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Blick übers Jockenhäusle am Kandelberg nach Südosten über St. Peter zum Feldberg am 11.1.2009

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Wilhelm Busch – weltweit meistgelesener deutscher Dichter, in über 300 Sprachen übersetzt

 

Lyriker Jürgen-Peter Stössel aus Freiburg-Littenweiler 80 Jahre
Stiften oder gehen – von Hans-Dieter Fronz. Zum 80. Geburtstag des Freiburger Lyrikers Jürgen-Peter Stössel ist ein neuer Band erschienen.
Wenn ein Schriftsteller 80 wird, hat er etwas zu erzählen. Mag er ein weltabgewandtes Leben geführt haben, im Geiste war es abenteuerlich und reich. Jürgen-Peter Stössels Biografie war und ist nicht nur in dieser Hinsicht bewegt. Der Schriftsteller und Lyriker blickt auf ein ereignisreiches Leben zurück: mit Weggabelungen, Volten und abrupten Wendungen. Am heutigen 18. Mai wird Stössel 80 Jahre alt.
Eine prägende Kindheitserfahrung war das ausgebombte Haus der Familie in Stuttgart 1943. Vier Jahre war er und das niederschmetternde Erlebnis Ursache eines ersten Erstickungsanfalls. Mit 15 kam er in ein Internat in Bayern. Von 1958 an studierte er in München Germanistik und Kunstgeschichte. Stössel hörte noch Hans Sedlmayr, den Verfasser der folgenreichen kulturphilosophischen Untersuchung “Verlust der Mitte”. Von den Geisteswissenschaften “heilte” ihn bald die Beobachtung, dass die Kommilitonen regelmäßig schliefen, wenn der Professor aus einer Dichtung vorlas, während sie dessen eigene Gedanken wie eine Offenbarung protokollierten. Stössel sattelte auf Veterinärmedizin um und arbeitete später als Tierarzt auf dem Lande und in der Industrie.
1969 wurde er Redakteur einer Ärztezeitschrift – und 1973 fristlos gekündigt, nachdem sein Buch “Psychopharmaka – die verordnete Anpassung” im Piper Verlag erschienen war. “Pamphlet” nannte er es streitlustig im Untertitel. Als Wissenschaftsjournalist arbeitete Stössel für die Süddeutsche Zeitung, Bild der Wissenschaft oder den Spiegel, auch für den Hörfunk. 1989 zog er mit seiner zweiten Frau nach Schallstadt, später nach Freiburg.
Bereits in jungen Jahren hatte Stössel zu schreiben begonnen. Der Held seiner Jugend war Gottfried Benn, seine frühen lyrischen Versuche beflissene Nacheiferungen. Erste Gedichte veröffentlichte er 1963 in der von Arnfrid Astel edierten Zeitschrift “Lyrische Hefte”. Die gab er von 1972 bis 1977 unter dem erweiterten Titel “Literarische Hefte” als Mitglied der “Wortgruppe München” mit Uwe Timm selbst heraus.
Nicht ohne zu einem eigenen Ton zu finden, deklinierte Stössel als Lyriker die einander ablösenden lyrischen Strömungen durch: von der Benn-Nachfolge über Brecht und das politisch-aufklärerische Gedicht (“Das Geld / liegt auf der Straße / erklärte der Bauunternehmer // Man muss nur / genügend Leute haben / die sich danach bücken”) bis zur neuen Subjektivität. Acht Gedichtbände hat er bis heute veröffentlicht; dazu Prosawerke und Sachbücher. Wobei Stössel ungern nach Gattungen unterscheidet. Überkreuzen sich die doch in seinen Büchern, die Untertitel wie “Wissenschaftlicher Tatsachenroman” oder “Erzählende Dokumentation” haben.
Neben Benn und Brecht sind für ihn Celan, Bobrowski und Lavant von bleibender Bedeutung. Unwandelbar ist seine Liebe zu Hölderlin. Zurzeit liest Stössel Rilkes “Duineser Elegien”. In der Wirkung seiner eigenen “Krankengedichte”, die ihm nach seiner Überzeugung halfen, seinen Darmkrebs zu besiegen, bezeugt sich für ihn so etwas wie die heilende Kraft von Dichtung. Sein neuer Lyrikband enthält so wunderbare Gedichte wie “Flughilfe”: “Aus der Luft gestürzt / ein junger Mauersegler // Meine Hände zur Not / ein Nest in dem samtig // das Kopfgefieder / streichelt die Fingerspitzen // bis wir beide / loslassen können.” Manche Poeme sind reizvoll verrätselt; andere zielen ins Philosophische (“Meditation über Descartes”) oder ins Politische. In ihnen artikuliert sich auch Sorge um den Zustand der Welt. “Täglich die Bilder fern / meiner Haut geht der Himmel / in Rauch auf”, heißt es in “Aufwachen”.
Stössel findet schlagende Bilder wie das von den “Sensen der Schwalben”. “Mitten im Sommer” – dies der Titel des Gedichts – sind die schnellen Segler eine leise Erinnerung an einen anderen Schnitter. Manche Gedichte bewahren das Gedächtnis von Kollegen – “Gedenkblatt für Lenau” oder “in memoriam Wilhelm Lehmann”. In Paraphrasen ist große deutsche Lyrik gegenwärtig: Schillers “Sonne Homers”, Goethes “Über allen Wipfeln”. Das letzte Gedicht “Stiften oder Gehen” bringt einen Vers Hölderlins mit einem Memento mori Mörikes zusammen: “Was aber bleibet / denk es o Dichter / ist nicht von dir”.
18.5.2019, Hans-Dieter Fronz, Badische Zeitung

Jürgen-Peter Stössel: Es ist Zeit dass ich wieder an den Dachs denke. Gedichte 2014–2018.
Drey-Verlag, Gutach 2019. 104 Seiten, 20 Euro. L
Lesung: 7. Juli 2017, Freiburg, Weinschlösschen, Wilhelmstraße 17A. Mit Ullo von Peinen (Rezitation) und Wolfgang Fernow (Kontrabass).

 

 

Ronald Euler aus dem Elsass

“Ich bin in den sechziger Jahren in Sarre-Union geboren, im Krummen Elsass, ein Zwittergebiet zwischen Elsass und Lothringen. Meine Eltern sprachen Ditsch mit mir, das auch Fränkisch oder Lothringerplàtt genannt wird und meine Lebens- und Dichtungssprache wurde. Eine Sprache, die bei uns nicht wirklich – oder so wenig – anerkannt und generell kaum beachtet wird. Umso mehr werden wir sie pflegen und lieb haben. Sie wird uns den Weg weisen.”
www.ronaldeuler.com

 

 

Carola Horstmann aus Denzlingen

Aufgewachsen im südbadischen Zell im Wiesental. Nach Gymnasium und Basler Kunstgewerbeschule Lehre als Psychiatriekrankenschwester, Studium der Musiktherapie (Wien), Arbeit als Musiktherapeutin. Verheiratet, drei Söhne, lebt heute in Denzlingen bei Freiburg. Schreiben seit 1997. Kindheitstexte. Drehbücher. Artikel für die Badische Zeitung. Schreiben auf alemannisch seit 2003. Einladungen zu Mundartsymposien und Lesungen. Rundfunkaufzeichnungen in Deutschland und der Schweiz. Mitglied im Literaturforum Süd-West. Mehrfach ausgezeichnet für Lyrik und Prosa. 2006 und 2009 Arbeitsstipendium vom Förderkreis deutsche Schriftsteller in Baden-Württemberg.
Bücher im Drey-Verlag Gutach
„katzegrabschtai“ , 2007, Mundartprosa
„däsche us schnee“, 2011, Mundartgedichte

Ricarda-Huch Str.15, 79211 Denzlingen, Telefon: 07666 / 5818, carola.horstmann@gmx.de
www.carola-horstmann.de

Preisträgerin im Mundartwettbewerb:
Mundartwettbewerb 2005 von BZ, SWR, Muettersproch-Gsellschaft >Alemannisch3 (14.1.05)
De Vulkan – von Carola Horstmann aus Denzlingen >Alemannisch-Texte3 (18.1.2005)

Der mit 1000 Euro dotierte 1. Preis wurde der Autorin Carola Horstmann aus Denzlingen für ihre Mundartgeschichte “Monelli” zugesprochen.
Download über SWR: Rollwagen 2004 Moneli

http://www.freiburg-schwarzwald.de/blog/carola-horstmann-muettersproch/ (24.10.2012)
Mundart mit Anspruch: Katzegrabschtai-Autorin Carola Horstmann in Eisenbach >Dichter2 (24.6)
Katzegrabschtai – Erzählband von Carola Horstmann >Buch2 (22.2.2008)
katzegrabschtai: Carola Horstmann liest aus ihrem neuen Buch >Denzlingen1 (29.11.2007)

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Rita Lamm aus Merzhausen

Rita  Lamm, geboren 1966 in Nordbaden. Aufgewachsen mit den drei „Ks“: Kirche, Kirschbaum, Kuhstall. Sie ist gelernte Krankenschwester und lebt in ihrer Wahlheimat Merzhausen im schönen Hexental.  Sie schreibt Kurzgeschichen, Romane, Drehbücher.
2012 erschien beim Drey-Verlag in Gutach der Erzählband Josefines Erbe. Geschichten von Menschen in Dörfern. Sie erzählt darin  von heiteren, alltäglichen aber auch mystischen Begebenheiten, die sich in manchem Schwarzwalddorf zutragen.
2014 Beitrag zur Anthologie im Lesebuch der Unsichtbare Kreis ebenfalls erschienen beim Drey- Verlag.
www.ritalamm.de

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