Sulzburg

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Blick nach Nordosten über Laufen in Richtung Sulzburg bis hoch zum schneebedeckten Belchen am 26.3.2011

 

Sulzburg

Malerisch ist Sulzburg, das im Jahr 821 zum ersten Mal urkundlich als Stadt erwähnt wurde, mit seinem barock überbauten Stadttor, seinem Rathaus, seiner Stadtkirche und seinem Schloss am Marktplatz, das zweimal im Jahr ein internationales Publikum anzieht, wenn hier Kostbares und Rares versteigert wird. Durch dieses gewachsene Interesse hat die Gastronomie, die schon seit langem ein Feinschmeckertipp war, zusätzliche Impulse bekommen. Und dann die historischen und kunstgeschichtlichen Sehenswürdigkeiten, etwa die ottonische Pfeilerbasilika “St. Cyriak” , gegründet von einem Grafen Birchtilo um 993 herum, später in ein Kloster für Benediktinerinnen umgewandelt, 1769 abgebrannt bis auf die heute noch zu bewundernde Kirche, 1960 gründlich saniert, ein Kleinod der besonderen Art. Oder das Bergbaumuseum, untergebracht in der ehemaligen evangelischen Stadtkirche, wo der seit etwa 2000 Jahren im Schwarzwald betriebene Erzbergbau anhand vieler Gesteinsproben, Werkzeuge und Geräte dokumentiert und dargestellt wird. Von den Großgeräten wie Grubenlok und Förderwagen bis zu Lampen und Vermessungsgeräten ist alles zu finden, sogar der Nachbau eines Streckenvortriebs.
Eine weitere Kostbarkeit ist die Synagoge, die einzige weit und breit, die nicht nur erhalten geblieben ist, sondern dank der Initiative von Landkreis und Freundeskreis Ehemalige Synagoge Sulzburg e. V. wieder in ihrem alten Glanz erstrahlt und bei den Veranstaltungen, die hier angeboten werden, viele Besucher anzieht.
Anne Freyer am 3.8.2006, mehr

Sulzburg ist bekannt über seine Sehenswürdigkeiten: Die ottonische St.-Cyriak-Kirche, die restaurierte Synagoge, der Judenfriedhof, das Landesbergbaumuseum in der Weinbrennerkirche am Marktplatz und der Bergbau. Bergbaugeschichtliche Untersuchungen haben gezeigt, dass der Bergbau im Sulzbachtal bis in die Vorzeit zurückgeht. Damals wurden nicht Silber und Blei abgebaut wie im Mittelalter, sondern Ockerfarbe aus Eisenablagerungen. Die Reste einer Bergbausiedlung mit Kirche (10. bis 13. Jahrhundert) entdeckte man auf Höhe des Judenfriedhofs. Und unter dieser Seidlung lag ein römisches Bad.

Luftkurort Suzburg 375 – 1114 m mit den Ortsteilen Laufen und St.Ilgen.
Verkehrsamt, Tel 07634/56000

www.sulzburg.de,
www.touristik-sulzburg.de
privat: Sulzburg

 

          
(1) Stauden Graf Zeppelin 21.9.2013    (2) Sultburg-Laufen

 

(1) Staudengärtnerei: www.freiburg-schwarzwald.de/sulzburg-laufen.htm

 

St. Cyriak – Ältester Kirchturm Süddeutschlands
Die Tür, hölzern und massiv, lässt sich mit leichtem Druck öffnen. Wer wohl alles schon ein- und ausgegangen sein mag? Bauern, Ritter, Könige? Drinnen riecht es nach Stein, Kirche und Stille. Diese Stille ist absolut, umhüllt einen, kein noch so kleines Geräusch ist zu hören, so dass man sich kaum getraut, sich zu bewegen.
Der Kirchenraum selbst ist freundlich hell und wunderschön schlicht. Licht fällt durch die gotischen Fenster, bringt den sakralen Raum unter der Holzdecke zum Glänzen. Rundbögen, mit Ornamenten in warmen Gelb- und Rottönen verziert, verbinden breite Säulen. Holzstühle stehen aufgereiht. An den Seitenwänden sind auf ansonsten schmucklosem Putz eine Vorzeichnung der vier Evangelisten zu sehen. Oder die klugen und törichten Jungfrauen, die als Fresken aufgemalt als steinernes Bilderbuch biblische Geschichten in Fragmenten erzählen.

Alles strahlt Würde aus und fast ehrfürchtig wird einem zumute, wenn man daran denkt, dass dort schon im Mittelalter Christen gebetet haben. Mehr als 1000 Jahre ist die romanische Kirche des Benediktinerklosters St. Cyriak alt, wurde erstmals 993 urkundlich erwähnt, als der Frankenkönig Otto III. Liegenschaften und Güter im Sulzbachtal als Lehen an den Breisgaugrafen Birchtilo übertrug. Dieser ließ es sich nicht nehmen, eine Basilika zu Ehren des Märtyrers St. Cyriak zu bauen und ein Kloster zu stiften, in das Benediktinerinnen einzogen. Aufgehoben wurde das Kloster 1555. Heutzutage gilt St. Cyriak als herausragendes Zeugnis der ottonischen Sakralbaukunst und sein Turm, im elften Jahrhundert erbaut, ist der älteste Südwestdeutschlands.
Magisch zieht das dunkelmetallene Kreuz auf dem schlichten Steinaltar die Blicke auf sich. Altare gelten als heilig und so mauerte man in ihn zu früheren Zeiten die körperlichen Überreste eines Heiligen ein, um von seiner geistigen Kraft zu profitieren. In der Sulzburger Kirche wurde die Stelle, an der ursprünglich der Altar stand, mehrfach verändert und so ist nicht klar, ob auch dort jemals Reliquien eingemauert waren.
Doch wer war eigentlich Cyriakus, und wie kam es, dass ihm das Sulzburger Kloster geweiht wurde? Die “Legenda Aurea”, ein Legendenbuch des Mittelalters erzählt, dass er Diakon war, um 300 in Rom lebte und Zwangsarbeit verrichten musste. Weil er einem hinfälligen Mitgefangenen half, wurde er in den Kerker geworfen. Dann jedoch rief man Cyriakus zu der erkrankten Tochter des Kaisers Diokletians, die offenbar von einem bösen Geist besessen war. Er heilte sie und vollbrachte auch an anderen Besessenen Wundertaten. Dennoch tötete der Nachfolger des Kaisers Cyriakus für seinen Glauben. So wurde Cyriakus fortan als Nothelfer gegen böse Geister angerufen.
Möglich, aber nicht sicher ist, dass Gebeine des Heiligen 1847 nach Sulzburg kamen, weil die Franken und Alamannen bevorzugt Reliquien von Heiligen aus Rom überführten. St. Cyriak sind viele süddeutsche Kirchen geweiht, denn er wurde zum Schutzheiligen der Winzer und soll vor Unwetter und Hagel schützen. Wieder draußen blinzelt die Sonne vereinzelt und zaghaft hinter der Wolkendecke hervor, kein Unwetter, kein Hagel ist in Sicht. Dank Cyriak?
9.10.2015, Anita Fertl

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