Kaelbelescheuer

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Almgaststätte Kälbelescheuer
https://m.facebook.com/profile.php?id=100053209609332&_rdr
Tel 07636/788887, 79244 Münstertal
http://kaelbelescheuer.de


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Kälbelescheuer – Historische Rinderweide oberhalb Münstertal
Landschaftserhaltungsverband führt bei Exkursion ins Weideland
Die historische Rinderweide bei der Kälbelescheuer in Münstertal ist ein wertvoller Lebensraum und braucht Pflege. Der Landschaftserhaltungsverband Breigau-Hochschwarzwald informiert Bürger bei einer kostenlosen Exkursion.
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Nur wenige Kilometer, aber mehr als 600 Höhenmeter sind es von den Tallagen des Münstertals bis hinauf zur Almgaststätte Kälbelescheuer auf knapp 1000 Metern. Sie ist ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer, Radler und alle, die Bergluft schnuppern wollen und bietet einen herrlichen Blick auf die Rheinebene und den Belchen. Dass die historischen Rinderweiden auch wertvolle Lebensräume für die Pflanzen- und Tierwelt beherbergt, ist vermutlich weniger bekannt. Das will der Landschaftserhaltungsverband (LEV) ändern. Er lädt ein zu einer kostenlosen Exkursion, bei der die Teilnehmenden viele seltene Pflanzenarten, Orchideen und Heuschrecken entdecken und einiges über Landschaftspflege und Beweidung erfahren werden. Damit die wertvollen Lebensräume erhalten bleiben, ist die Beweidung der Flächen durch Rinder unerlässlich, ebenso wie die Pflege der Weiden. Der LEV unterstützt den Landwirt dabei.

Bis 1987 war die Bewirtschaftung der Almgaststätte an die Viehhaltung auf den Almweiden gekoppelt, dann wurden beide Aufgaben von einander getrennt. Landwirt Max Ortlieb vom Tännlebuckhof in Münstertal hat die frühere Gemeinschaftsweidefläche mit einer Fläche von etwa 18 Hektar von der Gemeinde Münstertal gepachtet und wird demnächst sein Jungvieh auf die Weide bringen, wo es den Sommer verbringen wird.
Die Tiere beweiden die Bergwiesen und halten sie von unerwünschtem Bewuchs frei.
Die Hochweiden sind geprägt von mächtigen alleinstehenden Weidbäumen, vorwiegend Weidbuchen und Fichten.
Auch ein blühender Wildapfelbaum und eine Wildkirsche sind zu entdecken. Besonderheiten sind ausladende Mehlbeerbäume und große Weißdornbüsche, erklärt Judith Streiling vom LEV bei einer kleinen Vorab-Exkursion. Die Weiden umfassen mehrere wertvolle Lebensräume, nämlich Bergmähwiesen mit Wald-Storchschnabel, Wiesen-Knöterich, ährige Teufelskralle und der weiß-grünlich blühenden Berg-Waldhyazinthe, einer Orchideenart. Außerdem sogenannte artenreiche Borstgrasrasen mit dem gelb blühenden Färber-Ginster, Arnika, Bärwurz und Quendel-Kreuzblume und den Lebensraum „Trockene Heide“ mit Heidelbeere, Heidekraut und Preiselbeere.
„Trotz der Beweidung breiteten sich in der Vergangenheit kleine Fichten, Gebüsch, Brombeeren, Adlerfarn und Lupine zu stark aus und drohten, die wertvollen Lebensräume zu verdrängen“, sagt Streiling.
Deshalb schloss der LEV 2020 einen fünfjährigen Pflegevertrag mit Landwirt Max Ortlieb, er verpflichtete sich, den unerwünschten Bewuchs zurückzudrängen und einzelne Büsche und Bäume zu fällen. Der Landwirt erhält für seine Arbeit Landschaftspflegegeld und betreibt damit Vertragsnaturschutz. Er ist einer von derzeit 25 Landwirten im Landkreis, die solche Verträge mit dem LEV abgeschlossen haben. 2022 betreute der LEV zudem 366 Einzelprojekte, die mit Fördergeldern in Höhe von 1,4 Millionen Euro finanziert wurden.
… Alles vom 21.5.2023 von Gabriele Hennicke bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/landschaftserhaltungsverband-fuehrt-bei-exkursion-ins-weideland–262955954.html
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Exkursion des LEV zur Kälbelescheuer am Dienstag, 23. Mai 2023, von 16 bis 18.30 Uhr. Treffpunkt Parkplatz der Almgaststätte Kälbelescheuer; Mitfahrgelegenheit ab Bahnhof Bad Krozingen (15.20 Uhr) und Bahnhof Münstertal (15.40 Uhr). Anmeldung unter anja.doering@lkbh.de, spontan Entschlossene sind willkommen.
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Kälbelescheuer im Münstertal feiert ein Jahrhundert Almwirtschaft
Seit 20 Jahren ist die Familie Wiesler nun schon als Pächter „auf der Zirns“. In der Kälbelescheuer soll es die besten Schnitzel westlich von Moskau geben.
„Auf die Zirns“ gehen die älteren Einheimischen immer noch, wenn sie damit ausdrücken wollen, dass sie die fast tausend Meter hoch gelegene Almgaststätte Kälbelescheuer besuchen werden. Das weiß auch die heutige Münstertäler Pächterfamilie Heribert und Sabine Wiesler, deren Email-Adresse bis heute lautet: zirns1@web.de – eine leise Erinnerung an den benachbarten 1114 Meter hohen Sirnitz-Kopf.

Die Bewirtschaftung der Kälbelescheuer ist eine fast hundertjährige Geschichte der Pächterfamilien Alois Riesterer (1929-1960, erste Konzession 1932), Fritz Pfefferle (1961–1967), Hermann Riesterer (1967–1977), Helmut Dietsche (1977–1985) und Oswald Zimmermann (1985–2001), in dessen Pachtzeit die Gemeinde anno 1987 die reine Viehwirtschaft auf der Almweide an interessierte einheimische Landwirte weiter verpachtete.
2001 schlug die Stunde von Heribert Wiesler, mit seiner Bewerbung überzeugte der gebürtige Münstertäler die Gemeinde und setzte sich damit gegen drei Mitbewerber durch. Wiesler war sich bewusst, welche Herkules-Aufgabe ihm angesichts des baulichen Zustandes bevorstand. Flüssige Geldmittel von der Gemeinde waren kaum zu erwarten, doch Wiesler wusste um sein Können als gelernter Gipser und Stukkateur, sodass er gemeinsam mit Ehefrau Sabine und Tochter Eva-Maria innerhalb weniger Monate fast die ganze Kälbelescheuer „auf den Kopf gestellt hat“, wie er es im Rückblick formuliert.
In Eigenregie und weitgehend auf eigene Kosten hat Heribert Wiesler sämtliche Böden abgeschliffen und teils neu verlegt, den Küchenboden mit rutschfesten Fliesen versehen, das gesamte hölzerne Gaststättenmobiliar abgeschliffen und einen kleinen Nebenraum mit „Chunscht“ dem großen Gaststättenraum eingegliedert.

Da dennoch eine Konzessionsverweigerung durch die Gaststättenaufsichtsbehörde Freiburg drohte und selbst nach amtlicher Prüfung nur eine auf zwei Jahre eingeschränkte und befristete Konzession gelten sollte unter der Bedingung, dass die Gemeinde ein Gesamtsanierungskonzept durch ein Planungsbüro in Auftrag gibt, installierte Wiesler auf eigene Rechnung eine komplette Kücheneinrichtung. Das vormalige Gaststätten Sitz- und Tischmobiliar wurde in neuen Glanz versetzt, und für die Gartenterrasse wurden rustikale Sitzbänke und Tische aufgestellt, die auch von Selbstversorgern benutzt werden können. Zur (Wieder)Eröffnung im Frühjahr 2002 überbrachte Alt-Bürgermeister Karl Walz der neuen Pächterfamilie die Glückwünsche des örtlichen Gewerbe- und Handelsvereins.
Seither sind gut 20 Jahre vergangen.
Der selbstinvestierte Material- und Arbeitsaufwand – Wiesler beziffert ihn heute auf rund 250 000 Euro – war dennoch richtig, meint er im Rückblick. Die drei Innenräume – die Rheintal-Stube, die Belchen-Stube und die Jörg-Stube – seien ganzjährig gern besuchte Rückzugsorte für hungrige Wanderer, für ein geruhsames Verweilen in wohliger Wärme am Kachelofen, für ein zünftiges Vesper oder einen leckeren hausgemachten Kuchen. Küchenchef Heribert hat es mit seiner Schnitzel-Eigenmarke anno 2016 in der TV-Serie „Mein Lokal, Dein Lokal“ zur Auszeichnung „Beste Schnitzel westlich von Moskau“ gebracht.
Zu den 80 Innenplätzen kommen auf der westseitigen Abendterrasse – in der Sommersaison im prächtigen feuerroten Geranienkleid – weitere 200 Gäste Platz und das in uriger Alm-Atmosphäre und mit feinem Ausblick ins Rheintal. Zwei Dutzend massive Holztische hat Heribert Wiesler im Laufe der Jahre für diesen Zweck in Eigenregie hergestellt. Das inzwischen bald dreijährige „Corona-Zeitalter“ hat die Familie Wiesler zu einer 14-monatigen Schließung des Almbetriebs gezwungen – das sind rund zwei komplette Saisonzeiten, die auf der Kälbelescheuer in der Regel vom 1. April bis 30. Oktober dauern.
Im Normalfall wird die Kälbelescheuer zu Öffnungszeiten (täglich außer montags von 11 bis 20 Uhr) wirtschaftlich „umgetrieben“ von den Wirtsleuten Wiesler unter Mithilfe von vier festangestellten Kräften (zwei in der Küche, zwei im Service, die im Hause wohnen) und im Bedarfsfalle von weiteren Aushilfskräften in der Hochsaison. Eine Wintersaison gibt es topographiebedingt offiziell nicht, jedoch geöffnete Wochenenden je nach Schnee- und Wetterlage. Parkplätze für die Anfahrt mit dem Pkw sind vorhanden.
… Alles vom 1.10.2022 von Manfred Lange bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/die-kaelbelescheuer-im-muenstertal-feiert-ein-jahrhundert-almwirtschaft–218044962.html