Rubio

Home >Global >Partnerschaft >USA >Biden >Trump >Vance >Rubio

D, USA, China und Indien im Größenvergleich

 

  • Listenauswahl eines Beitrags: anklicken (falls unterstrichen) oder scrollen
  • Appell von Athen: US-Außenminister Rubio fordert Europa zur Selbstbehauptung auf (16.10.2026)
  • Europa aus sich selbst heraus: ohne USA, EU, RU, CN (16.10.2026)
  • Rubio’s Rede vor der Akropolis: Nationalstaaten und westliche Zivilisation stärken (14.10.2026)
  • Kontrafunk: Marco Rubios Rede in Athen und ihre außenpolitische Bedeutung: Susanne Heger mit einer Analyse (9.10.2026)
  • Rubios Rede in Griechenland deutet auf größere Ambitionen hin (8.10.2026)
  • Rubio warnt den Westen vor „einer Zukunft voller Verfall, Knechtschaft und Niedergang“ (7.10.2026)
  • Marco Rubio: Redetet  am 7.10.2026 vor der Athener Akropolis (7.10.2026)
  • Deutschland-USA
  • Europa-first
  • USA-Trumpo

 

Appell von Athen: US-Außenminister Rubio fordert Europa zur Selbstbehauptung auf
Michael Wiesberg

Es war eine Brandrede, ein flammender Appell an Europa, den US-Außenminister Marco Rubio am 7. Oktober auf dem geschichtsträchtigen Athener Pnyx-Hügel mit der dramatisch illuminierten Akropolis im Rücken hielt: Der Westen habe nicht nur Macht, sondern auch Stolz und Selbstbehauptungswillen verloren. Nötig sei eine kulturelle und machtpolitische Erneuerung. Die Rede versucht, die Politik der Trump-Regierung in eine umfassendere zivilisationsgeschichtliche Perspektive einzubetten. Mit Blick auf die bevorstehenden Kongresswahlen am 3. November lässt sie sich zugleich als Versuch verstehen, den Republikanern über die Tagespolitik hinaus eine identitätsstiftende Erzählung nationaler Erneuerung zu liefern.

Rubios Befund ist eine zivilisatorische Anklage: Der Westen habe seine einstige Stärke aus Ehrgeiz, Entdeckergeist und kulturellem Selbstbewusstsein geschöpft, verleugne heute jedoch sein Erbe, habe sich der Massenmigration geöffnet und verspiele durch Deindustrialisierung und Souveränitätsverzicht seine Macht. An diesem historischen Wendepunkt gehe es um nichts Geringeres als die Selbstbehauptung der westlichen Zivilisation. Die Antwort der Trump-Regierung hierauf lautet: nationale Interessen statt Selbstverleugnung, Reindustrialisierung statt Abhängigkeit, militärische Stärke statt geopolitischer Selbstbeschränkung.

Zentral ist der antike Begriff des Thymos, den Rubio als Feuer aus Leidenschaft, Stärke, Mut und Stolz beschreibt. Ohne ihn verlören Nationen den Willen, zu kämpfen, zu streben und zu überleben. Rubio greift damit eine Diskussionslinie auf, die weit über die gegenwärtige nationalkonservative Strömung in den USA zurückreicht, auch wenn er hierfür keinen modernen Denker nennt. Arnold Gehlen beispielsweise betonte die Bedeutung stabiler Institutionen und kritisierte die Ausdehnung universalistischer Moral auf politische Bereiche mit eigenen Gesetzmäßigkeiten.

Carl Schmitt wiederum wandte sich gegen die Illusion, politische Gegensätze ließen sich durch wirtschaftlichen Austausch, rechtliche Verfahren und moralische Appelle dauerhaft überwinden. Peter Sloterdijk untersuchte in „Zorn und Zeit“ die politischen Kräfte des Thymos, warnte aber auch vor dessen destruktivem Potential: Stolz kann ebenso schöpferisch wie gewalttätig wirken.

Sein ehemaliger Assistent, der AfD-Politiker Marc Jongen, diagnostizierte hingegen eine „thymotische Unterversorgung“ Deutschlands und forderte eine Stärkung des kollektiven Selbstbehauptungswillens, eine Position, die Rubios Appell bemerkenswert nahe kommt.

Eine Parallele ergibt sich zu Francis Fukuyama, der Anfang Oktober bei Markus Lanz über den Reformbedarf demokratischer Institutionen sprach. Seine These vom „Ende der Geschichte“ (1992) sah die liberale Demokratie ohne überzeugende ideologische Alternative, wies aber zugleich darauf hin, dass sie das menschliche Streben nach Anerkennung und Größe nicht vollständig befriedigen könne.

Während Fukuyama darin eine Gefahr für die Demokratie sieht, erkennt der US-Außenminister eine Chance zur Erneuerung. Für Rubio hängt die Verteidigungsfähigkeit des Westens davon ab, dass nationale Souveränität durch industrielle Kapazität, technologische Führungsrolle und eine glaubwürdige militärische Abschreckung gestützt wird.
Für Europa ist das eine unbequeme Botschaft: Seine sicherheitspolitische Abhängigkeit von den USA und seine Schwächen bei digitalen Schlüsseltechnologien sind kaum zu bestreiten. Gewiss erklärt sich Chinas Aufstieg nicht allein durch westliche Selbstvergessenheit.
Doch Macht setzt Willen voraus; eine Gesellschaft aber, die ihre Geschichte nur als Schuldgeschichte lehrt, bringt kaum jene Ingenieure, Unternehmer oder Soldaten hervor, die für ihr Land Risiken tragen wollen. Rubios Rede wirft damit eine Frage auf, die Europa unmittelbar betrifft: Wie lässt sich nationale Souveränität unter den Bedingungen wachsender Großmächtekonkurrenz durch Zusammenarbeit sichern?

Einen Ansatz zeigt der Vorstoß von Friedrich Merz und Emmanuel Macron. In einem Brief an die EU-Kommission schlagen sie vor, schneller und schärfer gegen Marktverzerrungen aus Drittstaaten vorzugehen, bis hin zu einem neuen Instrument, das notfalls den sofortigen Ausschluss vom Binnenmarkt erlaubt. China wird zwar nicht erwähnt, die Initiative zielt aber erkennbar auf chinesische Subventionen, Überkapazitäten und einseitige Abhängigkeiten. Dass wirtschaftliche Offenheit nicht länger losgelöst von strategischen Interessen gedacht wird, ist überfällig.

Abschottung allein genügt jedoch nicht. Handelsbarrieren verschaffen Unternehmen zwar Zeit, beseitigen aber weder Innovationsschwäche noch hohe Energiekosten oder fehlendes Risikokapital. Europa braucht bezahlbare Energie, leistungsfähige Kapitalmärkte, Investitionen in Schlüsseltechnologien, eine koordinierte Verteidigungsindustrie und deutlich weniger Regulierung.

Rubios Diagnose liegt europäischen Interessen näher, als mancher in Brüssel wahrhaben will. Er betont, Institutionen und Bündnisse sollten nationale Souveränität verteidigen, nicht abschaffen. Daran müsste Europa anknüpfen: mit selbstbewussten Nationen, die dort kooperieren, wo sie allein unterlegen sind, statt Zuständigkeiten in Brüssel zu bündeln und die Nationalstaaten zu schwächen.
Die Rede des US-Außenministers markiert eine Verschiebung der westlichen Selbstverständigung: Nach dem Kalten Krieg ging es darum, wie sich die liberale Ordnung ausdehnen lässt, heute darum, wie sie sich gegen äußere Konkurrenten und innere Spannungen behauptet.

Die Wiederentdeckung des Thymos allein erneuert den Westen nicht. Entscheidend ist, ob und wie sich der Wille zur Selbstbehauptung in Institutionen, Innovation und politische Handlungsfähigkeit übersetzt. Gerade deshalb reicht die Bedeutung von Rubios Athener Grundsatzrede weit über ihren Anlass hinaus: Sie fordert den Westen auf, sich seiner selbst wieder gewiss zu werden. Ob Europa darin einen Weckruf oder eine Zumutung sieht, wird über seinen Platz in den kommenden Jahrzehnten mitentscheiden.
… Alles vom 16.10.2026 von Michael Wiesberg bitte lesen in der JF 43/26, Seite 1
https://www.jf.de 

 

Rubio’s Rede vor der Akropolis: Nationalstaaten und westliche Zivilisation stärken
Wahrscheinlich haben Sie diese Rede https://www.youtube.com/watch?v=eOv1DpML7I4&t=305s schon gehört. Wenn nicht, sollten Sie es tun. (Auf Deutsch findet man sie hier
https://www.welt.de/debatte/article6ac788cb54d8fdab877607b5/akropolis-rede-wir-befinden-uns-an-einem-wendepunkt-unserer-zivilisation-rubios-warnung-an-europa.html .)
Was Rubio vorträgt, ist die Quintessenz des sogenannten Rechtspopulismus. Er sagt, die Administration Trump wolle die Nationalstaaten nicht schleifen, sondern stärken, den Westen nicht „dekonstruieren”, sondern die westliche Zivilisation als die beste aller (bisherigen) Zivilisationen wieder zurück an die Spitze führen. Er erklärt das Ende jener als Humanismus maskierten westlichen antinationalen Politik, deren Vertreter nicht im Interesse ihrer Völker handelten, sondern sich das Mandat einer herbeiphantasierten Menschheit erschlichen bzw. anmaßten (und natürlich vorrangig in ihrem eigenen Interesse agierten), und die damit verfilzte Macht übernationaler, durch nichts legitimierter Organisationen.
Der Rechtspopulismus betrachtet die Völker und Nationen sowohl als Gedanken Gottes als auch als Speerspitzen der gesellschaftlichen Evolution. Das Gegenteil zentralistischer Weltbeplanung ist für ihn das freie Spiel miteinander friedlich konkurrierender Nationen. Sein Matra ist, dass jeder vor der eigenen Tür kehren möge und dann die Welt insgesamt schon besser werde, jedenfalls besser als wenn eine parasitäre „Weltregierung” auf letzlich KPdSU-artige Weise das Schicksal der Gattung lenkt.
Und als ewiges Vorbild für diesen freien Wettbewerb der Kräfte preist Rubio den Agon der Griechen.
„Für die Griechen der Antike war das Streben nach Vortrefflichkeit das eigentliche Prinzip der menschlichen Existenz. Sie richteten das gesamte gesellschaftliche Leben auf Wettstreit, Ehrgeiz und Konkurrenz aus: in der Philosophie und Dichtung, in der Bildhauerei und im Theater, im Sport und in der Kunst, im Krieg und in der Staatskunst. Die klassische griechische Stadt war eine Arena, in der sich große Männer beweisen und ihr Potenzial durch ständigen Kampf verfeinern konnten – um die Besten, die Stärksten, die Schönsten zu sein und sich anzustrengen, der Vollkommenheit immer näher zu kommen.”
Heute herrscht abendlanduntergehweit bekanntlich ein diametral entgegengesetztes Menschenbild der Nivellierung nach unten, des Miserabilismus, des Sägens am eigenen Ast.
Weiter der US-Außenminister: „Unsere Vorstellungen von Recht, Tugend, Staatsbürgerschaft und republikanischer Regierungsform wurden in den griechischen Stadtstaaten geprägt. Sogar ein Großteil unseres politischen Vokabulars – Begriffe wie ‚Demokratie’, ‚Tyrannei’, das Wort ‚Politik’ selbst – hat hier seinen Ursprung.
All das ist wahr. Doch was wir diesem Ort – als Amerikaner und als Westler – zu verdanken haben, reicht in Wirklichkeit weit, weit tiefer. Diese Institutionen und Ideen – diese Institutionen und Ideen waren der äußere Ausdruck grundlegenderer Eigenschaften, die wir bei den alten Griechen erkennen – Eigenschaften, die sich nicht auf ein bestimmtes politisches System oder eine bestimmte Theorie reduzieren lassen.
Hier, in Athen, fanden wir die erste vollständige Verwirklichung all jener wesentlichen Züge, die den Westen später prägen sollten: ausgeprägte Individualität und unerbittlicher Ehrgeiz; kühne Erforschung und Erfindung; eine Sehnsucht nach Entdeckung, nach Abenteuer, Risiko und Ruhm. Eine unstillbare Neugier auf die Welt und die Prinzipien, nach denen sie funktioniert, ein Hunger danach, die Geheimnisse der Natur zu ergründen und die Geheimnisse des Kosmos zu erfassen. Eine Ungeduld gegenüber dem Begriff des Unmöglichen, das Anstoßen an alle Grenzen und Beschränkungen, das Streben danach, in die Tiefen des Unbekannten zu blicken.
Dies waren nicht bloß die Formeln oder Grundsätze einer bestimmten philosophischen Schule. Es waren die Merkmale eines Volkes – zum Ausdruck gebracht in seinen Traditionen, seinen Geschichten, seiner Vorstellungskraft; in den Eigenschaften, die es von seinen Bürgern verlangte; in den Dingen, für die es lebte, kämpfte und starb. Sie zu kennen bedeutet, uns selbst zu kennen.”
Der Westen, so Rubio, stehe heute am Scheideweg. Wenn seine Führer das Panier sinken lassen, werden andere es ergreifen. Die – westliche, linke – Idee der one world ist eine Illusion, die andernorts allenfalls als Schwäche und als Einladung zur Okkupation empfunden wird.
Let’s make Western civilisation great again.
…
Rubios historische Rede stieß in der deutschen Öffentlichkeit auf eine erwartbar geringe Resonanz. Das Zentralorgan der Agonophobie, die Zeit, und deren kleine Schwester aus Berlin Kreuzberg haben sie gar nicht erst erwähnt, desgleichen hüllten sie der Spiegel und der Süddeutsche Beobachter in beredtes Verschweigen.
… Alles vom 14.10.2026 von Michael Klonovsky bitte lesen auf
https://www.klonovsky.de/2026/10/14-oktober-2026/

 

Kontrafunk: Marco Rubios Rede in Athen und ihre außenpolitische Bedeutung: Susanne Heger mit einer Analyse
9.10.2026
https://www.youtube.com/watch?v=mTfzTvD93jg (11:20)
.
.

Rubios Rede in Griechenland deutet auf größere Ambitionen hin
US-Außenminister Marco Rubio reiste als ranghöchster Diplomat der USA nach Griechenland. Doch seine Rede passte zu einem Politiker, der die MAGA-Bewegung beerben will.
Rubio hielt am Mittwoch eine weitreichende Rede über die Vorzüge der westlichen Zivilisation. Darin versuchte er, die „America First“-Agenda von Präsident Donald Trump einzuordnen. Er stellte sie als Teil einer breiteren westlichen Tradition des nationalen Ehrgeizes und der Erneuerung dar.
„Wir können viel mehr von den Männern des antiken Griechenlands lernen“, sagte Rubio. „Sie wussten, dass nichts Egoistisches oder Falsches daran war, der eigenen Nation treu zu sein, und ebenso wenig daran, für ihre Interessen über alles andere hinaus zu kämpfen.“
Er rief die Amerikaner dazu auf, die geistige Tradition von Kopernikus, Galileo, Kepler und Newton anzunehmen. Außerdem sollten sie dem „modernen“ Impuls widerstehen, „das Durchschnittliche, das Gewöhnliche, das Mittelmäßige“ aufzuwerten.

Rubios Blick auf die westliche Tradition
Mitarbeiter des Außenministeriums inszenierten die Rede aufwendig. Sie bedienten vier Videokameras, darunter eine auf einem Kran. Mit ihnen filmten sie Rubio auf der Pnyx. Auf diesem Hügel kamen die Athener der Antike zusammen, um zu debattieren und abzustimmen. So legten sie frühe Grundlagen der Demokratie.
Die Rede fällt in eine Zeit, in der Vizepräsident JD Vance erste Konturen seiner für 2028 erwarteten Präsidentschaftskandidatur zeichnet. Rubio weist Fragen zu seinen eigenen politischen Ambitionen für die Zukunft dagegen reflexartig zurück.
Seine Äußerungen sind jedoch bemerkenswert: Rubio verteidigt damit nicht nur die Außenpolitik der Trump-Regierung. Zugleich versucht er, Amerikas Zukunft zu bestimmen, während das Land mit dem Verhältnis von Moderne und Tradition ringt.
„Das nächste Jahrzehnt wird die Geschichte des nächsten Jahrhunderts schreiben“, sagte Rubio. „Der Weg, den wir einschlagen, wird darüber entscheiden, ob der Westen seinen Platz an der Spitze der Welt behauptet oder sich mit einer Zukunft aus Verkümmerung, Unterwerfung und Niedergang abfindet.“

Helden, Wettbewerb und politische Gegner
In seiner Rede verwies Rubio auf viele Persönlichkeiten der westlichen Geschichte, darunter Hernán Cortés. Der spanische Eroberer unterwarf das Aztekenreich auf umstrittene und äußerst gewaltsame Weise.
Rubio pries das griechische Gemeinwesen, das sich „um Wettstreit, Ehrgeiz und Konkurrenz“ organisiert habe.
Offenbar kritisierte er liberale Auswüchse, die Standards senkten, „um sicherzustellen, dass niemand verlieren wird“. Zudem wandte er sich gegen den politischen Islam und die „radikalen Mullahs des Iran, deren Todeskult Kinderselbstmordattentäter als Nationalhelden feiert und das Märtyrertum als Selbstzweck darstellt“.
„Unsere Helden mögen bereit sein, für ihre Sache zu sterben, aber unsere Helden verehren nicht den Tod“, sagte er.

Rubios Pläne für Technologie und Sicherheit
Mit Blick auf die Zukunft forderte Rubio, die USA sollten im Krieg mit Drohnen, bei wichtigen Rohstoffen, in der Cybersicherheit und bei „Superintelligenz“ führend sein. Trump verwendet „Superintelligenz“ als neues Schlagwort für KI.
Bei einer früheren Pressekonferenz am Mittwoch fragte man Rubio nach der Gefahr, die KI für die Menschheit darstelle. Die Frage war auch, ob die Regierung etwas tun könne, um diese Gefahr einzudämmen.
Rubio war zuversichtlich, dass Trumps Arbeitsgruppe ihre Aufgabe erfüllen werde. Sie soll dem US-Geheimdienstkoordinator Jay Clayton ermöglichen, „die möglichen Nachteile der Superintelligenz abzumildern, aber auch die Möglichkeit zu schaffen, aus den guten Dingen Nutzen zu ziehen“.

Streit um die US-Botschafterin in Griechenland
Vor Rubio saß die US-Botschafterin in Griechenland, Kimberly Guilfoyle. Das Wall Street Journal berichtete kürzlich, Guilfoyle habe gedroht, die Macht der US-Regierung einzusetzen, um die griechische Regierung zu destabilisieren. Daraufhin kritisierten demokratische Senatoren sie.
Man fragte Rubio, ob ihr Verhalten gegen die Ethikregeln des Außenministeriums verstoße. Er sagte, er wolle das Thema auf der Pressekonferenz nicht besprechen. „Es genügt zu sagen, dass unsere Botschaft hier hervorragende Arbeit leistet. Unsere Botschafterin hat sich hier als starke Botschafterin erwiesen“, sagte er.
… Alles vom 8.10.2026 von bitte lesen auf
https://www.merkur.de/politik/marco-rubio-in-athen-rede-ueber-den-westen-und-seine-ambitionen-zr-94530441.htmlhttps://www.merkur.de/politik/marco-rubio-in-athen-rede-ueber-den-westen-und-seine-ambitionen-zr-94530441.html

Zum Autor: John Hudson ist Reporter bei The Washington Post und berichtet über das Außenministerium und die nationale Sicherheit. Er gehörte zu einem Team, das für seine Berichterstattung über die Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi für den Pulitzer-Preis für den öffentlichen Dienst nominiert war. Er hat aus Dutzenden Ländern berichtet, darunter der Ukraine, China, Afghanistan, Indien und Belarus.Dieser Artikel war zuerst am 07. Oktober 2026 in englischer Sprache bei der „Washingtonpost.com“ erschienen – im Zuge einer Kooperation steht er nun in Übersetzung auch den Lesern der IPPEN.MEDIA-Portale zur Verfügung.
.
.

Rubio warnt den Westen vor „einer Zukunft voller Verfall, Knechtschaft und Niedergang“
Der Westen müsse sich wieder auf die Lehren des antiken Griechenlands besinnen, sagt der amerikanische Außenminister vor der Akropolis. Europa lädt er zur Zusammenarbeit ein. Der amerikanische Außenminister sieht die Lösungen für die Probleme und Herausforderungen der Gegenwart in der Vergangenheit. In einer Grundsatzrede in Athen machte Marco Rubio klar, dass der Westen sich ein Beispiel nehmen müsse am antiken Griechenland, um seine Zukunft zu erhalten. Die Männer und Frauen Griechenlands hätten noch gewusst, „dass nichts Egoistisches oder Falsches in der Loyalität zu ihrem Vaterland liegt und darin, für die Verteidigung seiner Interessen vor allem anderen zu kämpfen“, sagte Rubio vor dem Hintergrund der Akropolis.
Rubio wiederholte in seiner Rede Punkte die auch schon der amerikanische Vizepräsident J. D. Vance in seiner vieldiskutierten Rede bei der Münchener Sicherheitskonferenz im vergangenen Jahr vorgebracht hatte, wenn auch in weniger konfrontativem Ton. Der Westen habe sich von seinen Prinzipien, den Prinzipien des antiken Griechenlands, abgewandt, so Rubio.
Viel mehr schäme er sich der Errungenschaften der Vergangenheit. Niemand strebe heute mehr nach Besserem. Exzellenz werde zurückgehalten im Namen der Mittelmäßigkeit. Das treffe auch auf die Nationen des Westens zu. Diese hätten ihre Grenzen geöffnet, ihre Industrien ins Ausland verlagert und ihr Militär verkommen lassen.

Rubio: Der Westen steht an einem Scheideweg
Doch die Gegner des Westens hätten sich das zunutze gemacht, so Rubio. Sie hätten das Vakuum gefüllt, das der Westen hinterlassen habe. Heute sei die Gefahr kein bisschen kleiner als vor mehr als 2000 Jahren in Athen. Er warnte den Westen: Er stehe heute an einem Scheideweg. „Das nächste Jahrzehnt wird die Geschichte des nächsten Jahrhunderts schreiben. Der Kurs, den wir einschlagen, wird darüber entscheiden, ob der Westen seinen Platz an der Spitze der Welt behält oder sich mit einer Zukunft voller Verfall, Knechtschaft und Niedergang abfindet. Entweder entscheiden wir uns jetzt zu handeln, oder wir verlieren die Möglichkeit, überhaupt noch zu handeln.“
Die Trump-Regierung in Washington habe ihre Wahl getroffen, so Rubio. Und es sei noch nicht zu spät für die europäischen Staaten, das auch zu tun. Es gebe bereits gute Anzeichen. Sämtliche Staaten seien dabei, ihre Verteidigungsausgaben zu erhöhen. Er lud die europäischen Staaten ein, mit den Vereinigten Staaten zusammenzuarbeiten, denn „wir wollen zusammen siegen, wir müssen zusammen siegen“.

Rubio kann sein Image pflegen
Der amerikanische Außenminister befindet sich derzeit auf einer Reise durch Europa. Erste Station war Island, wo er Befürchtungen, Präsident Trump strecke seine Hand nach der Insel aus, zerstreuen musste. Nach seinem Stopp in Griechenland geht es dann noch nach Portugal. In Athen bezeichnete er Griechenland als „Vorbild für den Rest Europas“ und als „Modellalliierten“.
… Alles vom 7.10.2026 bitte lesen auf
https://www.faz.net/aktuell/politik/usa-unter-trump/marco-rubio-warnt-den-westen-in-athen-vor-niedergang-201297620.html
,

 .

Marco Rubio: Redetet  am 7.10.2026 vor der Athener Akropolis

Secretary of State Marco Rubio delivers remarks from the Acropolis in Athens, Greece, on October 7, 2026.
https://www.youtube.com/watch?v=eOv1DpML7I4 (27:34)
https://www.state.gov/releases/office-of-the-spokesman/2026/10/secretary-of-state-marco-rubio-remarks

Überall auf der Welt gibt es beeindruckende Ruinen. In vielen Fällen handelt es sich um Orte, an denen die Geschichte sich scheinbar erschöpft hat: Überreste ferner Kulturen, die längst aus dem Gedächtnis der Lebenden verschwunden sind. Doch die Akropolis ist anders.
Seit Jahrtausenden beflügelt die Zivilisation, die das hinter mir Errichtete geschaffen hat, die Fantasie der westlichen Welt. Generationen unserer Staatsmänner, Künstler und Philosophen haben zu ihr aufgeschaut – sie haben sie mit Staunen und Ehrfurcht betrachtet.
Nun neigt die Zeit dazu, die Sinne abzustumpfen: Große Siege und katastrophale Niederlagen scheinen zu einer Fußnote in einem Lehrbuch zu schrumpfen – eine weitere Tatsache, die unsere Schulkinder auswendig lernen und wieder vergessen. Doch die Griechen der Antike scheinen einen fast mystischen Einfluss auf unser Gedächtnis zu haben. Sie rufen uns immer wieder zu sich zurück.
480 v. Chr. erreichten die Heere des Xerxes diese Stadt und steckten ihre Heiligtümer in Brand. Die meisten Athener waren bereits mit Schiffen auf eine nahegelegene Insel geflohen. Doch es gab eine Handvoll von ihnen, die sich weigerten, ihre Heimat zu verlassen. Stattdessen verschanzten sie sich in der felsigen Festung der Akropolis, um einen außergewöhnlichen letzten Widerstand zu leisten: Sie warfen riesige Steine von den Klippen auf die persischen Eindringlinge herab und hielten das größte Reich jener Zeit tagelang in Schach. Schließlich wurden sie überwältigt. Die Perser plünderten die Tempel, brannten die Heiligtümer nieder und machten die Akropolis dem Erdboden gleich; doch als die Athener zurückkehrten, sammelten sie die Trümmer der alten Akropolis ein und vergruben sie auf dem Hügel, auf dem sie einst gestanden hatte. Und Jahrzehnte später, unter Perikles, errichteten sie den Parthenon.

Seit 25 Jahrhunderten steht der Parthenon nun schon. Unter seinem Schatten sind Reiche entstanden und untergegangen. Und die Nachkommen der Männer, die ihn erbaut haben – die Söhne Athens und Roms – haben ihre Zivilisation bis an die Enden der Erde getragen.
Zweieinhalb Jahrhunderte nach der Gründung der amerikanischen Republik, auf der anderen Seite der Welt, weit weg von dem Ort, an dem ich gerade stehe – ich stehe heute hier als Außenminister dieser Republik und als Urenkel von Siedlern, die aus Spanien in die Neue Welt kamen –, stehe ich hier, um von einer Schuld zu zeugen, die weder der Lauf der Zeit noch räumliche Entfernung jemals tilgen können.

Die Geschichte Amerikas, die Geschichte meines Landes, ist von den Spuren der Antike geprägt. Griechenland ist buchstäblich in die Architektur unserer Regierung eingemeißelt: in den hoch aufragenden Säulen, in den Kuppeln und den Denkmälern unserer Hauptstadt. Die Stadt, in der unsere Verfassung entstand – Philadelphia –, trägt selbst einen griechischen Namen.

Die Männer, die mein Land gründeten, waren fasziniert von dem Erbe, das wir von eurem Land übernommen hatten. Sie waren außergewöhnlich geschichtskundig – sie waren sich ihrer einzigartigen Stellung in der Geschichte lebhaft bewusst –, doch kein anderes Zeitalter der Vergangenheit fesselte ihre Aufmerksamkeit oder beflügelte ihre Fantasie so sehr wie die Antike. Viele, viele Menschen sind überrascht, wenn sie erfahren, dass der in den „Federalist Papers“ am häufigsten zitierte Autor kein Philosoph der Aufklärung oder politischer Theoretiker war. Nein, der in den „Federalist Papers“ am häufigsten zitierte Autor war Plutarch, der griechische Biograf der großen Männer Griechenlands und Roms.
Nun wurde bereits viel über den Einfluss des antiken Griechenlands auf die Ideen der amerikanischen Gründerväter geschrieben und gesprochen – und übrigens auch auf alle westlichen Philosophen und Staatsmänner, die ihnen vorausgingen. Die meisten von uns kennen die grundlegenden historischen Zusammenhänge. Athen hat uns die Demokratie geschenkt. Platon und Aristoteles haben uns die westliche Philosophie geschenkt. Unsere Vorstellungen von Recht, Tugend, Staatsbürgerschaft und republikanischer Regierungsform wurden in den griechischen Stadtstaaten geprägt. Sogar ein Großteil unseres politischen Vokabulars – Begriffe wie Demokratie, Tyrannei, ja sogar das Wort „Politik“ selbst – hat hier seinen Ursprung.

All das ist wahr. Doch was wir diesem Ort – als Amerikaner und als Westler – zu verdanken haben, reicht tatsächlich weit, weit tiefer. Diese Institutionen und Ideen – diese Institutionen und Ideen waren der äußere Ausdruck grundlegenderer Eigenschaften, die wir bei den alten Griechen erkennen – Eigenschaften, die sich nicht auf ein bestimmtes politisches System oder eine bestimmte Theorie reduzieren lassen.

Hier, in Athen, fanden wir die erste vollständige Verwirklichung all jener wesentlichen Merkmale, die den Westen später prägen sollten: ausgeprägte Individualität und unerbittlicher Ehrgeiz; kühne Forschung und Erfindung; eine Sehnsucht nach Entdeckung, Abenteuer, Risiko und Ruhm. Eine unstillbare Neugier auf die Welt und die Prinzipien, nach denen sie funktioniert, ein Hunger danach, die Geheimnisse der Natur zu ergründen und die Geheimnisse des Kosmos zu entschlüsseln. Eine Ungeduld gegenüber dem Gedanken des Unmöglichen, das Stoßen an alle Grenzen und Beschränkungen, das Streben danach, in die Tiefen des Unbekannten zu blicken.

Dies waren nicht nur die Formeln oder Grundsätze einer bestimmten philosophischen Schule. Es waren die Merkmale eines Volkes – zum Ausdruck gebracht in seinen Traditionen, seinen Geschichten, seiner Vorstellungskraft; in den Eigenschaften, die es von seinen Bürgern verlangte; in den Dingen, für die es lebte, kämpfte und starb. Sie zu kennen bedeutet, uns selbst zu kennen.

Von den Römern lernen, heißt überleben lernen
Was hier an diesem Ort erblühte, war das westliche Bestreben, all das aufzudecken, was Unwissenheit, Dunkelheit und Entfernung dem menschlichen Geist verborgen gehalten hatten. Die Griechen haben nicht nur die Geschichte geprägt; die Griechen haben uns die Geschichte selbst geschenkt. Vieles – ein Großteil dessen, was wir über viele antike Zivilisationen wissen – stammt fast ausschließlich aus den Aufzeichnungen griechischer Entdecker und Historiker, die nicht nur die Geschichte ihres eigenen Volkes aufzeichneten, sondern sich auch hinauswagten, um die Geschichten fremder Völker und Kulturen auf der ganzen Welt zu beobachten und festzuhalten.

Während andere nach innen blickten, waren die Griechen die Ersten, die ihren Blick nach außen richteten, um den Nervenkitzel und den Ruhm zu erleben, all das zu sehen, was fremd und neu war. Es war diese Eigenschaft – es war diese Eigenschaft, die den Westen dazu antrieb, Dinge zu erschaffen und zu errichten, zu denen andere nicht fähig waren, und die uns von so vielen anderen Kulturen und Zivilisationen abhob, in denen Stabilität und das bloße Überleben die höchsten Ziele des Lebens waren.

Doch es ist nicht nur der Ehrgeiz, das Unbekannte zu erforschen, den wir von den Griechen geerbt haben; es ist die Überzeugung, dass das Unbekannte erkannt werden kann. Das Vertrauen darauf, dass die Welt erfasst, gemessen, kartografiert und verstanden werden kann – und dass es im Kosmos eine rationale Ordnung gibt, die von bestimmten grundlegenden Gesetzen bestimmt wird, Gesetzen, die der Mensch beobachten und der Verstand begreifen kann.

Dies war das Fundament des westlichen Denkens: unsere Mathematik, unsere Wissenschaft, unsere Medizin. Unsere Philosophie, Ethik und Religion. Es ebnete den Weg dafür, dass das Evangelium Jesu Christi in Europa fruchtbaren Boden fand und zum Reich der Christenheit erblühte. Es war die Grundlage für den Reichtum der christlichen Theologie – für Augustinus und Thomas von Aquin und die gesamte Tradition des Naturrechts.

Daraus entstand eine Zivilisation, die nicht nur durch eine gemeinsame Kultur geprägt war, sondern auch durch eine gemeinsame Anthropologie – eine gemeinsame Sichtweise auf den Menschen und seinen Platz im Universum. Deren Nachkommen teilten nicht nur die Vorstellung einer natürlichen Ordnung, sondern auch ein ganz eigenes Verständnis von Tugend, von Schicksal und Vorsehung, von Wahrheit, Güte und Schönheit, von einem Kodex, der vorschreibt, wie Menschen leben sollten, sowie von objektiven Maßstäben und Idealen, nach denen man streben sollte.
–
Der lahme Westen
Für die Griechen der Antike war das Streben nach Vortrefflichkeit das eigentliche Prinzip der menschlichen Existenz. Sie richteten das gesamte gesellschaftliche Leben auf Wettstreit, Ehrgeiz und Konkurrenz aus: in der Philosophie und Dichtung, in der Bildhauerei und im Theater, im Sport und in der Kunst, im Krieg und in der Staatskunst. Die klassische griechische Stadt war eine Arena, in der sich große Männer auf die Probe stellen und beweisen konnten, in der sie ihr Potenzial durch ständigen Kampf verfeinerten – um die Besten, die Stärksten, die Schönsten zu sein und sich anzustrengen, der Vollkommenheit immer näher zu kommen.

Nun weiß ich, dass das, was ich gerade beschrieben habe – diese Lebensweise –, für moderne Ohren seltsam klingen mag; es mag sogar grausam klingen. Das Ideal vieler Ideologien unserer Zeit ist, offen gesagt, eine Welt vollkommener Sicherheit geworden, frei von Risiken und Misserfolgen, ohne den Ruhm des Sieges und ohne die Schande der Niederlage. Allzu oft bauen wir heutzutage nach unten. Wir gestalten unsere Maßstäbe so, dass niemand verliert; wir kümmern uns mehr um das Wohlbefinden der Schlechtesten als um das Potenzial der Besten. Wir machen die außergewöhnlichsten Dinge unter uns zu Geiseln des Durchschnittlichen, des Gewöhnlichen, des Mittelmäßigen.

Die Männer, die den Parthenon erbauten, bauten nach oben. Sie waren der Ansicht, dass das höchste und edelste Streben im Leben darin bestand, alle anderen zu übertreffen, danach zu streben, in allen Dingen der Beste zu sein. Die antiken griechischen Stadtstaaten waren erfüllt. Sie waren erfüllt von intensiver Leidenschaft, Rivalität, Fraktionskämpfen und Konflikten. Doch aus diesem ständigen Streben nach Vorrang – daraus entstand die große Blütezeit der Kunst und Philosophie sowie der politischen und intellektuellen Energie, die eine Gemeinschaft von Städten im Mittelmeerraum zum Geburtsort der größten Zivilisation der Welt machen sollte.
–
Die Abrechnung
Der „Thumos“, wie die alten Griechen es nannten – das Feuer der Leidenschaft, der Stärke, des Mutes, des Stolzes – ist das Herzstück einer großen Zivilisation. Und ohne ihn? Ohne ihn verlieren Nationen ihren Kampfeswillen, ihren Strebsamkeitswillen, ihren Überlebenswillen.
Heute hat ein zu großer Teil des Westens diese Eigenschaft vergessen. Im Laufe der Zeit begannen wir im Westen, uns gerade für jene Dinge zu schämen, die uns außergewöhnlich machten. Es war uns peinlich, dass uns unsere Errungenschaften vom Rest der Welt abhoben. Unser Wohlstand wurde irgendwie zu einer Quelle von Schuldgefühlen. Wir glaubten nicht mehr daran, dass wir unsere Größe verdient und uns erarbeitet hatten.

Das Wort „Nationalismus“ wurde zu einem Schimpfwort. Und so rissen wir unsere Denkmäler nieder; wir verurteilten unsere eigene Geschichte. Und an allzu vielen Orten lehrten wir unsere Kinder, sich für die Länder zu schämen, die sie einmal erben würden. Dabei öffneten wir unsere Grenzen, verlagerten unsere Industrie ins Ausland und ließen zu, dass unsere Streitkräfte verkümmerten und verfielen.
Und mit jedem Jahr schienen wir immer mehr von unserer Souveränität auszulagern und unsere Entscheidungen an globale Bürokratien zu übertragen, die weit außerhalb unserer Kontrolle lagen.

Doch andere waren nur allzu gerne bereit, das Vakuum zu füllen, das wir hinterlassen hatten – das Vakuum, das durch unsere Schwäche entstanden war. Und während das Selbstvertrauen des Westens ins Wanken geriet, wurden seine Gegner und Rivalen nur noch selbstbewusster und bauten an unserer Stelle ihren eigenen Reichtum und ihre eigene Macht auf.

Und nun, heute, stehen wir an einem Scheideweg. Denn das nächste Jahrzehnt und die Entscheidungen, die wir treffen, werden die Geschichte des nächsten Jahrhunderts schreiben. Der Kurs, den wir einschlagen, wird darüber entscheiden, ob der Westen seinen Platz an der Spitze der Welt behält oder sich mit einer Zukunft des Verfalls, der Unterwerfung und des Niedergangs abfindet. Entweder wir entscheiden uns jetzt zu handeln, oder wir verlieren die Möglichkeit, überhaupt noch zu handeln.

Unter Präsident Trump haben die Vereinigten Staaten ihre Entscheidung getroffen. Wir setzen uns kompromisslos für die Stärkung unserer nationalen Macht ein: Wir wollen die Kontrolle über unsere kritischen Lieferketten zurückgewinnen, unsere Wirtschaft wieder industrialisieren, unsere Verteidigung wieder aufbauen und um die Vorherrschaft bei den Technologien und Industrien der Zukunft kämpfen.

Wir entscheiden uns dafür, neue Grenzen zu erschließen: in der fortschrittlichen Fertigung und der Superintelligenz; bei Drohnen, Waffen und Kriegsführung; bei Chips, Mineralien, Cybersicherheit und jedem anderen Bereich menschlicher Möglichkeiten. Um unsere Energie freizusetzen, unsere Fabriken wieder aufzubauen, unsere Astronauten wieder zum Mond zu bringen und ein neues Zeitalter der Weltraumforschung einzuläuten.

Mit all ihren erhabenen Idealen waren die alten Griechen jedoch keineswegs naiv. Sie wussten, dass Nationen Interessen haben. Sie wussten, dass Staatskunst Besonnenheit und Diplomatie erfordert, aber sie wussten auch, dass sie die Fähigkeit erfordert, Gewalt anzuwenden, wenn Besonnenheit und Diplomatie versagen. Sie wussten, dass Macht nicht nur die Mittel zur Selbstverteidigung erfordert, sondern auch die Glaubwürdigkeit, dass man bereit ist, diese Mittel einzusetzen.
Dies ist das klassische Verständnis von Politik und Staatskunst, das die Trump-Regierung zurückgewinnen möchte – nicht nur für unser Land, sondern für unsere gesamte Zivilisation.

Wir glauben, dass Europa aus seinem langen Schlummer erwachen und das Feuer wieder entfachen kann, das hier vor Jahrtausenden entzündet wurde.
Es gibt bereits Anzeichen dafür.

Auf diesem Kontinent erleben wir derzeit, was hoffentlich der Beginn eines Generationswechsels sein wird: sprunghaft steigende Verteidigungsausgaben, eine Flut neuer Partnerschaften und Programme sowie eine Ausweitung von Fertigung und Produktion – als Folge der historischen Verteidigungszusagen, die im vergangenen Jahr in Den Haag gemacht wurden.
Griechenland steht im Mittelpunkt dieses Wandels. Die Menschen dieses Landes haben sich einmal mehr als unverzichtbare Freunde sowohl für Europa als auch für die Vereinigten Staaten erwiesen – in allen Bereichen, von der Energie über die Migration bis hin zur Verteidigung, wo Griechenland ein vorbildlicher Verbündeter ist.
Und wir hoffen von ganzem Herzen, dass ganz Europa Ihrem Beispiel folgen wird.

Auch wenn Leidenschaften die Bande der Zuneigung zwischen den Vereinigten Staaten und Europa zeitweise auf eine harte Probe gestellt haben mögen, darf nicht zugelassen werden, dass sie diese Bande zerreißen. Gemeinsam müssen wir ein Bündnis stärken, das in der Lage ist, den Bedrohungen unserer Zeit die Stirn zu bieten.

Und das können wir. Denn wir glauben nicht, dass die transatlantische Freundschaft ein Nullsummenspiel sein sollte. Ganz im Gegenteil: Unsere Vision ist ein Bündnis, dessen Stärke größer ist als die Summe seiner Teile. Diese Vision haben wir erst letzten Monat in der Praxis erlebt, und zwar in einem beispiellosen neuen Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten, Dänemark und Grönland – einem Abkommen, das die Arktis neu gestalten und die Sicherheit der gesamten Nato stärken wird. Alle drei Partner dieses Abkommens gingen als Gewinner hervor. Ganz Europa – ebenso wie die Nato und die Vereinigten Staaten – ist dadurch sicherer, stärker und geschützter geworden.

Wir wollen gemeinsam gewinnen. Wir müssen gemeinsam gewinnen.
Heutzutage ist es in Mode gekommen zu glauben, dass eine aufgeklärte Außenpolitik bedeutet, die globale Gemeinschaft über das eigene Volk zu stellen. Und ich denke, auch hier können wir viel von den Männern des antiken Griechenlands lernen, denn sie wussten, dass es weder egoistisch noch falsch ist, seiner Nation treu zu sein, noch dass es egoistisch oder falsch ist, vor allem für die Verteidigung ihrer Interessen zu kämpfen.

Sie glaubten – mit aller Kraft – an das Ideal des großen Mannes: des außergewöhnlichen Individuums, das durch seine eigenen Taten Unsterblichkeit erlangt. Aber sie glaubten, dass Ruhm und Ehre nur durch Streben, Opferbereitschaft und große Leistungen für etwas gewonnen werden, das größer ist als man selbst. Der immer wiederkehrende Held der antiken griechischen Welt war der Mann, der bereit war, jeden Preis für eine Sache zu zahlen, die seiner Loyalität würdig war.

Wir sehen dies bei Sokrates, der sich weigerte, die Suche nach der Wahrheit aufzugeben, selbst wenn es ihn das Leben kosten würde. Wir sehen es im legendären Widerstand der 300 Spartaner – umzingelt und den riesigen Armeen Persiens zahlenmäßig hoffnungslos unterlegen –, die die Chance zur Rettung ausschlugen und sich dafür entschieden, bis zum letzten Mann zu kämpfen, anstatt ihren Posten oder ihre Pflicht aufzugeben. Und wir sehen es im epischen Mythos von Achilles, dem die Wahl angeboten wird, nach Hause zurückzukehren und ein langes, friedliches Leben zu führen – der sich jedoch stattdessen dafür entscheidet, in Troja zu bleiben und im Streben nach ewigem Ruhm zu sterben.

Das – das sind die Eigenschaften, die die westliche moralische Vorstellungswelt prägen sollten. Vom christlichen Märtyrer, der sich weigerte, seinen Glauben zu verraten, bis zum Patrioten, der sein Leben für sein Land opferte; vom Heiligen Thomas Morus bis zur Schlacht von Alamo, bis hin zu den unsterblichen Schlussworten der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten, in denen es heißt: „Wir verpflichten uns gegenseitig mit unserem Leben, unserem Vermögen und unserer heiligen Ehre.“

Von den Griechen hat der Westen sein Pflichtbewusstsein geerbt – eine unerschütterliche Treue gegenüber dem eigenen Kodex, der eigenen Sache und dem eigenen Land. Unsere Helden, die Helden des Westens, sind jene, die sich dafür entscheiden, ihrer Pflicht treu zu bleiben, gerade dann, wenn es am schwierigsten und schmerzhaftesten ist: der Mann, der an sein Wort gebunden ist, der Soldat, der seinen Posten nicht verlässt, der Kapitän, der sprichwörtliche Kapitän, der mit seinem Schiff untergeht.

Dies unterscheidet sich ganz und und gar von dem, was wir auch heute zum Beispiel bei Fanatikern wie den radikalen Mullahs im Iran beobachten, deren Todeskult kindliche Selbstmordattentäter als Nationalhelden verherrlicht und das Märtyrertum als Selbstzweck darstellt.

Unsere Helden – unsere Helden mögen bereit sein, für ihre Sache zu sterben; aber unsere Helden verehren den Tod nicht. Gerade weil wir das Leben schätzen, erkennen wir den Heldenmut jener, die es lieber opfern würden, als ihre Prinzipien zu verraten. Aber wir nehmen die westliche Auffassung dieser Dinge – Heldenmut, Ehre, Pflicht – als selbstverständlich hin. Wir gehen davon aus, dass diese Werte irgendwie universell für alle Menschen zu allen Zeiten und an allen Orten gelten. Das tun sie jedoch nicht. Sie sind das Produkt eines ganz eigenen Charakters, eines Charakters, der hier entstand und die gesamte Geschichte der darauf folgenden Zivilisation geprägt hat. Eine Zivilisation, für deren Verteidigung wir heute mit derselben Leidenschaft kämpfen müssen wie unsere Vorfahren.

Auf die Männer, die den Parthenon erbauten, folgten die Architekten des europäischen Christentums, die die Kathedralen von Mailand, Köln und Florenz errichteten. Das Streben nach der Vervollkommnung der menschlichen Gestalt, das die antiken griechischen Bildhauer antrieb, fand in Michelangelo einen neuen Ausdruck. Die Suche der griechischen Philosophen nach dem Aufbau des Universums wurde von Kopernikus, dann von Galileo, dann von Kepler und schließlich von Newton fortgeführt.

Der Hunger nach neuem Wissen – das war es, was Magellans erste Weltumsegelung, Kolumbus’ Entdeckung Amerikas und schließlich die Reise von Apollo 11 zum Mond hervorbrachte. Und die Eigenschaften, die Alexander dazu veranlassten, die gesamte bekannte Welt zu erobern, zeigten sich erneut bei Cäsar, dann bei Karl dem Großen und bei Cortés.

Und in Amerika fand diese Tradition zu neuem Leben. Ein offenes und wildes Land wurde zum Schauplatz einer großen Wiederbelebung der westlichen Vorstellungskraft und des Ehrgeizes. Das griechische Streben nach neuen Horizonten wurde zum amerikanischen Pioniergeist. Die Zivilisationen von Athen und Rom verwandelten eine junge Küstenrepublik in ein kontinentales Reich.

Die größten Amerikaner jeder Generation trugen die unverkennbaren Züge ihrer Vorfahren in sich – geboren in Athen, geprägt von Rom, getauft im Christentum, gestählt im Schmelztiegel des mittelalterlichen Europas, ausgestattet mit dem englischen Gespür für Freiheit und schließlich über den Atlantik getragen, um an den Ufern einer neuen Welt wiedergeboren zu werden.

Gemeinsam müssen wir diesen Geist nun wiederentdecken. Wir befinden uns an einem Wendepunkt – einem Wendepunkt nicht nur in der Geschichte meiner Nation, sondern einem Wendepunkt unserer gesamten Zivilisation.

Die Bedrohungen, denen wir heute gegenüberstehen, sind genauso real wie damals auf der dramatischen Bühne der Antike.

Nationale Interessen sind angesichts internationaler Institutionen nicht verschwunden. Krieg ist nicht einfach verschwunden, nur weil wir den Frieden bevorzugten. Andere Staaten rüsteten weiter auf, strebten nach Einfluss und konkurrierten um Territorium, Technologie, Ressourcen, Märkte, Energie und Macht.

Und nun herrscht wieder Krieg. Es gibt erneut einen Wettstreit zwischen Großmächten. Es gibt wieder Verwundbarkeit, Aggression, Terrorismus – ein ganzes Universum neuer Bedrohungen und Angriffe.

Deshalb müssen wir unsere Institutionen und Bündnisse neu aufbauen, um diesen Bedrohungen gemeinsam zu begegnen – in dem Bewusstsein, dass der Zweck dieser Institutionen nicht darin besteht, die Souveränität der Nationen, aus denen sie bestehen, abzuschaffen, sondern sie zu verteidigen. Und dass Nationen ihre eigenständigen Identitäten nicht aufgeben müssen, um ihre gemeinsamen Interessen anzuerkennen.

Wir haben gemeinsam mit unseren Partnern hier in Griechenland ein Modell dafür entwickelt. In unseren Verteidigungspartnerschaften, in den Bereichen Energie und Technologie sowie in unserem gemeinsamen Bestreben, die Grenzen Europas vor den Gefahren der Massenmigration zu schützen.

Unsere Freundschaft reicht bis in die frühesten Jahre meiner Nation zurück. Als Griechenland 1821 nach Jahrhunderten osmanischer Herrschaft aufstand, um seine Unabhängigkeit wiederzuerlangen, erkannten die Amerikaner in diesem Kampf etwas Vertrautes. Drei Jahre später hielt der große amerikanische Staatsmann Daniel Webster eine berühmte Rede vor dem Kongress und trug so dazu bei, die Sache der griechischen Revolution vor die Abgeordneten der jungen amerikanischen Republik zu bringen.

Und er begann damit, ihre Aufmerksamkeit auf alles um sie herum zu lenken. In seiner Rede sagte er Folgendes: „Diese freie Regierungsform, diese Volksversammlung … diese Praxis der freien Debatte und der öffentlichen Diskussion, der Wettstreit der Geister … sogar das Gebäude, in dem wir versammelt sind, diese wohlproportionierten Säulen, diese kunstvolle Architektur – all das erinnert uns daran, dass Griechenland existiert hat und dass wir, wie der Rest der Menschheit, ihr zu großem Dank verpflichtet sind.“

Diese Worte sind heute noch genauso wahr wie damals, als er sie aussprach. Und wir alle – nicht nur die Amerikaner, sondern auch die Europäer und unsere Freunde im gesamten Westen – müssen die Lehren, die unsere Vorfahren aus diesem Ort und seiner Geschichte gezogen haben, neu verinnerlichen.

Die Geschichte Griechenlands – die Geschichte Griechenlands bietet uns nicht nur einen Einblick in unsere Institutionen in ihren frühesten Formen. Die Geschichte Griechenlands zeigt uns ein Bild von uns selbst.

Sie zeigt uns, dass wir das Erbe großer Helden besitzen und dass wir stolz – dass wir zutiefst stolz – auf unsere Herkunft sein sollten. Wir sollten staunen über das, was unsere Vorfahren aus dieser Landschaft geschaffen haben. Die Geschichte unserer Zivilisation ist die großartigste Geschichte, die die Menschheit je gekannt hat. Und sie begann hier, mit den ersten Männern und Frauen des Westens. Von ihnen – von ihnen – können wir die Tugenden, den Mut und die Kraft wiederentdecken, um den Gefahren zu begegnen, denen wir in unserer Zeit gegenüberstehen.
Vielen Dank.
Marco Rubio
7.10.2026

Diese Rede wurde unter Zuhilfenahme von deepl.com übersetzt.
.