{"id":82625,"date":"2020-08-05T20:18:03","date_gmt":"2020-08-05T18:18:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=82625"},"modified":"2020-08-09T14:19:13","modified_gmt":"2020-08-09T12:19:13","slug":"historische-demonstration-1-8","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/historische-demonstration-1-8\/","title":{"rendered":"Historische Demonstration 1.8."},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Es war f\u00fcr mich eine der sch\u00f6nsten <a title=\"Demonstrationsrecht\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/buergerinitiativen\/demonstrationsrecht\/\">Demonstrationen<\/a>, die ich je erlebt habe. Ich habe <a title=\"Demo\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/buergerinitiativen\/demo\/\">andere<\/a> schon mitgemacht. Darunter einige, die ich als <a title=\"Links\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/links\/\">Ex-Linksextremer<\/a> heute gerne missen m\u00f6chte. Aber auch einige auf die ich stolz bin, wie zum Beispiel bei der <a title=\"Mauerfall1989\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/mauerfall1989\/\">deutschen Wiedervereinigung 1989\/90<\/a>.\u00a0Die <a title=\"Berlin-Demo: Tag der Freiheit\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/berlin-demo-tag-der-freiheit\/\">Demonstration am 1.8.2020<\/a> in <a title=\"Berlin\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/berlin\/\">Berlin<\/a> geh\u00f6rt in meiner Einsch\u00e4tzung zu einer der wichtigsten <a title=\"Corona-Demo\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/gesund\/corona-virus\/corona-demo\/\">Demonstrationen<\/a> unserer j\u00fcngsten Geschichte.<!--more--><br \/>\n.<br \/>\nIch marschierte ca. zehn Kilometer mit und traf dabei auf viele Menschen. Es waren keine typischen Demonstranten, sondern ein Ausschnitt von Menschen aus dem Mittelstand mit h\u00f6heren Bildungsstandarts und im produzierenden Bereich t\u00e4tigen Menschen im breitesten Verstand. Viele Paare, viele \u00e4ltere Semester, viele S\u00fcddeutsche und viele aus den neuen Bundesl\u00e4ndern &#8211; relativ Wenige aus Berlin, relativ Wenige auch mit Migrationshintergrund (soweit man so etwas \u00fcberhaupt sehen oder h\u00f6ren kann). Doch sah ich auch einige mit offensichtlichen Migrationshintergrund, die mehr noch als die Bio-Deutschen mit viel Temperament f\u00fcr die Sache eintraten. Ihr bester Repr\u00e4sentant ist wohl der Moderator mit ghanesischen Hintergrund, den ich f\u00fcr ein absolutes Talent halte.<br \/>\n.<br \/>\nEs wurden tausende kleine oder grosse selbstgemachte Transparente, bemalte Schilder und Fahnen getragen. Die meisten waren sehr inspirierend und orginell. Die meisten Fahnen waren die deutschen Nationalfahnen, dann USA-Fahnen, dann schwedische Fahnen. Auch ein paar Reichsdeutsche Fahnen vielen mir auf. Und auch Fahnen der Friedensbewegung und Rufe wie &#8222;Nazis raus&#8220; \u2013 obwohl ich weit und breit keine Nazis sah (man wollte die SPD-ler \u00fcberzeugen, die am Rande standen und die Demonstranten permanent als Nazis beschimpften \u2013 nat\u00fcrlich umringt von den Kameras der grossen TV-Kan\u00e4le, die gierig auf einen Zwischenfall warteten). Insgesamt sah ich an drei Stellen ca. 300 sogenannte Antifa-Gegendemonstranten, die sich teilweise auf die Strasse setzten, um die Demonstranten zu stoppen. Keiner wurde verletzt &#8211; trotzdem sie unaufh\u00f6rlich provozierten.<\/p>\n<p>Die von den Demonstranten gerufenen Parolen richteten sich vor allen gegen die Beschr\u00e4nkung der Freiheitsrechte. Obwohl man den Leuten ansah wie ernst es ihnen ist, war die Stimmung friedlich und fast fr\u00f6hlich. Es war ein wunderbarer sonniger Tag und die Menschen merkten, das sie mit ihrer oppositionellen Meinung zu der Corona-Politik der Regierung nicht allein stehen. Sie erlebten wie immer mehr Menschen sich anschlossen oder Beifall ausdr\u00fcckten.<br \/>\nDie Demonstranten merkten bald, dass sie weit mehr waren als sie selber glaubten. Die Demonstration z\u00e4hlte viele Kilometer und nahm fast kein Ende.<br \/>\nAuf der Strasse des 17. Juni positionierte ich mich direkt auf der H\u00f6he und mit nur wenigen Metern Abstand von der Trib\u00fcne. So konnte ich das Geschehen unmittelbar beobachten.<br \/>\nDie Stimmung steigerte sich enorm, je mehr bewusst wurde wie unglaublich viele Menschen zusammen kamen. In den staatstragenden Medien h\u00f6rte ich sp\u00e4ter etwas von 20.000. Es ist schwer eine Sch\u00e4tzung zu machen, weil man nur selber in der Masse steht und unmittelbar ca. 20.000 bis 30.000 Menschen \u00fcberschauen konnte. Aber es besteht f\u00fcr mich keinerlei Zweifel, nachdem ich die Filme und Fotos im Vergleich mit der Love-Parade sah, dass es zwischen 500.000 und 1 Million gewesen sein m\u00fcssen.<br \/>\nBest\u00e4tigt wird dies durch Sch\u00e4tzungen der Polizei, dass an diesem Tag ca. 1,3 Millionen Menschen extra nach Berlin einreisten (durch die Corona-Massnahmen ist Berlin &#8222;frei&#8220; von Touristen &#8211; es gibt nur geringen Verkehr &#8211; Berlin ist in Urlaub &#8211; Restaurants sind halbleer &#8211; Gesch\u00e4fte ganz leer). Die Bus-Veranstalter allein hatten aus 145 St\u00e4dten 200.000 Tickets f\u00fcr die Teilnahme an der Demo verkauft (laut Aussage ihres Vertreters). Vom Brandenburger Tor bis zur Siegess\u00e4ule war alles voll mit Menschen &#8211; obwohl die Polizei sie versuchte abzudr\u00e4ngen. Im Tiergarten waren \u00fcberall Menschengruppen und Massen, weil man sich auf dem 17. Juni nicht mehr bewegen konnte. Die von Zeitungen, Radio und TV genannten Zahlen waren eine einzigartige Witz-Nummer. Sie demonstrierte vor jeden Menschen, die das sahen, dass diese Medien permanent nur l\u00fcgen. Es war unglaublich!<br \/>\n.<br \/>\nAuf der B\u00fchne wurde immer wieder dazu aufgerufen die Anordnungen der Polizei zu befolgen &#8211; man konnte es fast nicht mehr h\u00f6ren. Denn es war unm\u00f6glich. Es waren so viele Menschen, das jeder Versuch Abstand zu halten nicht gelingen konnte. Nur an den R\u00e4ndern war dies m\u00f6glich. Auch riefen die Veranstalter (Querdenker 2020) dazu auf die Polizei als Verb\u00fcndete anzusehen und keinerlei Provokationen oder Gewalt gegen die Polizei zu zulassen.<\/p>\n<p>Die Reden waren voller Energie und beinhalteten die Kritik gegen die Corona-Massnahmen der Regierung. Aber sie waren sich der historischen Dimension dieser Demonstration am 1.8. bewusst. Man merkte aber auch das es sich bei den Anf\u00fchrern der Bewegung um viele Leute aus dem Bereich Esoterik handelt. Kurz bevor, der f\u00fcr mich interessanteste Redner auftreten wollte (Dr. Bodo Schiffmann), schaltete die Polizei pl\u00f6tzlich den Strom ab, so dass es zu Tumult und einer fast explodierenden Stimmung kam.<br \/>\nDie Menschen waren total verwirrt und glaubten ihren Augen nicht, als die Polizei in voller Kampfausr\u00fcstung aufmarschierte und die Veranstaltung f\u00fcr beendet erkl\u00e4rte. An dieser Stelle bestand real die Gefahr, dass es zu einem Chaos und zu einem grossen Blutvergie\u00dfen h\u00e4tte kommen k\u00f6nnen. Doch immer wieder riefen die Veranstalter zur M\u00e4ssigung und passiven Widerstand auf und sich nicht auf Konfrontationen mit der Polizei einzulassen. Man sah vielen Polizisten an wie schlecht sie sich f\u00fchlten. Gegen Menschen die nur ihren demokratischen Recht nachgingen friedlich zu demonstrieren, so brutal aufzumarschieren und sie ihrer Rechte zu berauben.<\/p>\n<p>Die gleichen Polizisten wurden nur ein Paar Wochen vorher von den Antifas mit Flaschen und Steinen beworfen, als sie f\u00fcr Black-Lives-Matter demonstrierten und dort auch nicht die Corona-Abstandsregeln eingehalten wurden. Doch die Polizei l\u00f6ste DIESE Demonstration nicht auf! Hier war wieder einmal De-Eskalation von der Politischen F\u00fchrung des Senats angesagt. Dies zeigte ein weiteres mal, wie v\u00f6llig ungleich bewusst der Staatsapparat eingesetzt wird, um ganz bestimmte politische Richtungen zu f\u00f6rdern und andere Oppositionelle zu unterdr\u00fccken.<br \/>\nDie Medien besa\u00dfen sogar noch die Frechheit, am n\u00e4chsten Tag davon zu berichten, dass bei den Demonstrationen ca. 40 Polizisten verletzt wurden. Die FAZ gab noch am 2.8. zu, dass sie sich korrigieren musste, weil diese Polizisten offensichtlich durch die Antifa-Demonstration im Bezirk Neuk\u00f6lln verletzt wurden, die versuchten wieder Autos anzuz\u00fcnden usw. Die Meldung wurde offenbar von DPA verbreitet und kaum ein Medium hatte dies sp\u00e4ter versucht zu dementieren.<br \/>\n.<br \/>\nNein \u2013 die Demonstration am 1.8. war v\u00f6llig friedlich. Die Polizei trug die Veranstalter weg und verhaftete sie &#8211; lies sich sp\u00e4ter wieder frei. Ich sah pers\u00f6nlich nur einmal einen Tumult, als eine \u00e4ltere Frau oder Mann abgef\u00fchrt wurden und im Protest zwei Pappbecher geworfen wurden. Die Werfer wurden sofort gestoppt. Peinlich war hier nur das abf\u00fchren einer \u00e4lteren Person im Polizeigriff.<br \/>\nDie Kr\u00f6nung der Manipulation wurde aber noch erreicht, als ca. 19 Youtube-Kan\u00e4le unterbrochen und abgebrochen wurden, so das sie nicht mehr direkt \u00fcbertragen konnten. So etwas gab es bisher nur in Russland, Honkong und China. Fleissig \u00fcbernehmen wir nicht nur den Coronavirus aus China, sondern auch Demonstrationsverbote, Panikmache und Zensur.<br \/>\nDie Demonstranten marschierten zu tausenden zum Reichstag. Ich bewegte mich auf schmerzenden F\u00fcssen und halb-verdurstet aus dem Tiergarten.<br \/>\nKritisch anmerken kann ich nur, dass die Organisation sehr zu w\u00fcnschen \u00fcbrig lies und sehr schwach war.<br \/>\n&gt; Man h\u00e4tte sich technisch sichern m\u00fcssen, um Strom und Lautsprecher selber zu sichern<br \/>\n&gt; Es gab kaum Flugbl\u00e4tter die \u00fcber die Ziele der Demo aufkl\u00e4rten.<br \/>\n&gt; Es gab kein Wasser oder Essen zu kaufen.<br \/>\n.<br \/>\n<em><strong>Alles in allem aber war dies eine historische Demonstration.<\/strong><\/em> Hunderttausende gingen auf die Strasse &#8211; trotz Nazi- und Verschw\u00f6rer-Hetze in fast allen Medien. Sie wurden in all ihren Handlungen voll best\u00e4tigt. Dieses Ereignis wird zu Millionen \u00fcber das Internet verbreitet werden.<br \/>\nDer Corona-Virus stirbt unwiderruflich ab &#8211; obwohl die Politik t\u00e4glich versucht weitere Panik zu erzeugen. Obwohl laut Handelsblatt bereits 400.000 Angestellte der Kliniken auf Kurzarbeit gestellt sind. Obwohl die Beerdigungsinstitute melden, kaum noch Arbeit zu haben. Der &#8222;Demokratie-Virus&#8220; kann nach dem 1.8.2020 nicht mehr eingefangen werden! Eine neuartige Massenbewegung unter breiter Teilnahme der Bev\u00f6lkerung und besonders der produktiven Mittelklasse ist Entstanden.<br \/>\nWenn die Regierung so weiter macht und die Menschen in Panik treibt und entrechten will, die Wirtschaft bewusst gegen den Baum f\u00e4hrt und massenhaftes Elend erzeugt &#8211; dann wird es schwierig f\u00fcr unsere Regierenden.&#8220;<br \/>\n5.8.2020, Bernd Muckenschnabel<br \/>\n.<br \/>\n<em>Bernd Muckenschnabel ist geb\u00fcrtiger Berliner. Nach einer linksextremen Episode in seiner Jugend ist er heute erfolgreicher Unternehmer im Tourismus-Bereich.<\/em><br \/>\n.<br \/>\n<strong>Corona-Demo: &#8222;Viele Kilometer, friedlich und fast fr\u00f6hlich&#8220;<\/strong><br \/>\nViele Leser haben mir nach der Demonstration am 1. August ihre eigenen Eindr\u00fccke geschildert. Einen besonders bewegenden Bericht schickte mir der Unternehmer Bernd Muckenschnabel. Ich gebe ihn als authentisches und sehr interessantes Zeitdokument hier gerne wieder: (siehe oben)<br \/>\n&#8230; Alles vom 5.8.2020 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.reitschuster.de\/post\/corona-demo-viele-kilometer-friedlich-und-fast-fr%C3%B6hlich\">https:\/\/www.reitschuster.de\/post\/corona-demo-viele-kilometer-friedlich-und-fast-fr%C3%B6hlich<\/a><\/p>\n<p>.<a title=\"Deutsche sind keine Covidioten\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/deutsche-sind-keine-covidioten\/\">Deutsche sind keine Covidioten<\/a>\u00a0 (7.8.2020)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.reitschuster.de\/post\/corona-demo-viele-kilometer-friedlich-und-fast-fr%C3%B6hlich\"><br \/>\n<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Ein weiterer Augenzeugenbericht der Berliner Demo am 1.8.2020<br \/>\nvon Redakteurin K. Bady<\/strong><br \/>\n&#8222;Der Gro\u00dfteil der Menschen, die sich am \u201eTag der Freiheit\u201c, am Samstag, auf den sieben Kilometer langen Protestmarsch durch die Hauptstadt gemacht hatte, war gebildet, friedlich, sehr sachlich und gut informiert, zeitweise sogar zuversichtlich und sehr, sehr kreativ im Ausdruck. Kunst als Protestmittel, das h\u00e4tte eigentlich die Medienvertreter \u00fcberzeugen m\u00fcssen, die aber wieder nur oberfl\u00e4chlich berichteten und dabei offenbar nicht bemerkt hatten, dass ihre TV Bilder eine andere Wahrheit gezeigt haben. Viele Menschen konnten deutlich sehen, wie es in Berlin wirklich war! Die TV Bilder am Montag nach der Demo mussten sogar mit Szenen aus Hamburg und anderen St\u00e4dten aufgef\u00fcllt werden, um den Anschein aufrecht zu erhalten, die Demonstrant*innen seien auf Krawall aus gewesen? Da trugen vier, f\u00fcnf Beamte in Schwarz und schwer bewaffnet eine 50 Kilo leichte Frau fort?<br \/>\n.<br \/>\nDie Polizei selbst gibt an, dass lediglich 1500 Beamte\/innen f\u00fcr die Sicherung der Demo in Berlin abgestellt waren. Schon das h\u00e4tte Probleme gegeben, eine so gro\u00dfe Menschenmenge von der Stra\u00dfe des 17. Juni zu tragen, selbst wenn es tats\u00e4chlich nur 20.000 Leute gewesen w\u00e4ren! Das Gros der Menschen, die f\u00fcr ihre Grundrechte auf die Stra\u00dfe gegangen waren, zeigte sich friedlich, blieb ruhig, sachlich und fair. Selbst w\u00e4hrend der Machtdemonstration der Polizei im Zentrum der Demo an Siegess\u00e4ule und Brandenburger Tor antwortete die Menge lediglich mit \u201eSchlie\u00dft Euch an\u201c oder \u201eWir bleiben hier\u201c. In Gruppen warteten die schwarz Uniformierten auf, als w\u00e4re Krieg oder blutige Revolution, einige von ihnen die Hand an der Waffe. Die Provokationen wurden nur mit Ges\u00e4ngen entkr\u00e4ftet. Als Antwort darauf lie\u00df die Einsatzleitung die Mikrofone abschalten und nahm einen bekannten Sprecher des Veranstalters in Gewahrsam, lie\u00df ihn aber wohl kurze Zeit sp\u00e4ter auf freien Fu\u00df.<br \/>\nZu Beginn der Strecke h\u00e4tten Pflastersteine auf einer Baustelle als Verlockung dienen k\u00f6nnen, aber diese Frage stellte sich gar nicht. So hielt sich die Polizei auf dem Protestmarsch in kleiner Zahl, oft nur zwei Beamte auf der Strecke hier und da.<br \/>\nDie 20-30 Pressevertreter warteten vor dem Friedrichstadtpalast, auf ein paar Stufen erh\u00f6ht. Nur wenige darunter mit professioneller Kameraausr\u00fcstung. Das mag erkl\u00e4ren, warum die Fakten, die an die Redaktionen \u00fcbermittelt wurden, wie eine Art \u201eStille Post\u201c wirkten, von der deutlich im TV zu sehenden Realit\u00e4t abweichend. Jene, die f\u00fcr fragw\u00fcrdige und einseitige Berichterstattung \u00f6ffentlich getadelt wurden, trauten sich \u2013 wie RTL Aktuell oder SPIEGEL \u2013 offenbar nur mit versteckter Kamera in die Menge. ARD und ZDF bekamen auf Tafeln, die durch die Stra\u00dfen getragen wurden ihr Fett weg. Zynisch hie\u00df es da: \u201eWaschen Sie sich die H\u00e4nde, wir waschen ihr Gehirn\u201c.<br \/>\n\u00dcberhaupt war der kreativen Energie an diesem Tag keine Grenze gesetzt. Da trug jemand ein Coronavirus aus Pappmasche\u00e9 durch die Menge, ein Regenschirm glitzerte mit langen F\u00e4den wie eine Qualle in der Sonne. Vielfalt auch bei den Zitaten, die von Benjamin Franklin \u00fcber Hannah Arendt reichten bis zu selbst erdachten Zeilen voller Betroffenheit. \u201eSchweden lebt, w\u00e4hrend in Deutschland die Grundrechte sterben\u201c. Es waren einige Schwedenflaggen zu sehen, auch sp\u00e4ter in der Nacht an Fahrr\u00e4dern oder gar Kinderwagen. In dieser Flut von Intelligenz und Kreativit\u00e4t hoben sich die wenigen, an Sekten erinnernden \u201eMeister aus dem Quantenfeld\u201c gar nicht recht ab, sie sahen sogar im Gesundheitsminister den g\u00f6ttlichen Funken, fanden aber bei der Presse nat\u00fcrlich h\u00f6chste Beachtung!<\/p>\n<p>In der Anzahl, in der TV und Print sp\u00e4ter kaiserliche Reichsfahnen gesehen haben wollen, waren diese gar nicht vertreten, daf\u00fcr aber wirklich s\u00e4mtliche Gruppierungen, die es wohl gibt. Aus allen Bundesl\u00e4ndern waren die Menschen angereist, um ihren Protest zu demonstrieren. Es fanden sich Gruppen aus Ost und West, die an 1989 erinnerten, dieses Mal gemeinsam \u201eWir sind das Volk\u201c skandierend. \u201eWir sind hier, wir sind laut, weil Ihr uns die Freiheit klaut\u201c. Gering war die Anzahl der Gegendemonstrant*innen hinter den Absperrungen, die lediglich Schilder dabei hatten \u201eIhr seid nicht das Volk\u201c. Besch\u00e4mend aber genau deshalb, dass einige von ihnen TeilnehmerInnen der Demo als Nazis beschimpften, obwohl genau diese Gruppen 80 j\u00e4hrige Frauen oder RollstuhlfahrerInnen dabei hatten!<\/p>\n<p>Erst beim Aufmarsch der Polizei bei den B\u00fchnen \u00e4nderte sich die Stimmung geringf\u00fcgig und drohte auch manchmal zu kippen. Die Redner und Veranstalter versuchten ausdauernd, die Leute ruhig zu halten und hatten damit auch weitgehend Erfolg, nur so wurde eine Eskalation wohl vermieden. Besser beraten w\u00e4ren die Veranstalter gewesen, die wichtigen Reden von Anfang an zu schwingen, da mit der Abschaltung der Anlage und der Aufl\u00f6sung der Veranstaltung zu rechnen war. Schlie\u00dflich hatte der SPIEGEL das bereits am sp\u00e4ten Vormittag gemeldet. Hellseher? Als Grund wurde der Versto\u00df gegen Hygieneauflagen genannt, das Fehlen der Masken und des Abstands. Die B\u00fchne zuerst denen zu \u00fcberlassen, die der Demo wieder das Gesicht der Coronaleugner und Verschw\u00f6rungsanh\u00e4nger verliehen hat, erwies sich als grober Fehler. Initiator Dr. Bodo Schiffmann kam gar nicht mehr zu Wort und Clemens Kuby wurde bereits der Ton abgedreht.<br \/>\nRegelrecht kontraproduktiv war die Idee, einer Aufl\u00f6sung der Demo entgegen zu treten und sich zu teilen, um eine Menschenkette um den Reichstag zu bilden. Verwirrung kam auf. Die B\u00fchne am Parlament warf mit an Hasstiraden erinnernden Fanatikern ein schlechtes Licht auf die ganze Veranstaltung. Aber hier waren eben verschiedene, neue, kleinere Demos angemeldet worden.<br \/>\nDie Hoffnung, dass pers\u00f6nliche Ansprachen einzelner Kamera- und Reporterteams eine vielseitigere Darstellung dieser Demonstration und eine diverse Berichterstattung bewirken k\u00f6nnte, hat sich leider nicht erf\u00fcllt. Es scheint, als k\u00f6nne die Presse jetzt ebenso wenig ihre Fehler eingestehen, wie das die Politik jetzt noch k\u00f6nnte. Obwohl sich inzwischen die Berichte von Anfang und Mitte M\u00e4rz noch ansehen lassen und deutlich machen, dass von einem Killervirus nicht die Rede sein kann.<br \/>\nWenn jetzt aber schon das Testen von Haustieren die Ma\u00dfnahmen rechtfertigen sollen, die Aufrechterhaltung der Maskenpflicht und andere fragw\u00fcrdige Einschr\u00e4nkungen, dann ist das Ma\u00df jetzt wohl voll.<br \/>\nSo dr\u00fcckte es ein Teilnehmer aus, der aus Leipzig stammt, aber jetzt aus D\u00e4nemark angereist war, weil er vor zwei Jahren ahnungsvoll das Land verlassen hatte: \u201eHeute bin ich alleine hier, n\u00e4chstes Mal bringe ich in meinem Auto noch drei andere mit\u201c. Wenn das andere auch so machen, mobilisiert sich zur n\u00e4chsten Veranstaltung eine nicht mehr zu leugnende Menge \u2013 die wird Prognosen von 20.000 Menschen so weit \u00fcbersteigen, dass Leugnen zwecklos ist. \u00dcberspitzte Aussagen wie \u201ein ein paar Jahren wird diese Stra\u00dfe einen anderen Namen tragen und an den 1. August als Tag der Freiheit 2020 erinnern\u201c m\u00f6gen deplatziert wirken, aber bei der Untertreibung bez\u00fcglich der Teilnehmerzahlen, der \u00dcbertreibung des Gewaltpotentials und der wachsenden Menge unzufriedener B\u00fcrger*Innen ist das sicher sogar gerecht so.<br \/>\nSich selbst zu diskreditieren, gipfelte in der Reaktion einiger Politiker*innen auf die Demo: Wenn eine SPD Vorsitzende eine friedliche Demo als \u201eDeppenparade\u201c bezeichnet oder sich der Bundespr\u00e4sident hinrei\u00dfen l\u00e4sst, den \u00f6ffentlichen Protest zu kritisieren, gleichzeitig aber Ma\u00dfnahmen verteidigt, die viel zu different und diffus sind, dann ist das Land in gro\u00dfer Not.<br \/>\nNoch Worte zu verlieren \u00fcber Medienberichte, die sich darauf beschr\u00e4nken, via Twitter und anderen Kan\u00e4len nur Gegner*innen der Demo ungefiltert zu Wort kommen zu lassen, ist mehr als \u00fcberfl\u00fcssig, da steht es um das Land schlechter als gedacht. Leugnen zwecklos. In jeder Beziehung. Sch\u00e4tzungsweise ist der Scheitelpunkt jetzt erreicht, der Protest w\u00e4chst weiter. Jetzt das Versammlungsverbot auszusprechen, w\u00e4re das schlechteste Mittel \u201edagegen\u201c. Immerhin hat RTL Aktuell zu den Vorw\u00fcrfen, die Demo m\u00fcsse abgebrochen werden, weil die Hygienema\u00dfnahmen, Abst\u00e4nde und Maskenpflicht, nicht eingehalten w\u00fcrden, einen Professor zu Wort kommen lassen, der meinte, dass ein Protest gegen die Maskenpflicht keinen Sinn macht, wenn jemand dabei eine Maske tr\u00e4gt!&#8220;<br \/>\n4.8.2020, <a href=\"https:\/\/drbendig.de\/2020\/08\/04\/corona-demo-berlin\/#more-3114\">https:\/\/drbendig.de\/2020\/08\/04\/corona-demo-berlin\/#more-3114<br \/>\n<\/a>.<br \/>\n.<a href=\"https:\/\/drbendig.de\/2020\/08\/04\/corona-demo-berlin\/#more-3114\"><br \/>\n<\/a><strong>1. AUGUST 2020, AM TAG DER FREIHEIT IN BERLIN<\/strong><br \/>\n<em>Geschrieben von Matthias Schneider am 4. August 2020.<\/em><br \/>\nAls sich morgens um 10 Uhr die verschiedenen Umzugswagen auf der Stra\u00dfe des 17. Juni formierten, war schwer abzusch\u00e4tzen wohin sich diese Gro\u00dfdemonstration entwickeln wird. Die gebotenen Parolen waren ein Sammelsurium von politischen Forderungen und Heile-Welt-Phrasen, die von \u201eFree Tibet\u201c \u00fcber \u201eNo Borders \u2013 No Nations\u201c bis \u201eImpfplicht, nein danke!\u201c reichten und beim n\u00fcchternen Beobachter Zweifel aufkommen lie\u00dfen, ob es sich hier um die von der \u201eQuerdenken\u201c-Initiative angek\u00fcndigte Protestveranstaltung gegen das Corona-Notstandsregime handelt. Soundchecks mit Technomusik und rastalockige Spr\u00fccheklopfer, die \u201eWir wollen Spa\u00df!\u201c ins Mikro br\u00fcllten, gaben der Besorgnis Nahrung, da\u00df sich hier eine Mischung aus Loveparade-\u00dc40 und infantilem Polit-Klamauk anbahnen k\u00f6nnte.<br \/>\n.<br \/>\nDoch offensichtlich war es die Strategie des Veranstalters unter dem Eindruck des Corona-Notstandsregimes und durch Zusammenfassung unter dem gr\u00f6\u00dften gemeinsamen Nenner \u201eFriede, Freiheit, Menschenrechte\u201c, eine wirksame Protestmasse aus den unterschiedlichsten politischen Lagern auf die Stra\u00dfe zu bringen. Der Erfolg gibt ihm recht, denn was bisher unm\u00f6glich schien, n\u00e4mlich die Spaltung der Bev\u00f6lkerung entlang der mannigfaltigen gesellschaftlichen Konfliktlinien zu \u00fcberwinden, das ist am 1. August 2020 eindrucksvoll gelungen. Einigkeit auf der ganzen Linie!<br \/>\nMehrere hunderttausend Menschen marschierten am 1. August 2020, am sog. \u201eTag der Freiheit\u201c in einem schier endlos erscheinenden Zug entlang einer etwa 12 Kilometer langen Strecke durch das Zentrum der Hauptstadt. Geeint durch den Ruf nach Freiheit verbunden mit der Sorge, da\u00df unter dem Vorwand einer herbei phantasierten Corona-Pandemie dauerhafte Zwangsma\u00dfnahmen und Grundrechtsbeschneidungen eingef\u00fchrt werden und sich unsere Demokratie schrittweise in eine F\u00fcrsorge-Diktatur verwandeln k\u00f6nnte. Daneben wurde die Stimmung dominiert von einer deutlichen Ablehnung der Merkel-Regierung und deren gleichgeschalteten Erf\u00fcllungsgehilfen bei den Mainstream-Medien. \u201eWir haben die Schnauze voll\u201c, \u201eL\u00fcgenpresse\u201c und \u201eWir haben Euch so satt\u201c t\u00f6nte es lauthals aus allen politischen Lagern, die in einer bisher nie dagewesenen Einigkeit vertreten waren. Hier sah man Marschierer mit Schwarz-Wei\u00df-Roten Fahnen neben bekennenden Antifaschisten, dort Pegida-Gegner neben einem Wagen der \u201ePatriotic Opposition Europe\u201c, alle friedlich, gut gelaunt und echte Toleranz lebend, so wie es in einer fortschrittlichen Demokratie m\u00f6glich sein sollte. Man kam aus dem Staunen nicht heraus.<br \/>\nUnd noch eine Ausnahmeerscheinung ist bemerkenswert. Die unvermeidbaren Gegendemonstranten, \u00fcblicherweise aus dem linksgr\u00fcnen Milieu der sog. zivilgesellschaftlichen B\u00fcndnisse, im Schulterschlu\u00df mit Antifa und Konsorten, hatten an diesem Tag nichts zu melden. Am Ostende des Tiergartens beklagten ein paar Linksextremisten wirklichkeitsentr\u00fcckt den systemischen Alltagsrassismus in Kreuzberg, entlang der Torstra\u00dfe stand ein Gr\u00fcppchen Gewerkschafter, Gr\u00fcne und SPD\u2019ler im Kampf gegen Nazis und umnachtet von ideologischer Demenz, hatten sich auch ein paar \u201eOmas gegen Rechts\u201c eingefunden. Alles armselige H\u00e4uflein, die bei den Demonstrationsteilnehmern nur Kopfsch\u00fctteln, Mitleid oder Erheiterung ausl\u00f6sten.<br \/>\nDiese Demonstration des geballten Volkszorns d\u00fcrfte bei der Obrigkeit gewaltiges Unwohlsein hervorgerufen haben, denn die Reaktionen waren entsprechend.<br \/>\n&#8230; Alles vom 4.8.2020 von Matthias Schneider bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/buergerprotestspeyer.de\/2020\/08\/04\/1-august-2020-am-tag-der-freiheit-in-berlin\/\">https:\/\/buergerprotestspeyer.de\/2020\/08\/04\/1-august-2020-am-tag-der-freiheit-in-berlin\/<\/a><br \/>\n.<\/p>\n<p><a title=\"Corona-Grundrechte\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/gesund\/corona-virus\/corona-grundrechte\/\">Arnold Vaatz: Zweierlei Ma\u00df bei Demos \u2013 Diffamierung von B\u00fcrgern<\/a> (5.8.2020)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Es war f\u00fcr mich eine der sch\u00f6nsten Demonstrationen, die ich je erlebt habe. Ich habe andere schon mitgemacht. Darunter einige, die ich als Ex-Linksextremer heute gerne missen m\u00f6chte. 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