Zu Ehren des Heiligen Laurentius, der am 10. August 258 zu Rom den Märtyrertod starb, findet am Jahrestag auf dem Feldberg alljährlich das Laurentiusfest statt. Vor der kleinen Laurentius-Kapelle bei der Todtnauer Hütte beginnt um 9.30 Uhr eine Messe – am 12.8.2012 mit der Trachtenkapelle Falkau-Raitenbach. Anschließend gibt es Hirtenchilbi mit Viehmarkt, Tanz und Unterhaltung auf den Hütten rund um den Feldberg. Eine Anfahrt mit dem Auto ist nicht gestattet, doch ist eine Wanderung vom Feldberger Hof oder die Nutzung des Buspendeldienstes vom Rotenbacher Rank (Fahl) aus möglich. Info Tel 07652 / 1206 8300.
Authentische Predigt – Kommerzialisierung
Die Meinung von Martina Tröscher teile ich nicht. Natürlich war es keine Feld-Wald-und-Wiesen-Predigt oder gar Kinderpredigt. Aber politisch oder gar polarisierend war sie keinesfalls – dafür authentisch. Pfarrer Buchmüller hat mehrfach erwähnt, dass er die große Toleranz begrüße, die der Islam in Deutschland erfährt, und Muslime ihren Glauben unbehindert praktizieren dürfen und auch sollen. Wenn es um eine erkennbare Radikalisierung geht, ist die Mehrzahl der muslimischen Mitbürger auch nicht angesprochen. Aber die Frage darf erlaubt sein, wie es mit der Gleichstellung in vielen islamisch regierten Ländern aussieht, wo Christen in ihrer Glaubensausübung Nulltoleranz erfahren und um Leib und Leben bangen müssen. Bedenklich sind ebenfalls die Reaktionen mancher Politiker und auch Medien, die Beeinträchtigungen gegen den Islam mit einem Aufschrei quittieren – oftmals zu Recht, dann aber die Diffamierung und Verunglimpfung christlicher Glaubensträger hämisch kommentieren. Bedenklich am Laurentiusfest ist allerdings gelinde gesagt die Ausuferung, Kommerzialisierung und der Verlust der bäuerlich-christlichen Tradition, sodass sich viele, die noch den Ursprung kennen, dort nicht mehr daheim fühlen.
Berthold Haury, Lenzkirch-Kappel, 1.9.2012
Laurentius-Predigt macht Kindern Angst
Seit über 20 Jahren gehen wir – vier Familien – am 10. August zum Laurentiusfest, mittlerweile mit drei Generationen. Der Feldgottesdienst in der Frühe gehörte bisher selbstverständlich zu unserem Wandertag. In diesen Jahren haben wir viele Predigten gehört, die Herz und Seele berührt haben, manche war so hervorragend, dass die Inhalte bis heute präsent sind. Leider kann man das von den sehr politischen und polarisierenden Predigten der letzten beiden Jahre nicht behaupten. Die Aussagen zur Islamisierung in Deutschland waren mehr als grenzwertig und deplatziert. Für diesen Anlass gäbe es genügend andere Themen. Wenn Kinder nach der Predigt fragen, ob sie Angst haben müssen, erschossen zu werden, ist das mehr als bedenklich. Da werden wir wohl nächstes Mal lieber im Wald beten, auch wenn Pfarrer Schaller meint, nur die Kirche sei der richtige Ort um an Gott zu denken. Adieu Laurenzi-Gottesdienst!
Martina Tröscher, Oberried, 23.8.2012
Gottesdienst, Hüttenfest und Viehhandelstag an Laurentius
Nach dem Krieg errichteten die damaligen Pächter der Todtnauer Hütte eine Kapelle als Dank, dass ihre beiden Söhne wieder aus dem Krieg heimkehrten. Diese Kapelle wurde dem heiligen Laurentius geweiht, der am 10. August 258 in Rom den Märtyrertod gestorben sein soll. Nachdem Diakon Laurentius dem Kaiser Valerian die Herausgabe des Kirchenschatzes verweigert hatte, ließ der Kaiser ihn grausam den Feuertot sterben. Fortan wurde Laurentius zum Patron der sozialen Dienste, der Köche und vor allem der Grillköche sowie der Kürschner (die den Tieren das Fell abziehen, um daraus Beutel für das Armengeld zu machen).
Früher war an Laurentius auch Viehhandel-Tag: Hüttenwirte und Viehhändler kamen nach dem Gottesdienst zusammen und begutachteten und verkauften das Vieh auf die Sommerweiden des Feldbergs, um das Vieh.: