Alaska: Trump trifft Putin

Ex-Bundeswehrgeneral Erich Vad kommentierte das Gespräch von Donald Trump mit Wladimir Putin im Weltwoche.ch-Interview mit den Worten „Zeichen stehen auf Frieden“ (siehe Anlage (1) unten). Die Mainstreammedien hingegen verbreiten Häme und Spott zwischen „Show für Trump“ und „Sieg für Putin“. Militärfachmann contra Click-Journalismus.
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Nicht nur die Tatsache, daß die beiden mächtigsten Staatsmänner der Welt miteinander reden, sieht Erich Vad als positiv an:
– Putin geht es darum, Krim und Donbass unter Kontrolle zu behalten. Und Trump will das Bündnis Russland-China schwächen. Zwei Mal Interessenpolitik.
– Beide sprechen drei Stunden miteinander ohne gegenseitige Beleidigungen.
– Vad sieht in Alaska 8/2025 eine ähnliche historische Dimension wie Jalta 1945 mit Stalin und Roosevelt am Ende des 2. Weltkriegs sowie Reagen mit Gorbatschow 1988 zum Ende des Kalten Krieg.
– Nun rächt sich alles, was politisch seitens der EU nicht gelaufen ist bzw. versäumt wurde seit 2014 (Bombardierung der russischsprachigen ukrainischen Bevölkerungsmehrheit im Donbass mit 14.000 Toten durch die ukrainische Luftwaffe).
– Putin sagte, daß der Ukrainekrieg unter Trump nicht ausgebrochen wäre.
Mearsheimer (USA) wie Vad (D) sind sich einig: Der Ukrainekrieg wurde von Biden regelrecht provoziert.
– Die EU-Europäer sind stolz darauf, nicht mit Putin zu reden: „das ist geradezu lächerlich“ und widerspricht allen Gepflogenheiten der Diplomatie.
– Aber nun wird Merz gezwungen sein, auch mit Putin reden. Das große Dilemma für Merz, wo Putin doch in Kürze in Berlin einmarschieren will und Putin als äußeren Feind benötigt, um die innenpolitische Misere zu verdecken.
– Zur Häme und Schadenfreude seitens der EU-Medien: D saß noch nicht mal am Katzentisch. Die EU wird weiterhin keine Rolle spielen. „Europa findet diplomatisch nicht statt“.
Erich Vad, bislang eher bekannt als Skeptiker und Zweifler, äußert sich erstaunlich optimistisch: „Entspannung bzw. Tauwetter“ und „Der Weg in einen europäischen Krieg ist gestoppt“. Es ist zu hoffen, daß Ex-General Vad recht behält und das Blutvergiessen im Ukrainekrieg endet. Friedenstüchtigkeit ist gefordert, nicht Kriegstüchtigkeit.
19.8.2025
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Ende von Beitrag „Alaska: Trump trifft Putin“
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Beginn von Anlagen (1) – (5)
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(1) «Zeichen stehen auf Frieden»: Erich Vad über «Brückenbauer Trump» und seinen Alaska-Gipfel mit Putin
Weltwoche-Interview mit Roman Zeller und General a.D. Erich Vad
18.8.2025
https://www.youtube.com/watch?v=t0WLVO-WnWo
https://weltwoche.ch/daily/zeichen-stehen-auf-frieden-erich-vad-ueber-brueckenbauer-trump-und-seinen-alaska-gipfel-mit-putin/

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte: Trump am Schreibtisch und die EU am „Katzentisch“ 18.8.2025 in Washington

(2) Washington-Treffen am 18.8.2025
Staatschefs von Ukraine, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Finnland und EU bei Donald Trump in Washington.
Trump sagt Ukraine Sicherheitsgarantien zu, Merz kündigt Putin-Selenskyj-Gipfel an.
Das wohl wichtigste Ergebnis des Trump-Selenskyj-Gipfels ist das nun in seinen Grundsätzen vereinbarte Treffen zwischen Putin und dem ukrainischen Präsidenten. Merz begrüßt den Vorstoß ausdrücklich und fordert zusätzlich eine Waffenruhe.
… Alels vom 19.8.2025 bitte lesen auf
https://apollo-news.net/trump-sagt-sicherheitsgarantien-zu-merz-kndigt-putin-selenskyj-gipfel-an/
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(3) Bundeskanzler Friedrich Merz kann nur belehren und Besserwissen
Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni wurde dabei erwischt, wie sie mit den Augen rollte, als sie mit dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz sprach.
Der lustige Moment wurde von der Kamera eingefangen, als Merz versuchte, US-Präsident Donald Trump über die Erreichung eines Waffenstillstands zu belehren.
https://www.youtube.com/watch?v=pusLjHkq3yA 8 Min.
– Das offizielle Deutschland bei der Arbeit: das Belehren anderer!
Geht schon so ziemlich jedem auf die Nerven und nicht einmal am diplomatischen Parkett kann man sein Genervtsein ob der dt. Schulmeisterei verbergen.

Italian PM hilariously rolls eyes at German Chancellor as he condescendingly lectures Trump
Italian Prime Minister Giorgia Meloni has been caught rolling her eyes at the German Chancellor Friedrich Merz.
The hilarious moment was caught on camera as Merz attempted to lecture US President Donald Trump about achieving a ceasefire.
Meloni, seemingly uninterested, rolled her eyes when the German Chancellor said a ceasefire must take place before a trilateral meeting takes place.
In another comical moment from the Italian Prime Minister during the meeting, she had a hot mic moment while talking to Trump.
The Italian Prime Minister joked about how Trump loved talking to his press and she hated talking to hers.
Despite her humorous moments, Meloni commended Trump’s efforts to end Russia’s invasion of Ukraine.
19.8.2025
https://youtu.be/pusLjHkq3yA
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(4) Alaska-Treffen: Trump, Putin und die globale Ordnung
… während Europa geschlafen hat, wurde im nördlichsten US-Bundesstaat womöglich Geschichte geschrieben, aber mit einer Geheimtinte, die wir heute Morgen noch nicht entziffern können. Nach gut drei Stunden haben sich beide wieder verabschiedet. Donald Trump flog nach Washington, Wladimir Putin nach Moskau. Und die Welt rätselt, was denn da besprochen wurde und was vereinbart wurde. Beide Staatsmänner – und als solche haben wir sie erlebt – hielten sich vornehm zurück. Man könnte sagen: Außer Spesen nichts gewesen. Aber das wäre zynisch.
Es gibt ein weites Feld zwischen schwarz und weiß, das ist der Graubereich von Politik. Und in diesem Graubereich bewegen wir uns an diesem Morgen. Der französische Maler Paul Cézanne hat einmal gesagt: „Solange man nicht das Grau gemalt hat, ist man kein Maler.“ . Der Philosoph Peter Sloterdijk hat das weiter entwickelt und geschrieben: „Solange man das Grau nicht gedacht hat, ist man kein Philosoph.“ Und für die Welt der Politik muss man feststellen: Wer das Grau nicht kennt, ist kein Diplomat. Denn der Graubereich zwischen gestern und morgen, zwischen so war es und so könnte es sein, ist das natürliche Habitat des Diplomaten. Insofern haben wir heute Nacht weder Parteipolitik erlebt, noch die dröhnende Rhetorik zweier Superegos, die viele befürchtet hatten, sondern zwei nachdenkliche Politiker, die bemüht waren, nichts zu zerdeppern und den Möglichkeitsraum für Frieden zu vergrößern. Doch bei aller Vagheit der Ergebnisse gibt es Gewinner und Verlierer.

Der erste Gewinner ist Wladimir Putin: Der Kreml-Chef – der vom Westen ökonomisch bestraft und strafrechtlich verfolgt wird – erfuhr die maximale Aufwertung. Er bewegte sich auf Augenhöhe mit dem US-Präsidenten. Er konnte seine Erzählung von den Ursachen des Ukraine-Krieges sowohl Trump als auch der Weltöffentlichkeit vortragen. Die Bedrohung der nationalen Sicherheitsinteressen der Russen, sprich die Nato-Osterweiterung, war sein Thema.
„Ich erwarte, dass die heutigen Vereinbarungen nicht nur der Ausgangspunkt für die Lösung der ukrainischen Frage sein werden, sondern auch dazu beitragen werden, dass wir wieder zu geschäftsmäßigen und pragmatischen Beziehungen zwischen Russland und den USA zurückkehren“ (Wladimir Putin ).
Putin stand nicht mehr als der blutrünstige Aggressor da, sondern als Mann mit Interessen. Und der Westen stand nicht mehr da als Wahrer von Frieden und Freiheit, sondern als Spieler, der diese russischen Interessen nicht gesehen, nicht gefühlt und in jedem Fall nicht bedacht hatte. So entstehen Kriege. Putin war der Feldherr, dem auch Trump nicht widersprach. Es fiel kein Wort, dass Putin seine Truppen zurückziehen müsse, besetzte Gebiete abzugeben habe, die Halbinsel Krim wurde erkennbar geistig schon als russisches Territorium verbucht.
Bei Fox News im Interview kündigte Trump zudem an, dass die geplanten Zölle gegen China jetzt erstmal doch nicht kommen. Auch das ist wichtig für Putin: Länder, die seine Freunde sind, werden für ihre Freundschaft nicht mehr bestraft. Da bewegt sich was. Die Börse dürfte das am Montag zu honorieren wissen.

Der zweite Gewinner ist nicht ganz so strahlend, aber doch ein Gewinner: Trump. Er konnte seiner Persönlichkeit, der immer etwas Unseriöses anhaftet, einen nachdenklichen Pinselstrich hinzufügen. Da war nicht der laute, dröhnige und rauflustige Politiker zu sehen, sondern ein Mann, der leisen, bedachten Sprache: „Ich werde die Nato in Kürze verständigen. Ich werden die verschiedenen Leute, die ich für geeignet halte, natürlich auch Präsident Selenskyj, anrufen und ihnen von dem heutigen Treffen erzählen. Es liegt letztendlich an ihnen. “ (Donald Trump)
Die PR-Show hatte Pause. Diplomatie fühlt sich genauso an: Tastend, auslotend, unklar, Möglichkeiten offen haltend, keine Festlegungen treffend. Nochmal Trump:
„Wir hatten ein äußerst produktives Treffen, bei dem viele Punkte vereinbart wurden. Es gibt nur noch einige wenige, die übrig sind. Einige sind nicht so wichtig. Einer ist wahrscheinlich der wichtigste. Aber wir haben eine hr gute Chance, das Ziel zu erreichen.“

Der dritte Gewinner ist eindeutig Selenskyj. Er wird heute als erster informiert und er wird beim nächsten Treffen mit am Tisch sitzen. Trump hat ohne seine Zustimmung keine Kompromisse gemacht, kein Territorium weggegeben, und auch keine Anschuldigungen gegen die Ukraine erhoben: Selenskyj war der dritte Mann. Nicht anwesend. Aber präsent. Ohne ihn kein Deal. Das hat Trump verstanden und daran hat er sich heute Nacht gehalten.

Der große Verlierer von heute Nacht: Eindeutig die Soldaten im Feld – auf beiden Seiten der Front. Denn es gibt keinen Frieden und nicht mal die kleine Schwester des großen Friedens, den Waffenstillstand. Es darf weiter geschossen, weiter gestorben werden. Zur Erinnerung: Pro Woche kommen in diesem Krieg ungefähr 7.000 Menschen um. Insgesamt dürften es nach UN-Zahlen über 200.000 Menschen sein.
Wie weiter jetzt? Zuhause wird jetzt nachgearbeitet. Man ist erkennbar in einen Prozess eingestiegen, der im besten Falle zum Frieden führt. Wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Russland und den USA spielt darin eine Rolle, mit Sicherheit auch die Nato, die auf weitere Einflusssphären in Europa verzichten dürfte. Die Ukraine wird – wenn es zu diesem Friedensschluss kommt – auf keinen Fall Nato-Mitglied.

Fazit: Die Sache mit der Zaubertinte bleibt das große Rätsel. Was genau haben die zwei besprochen? An welcher Stelle kamen sie nicht weiter? Aber die Geschichte, und erst recht nicht die Geschichte der Diplomatie, wird nun mal nicht in Großbuchstaben geschrieben und sie wird nicht in einem Stück durchgeschrieben. Insofern sind wir heute Morgen in einer Welt aufgewacht, in der ernsthaft gerungen wird, gerungen wird um Frieden, um Interessenausgleich. Möge sich der Satz von Egon Bahr in Kürze auch für die Soldaten im Schützengraben bewahrheiten: „Wo geredet wird, wird nicht geschoßen. “
… Alles vom 16.8.2025 bitte lesen im Newsletter von Gabor Steingart in https://www.thepioneer.de/
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(5) Warum Trump bei seinem Gipfeltreffen mit Putin in Alaska den rechten Weg eingeschlagen hat
„Der amerikanische Präsident Donald J. Trump und der russische Präsident Wladimir Putin haben sich in Alaska getroffen, um über ein Ende des Krieges in der Ukraine zu sprechen. Obwohl beide Staatschefs große Hoffnungen in dieses Treffen setzten und wenigstens Präsident Trump erwartete, eine Vereinbarung über einen Waffenstillstand zu erreichen, haben sich diese Hoffnungen nicht erfüllt.

Das bedeutet aber keineswegs, wie in allen Mainstream-Medien behauptet wird, dass das Treffen sinnlos oder eine Gratis-Aufwertung von Putins Status in der großen Welt der Diplomatie gewesen wäre. Ganz im Gegenteil: manchmal ist kein Deal auch dann ein Deal, wenn es um große Kriege und ihre Beendigung geht. (…)

Vor dem Frieden stehen Verhandlungen, und die müssen irgendwann anfangen. Das haben Trump und Putin jetzt getan. Dabei sind sie im ersten Schritt nicht weit gekommen, aber das darf keinen überraschen, denn der Krieg in der Ukraine geht schon dreieinhalb Jahre lang, fast eine Million Menschen sind tot oder verwundet, ein Fünftel der Ukraine ist von Russland besetzt, die Moral in Kiew am Boden und das Land am Ausbluten. (…)

Weil dies doch so klar und eigentlich unbestreitbar ist, erstaunt es, mit welcher Sturheit die Regierungschefs vieler europäischer Staaten (und die Journalisten der Mainstreammedien mit dazu) von vornherein Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine entweder gleich ganz verdammen oder mit solch hohen Hürden versehen, dass diese dann garantiert nicht stattfinden.

Alle diese Politiker und Medienschaffenden, die doch ihr ganzes Leben lang von Humanität, Frieden, Freiheit und Demokratie säuseln, wollen nun in der Ukraine eine Fortsetzung der Kämpfe bis zum bitteren Ende. Ein Ende, das sie sich stets so vorstellen: Obwohl inzwischen tödlich geschwächt, werden die Ukrainer mit immer mehr Geld, Waffen und Munition aus den NATO-Ländern die Russen irgendwann doch noch aus der Ukraine vertreiben und ihnen dabei so heftige Verluste beibringen, dass Russland irgendwann entweder gleich kapitulieren oder einem Siegfrieden der Westmächte zustimmt, der im Paket auch noch die Mitgliedschaft der Ukraine in NATO und EU enthält. Worauf der Friede in Europa wiederhergestellt ist und das Glück beginnt.
Das wird so nicht kommen. Die Ukraine kann diesen Krieg militärisch nicht mehr gewinnen. “
https://www.nius.de/analyse/news/warum-trump-bei-seinem-gipfeltreffen-mit-putin-in-alaska-den-rechten-weg-eingeschlagen-hat/60ab94f0-d852-4264-b777-ac2d72379526

 

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