{"id":85383,"date":"2020-12-02T20:15:18","date_gmt":"2020-12-02T19:15:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=85383"},"modified":"2020-12-02T20:36:21","modified_gmt":"2020-12-02T19:36:21","slug":"umstritten-monika-maron","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/umstritten-monika-maron\/","title":{"rendered":"Umstritten &#8211; Monika Maron?"},"content":{"rendered":"<p>Die B\u00fcrgerrechtlerin <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/dichter\/maron\/\">Monika Maron<\/a> (79) wurde in der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/ddr\/\">DDR<\/a> nicht verlegt und nun wird sie bei S. Fischer nicht mehr verlegt. Grund: Die <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/dichter\/\">Schriftstellerin<\/a> wurde von den <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/mainstream\/\">Mainstream-Medien<\/a> wegen <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/diskussionskultur\/kontaktschuld\/\">Kontaktschuld<\/a> zum falschen Verlag f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/kulturverlust\/umstritten\/\">&#8222;umstritten&#8220;<\/a> erkl\u00e4rt, dem aktuellen Zauberwort zur <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/diskussionskultur\/\">Dialogverhinderung<\/a> und Ausgrenzung. <!--more-->.<\/p>\n<p>Die Bundesrepublik Deutschland von heute ist zwar noch lange keine <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/ddr2-0\/\">DDR 2.0<\/a>, aber hinsichtlich &#8222;umstrittener&#8220; Intellektueller auf dem Weg dahin. Denn wer wohl erkl\u00e4rt wen und warum zur &#8222;umstrittenen Person&#8220;?<br \/>\n\u00dcbrigens: Beim S.Fischer-Verlag wird\/wurde die Mao-Bibel herausgegeben. Wer so <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/toleranz\/\">tolerant<\/a> ist, sollte auch mit der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/ddr\/\">deutsch<\/a>&#8211;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/deutschland2020\/\">deutschen<\/a> B\u00fcrgerrechtlerin und Autorin Monika Maron auskommen k\u00f6nnen. Oder gibt es links oder rechts der Mitte zweierlei Toleranzen?<br \/>\n2.12.2020<br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>Noch feindseliger geht nicht \u2013 Der Fall Monika Maron und das alternativlose deutsche Meinungsklima<\/strong><br \/>\nDeutschland scheint sich eingerichtet zu haben zwischen links oder rechts, Gut oder B\u00f6se. \u00abUmstritten\u00bb heisst das Zauberwort, mit dem ein konstruktiver Dialog erstaunlich erfolgreich verhindert werden kann. Weshalb der Fischer-Verlag mit dem Rausschmiss einer grossen Autorin einen Fehler gemacht hat. &#8230;<br \/>\nTats\u00e4chlich hat sich, was deutsche Diskussionskultur einmal ausmachte, zusehends in einem von moralischer Belehrung, Hypersensibilit\u00e4t und ideologischem Machtkampf geschw\u00e4ngerten Meinungsklima auseinanderdividiert. Ein Land scheint sich alternativlos eingerichtet zu haben zwischen links oder rechts, Gut oder B\u00f6se.<br \/>\n&#8230;.<br \/>\nDer Fischer-Verlag und die h\u00f6here Moral<br \/>\nMit dem k\u00fcrzlich erfolgten Rausschmiss der Schriftstellerin Monika Maron aus dem Fischer-Verlag nach vierzig Jahren Zusammenarbeit ist eine neue Dimension erreicht. Dieselben Medien, die sich noch vor nicht allzu langer Zeit dar\u00fcber emp\u00f6rten, dass Angela Merkel in ihrem B\u00fcro wegen der politischen Haltung Emil Noldes in der NS-Zeit auf ein Bild des Expressionisten verzichtet, zeigen viel Verst\u00e4ndnis f\u00fcr den Verlag, der sich wegen offensichtlicher politischer Meinungsverschiedenheiten nach gemeinsamen Jahrzehnten menschlich anmassend und intellektuell armselig von seiner Autorin trennt.<br \/>\nWomit Fischer sich selber von jener Tradition des Hauses weit entfernt, die man als (fadenscheinige) Begr\u00fcndung f\u00fcr diese Trennung erst anf\u00fchrt: n\u00e4mlich die Werte eines im Nationalsozialismus drangsalierten Verlages, dessen j\u00fcdische Eigent\u00fcmerfamilie ins Exil gedr\u00e4ngt wurde. Genauso gut k\u00f6nnte man nun die h\u00f6here Moral im Hinweis auf die Biografie Marons anf\u00fchren: W\u00e4re nicht schon der Umstand allein, dass Maron 1981 ihr Romandeb\u00fct bei Fischer im Westen herausbrachte, weil die DDR-Zensur mit der Gesellschaftskritik in \u00abFlugasche\u00bb ihre Probleme hatte, ein Grund f\u00fcr das Festhalten an der deutschen Schriftstellerin gewesen?<br \/>\nDer Verlag aber konnte (oder wollte) sich erkl\u00e4rtermassen nicht arrangieren damit, dass Maron ein paar zerstreut publizierte Essays einer befreundeten Dresdner Buchh\u00e4ndlerin zur Verf\u00fcgung gestellt hatte, wobei diese die Texte in einer Buchreihe unter dem Namen \u00abExil\u00bb herausgab und ausserdem mit G\u00f6tz Kubitscheks sehr rechtslastigem Verlag Antaios zusammenarbeitet.<br \/>\n&#8230; Alles vom 2.12.2020 von Claudia Schwartz bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/feuilleton\/monika-maron-und-das-meinungsklima-feindseliger-geht-nicht-ld.1589543\">https:\/\/www.nzz.ch\/feuilleton\/monika-maron-und-das-meinungsklima-feindseliger-geht-nicht-ld.1589543<\/a><br \/>\n.<br \/>\nKmmentare:<br \/>\n<strong>Zensur gegen die &#8222;Umstrittenen&#8220;<\/strong><br \/>\nZu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich mit dem Werk von Frau Maron nicht in Geringsten vertraut bin, die Ereignisse, und der Wirbel um ihren Ausschluss aber durchaus in den Rahmen der Zeit passt.<br \/>\nUnd schon fange ich wieder an mich zu wiederholen, denn auch dieser Vorgang ist ein Kind des Zeitgeistes, nur eine von vielen Facetten, wie sie sich am heutigen Tage in der Wirklichkeit wiederfindet. Mit dem schwindenden Mut der Verantwortlichen sich gegen die Mainstream-Meinung zu stellen, die gar kein gewachsenes Fundament ausgebildet hat, sondern ein reines Konstrukt nicht zu Ende gedachter Ideen ist, wird es immer mehr Opfer geben, die dieser \u201eZensur\u201c anheimfallen.<br \/>\nB\u00fccher verschwinden aus den Regalen, oder werden ideologisch entsch\u00e4rft, Stra\u00dfen unbenannt, Denkm\u00e4ler abmontiert, Kult- Comedy-Shows vergangener Zeiten aus den Fernseharchiven verbannt, weil man Sexismus, Rassismus und vor allem toxische M\u00e4nnlichkeit, auch in geringen Dosen, f\u00fcr unertr\u00e4glich h\u00e4lt, und der neuen vermeintlichen Wirklichkeit fr\u00f6nen muss, in der Diversit\u00e4t und Inklusion in den Besetzungslisten, f\u00fcr Film und Theater eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen als die Inhalte. Und erneut zum Abschluss der Hinweis, dass nur eine Minderheit die F\u00e4den in der Hand h\u00e4lt, um uns alle auf diesen Weg der geistigen Einengung zu f\u00fchren, wir aber anscheinend zu schwach sind (mich eingeschlossen), um uns dagegen zu stemmen.<br \/>\n2.12.2020, T.A.<\/p>\n<p><strong>Artur Lanz &#8211; seine Meinung nicht mehr offen sagen k\u00f6nnen<\/strong><br \/>\nIch bedanke mich f\u00fcr diesen Artikel. Leider dr\u00e4ngt sich einem, der in der DDR-Diktatur sozialisiert wurde, in den letzten Jahren der Vergleich angesichts der Tatsache, dass Meinungen in Deutschland nicht mehr offen gesagt werden k\u00f6nnen, ohne in Gefahr zu geraten, in die Nazi-Ecke ger\u00fcckt oder sofort gecancelt zu werden, immer st\u00e4rker auf. Kein Buch der deutschen Gegenwartsliteratur ber\u00fchrte mich in letzter Zeit so stark wie &#8222;Artur Lanz&#8220;.<br \/>\nUnd Frau Maron hat Recht, sie provoziert nicht, sondern man wird provoziert. Der Fischer-Verlag schickte Frau Maron mit seinem Rausschmiss in gewisser Weise ins Exil und provoziert damit das Nachdenken \u00fcber den Titel dieser Reihe&#8230; Die Notwendigkeit, geistig ins Exil zu gehen, mithilfe historischer Stoffe und Metaphern die Meinung auszudr\u00fccken, war f\u00fcr humanistisch-aufgekl\u00e4rte Schriftsteller in der DDR der einzige Weg.<br \/>\nJa, was in Deutschland nicht nur mit prominenten Dichtern und Denkern passiert, ist erschreckend anma\u00dfend und niedertr\u00e4chtig. Wer die Diktatur kennt, bekommt angesichts dieser Entwicklungen, angesichts der Ausgrenzung (die nat\u00fcrlich auch die AfD betrifft &#8211; grunds\u00e4tzlich jeder Antrag dieser demokratisch gew\u00e4hlten Partei wird abgelehnt und damit verhindert, dass es b\u00fcrgerliche Ann\u00e4herung anstatt Polarisierung geben k\u00f6nnte), Angst.<br \/>\nZum Gl\u00fcck ist nicht alles gleichgeschaltet. Zum Gl\u00fcck gibt es noch Verlage, die den Mut zur Meinungsfreiheit zeigen und damit f\u00fcr die Demokratie stehen.<br \/>\n&#8222;Der Gef\u00fchlsstau&#8220; liest sich heute aktuell.<br \/>\n2.12.2020, P.K.<br \/>\nEnde Kommentare<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die B\u00fcrgerrechtlerin Monika Maron (79) wurde in der DDR nicht verlegt und nun wird sie bei S. Fischer nicht mehr verlegt. 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