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  • Regenwald: COP30 in Belem/Provinz Para – Von wegen Klimaschutz (25.4.2025)
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Regenwald: COP30 in Belem/Provinz Para – Von wegen Klimaschutz
Brandrodung für Drogen, illegaler Holzhandel und auch die kommende 30. UN-Klimakonferenz in Brasilien machen es den tropischen Hölzern schwer

Die Zerstörung des Amazonasregenwaldes steht in keinem erkennbaren Zusammenhang zur politischen Ausrichtung der jeweils regierenden Politiker, ist also keine Frage von links oder rechts. So war im ersten Amtsjahr von Ex-Präsident Jair Bolsonaro die Abholzung relativ gering, um dann in den nächsten Jahren wieder anzusteigen. Dasselbe gilt für die Amtszeit von Lula. 2023 ging der Raubbau zurück, um 2024 wieder steil nach oben zu schnellen.
Das Amazonasbecken umfaßt rund sechs Millionen Quadratkilometer Fläche. Davon entfallen gut 60 Prozent auf Brasilien, 13 Prozent auf Peru und zehn Prozent auf Kolumbien. Der Rest verteilt sich auf Venezuela, Ecuador, Bolivien, Guyana, Surinam und Französisch-Guyana. Grundsätzlich ist die Situation dort vergleichbar mit Brasilien. Zudem spielt auch in diesen Ländern die politische Ausrichtung der jeweiligen Regierung keine erkennbare Rolle, wenn es um die Zerstörung beziehungsweise den Erhalt des Regenwaldes geht.
Ein Beispiel ist Kolumbien mit seiner linksgerichteten Regierung. Zunächst eine Zahl, um sich eine Vorstellung von den Größenverhältnissen machen zu können. Obwohl Kolumbien nur zehn Prozent des Amazonasbeckens besitzt, entspricht das trotzdem etwa 600.000 Quadratkilometern – und damit fast der doppelten Fläche der Bundesrepublik. Auch in diesem Land nahm der Umfang der Zerstörungen zuletzt wieder zu. Im vergangenen Jahr verlor Kolumbien 107.000 Hektar Wald, eine Fläche, die etwas größer ist als die von Hongkong. Nach Angaben von Umweltministerin Susana Muhamad bedeutet das einen Anstieg von 35 Prozent gegenüber 2023 (79.256 Hektar) .

In einer Erklärung benannte die Ministerin zwei wesentliche Gründe für den Wiederanstieg der Waldzerstörung. In einigen Regionen sei eine Dissidentengruppe der formell aufgelösten linken FARC-Guerilla wieder aktiv geworden, die verhindern würde, daß staatliche Behörden dort gegen Zerstörungen vorgehen können. Bei den FARC handelt es sich entgegen ihrem politischen Anspruch um eine Organisation, die vorwiegend von Entführungen und dem Anbau und Vertrieb von Drogen, vor allem Coca lebt. Ein zweiter Hauptgrund für die Abholzung sei die „Landkonzentration“, die sich aus „großen Operationen mit großem Kapital“ ergebe, um Territorien zu erobern, fügte die Ministerin hinzu. Gemeint sind Großinvestoren, die ihr Geld mit der Produktion von Palmöl verdienen.
Mit fast 70 Millionen Hektar Urwald nimmt das peruanische Amazonasgebiet mehr als die Hälfte des Staatsgebiets des Andenlandes ein. Aufgrund seines Reichtums an natürlichen Ressourcen ist die Region Ziel einer beschleunigten Degradierung. Im Jahr 2020 erreichte das Land den höchsten Stand der Entwaldung in seiner Geschichte: Insgesamt wurden 203.272 Hektar vernichtet, fast 40 Prozent mehr als 2019.
Von der unkontrollierten Ausdehnung der landwirtschaftlichen Grenzen bis hin zum illegalen Handel mit Wildtieren steht die Korruption im Mittelpunkt sämtlicher Umweltverbrechen im peruanischen Amazonasgebiet. Das eher konservativ regierte Peru ist zudem der größte Goldproduzent Lateinamerikas. Die Rekordpreise für das Mineral haben zu einem Boom in diesem Bereich geführt und kriminelle Netzwerke bereichert. Schätzungen zufolge werden 28 Prozent des peruanischen Goldes illegal abgebaut.
Auch in Bolivien hat die Entwaldung zwischen 2015 und 2023 um 351 Prozent zugenommen, ein „alarmierender“ Trend, der „keine Anzeichen für ein Nachlassen“ zeige. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung, die Studien von dreißig Umwelt- und Referenzorganisationen zusammenfaßt, die sich mit der Entwaldung auf unserem Planeten beschäftigten. Bolivien, das von der linken Bewegung für den Sozialismus (MAS) regiert wird, schneidet dabei, was die Abholzung betrifft, neben Indonesien weltweit am schlechtesten ab. Und eine Besserung ist nicht in Sicht, wie die Studie warnt: „Bolivien befindet sich in einer Wirtschaftskrise (…). Als Reaktion darauf hat die bolivianische Regierung regulatorische Reformen durchgeführt, um den agroindustriellen Sektor zu stärken, von dem die Wirtschaft des Landes zunehmend abhängt.“

Indigene Völker werden hofiert, aber nicht immer einbezogen
Doch auch Umweltministerin Marina Silva ist sich nach eigenen Angaben bereits des Engagements zur Reduzierung der Entwaldung bewußt und unterstrich am 10. April die Bedeutung der neuen Nationally Determined Contribution (NDC) Brasiliens: „Es werden Anstrengungen unternommen, um sicherzustellen, daß die COP30 in einem Umfeld stattfindet, das mit unserer Verpflichtung vereinbar ist. Präsident Lula hat sich verpflichtet, die Entwaldung bis 2030 auf null zu reduzieren, und er hat sich verpflichtet, daß wir eine NDC von einer 67 prozentigen Reduzierung der CO2-Emissionen für alle Sektoren, Landwirtschaft, Industrie, Verkehr und Energie haben werden. Aber das ist nicht etwas, das von der Regierung getan wird, sondern von der transformierenden Kraft eines Volkes.“
„Ich möchte den indigenen Völkern dafür danken, daß sie uns lehren, wie wir mit den natürlichen Ressourcen umgehen können, ohne den Wald, die biologische Vielfalt, die Flüsse, die Fische und alles, was die Natur uns bietet, zu zerstören“, fügte sie hinzu. Die Ministerin für indigene Völker, Sonia Guajajara, betonte parallel, daß die COP30 darauf abziele, „die Rolle der indigenen Gebiete als Hauptbestandteil des Kampfes gegen die Klimakrise aufzuzeigen“.
Eine Woche zuvor hatte die Nachrichtenagentur Reuters vermeldet, daß fast 2.000 Containerschiffe mit illegal geschlagenem Holz aus dem brasilianischen Bundesstaat Amazonas in den vergangenen Jahren Europa und die USA erreicht hätten. Der Bericht, der von der in London ansässigen Environmental Investigation Agency (EIA) veröffentlicht wurde, enthielt Satellitenbilder, Aufzeichnungen und Interviews mit Branchenquellen, um etwa 53.000 Kubikmeter Holz zu vier Standorten im Bundesstaat Pará zurückzuverfolgen, die sanktioniert worden waren, unter Embargo standen oder andere Unregelmäßigkeiten aufwiesen, wie zum Beispiel illegalen Goldabbau, so Reuters.
… Alles vom 25.4.2025 von Wolfgang Bendel bitte lesen in der JF 18/25, Seite 12

Brandrodung für Drogen, illegaler Holzhandel und auch die kommende 30. UN-Klimakonferenz in Brasilien machen es den tropischen Hölzern schwer

Die Zerstörung des Amazonasregenwaldes steht in keinem erkennbaren Zusammenhang zur politischen Ausrichtung der jeweils regierenden Politiker, ist also keine Frage von links oder rechts. So war im ersten Amtsjahr von Ex-Präsident Jair Bolsonaro die Abholzung relativ gering, um dann in den nächsten Jahren wieder anzusteigen. Dasselbe gilt für die Amtszeit von Lula. 2023 ging der Raubbau zurück, um 2024 wieder steil nach oben zu schnellen.
Das Amazonasbecken umfaßt rund sechs Millionen Quadratkilometer Fläche. Davon entfallen gut 60 Prozent auf Brasilien, 13 Prozent auf Peru und zehn Prozent auf Kolumbien. Der Rest verteilt sich auf Venezuela, Ecuador, Bolivien, Guyana, Surinam und Französisch-Guyana. Grundsätzlich ist die Situation dort vergleichbar mit Brasilien. Zudem spielt auch in diesen Ländern die politische Ausrichtung der jeweiligen Regierung keine erkennbare Rolle, wenn es um die Zerstörung beziehungsweise den Erhalt des Regenwaldes geht.
Ein Beispiel ist Kolumbien mit seiner linksgerichteten Regierung. Zunächst eine Zahl, um sich eine Vorstellung von den Größenverhältnissen machen zu können. Obwohl Kolumbien nur zehn Prozent des Amazonasbeckens besitzt, entspricht das trotzdem etwa 600.000 Quadratkilometern – und damit fast der doppelten Fläche der Bundesrepublik. Auch in diesem Land nahm der Umfang der Zerstörungen zuletzt wieder zu. Im vergangenen Jahr verlor Kolumbien 107.000 Hektar Wald, eine Fläche, die etwas größer ist als die von Hongkong. Nach Angaben von Umweltministerin Susana Muhamad bedeutet das einen Anstieg von 35 Prozent gegenüber 2023 (79.256 Hektar) .
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In einer Erklärung benannte die Ministerin zwei wesentliche Gründe für den Wiederanstieg der Waldzerstörung. In einigen Regionen sei eine Dissidentengruppe der formell aufgelösten linken FARC-Guerilla wieder aktiv geworden, die verhindern würde, daß staatliche Behörden dort gegen Zerstörungen vorgehen können. Bei den FARC handelt es sich entgegen ihrem politischen Anspruch um eine Organisation, die vorwiegend von Entführungen und dem Anbau und Vertrieb von Drogen, vor allem Coca lebt. Ein zweiter Hauptgrund für die Abholzung sei die „Landkonzentration“, die sich aus „großen Operationen mit großem Kapital“ ergebe, um Territorien zu erobern, fügte die Ministerin hinzu. Gemeint sind Großinvestoren, die ihr Geld mit der Produktion von Palmöl verdienen.
Mit fast 70 Millionen Hektar Urwald nimmt das peruanische Amazonasgebiet mehr als die Hälfte des Staatsgebiets des Andenlandes ein. Aufgrund seines Reichtums an natürlichen Ressourcen ist die Region Ziel einer beschleunigten Degradierung. Im Jahr 2020 erreichte das Land den höchsten Stand der Entwaldung in seiner Geschichte: Insgesamt wurden 203.272 Hektar vernichtet, fast 40 Prozent mehr als 2019.
Von der unkontrollierten Ausdehnung der landwirtschaftlichen Grenzen bis hin zum illegalen Handel mit Wildtieren steht die Korruption im Mittelpunkt sämtlicher Umweltverbrechen im peruanischen Amazonasgebiet. Das eher konservativ regierte Peru ist zudem der größte Goldproduzent Lateinamerikas. Die Rekordpreise für das Mineral haben zu einem Boom in diesem Bereich geführt und kriminelle Netzwerke bereichert. Schätzungen zufolge werden 28 Prozent des peruanischen Goldes illegal abgebaut.
Auch in Bolivien hat die Entwaldung zwischen 2015 und 2023 um 351 Prozent zugenommen, ein „alarmierender“ Trend, der „keine Anzeichen für ein Nachlassen“ zeige. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung, die Studien von dreißig Umwelt- und Referenzorganisationen zusammenfaßt, die sich mit der Entwaldung auf unserem Planeten beschäftigten. Bolivien, das von der linken Bewegung für den Sozialismus (MAS) regiert wird, schneidet dabei, was die Abholzung betrifft, neben Indonesien weltweit am schlechtesten ab. Und eine Besserung ist nicht in Sicht, wie die Studie warnt: „Bolivien befindet sich in einer Wirtschaftskrise (…). Als Reaktion darauf hat die bolivianische Regierung regulatorische Reformen durchgeführt, um den agroindustriellen Sektor zu stärken, von dem die Wirtschaft des Landes zunehmend abhängt.“

Indigene Völker werden hofiert, aber nicht immer einbezogen
Doch auch Umweltministerin Marina Silva ist sich nach eigenen Angaben bereits des Engagements zur Reduzierung der Entwaldung bewußt und unterstrich am 10. April die Bedeutung der neuen Nationally Determined Contribution (NDC) Brasiliens: „Es werden Anstrengungen unternommen, um sicherzustellen, daß die COP30 in einem Umfeld stattfindet, das mit unserer Verpflichtung vereinbar ist. Präsident Lula hat sich verpflichtet, die Entwaldung bis 2030 auf null zu reduzieren, und er hat sich verpflichtet, daß wir eine NDC von einer 67 prozentigen Reduzierung der CO2-Emissionen für alle Sektoren, Landwirtschaft, Industrie, Verkehr und Energie haben werden. Aber das ist nicht etwas, das von der Regierung getan wird, sondern von der transformierenden Kraft eines Volkes.“
„Ich möchte den indigenen Völkern dafür danken, daß sie uns lehren, wie wir mit den natürlichen Ressourcen umgehen können, ohne den Wald, die biologische Vielfalt, die Flüsse, die Fische und alles, was die Natur uns bietet, zu zerstören“, fügte sie hinzu. Die Ministerin für indigene Völker, Sonia Guajajara, betonte parallel, daß die COP30 darauf abziele, „die Rolle der indigenen Gebiete als Hauptbestandteil des Kampfes gegen die Klimakrise aufzuzeigen“.
Eine Woche zuvor hatte die Nachrichtenagentur Reuters vermeldet, daß fast 2.000 Containerschiffe mit illegal geschlagenem Holz aus dem brasilianischen Bundesstaat Amazonas in den vergangenen Jahren Europa und die USA erreicht hätten. Der Bericht, der von der in London ansässigen Environmental Investigation Agency (EIA) veröffentlicht wurde, enthielt Satellitenbilder, Aufzeichnungen und Interviews mit Branchenquellen, um etwa 53.000 Kubikmeter Holz zu vier Standorten im Bundesstaat Pará zurückzuverfolgen, die sanktioniert worden waren, unter Embargo standen oder andere Unregelmäßigkeiten aufwiesen, wie zum Beispiel illegalen Goldabbau, so Reuters.
… Alles vom 25.4.2025 von Wolfgang Bendel bitte lesen in der JF 18/25, Seite 12