{"id":75648,"date":"2019-11-02T14:53:48","date_gmt":"2019-11-02T13:53:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=75648"},"modified":"2019-11-02T14:55:01","modified_gmt":"2019-11-02T13:55:01","slug":"tod-allerheiligen-allerseelen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/tod-allerheiligen-allerseelen\/","title":{"rendered":"Tod &#8211; Allerheiligen Allerseelen"},"content":{"rendered":"<p>Der <a title=\"Trauer\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/psyche\/trauer\/\">Tod<\/a>: Trostlose Endstation?\u00a0Den Wechsel der <a title=\"Herbst\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/herbst\/\">Jahreszeiten<\/a> so intensiv beobachten und miterleben zu k\u00f6nnen, wie es in unseren <a title=\"Regio\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/\">Breitengraden<\/a> m\u00f6glich ist, ist schon etwas Besonderes. Kostenlos wird mir das ganze Jahr \u00fcber ein Naturszenario mit allen Variationen geboten: Sonne und Regen, Gewitter und St\u00fcrme, Nebel und Schnee, alle Farben der <a title=\"Natur\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/\">Natur<\/a> bis hin zum Grau in Grau in den vielf\u00e4ltigen Schattierungen des Tageslichtes \u2026 <!--more-->Doch ich bleib\u00b4 dabei keineswegs nur Zuschauer. Mit meinem k\u00f6rperlichen und seelischen Empfinden bin ich in diese Naturvorg\u00e4nge einbezogen, manchmal belastet, manchmal bereichert.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>\u201eDer Tod ist gewiss, die Stunde ungewiss\u201c<\/strong><br \/>\nBeim Nachdenken dar\u00fcber wird mir auch klar: Hinter diesen oft begl\u00fcckenden, gelegentlich aber auch bedr\u00fcckenden Naturvorg\u00e4ngen verbergen sich die elementaren Prozesse allen Lebens, n\u00e4mlich das Wachsen und Werden, das Reifen und Vergehen. Und ich selbst bin dabei mittendrin einer der unendlich vielen Mitspieler\/innen im gro\u00dfen Spiel des Lebens.<br \/>\nDas Sterben der Natur im jetzt im November f\u00fchrt mir erneut in besonderer Weise die eigene Sterblichkeit vor Augen und damit auch die Wahrheit: \u201eDer Tod ist gewiss, die Stunde ungewiss\u201c (Mathias Claudius). Deshalb ist auch f\u00fcr mich der elfte Monat eigentlich \u201eder schlimmste der zw\u00f6lf Br\u00fcder\u201c (Jean Paul).<br \/>\n.<br \/>\n<strong>\u201eTotenmonat\u201c, Allerheiligen (mit dem Gr\u00e4berbesuch), Allerseelen, Volktrauertag, Totensonntag<\/strong><br \/>\nDazu kommen die Gedenktage, die dem Monat November seinen d\u00fcsteren Beinamen geben: \u201eTotenmonat\u201c, Allerheiligen (mit dem Gr\u00e4berbesuch), Allerseelen, Volktrauertag, Totensonntag. Beim Gedenken an die Toten stellen sich bei mir immer auch Gedanken an die eigene Sterblichkeit ein. Gelegentlich kommt mir dabei auch jene mittelalterliche Legende in den Sinn, die daran erinnert: Was unsere Toten einst waren, sind wir Lebenden jetzt. Was sie jetzt sind, werden wir alle einmal sein.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Trostlose Aussichten!? Jedenfalls Realit\u00e4t.<\/strong><br \/>\nUnd ich m\u00f6chte nicht zu jenen z\u00e4hlen, die verdr\u00e4ngen, dass der Tod wie das Geborenwerden zum Leben geh\u00f6rt. Ich kann und will nicht zu mir selbst realit\u00e4tsfern und selbstt\u00e4uschend sagen: \u201eSterben \u2212 das tun doch nur die anderen!\u201c Nein, viel lieber lass ich mir vom heidnischen Philosophen Seneca (1. Jh. n. Chr.) sagen: \u201eJener letzte Tag, vor dem du zur\u00fcckschreckst, ist der Geburtstag der Ewigkeit\u201c.<br \/>\nWie zutreffend und hilfreich ist auch sein Rat:\u00a0\u201eRichte dein Streben dahin, dass der Name des Todes seinen Schrecken f\u00fcr dich verliert. Mach ihn dir durch h\u00e4ufiges Nachdenken vertraut, damit du, wenn es die Umst\u00e4nde fordern, ihm sogar entgegensehen kannst\u201c.<br \/>\nDieser Rat will ganz gewiss nicht zu einem st\u00e4ndigen, unaufh\u00f6rlichen Nachdenken \u00fcber den Tod motivieren. Denn jenes angstvolle Sinnieren, das nur noch das eigene Sterben, den eigenen Tod zwanghaft umkreist, f\u00fchrt allm\u00e4hlich zu krankhaften Zust\u00e4nden und schlie\u00dflich sogar zur Selbstzerst\u00f6rung.<br \/>\n.<br \/>\nNicht, dass die Gedanken an Sterben und Tod und das Sprechen dar\u00fcber auch f\u00fcr mich als einem gl\u00e4ubigen Christen v\u00f6llig angstfrei, gar angenehm w\u00e4ren. Doch der Tod ist f\u00fcr mich keine trostlose Endstation, kein banales \u201eBasta \u2212 Aus\u201c. \u00dcber die Wegstrecke von Streben und Tod geht der Weg hinein in eine andere Welt. Es ist eine Welt, die mir auch jetzt nicht vollkommen verschlossen, nicht g\u00e4nzlich unbekannt ist.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Die lichtvolle Welt Gottes, der ich jeden Tag ein kleines Wegst\u00fcck n\u00e4her komme<\/strong><br \/>\nDenn seit meiner fr\u00fchen Kindheit hab ich mir diese Welt \u201edort oben\u201c durch ein langes Leben hindurch immer mehr vertraut gemacht. Oder besser: sie wurde mir vertraut gemacht: Es ist die lichtvolle <a title=\"Christen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/christen\/\">Welt Gottes<\/a>, der ich jeden Tag ein kleines Wegst\u00fcck n\u00e4her komme. Es ist Gott selbst, auf den ich zugehe. Und noch mehr: Es ist Gott selbst, der mir von dort entgegenkommt.<br \/>\nDer <a title=\"180000 in 3 Novemberwochen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/180000-in-3-novemberwochen\/\">November<\/a>-Auftakt, der Allerheiligentag, zeigt mir auf spezifische Weise das endg\u00fcltige Ziel meines Lebens auf: Die Vollendung und Gl\u00fcckserf\u00fcllung des Lebens in Gott zusammen mit einer unz\u00e4hlbaren Schar von Menschen, die auch als Heilige verehrt werden. Dazu z\u00e4hlen auch all jene, \u201edie vor Gott Gnade gefunden haben von Anbeginn der Zeit\u201c (Katholische Liturgie).<br \/>\nNat\u00fcrlich will auch ich einmal zu dieser Gemeinschaft der Gl\u00fcckseligen geh\u00f6ren, die \u201edas gro\u00dfe Los ihres Lebens gezogen haben\u201c, in der letzten und bleibenden Heimat, im Himmel zu sein. Dazu zugeh\u00f6ren, ist mir durch Jesus Christus verhei\u00dfen, der \u201edie Auferstehung und das Leben\u201c ist. Denn wer an IHN glaubt, \u201ewird auf ewig nicht sterben\u201c (Johannes 11,25).<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Lichter auf den Gr\u00e4bern<\/strong><br \/>\nSo hat der Monat November, \u201eder schlimmste der zw\u00f6lf Br\u00fcder\u201c, auch eine helle, hoffnungsfrohe Seite. Warum? Weil ich \u2212 trotz aller Ungewissheiten und Fragen \u2212 fest an das \u00f6sterliche Geheimnis der Auferstehung glaube und mit allen gl\u00e4ubigen Christen bekenne: \u201eIch glaube an die Auferstehung der Toten und das ewige Leben\u201c. Auch die Lichter auf den Gr\u00e4bern unserer Heimgerufenen k\u00fcnden davon.<br \/>\nAu\u00dferdem ist zu bedenken: Die Dauer unserer Pilgerschaft in dieser Welt ist eine lange, die nicht immer Erfreuliches f\u00fcr unser Leben bereit h\u00e4lt. Daf\u00fcr ist sie voll von M\u00fchseligkeiten und K\u00fcmmernissen, Verleumdungen und vielen Beschwerden. Es flie\u00dfen viele Tr\u00e4nen und es gibt niemanden, der tr\u00f6sten k\u00f6nnte (Vgl. Koh 4,1). Wenn also das Leben voller M\u00fchsal ist, dann bringt doch gewiss sein Ende Erleichterung. Erleichterung ist aber etwas Gutes; nun aber ist der Tod dieses Ende, also ist der Tod ein Gut und damit ein Freund. (Vgl. Ambrosius von Mailand, Der Tod ein Gut)<br \/>\n&#8230; Alles vom 2.11.2019 von Dr. Udo Hildenbrand bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/philosophia-perennis.com\/2019\/11\/02\/der-tod\/\">https:\/\/philosophia-perennis.com\/2019\/11\/02\/der-tod\/<br \/>\n<\/a>\u00a0.<br \/>\n<em>Dr. Udo Hildenbrand aus B\u00fchl in Baden ist <a title=\"Katholisch\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/katholisch\/\">katholischer<\/a> Priester und Spiritual eines Klosters<br \/>\n<\/em>\u00a0.<br \/>\nZuletzt ist von ihm erschienen:<br \/>\n\u201cWortmeldungen zum Islam\u201d, \u20ac 11.80 portofrei zu beziehen \u00fcber<br \/>\nudo.hildenbrand \u00e4t gmx.<br \/>\noder: Dr. Udo Hildenbrand, Josef-B\u00e4der-Weg 4, 77815 B\u00fchl\/Baden<\/p>\n<p>Kommentare:<br \/>\n<strong>Himmel (da oben) und H\u00f6lle (da unten)<br \/>\n<\/strong>&#8222;Denn seit meiner fr\u00fchen Kindheit hab ich mir diese Welt \u201edort oben\u201c durch ein langes Leben hindurch immer mehr vertraut gemacht. Oder besser: sie wurde mir vertraut gemacht: Es ist die lichtvolle Welt Gottes, der ich jeden Tag ein kleines Wegst\u00fcck n\u00e4her komme. Es ist Gott selbst, auf den ich zugehe. Und noch mehr: Es ist Gott selbst, der mir von dort entgegenkommt.&#8220;<\/p>\n<p>Welch tr\u00f6stliche Vorstellung, dass mit dem Tod nicht alles zuende geht. Zu diesem Zwecke wurden zwei neue Welten geschaffen, der Himmel (irgendwo da oben) zur Belohnung und die H\u00f6lle (irgendwo da unten) zur Bestrafung und zu Lebzeiten Disziplinierung.<br \/>\nWer daran glauben mag &#8211; OK. Aber er sollte sich schon die Frage stellen, WAS denn da nun ins Jenseits hin\u00fcbergeht. Dem Christen ist klar: meine Seele. Von der wurde mir ja auch immer erz\u00e4hlt. Kaum jemand fragt sich dann noch, was diese Seele denn nun realiter sein kann. Wer sich daf\u00fcr interessiert, darf wissen, dass es zur Seele eine ganze Reihe von Abhandlungen gibt. Ich habe das vor Jahren einmal in einem Artikel zusammengefasst, denn ich hiermit anheim stelle (Mayday &#8211; Save Our Souls):<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.wissenbloggt.de\/?p=1316\">https:\/\/www.wissenbloggt.de\/?p=1316<\/a><br \/>\n2.11.2019, F.B.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Trostlos? Ich kann das nur so beantworten:<\/strong><br \/>\nEs kann auch etwas Befreiendes haben, wenn der Mensch unendlich leiden musste. Der sch\u00f6nste Tot ist f\u00fcr mich der sogenannte Sekunden-Tot. Man sieht noch alles, h\u00f6rt die Menschen sprechen, wenn sie am Bett stehen. Antworten m\u00f6chte man, geht aber nicht mehr Die Augen verengen sich wie bei einer Fotolinse und es wird. Schwarz. Sollte man Gl\u00fcck haben, und \u00fcberleben f\u00fchlt man sich erfrischt, als ob man mehrere Stunden geschlafen hat. Woher ich das wei\u00df, beantworte ich sofort. Das Erlebnis hatte ich nach einer OP zwei mal. Mein Gl\u00fcck war, dass der Arzt und die Krankenschwestern noch da war. Sonst w\u00e4re ich nicht wieder wach geworden. Darum w\u00fcnsche ich mir, wenn ich einen Wunsch frei h\u00e4tte, so zu gehen.<br \/>\n2.11.2019, KRI<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Aber das geht doch auch wieder v\u00f6llig am &#8222;Kern&#8220; der Sache vorbei!<\/strong><br \/>\nDie Angst vor dem Tod hat doch schon bei <a title=\"FridaysForFuture\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/klima\/fridaysforfuture\/\">&#8222;fridays for future&#8220;<\/a> angefangen; die Jugendlichen wollen leben, leben, gut leben, m\u00f6glichst ewig leben, und niemand scheint ihnen erkl\u00e4ren zu k\u00f6nnen, dass jedes Leben endlich ist; selbst wenn (unsere[?]) &#8222;Urv\u00e4ter&#8220; lt. dem &#8222;Alten Testament&#8220; &#8211; 1. Buch Moses, GENESIS, &#8222;uralt&#8220; (z. B. weit \u00fcber 100 Jahre) geworden sein sollen; aber Zahlen dienten im AT auch nur mehr oder weniger als &#8222;Symbole&#8220; der Vollkommenheit oder der Unvollkommenheit. Wer an Jesus Christus glaubt, muss nicht nur an sein pers\u00f6nliches Ende, sondern auch an ein Weltende glauben, zumindest ein Ende dieser Erde, die wir sehr verk\u00fcrzend als &#8222;Welt&#8220; ansehen. Warum ist wohl in der &#8222;Offenbarung&#8220; des heiligen Apostels und Evangelisten Johannes vom &#8222;Weltgericht&#8220; die Rede, von der &#8222;Apokalypse&#8220;? Einen kleinen &#8222;Vorgeschmack&#8220; bekam ich nicht durch Richard Wagners &#8222;Walk\u00fcrenritt&#8220;, auch nicht durch das an sich sehr beeindruckende Lied vom &#8222;Tod in Flandern&#8220; (&#8222;In Flandern reitet der Tod&#8220;!), sondern als unser drittes Kind im 4. Schwangerschaftsmonat noch lebend, aber seinerzeit nicht weiter lebensf\u00e4hig zu fr\u00fch das &#8222;Licht der Welt&#8220; erblickte, im Sterben beinahe noch den Tod seiner Mutter mit verursachte, die wenigstens &#8211; vor allem mit Gottes Hilfe, so sehe ich das! &#8211; von den \u00c4rzten, trotz eines gerichtlich anerkannten Kunstfehlers (!), gerettet werden konnte.<br \/>\n2.11.2019, H.K.G,<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Tod: Trostlose Endstation?\u00a0Den Wechsel der Jahreszeiten so intensiv beobachten und miterleben zu k\u00f6nnen, wie es in unseren Breitengraden m\u00f6glich ist, ist schon etwas Besonderes. 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