{"id":79206,"date":"2020-02-23T21:39:18","date_gmt":"2020-02-23T20:39:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=79206"},"modified":"2020-02-26T21:54:42","modified_gmt":"2020-02-26T20:54:42","slug":"s-bahn-mit-dem-rollstuhl-nein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/s-bahn-mit-dem-rollstuhl-nein\/","title":{"rendered":"S-Bahn mit dem Rollstuhl &#8211; nein"},"content":{"rendered":"<p>Auch das zum 17.2.2020 ge\u00e4nderte Fahrplankonzept kann am 23.2.2020 noch nicht umgesetzt werden:<em> &#8222;Fahrg\u00e4ste haben von der <a title=\"Breisgau-S-Bahn\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/verkehr\/eisenbahn\/breisgau-s-bahn\/\">Breisgau-S-Bahn<\/a> die Nase voll&#8220;<\/em> (BZ vom 8.1.2020) gilt weiterhin. Dabei w\u00fcnschen sich die Pendler und Sch\u00fcler doch gar nicht viel &#8211; nur einen p\u00fcnktlichen <a title=\"Hoellentalbahn\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/verkehr\/eisenbahn\/hoellentalbahn\/\">Fahrbetrieb<\/a> der <a title=\"Breisgau-S-Bahn Vertrauen weg\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/breisgau-s-bahn-vertrauen-weg\/\">H\u00f6llental- und Kaiserstuhlbahn<\/a>. Aber diesem Wunsch der Fahrg\u00e4ste kann die <a title=\"OEPNV\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/verkehr\/oepnv\/\">Bahn<\/a> nicht nachkommen, sie ist schlicht \u00fcberfordert.<br \/>\n.<br \/>\n<!--more-->Nur das nervende <a title=\"Piep\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/verkehr\/eisenbahn\/piep\/\">Piepsen der T\u00fcren<\/a> und die endlosen <a title=\"Lautsprecher\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/verkehr\/eisenbahn\/hoellentalbahn\/lautsprecher\/\">Lautsprecherdurchsagen<\/a> zu Versp\u00e4tungen, Gleiswechseln, fehlenden&#8220;Kurswagen&#8220; und Zugausf\u00e4llen scheinen zu funktionieren. Die Ausreden, Schuldzuweisungen und Appelle der Bahn k\u00f6nnen ihre Unf\u00e4higkeit nicht mehr kaschieren. Besonders hart trifft dieses Versagen des \u00d6PNV die Menschen mit <a title=\"Behinderung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/behinderung\/\">Handicap<\/a>. Der ersch\u00fctternde Bericht einer <a title=\"Rollstuhl\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/behinderung\/rollstuhl\/\">Rollstuhlfahrerin<\/a> im Dreisamt\u00e4ler zeigt, dass zur Unf\u00e4higkeit der Bahn noch eine Portion armseliger Arroganz hinzukommt, denn: Wozu an 5 Tagen der Woche im <a title=\"Barrierefrei\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/behinderung\/barrierefrei\/\">Rollstuhl per Bahn<\/a> zur Arbeit fahren?<br \/>\n23.2.2020<br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>Neues Fahrplankonzept seit 17.02.2020<\/strong><br \/>\n<em>Kirchzarten (cw.) Das neue Fahrplankonzept l\u00e4uft gerade an, die Breisgau-S-Bahn f\u00e4hrt jetzt in st\u00fcndlichem Takt von Breisach nach Seebrugg und von Freiburg nach Villingen, das jeweils bezogen auf beide Richtungen. Das zeitaufwendige und unausgereifte Fl\u00fcgeln und Kuppeln entf\u00e4llt. Mit dieser L\u00f6sung soll der halbst\u00fcndige Takt zwischen Freiburg und Titisee sowie in Gegenrichtung weiterhin gesichert sein.<\/em><br \/>\n.<br \/>\n<strong>\u201eSch\u00f6ne heile Welt der Inklusion\u2026<\/strong>\u201c<br \/>\nIn den letzten Wochen litten alle Fahrg\u00e4ste unter mangelnder P\u00fcnktlichkeit, fehlenden Informationen und Zugausf\u00e4llen. Ganz besonders traf es Fahrg\u00e4ste mit Einschr\u00e4nkungen, wie \u00e4ltere Menschen, die nicht mehr so schnell zu Fu\u00df sind, oder Rollstuhlfahrer*innen.<br \/>\nDie Erfahrungen, die Frau Z. in den letzten Wochen mit der Breisgau-S-Bahn machte, gehen weit \u00fcber das Zumutbare hinaus. Die Kirchzartenerin ist auf den Rollstuhl angewiesen und f\u00e4hrt an f\u00fcnf Tagen unter der Woche morgens von <a title=\"Kirchzarten\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/kirchzarten\/\">Kirchzarten<\/a> nach Freiburg zur Arbeit und mittags wieder zur\u00fcck. Sechs Jahre hatte alles wunderbar geklappt, doch seit der Umstellung auf die Breisgau-S-Bahn musste Frau Z. feststellen, dass bei der Ausarbeitung des Fahrplankonzepts Menschen mit Rollstuhl oder Geheinschr\u00e4nkungen nicht ber\u00fccksichtigt wurden. Auf Nachfrage erhielt sie von der DB-Regio die Antwort,<br \/>\ndass diese davon ausgehe,<br \/>\ndass niemand mit Rollstuhl<br \/>\nan f\u00fcnf Tagen unter der Woche<br \/>\nmit \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit f\u00e4hrt<br \/>\nund wieder zur\u00fcck.<br \/>\nEin d\u00fcrftiges Argument, denn letzten Endes ist es doch egal, wie oft Fahrg\u00e4ste mit Rollstuhl die Breisgau-S-Bahn nutzen. Fakt ist, dass es in unserer Gesellschaft Menschen mit Handicap gibt und dass jede Einrichtung im Rahmen der Inklusion daf\u00fcr Sorge zu tragen hat, dass Menschen mit Einschr\u00e4nkungen genauso Teilhabe am normalen Leben haben sollen, wie alle anderen, folglich sollten auch alle Fahrg\u00e4ste dieselben Voraussetzungen haben, um in ihren gew\u00fcnschten Zug zu gelangen. Bei bestehenden Einrichtungen ist dies leider nicht immer m\u00f6glich, doch wenn wie hier, ein vollkommen neues Konzept erarbeitet wird, wonach Bahnh\u00f6fe f\u00fcr viel Geld umgebaut werden und neue Z\u00fcge angeschafft werden, sollte man doch davon ausgehen, dass das Thema <a title=\"Inklusion\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/inklusion\/\">Inklusion<\/a> ein wichtiger Bestandteil bei der Planung ist. \u201eSch\u00f6ne heile Welt der Inklusion\u2026\u201c, f\u00e4llt Frau Z. dazu nur ein.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Fahrstuhl defekt, Rampe nicht vorhanden \u2013 gefangen auf Gleis 2<\/strong><br \/>\nVor der Umstellung konnte die auf den Rollstuhl angewiesene Kirchzartenerin verl\u00e4sslich auf H\u00f6he der Bushaltestelle in den Zug einsteigen. Mit dem neuen Fahrplankonzept ab Dezember 2019 \u00e4nderte sich das schlagartig, da der behindertengerechte Eingang des Zuges variiert, womit es f\u00fcr Frau Z. immer eine \u00dcberraschung bleibt, wo sie barrierefrei in den Zug einsteigen kann. Zudem muss sie auf kurzfristige Gleis\u00e4nderungen immer gefasst sein und sich in der N\u00e4he der Info-Anzeigen und Lautsprecher aufhalten, die sich am anderen Ende des Gleises befinden; auf der anderen Seite am Bahnsteig sind diese weder h\u00f6r- noch sichtbar.<br \/>\nF\u00fcr Fahrg\u00e4ste, die gut zu Fu\u00df sind, mag das alles kein Problem sein, doch mit Rollstuhl in der Hauptverkehrszeit ist es ein Rennen gegen die Zeit. Leider gibt es auch kein Bahnpersonal, das Fahrg\u00e4sten mit Einschr\u00e4nkungen behilflich sein k\u00f6nnte. Auch der Fahrstuhl auf dem Bahnhof in Kirchzarten funktionierte einige Zeit nicht, so dass Frau Z. im Falle eines Gleiswechsels keine M\u00f6glichkeit hatte, zu ihrem Zug zu gelangen, zumal es auch keine Rampen gibt. Z\u00fcge, die von Freiburg kommen und auf Gleis 2 in Kirchzarten einfahren, k\u00f6nnen f\u00fcr Rollstuhlfahrer zu einer Falle werden, wenn der Fahrstuhl au\u00dfer Betrieb ist. \u201eGefangen auf Gleis 2\u201c, so die Worte der Kirchzartenerin. Die Notfallnummer am Fahrstuhl ist nur daf\u00fcr vorgesehen, wenn jemand steckengeblieben ist. Der Schiebetritt am Zugeingang f\u00fcr Rollstuhlfahrer ist in Kirchzarten hilfreich, da er auf derselben H\u00f6he wie die Bahnsteige ist, das wurde tats\u00e4chlich ber\u00fccksichtigt. Auf dem Freiburger Hauptbahnhof ist das aber keineswegs so. Die Gleise dort haben unterschiedliche H\u00f6hen, so dass der Schiebetritt h\u00e4ufig niedriger als der Bahnsteig ist. Im Extremfall sind Rollstuhlfahrer*innen beim Verlassen des Zuges auf fremde Hilfe angewiesen. Auf Nachfrage bei der DB-Regio teilte man Frau Z. mit, dass sie sich f\u00fcr Hilfe einen Betreuungsservice organisieren kann, den sie vorher telefonisch bestellen muss. Rollstuhlfahrer*innen m\u00fcssten folglich von zu Hause aus am Abend vorher ihre Hin- und R\u00fcckfahrt organisieren. Da Frau Z. t\u00e4glich den Zug nutzt, w\u00e4re das jedes Mal ein erheblicher Aufwand, weshalb sie bisher davon keinen Gebrauch machte.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Ohne Nahkampfausbildung kein Zug nach Freiburg<\/strong><br \/>\nRichtig spannend wird es, wenn in der Hauptverkehrszeit, morgens zwischen sieben und acht Uhr, Z\u00fcge kommen, die lediglich aus einem Triebwagen bestehen. Schon bei der Einfahrt ist f\u00fcr die auf dem Bahnsteig wartenden Fahrg\u00e4ste klar, dass man jetzt nur mit einer gezielten Nahkampfausbildung die M\u00f6glichkeit hat, in den Zug zu gelangen oder man verzichtet von vornherein und erspart sich den Stress.\u00a0Frau Z. hat diese Wahl nicht, denn f\u00fcr sie ist in dem Moment klar, dass sie mit diesem Zug definitiv nicht nach Freiburg fahren kann. F\u00fcr die in Kirchzarten wohnende Rollstuhlfahrerin waren die letzten Wochen eine Tortur sondergleichen. Mehrmals schrieb sie an Verantwortliche, um auf diesen Zustand hinzuweisen, leider ohne nennenswerten Erfolg. Man verwies sie auf die Hotline oder vertr\u00f6stete sie auf den neuen Fahrplan ab 17.02.2020. Bleibt nun zu hoffen, dass mit dem neuen Fahrplan tats\u00e4chlich mehr Verl\u00e4sslichkeit f\u00fcr Pendler*innen eintreten wird.<br \/>\nDoch was\u00a0Frau Z. betrifft und mit ihr viele andere, die ein Handicap haben, ist fraglich, ob ihre Probleme dadurch wirklich gel\u00f6st werden. Bewundernswert ist, dass die Kirchzartenerin in ihrer schweren Situation trotz aller Unannehmlichkeiten ihren Humor nicht verloren hat: \u201eEs ist immer wieder ein Spa\u00df, travelling with Deutsche Bahn\u201c, so ihre Worte.<br \/>\n&#8230; Alles vom 19.2.2020 von Claudia Wandres bitte lesen auf <a href=\"https:\/\/www.dreisamtaeler.de\">https:\/\/www.dreisamtaeler.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch das zum 17.2.2020 ge\u00e4nderte Fahrplankonzept kann am 23.2.2020 noch nicht umgesetzt werden: &#8222;Fahrg\u00e4ste haben von der Breisgau-S-Bahn die Nase voll&#8220; (BZ vom 8.1.2020) gilt weiterhin. 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