{"id":80646,"date":"2020-05-02T21:17:02","date_gmt":"2020-05-02T19:17:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=80646"},"modified":"2020-05-02T21:40:20","modified_gmt":"2020-05-02T19:40:20","slug":"5-profs-fragen-mdbs-zum-lockdown","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/5-profs-fragen-mdbs-zum-lockdown\/","title":{"rendered":"Profs fragen MdBs zu Lockdown"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcnf <a title=\"Freiheit der Wissenschaften\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/freiheit-der-wissenschaften\/\">namhafte<\/a> <a title=\"Wissenschaft\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/wissenschaft\/\">Professoren<\/a> haben eine \u00f6ffentliche Anfrage mit dem Titel\u00a0<em>\u201eDie Sch\u00e4den einer <a title=\"Crash\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/rezession\/crash\/\">Therapie<\/a> d\u00fcrfen nicht gr\u00f6\u00dfer sein als die Sch\u00e4den der <a title=\"Corona-Virus\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/gesund\/corona-virus\/\">Krankheit<\/a>\u201c<\/em> an alle <a title=\"Diskussionskultur \u2013 Bundestag\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/diskussionskultur-bundestag\/\">Fraktionen<\/a> des <a title=\"Bundestag\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/bundestag\/\">Deutschen Bundestages<\/a> geschickt. Sie erwarten Antworten zum Ausnahmezustand zur <a title=\"Corona-Grundrechte\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/gesund\/corona-virus\/corona-grundrechte\/\">Coronakrise<\/a> (Lockdown, Shutdown) zu erhalten, die die Regierung bis jetzt <a title=\"Diskussionskultur im Bundestag\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/diskussionskultur-im-bundestag\/\">schuldig geblieben<\/a> ist.<!--more--><br \/>\nProf. Dr. Sucharit<a title=\"Freiheit Bildung ade \u2013 Bhakdi\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/freiheit-bildung-ade-bhakdi\/\"> Bhakdi<\/a>, der medizinische Mikrobiologie an der Universit\u00e4t Mainz lehrt, der Toxikologe und Immunologe Prof. Dr. Stefan Hockertz, Prof. Dr. Stefan <a title=\"Corona-Grundrechte\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/gesund\/corona-virus\/corona-grundrechte\/\">Homburg<\/a> (Volkswirtschaftslehre) von der Universit\u00e4t Hannover, Prof. Dr. Werner M\u00fcller (Betriebswirtschaftslehre) von der Hochschule Mainz und der Psychologe Prof. Dr. Dr. Harald Walach von der Universit\u00e4t Witten-Herdecke.<br \/>\nHier die Dokumentation des Aufrufs der Professoren:<br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Gemeinsame Anfrage an die Fraktionen des Deutschen Bundestages<br \/>\nzu den Regierungsma\u00dfnamen in der Corona-Krise<\/strong><br \/>\n<strong>Anfrage nach Art. 17 GG:<\/strong><\/p>\n<p>Wir sind 5 Professoren verschiedener Fachrichtungen und wir kommen zu der Einsch\u00e4tzung, dass die Reaktionen der Regierung auf die Covid-19-Pandemie angesichts der davon ausgehenden Bedrohungen nicht verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig sind. Wir bitten Sie, die am Ende des folgenden Textes, auf den wir uns verst\u00e4ndigt haben, gestellten Fragen im Rahmen einer parlamentarischen Anfrage an die Bundesregierung zu richten. Der Text steht unter dem Motto:<br \/>\n<em>Die Sch\u00e4den einer Therapie d\u00fcrfen nicht gr\u00f6\u00dfer sein als die Sch\u00e4den der Krankheit<\/em><br \/>\nBei der massiven Einschr\u00e4nkung von Grundrechten hat der Staat eine Bringschuld, seinen B\u00fcrgern die Rechtfertigung immer wieder darzulegen. Dabei ist die Abw\u00e4gung des F\u00fcr und Wider der Ma\u00dfnahmen nachvollziehbar zu erl\u00e4utern. Sie sind nur zul\u00e4ssig, wenn sie zum Schutz eines \u00fcberragend wichtigen Rechtsgutes zwingend erforderlich sind, wenn sie verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig sind und es kein milderes Mittel gibt. Ma\u00dfnahmen, die zur Erreichung des Zieles nicht geeignet sind, k\u00f6nnen nicht erforderlich sein, erst Recht nicht zwingend.<\/p>\n<p>Es wurde bisher keine Abw\u00e4gung der Folgen der Einf\u00fchrung der Ma\u00dfnahmen gegen\u00fcber einem Verzicht darauf ver\u00f6ffentlicht. Wir zweifeln an, dass es diese Abw\u00e4gung je gegeben hat. Seit Hippokrates\u2018 Losung \u201eErstens nicht schaden, zweitens vorsichtig sein, drittens heilen\u201c ist unbestritten, dass die Sch\u00e4den einer Therapie nicht gr\u00f6\u00dfer sein d\u00fcrfen als die Sch\u00e4den einer Krankheit. Das gilt auch, wenn man vor der sprichw\u00f6rtlichen Entscheidung zwischen Pest und Cholera steht.<\/p>\n<p>Man sollte bei einer schwerwiegenden Entscheidung die Chancen nutzen, deren Eintritt einigerma\u00dfen wahrscheinlich ist und Risiken vermeiden, deren Konsequenzen bei einem Eintritt existenzvernichtend w\u00e4ren. Wenn man zwischen zwei entgegengesetzten Richtungen entscheiden muss, sollte man f\u00fcr beide Wege die wahrscheinlichen Folgen sowie Chancen und Risiken abw\u00e4gen. Bei der Abw\u00e4gung \u2013 sollte sie stattgefunden haben \u2013 wurde der enorme wirtschaftliche Schaden anscheinend nicht ber\u00fccksichtigt. Es wurde auch nicht ber\u00fccksichtigt, dass die Entwicklung eines Medikaments oder Impfstoffes innerhalb kurzer Zeit ausgeschlossen ist und dass die L\u00e4hmung des \u00f6ffentlichen Lebens und der Wirtschaft \u00fcber mehrere Monate unm\u00f6glich ist. Die sich in dieser Situation aufdr\u00e4ngende Probleml\u00f6sung, \u00fcber eine fortschreitende Infektion eines \u00fcberwiegenden Teils der Bev\u00f6lkerung eine Herdenimmunisierung zu erreichen, wurde anscheinend ohne jede Pr\u00fcfung verworfen.<br \/>\nDie psychischen Sch\u00e4den lassen sich wirtschaftlich kaum quantifizieren. Die Schlie\u00dfung von Schulen, Kindertagesst\u00e4tten und Spielpl\u00e4tzen sch\u00e4digt unsere Kinder. Ihre Lernmotivation wird gesch\u00e4digt und sie verlernen soziales Verhalten. Ihre Eltern werden zwischen Home-Office, Home-Schooling und Anspruch, die eigenen Kinder liebevoll betreuen zu wollen, zerrieben. Auch sie werden die aktuelle Situation nur zeitlich begrenzt aushalten k\u00f6nnen. Diese Belastungen erscheinen zudem v\u00f6llig \u00fcberfl\u00fcssig, denn Kinder und Jugendliche zeigen bei einer Infektion kaum Symptome und in Deutschland leben sie auch nur sehr selten mit ihren Gro\u00dfeltern in einem gemeinsamen Haushalt, so dass von ihnen auch keine Infektionsgefahr f\u00fcr sog. Risikogruppen ausgeht.<\/p>\n<p>Weil es mit der Herdenimmunisierung ein geeignetes und minder schweres Mittel gibt, wie Schweden, S\u00fcdkorea oder Taiwan beweisen, sind die Ma\u00dfnahmen der Regierung unzul\u00e4ssig. Es wurde nicht dargelegt, dass die Durchseuchung der Gesellschaft schwerwiegendere Folgen haben sollte als die Zerst\u00f6rung der Wirtschaft und insbesondere der Zusammenbruch des Mittelstandes.<\/p>\n<p>Wir zweifeln an, dass es \u00fcberhaupt eine besondere Bedrohung der Bev\u00f6lkerung und selbst der Risikogruppen gibt. In der Zeit vom 01.01. bis 04.03.2017 sind im zeitlichen Zusammenhang mit einer Grippewelle in der Altersgruppe ab 80 Jahren 25.243 Personen mehr gestorben als im gleichen Zeitraum des Jahres 2016, in dem vom Robert-Koch-Institut keine Grippewelle registriert wurde, wobei zur Vergleichbarkeit der 29.02.16 nicht ber\u00fccksichtigt wurde. Im Zeitraum vom 13.02. bis 29.03.18 starben w\u00e4hrend einer anderen Grippewelle 23.971 Menschen dieser Altersgruppe mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2016.<br \/>\nZwischen dem 02.07. und dem 23.08.18 starben w\u00e4hrend einer Hitzewelle 9.585 Menschen mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2016. Zwischen dem 09.03. und dem 24.04.20 wurden vom Robert-Koch-Institut 3.349 Menschen registriert, die im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion in den Altersgruppen ab 80 verstorben sind \u2013 seit dem 25.04. werden diese Zahlen nicht mehr ver\u00f6ffentlicht!<br \/>\nSelbst wenn man bei \u201eitalienischen Verh\u00e4ltnissen\u201c hochgerechnet auf die gr\u00f6\u00dfere Bev\u00f6lkerung 6,7fache Todeszahlen als jetzt unterstellen w\u00fcrde, w\u00e4re noch keine Gr\u00f6\u00dfenordnung wie im Januar\/Februar 2017 oder M\u00e4rz\/April 2018 erreicht, als die Regierung keinen Anlass zum Handeln gesehen hat und die deshalb auch nicht als bedrohlich eingesch\u00e4tzt wurde.<br \/>\nEs ist auch nicht bedrohlich, wenn wie in den Jahren 2016 bis 2018 90 % der Verstorbenen 60 Jahre oder \u00e4lter sind und wenn 96,6 % dieser Altersgruppe an Krankheiten statt an Unf\u00e4llen oder Gewalthandlungen stirbt. Bei Covid-19-Infektionen konnten bisher keine von diesem normalen Verlauf deutlich abweichende Verh\u00e4ltnisse beobachtet werden.<br \/>\nWenn es aber keine besondere Bedrohung gibt, sind besondere Ma\u00dfnahmen zum Schutz der Bev\u00f6lkerung unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig. Wenn bei \u00fcber 25.000 Toten \u00fcberhaupt keine Bedrohung vorgelegen hat, dann wird eine besondere Bedrohung wohl fr\u00fchestens bei der dreifachen Anzahl* vorliegen k\u00f6nnen.<br \/>\nDie Tagesschau vom 21.04.20 zitierte den Basler Pathologe Tzankov: \u201eNat\u00fcrlich h\u00e4tten die Verstorbenen viele Vorerkrankungen und die Lebenserwartung sei sicher k\u00fcrzer als die von Gesunden. \u201aAber alle diese Patienten h\u00e4tten wahrscheinlich ohne Covid-19 l\u00e4nger gelebt, vielleicht eine Stunde, vielleicht einen Tag, eine Woche oder ein ganzes Jahr.&#8216; Ohne das Coronavirus w\u00e4ren die Verstorbenen, die er obduziert habe, \u201awahrscheinlich noch am Leben\u2018.\u201c (<a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/investigativ\/ndr-wdr\/corona-obduktionen-103.html\">https:\/\/www.tagesschau.de\/investigativ\/ndr-wdr\/corona-obduktionen-103.html<\/a>) Die Ma\u00dfnahmen der Regierung lie\u00dfen sich verfassungsrechtlich aber h\u00f6chstens dann rechtfertigen, wenn damit eine gro\u00dfe Anzahl von Menschenleben nachhaltig gerettet w\u00fcrde. Die Verl\u00e4ngerung einer Sterbephase ist kein \u00fcberragend wichtiges Gemeinschaftsinteresse! Sie widerspricht wahrscheinlich sogar dem Interesse der Sterbenden.<br \/>\n.<br \/>\nEine Lebensverl\u00e4ngerung um ein Jahr reicht nicht aus. Sie k\u00f6nnte in keinem Fall die massenhafte Vernichtung der wirtschaftlichen Existenz mittelst\u00e4ndischer Unternehmen oder ganzer Branchen (z.B. Gastronomie) rechtfertigen. Die aktuelle Situation unterscheidet sich grundlegend von der verfassungsrechtlichen Problematik beim Luftsicherheitsgesetz. Es geht nicht darum, ob der Staat wahrscheinlich Sterbende aktiv t\u00f6ten darf, um andere Menschen zu retten. Es ist zu fragen, ob der Staat mit unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig hohem wirtschaftlichen Schaden und mit massiven Grundrechtseinschr\u00e4nkungen das Leben von wahrscheinlich Sterbenden verl\u00e4ngern muss, oder ob er nicht Sterbende schneller sterben lassen darf (bzw. sollte oder muss), um die Grundrechte und die wirtschaftliche Existenz der Lebenden zu sch\u00fctzen.<br \/>\nDie Ma\u00dfnahmen der Regierung erscheinen angesichts der enormen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Sch\u00e4den, die sie verursachen, auch unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig. Wenn wegen des \u00fcberwiegend hohen Alters und der Vorerkrankungen jeder potentiell Gerettete noch durchschnittlich 1.000 Tage** Restlebenszeit h\u00e4tte, w\u00fcrden selbst bei 200.000 vermiedenen Todesopfern nur 200 Mio. Lebenstage gerettet. Bei einem wirtschaftlichen Schaden von 1.000 Mrd. \u20ac w\u00e4ren das 5.000 \u20ac pro gerettetem Lebenstag, und das wahrscheinlich bei stark eingeschr\u00e4nkter Lebensqualit\u00e4t. Diese hohen Kosten sind durch nichts zu rechtfertigen.<br \/>\nDie Ma\u00dfnahmen, die einen wirtschaftlichen Schaden in solcher Gr\u00f6\u00dfenordnung verursachen, sind deshalb unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig. Zudem ist zu ber\u00fccksichtigen, wie viele Menschen durch die unn\u00f6tige Absage lebenswichtiger Operationen bereits jetzt zus\u00e4tzlich verstorben sind und wie viele aufgrund der absehbaren K\u00fcrzung der Gesundheitsausgaben nach einer tiefen Rezession zus\u00e4tzlich versterben werden.<br \/>\nWenn die Regierung die Rechtfertigung f\u00fcr ihre Ma\u00dfnahmen nicht dezidiert darlegen kann, w\u00e4ren sie aufzuheben. Deshalb verlangen wir Antworten auf folgende Fragen:<br \/>\n.<br \/>\n1) Welche konkreten Szenarien lagen am 13.03.20 vor, und aus welchen Grund hat sich die Regierung f\u00fcr Kontaktbeschr\u00e4nkungen und gegen die Herstellung der Herdenimmunit\u00e4t entschieden?<br \/>\n.<br \/>\n2) Was waren die Gr\u00fcnde, wegen der die Regierung in der Covid-19-Pandemie eine Bedrohung f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung sieht, obwohl sich die Sterblichkeit nicht wesentlich von den allt\u00e4glichen Todesf\u00e4llen unterscheidet und sie sogar wesentlich niedriger ist als im Januar\/Februar 2017, M\u00e4rz\/April 2018 und Juli\/August 2018, als die Regierung keinerlei Aktivit\u00e4t gezeigt hat.<br \/>\n.<br \/>\n3) Mit welchen Gr\u00fcnden rechtfertigt die Regierung die hohen wirtschaftlichen Sch\u00e4den und die zus\u00e4tzlichen Sterbef\u00e4lle, die aus ihren Ma\u00dfnahmen resultieren, vor allem unter Ber\u00fccksichtigung der geringen geretteten Lebenszeit.<br \/>\n.<br \/>\n4) Was sind die Gr\u00fcnde f\u00fcr die Schlie\u00dfung von Kindertagesst\u00e4tten, Kinderg\u00e4rten, Schulen und Hochschule, wenn die Erkrankung doch an jungen Menschen spurlos vorbeigeht und eine nat\u00fcrliche Immunit\u00e4t m\u00f6glichst vieler Menschen eher hilfreich im Kampf gegen noch wenig bekannte Erreger ist?\u201c<\/p>\n<p>Anmerkungen:<br \/>\n*= bis 25.000 keine Bedrohung, 25-75.000 normale Bedrohung, \u00fcber 75.000 besondere Bedrohung<br \/>\n**= lt. RKI liegt der Altersmedian der Verstorbenen bei 82 Jahren, es sind 58 % M\u00e4nner (Restlebenserwartung 6,92 Jahre) und 42 % Frauen (8,21 Jahre) mit Corona-Infektion gestorben, woraus sich eine durchschnittliche Restlebenszeit von 7,46 Jahren ergibt. Wenn aber bei 75 % wegen der Vorerkrankungen eine Restlebenszeit von nur noch 365 Tagen unterstellt wird, dann ergibt sich ein gewogener Durchschnitt von 955 Tagen. 1.000 Tage d\u00fcrften also nicht zu niedrig gesch\u00e4tzt sein.<br \/>\n.<br \/>\n28. April 2020<br \/>\nProf. Dr. Sucharit Bhakdi, Medizinische Mikrobiologie, Universit\u00e4t Mainz<br \/>\nProf. Dr. Stefan Hockertz, Toxikologie\/Immunologie, tpi consult GmbH, Bollschweil, ehem. Univ. Hamburg<br \/>\nProf. Dr. Stefan Homburg, Volkswirtschaftslehre, Universit\u00e4t Hannover<br \/>\nProf. Dr. Werner M\u00fcller, Betriebswirtschaftslehre, Hochschule Mainz<br \/>\niehe auch: <a href=\"https:\/\/www.prof-mueller.net\/\">https:\/\/www.prof-mueller.net\/<\/a><br \/>\nProf. Dr. Dr. Harald Walach, Psychologie, Universit\u00e4t Witten-Herdecke<br \/>\n.<\/p>\n<p>Am 28.04.2020 haben sich die Unterzeichner des folgenden Textes auf folgende gemeinsame Anfrage nach Art. 17 GG an die Fraktionen des Deutschen Bundestages verst\u00e4ndigt. Wenn Sie ebenfalls Antworten auf diese Fragen wollen, dann k\u00f6nnen Sie sich an die Fraktionen wenden:<br \/>\nCDU\/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag \u2013 fraktion@cducsu.de<br \/>\nSPD-Bundestagsfraktion \u2013 direktkommunikation@spdfraktion.de<br \/>\nAfD-Bundestagsfraktion \u2013 buerger@afdbundestag.de<br \/>\nFDP-Bundestagsfraktion \u2013 dialog@fdpbt.de<br \/>\nFraktion Die Linke im Bundestag \u2013 fraktion@linksfraktion.de<br \/>\nBundestagsfraktion B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen \u2013 info@gruene-bundestag.de<br \/>\n.<br \/>\nEs gen\u00fcgt ein kurzer Text wie:<br \/>\nIch schlie\u00dfe mich den Fragen der 5 Lockdown-kritischen Professoren an.<br \/>\nQuelle:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/harald-walach.de\/2020\/04\/29\/gemeinsame-anfrage-an-die-fraktionen-des-deutschen-bundestages-zu-den-regierungsmassnamen-in-der-corona-krise\/\">https:\/\/harald-walach.de\/2020\/04\/29\/gemeinsame-anfrage-an-die-fraktionen-des-deutschen-bundestages-zu-den-regierungsmassnamen-in-der-corona-krise\/<\/a><br \/>\n.<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Brief des BVMW an Merkel: Das Fehlen einer Exit-Strategie ist verantwortungslos<\/strong><br \/>\n<em>Der <a title=\"Mittelstand\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/industrie\/mittelstand\/\">Bundesverband mittelst\u00e4ndische Wirtschaft (BVMW)<\/a> fordert in einem Brief an die Bundeskanzlerin und die L\u00e4nderchefs, \u201cdie einseitige Fixierung auf eine rein virologische Sichtweise\u201d aufzugeben und den Lockdown zu beenden.<\/em><\/p>\n<p>Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, sehr geehrte Ministerpr\u00e4sidentinnen und Ministerpr\u00e4sidenten!<br \/>\nIn unserem Brandbrief vor Ostern haben wir nachdr\u00fccklich an Sie und die gesamte deutsche Politik appelliert, m\u00f6glichst rasch die Wirtschaft schrittweise wieder hochzufahren und einen konkreten Exit-Fahrplan vorzulegen. \u201eAllein die Vorlage einer Exit-Strategie ist geeignet, der Wirtschaft und den Besch\u00e4ftigten wieder Zuversicht zu vermitteln\u201c, hei\u00dft es darin. Leider ist das bis heute nicht geschehen! Wir halten das f\u00fcr verantwortungslos. Denn von M\u00e4rz bis April ist die Zahl der Unternehmen, die Kurzarbeit beantragen mussten, von 470.000 auf 718.000 gestiegen. Sch\u00e4tzungsweise vier Millionen Besch\u00e4ftigte sind davon betroffen. Und niemand kann heute sagen, wie viele von ihnen nicht an ihren Arbeitsplatz zur\u00fcckkehren, sondern in die Arbeitslosigkeit gehen werden.<\/p>\n<p>Anstieg um 3000 Prozent<br \/>\nZur Erinnerung: In der Finanzkrise im M\u00e4rz 2009 meldeten lediglich 22.900 Firmen Kurzarbeit an. Elf Jahre sp\u00e4ter m\u00fcssen wir einen Anstieg um 3000 (!) Prozent zur Kenntnis nehmen. Und bereits im M\u00e4rz hatten wir in diesem Jahr so viele Insolvenzen zu beklagen wie fast im gesamten Vorjahr. Unser Land steht vor dem gr\u00f6\u00dften Konjunktureinbruch seit dem Zweiten Weltkrieg. Trotz eines staatlichen Rettungspakets von mehr als einer Billion Euro droht eine Pleitewelle unbekannten Ausma\u00dfes, die die Existenz Hunderttausender Menschen binnen weniger Wochen vernichten k\u00f6nnte. Laut einer Umfrage unter unseren Mitgliedern aus dieser Woche fordern 80 Prozent eine Beendigung des Lockdown sp\u00e4testens Ende Mai. Ein Drittel pl\u00e4diert sogar f\u00fcr einen sofortigen Exit.<\/p>\n<p>Gro\u00dfe Verzweiflung im Mittelstand<br \/>\nAus diesen Zahlen spricht nicht zuletzt gro\u00dfe Verzweiflung im deutschen Mittelstand angesichts existenzieller Bedrohungen f\u00fcr das Lebenswerk und damit die Lebensgrundlagen vieler Menschen. Zeitgleich fordert auch der Wirtschaftsweise Professor Lars Feld, dass der Stillstand der Wirtschaft keinen Tag l\u00e4nger als bis Ende Mai gehen sollte, da ansonsten die \u00f6konomischen Folgen zu gro\u00df w\u00fcrden. Und Professor Krause vom Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Infektionsforschung sieht das \u00e4hnlich: Die gesamtgesellschaftlichen Einschr\u00e4nkungen wegen Corona m\u00fcssten zeitlich so kurz wie m\u00f6glich sein, da sie zu mehr Toten f\u00fchren k\u00f6nnten als das Virus selbst. Und was, wenn der einstige Berater der Bundesregierung, Wirtschaftsprofessor Homburg, Recht h\u00e4tte mit seinen Berechnungen, denen zufolge der vorl\u00e4ufige H\u00f6hepunkt der Neuinfektionen in Deutschland bereits am 13. M\u00e4rz war? Dann waren Schulschlie\u00dfungen (16. M\u00e4rz) und Lockdown (23. M\u00e4rz) m\u00f6glicherweise unn\u00f6tig.<\/p>\n<p>Gegenargumente ernst nehmen<br \/>\nOffenkundig spielen die Erkenntnisse dieser und anderer Wissenschaftler in Ihren \u00dcberlegungen keine oder nur eine geringe Rolle. Das ist \u00fcberaus irritierend, zeichnet es doch kluges unternehmerisches und auch politisches Handeln aus, Gegenargumente ebenso ernst zu nehmen wie die eigenen Handlungsgr\u00fcnde. Wir fordern, dass k\u00fcnftig die Erfordernisse der Wirtschaft in Ihrer Corona-Politik einen deutlich h\u00f6heren Stellenwert erhalten als bislang. Bundestagspr\u00e4sident Wolfgang Sch\u00e4uble hat v\u00f6llig Recht mit seinem Hinweis, dass der Staat nicht in der Lage ist, mit noch so vielen Hilfsgeldern den Unternehmen den Umsatz zu ersetzen. Und der ehemalige Verfassungsrichter Udo Di Fabio mahnt, Ziel von Politik m\u00fcsse es sein, \u201eden B\u00fcrgern ihre Freiheit zur\u00fcckzugeben\u201c. Das gilt in ganz besonderem Ma\u00df f\u00fcr die unternehmerische Freiheit. Wir sehen bei einer Fortsetzung der bisherigen Politik die erhebliche Gefahr einer dauerhaften Abh\u00e4ngigkeit der Wirtschaft von staatlichen Transferleistungen.<br \/>\n.<br \/>\nDas Coronavirus wird mit der Entwicklung eines Impfstoffs in absehbarer Zeit einged\u00e4mmt werden k\u00f6nnen, die Ver\u00e4nderungen der wirtschaftlichen Lebensgrundlagen unseres Landes k\u00f6nnten bis dahin irreversibel sein. In gro\u00dfer Sorge um die Zukunft dieses Landes und um den Wohlstand seiner B\u00fcrger appellieren wir an die Politik: Beenden Sie die einseitige Fixierung auf eine rein virologische Sichtweise und damit das gef\u00e4hrliche Spiel mit den Zukunftschancen dieses Landes. Es geht um das Schicksal des deutschen Mittelstands. Heben Sie den Lockdown auf, bevor es zu sp\u00e4t ist!<br \/>\nMit hochachtungsvollen Gr\u00fc\u00dfen<br \/>\nMario Ohoven, BVMW-Pr\u00e4sident<br \/>\nDr. Jochen Leonhardt, BVMW-Vizepr\u00e4sident<br \/>\nDr. Hans-Michael Pott, BVMW-Vizepr\u00e4sident<\/p>\n<p>Mario Ohoven ist seit 1998 Pr\u00e4sident des Bundesverbandes mittelst\u00e4ndischer Wirtschaft (BVMW)<br \/>\nund seit 2002 der Europ\u00e4ischen Vereinigung der Verb\u00e4nde kleiner und mittlerer Unternehmen.<br \/>\n2.5.2020<br \/>\n.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.bvmw.de\/\">https:\/\/www.bvmw.de\/<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.theeuropean.de\/mario-ohoven\/was-der-mittelstand-jetzt-von-der-politik-fordert\/\">https:\/\/www.theeuropean.de\/mario-ohoven\/was-der-mittelstand-jetzt-von-der-politik-fordert\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcnf namhafte Professoren haben eine \u00f6ffentliche Anfrage mit dem Titel\u00a0\u201eDie Sch\u00e4den einer Therapie d\u00fcrfen nicht gr\u00f6\u00dfer sein als die Sch\u00e4den der Krankheit\u201c an alle Fraktionen des Deutschen Bundestages geschickt. 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