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Segelschule Schluchsee am 21.8.2013 – Blick nach Süden von Aha aus

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Arbeitstypen: Giver Gebende, Taker Nehmende und Matcher Vergleichende

Der US-Organisationspsychologe Grant teilt Berufstätige ein in Giver (Gebende), Taker (Nehmende) und Matcher (Vergleichende) und stellt bei Studien quer durch ale Berufsfelder fest, dass Giver in Beruf und Karriere am erfolgreichsten sind. Obwohl es dem Giver darum geht, anderen zu helfen und die Wünsche von Kollegen und Geschäftspartnern zu erfüllen, ohne eine Gegenleistung hierfür zu erwarten. Obwohl dir Gefahr besteh, dafür ausgenutzt zu werden. Der Giver versucht, mehr zu bekommen als er gibt mit dem Ziel, den maximalen Nutzen für sich selbst zu erhalten. Er strebt nach Domnanz. Zu den Matchern zählen die meisten Berufstätigen – sie sind bereit zu geben, erwarten aber stets eine Gegenleistung.

(1) Giver auf der Karriereleiter ganz oben
Ganz unten in der Hierarchie der drei Arbeitstypen sind die Gebenden zu finden – ausgenutzt. Im breiten Mittelfeld finden sich Matcher und Taker gleichmäßig verteilt. Ganz oben an der Spitze jedoch finden sich wieder die Giver. Den Hauptgrund sieht Grant darin, dass Giver  bereit sind, sich zu vernetzen. Sie versuchen immer wieder zu helfen, auch wenn dadurch kein unmittelbarer Nutzen entsteht, schaffen sie sich doch viele Freunde, die ihnen verbunden sind. Die meisten Verbindungen sind zwar locker, doch „während enge Kontakte verpflichten, bauen lose Kontakte die Brücken.“  Mit dem Internet und Social Media wie Facebook und LinkedIn werden Netzwerke leichter zugänglich, pflegbar, verzweigter und transparenter. Es spricht sich schnell herum, wer ein Giver ist, während die Taker ihre Kontakte seltener als Schmarotzer verschleißen können, ohne dass es die anderen erfahren. Giver als positive Netzwerker  werden mit dem Internet immer erfolgreicher.

(2) Vier Erfolgsfaktoren der Giver
Neben ihrer Vorliebe zum Netzwerken zeichnen Giver drei weitere Erfolgsfaktoren aus:

a) Giver sind beliebte Teamworker, die Kooperation mit ihnen macht spass, da sie sich in die Lage ihres Partners versetzen, dessen Wohl ihnen wichtig ist.
b) Giver verhandeln so, dass ein Ergebnis entsteht , das alle zufrieden stellt. Dies bringt ihnen Respekt ein, da der Geschäftspartner das Gefühl hat, dass es jemand ehrlich mit ihm meint. Während Taker dominant auftreten und möglichst viele eigene Interessen durchboxen wollen, spricht der Giver von Beginn an auch seine eigenen Problemfelder an.
c) Giver vertrauen von vorneherein in die Fähigkeiten anderer, sie sehen Potenzial in ihrem Gegenüber. „Der Glaube an das Gute im Menschen“. Deshalb sind sie auch für Führungspositionen besonders gut geeignet. Beispiel: Der Harvadprofessor Robert Rosenthal erklärte 1966 Lehrern, welche 20% ihrer Schüler Tests zufolge besonders begabt seien. Nach einem Unterrichtsjahr später war der IQ dieser Begabten um 12%  gestiegen, der der anderen nur um 8%. Auch zwei Jahre später war das weiterhin so. Aber mit ausserordentlicher Begabung hatte dies nichts zu tun, wie Prof Rosenthal später bekanntgab: Die Schüler waren ganz zufällig ausgewählt. Die Lehrer glaubten einfach daran, dass manche Schüler besser waren als andere – und hatten sie damit prompt auch besser behandelt und gemacht. Ein Experiment als selbsterfüllende Bezeichnung. Was Prof Rosenhal den Lehrern durch listige Täuschung eingeimpft hat, bringen die Giver schon von vorneherein mit – mit ihrer Empathie.

(3) Giver brauchen Helfer
In ihrem Optimismus und Vertrauen an der anderen kann sich ein Giver als Manager allzuleicht vertun: Wenn er an einem Mitarbeiter festhält, obwohl er ihn überschätzt? Wenn er in einer Verhandlung aus gutgemeinter Zurückhaltung der eigenen Firma schadet?  Giver brauchen die Fähigkeit und Bereitschaft, Hilfe zu erfragen. Nur so lässt sich das sensible Gleichgewicht ihres Netzwerkens erhalten.  
14.9.2013

Adam Grant: Geben und Nehmen – Erfolgreich sein zum Vorteil aller
Droemer-Knaur, Herbst 2013

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