{"id":88598,"date":"2021-03-07T10:24:53","date_gmt":"2021-03-07T09:24:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=88598"},"modified":"2021-03-07T22:22:40","modified_gmt":"2021-03-07T21:22:40","slug":"eu-westeuropa-und-osteuropa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/eu-westeuropa-und-osteuropa\/","title":{"rendered":"EU: Westeuropa und Osteuropa"},"content":{"rendered":"<p><em>&#8222;Die <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/eu-reform\/\">Europ\u00e4ische Union<\/a> \u2013 und als wesentlicher Taktgeber Deutschland \u2013 f\u00fchlt sich seit Jahrzehnten als moralisch \u00fcberlegener Vorreiter der Zivilisation und betrachtet die Staaten des ehemaligen Ostblocks als Demokratielehrlinge. Sie reagiert nun mit hilflosem Entsetzen auf ihren Ansehensverlust im ehemaligen Ostblock. <!--more--> Gesellschaften, die es ablehnen, Feminismus, Gendersternchen, erneuerbare Energien oder Feinstaub f\u00fcr die Kernfragen der Menschheit zu halten, machen die Vertreter unseres Mainstreams w\u00fctend.&#8220;<\/em><br \/>\nMit diesen Worten kennzeichnet <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/glaubwuerdigkeit-groko-msm\/\">Arnold Vaatz<\/a>, ehemaliger <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/osteuropa-8-mai-1945\/\">DDR-B\u00fcrgerrechtler<\/a> und einer der stellvertretenden Vorsitzenden der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/vereine\/partei\/cdu\/\">CDU\/CSU<\/a>-Bundestagsfraktion, die Spannungen innerhalb der EU zwischen West- und <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/osteuropa\/\">Osteuropa<\/a> (das Interview bitte <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/osteuropa\/\">hier<\/a> lesen). Moritz M\u00fccke spricht von einem <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/visegrad\/\">&#8222;Geistigen Vorhang&#8220;<\/a> anstelle des seit <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/mauerfall1989\/\">1989<\/a> abgebauten &#8222;Eisernen Vorhangs&#8220;.<br \/>\n.<br \/>\nDie EU hat neben dem Nord-S\u00fcd- auch ein Ost-West-Problem ihrer Mitgliedsl\u00e4nder. Nat\u00fcrlich geht es bei all diesen Problemen letztendlich stets um die <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/target\/\">Finanzierung<\/a>, also ums Geld. Gleichwohl scheinen beim Ost-West-Problem eher tiefgreifende Unterschiede hinsichtlich der nationalen, kulturellen bzw. religi\u00f6sen <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/europa-nationen\/\">Souver\u00e4nit\u00e4t<\/a> der Staaten eine Rolle zu spielen. Diese zeigen sich besonders deutlich im Verh\u00e4ltnis zu <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/ungarn\/\">Ungarn<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/polen\/\">Polen<\/a> bzw. den <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/visegrad\/\">Visegrad<\/a>-Staaten.<br \/>\nWie zerr\u00fcttet dieses Ost-West-Verh\u00e4ltnis derzeit ist, zeigt das folgende Zitat: <em>\u201eWir m\u00fcssen ihn finanziell aushungern. Er braucht das Geld\u2018<\/em> . So droht &#8211; man darf auch sagen hetzt &#8211; die deutsche EU-Parlamentarierin Katarina Barley (SPD) \u00fcber den demokratisch mit gro\u00dfer Mehrheit gew\u00e4hlten Pr\u00e4sidenten von Ungarn, Viktor Orban. Man stelle sich vor, welche Wertsch\u00e4tzung der EU gegen\u00fcber solch ein arrogantes Statement bei der ungarischen Bev\u00f6lkerung ausl\u00f6st.<br \/>\n7.3.2021<\/p>\n<p><strong>Der gro\u00dfen intereurop\u00e4ischen Rochade steht nichts im Weg<\/strong><br \/>\nDiese Mentalit\u00e4tsunterschiede lassen sich recht einfach aus den verschiedenen Erfahrungen erkl\u00e4ren, die im Westen und Osten Europas nach dem Zweiten Weltkrieg gemacht wurden. Der Osten musste ein knappes halbes Jahrhundert in diktatorischen Verh\u00e4ltnissen unter dem sowjetischen Kn\u00fcppel vor sich hin darben. Das pr\u00e4gt. Alle Tricks der modernen Tyrannei wurden an diesen V\u00f6lkern exerziert, und schwer wiegt dieses Verm\u00e4chtnis auf ihren individuellen und kollektiven Ged\u00e4chtnissen. Auf der anderen Seite, im Westen, hat die Marktwirtschaft die Ambitionierten reich und dick gemacht, w\u00e4hrend der Sozialstaat die W\u00fcrde der Armen gesch\u00fctzt und die Abstiegs\u00e4ngste der Mittelschicht gemindert hat.<br \/>\nIn diesem Zusammenhang ist es erforderlich, darauf hinzuweisen, dass es nicht der Osten, sondern der Westen ist, der sich in einer abnormalen psychologischen Position befindet. Krieg, Angst, Notwendigkeit\u2014das sind die herk\u00f6mmlichen Kategorien mit denen sich zu allen Zeiten und Orten die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit der B\u00fcrger aller Staaten haben herumschlagen m\u00fcssen. Luxus und Freizeit war das Privileg der Wenigen, die freilich immer schon von der Arbeit der Vielen gelebt haben. Dieses Muster durchbrochen zu haben ist das Verdienst der westlichen Zivilisation in der zweiten H\u00e4lfte des letzten Jahrhunderts. Leider kommt man nicht umher, gewisse psychologische Kollateralsch\u00e4den diagnostizieren zu m\u00fcssen.<br \/>\nBesonders anschaulich l\u00e4sst sich das am Beispiel der Angst skizzieren. Sie ist Teil der menschlichen Natur und kann uns niemals vollkommen ausgetrieben werden. Allerdings sucht sie sich neue, k\u00fcnstliche Objekte, sobald es einem Staat gelingt, ihre nat\u00fcrlichen Objekte &#8211; Krieg, Mord, Raub &#8211; aus der unmittelbaren Gegenwart zu verbannen. Bald l\u00f6st die Angst sich von den vulg\u00e4ren Vorurteilen der Vergangenheit, bald steigt sie auf in immer h\u00f6here Sph\u00e4ren reinster Abstraktion. Aus diesem Grund haben die Deutschen Angst vor einem atomaren Super-GAU, dem nicht unmittelbar erlebbaren Klimawandel, und dem durch Handelsabkommen verursachten, eigentlich lachhaften Chlorh\u00fchnchen. F\u00fcr solche abstrakten \u00c4ngste hat man in Osteuropa wenig Verst\u00e4ndnis \u2013 und zwar nicht nur deshalb, weil man den schweren Atem Russlands im Nacken sp\u00fcrt.<br \/>\n&#8230;.<br \/>\nIch m\u00f6chte nicht falsch verstanden werden. Nat\u00fcrlich gibt es L\u00e4nder in Osteuropa, die sich mit extremen, strukturellen Problemen herumzuschlagen gezwungen sind (etwa die Ukraine oder Georgien). Allerdings sind zumindest die Visegrad-Staaten so weit gesundet, dass sie es in Zukunft besser haben werden als das \u201ealte Europa\u201c. Als Staatenbund w\u00e4ren sie eine echte Alternative zur verkrusteten und undemokratischen (besser gesagt: antidemokratischen) EU. Ironischerweise k\u00f6nnte hierbei auch Migration eine Rolle spielen \u2013 denn als L\u00e4nder, die europ\u00e4ische Kultur zu niedrigen Preisen und mit weitgehender Freiheit von Terror und Kriminalit\u00e4t bieten k\u00f6nnen, w\u00e4ren sie f\u00fcr westeurop\u00e4ische Leistungstr\u00e4ger eine attraktive Adresse. Nur niedrigqualifizierten Einwanderern aus der dritten Welt w\u00fcrden die Tore verschlossen bleiben.<br \/>\nNat\u00fcrlich h\u00e4tten die neuen G\u00e4ste aus Westeuropa einige H\u00fcrden zu nehmen, etwa die nur schwer zu erlernenden Sprachen Osteuropas. Allerdings spricht die j\u00fcngere Generation in den Visegrad-Staaten sehr gut Englisch \u2013 und bereits heute gibt es brauchbare Software zur direkten, akustischen \u00dcbersetzung von Fremdsprachen in Echtzeit. In f\u00fcnf Jahren wird das Problem in dieser Form nicht mehr existieren. Der gro\u00dfen intereurop\u00e4ischen Rochade steht nichts im Weg.<br \/>\n&#8230; Alles vom 28.7.2021 von Moritz M\u00fccke bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/ein_geistiger_vorhang_zieht_sich_durch_europa\">https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/ein_geistiger_vorhang_zieht_sich_durch_europa<\/a><br \/>\n.<br \/>\nKommentare:<br \/>\n<strong>Ein \u00e4u\u00dferst bemerkenswerter Artikel<br \/>\n<\/strong> &#8211; auch ich habe mir schon \u00f6fters gedacht, ob die bessere Zukunft der Europ\u00e4er nicht in Osteuropa sein w\u00fcrde. Aber bei allen Versuchen, diesen Gedanken zu diskutieren, bin ich immer auf komplettes Unverst\u00e4ndnis der Mitmenschen gesto\u00dfen. Sie sind eben geistig nicht so beweglich, pl\u00f6tzlich jahrzehntelang geltende Dinge in Frage zu stellen &#8211; dazu bedarf es wohl heftiger Anst\u00f6\u00dfe. Allerdings sind diese ja nun in <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/france\/nizza29-10-2020\/\">Nizza<\/a>, Ansbach, W\u00fcrzburg &#8211; als Vorboten &#8211; schon zu erkennen<br \/>\n29.7.2016, C.D., AO<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Wunderbar beobachtet und beschrieben! Bravo!<\/strong><br \/>\nIch bin vor Kommunismus und \u201cEisernen Vorhang\u201d geboren und erinnere mich an die bedrueckende Atmosphere 1956 (Budapest) und 1968. Prag bekraeftigte mein Entschluss zu emigrieren. Deutschland bedeutete damals Westen, Freiheit und Antikommunismus! Alles wichtige Faktoren. Deutschland von damals ist (leider) verloren und entwickelt heute (unter einer linken Koalition) beaengstigende Tendenzen. Werden wir, auf der suche nach Freiheit und Demokratie, wieder nach Ost- oder Suedosteuropa fluchten muessen? Zur Zeit kann man fast neidisch auf UK blicken und fast stolz auf Visegrader- Staaten! Gesunde Menschenverstand wird so gerne in Deutschland strapaziert, weiss diese Gesellschaft noch ueberhaupt was es bedeutet? Scheinbar nicht! Man lebt nur einmal, und wer einmal um einem Teil seines Lebens beraubt wurde, wird nicht bereit sein jetzt von gleichen Ideologen in Deutschland noch einmal betrogen zu werden! Ost- und Suedosteuropa haben noch eine Zukunft !<br \/>\n29.7.2016, I.d.G.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Die Europ\u00e4ische Union \u2013 und als wesentlicher Taktgeber Deutschland \u2013 f\u00fchlt sich seit Jahrzehnten als moralisch \u00fcberlegener Vorreiter der Zivilisation und betrachtet die Staaten des ehemaligen Ostblocks als Demokratielehrlinge. 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