen 75 Prozent entspricht. Eine verstärkte Einbindung der Seniorenwohnanlage Pater Middendorf in die Dorfgemeinschaft sowie die Schaffung neuer Wohn- und Hausgemeinschaft nennt der in Stegen praktizierende Mediziner als einige der Aufgaben, um die sich das Projekt „Lebensräume“ innerhalb des gemeinnützigen Vereins „Miteinander Stegen“ zur Aufgabe gemacht haben. Darüber hinaus streben die Aktivisten ein Mehrgenerationen-Haus mit integrierter Demenz-Wohngruppe und Plätzen für eine Tagesbetreuung junger und älterer Mitbürger an. Klar ist der Gruppe um Krimmel, dass solche Vorhaben nur mit wissenschaftlicher Begleitung und fachlicher Kompetenz zu verwirklichen sein werden. Vorgesehen sei, die Erfahrungen zu dokumentieren und interessierten Dorfgemeinschaften, Kommunen und Stadtteilen als Leitfaden zur Verfügung zu stellen. Damit die bisher in ehrenamtlicher Tätigkeit erstellten Erhebungen und die Bereitschaft zur Mitarbeit nicht verpuffen sondern möglichst rasch umgesetzt werden können, bemüht sich der Verein um die Bezahlung zweier Arbeitsstellen aus staatlichen Fördertöpfen. „Wir wollen Landesmittel um das Bürgerbüro möglichst rasch besetzen zu können“, so Krimmel vor dem Gemeinderat. Im Namen des Gremiums bedankte sich Bürgermeister Siegfried Kuster für das ehrenamtliche Engagement und sagte die Unterstützung der Gemeinde zu.

Der Stegener Arzt Dr. Peter Krimmel erläuterte im Gemeinderat die Pläne für ein Bürgerbüro für „Miteinander Stegen“

bm, www.dreisamtaeler.de

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