{"id":81412,"date":"2020-06-14T14:52:44","date_gmt":"2020-06-14T12:52:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=81412"},"modified":"2020-06-14T14:56:21","modified_gmt":"2020-06-14T12:56:21","slug":"nachricht-kommentar-trennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/nachricht-kommentar-trennen\/","title":{"rendered":"Nachricht Kommentar trennen"},"content":{"rendered":"<p>Allein aufgrund seiner Biografie kann kein Journalist so ganz neutral sein kann. Aber warum wird deshalb nun das <a title=\"Medien\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/\">Prinzip<\/a> &#8222;Trennung von Nachricht (Fakten) und Kommentar (Meinung)&#8220; von <a title=\"Journalismus\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/journalismus\/\">Hans Joachim Friedrichs<\/a> komplett abgeschafft zugunsten von &#8222;<a title=\"Haltungsjournalismus\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/journalismus\/haltungsjournalismus\/\">Alles ist Meinung<\/a>&#8222;? Ein solcher Journalist verh\u00e4lt sich doch wie ein Chirurg, der auf Hygiene verzichtet, da man den Operationssaal ja ohnehin nie zu 100 % steril bekommt. <!--more-->Moderner Journalismus entspricht somit der Chirurgie des fr\u00fchen Mittelalters: OP auf dem Markpplatz mit schmutzigen H\u00e4nden.<br \/>\n.<br \/>\nSo richtig neu ist diese jetzt auch vom SPIEGEL (s.u.) verk\u00fcndete Art von Journalismus freilich nicht. Die deutschen <a title=\"Mainstream\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/mainstream\/\">Mainstream-Medien<\/a> haben die als altmodisch deklarierte Trennung von Nachricht und Kommentar seit <a title=\"Budapest-Dublin2015\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/budapest-dublin2015\/\">Budapest 9\/2015<\/a> erst z\u00f6gerlich und vereinzelt, inzwischen jedoch mehrheitlich \u00fcberwunden. Der gro\u00dfe <a title=\"Konformismus\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/political-correctness\/konformismus\/\">Konformit\u00e4tsdruc<\/a>k hat obsiegt. <a title=\"Journalismus\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/journalismus\/\">Qualit\u00e4tsjournalismus<\/a> verkommt zu <a title=\"Haltungsjournalismus\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/journalismus\/haltungsjournalismus\/\">Haltungsjournalismus<\/a>, gepr\u00e4gt von\u00a0<a title=\"Moral2015\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/moral2015\/\">Moral<\/a>\u00a0(man &#8222;schreibt was sich geh\u00f6rt&#8220;) und <a title=\"Gesinnungsethik\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/gesinnungsethik\/\">Gesinnungsethik<\/a> bis hin zur\u00a0<a title=\"Gesinnungsdiktatur\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/gesinnungsdiktatur\/\">Gesinungsdiktatur<\/a>.<br \/>\nTraurig f\u00fcr den B\u00fcrger, da er in den sog. Qualit\u00e4smedien Faz, Focus, Spiegel, SZ, Waz, Welt, Zeit usw. mehr oder weniger <a title=\"Konformit\u00e4tsdruck \u2013 Freiheit\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/konformitaetsdruck-freiheit\/\">dasselbe<\/a> zu lesen bekommt: RND und dpa liefern. Traurig auch f\u00fcr die Journalisten, da die fehlende <a title=\"Medienvielfalt\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/medienvielfalt\/\">Konkurrenz<\/a> und <a title=\"Meinungsvielfalt Medienvielfalt\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/meinungsvielfalt-medienvielfalt\/\">Abh\u00e4ngigkeit<\/a> vom Redaktionschef nur der <a title=\"Verbl\u00f6dung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/verbloedung\/\">intellektuellen Langeweile<\/a> dienlich ist.<br \/>\n14.6.2020<br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Gegenwart und Zukunft des Journalismus: Die Zeit der Neutralit\u00e4t ist vorbei<\/strong><br \/>\nDer Meinungschef der &#8222;New York Times&#8220; musste gehen, weil er einen Gastbeitrag im Trump-Duktus ver\u00f6ffentlicht hat &#8211; und einem \u00fcberholten Ideal von neutralem Journalismus nachhing.<br \/>\n&#8230;.<br \/>\nDas amerikanische Journalismusmodell, das vor 20 Jahren auch mir an der Journalistenschule in New York eingeimpft wurde, basiert auf einer strikten Trennung zwischen Fakten und Meinung. Pers\u00f6nliche Ansichten von Autoren sind grunds\u00e4tzlich nur auf den daf\u00fcr kenntlich gemachten Seiten zugelassen, der Rest der Zeitung habe aus quasi objektiven Fakten zu bestehen. Deswegen ist bis heute bei Institutionen wie der \u201cNew York Times\u201d das Meinungsressort r\u00e4umlich und personell vom Rest der Redaktion isoliert wie eine Quarant\u00e4nestation.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nAll dies soll Neutralit\u00e4t gew\u00e4hrleisten. Neutralit\u00e4t galt jahrzehntelang als Qualit\u00e4tsmerkmal, als noble Erhabenheitsgeste der seri\u00f6sen Presse. Die Einsicht, dass hinter jedem Text mit noch so gro\u00dfem Neutralit\u00e4tsanspruch ein Autor mit eigener Biografie steckt, die sich in der komplizierten Welt von heute mit all ihren vielf\u00e4ltigen und verschr\u00e4nkten Identit\u00e4ten kaum mehr missachten l\u00e4sst, hat sich erst in den vergangenen Jahren im Journalismus niedergeschlagen. Der Neutralit\u00e4tsjournalismus, der scheinbar von einer \u201cPosition aus dem Niemandsland\u201d kommt, wie es der New Yorker Medienforscher Jay Rosen bezeichnete, wirkt heute nicht nur uninteressant und unaufrichtig. Er versagt vor allem in seinem Auftrag als \u201cvierte Gewalt\u201d.<br \/>\n&#8230; Alles vom 11.6.2020 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/new-york-times-die-zeit-der-neutralitaet-ist-vorbei-a-5ccaa4e4-eca2-4a2e-b2d7-22e6a484f8ce\">https:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/new-york-times-die-zeit-der-neutralitaet-ist-vorbei-a-5ccaa4e4-eca2-4a2e-b2d7-22e6a484f8ce<\/a><br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>Medienexperte Bolz sieht \u201eextreme Konformit\u00e4t\u201c in den Medien<br \/>\n<\/strong><em>Wie \u00e4ndert sich das Meinungsklima in der Corona-Krise? Ihre wirtschaftlichen Folgen, meint Medienwissenschaftler Norbert Bolz, k\u00f6nnten die Gewichte zwischen Utopisten und Realisten neu justieren. Unternehmer und Naturwissenschaftler sollten mehr Platz in der \u00f6ffentlichen Debatte fordern.<\/em><\/p>\n<p>Der Berliner Medienwissenschaftler <a title=\"Meinungsterror\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/meinungsterror\/\">Prof. Norbert Bolz<\/a> beklagt die zunehmende <a title=\"Konformismus\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/political-correctness\/konformismus\/\">Gleichf\u00f6rmigkeit<\/a> der Medien in Deutschland. Die Pluralit\u00e4t gehe verloren, Politiker und Wissenschaftler w\u00fcrden zunehmend nur noch zu Stichwortgebern und lieferten die Meinungen, die die Redaktionen fordern. \u201eDie extreme <a title=\"Hochschulen-Freiheit\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/hochschulen-freiheit\/\">Konformit\u00e4t<\/a> in den Redaktionen der meisten Medien kann ich mir nur noch mit der sehr \u00e4hnlichen Sozialisation der Journalisten dort erkl\u00e4ren\u201c, sagt Bolz im Gespr\u00e4ch mit der am Dienstag erscheinenden Zeitschrift Tichys Einblick. \u201eEs gibt mittlerweile kaum noch einen Unterschied zwischen privaten und \u00f6ffentlich-rechtlichen Medien in der Diskussion der meisten politischen Themen. In einer Zeit, in der schon die Parteien mehr oder weniger an einem Strang ziehen \u2013 von der AfD einmal abgesehen \u2013, ist diese Konformit\u00e4t fatal.\u201c<\/p>\n<p>Inzwischen sieht Bolz diesen Trend auch in der Wissenschaft. \u201eEs gibt viele Vertreter der Soziologie, der Politikwissenschaften, der Psychologie, mittlerweile auch der Rechtswissenschaften, die liebend gern als Stichwortgeber in medialen Debatten auftreten. Es findet daf\u00fcr ein regelrechtes Casting statt: Die besten Chancen, dort zu Wort zu kommen, haben diejenigen, die genau das liefern, was zu bestimmten Themen jeweils von den Redaktionen erwartet wird\u201c, so Bolz. \u201eDass immer mehr dieser Gef\u00e4lligkeitswissenschaftler auftreten, ist mittlerweile ein sehr tiefes Problem des akademischen Betriebs.\u201c<\/p>\n<p>Dabei sieht Bolz, der bis 2018 an der TU Berlin lehrte, auch in Zukunft keine Besserung. \u201eIch bin nicht besonders optimistisch, dass eine k\u00fcnftige Generation von Geistes- und Sozialwissenschaftlern die Fesseln des Paternalismus und Konformismus sprengen wird. Die Leute m\u00fcssen Karriere machen, und der Staat kontrolliert sie immer sch\u00e4rfer. Gef\u00e4lligkeitswissenschaftler sind die Folge.\u201c<\/p>\n<p>Das gesamte Interview in Tichys Einblick Ausgabe 07-2020<br \/>\n&#8230; Alles vom 10.6.2020 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.tichyseinblick.de\/daili-es-sentials\/medienexperte-bolz-sieht-extreme-konformitaet-in-den-medien\/\">https:\/\/www.tichyseinblick.de\/daili-es-sentials\/medienexperte-bolz-sieht-extreme-konformitaet-in-den-medien\/<\/a><\/p>\n<p>Einige Kommentare:<br \/>\n<strong>Schreibende Niedrigl\u00f6hner<\/strong><br \/>\nIch wundere mich, welch hehres Ideal der Medien als Ma\u00dfstab der Kritik noch herrscht. Ein Blick in die Geschichte belehrt eines Besseren: Die l\u00e4ngste Zeit waren die Massenmedien nicht mehr als schrille Sprachrohre der herrschenden Meinung, die Schreiber schlecht bezahlte Kl\u00e4ffer, die den Zeitgeist platt und marktschreierisch zu Papier brachten. Die Zeit nach dem II. Weltkrieg bis etwa in die 1990er Jahr, als es in Deutschland und anderen L\u00e4ndern so etwas wie einen unabh\u00e4ngigen, kritischen Journalismus gab, erscheint daher eher als Ausnahme, denn als Regel. Mit dem schreibenden Niedrigl\u00f6hner, der die Ansichten der Herrschenden vertritt, ist die schreibende Zunft zu ihren Wurzeln zur\u00fcckgekehrt \u2013 Ausnahmen wie TE und Achgut best\u00e4tigen die Regel.<br \/>\n10.6.2020, Ful, TO<\/p>\n<p><strong>Alles RND und dpa<\/strong><br \/>\nIch habe heute meine Heimatzeitung gek\u00fcndigt, weil sie permanent und unver\u00e4ndert die Vorlagen des RND oder dpa \u00fcbernimmt. Denselben Inhalt lese ich bei Funkemedien oder bei ARD und ZDF, also kann ich mir das Abo sparen<br \/>\n10.6.2020, Rea<\/p>\n<p><strong>Ein sehr guter und selten gewordener Artikel heute in der NZZ<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/meinung\/die-cdu-ist-ohne-kompass-ld.1559397\">https:\/\/www.nzz.ch\/meinung\/die-cdu-ist-ohne-kompass-ld.1559397<\/a><\/p>\n<p><strong>\u201eUnternehmer und Naturwissenschaftler sollten mehr Platz in der \u00f6ffentlichen Debatte fordern.\u201c:<\/strong><br \/>\nMeine Einsch\u00e4tzung ist, dass dies nicht funktionieren wird. Es m\u00fcssen vielmehr eine erhebliche Anzahl reichweitenstarker b\u00fcrgerlich-freiheitlicher Medien neu gegr\u00fcndet werden. &#8230;.<br \/>\nDiese Probleme gibt es in allen demokratischen Staaten in mehr oder weniger gro\u00dfem Ausma\u00df. Und zwar deswegen, weil es Sprachbegabte zu Medienposten zieht. \u00dcber kurz oder lang dominieren sie dementsprechend die Medien, Partien, NGOs etc. Da solche Personen auf bestimmte Weise ticken, bestimmte Studieng\u00e4nge studieren etc. bevorzugen sie sich gegenseitig, haben Abneigungen gegen Zahlen, Wissenschaft, \u00d6konomie, Technik etc.<br \/>\nB\u00f6sartig k\u00f6nnte man sagen, es ist der Durchmarsch der Schw\u00e4tzer bzw. Dummschw\u00e4tzer (wenngleich das nat\u00fcrlich nicht auf alle zutrifft).<br \/>\nIn Deutschland ist die Situation ausgepr\u00e4gter, zum einen aufgrund der Gr\u00f6\u00dfe (in gro\u00dfen L\u00e4ndern kann man mehr verschleiern, was man kann, wer man ist; man kann sich besser inszenieren, ist weiter weg von den B\u00fcrgern, von der Realit\u00e4t), zum anderen aufgrund des relativen Wohlstandes (niedriger Wohlstand erzwingt mehr Realismus), aber auch wegen der Nationalsozialisten, was es anderen, auch wenn diese nur normale Konservative sein wollen, relativ gesehen schwerer macht.<br \/>\nIch w\u00fcrde aber auch sagen, dass \u201edie Deutschen\u201c (wenn man das so sagen kann) eine gewisse Neigung Richtung Romantik haben (dies wird von den Gr\u00fcnen marketingtechnisch gut ausgeschlachtet).<br \/>\n10.6.2020, Bha<\/p>\n<p><strong>Bolz trifft den Nerv der Sache. Bei diesem medialen Einheitsbrei geht die Demokratie kaputt,<\/strong><br \/>\ndenn sie lebt vom Diskurs. Offensichtlich ist aber genau das gewollt. Das gilt allerdings schon l\u00e4nger, also bereits vor Corona. Schon aus diesem Grund habe ich mich k\u00f6stlich \u00fcber die herzerfrischende Polemik von H.Tiedje \u00fcber Merkel in der NZZ gefreut. Sowas lesen Sie nur im Ausland. Wegen des Bolz-Interviews kaufe ich mir den neuen TE im Kiosk.<br \/>\n19.6.220, F.J.<\/p>\n<p><strong>Genau meine pessimistische Meinung.<\/strong><br \/>\nVom Sandkasten zum Abi, nach 5 Jahren Haltungsdressur als untert\u00e4nige Schreib(Sprech)puppe in die Redaktion, beaufsichtigt von den F\u00fchrungsoffizieren des RND. Ein eigenes System im Hofstaat. Was soll sich daran \u00e4ndern, wer sollte es sein? Die AfD nur theoretisch, trotzdem ist die Angst da.<br \/>\n19.6.2020, Kal<\/p>\n<p><strong>Scheindiskussionen<\/strong><br \/>\nIch bin ein Fan von Norbert Bolz. Gibt es eigentlich einen anderen deutschen Professor, der es wagt, nicht mit den W\u00f6lfen zu heulen?<br \/>\nIn den Medienwissenschaften sollte man vor allem die Talk-Shows von Anne Will zum Studienobjekt machen. Dort kann der Student im 1. Semester bereits lernen, wie man ein vermeintliches Streitgespr\u00e4ch aufzieht, bei dem alle derselben Meinung sind, bzw. wie man Scheindiskussionen f\u00fchrt, deren Ausgang von vorneherein klar ist.<br \/>\n10.6.2020, CB<\/p>\n<p><strong>MINT-behaftete Fragestellungen vernachl\u00e4ssigt<\/strong><br \/>\nIch m\u00f6chte gern noch eine provokante These hinzuf\u00fcgen. Ich behaupte, dass ein Gro\u00dfteil der in den Medien besch\u00e4ftigten Journalisten \u2013 zumindest was MINT-behaftete Fragestellungen betrifft (also auch Corona oder Klima oder Energie oder Umwelt), als bildungsferne Schicht bezeichnet werden muss. Ich musste 12 Jahre lang wochenweise pendeln und habe mir f\u00fcr die 3-st\u00fcndige Zugfahrt am Montag Morgen regelm\u00e4\u00dfig den SPIEGEL gekauft und intensiv darin gelesen. Nach einiger Zeit fiel mir auf, dass dieses Magazin bei Artikeln \u00fcber mein Fachgebiet (chemisch-pharmazeutische Forschung) haneb\u00fcchenen Unfug verbreitete. Ich vermute, dass es Wissenschaftlern anderer Fachrichtungen bei Artikeln \u00fcber ihr Fach genauso geht. Ich habe keine Ahnung von Wirtschaft, vermute aber, dass es bei wirtschaftlichen Fragestellungen nicht anders ist.<\/p>\n<p><strong>Wissenschaftler einladen<\/strong><br \/>\nNoch ein Aspekt: Journalisten (ich rede immer nur vor den mutma\u00dflich \u00fcberwiegenden Mehrheit, also nicht pauschal), insbesondere die allgegenw\u00e4rtigen Talk-Master, wissen \u00fcberhaupt nicht, was eine wissenschaftliche Diskussion \u00fcberhaupt ist.<br \/>\nAuch mit eingeladenen Wissenschaftlern wird nicht wissenschaftlich geredet. Ich kenne wissenschaftliche Diskussionen als argumentativen Kampf um die richtige Interpretation einer Beobachtung, um Erkenntnis. Das kann durchaus einmal laut werden. Aber, um es besonders klar zu machen: wenn mein Kontrahent mir beweisen kann, dass ich Unrecht habe, bin ich nicht der Verlierer, sondern es ist ein gemeinsamer Sieg. Und es gewinnt nicht der, der am lautesten quatscht.<\/p>\n<p>Was ein intellektuelles Fest k\u00f6nnte es z.B. sein, eine \u00f6ffentliche Debatte (Talk-Runde, von mir aus) zum Corona-Thema zwischen Drosten, Kekul\u00e9, Streeck und Lauterbach OHNE Gr\u00fcne, Schauspieler oder Musiker zu erleben. Dies in wissenschaftlicher Sprache, ohne dass ein Moderator die Aussagen auf Kindergartenniveau herunterbremst. (Ich habe hierzu einen wundersch\u00f6nen Leserkommentar im \u201eTagesspiegel\u201c gefunden: \u201eEin Virus l\u00e4\u00dft sich nicht totquatschen\u201c). Oder ein anderes Thema: zwei Wissenschaftler, die die Klimawandel-Thesen unterst\u00fctzen, und zwei, die sie ablehnen. Setzt sie zwei Stunden ins Studio und la\u00dft sie diskutieren, nur mit einem Schiedsrichter, der die Einhaltung der Regeln \u00fcberwacht. Wer\u2019s nicht kapiert, schaltet ab. Ich bin sicher, dass so mancher Zeitgenosse nur noch mit offenem Mund staunen w\u00fcrde.<br \/>\n10.6.2020, SCH<\/p>\n<p>Wes Brot ich ess, des Lied ich sing<br \/>\nEs ist, meiner Meinung nach, weniger die \u00e4hnliche Sozialisation, sondern die Frage, was muss ich tun, um heute eine Stelle an der Uni, in den Medien, teilweise in der Industrie zu erhalten. Es gilt der alte Satz der Landsknechte: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing. Vergessen wird dabei allerdings, dass der Zahlmeister zwar der Staat, oder halbstaatliche Stellen sind, aber wir, die Steuerzahler, den Staat und seine ganze Beamtenschaft finanzieren. Diese staatlichen Stellen haben sich inzwischen aber verselbst\u00e4ndigt und ignorieren bislang erfolgreich, wer ihre Geh\u00e4lter bezahlt und wer in einem demokratischen Staat das Sagen haben sollte.<br \/>\n10.6.2020, Hof.<\/p>\n<p><strong>Vielleicht nehmen wir die \u00d6RR viel zu ernst, weil sie so teuer sind.<\/strong><br \/>\nKlar, eine Sendung wie \u201ehart aber fair\u201c kostet 9 Millionen Euro, aber deshalb wird sie nicht wichtiger oder seri\u00f6ser. Wir haben einen Bundestag, der ein vielfaches kostet, aber auch der wird nicht seri\u00f6ser oder erstzunehmender. Der Gipfel der Kosten-Leistungsrechnung ist nat\u00fcrlich der Bundespr\u00e4sident, aber lassen wir das, ich meine was anderes\u2026<\/p>\n<p><strong>Bildung aus \u201eOn-demand\u201c-Medien<\/strong><br \/>\nDie Generationen unter 50 schauen immer weniger Fernsehen. Die \u201ebilden\u201c sich aus \u201eOn-demand\u201c-Medien wie dem Internet, YouTube, Twitter, usw. wenn sie Lust und Zeit dazu haben. Das vermittelt ja auch Selbstbestimmung, nicht mehr um 20 Uhr die \u201eamtliche\u201c Tagesschau gucken zu m\u00fcssen. Au\u00dferdem wird einem das Gef\u00fchl vermitteln, man w\u00e4re viel dichter dran, als die Nachrichtenbeamten mit ihren festen Verk\u00fcndungszeiten. Und dann der nicht zu untersch\u00e4tzende Vorteil, da\u00df man \u201eseine\u201c Nachrichten bekommt. Nichts beunruhigendes, Mainstream, leichtes Newstainment, Meinungsbest\u00e4tigung oder auch Befehlsausgabe f\u00fcr das Treppenhausgespr\u00e4ch mit den genauso bl\u00f6den Nachbarn.<br \/>\nVielleicht \u00fcberbewerten alle die Kraft dieser Medien, weil sie sie selbst zu oft konsumieren und weil sie so teuer sind.<br \/>\nIn den kommenden Jahren wird der Stellenwert der \u00d6RR deutlich abnehmen und im Grunde das ganze System in Frage stellen, weil eben andere Quellen deren Stelle einnehmen. Die Kosten wird das nicht senken, weil sich um diese Quasi-Beh\u00f6rden ganze Wirtschaftszweige gebildet haben, die man nicht einfach stilllegen kann.<br \/>\nDer Kampf um diese neue Medienordnung ist schon vor Jahren entbrannt. Kunden, denen man Werbung einspielen kann, findet man am leichtesten, indem man deren Meinung best\u00e4tigt und damit ein wohliges Gef\u00fchl verkauft, da\u00df der Leser die \u201erichtige\u201c Meinung hat. Liest man einen Artikel, dessen Tenor einem gef\u00e4llt, beachtet man auch eher die Werbung daneben, man \u201eglaubt\u201c der Werbung eher als in einem unangenehmen, schwierigen Text.<br \/>\n10.6.2020, C.N.<\/p>\n<p><strong>Nie waren die Medien, die vierte Staatsgewalt, so niveaulos, wie heute<\/strong><br \/>\nDer links-gr\u00fcne Ideologie-Terror vieler Parteipolitiker in Deutschland mit Unterst\u00fctzung der Medien, NGOs sowie gewaltaffinen Antifa und Linksautonomen grenzt abweichende Meinungen selbst in Wissenschaft und Kultur von vornherein aus und versucht mit moralischer \u00dcberheblichkeit sogar Wahlen in anderen EU-L\u00e4ndern und den USA zu beeinflussen.<br \/>\nDie Folge dieser durch Ausgrenzung, berufliches Fertigmachen und selbst Gewaltandrohung zerst\u00f6rten Streitkultur ist ein stetiger Niedergang der Lehre, Wissenschaften und Kultur in unserem Land. Nie waren die Medien, die vierte Staatsgewalt, so niveaulos, wie heute.<br \/>\n10.6.2020, Vol<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Allein aufgrund seiner Biografie kann kein Journalist so ganz neutral sein kann. Aber warum wird deshalb nun das Prinzip &#8222;Trennung von Nachricht (Fakten) und Kommentar (Meinung)&#8220; von Hans Joachim Friedrichs komplett abgeschafft zugunsten von &#8222;Alles ist Meinung&#8222;? 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