FSV Rot-Weiß Stegen 50 Jahre

„Im FSV Rot-Weiß Stegen wird die sportliche und kulturelle Betätigung getragen von Gemeinschaftsgeist, Idealismus und Einsatzbereitschaft.“ So klar bringt Stegens Bürgermeister Siegfried Kuster seine Einschätzung vom Fußballsportverein (FSV) seiner Gemeinde, der am kommenden Wochenende seinen 50. Geburtstag feiert, auf den Punkt. Und er lobt zu recht weiter: „Die beispielhafte Arbeit des FSV Rot-Weiß Stegen kommt auch in den vorhandenen Sportanlagen zum Ausdruck. Die in den letzten Jahren getätigten Investitionen für den Kunstrasenplatz, für das Kleinspielfeld und für die neue Lagerhalle sind gut angelegt.“ Kuster glaubt gar, dass mancher Nachbarverein mit Neid auf die schöne Kagenecksportanlage schaue. Am Freitagabend gibt es um 20 Uhr in der Kageneckhalle ein öffentliches Festbankett und am Samstag sind Vereinsmitglieder, Ehemalige, Freunde und Gönner zu einer geschlossenen Veranstaltung unter dem Motto „Rot-Weiße Nacht“ eingeladen. In einer lesenswerten Festschrift hat Bernd Wißler mit einem Team viel Geschichte und Brandaktuelles zum FSV Stegen zusammengetragen.

In den Anfangsjahren häufiger „Sportstättenumzug“
Genau vor fünfzig Jahren, am 7. Juli 1962, wurde die DJK Rot-Weiß Stegen von 32 Gründungsmitgliedern im Gasthaus Rößle in Stegen-Rechtenbach gegründet. Fußballbegeisterte Kinder und Jugendliche hatten sich in Stegen oder Wittental auf Bolzplätzen getroffen, sich um ihren „Anführer“ Günther Ketterer geschart und erwachsene Sportfreunde für die Vereinsgründung motiviert. Als erste angemeldete Mannschaft gab es eine A-Jugend, die auf dem Rasenplatz vom Kolleg St. Sebastian trainieren und spielen durfte, und 1964 den ersten Meistertitel nach Stegen holte. Doch 1966 gab es von der Internatsleitung die „rote Karte“, denn die vielen Kraftausdrücke der Aktiven beim Training oder im Spiel waren der Entwicklung von Missionsschülern abträglich. Wittentals Bürgermeister Pius Hug stellte die „Krozinger Wiese“, bald als „Stadion Schwarze Erde“ berühmt, zur Verfügung. Dank der Initiative von Günther Ketterer bot Gräfin Gertrud von Kageneck 1969 an der Kirchzartener Straße der Gemeinde Gelände für die Anlage eines Rasenplatzes an. Als dieses Gewann 1986 zum Baugebiet wurde, kam wieder ein Umzug und ein Neubau der „Kageneck-Sportanlage“ an der Straße nach Ebnet, gegenüber von der Gehörlosenschule, entstand.

Die „Erste“ ist zum dritten Mal in der Landesliga
Hier fand der FSV Rot-Weiß Stegen, der 1990 aus dem DJK-Diözesanverband austrat, seine heutige Heimat. Zahlreiche Erfolge von Jugend- und Aktivenmannschaften, die es zuvor schon gegeben hatte, nahmen ihre Fortsetzung. 1980 stieg „die Erste“ erstmals in die Bezirksklasse auf. Zwei Aufstiege in die Landesliga folgten – und jetzt, passend zum Jubiläum, schenkten die Aktiven ihrem Verein den dritten Landesligaaufstieg. Doch auch drei Jugendmannschaften schlossen 2012 die Serie als Meister ab – sicher auch ein Ergebnis der durch den neuen Kunstrasenplatz verbesserten Trainingsbedingungen. Fünf Jahre, seit dem Weihnachtsmarktstand 2004, zogen die Ehrenamtlichen im FSV einen „Spendenmarathon“ durch, mit dem sie 120.000 Euro zum neuen Platz beisteuerten. Zusätzlich kamen zahllose ehrenamtliche Arbeitsstunden hinzu. Und auch die Erlöse einiger Pfingstsportfeste, die vor allem der Jugendarbeit dienen, gingen in das Kunstrasenprojekt.

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Die Jugendarbeit ist des FSV’s höchstes Gut
Stolz ist FSV-Vorsitzender Günter Fehr, seit 1976 im Vorstand und seit 2005 an der Spitze, auf die gute Jugendarbeit im Verein: „Wir haben unter den 670 Mitgliedern derzeit rund 240 Kinder und Jugendliche, die am Sportbetrieb teilnehmen. Diese Jugendarbeit bauten wir in fünfzig Jahren kontinuierlich auf.“ Die Fußball-Jugend, von den G-Junioren bis zu den A-Junioren, spielt teils in eigenen Mannschaften, teils in den sieben Spielgemeinschaften mit Nachbarvereinen wie der Spvvg. Buchenbach. Vierzig Trainer und Übungsleiter betreuen. Und beim Kinderturnen ist bereits ein Vierjähriger dabei. Denn neben dem Fußball gibt es beim FSV Stegen mit Gymnastik- und Fitnessgruppen sowie einer Freizeitvolleyballgruppe auch Hallensport. Bei der Damengymnastik macht noch eine fitte 87-Jährige mit. Viel sportlichen Spaß und gesellige Unterhaltung haben die UHU’s, eine aus dem Alte-Herren-Fußball hervorgegangene Gymnastikgruppe. Und beim Alte-Herren-Fußballtraining kickt ein Spieler vom Jahrgang 1943 mit – Freizeitsport hat in Stegen Priorität.

Demografische Veränderungen nicht verschlafen
Für den Vereinsvorsitzenden Günter Fehr ist es wichtig, dass auch ältere Damen und Herren noch aktiv in den FSV-Sportgruppen mitmachen. „Wir dürfen die demografischen Entwicklungen nicht verschlafen“, erklärt er dem „Dreisamtäler“ beim Pressegespräch, „wir wollen in Zukunft noch mehr Angebote für ältere Menschen machen. Und im aktiven Sportbereich gilt es beim Fußball das Konzept der Spielgemeinschaften mit gesteigerter Qualität und verbesserter Trainerausbildung zu steigern.“ Das Geheimnis des FSV-Erfolges in all den fünfzig Jahren sieht Pressesprecher Stefan Bank im Zusammenhalt innerhalb des Vereins und der natürlichen Weiterentwicklung, wenn Väter oder Mütter ihre Kids behutsam an den Verein heranführen: „Wir haben auch in den verantwortlichen Posten eine gute Mischung zwischen jung und alt, zwischen jungen dynamischen Ideen und gereifter Vereinserfahrung.“ Und so sieht auch der Vorsitzende Günter Fehr positiv in die Zukunft des FSV: „An die Portion mehr Einsatz, den Tick mehr Mut und das Stück mehr Leidenschaft gilt es anzuknüpfen, dann wird die positive Weiterentwicklung des FSV in eine gute und erfolgreiche Zukunft gelingen.“
Gerhard Lück, www.dreisamtaeler.de

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