{"id":84501,"date":"2020-11-08T17:33:11","date_gmt":"2020-11-08T16:33:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=84501"},"modified":"2020-11-16T20:27:20","modified_gmt":"2020-11-16T19:27:20","slug":"demokratie-skepsis-der-jugend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/demokratie-skepsis-der-jugend\/","title":{"rendered":"Demokratie-Skepsis der Jugend"},"content":{"rendered":"<p>55 Prozent der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/familie\/generationen\/\">Millenials<\/a>, die um die Jahrtausendwende aufwuchsen, haben ein gro\u00dfes Problem mit der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/direkte-demokratie\/\">Demokratie<\/a> und lehnen diese ab. Zu diesem besorgniserregenden Ergebnis kommt die sog. Cambridge-Studie (siehe unten), \u00fcber die &#8211; anders als in den\u00a0 Staaten der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/eu-parlament-undemokratisch\/\">EU<\/a> sowie GBR und USA -in den deutschen <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/journalismus\/haltungsjournalismus\/\">Medien<\/a> kaum berichtet wird. <!--more-->.<br \/>\n.<br \/>\n1. Die Ablehnung der Demokratie nimmt zu<br \/>\nDer Anteil der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/post-demokratie\/\">Demokratie-Skeptiker<\/a> lag bei den Vorg\u00e4ngern der Millenials, also der &#8222;Generation X&#8220; und der &#8222;&#8220;Baby Boomer&#8220; weitaus niedriger.<br \/>\nGeneration Z als Snowflokes, nach 1995 geboren<br \/>\nGeneration Y als Millenials , 1981 &#8211; 1995<br \/>\nGeneration X, 1965 &#8211; 1980<br \/>\nBabyboomer, 1944 &#8211; 1964<br \/>\nInterwar Generation, 1918 &#8211; 1942<br \/>\nBei den nachfolgenden &#8222;Snowflakes&#8220; ist er noch h\u00f6her. Dass bei <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/klima\/fridaysforfuture\/\">Fridays-for-Future<\/a> die demokratiefeindlichen Bewegungen von Antifa und &#8222;Extinction Rebellion&#8220; einen immer gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen, st\u00f6rt die jungen Leute aufgund ihrer Demokratie-Skepsis nicht.<br \/>\n.<br \/>\n2. Die Staatsschuldenkrise in 2008 bildet laut Cambridge-Studie den Wendepunkt: Die jungen Leute stellen fest, da\u00df es der Politik mehr um die Rettung der Banken und Finanzinvestoren geht, weniger aber um die Rettung von Geldstabilit\u00e4t und Wirtschaft. Sie erfahren, da\u00df es ihnen finanziell schlechter geht als ihren Vorg\u00e4ngergenerationen. Dies f\u00fchrt zur Abwendung von den gesellschaftlichen Werten der Demokratie.<br \/>\n.<br \/>\n3. Beg\u00fcnstigt wird dies laut Cambridge-Studie durch Millenials, die von Ichbezogenheit, Narzissmus, Infantilit\u00e4t und Hypersensibilit\u00e4t gepr\u00e4gt sind. Und f\u00fcr die nachfolgenden j\u00fcngeren Snowflakes trifft dies noch mehr zu: Lebensziel ist die gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Selbstzufriedenheit. Stets tun k\u00f6nnen, was man will. Sich ohne Verantwortung, Verpflichtung und Zwang rund um die Uhr selbst verwirklichen, so lautet das coole Motto.<br \/>\n.<br \/>\n4. Die Cambridge-Studie stellt die <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/moral2015\/\">Moral<\/a> als dominierenden Wert der Millenials fest: Gem\u00e4\u00df der Woke-Bewegung ist eine ausschlie\u00dfliche Konzentration auf <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/gesinnungsethik\/\">moralische Fragen<\/a> angesagt. Eine Diskussionskultur mit dem Abw\u00e4gen und Verteidigen von Argumenten auf der Suche nach einer Kompromi\u00dfl\u00f6sung ist Grundelement der Demokratie &#8211; f\u00fcr Millenials ist diese Diskussion viel zu m\u00fchsam und zudem \u00fcberfl\u00fcssig: Da sie sich moralisch auf der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/gutmenschen\/\">guten Seite<\/a> w\u00e4hnen, kann man den politisch Andersdenkenden als &#8222;moralisch fehlerhaft&#8220; abtun und sich somit den demokratischen Streit ersparen. Linksgr\u00fcne Kampagnen kommen ohne zeitraubende \u00dcberzeugungsarbeit aus: Moralisch gut gegen b\u00f6se, richtig gegen falsch.<br \/>\n.<br \/>\n5. Auch dies konstatiert die Cambridge-Studie: Junge Leute sind dem <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/populismus\/\">Populismus<\/a> nicht abgeneigt &#8211; viele scheinen sich nach dem starken Mann bzw. der starken Frau sowie nach den einfachen L\u00f6sungen zu sehnen.<br \/>\n&#8211;<br \/>\nDie Demokratie mu\u00df es auch den Jungen wert sein, verteidigt zu werden. Wenn unser Buldungssystem dieses &#8222;wert sein&#8220; nicht mehr vermitteln kann oder will, dann wird unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung rasch durch totalit\u00e4re Str\u00f6mungen zerst\u00f6rt werden.<br \/>\n8.11.2020<br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>Die Cambridge-Studie: Das gest\u00f6rte Verh\u00e4ltnis junger Menschen zur Demokratie<\/strong><br \/>\nVor kurzem lie\u00df eine umfangreiche Studie der renommierten University of Cambridge aufhorchen. Sie kam zu einem bedenklichen Befund: Die Mehrheit der \u201eMillennials\u201c, also der Altersgruppe der 25- bis 35-J\u00e4hrigen, hat ein Problem mit der Demokratie.<br \/>\n\u201eMoment\u201c, werden Sie fragen, \u201ewelche Studie?\u201c<br \/>\nIn Deutschland blieb die Berichterstattung dazu d\u00fcnn. Nur wenige Redaktionen berichteten \u00fcberhaupt. Dagegen wollten wohl weder die Leitmedien noch der \u00f6ffentlich-rechtliche Rundfunk allzu viel Staub aufwirbeln. Dies k\u00f6nnte vor allem daran liegen, dass die Studienverfasser ein \u00fcberraschendes Fazit pr\u00e4sentierten, das den Medien-\u201eMillennials\u201c so gar nicht geschmeckt haben d\u00fcrfte. &#8230;<br \/>\nDie Erfolge sogenannter Populisten haben in den vergangenen Jahren offenbar zu einer deutlich h\u00f6heren Zufriedenheit der \u201eMillennials\u201c mit der Demokratie gef\u00fchrt. Dies ist ein Schlag ins Gesicht der Aktivisten in den Redaktionen und k\u00f6nnte der Grund daf\u00fcr sein, dass die Cambridge-Studie hierzulande unter dem Radar durchgeflogen ist. Wo man doch berichtet hat, wurde diese Kernaussage einfach umgedeutet. Wer will schon schlafende Hunde wecken, nachdem er sich so viel M\u00fche gegeben hat, seine \u201eHaltung\u201c anderen aufzuzwingen.<br \/>\n&#8230; Alles vom 2.11.2020 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/peymani.de\/die-cambridge-studie-das-gestoerte-verhaeltnis-junger-menschen-zur-demokratie\/\">https:\/\/peymani.de\/die-cambridge-studie-das-gestoerte-verhaeltnis-junger-menschen-zur-demokratie\/<\/a><br \/>\n.<br \/>\nKommentar:<br \/>\nEs h\u00e4ufen sich die Anzeichen, dass die Phase des liberalen marktwirtschaftlich orientierten Nationalstaats vor\u00fcber ist, da es kaum noch Tr\u00e4ger f\u00fcr dieses Konzept mehr gibt bzw. diese sich im R\u00fcckzug befinden oder stigmatisiert werden. Das w\u00e4re aber auch das Ende des demokratischen Rechtsstaats.<br \/>\nDie Jugend ist stark durch einen linksgr\u00fcn dominierten Lehrk\u00f6rper indoktriniert. Insofern sind die Ergebnisse der Studie nicht wirklich erstaunlich.<br \/>\nIst die Lage deshalb hoffnungslos? Schwer zu sagen, es h\u00e4ngt davon, ob es gelingt die liberal-b\u00fcrgerlichen Kr\u00e4fte zu b\u00fcndeln. Die gibt es auch unter den Jungen, die die Nase von dem Genderismus und den st\u00e4ndigen Bevormundungen voll haben.<br \/>\n2.11.2020, P.T., LWO<\/p>\n<p>.<br \/>\n<strong>Youth and Satisfaction with Democracy<\/strong><br \/>\n1. Executive Summary<br \/>\n\u2022 In recent years, there has been extensive debate around attitudes to democracy among younger generations. Yet an absence of rigorous, globally comparative data has hindered the ability to draw firm conclusions.<br \/>\n\u2022 This report takes advantage of the largest-ever global dataset on democratic legitimacy \u2013 combining data from over 4.8 million respondents, 43 sources and 160 countries between 1973 and 2020.<br \/>\n\u2022 Using this combined, pooled dataset, we are able to show how satisfaction with democracy has changed over time among four generations \u2013 millennials, Generation X, baby boomers, and the interwar generation \u2013 over the past quarter of a century, across all major regions of the world.<br \/>\n\u2022 <em><strong>We find that across the globe, younger generations have become steadily more dissatisfied with democracy<\/strong><\/em> \u2013 not only in absolute terms, but also relative to older cohorts at comparable stages of life.<br \/>\n\u2022 However, the \u201cpopulist wave\u201d of 2015 to date signals a possible trend reversal.<br \/>\n\u2022 We explore the question of whether populist mobilisation has the potential to reversethe \u201cdemocratic disconnect\u201d between youth and democracy \u2013 or will only lead to greater democratic disillusionment in the future.<br \/>\n&#8230;.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.cam.ac.uk\/system\/files\/youth_and_satisfaction_with_democracy.pdf\">https:\/\/www.cam.ac.uk\/system\/files\/youth_and_satisfaction_with_democracy.pdf<\/a><\/p>\n<p>.<br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>Demokratie? Nein danke<\/strong><br \/>\n<strong>Cambridge-Studie \u201eJugend und Zufriedenheit mit der Demokratie\u201c: Die Skepsis der Jugend w\u00e4chst von Generation zu Generation<br \/>\n<\/strong>\u00a0.<br \/>\n<em>Demokratieskepsis wegen Einkommensverteilung<\/em><br \/>\nImmer weniger Jugendliche sind weltweit mit der Demokratie zufrieden. Dies ist das Ergebnis einer 60seitigen Studie des \u201eZentrums f\u00fcr die Zukunft der Demokratie\u201c (\u201eCentre for the Future of Democracy\u201c) der Universit\u00e4t Cambridge mit dem Titel \u201eJugend und Zufriedenheit mit der Demokratie\u201c (\u201eYouth and Satisfaction with Democracy\u201c). In dieser nach Aussage von Studienleiter Roberto Foa bis dato gr\u00f6\u00dften Untersuchung ihrer Art seien 43 Quellen aus 160 L\u00e4ndern mit 4,8 Millionen Antworten von Befragten ausgewertet worden.<br \/>\nInsgesamt umfa\u00dft die Studie 2,3 Milliarden Menschen, von denen 1,6 Milliarden, gleich 70 Prozent, mit der Demokratie zunehmend unzufrieden sind. Als Hauptgrund f\u00fcr diese Unzufriedenheit nannte Foa die Ungleichheit von Verm\u00f6gen und Einkommen. So w\u00fcrden zum Beispiel in den USA die zwischen 1981 und 1996 Geborenen (Millennials) nur drei Prozent des Gesamtreichtums halten, w\u00e4hrend es bei den Jahrg\u00e4ngen Ende 1944 bis 1964, den sogenannten Baby-Boomern, im gleichen Alter noch 21 Prozent sind.<br \/>\n&#8230;<br \/>\n<em>Demokratieskepsis wegen Identit\u00e4tspolitik<\/em><br \/>\nAuf der Nachrichtenseite Twitter Smash wurde die Studie massiv kritisiert. \u201eDas Vers\u00e4umnis, den Aufstieg der Identit\u00e4tspolitik und die Kultur des Absagens f\u00fcr diesen Trend verantwortlich zu machen, ist eine krasse Auslassung\u201c, hei\u00dft es dort. Nach Ansicht des Autors h\u00e4ngt die Ansicht, ob man die Demokratie akzeptiere, nicht nur von der Einstellung zu wirtschaftlichen Angelegenheiten ab, sondern vor allem von dem Wert, den man der Demokratie beimesse. Dies sehe man sehr gut in den anglo-amerikanischen L\u00e4ndern, \u201eda in diesen Gesellschaften die kulturellen Werte von Freiheit und Demokratie am st\u00e4rksten in Frage gestellt\u201c worden seien.<br \/>\nDies sei schuld \u201eder Identit\u00e4tspolitik und der Kultur des Absagens\u201c. Vor allem die Identit\u00e4tspolitik sei der \u201edemokratischen Entscheidungsfindung zutiefst feindlich\u201c gesinnt und ziehe ihre \u201eunterschiedlichen Identit\u00e4tsblasen einem \u00f6ffentlichen Leben vor, an dem die B\u00fcrger als Ganzes beteiligt\u201c seien.<\/p>\n<p>Der Soziologe Michael Sch\u00f6nhut definiert Identit\u00e4tspolitik als \u201eBe-m\u00fchungen, die Wahrnehmung einer kulturellen Kategorie oder Gruppe bei ihren Mitgliedern zu beeinflussen oder die Wahrnehmung seitens anderer zu steuern\u201c. Also etwa Schwulen- und Lesbengruppen, \u201eBlack Lives Matter\u201c, Feministen usw.<\/p>\n<p>Twitter Smash verwies auf eine Umfrage von Harvard Crimson, der Studentenzeitung der Harvard Universit\u00e4t, die vor zwei Jahren ver\u00f6ffentlicht wurde. \u201eEs zeigte sich, da\u00df ein erheblicher Teil des Abschlu\u00dfjahrgangs 2018 ihre Meinungen selbst zensierte und nicht \u00f6ffentlich debattierte. Dem Bericht zufolge hatten rund zwei Drittel der befragten Studenten \u2018irgendwann beschlossen, in einem akademischen Umfeld keine Meinung zu \u00e4u\u00dfern, aus Angst, da\u00df dies andere beleidigen w\u00fcrde\u2019.\u201c Die Umfrage ergab ferner, da\u00df 78 Prozent der registrierten Republikaner sagten, sie h\u00e4tten \u201eMei-nungen im Unterricht zur\u00fcckgehalten\u201c, verglichen mit 59 Prozent der registrierten Demokraten und 73 Prozent der registrierten Unabh\u00e4ngigen.<br \/>\nTwitter Smash kritisiert weiter: \u201eDer Grundwert, auf dem die Demokratie gedeiht, ist die Freiheit und insbesondere die Freiheit, eine Meinung zu \u00e4u\u00dfern. Eine der Errungenschaften der Identit\u00e4tspolitik bestand darin, den Wert der Freiheit, insbesondere unter jungen Menschen, abzuwerten.<br \/>\nDie Redefreiheit, die das Lebenselixier der Demokratie ist, wird von Bef\u00fcrwortern der L\u00f6schkultur st\u00e4ndig in Frage gestellt. Kein Wunder, da\u00df so viele junge Menschen Demokratie als keine gro\u00dfe Sache betrachten.\u201c<br \/>\nLaut Twitter Smash \u00fcbersieht die Cambridge-Studie vor allem auch den wichtigsten Treiber f\u00fcr die Trennung junger Menschen von der Demokratie. Dieser 60seitige Bericht enthalte n\u00e4mlich \u201ekeinen einzigen Verweis auf Identit\u00e4tspolitik und liest sich so, als ob ihr Einflu\u00df auf Bildung und Popul\u00e4rkultur nicht existiert. Sie befa\u00dft sich mit Demokratie als abstrakter Institution und versucht nicht zu verstehen, wie ihre Grundwerte f\u00fcr viele junge Menschen an Attraktivit\u00e4t verloren haben.\u201c<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.bennettinstitute.cam.ac.uk\">http:\/\/www.bennettinstitute.cam.ac.uk<\/a><br \/>\n&#8230; Alles vom 13.11.2020 von Josef H\u00e4mmerling zu<br \/>\n&#8222;Cambridge-Studie: Demokratie? Nein danke&#8220; bitte lesen in der JF 47\/20, Seite 12<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>55 Prozent der Millenials, die um die Jahrtausendwende aufwuchsen, haben ein gro\u00dfes Problem mit der Demokratie und lehnen diese ab. Zu diesem besorgniserregenden Ergebnis kommt die sog. 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