{"id":99785,"date":"2022-03-25T12:15:12","date_gmt":"2022-03-25T11:15:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=99785"},"modified":"2022-04-01T12:41:00","modified_gmt":"2022-04-01T10:41:00","slug":"cap-markt-laden-supermarkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/cap-markt-laden-supermarkt\/","title":{"rendered":"CAP-Markt: Laden &#8211; Supermarkt"},"content":{"rendered":"<p>CAP ist Teil von &#8222;HandiCAP. Im CAP-Markt sind zum Teil <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/behinderung\/\">Behinderte<\/a> besch\u00e4ftigt. Der CAP-Markt ist ein <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/handel\/\">Lebensmittelgesch\u00e4ft<\/a> zwischen <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/handel\/dorfladen\/\">Dorfladen<\/a> (nahe, kleines Sortiment) und Supermarkt (fern, Vollsortimenter). Da die meisten lieber mit dem Auto zum Supermarkt fahren, mussten fast alle kleinen L\u00e4den vorort schlie\u00dfen. <!--more-->Schlimm f\u00fcr die B\u00fcrger, die auf den <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/handel\/laden\/\">Tante-Emma-Laden<\/a> in der N\u00e4he angewiesen sind. Nicht nur um das 1\/4-Pfund Butter zu kaufen, sondern um ins Gespr\u00e4ch zu kommen. Hier kommt die Idee des CAP-Marktes zum Tragen:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/behinderung-beruf-himmelreich\/\">Menschen mit Behinderung<\/a> erweisen sich als besonders geduldige und freundliche Gespr\u00e4chspartner, sie finden hier i.S. der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/inklusion\/\">Inklusion<\/a> einen <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/kirchen\/caritas\/caritaswerkstaetten\/\">sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz<\/a>. Die Warenlieferung \u00fcbernimmt Edeka. Eine Win-Win-Situation f\u00fcr beide Partner des CAP-Marktes.<br \/>\nDer springende Punkt aber auch hier: Die B\u00fcrger als Kunden m\u00fcssen auch im l\u00e4ndlichen Raum bereit sein, auf Dauer beim CAP-Markt in der N\u00e4he <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/verbraucher\/konsum\/\">einzukaufen<\/a> und so kr\u00e4ftig f\u00fcr Umsatz zu sorgen. Also nicht immer nur zu Aldi oder Lidl. In Deutschland finden sich inzwischen \u00fcber 100 CAP-M\u00e4rkte &#8211; hier neben <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/markgraeflerland\/\">Pfaffenweiler<\/a> nun auch in <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/badkrozingen\/\">Bad Krozingen<\/a> (siehe unten).<br \/>\n25.3.2022<br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>In S\u00fcddeutschland kommen immer mehr Dorfl\u00e4den zur\u00fcck<br \/>\nbehin\u2013 und leben Inklusion vor<\/strong><br \/>\n<em>Die Nahversorgung ist insbesondere im l\u00e4ndlichen Raum in Deutschland vielerorts zum Problem geworden. Doch an vielen Stellen schlie\u00dfen nun Integrationsl\u00e4den diese L\u00fccke- seit Kurzem auch in Bad Krozingen.<\/em><br \/>\nAstrid Demming f\u00e4hrt ihren E-Rollstuhl an den Bistro-Tisch im Eingangsbereich des neu er\u00f6ffneten CAP-Marktes in der Bad Krozinger Innenstadt und stellt ein Tablett mit Kaffee, Brezel und Berliner ab. Brezel und Co. gibt es im Backshop CAPpuccino, der ebenfalls zum Markt geh\u00f6rt. &#8222;Der Laden ist topp. Es gibt sch\u00f6ne breite Wege zwischen den Regalen, selbst f\u00fcr mich im Rollstuhl ist gen\u00fcgend Platz und die Regale sind gut sortiert&#8220;, sagt sie. Wie viele ihrer \u00e4lteren Bekannten sei sie froh, dass es mit dem CAP-Markt nun wieder einen gut erreichbaren Nahversorger in der Innenstadt gebe.<\/p>\n<p>Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr Menschen mit Behinderung<br \/>\nDer CAP-Markt in Bad Krozingen ist ein inklusiver Lebensmittelmarkt, hier arbeiten jeweils neun Menschen mit und ohne Beeintr\u00e4chtigung gleichberechtigt zusammen. Der neue Laden ist einer von etwa 110 CAP-M\u00e4rkten in Deutschland und nach dem in Pfaffenweiler der zweite in der Region. CAP-M\u00e4rkte bieten Menschen mit Behinderung versicherungspflichtige Arbeitspl\u00e4tze in Lebensmittell\u00e4den der Nahversorgung und seinen Kundinnen und Kunden ein breites Sortiment an Waren.<br \/>\nDie bundesweit t\u00e4tige Genossenschaft der Werkst\u00e4tten f\u00fcr behinderte Menschen (GDW) hat das CAP-Konzept entwickelt und als Franchisesystem aufgebaut. Betreiber der CAP-M\u00e4rkte in Bad Krozingen ist die &#8222;Breisgau Arbeit gGmbh&#8220; in Tr\u00e4gerschaft der Lebenshilfe Breisgau. &#8222;In unseren CAP-M\u00e4rkten finden Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen echte sozialversicherungspflichtige Besch\u00e4ftigung.<\/p>\n<p>Die M\u00e4rkte sind Nahversorger und damit ein wichtiger Ort der Kommunikation und der Inklusion f\u00fcr Menschen mit Behinderungen&#8220;, sagt Norbert K\u00f6thnig, der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der &#8222;Breisgau Arbeit gGmbH&#8220; und der Lebenshilfe Breisgau. Man habe so eine Win-Win-Situation f\u00fcr die Stadt Bad Krozingen und die Mitarbeitenden geschaffen, nach dem das fr\u00fchere Hieber-L\u00e4dele geschlossen hatte und das einzige Lebensmittelgesch\u00e4ft im Kernort weggefallen war. Der CAP-Markt ist Partner von Edeka.<br \/>\nDie Nahversorgung ist insbesondere im l\u00e4ndlichen Raum in Deutschland vielerorts zum Problem geworden. Kleine Gesch\u00e4fte wie Metzgereien oder B\u00e4ckereien im Ortskern lohnen sich oftmals nicht mehr, die Superm\u00e4rkte am Ortsrand sind ohne Auto nur schwer zu erreichen. Ortschaften mit weniger als 5000 Einwohnern gelten f\u00fcr den Lebensmitteleinzelhandel generell als nicht interessant. In S\u00fcddeutschland ist aber seit einiger Zeit ein gegenteiliger Trend zu erkennen: Es entstehen wieder Dorfl\u00e4den \u2013 und zwar als Integrationsl\u00e4den.<br \/>\nWochenmarkt-Premiere in Rust: &#8222;Ich hoffe, das neue Angebot wird gut angenommen&#8220;<\/p>\n<p>Das Konzept sieht vor, dass dort auch Menschen mit Behinderung und Langzeitarbeitslose arbeiten. Voraussetzung ist ein ortsans\u00e4ssiger gemeinn\u00fctziger Tr\u00e4ger, der \u00f6ffentliche Zusch\u00fcsse erhalten kann und somit nicht dem in der Branche \u00fcblichen Kostendruck ausgesetzt ist.<\/p>\n<p>Der CAP-Markt in Bad Krozingen funktioniert als Inklusionsbetrieb und ist damit ein Betrieb des allgemeinen Arbeitsmarktes, der Umsatzerl\u00f6se am Markt erwirtschaftet und gleichzeitig dauerhaft Menschen mit anerkannter Schwerbehinderung besch\u00e4ftigt. Die Integrations\u00e4mter f\u00f6rdern den Aufbau von Inklusionsbetrieben durch Investitionszusch\u00fcsse und gew\u00e4hrt im Einzelfall einen sogenannten Nachteilsausgleich, der eine geringere Leistungsf\u00e4higkeit der Besch\u00e4ftigten und den zus\u00e4tzlichen personellen Aufwand bei der Betreuung ausgleichen soll.<br \/>\nDie Bundesagentur f\u00fcr Arbeit zahlt Lohnkostenzusch\u00fcsse zur Eingliederung f\u00fcr maximal zwei Jahre. &#8222;Alle in unseren CAP-M\u00e4rkten Besch\u00e4ftigte m\u00fcssen ihren Job machen, der Dienstplan muss funktionieren und der Markt refinanziert sich \u00fcber die Umsatzerl\u00f6se und nicht \u00fcber Zusch\u00fcsse&#8220;, stellt Norbert K\u00f6thnig klar.<\/p>\n<p>Alle 18 Mitarbeitenden des neuen Marktes durchliefen ein normales Bewerbungsverfahren, haben probegearbeitet und anschlie\u00dfend einen \u00fcblichen Arbeitsvertrag erhalten. Bis zu vier Wochen wurden sie in Pfaffenweiler eingearbeitet. Die Immobilie wurde von der Lebenshilfe M\u00fcllheim, einem der drei Gesellschafter der &#8222;Breisgau Arbeit&#8220;, mit Mitteln der &#8222;Aktion Mensch&#8220; erworben.<br \/>\nMarktleiter Kevin Margenfeld hat am zweiten Tag nach der Er\u00f6ffnung kaum Zeit f\u00fcr ein Gespr\u00e4ch. &#8222;Schon am Morgen war gestern die H\u00f6lle los, alle wollten sich den neuen Laden ansehen, und eingekauft wurde auch&#8220;, sagt er. Margenfeld hat schon den CAP-Markt in Pfaffenweiler aufgebaut, er fungiert nur als Interimsmarktleiter, bis die Leitung, die gerade noch bestimmt wird, ihre Stelle antritt. &#8222;Wer hier als Mensch mit Einschr\u00e4nkungen arbeitet, bekommt einen 30-Stunden-Vertrag. Er oder sie muss selbst\u00e4ndig zur Arbeit kommen und m\u00f6glichst in allen Arbeitsbereichen einsetzbar sein.<br \/>\nEs gibt aber auch mobilit\u00e4tseingeschr\u00e4nkte Mitarbeitende, die nur an der Kasse arbeiten&#8220;, so der Marktleiter.<\/p>\n<p>Stefanie Steinbach erlebt heute ihren zweiten Arbeitstag nach einem Monat Einarbeitung. Sie hat einen Schwerbehindertenausweis mit 60 Prozent und hatte zuvor als angelernte Kraft bei Discountern gearbeitet. Dort war ihr die Arbeit zu viel und zu stressig.<br \/>\n&#8222;Hier macht es mehr Spa\u00df, hier kann ich mehr auf die Kunden eingehen, habe Zeit f\u00fcr ein Gespr\u00e4ch und kann ihnen die Ware zeigen. Die Waren sind \u00fcbersichtlich pr\u00e4sentiert, man findet sich leicht zurecht&#8220;, sagt sie. Wichtig sei, dass man im Team aufeinander achte, weniger Druck herrsche und dass R\u00fccksicht auf das genommen werde, was sie leisten k\u00f6nne. An den zwei offenen Kassen haben sich inzwischen lange Schlangen gebildet. &#8222;Ich sollte ganz kurz kassieren&#8220;, sagt Steinbach und \u00f6ffnet die dritte Kasse. Eine Kundin fragt nach einem Abfalleimer. &#8222;Geben Sie mir das, der kommt erst noch&#8220;, antwortet sie und nimmt den M\u00fcll entgegen.<br \/>\nMit dem Biomarkt Brokkolise er\u00f6ffnete 2021 auch in Waldkirch ein Inklusionsbetrieb in bester Innenstadtlage.<br \/>\nDort sind momentan f\u00fcnf Menschen mit Beeintr\u00e4chtigung sozialversicherungspflichtig besch\u00e4ftigt, Tr\u00e4ger ist die &#8222;Dreisamwerke gGmbH&#8220;, Gesellschafter sind das Heilp\u00e4dagogische Sozialwerk Freiburg und die Heidehof-Stiftung in Stuttgart, enge Verbindungen bestehen zur Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Bruckwald in Waldkirch und dem Haus Tobias in Freiburg. Lieferanten sind die Demeter-G\u00e4rtnerei Distel in Endingen und weitere Biobetriebe aus der Region.<br \/>\nWichtig f\u00fcr den Erfolg von Lebensmittelgesch\u00e4ften als Inklusionsbetrieb sei die Unterst\u00fctzung durch die Kundinnen und Kunden, die nicht nur die vergessene Milch dort kaufen, sondern auch im CAP-Markt ihren Wochenendeinkauf machen, sagt Lebenshilfe-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer K\u00f6thnig. In Bad Krozingen wurde der Markt von allen gewollt, die Versorgungsl\u00fccke sei nach der Schlie\u00dfung des Vorg\u00e4ngermarktes gro\u00df gewesen.<br \/>\nWelche wichtige Funktion der Markt f\u00fcr die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger von Pfaffenweiler habe, belege eine sch\u00f6ne Anekdote aus der Zeit des ersten Corona-Lockdowns: Damals sei auch der \u00d6PNV ausgefallen, weshalb die Mitarbeitenden nicht zur Arbeit kamen. Mit Bussen der Lebenshilfe habe man sie von zuhause abgeholt, auch Gemeinder\u00e4te und sogar B\u00fcrgermeister Dieter Hahn h\u00e4tten die Touren gefahren. Und zwar mit voller \u00dcberzeugung und Leidenschaft.<br \/>\n&#8230; Alles vom 20.3.2022 von <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/erzaehlcafe-haslach-hennicke\/\">Gabriele Hennicke<\/a> bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/in-sueddeutschland-kommen-immer-mehr-dorflaeden-zurueck-und-leben-inklusion-vor--210682810.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/in-sueddeutschland-kommen-immer-mehr-dorflaeden-zurueck-und-leben-inklusion-vor&#8211;210682810.html<\/a><\/p>\n<p>.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.cap-markt.de\/\">https:\/\/www.cap-markt.de\/<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.franchiseverband.com\/systeme-finden\/franchisesystem-detail-ansicht\/cap-der-lebensmittelpunkt\">https:\/\/www.franchiseverband.com\/systeme-finden\/franchisesystem-detail-ansicht\/cap-der-lebensmittelpunkt<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lebenshilfe-breisgau.de\/\">https:\/\/www.lebenshilfe-breisgau.de\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>CAP ist Teil von &#8222;HandiCAP. 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