{"id":75529,"date":"2019-10-30T12:18:36","date_gmt":"2019-10-30T11:18:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=75529"},"modified":"2019-10-31T10:39:16","modified_gmt":"2019-10-31T09:39:16","slug":"generation-z-anpassung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/generation-z-anpassung\/","title":{"rendered":"Generation Z  &#8211; Anpassung"},"content":{"rendered":"<p><a title=\"Generationen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/familie\/generationen\/\">Generation Z<\/a> wie Zoomer:\u00a0Die Shell-Jugendstudie sagt es: Rebellion war gestern, heute ist man <a title=\"Jugend-Demos am Fr sowie Sa\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/jugend-demos-am-fr-sowie-sa\/\">angepa\u00dft<\/a>. 42% der 12-25j\u00e4hrigen kommen gut mit ihren <a title=\"Generationenvertrag\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/generationenvertrag\/\">Eltern<\/a> aus (31% in 2002). Nur 16% der <a title=\"Jugend\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/jugend\/\">Jugendlichen<\/a> wollen ihre <a title=\"Kinder\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/kinder\/\">Kinder<\/a> sp\u00e4ter anders erziehen als die <a title=\"Familie\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/familie\/\">Eltern<\/a> (37% in 1985). 57% hei\u00dfen die Aufnahme so vieler Migranten gut. Aber 53% meinen, die Regierung verschweige der Bev\u00f6lkerung die Wahrheit.<br \/>\n<!--more-->68% getrauen sich nicht, Schlechtes \u00fcber Migranten zu sagen, da sie sonst als <a title=\"Rassismus\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/rassismus\/\">Rassist<\/a> beschimpft w\u00fcrden. 34% glauben, der <a title=\"S\u00e4kularer-Islam\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/islam\/saekularer-islam\/\">Islam<\/a> unterwandere die deutsche Gesellschaft. 51% sagen, dass der Staat sich mehr um Migranten k\u00fcmmert als um hilfsbed\u00fcrftige Deutsche.<br \/>\nErstmals in der Geschichte wachsen Jugendliche in einem volldigitalisierten Umfeld auf. Laut JIM-Studie besitzen 98% der Jugendlichen ein <a title=\"Smartphone\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/smartphone\/\">Smartphone<\/a>, das tagt\u00e4glich genutzt wird. Ob das viele Zoomen, Teilen und Liken zu Anpassung und Nachgeben f\u00fchrt?<br \/>\n30.10.2019<br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>Die neue Shell-Jugendstudie von 2019 &#8211; lesen Sie selbst:<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.shell.de\/medien\/shell-presseinformationen\/2019\/shell-jugendstudie-2019-jugendliche-melden-sich-zu-wort.html\">https:\/\/www.shell.de\/medien\/shell-presseinformationen\/2019\/shell-jugendstudie-2019-jugendliche-melden-sich-zu-wort.html<\/a><\/p>\n<p>.<br \/>\n<strong>Generation Z &#8211; Sie wollen gefallen<\/strong><br \/>\n<em>Generation Z: Noch nie waren Jugendliche formbarer \u2013 Gefahr und Chance zugleich<\/em><br \/>\n<em>von Dushan Wegner<br \/>\n<\/em>\u00a0.<br \/>\nJedes Werkzeug formt seinen Benutzer. Wer an einem Zeichenkurs teilnimmt, sieht anschlie\u00dfend die Welt in mehr Details. Wer mit einem Architekten spazierengeht und ihm zuh\u00f6rt, gewinnt einen neuen Blick auf seine eigene Stadt. Mit Jugendlichen, die mit dem Internet als Werkzeug aufwachsen, wird es nicht anders sein. Wer einen Menschen verstehen will, der mu\u00df seine Denkwerkzeuge, seine Motivationen und Perspektiven kennen. Wer eigene Kinder hat \u2013 oder wem klar wird, da\u00df Kinder buchst\u00e4blich \u201eunsere Zukunft\u201c sind \u2013, der will verstehen, wie der Geist dieser j\u00fcngeren Erdenb\u00fcrger verschaltet ist.<br \/>\nDieser Tage wurde die neue Shell-Jugendstudie ver\u00f6ffentlicht. Neben statistischen Fakten wie der Zahl von Jugendlichen mit Smartphones (fast alle), wurden auch gesellschaftspolitische Themen abgefragt \u2013 und das ist nat\u00fcrlich, wo die Medien einstiegen.<br \/>\nAuf der Website der \u201eTagesschau\u201c hie\u00df es: \u201eDie junge Generation ist mehrheitlich tolerant, zuversichtlich und umweltbewu\u00dft. Doch die neue Shell-Jugendstudie zeigt auch eine Affinit\u00e4t zu Rechtspopulismus und traditionellen Familienbildern.\u201c Kurz: Die Ergebnisse boten genug Stoff, den sogenannten \u201eKampf gegen Rechts\u201c fortzuf\u00fchren, und doch war es f\u00fcr ein \u201eim Prinzip ist alles okay\u201c nutzbar. (Bemerkenswert, da\u00df in dem Bericht \u201etraditionelle Familienbilder\u201c negativ bewertet werden.)<br \/>\nEin Teil der Jugendlichen hege \u201epopulistische\u201c Ansichten, hei\u00dft es. \u201ePopulistisch\u201c ist ein Kampfbegriff, auch wenn Soziologen ihn als wissenschaftliche Einstufung behandeln. In der Welt fragt Sabine Menkens richtigerweise: \u201eWie aussagekr\u00e4ftig die Zuordnung ist, darf jedoch hinterfragt werden, denn typisch linkspopulistische Forderungen wurden nicht abgefragt.\u201c \u2013 Was ist es, das wirklich abgefragt wurde?<br \/>\n.<br \/>\nKinder, die mit sozialen Medien aufwachsen, werden zum Gefallenwollen erzogen. Jugendliche haben gelernt, nach Likes und Shares zu streben. Man k\u00f6nnte die Shell-Jugendstudie auch als eine Messung des aktuellen Grads an Gefallenwollen lesen. Doch die beiden politischen Aussagengruppen sind nicht spiegelbildlich. Jugendliche, die als deutsche Minderheit in einer Brennpunktschule aufwachsen, wo \u201eKartoffel\u201c noch die mildeste der rassistischen Beschimpfungen ist, brauchen keine Vorbilder, um einen kritischen Blick auf Migration zu entwickeln.<br \/>\nEs ist jedoch offensichtlich, da\u00df kein einziger der \u00f6ko-besorgten Jugendlichen aus eigenen St\u00fccken auf die Angst vorm Weltuntergang kam. Man will gefallen, indem man eine \u201epolitisch korrekte\u201c Panik \u00fcbernimmt. Wenn Kinder angeben, ihre gr\u00f6\u00dften \u00c4ngste seien \u201eKlimawandel\u201c oder \u201eKrieg in Europa\u201c, dann sagen sie zuerst, wovon sie denken, da\u00df es gefallen wird.<br \/>\nDie politische Seite der Shell-Jugendstudie wirkt auf mich wie eine Abfrage der Wirkung linker Meinungsmache \u2013 man kann festhalten, da\u00df Meinungsmache wirkt, wenn auch zum Gl\u00fcck nicht fl\u00e4chendeckend.<br \/>\nLaut der Studie sind 77 Prozent der Jugendlichen mit der Demokratie, so wie sie in Deutschland praktiziert wird, \u201eeher oder sehr zufrieden\u201c. Was k\u00f6nnen Jugendliche, die gelernt haben, zu \u201egefallen\u201c und zu sagen, was Nichtregierungsorganisationen vorgeben, von der Demokratie halten?<br \/>\n.<br \/>\nJugendliche werden dubiosen Bewegungen in die H\u00e4nde gegeben, die teils nach Diktatur im Namen von Moralpanik rufen, im Hintergrund angestachelt von r\u00e4tselhaften Vereinen \u2013 und sie wollen auch dort zuerst gefallen. Jugendliche erleben eine Regierung, die rechtsstaatliche Aufgaben in Kerngebieten, wie etwa Meinungsfreiheit, in die H\u00e4nde undurchsichtiger privater Konzerne legt (\u201eNetzwerkdurchsetzungsgesetz\u201c), und die selbst bei Gelegenheit unabh\u00e4ngig von Recht und Zusagen zu handeln scheint. Wir erleben Jugendliche, die l\u00e4ngst Konzernen mehr vertrauen als der Regierung \u2013 keine Regierung w\u00fcrde wagen, die Daten abzufragen, die Jugendliche ganz selbstverst\u00e4ndlich an Social-Media-Konzerne geben (w\u00e4hrend sie angeben, das selbst kritisch zu sehen).<br \/>\nSicher, Jugendliche werden sagen, da\u00df sie Demokratie wichtig finden, weil es den Leuten gef\u00e4llt, das so zu sagen \u2013 und das sind schon mal dieselben Jugendlichen, die gegen CO2 demonstrieren, um dann mit dem Flugzeug zur Kreuzfahrt zu fliegen.<br \/>\nIch mache mir Sorgen um den Stellenwert demokratischer Prinzipien in Generation Z, was auch immer sie in Studien behaupten. Fragen Sie einen Social-Media-Jugendlichen, ob er bereit w\u00e4re, bei den n\u00e4chsten Wahlen auszusetzen, wenn er daf\u00fcr 1.000 virtuelle \u201eLikes\u201c bek\u00e4me \u2013 die Antwort k\u00f6nnte Sie verunsichern. Jede Generation kritisiert die n\u00e4chste, aber eines ist heute neu: Ich kritisiere meine Kinder, weil sie zu wenig rebellisch sind, nicht weil sie gerade die Revolution planen. Ihre Musik ist mir zu brav, ihre Meinungen sind mir zu brav, ihre Kleidung ist mir zu brav.<br \/>\nIm Gefallenwollen der Generation Z liegt eine Chance. Wir haben als Eltern die M\u00f6glichkeit, eine Generation zu formen, wenn wir nur die richtigen Weichen stellen. Kinder von heute wollen gefallen, ob es uns gef\u00e4llt oder nicht \u2013 \u00fcberlassen wir das nicht den Meinungsmachern!<br \/>\nEs liegt an den Eltern, der Generation Z kluge Denkwerkzeuge zu geben. Das kann auch bedeuten, die eigene Bequemlichkeit zu \u00fcberwinden, in sich zu gehen, neu zu \u00fcberlegen, welche Werte und F\u00e4higkeiten es sind, die man weitergeben m\u00f6chte. Noch nie war eine Generation so formbar wie diese \u2013 und damit gilt auch: Noch nie war die Verantwortung der Eltern gr\u00f6\u00dfer als heute.<br \/>\n25.10.019, Dushan Wegner, JungeFreiheit, Seite 2<\/p>\n<p><em>Dushan Wegner ist Essayist und bloggt auf <a href=\"https:\/\/www.dushanwegner.com\">https:\/\/www.dushanwegner.com<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Generation Z wie Zoomer:\u00a0Die Shell-Jugendstudie sagt es: Rebellion war gestern, heute ist man angepa\u00dft. 42% der 12-25j\u00e4hrigen kommen gut mit ihren Eltern aus (31% in 2002). 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