{"id":87312,"date":"2021-01-27T08:46:12","date_gmt":"2021-01-27T07:46:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=87312"},"modified":"2021-01-27T19:18:00","modified_gmt":"2021-01-27T18:18:00","slug":"quote-contra-buergergesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/quote-contra-buergergesellschaft\/","title":{"rendered":"Quote contra B\u00fcrgergesellschaft"},"content":{"rendered":"<p>In <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/berlin\/\">Berlin<\/a> wird ein Gesetzentwurf vorgelegt und wohl auch beschlossen, der vorschreibt, 35% <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/migration\/migration-maenner\/\">Migranten<\/a> oder Kinder von Nichtdeutsch-Geborenen in den \u00f6ffentlichen Dienst <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/soziales\/arbeit\/job\/\">einzustellen<\/a>. Diese <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/quoten\/\">Quote<\/a> orientiert sich am 35%-Anteil der Berliner mit mindestens einem Elternteil mit <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/migration\/migrationshintergrund\/\">Migrationshintergrund<\/a>. Ziel ist der Abbau von <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/diskriminierung\/\">Diskriminierung<\/a>. <!--more-->Bei Auswahl- und Einstellungsverfahren sollen in Berlin Migranten k\u00fcnftig bei gleicher Qualifikation bevorzugt werden, solange sie in einer Verwaltung unterrepr\u00e4sentiert sind. Die derzeitige <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/quoten\/\">Quote<\/a> betr\u00e4gt 12%. Bei der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/soziales\/justiz\/polizei\/polizeibeamte\/\">Polizei<\/a> ist das 35%-Ziel mit derzeit 38% schon \u00fcbererf\u00fcllt.<br \/>\n.<br \/>\nNur noch eine weitere Quote, warum die <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/kritik\/\">Aufregung<\/a>? Nein, es ist mehr. Den bisherigen Quoten wie <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/integration\/frauenrechte\/\">Frauenquote<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/behinderung\/\">Behinderungsquote<\/a> liegen individuelle Merkmale zugrunde, die neue Quote hingegen zielt mit dem Migrationshintergrund auf ein \u00fcberindividuelles Merkmal ab: die Herkunft bzw. <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/ethnien\/\">Ethnie<\/a>. \u00dcber die Chancen bei der Einstellung soll also entscheiden, woher die Eltern des Bewerbers stammen.<br \/>\nAus freien und gleichen B\u00fcrgern werden damit Angeh\u00f6rige von Kollektiven (fr\u00fcher St\u00e4mme genannt), denen sie durch Geburt angeh\u00f6ren.<br \/>\n<em><strong>Die Migrationsquote markiert somit den tiefgreifenden Unterschied zwischen der bisherigen B\u00fcrgergesellschaft und der identit\u00e4tspolitisch geformter Gesellschaft:<\/strong> <\/em><br \/>\n.<br \/>\nIn der B\u00fcrgergesellschaft gen\u00fcgt als Identit\u00e4t der Name &#8211; wie der B\u00fcrger sich sonst zuordnet &#8211; politisch, religi\u00f6s und anderweitig &#8211; ist seine Privatsache. Diese B\u00fcrgergesellschaft ist ein Erfolgsmodell, sie ist Basis der westlichen Industriestaaten.<br \/>\n.<br \/>\nIn der neuen Identit\u00e4tswelt der Neotribalismus besteht die Gesellschaft aus Kollektiven als den modernen St\u00e4mmen, somit entscheidet die Herkunft \u00fcber Zuordnung und Platz. Mit diesem R\u00fcckschritt verabschiedet man sich von der modernen Industriegesellschaft.<br \/>\n.<br \/>\nHier einige Kritikpunkte:<br \/>\nDer derzeitige Anteil der Verwaltungsmitarbeiter mit Migrationshintergrund wird auf 12% gesch\u00e4tzt &#8211; was gerade auf \u00c4mtern in Berlin immer wieder zu skurrilen Szenen f\u00fchrt, wenn \u00e4ltere deutsche Mitarbeiter, die kaum Englisch sprechen, mit ausl\u00e4ndischen B\u00fcrger zu tun haben, die kaum Deutsch sprechen.<br \/>\nEine solche Quote kann ohne Rechtsverletzung nicht \u00fcberpr\u00fcft werden, da eine verpflichtende Erfassung der Abstammung gesetzeswidrig ist.<br \/>\nSind wir auf dem Weg in die St\u00e4nderepublik &#8211; wie fr\u00fcher mit Leibeigenen, Bauern, Adel, H\u00e4ndlern, B\u00fcrgern? Statt Qualifikation z\u00e4hlt dann die Zugeh\u00f6rigkeit zum Stand, zur Gruppe bzw. die Gnade der Geburt.<br \/>\nZudem: Diese Identit\u00e4tspolitik zieht noch mehr Migranten an: &#8222;Kommt schnell, damit ihr quotenm\u00e4\u00dfig dabei sein k\u00f6nnt&#8220;.<br \/>\nEine Migrationsquote ist in zutiefst <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/rassismus\/\">rassistisch<\/a> und diskriminierend! Ist es schon wieder soweit?<br \/>\nIn einer offenen B\u00fcrgergesellschaft spielen Qualifikation und Leistungsbereitschaft eines Menschen ein Rolle, nicht aber Herkunft oder Geschlecht! Von diesen Idealen der B\u00fcrgergesellschaft wollen linke Ideologen weg. Diese Identit\u00e4tspolitk von Berlin&#8217;s RRG-Senat spaltet die Gesellschaft und ist Futter f\u00fcr die Rechtsextremen.<br \/>\nWie vertr\u00e4gt sich die Quotierung mit den grundgesetzlich verankerten Begriffen der Leistung, Eignung und Bef\u00e4higung? So wie &#8222;Deutschsein&#8220; keine Leistung ist, kann auch keine Leistung sein, einen Migrationshintergrund zu haben.<br \/>\n.<br \/>\nDie Taktik des Berliner RRG-Senats beim Gesetzemachen wiederholt sich, analog etwa zum Mietendeckel: Man beschlie\u00dft etwas, das offensichtlich grundgesetzwidrig. Bis jemand dagegen klagt und das BVerfG das Ganze kippt (was viel Zeit in Anspruch nimmt), hat man vollendete Tatsachen geschaffen.<br \/>\nMigrationshintergrund ist ein Wischi-Waschi-Kriterium. Eine Bewerberin, deren Vater \u00d6sterreicher und Mutter Deutsche ist, wird also in Zukunft bevorzugt eingestellt &#8211; oder gibt es nun gute und b\u00f6se L\u00e4nder f\u00fcr die Migrationsquote?<br \/>\n.<br \/>\nEinerseits soll eine Quote Menschen mit Migrationshintergrund bei gleicher Qualifikation bevorzugen. Andererseits soll die Bezeichnung &#8222;Migrationshintergrund&#8220; abgeschafft werde, um in Kriminal- wie Arbeitslosenstatistiken diese nicht mehr ausweisen zu k\u00f6nnen. Dieses Unterfangen ist rassistisch.<\/p>\n<p>Die Migrantenquote \u00e4hnelt der in den USA erfolgreichen &#8222;Affirmative Action (AA)&#8220;: Ein Mensch ist einfach gut, da er ein Schwarzer ist. Es w\u00e4re diskriminierend, wenn man an ihn die gleichen Anforderungen stellen w\u00fcrde wie an einen Wei\u00dfen. Diese AA hat zu den kuriosesten Situationen gef\u00fchrt, z.B. Studienpl\u00e4tze an der Hochschule blockiert, da mit funktionalen Analphabeten besetzt.<br \/>\nGedankenexperiment: Man ersetze Schwarz durch Migrant und Wei\u00df durch Deutsch, auch dann erkennt man den Rassismus in der AA.<br \/>\n.<br \/>\nFazit: Die <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/quoten\/\">Migrantenquote<\/a> ist nicht geeignet, der Diskriminierung von Migranten zu entgegen zu wirken. Im Gegenteil: Sie zerst\u00f6rt das Erfolgsmodell des Industriestaates, die B\u00fcrgergesellschaft (in der Name und Leistung freier, gleicher B\u00fcrger z\u00e4hlen), und leitet den \u00dcbergang zu einer durch <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/islam\/tribalismus\/\">Tribalismus<\/a> gepr\u00e4gten Gesellschaft, in der Geburt und Stamm bzw. Kollektiv z\u00e4hlen, d.h. <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/integration\/parallelgesellschaft\/\">Parallelgesellschaften<\/a> entstehen.<br \/>\nWeitere Infos zu <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/quoten\/\">Quoten<\/a>\u00a0finden Sie <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/quoten\/\">hier<\/a>.<br \/>\n26.1.2021<br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>Eberhard Diepgen (ehem. B\u00fcrgermeister von Berlin): Keine Migrantenquote<\/strong><br \/>\nDiepgen: &#8222;Entscheidend in unserem Staat ist das gleiche Wahlrecht f\u00fcr die B\u00fcrger des Landes und (eingeschr\u00e4nkt auf die Kommunen) der EU. Auf der Grundlage des Verh\u00e4ltniswahlrechtes k\u00f6nnen auch Gruppen von Minderheiten entscheidenden Einflu\u00df gewinnen. &#8230;<br \/>\nAber ich will auf eine Gruppe von Berlinern hinweisen, die Opfer dieser unausgegorenen Quoteneuphorie werden. Es sind die jungen Berliner ohne Migrationshintergrund. F\u00fcr viele Jahre, bis die Quote erreicht ist, sollen sie zur\u00fcckstehen. Bei allen neuen Einstellungen und danach auch bei Versetzungen und Bef\u00f6rderungen.&#8220;<br \/>\n&#8230; Alles vom 23.1.2021 von Eberhard Diepgen bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.bz-berlin.de\/berlin\/braucht-die-berliner-verwaltung-eine-quote-fuer-migranten\">https:\/\/www.bz-berlin.de\/berlin\/braucht-die-berliner-verwaltung-eine-quote-fuer-migranten<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein Kommentare:<br \/>\nEs ist eine Frage der Gerechtigkeit, dass dauerhaft hier lebende Menschen nichtdeutscher Herkunft in dieser Gesellschaft Aufstiegschancen und Teilhaberechte haben. Eine Quotenregelung und der Verzicht auf den Begriff &#8220; Integration&#8220; sind allerdings der falsche Weg. Dadurch werden Abwehrreflexe, Missgunst und Benachteiligungs\u00e4ngste gesch\u00fcrt &#8211; die Spaltung der Gesellschaft wird vertieft.<br \/>\nWie man das ehrenhafte Ziel (Partizipation und Gleichberechtigung) auch ohne Quote erreichen kann, wei\u00df Ich nicht genau. Vielleicht gibt es Beispiele aus anderen Staaten, an denen man sich orientieren k\u00f6nnte. Ich kenne etliche Jugendliche mit Migrationshintergrund, die wenigstens genauso leistungsf\u00e4hig und sympathisch wie ihre biodeutschen Altersgenossen sind. Ihnen w\u00fcnsche ich, dass man ihnen auf Ihrem Weg ins Berufsleben vorurteilsfrei und ohne Ressentiments begegnet. Dann gel\u00e4nge es auch ohne Quote, dass sie in der Verwaltung , in der freien Wirtschaft oder sonstwo eine faire Chance haben.<br \/>\n24.1.2021, K.B.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Berlin wird ein Gesetzentwurf vorgelegt und wohl auch beschlossen, der vorschreibt, 35% Migranten oder Kinder von Nichtdeutsch-Geborenen in den \u00f6ffentlichen Dienst einzustellen. Diese Quote orientiert sich am 35%-Anteil der Berliner mit mindestens einem Elternteil mit Migrationshintergrund. 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