Die Fliesenleger-Innung Freiburg hat kürzlich einen neuen Vorstand gewählt. Zum neuen Obermeister wurde der 51-jährige Michael Band, Geschäftsführer der Firma Franz Band Fliesenbau GmbH & CO KG in Littenweiler. Die Firma Band Fliesenbau wurde 1954 von dessen Großvater und Vater gegründet und hatte ihre Sitz anfangs in der Schützenallee. Seit 1974 ist der Meisterbetrieb im Kunzenweg ansässig, da er wegen der Planungen für die B 31 Ost Neu seinen angestammten Platz verlassen musste. Seit 1996 ist Michael Band Geschäftsführer der Firma, die derzeit 12 gelernte Fliesenlegergesellen beschäftigt sowie eine kaufmännische Angestellte. Gisela Heizler-Ries hat den neuen Innungs-Obermeister befragt, welche Aufgaben ihn erwarten, welche Ziele er sich gesetzt hat und welchen Auftrag eine Fliesenleger-Innung überhaupt hat. Herr Band, darf man gratulieren zur Ernennung zum Obermeister der Fliesenleger-Innung oder ist diese Aufgabe weniger eine Ehrung als vielmehr zusätzliche Arbeit für Sie?
Natürlich bedeutet diese Aufgabe erst einmal zusätzliche Verwaltungsarbeit. Aber da ich schon seit 12 Jahren stellvertretender Obermeister war und bereits seit 18 Jahren Vorstandsmitglied, habe ich diese Aufgabe gerne übernommen.
Können Sie unseren Lesern die Fliesenleger-Innung etwas näher bringen?
Die Fliesenleger-Innung besteht seit 1956 und hat derzeit ca. 70 Mitgliedsbetriebe und ca. neun Gastmitglieder aus Handel und Industrie. Das Innungsgebiet erstreckt sich von Lahr bis Rheinfelden und bis nach Löffingen. Unser Dachverband ist der Landesinnungsverband Fliesen mit Sitz in Stuttgart, welcher alle Mitgliedsbetriebe auf Wunsch juristisch und betriebswirtschaftlich berät und unterstützt. Die Innungsaktivität beinhaltet zwei Vollversammlungen mit entsprechendem Geschäftsbericht und immer wechselnden aktuellen Vorträgen und Produktschulungen. Außerdem wird jährlich ein Workshop in der Gewerbe-Akademie abgehalten, bei dem auch praktische Vorführungen stattfinden. Dies immer oder in der Regel mit einem unserer Gastmitglieder aus der Industrie. Eine wichtige Aufgabe ist auch die Zwischen- und Gesellenprüfungen vorzubereiten und durchzuführen, in engem Kontakt mit unserer Berufsfachschule in Donaueschingen.
Haben Sie sich schon Ziele für Ihre Vorstandstätigkeit gesteckt?
Die Vorstandschaft hat sich zur Aufgabe gemacht, die Mitgliederzahl in den kommenden Jahren stabil zu halten, unseren Mitgliedern einen guten Service zu bieten und für die vielen Vorteile als Innungsmitglied zu werben. Hier sind wir auch offen qualifizierte NICHT Meister-Betriebe, welche Interesse an einer Mitgliedschaft in unserem Berufsverband haben, aufzunehmen. Dies ist bedauerlicherweise nicht so einfach, da durch die Handwerksnovellierung im Jahr 2004, herbeigeführt durch unsere Politiker, komplett neue Rahmenbedingungen geschaffen worden sind. Durch die Abschaffung des großen Befähigungsnachweises – sprich der Meisterprüfung – speziell in unserem Handwerk, entstehen immer mehr Einmann-Betriebe, mit minderer oder wenig Qualifizierung, was zur völligen Wettbewerbsverzerrung führt. Auf Bundes-Landes und Innungsebene sind wir der Meinung, dass hier die Politik versagt hat und eine Entscheidung getroffen worden ist, über deren Folgen man sich nicht bewusst war. Insofern wird es schwierig werden, das Innungsdasein für das nächste Jahrzehnt aufrecht zu erhalten.
Herr Band, zum Abschluss eine persönliche Frage. Sie sind in Littenweiler aufgewachsen, leben mit ihrer Familie im Stadtteil, wenn Sie nun einen Wunsch für Littenweiler frei hätten…
…würde ich mir wünschen, dass endlich das Bahnhofsgelände schön umgestaltet und bebaut wird. Die vorgestellte Planung mit Arztpraxen und kleinen Einzelhandelsgeschäften sollte baldmöglichst umgesetzt werden. Vielleicht würde sich dann auch die Verkehrssituation in der Lindenmattenstraße im Bereich der PH insbesondere bei PH-Betrieb verändern und entschärfen. Der jetzige Zustand ist nicht hinnehmbar und für die Zukunft nicht tragbar.
Herr Band, vielen Dank für das Gespräch.
Gisela Heizler-Ries, 12.6.2012, Littenweiler Dorfblatt