{"id":94460,"date":"2021-09-04T20:45:52","date_gmt":"2021-09-04T18:45:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=94460"},"modified":"2021-09-12T21:12:57","modified_gmt":"2021-09-12T19:12:57","slug":"co2-steuer-oder-regenwald","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/co2-steuer-oder-regenwald\/","title":{"rendered":"CO2-Steuer oder Regenwald?"},"content":{"rendered":"<p>Deutschland tr\u00e4gt mit 1,5 % zum <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/klima\/menschengemacht\/\">menschengemachten<\/a> <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/klima\/co2\/\">CO2-Aussto\u00df<\/a> bei, die weltweite <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/klima-alleingang-hilft-nicht\/\">Brandrodung<\/a> der Regenw\u00e4lder mit 11 % &#8211; also mehr als sieben mal so viel. Mit relativ geringen Finanztransfers an Brasilien, Indonesien usw. lie\u00dfe sich die <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/naturzerstoerung-klimawandel\/\">Waldvernichtung<\/a> beenden, um so der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/klimakatastrophe-apokalypse\/\">Erderw\u00e4rmung<\/a> effektiv zu begegnen.<br \/>\n<!--more-->Stattdessen ruiniert man mit dem Ziel der deutschen Klimaneutralit\u00e4t die hiesige <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/industrie\/\">Industrie<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/volkswirtschaft\/\">Wirtschaft<\/a> mit viel <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/verbraucher\/steuern\/co2-steuer\/\">Geld,<\/a> obwohl die <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/weltrettung\/\">Auswirkungen<\/a> auf das <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/prof-sinn-klima-retten-wie\/\">Weltklima<\/a> marginal sind. Gilt das <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/wirtschaft\/\">\u00f6konomische Prinzip<\/a> &#8222;Mit relativ geringem Aufwand den maximalen Nutzen erzielen&#8220; nicht mehr?<br \/>\n.<br \/>\nDie Formulierung &#8222;Verringerung des CO2-Emmissionen durch eine CO2-Steuer in Deutschland oder den Erhalt der Regenw\u00e4lder weltweit&#8220; ist bewu\u00dft \u00fcberspitzt, und zwar aus mehreren Gr\u00fcnden:<br \/>\n1) <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/groessenwahn\/\">Gr\u00f6\u00dfenwahn<\/a>: Das Problem der Erder\u00e4rmung durch den Aussto\u00df von CO2 ist ein globales Problem. Dieses im nationalen Alleingang l\u00f6sen zu wollen, zeugt von G\u00f6\u00dfenwahn. 98,5%-Weltrettung bei eigenem 1,5%-Anteil geht nicht.<br \/>\n2) <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/verbloedung\/\">Dummheit<\/a>: Wenn die stromabh\u00e4ngige deutsche Industrie (wie z.B. die Stahlindustrie) durch Bepreisung von CO2 nicht mehr wettbewerbsf\u00e4hig wird, dann sind Verarmung und Zusammenbruch des Sozialstaates die Folge.<br \/>\nDeutschland ist ein rohstoffarmes Land mit der Bildung als einzigem Produktionsfaktor, welcher Technologie und Industrie am Laufen h\u00e4lt. Eine <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/industrie\/deindustrialisierung\/\">Deindustrialisierung<\/a> w\u00e4re schlichtweg dumm.<br \/>\n3) Glaubw\u00fcrdigkeit: Als Weltmeister im Import von <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/ernaehrung\/getreide\/soja\/\">Soja<\/a> (f\u00fcr dessen Anbau Regenw\u00e4lder brandgerodet werden) f\u00fcr die heimische Fleischindustrie und im Import von Mango, Avocado et al (f\u00fcr deren Anbau Seen und Fl\u00fcsse trockengelegt und ganze Regionen ausged\u00f6rrt werden) sind wir g\u00e4nzlich unglaubw\u00fcrdig beim Warnen vor einer drohenden Erd\u00fcberhitzung.<br \/>\n4) <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/arroganz\/\">Arroganz<\/a>: Deutschland m\u00fcsse in Sachen CO2-Bepreisung die Rolle des Vorbildes und Vorreiters einnehmen, welche dann andere L\u00e4nder zur Nachahmung verpflichtet. \u00dcber diese arrogante Haltung eines <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/deutschland-kaputt\/\">deutschen Staaten-Winzlings<\/a> m\u00f6gen sich USA (13,4% des menschengemachten CO2-Aussto\u00dfes), China (30,3%) wie Indien (6,8%) allenfalls am\u00fcsieren.<br \/>\n.<br \/>\nDiplomatisches Geschick und internationale Zusammenarbeit sind gefragt. Dabei stets im Hinterkopf: Die Einsparkosten einer Tonne CO2 betragen in Deutschland 1000 Euro, in China hingegen nur 7 Euro &#8211; dieser Faktor 142 sollte zu denken geben.<br \/>\n4.9.2021<br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>\u00d6konomische L\u00f6sungsans\u00e4tze f\u00fcr das internationale CO2-Problem<\/strong><br \/>\n<strong>Bestechung f\u00fcrs Weltklima<\/strong><br \/>\nvon Ulrich van Suntum<br \/>\nDeutschlands Anteil an den menschengemachten CO2-Emissionen liegt bei 1,8 Prozent, die EU-27 kommt mit Gro\u00dfbritannien auf 8,7 Prozent. China wird im CO2-Report der EU-Kommission von 2020 mit 30,3 Prozent veranschlagt, Indien mit 6,8 Prozent \u2013 Tendenz stark steigend.<br \/>\nSelbst ein v\u00f6llig klimaneutrales Europa w\u00fcrde deshalb kaum etwas an der Erderw\u00e4rmung \u00e4ndern. Sofern diese \u00fcberhaupt beeinflu\u00dfbar ist, kann dies nur durch internationale \u00dcbereink\u00fcnfte gelingen.<br \/>\nUnd grunds\u00e4tzlich sollte der Klimaschutz dabei dort erfolgen, wo er am kosteng\u00fcnstigsten ist. Die Einsparung von einer Tonne CO2 kostet in China knapp sieben, bei uns bis zu 1.000 Euro. Pro eingesetztem Euro kann also im Reich der Mitte viel mehr erreicht werden als in Europa.<\/p>\n<p>Sowohl aus \u00f6konomischen als auch aus \u00f6kologischen Gr\u00fcnden sollte deshalb dort die CO2-Reduktion erfolgen. Das hei\u00dft aber nicht, da\u00df diese L\u00e4nder auch die entsprechenden Kosten allein tragen m\u00fc\u00dften. Immerhin liegt Deutschland beim Pro-Kopf-Aussto\u00df von CO2 mit 9,2 Tonnen etwas h\u00f6her als China (8,0 Tonnen) oder Indien (1,9 Tonnen). Zwar tragen wir auch entsprechend mehr zur weltweiten Wirtschaftsleistung bei, aber solche Diskussionen sind letztlich m\u00fc\u00dfig.<br \/>\nAm Ende ist die Aufteilung der Kosten des Klimaschutzes immer eine Frage von Verhandlungen und Macht.<br \/>\n.<br \/>\nNiemand kann Weltm\u00e4chte wie China oder die USA, den mit 13,4 Prozent zweitgr\u00f6\u00dften CO2-Emittenten, zu irgend etwas zwingen.\u00a0Man kann sie aber sehr wohl durch Zugest\u00e4ndnisse an anderer Front f\u00fcr eine Kooperation gewinnen. Es gibt ja noch viele andere Konfliktfelder, etwa in der Welthandelspolitik, wo umgekehrt andere L\u00e4nder etwas von uns erwarten. Und es gibt die M\u00f6glichkeit finanzieller Kompensationen.<br \/>\nSo ist etwa der Konflikt um Nord Stream 2 beigelegt worden: Die Erdgas-Pipeline wird zu Ende gebaut, daf\u00fcr erh\u00e4lt die Ukraine von den USA und Deutschland viel Geld plus die Zusage, im Mi\u00dfbrauchsfall Sanktionen gegen Ru\u00dfland zu verh\u00e4ngen.<br \/>\nSo sollte man auch beim CO2 vorgehen: Klimaschutz vor allem in den \u00e4rmeren L\u00e4ndern, wo mit einfachen Mitteln viel erreichbar ist; die Kosten werden von den reicheren L\u00e4ndern getragen. Neben China und Indien kommen als Adressaten dabei auch S\u00fcdamerika und Indonesien in Frage, wo in gro\u00dfem Umfang Regenw\u00e4lder und damit CO2-Senken vernichtet werden. Allein die Brandrodung tr\u00e4gt mit etwa elf Prozent mehr zum weltweiten CO2-Aussto\u00df bei als die gesamte EU. Man k\u00f6nnte die Waldvernichtung mit relativ wenig Geld aus Europa stoppen, statt f\u00fcr Minimaleffekte hierzulande eine Industrie nach der anderen zu ruinieren.<br \/>\n.<br \/>\nUm solche Abkommen zu erleichtern, sollte man eine Klimaschutzinstitution \u00e4hnlich der Welthandelsorganisation (WTO) gr\u00fcnden. Diese begann 1947 als Zoll- und Handelsabkommen (Gatt) mit 23 Mitgliedsstaaten \u2013 heute sind es 164 WTO-L\u00e4nder. Trotz mancher R\u00fcckschl\u00e4ge war die WTO eine Erfolgsgeschichte. Denn auch der freie Welthandel liegt nicht immer im Interesse einzelner L\u00e4nder, sondern bedarf entsprechender Abkommen. Man mag das Prinzip von Leistung und Gegenleistung als Bestechung bezeichnen, aber es funktioniert wenigstens. Wie hei\u00dft es schon bei Goethe: Am Gelde h\u00e4ngt, zum Gelde dr\u00e4ngt doch alles.<br \/>\n&#8230; Alles vom 3.9.2021 bitte lesen in der F 36\/21, Seite 10<\/p>\n<p>Youtube-Kanal von Ulrich van Suntum<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/channel\/UCUO9eOK9HaLIEGUCYfOd-SA\">https:\/\/www.youtube.com\/channel\/UCUO9eOK9HaLIEGUCYfOd-SA<\/a><br \/>\n.<br \/>\n<em>Professor Ulrich van Suntum ,<br \/>\ngeb 1954, studierte von 1972 bis 1977 Volkswirtschaftslehre in M\u00fcnster und Bochum. Er promovierte 1981 mit dem Thema Regionalpolitik in der Marktwirtschaft und habilitierte sich 1984 mit dem Thema Konsumentenrente und Verkehrssektor in Bochum. Von 1987 bis 1988 war Professor van Suntum Generalsekret\u00e4r des Sachverst\u00e4ndigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (Rat der Wirtschaftsweisen). Er entwickelte und berechnete die konjunkturellen Fr\u00fchindikatoren des Handelsblatts. Professor van Suntum lehrte seit 1995 an der Westf\u00e4lischen Wilhelms-Universit\u00e4t M\u00fcnster.<br \/>\n.<\/em><\/p>\n<p><strong>Kommentar: Fakten, die von Medien gezielt unterschlagen werden<\/strong><br \/>\nDie Ausf\u00fchrungen von Professor van Suntum sind nicht nur zu bejahen \u2013 sie beinhalten auch genau jene Fakten, die die Mainstreammedien gezielt unterschlagen. Ein Gedanke hierzu: W\u00e4hrend bei Bereichen wie der Fl\u00fcchtlingsflut (-Tsunami) und der Corona-Hysterie lauthals auf gemeinsames europ\u00e4isches beziehungsweise weltweites Handeln gesetzt wurde, ma\u00dft man sich in Deutschland an \u2013 einem winzigen Land auf unserem Planeten \u2013, das Weltklima allein zu retten.<br \/>\nDabei wird es von Politik und ihren gleichgeschalteten Medien bewu\u00dft vermieden, die gr\u00f6\u00dften Erzeuger von k\u00fcnstlichen CO2-Emissionen fortlaufend zu nennen: 85 Prozent dieser weltweit erzeugten CO2-Emissionen stammen von China, USA und Indien. Unser \u201eEmissionsbeitrag\u201c ist da geradezu l\u00e4cherlich. Da\u00df allein die Brandrodungen von W\u00e4ldern, wie im Bericht aufgezeigt, bereits etwa elf Prozent mehr zum weltweiten CO2-Aussto\u00df beitragen als die gesamte EU, zeigt auf, wie k\u00fcmmerlich die hiesigen Denkans\u00e4tze sind, wie hoch aber zugleich die entstandene Hybris ist, die in den selben K\u00f6pfen vorherrscht.<br \/>\n10.9.2021, Wolfgang Kahl, Augsburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutschland tr\u00e4gt mit 1,5 % zum menschengemachten CO2-Aussto\u00df bei, die weltweite Brandrodung der Regenw\u00e4lder mit 11 % &#8211; also mehr als sieben mal so viel. 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