Große Jubelstimmung herrschte jetzt im „Haus Demant“ in Kirchzarten-Burg. Genau am zehnten Geburtstag hatte das Diakonische Werk im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald zur Feierstunde eingeladen. Es galt, auf ein Projekt zurück zu blicken, in dem sich zehn Jahre gelebte Sozialgeschichte spiegeln. Und so konnte der Diakonie-Vorstandsvorsitzende, Dekan Hans-Joachim Zobel, neben zahlreichen Gästen, die in verschiedenen Funktionen Wegbegleiter waren und sind, den Vorstand des Diakonischen Werkes Baden, Kirchenrat Jürgen Rollin und Kirchzartens Bürgermeister Andreas Hall begrüßen. Früher war das „Haus Demant“ ein Lehrerwohnhaus, das von der Gemeinde dank einer Spende von Gertrud Demant aus Weilersbach für soziale Arbeit und Bürgerengagement hergerichtet werden konnte.
Albrecht Schwerer, Diakonie-Kreisgeschäftsführer, stellte dann zu Beginn seiner Rückschau fest: „Das Haus Demant war von Anfang an kein geschlossenes Projekt, sondern eine offene und lebendige Einrichtung, die sich in den vergangenen Jahren aus den Belangen und Themen der Menschen weiter entwickelt hat.“ An vier sozialpolitischen Themen zeigte er die wechselvolle Geschichte auf. Die „Inklusion von Menschen mit Behinderung“ und damit deren gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben standen am Anfang im Fokus. Ihre Kirchzartener Wurzeln reichen über dreißig Jahre zurück und seit 1983 ist die Diakonie ihr verlässlicher Träger. Die seit 27 Jahren aktiven Ehrenamtlichen Heidi Braun und Elke Mohr stehen für Kontinuität und Qualität. Mit dem Umzug der Werkstätte vor zehn Jahren ins „Haus Demant“ wurde sie zu einer aktiven „Freizeit- und Begegnungsstätte für Menschen mit und ohne Behinderung“.
Ein weiterer Baustein in zehn Jahren „Haus Demant“ sei „Bürgerschaftliches Engagement“ geworden, so Albrecht Schwerer. In Zusammenarbeit mit dem Bürgerverein Burg entstand der „Burger Treff“ mit einer Fülle inhaltlicher Angebote, die den Charakter eines offenen Hauses unterstrichen. Hinzu kam das „Zusammenleben unterschiedlicher Generationen“. Im Rahmen eines Pilotprojektes der Landesstiftung Baden-Württemberg entwickelte sich unter Federführung der ehemaligen Kirchzartener Gemeinderätin Lilo Tritschler das „Wunsch-Großeltern-Projekt 60plus und 6minus“. Und als viertes sozialpolitisches Thema zeigte der Diakonie-Geschäftsführer die Bemühungen im Rahmen der Kreisinitiative „Familienfreundlicher Landkreis“ auf. Der Tageselternverein Dreisamtal trifft sich im „Haus Demant“ und die Zusammenarbeit mit dem Kinderhaus Burg nimmt zu. Die Frage, was das alles mit Diakonie zu tun habe, beantwortete Schwerer ganz klar: „Wir verstehen uns hier als Ermöglicher, der im wahrsten Sinne des Wortes Räume öffnet, in denen Menschen eigenverantwortlich leben können.“ Dass sich das alles so gut entwickelt habe, verdanke die Diakonie vor allem der Gemeinde Kirchzarten und den zahlreichen Kooperationspartnern wie Tarodunumschule, den Landfrauen und dem Bürgerverein Burg. Stolz sei er aber auch auf die engagierten haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden und die Leiterin Christel Kehrer.
Die endlose Fülle großartiger Aktivitäten im Haus wurde durch die Präsentation vieler Bausteine deutlich. Der Badische Diakonievorstand, Kirchenrat Jürgen Rollin, betonte in seinem Grußwort die Bedeutung tragfähiger Netzwerke. Und Bürgermeister Andreas Hall, der von der Geschichte des „Haus Demant“ erzählte, freute sich über „so viel Leben im Haus. Ich befürchte etwas, dass es von dem pulsierenden Leben explodiert.“ Musikalisch trugen Konny Goldschmidt (Akkordeon) und Rebecca Hahlbrock (Gesang) zur Feier bei.
Gerhard Lück, www.dreisamtaeler.de