Luginsland 100: Schullandheim

Das Luginsland besteht seit 1924 als Schullandheim des Freiburger Kepler-Gymnasiums und liegt in 1150 m Höhe am Südwesthang des Schauinslands zwischen der Bergstation der Schauinslandbahn und dem Gießhübel mit Blick nach Südwesten in den Stohren als Ortsteil der Gemeinde Münstertal.
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100-Jahre-Jubiläumsfeier am Samstag, 9. Mai 2026, 12 bis 18 Uhr, beim Schullandheim Luginsland, Stohren 2 (Münstertal). Eintritt frei, Spendenkässle gerne.
Viele Events und Erinnerungen, u.a. Foto-Ausstellung, Filme, Spiele sowie Essen und Getränke.

https://freiburg-schwarzwald.de/jugendherberge.htm#Luginsland%20-%20Schullandheim%20am%20Schauinsland
Sonnenuntergang zwischen Luginsland und Schindelmatt:
https://www.freiburg-schwarzwald.de/schauinsland-schindelmatt.htm

Schauinsland bei Freiburg 15.11.2011 um 16.30 Uhr: Nebel im Rheintal

Schauinsland oberhalb Freiburg 15.11.2011 um 16.30 Uhr: Nebel im Rheintal

https://kepler-freiburg.de/
https://www.gruppenhaus.de/schullandheim-luginsland-muenstertal-hs3531.html
8.5.2026
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Beginn von Anlagen (1) –
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    Kepler-Gymnasium nach 1920
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(1)  Luginsland – Landschulheim vom Kepler: So erholsam wie vor 101 Jahren
Stockbetten, Zwölfer-Schlafsäle, Ausflüge – und eine Woche ohne Smartphone: Am Schullandheim Luginsland kommt im Kepler-Gymnasium keine Generation vorbei. Seit 101 Jahren gehört es der Schule.

Was ist das Schöne am „Luginsland“? Gabriella (13), Ramanda (14) und Anastasia (13) aus der Klasse 8c sowie Victoria (14) aus der 8b erzählen gern vom Schullandheim auf dem Schauinsland. Dabei geraten sie automatisch ins Schwärmen: Die Zimmer seien „voll schön“, alles sei „gemütlich“, das Essen „so lecker“. Sie erzählen von Ausflügen ins Bergwerk, zum Feldberg und zum Steinwasenpark. Von Schatzsuchen im Garten und dem Bau von Insektenhotels, von Spieleabenden und Rätselspielen. Victoria war mit den Mädchen aus ihrer Klasse im Zwölferzimmer, es gibt aber auch kleinere Räume. Im Zwölferzimmer sei es schön gewesen, sehr harmonisch: „Man versteht sich am besten im Schullandheim.“ Dass es die ganze Zeit kein Internet gab – weil das W-Lan extra abgeschaltet bleibt, um den Schülerinnen und Schülern ein paar Tage ohne Smartphone zu ermöglichen – fand sie „cool“. Denn: „Wir hatten immer irgendwelche Sachen zu tun, statt ständig am Handy zu hängen.“ In diesem Schuljahr müssen die vier Mädchen ohne eine Auszeit im Luginsland zurechtkommen, denn die 8. Klassen fahren nicht dorthin. Doch ansonsten steht zwischen der 5. und 9. Klasse jedes Jahr eine Woche dort auf dem Programm. Weil in Zeiten der Klimakrise kaum noch Schnee liegt, fielen aber die früher sehr beliebten Skikurse weg.

Damit biete das Kepler-Gymnasium mehr Klassenfahrten an als die meisten anderen Schulen, sagt Michael Dombrowsky. Er ist Lehrer am Kepler-Gymnasium für Deutsch, Geographie, Gemeinschaftskunde und Wirtschaft – und engagiert sich im Trägerverein, der sich um alles rund um das Schullandheim kümmert. Die Zeit im Luginsland sei nicht automatisch unterrichtsfrei. Die Ausflüge seien oft Exkursionen für den Biologie- oder Geographie-Unterricht, ohnehin anstehende Besuche von der Jugendberufsagentur würden manchmal integriert, und die begleitenden Lehrerinnen und Lehrer würden teils dort unterrichten.
Rolf Behrens, der das Kepler-Gymnasium bis vor elf Jahren geleitet hat und Mathe- und Informatiklehrer war, hat früher öfters Mathestunden ins Schullandheim verlegt. In seiner Anfangszeit seien auch höhere Klassen noch ins Luginsland gekommen, bis zur 11. Klasse. Denjenigen, die finden, dass Klassenfahrten nicht mehrmals an denselben Ort stattfinden sollten, hält Rolf Behrens entgegen, dass genau diese Konstanz in den derzeit so hektischen Zeiten gut sei, auch für Kinder und Jugendliche mit Migrationsgeschichte oder Inklusionsbedarf. Zudem seien die Aufenthalte mit 140 Euro für vier Tage Vollpension günstig, und das Reiseziel kann ökologisch unproblematisch mit dem Öffentlichen Nahverkehr erreicht werden.
Obwohl das Schullandheim bis 2013 generalsaniert wurde und auch sonst – unter anderem mit der Erneuerung der Sanitärräume – ständig vieles modernisiert und neu gestaltet wurde, gelte, so Michael Dombrowsky, weiterhin: „Alles ist einfach ausgestattet und der Charme des Älteren ist geblieben.“ Dass der Hütten-Charakter erhalten bleiben soll, hätten sich auch die Schülerinnen und Schüler vor der Generalsanierung gewünscht.

Der Trägerverein vermietet das Schullandheim an alle, die interessiert sind – an andere Schulen, Gruppen oder für private Feiern. Das ist wichtig für die Finanzierung, denn Geld war und bleibt immer ein Problem, sagt Rolf Behrens. Das galt bereits für die Anfänge 1920. Damals wollte ein Verein des damaligen Realgymnasiums, das die Vorgängerin des Kepler-Gymnasiums war, nach den Schrecken des Ersten Weltkriegs ein Erholungsheim schaffen. Der Hof, der erworben werden konnte, sei allerdings vom vorherigen Pächter 1921 aus Wut in Brand gesetzt worden. Durch die darauf folgende Inflation verlor der Verein viel von seinen Ersparnissen. Trotzdem konnte im Mai 1924 das heutige Gelände gekauft werden, beim Bau des Gebäudes packten viele Eltern, Schüler und Lehrer selbst mit an.
Eine Schullandheim-Pause gab es in den 101 Jahren nur zwischen 1939 und 1948. Während der NS-Zeit bis 1945 nutzte das Gebäude zuerst die Wehrmacht und dann die Hitlerjugend mit ihrer „Kinderlandverschickung“.

Am 29. Juni 1925 war die Eröffnung, das Kepler-Gymnasium feiert das 100-Jahre-Jubiläum jetzt mit einem Jahr Verspätung.
8.5.2026, Anja Bochtler, Badische Zeitung, Seite 21

 

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