Telefonseelsorge

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Apfelblüte am 1.Mai 2013 in Freiburg

 

Telefonseelsorge
Kostenlose Rufnummern  0800 1110111 und  0800 1110222
www.telefonseelsorge.de
Homepage der Freiburger Telefonseelsorge www.telefonseelsorge-freiburg.de.

 

Leitungsduo der Telefonseelsorge Freiburg

Pfarrerin Isabel Overmans als stellvertretende Leiterin und Pastoralreferent Helmut Ellensohn als Leiter die Führungsverantwortung.
Pfarrerin Isabel Overmans (58) war lange Jahre an der Freiburger Uniklinik als Krankenhausseelsorgerin tätig. In Freiburg-Weingarten und im Stadtteil Rieselfeld war sie zuvor Gemeindepfarrerin. Die Theologin ist in Bioenergetik, Gesprächspsychotherapie und als geistliche Begleiterin ausgebildet und lässt sich derzeit zur Supervisorin qualifizieren.
Diplom-Theologe Helmut Ellensohn (50) war in Offenburg Klinikseelsorger und Leiter der Citypastoral. Davor war der Caritaswissenschaftler und Supervisor (DGfP) als Dekanatsreferent im Einsatz. Seit August 2012 ist er zudem Diözesanbeauftragter der Telefonseelsorge für die Erzdiözese Freiburg.

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Telefonseelsorge Freiburg sucht dringend zusätzliche neue Mitarbeiter
Bei der seit 1976 bestehenden Telefonseelsorge Freiburg arbeiten ca 80 Ehrenamtliche rund um die Uhr am Telefon und über den Internet-Chat.  2012 wurden über 20000 Anfragen entgegengenommen, also 55 Anrufe am Tag. Im Jahr 1980 waren er “nur” ca 3000 Anrufe.
Der Trägerverein wird von beiden Kirchen finanziert mit 280000 Euro/Jahr. Je 90000 von der katholischen Erzdiözese Freiburg und der evangelischen Landeskirche Baden, 44000 Euro von der kath. Gesamtkirchengemeinde, 28000 Euro vom ev. Kirchenbezirk Freiburg und der Rest als Spenden. Ein Großteil davon wird verwendet für Miete, Gehälter der Hauptamtlichen und die Ausbildung und Supervision der ehrenamtlichen Frauen und Männer.

“Nur 20 Prozent der Anrufer kommen durch” – deshalb sucht das Beraterteam dringend neue Ehrenamtliche. Interessierte können sich informieren am Mittwoch, 14. Mai, 20 Uhr, katholische Gesamtkirchengemeinde, Jacob-Burkhard-Straße 13; Dienstag, 24. Juni, 19.30 Uhr, evangelische Friedensgemeinde, Hirzbergstraße 1 a. Im Herbst 2014 soll ein neuer Kurs starten. Zeitlicher Aufwand: Im Ausbildungsjahr allwöchentlich ein Kurstag (3 bis 4 Stunden), danach vier Dienste im Monat (3 bis 4,5 Stunden) plus Nachtschicht. Infos: http://www.telefonseelsorge-freiburg.de oder  0761/73201.

 

Telefonseelsorge Freiburg: über 50 Anrufe täglich: 0800/111 0 111

In den 25 Jahren ihres Bestehens stieg die Zahl der Anrufe bei der Telefonseelsorge Freiburg von 2400 auf fast 20000 jährlich. „Wir wünschen uns schon mehr Möglichkeiten, unsere Erfahrungen weiterzugeben“, sagt Erich Biel. Diese Erfahrungen sind allerdings nicht leicht verdaulich. Denn zusammen mit Peter Kallenberger leitet der Theologe und Psychologe die Telefonseelsorge Freiburg. Und deren etwa 80 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen bekommen einiges zu hören: 19’287 Gespräche waren es im vergangenen Jahr, etwa 53 pro Tag und Nacht.

Als die Telefonseelsorge (übrigens der einzige ökumenische Verein in Freiburg)Anfang März 1976 mit ihrem Angebot begann, registrierte sie im ersten Jahr 2400 Anrufe. Dass es 25 Jahre später fast 20’000 sind, hat nicht nur mit der epidemieartigen Verbreitung von Handys zu tun (die vor allem Jugendliche zu so genannten Scherz- und Testanrufen benutzen). Diese Zunahme an Hilfe erwartenden Anruferinnen und Anrufer (etwa doppelt so viele Frauen wie Männer wählen die 0800/111’0’111) steht auch für eine gesellschaftliche Veränderung. „Die Komplexität ist größer geworden, die Manipuliertheit, man braucht heute ein viel größeres Maß an Abgrenzung“, hat Erich Biel beobachtet:
„Und es ist erheblich schwerer als vor zwanzig Jahren, einen eigenen Stand im Leben zu finden – da sind viele überfordert.“
Das zeigt sich auch an dem, was die Frauen (vorwiegend zwischen 25 und 60 Jahren) und Männer (25 bis 50) zur Sprache bringen: seelische Krankheit (mehr als 3000 im vorigen Jahr), Familie/Verwandtschaft und Partnerschaft (jeweils 1827), Einsamkeit/Vereinsamung (1656) stehen da an der Spitze, gefolgt von Depression (891) und Angstzuständen (702). „Der Anstieg der Anrufe ist nur mit gesellschaftlichen Bedingungen zu erklären“, sagt Erich Biel: „Immer mehr Menschen suchen eine Beheimatung, eine Verwurzelung, eine Orientierung.“
Oder, wie es Peter Kallenberger gleichsam als Kehrseite ausdrückt: „Die Stufe, von der Menschen aus so genannten Randgruppen runterfallen, ist höher geworden – und 60-jährige Männer ohne Arbeitsplatz oder psychisch Kranke schaffen’s nicht mehr zurückzuspringen.“ Vieltausendfach Menschen in ihrer je eigenen Not zu begleiten, „damit sie ihre eigenen Ressourcen nutzen können“ (wie eine Mitarbeiterin ihre unentgeltliche Arbeit beschreibt) – natürlich betrachtet Erich Biel das als ein „Hoffnungszeichen“. Freilich räumt er auch ein: „Die Telefonseelsorge leidet daran, dass sie nur individuell und nicht gesellschaftlich verändernd wirken kann.“ Dafür fehlten eben die Möglichkeiten, ihre Erfahrungen weiterzugeben. Eine Erfahrung, die „die TS“ mit denen teilt, die sich Hilfe suchend an sie wenden: „An wen sollen wir uns denn in einer anonymen Gesellschaft wenden, damit sich etwas ändert?“
Gerhard M. Kirk, Badische Zeitung, 15.3.2001

 

 

 

 

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