{"id":75027,"date":"2019-10-07T13:15:52","date_gmt":"2019-10-07T11:15:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=75027"},"modified":"2019-10-18T14:48:19","modified_gmt":"2019-10-18T12:48:19","slug":"badenweiler-literaturtage-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/badenweiler-literaturtage-2\/","title":{"rendered":"Badenweiler Literaturtage"},"content":{"rendered":"<p>Zum siebten Mal organisiert <a title=\"Moral2015\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/moral2015\/\">R\u00fcdiger Safransk<\/a>i (vielen bekannt vom <a title=\"Sloterdijk \u2013 Selbstzerstoerung D\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/sloterdijk-selbstzerstoerung-d\/\">Philosophischen Quartett<\/a> im ZDF 2002 -2012 mit <a title=\"Fremd im eigenen Land\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/fremd-im-eigenen-land\/\">Peter Sloterdijk<\/a>) die Badenweiler <a title=\"Literatur\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/dichter\/literatur\/\">Literaturtage<\/a> vom 10. bis 13.10.2019. Zum Thema &#8222;Autografisches &#8211; Dichtung und Wahrheit&#8220; lesen <a title=\"Migration in Hartz4 \u2013 Tellkamp\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/migration-in-hartz4-tellkamp\/\">Uwe Tellkamp<\/a>\u00a0aus <a title=\"Dresden\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/dresden\/\">Dresden<\/a> (Donnerstag, 10.10.), Marianne Leky (11.10.), Angelika Kl\u00fcssendorf und Friedrich Christian Delius (12.10.) sowie Christian Berkel (Sonntag 13.10.2019).<br \/>\n.<br \/>\n<!--more-->Ein H\u00f6hepunkt ist sicher die Reise des <a title=\"Dresden\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/dresden\/\">Dresdners<\/a> &#8222;Der Turm&#8220;-Beststellerautors <a title=\"Tellkamp \u2013 Diskussionskultur\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/tellkamp-diskussionskultur\/\">Uwe Tellkamp<\/a> ins Markgr\u00e4flerland. Ich hoffe, ihm drei Fragen stellen zu d\u00fcrfen:<br \/>\n.<br \/>\n(1) Auf Ihre <a title=\"Tellkamp \u2013 Diskussionskultur\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/tellkamp-diskussionskultur\/\">Diskussion<\/a> mit dem Lyriker Durs Gr\u00fcnbein Anfang 2018 im Dresdner Kulturpalast <a title=\"Tellkamp Lau \u2013 Linker Shitstorm\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/tellkamp-lau-linker-shitstorm\/\">reagierten<\/a> die Medien heftig: mit Ihrer <a title=\"Kritik\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/kritik\/\">Kritik<\/a> wurden Sie als <a title=\"Nazi\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/juden\/nazi\/\">Nazi<\/a> bezeichnet; der Suhrkamp-Verlag distanzierte sich von Ihnen. F\u00fchlen Sie sich als <a title=\"Migration in Hartz4 \u2013 Tellkamp\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/migration-in-hartz4-tellkamp\/\">Totengr\u00e4ber<\/a> oder Leichenbeschauer der leider <a title=\"Konformit\u00e4tsdruck \u2013 Freiheit\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/konformitaetsdruck-freiheit\/\">gestorbenen<\/a> deutschen <a title=\"Diskussionskultur\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/diskussionskultur\/\">Diskussionskultur<\/a>?<br \/>\n.<br \/>\n(2) Sie konstatieren ein &#8222;Unisono-Tr\u00f6ten f\u00fcr Gr\u00fcn, Links und eine links-gr\u00fcn gewendete CDU&#8220; von Politik, <a title=\"Medien 4. Gewalt \u2013 Tabu Info\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/medien-4-gewalt-tabu-info\/\">Medien<\/a> und NGO&#8217;s. Meinen Sie &#8222;<a title=\"Intellektuell = linksintellektuell\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/intellektuell-linksintellektuell\/\">Unisono<\/a>&#8220; als Attribut des Sozialismus im Gegensatz zu &#8222;Diskussion&#8220; als Kennzeichen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung?<br \/>\n.<br \/>\n(3) Das &#8222;Unisono&#8220;-Zitat stammt aus Ihrem Beitrag &#8222;Das Volk ist nicht links&#8220; im neuen Heft der Zeitschrift Tichys Einblick 10\/2019, Seite 28-32. Als kleiner, aber m\u00fcndiger Freiburger B\u00fcrger m\u00f6chte diese Zeitschrift in meiner Stadt kaufen &#8211; vergeblich: In den gro\u00dfen Buchhandlungen wie Rombach (Auskunft: &#8222;Lesen Sie doch Cato, ist ja so \u00e4hnlich), Herder\/Thalia &#8220; und Jos Fritz (Auskunft: &#8222;Tichy &#8211; noch nie geh\u00f6rt&#8220;) ist Tichys Einblick nicht erh\u00e4ltlich. Weil die Zeitschrift nicht links genug ist?<br \/>\nTags darauf versuche ich es in <a title=\"Basel\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/schweiz\/basel\/\">Basel<\/a> &#8211; dort liegt die Zeitschrift sogar am Kiosk bei der Mittleren Rheinbr\u00fccke aus. Hat die fehlende deutsche Diskussionskultur nun dazu gef\u00fchrt, dass Internet und Schweizer Medien\u00a0die zu DDR-Zeiten bestehende Funktion des Westfernsehens \u00fcbernommen haben? Wird die Meinungsfreiheit nicht auch dadurch beschnitten, dass B\u00fccher und Zeitschriften, die dem links-gr\u00fcnen Mainstream zuwiderlaufen, im Buchhandel \u00fcberhaupt nicht mehr pr\u00e4sent vorgehalten werden? Komme ich als deutscher B\u00fcrger an das j\u00fcngste Interview\u00a0mit Uwe Tellkamp n\u00fcr heran \u00fcber ein Abonnement\u00a0der Zeitschrift &#8222;Tichys Einblick&#8220; oder \u00fcber eine Fahrt in die Schweiz nach Basel?<br \/>\n<a title=\"Dresden\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/dresden\/\">BuchHaus Loschwitz\u00a0von Susanne Dagen \u2013 Politische Gespr\u00e4che<\/a>\u00a0(2.10.2019)<br \/>\n7.10.2019<br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>7. Badenweiler Literaturtage behandeln Autobiographisches in der Literatur<\/strong><br \/>\n<em>Immer mehr Autoren bringen Pers\u00f6nliches als Buch auf den Markt. Kommende Woche behandeln die 7. Badenweiler Literaturtage dieses Thema. Vorab spricht Gastgeber und Philosoph R\u00fcdiger Safranski \u00fcber Literatur und Wirklichkeit.<\/em><br \/>\n.<br \/>\nHerr Safranski, Thema der Literaturtage 2019 ist autobiografisches Schreiben.Was fasziniert Sie daran?<\/p>\n<p>Der R\u00fcckgriff auf das eigene Leben hat f\u00fcr die Literatur gro\u00dfe Bedeutung. Literatur enth\u00e4lt an sich viel Autobiografisches. Und dann gibt es die direkte Form der literarischen Autobiografie wie bei Goethes \u201eDichtung und Wahrheit\u201c. Es ist auff\u00e4llig, dass autobiografisch get\u00f6nte Werke heute eher zunehmen. Ich fand interessant, zu betrachten, welche Rolle das Autobiografische in der Gegenwartsliteratur gespielt. Da gibt es viel zu entdecken.<br \/>\nZum Beispiel?<br \/>\nDerzeit j\u00e4hrt sich der Mauerfall zum 30. Mal. Dazu haben wir Uwe Tellkamp mit seinem Roman \u201eDer Turm\u201c zu Gast. Darin beschreibt er das gesellschaftliche Milieu und die Lebensatmosph\u00e4re vor 1989 in der ehemaligen DDR \u2013 und dabei auch seine eigene Geschichte. Daran wird deutlich, wie kostbar autobiografische Literatur f\u00fcr die Wahrnehmung von Wirklichkeit ist.<br \/>\n&#8211;<br \/>\nWie ist dieser Blick auf Vergangenes einzuordnen, wieso machen Autoren so etwas?<br \/>\nWo Menschen im Alltag \u00fcber vieles hinwegleben, beugen sich Autoren mit ihrem Schreiben \u00fcber die eigene Geschichte, um damit klarzukommen. Angelika Kl\u00fcssendorf, die bei uns liest, hat einen dreib\u00e4ndigen autobiografischen Roman geschrieben. Im letzten Band beschreibt sie ihre Ehe mit dem genialischen und unsteten, auch ein wenig hochstaplerischen Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Frank Schirrmacher. Das soll nicht etwa die Schl\u00fcssellochperspektive des Lesers bedienen, sondern ist existenziell.Kl\u00fcssendorf ist in dieser Ehe offenbar in eine Krise gekommen und arbeitet diese mit ihrem Buch auf. Literatur hilft also, wie bei Tellkamp, gesellschaftliche Wirklichkeit zu erkennen. Sie hilft aber auch, uns mit sehr individuellen Problemen auseinanderzusetzen, denen des Autors und indirekt auch mit den eigenen.<br \/>\n.<br \/>\nGeht es beim autobiografischen Schreiben nicht auch darum, eigene Grenzen auszuloten?<br \/>\nIn gewisser Hinsicht schon. Man merkt Autoren in ihren B\u00fcchern an, wie sie neue Formen finden m\u00fcssen, wenn sie sich Lebensproblemen ann\u00e4hern. Wenn Bodo Kirchhoff sein Buch \u201eD\u00e4mmer und Aufruhr\u201c bei uns vorstellt, erz\u00e4hlt er heikle Geschichten \u00fcber sein kompliziertes Verh\u00e4ltnis zur Mutter, einer erfolgreichen Schriftstellerin von Frauenromanen. Kirchhoff ringt beim Erz\u00e4hlen regelrecht um den richtigen Ton. Das Buch behandelt auch die Episode, wie er im Internat Opfer eines sexuellen \u00dcbergriffs durch einen Lehrer wurde. Kirchhoff erz\u00e4hlt dabei, wie er sich eigentlich in diesen \u00fcbergriffigen Lehrer verliebt hat. Wenn es so nah ans Autobiografische geht, m\u00fcssen Autoren ihre Form neu erfinden. Das ist literarisch und thematisch spannend.<br \/>\nSie haben \u201eDichtung und Wahrheit\u201c angesprochen. Wie gehen Sie bei den Literaturtagen auf den Wahrheitsbegriff ein?<br \/>\nWenn Sie wissen m\u00f6chten, wie es sich mit Wahrheit insbesondere in der autobiografischen Literatur verh\u00e4lt, dann stellt sich die Frage, wie viel Fantasie n\u00f6tig ist, um sich Wahrheit anzun\u00e4hern. Wir haben es hier mit einem erweiterten Wahrheitsbegriff zu tun. Goethe sagt, dass es Dichtung braucht, um Lebenswahrheit lebendig darzustellen. Statistik und Fakten reichen dazu nicht aus. Wenn wir uns erinnern, merken wir selbst, wie wir auf die Einbildungskraft angewiesen sind, um uns Erlebnisse lebendig zu vergegenw\u00e4rtigen.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nKomplettes Interview von Ralf Strittmatter mit R\u00fcdiger Safranski vom 6.10.2019 bitte lesen auf <a href=\"https:\/\/www.der-sonntag.de\">https:\/\/www.der-sonntag.de<\/a>, Seite 10<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Programm und Tickets:<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badenweiler-literaturtage.de\">https:\/\/www.badenweiler-literaturtage.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Uwe Tellkamp in Badenweiler: Lesung und Gespr\u00e4che<\/strong><br \/>\n<em>Der Saal &#8222;Le petit Jardin&#8220; des Kurhauses Badenweiler war bis auf den letzten Platz besetzt, als R\u00fcdiger Safranski am 9.10.2019 p\u00fcnktlich um 20 Uhr die 7. Badenweiler Literaturtage mit seinem Gast Uwe Tellkamp er\u00f6ffnete.<\/em><br \/>\nZun\u00e4chst sprach Safranski zum diesj\u00e4hrigen Thema &#8222;Autobiografisches &#8211; Dichtung und Wahrheit&#8220;: Kultur hat die &#8222;nachhaltige Nahrung&#8220;, wobei Literatur die Einrichtiung ist, die &#8222;Sprache unter Kulturschutz&#8220; stellt &#8211; eine Sprache, die derzeit durch die sozialen Medien zunehmend &#8222;versaut&#8220; wird. Gleichwohl sei die Zahl der Liebhaber anspruchsvoller Literatur noch nie so hoch wie jetzt. Und hierzu geh\u00f6rt auch die Autobiographie, die ohne Poesie nicht auskommt. Wir m\u00fcssen die &#8222;Sprache mit dem Herzen und mit Lust verteidigen&#8220;.<br \/>\n.<br \/>\nNun las Uwe Tellkamp aus seinem 2008 erschienenen Roman &#8222;Der Turm&#8220; (980 Seiten, Bestseller bei Suhrkamp, Verfilmung)und dann aus dem in Arbeit befindlichen Fortsetzungsroman &#8211; 50 lange Minuten. Dem akribisch-detaillierten Schreibstil war schwer zu folgen, zwischendurch flocht Tellkamp Pers\u00f6nliches ein: Seine Jugend am &#8222;wei\u00dfen Hirsch&#8220; (Bezugsort von &#8222;Der Turm&#8220;) \u00f6stlich der\u00a0 &#8222;blaues Wunder&#8220; genannten Elbbr\u00fccke, dem Vorort , wo das Bildungsb\u00fcrgertum auf dem H\u00fcgel an der Elbe vor, w\u00e4hrend und auch nach DDR-Zeiten zu wohnen pflegt.<br \/>\nArztsohn. Im &#8222;Tal der Ahnungslosen&#8220; in Dresden-Loschwitz war kein Empfang des Westfernsehens m\u00f6glich, nur Radio auf Mittelwelle. Abitur 1987. Unteroffizier in der NVA. Befehlsverweigerung bei den Fl\u00fcchtlingsz\u00fcgen, die von Prag gen Westen in Dresdener Hauptbahnhof anhielten &#8211; kurzzeitig inhaftiert, Baggerfahrer im Braunkohletagebau. 21 Jahre alt, als die Mauer f\u00e4llt.<br \/>\n.<br \/>\nDann folgte das interessante Zwiegespr\u00e4ch von R\u00fcdiger Safranski und Uwe Tellkamp. In Stichworten eine Zitate von Tellkamp:<br \/>\nDie &#8222;2015 hereingebrochene Septembersituation&#8220;.<br \/>\n&#8222;Viele Anzeichen zur R\u00fcckkehr in die Planwirtschaft sind das &#8211; ein M\u00e4rchen mit Ausfl\u00fcgen in den Realismus&#8220;<br \/>\n&#8222;Bildung ist etwas zum \u00dcberleben Unentbehrliches. &#8230; Ich konnte geistig nur \u00fcberleben mit klassischer Literatur&#8220; &#8211; Tellkamp nannte Goethe, Schiller und Thomas Mann.<br \/>\nAuf Safranski&#8217;s Frage nach Ost-West hin: &#8222;Das Ph\u00e4nomen DDR wird mir immer r\u00e4tselhafter&#8220;. Nicht Geld, Infrastruktur, Arbeitspl\u00e4tze sind das Problem, sondern &#8222;unsere Kultur und <a title=\"Identitaet\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/identitaet\/\">Identit\u00e4t<\/a>&#8222;.<\/p>\n<p>DDR als Unrechtsstaat versus BRD als Rechtsstaat &#8211; Safranski stellte zur BRD eine &#8222;zunehmende Illiberalit\u00e4t der Gesellschaft&#8220; fest. Dazu nannte Tellkamp drei gro\u00dfe Problemfelder unserer Gesellschaft heute:<br \/>\n1. &#8222;Das Messen mit zweierlei Ma\u00df: Einzelfall und Nichts mit nichts zutun&#8220;<br \/>\n2. &#8222;NGOs und 4. Macht (die Medien) arbeiten in bestimmten Bereichen zusammen&#8220;<br \/>\n3. &#8222;All die Gl\u00e4ubigen. Wir haben viele gl\u00e4ubige Journalisten als Agentasetter&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Klima und Klimawandel werden derart hochgekocht, da\u00df sich dieses so wichtige Thema dem rationalen Zugang entzieht.&#8220;<br \/>\n&#8222;Gesinnungskorridore werden enger&#8220; &#8211; dazu nennt Tellkamp zwei Beispiele.<br \/>\n1) Biol\u00e4den nehmen Produkte der Hirsem\u00fchle aus dem Sortiment, da deren Chef bei der AfD ist.<br \/>\n2) Die hessische Filmf\u00f6rderung trennt sich von seinem Leiter Mendig, da er sich privat mit AfD-Chef Meuthen getroffen hat.<br \/>\nZum Demonstrationsverhalten der Deutschen vor 1989 sowie 30 Jahre danach: &#8222;Familienv\u00e4ter warten ab, bevor sie auf die Stra\u00dfe gehen&#8220;.<br \/>\n.<br \/>\nDreimal w\u00e4hrend des Zwiegespr\u00e4chs gab es spontanen Beifall: Bei der Erw\u00e4hnung der &#8222;2015 Septembersituation&#8220;, &#8222;zweierlei Ma\u00df&#8220; und &#8222;Gesinnungskorridore&#8220;. Wie die deutschen Gesellschaft scheint auch die abendliche Zuh\u00f6rerschaft in Badenweiler gespalten zu sein, denn dem Applaus schlo\u00df sich jeweils nur die H\u00e4lfte der Besucher an.<br \/>\n.<br \/>\nAbschlie\u00dfend im Foyer des Kurhauses wurde bei Gratis-Wein von der Winzergenossenschaft Britzingen heftig und angeregt diskutiert &#8211; weniger \u00fcber den Kultur-\/Literaturbetrieb, sondern \u00fcber die aktuelle Politik. Tellkamp wird als politischer Autor angesehen. Viele Fragen wie z.B.:<br \/>\nH\u00e4tte der Suhrkamp-Verlag Tellkamp auch unterst\u00fctzt, wenn er sich 2008 als eher Rechts geoutet h\u00e4tte?<br \/>\nW\u00e4re &#8222;Der Turm&#8220; dann \u00fcberhaupt verfilmt worden? Oder hat sich die innerdeutsche Politik erst seit 2008 so gewaltig ver\u00e4ndert?<br \/>\nTrotz dem Zerw\u00fcrfnis wird Tellkamp seinen Nachfolgeroman wiederum bei Suhrkamp verlegen &#8211; spielt doch Geld die entscheidende Rolle?<br \/>\nM\u00fcssen Literaten wie fr\u00fcher auch (Gruppe 47) stets links sein?<br \/>\nWie kann es sein, dass ein Autor wie Tellkamp von Qualit\u00e4tsmedien (FAZ, Spiegel, taz) nicht als Rechter, sondern als Rechtsextremer bis hin zu Neo-Nazi verortet wird?<br \/>\nUnd es bildete sich eine lange Schlange zum Tisch, an dem Uwe Tellkamp seine B\u00fccher signierte. Dabei reichlich Danke, Zuspruch von Mut und H\u00e4ndesch\u00fctteln &#8211; ich hatte den Eindruck, dass viele Ex-DDRler nach Badenweiler gekommen waren.<\/p>\n<p>In einem kurzen pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch gelang es mir, die o.a. Frage (3) an UweTellkamp zu richten &#8211; und er bejahte sie: Fernsehen\/\u00d6R sind leider nicht mehr so neutral bzw. objektiv, wie es ihrem Medienauftrag entspricht. Das fr\u00fchere so angesehene &#8222;Westfernsehen&#8220; hat sich ins Internet (Plattformen Achgut.com, TichysEinblick.de, Cicero.de, &#8230; ) und ins Ausland (Schweiz, GBR) verlagert.<br \/>\n.<br \/>\nFazit: Ein informativer Abend. Die Lesung von 50 min h\u00e4tte man k\u00fcrzen sollen, um stattdessen eine Diskussion mit dem Publikum anzubieten. Schade, dass sich kaum j\u00fcngere Besucher einfanden (Publikum \u00fcberwiegend im Pensions-\/Rentenalter).<br \/>\n&#8222;Man mu\u00df sich endlich mal seine Geschichten erz\u00e4hlen&#8220; &#8211; dieser im Zwiegespr\u00e4ch von R\u00fcdiger Safranski zum Ost-West-Dialog get\u00e4tigten Aussage kann man nur beipflichten. Man mu\u00df miteinander reden, auch zwischen Ossis und Wessis, auch zwischen Linken und Rechten. Schlie\u00dflich hat Safranski ja mal sinngem\u00e4\u00df gesagt &#8222;Wo es links gibt, mu\u00df es auch rechts geben&#8220;.<br \/>\n.<br \/>\nIch durfte in den vergangenen vier Wochen an mehreren Diskussionen teilnehmen: In Italien (Genua), Frankreich (Strasbourg, Lyon), Schweiz (St.Gallen) und \u00d6sterreich (Innsbruck). \u00dcberall interessante Debatten, da das gesamts Meinungsspektrum (von ganz Links bis ganz Rechts)\u00a0vertreten war im sicher hitzigen, aber ehrlichen und fairen Diskurs. Von &#8222;Gesinnungskorridoren&#8220; (\u00e0 la Tellkamp) keine Spur.<br \/>\nIn Deutschland hingegen sind solch offene Diskussionen undenkbar, da wegen <a title=\"Schuld\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/schuld\/\">Schuld<\/a> und <a title=\"Political-Correctness\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/political-correctness\/\">Political Correctness<\/a> nur langweiliges Gelabere von Links bis Mittelinks zugelassen ist &#8211; Tellkamp spricht vom &#8222;Unisono&#8220;-Gelabere (s.o.).<br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>Zu dem von Tellkamp genannten Punkt 1): Bioh\u00e4ndler listen AfD-Hirse aus<br \/>\n<\/strong><a title=\"Manipulation\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/manipulation\/\">AfD-Hirse: ZDF stellt gr\u00fcne MdB als gew\u00f6hnliche Kundin dar<\/a><strong>\u00a0<\/strong>(15.10.2019)<br \/>\n<strong>\u00a0.<br \/>\n<\/strong>\u201eKein enkeltaugliches Wirtschaften\u201c<br \/>\nAlnatura, BioCompany, dennree, Weiling, Biomare verkaufen keine Ware der Spreew\u00e4lder Hirsem\u00fchle mehr, weil deren Chef bei der AfD aktiv ist. Erinnerung ans vergangene\u00a0 &#8222;Kauft nicht bei den Juden&#8220;?<br \/>\n.. mehr vom 7.10.2019 bitte lesen auf <a href=\"https:\/\/taz.de\/Biohaendler-listen-AfD-Hirse-aus\/!5631051\/\">https:\/\/taz.de\/Biohaendler-listen-AfD-Hirse-aus\/!5631051\/<\/a><\/p>\n<p><strong>Zu dem von Tellkamp genannten Punkt 2) Hessische Filmf\u00f6rderung trennt sich von Chef nach\u00a0Gespr\u00e4ch mit AfD<\/strong><br \/>\nNach einem umstrittenen\u00a0Gespr\u00e4ch mit AfD-Chef J\u00f6rg Meuthen hat sich die hessische Filmf\u00f6rderung von ihrem Leiter Hans Joachim Mendig getrennt. Erinnerung an Sippenhaft?<br \/>\n&#8230; mehr vom 24.9.2019 bitte lesen auf <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/kino\/treffen-mit-joerg-meuthen-hessenfilm-trennt-sich-von-hans-joachim-mendig-a-1288446.html\">https:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/kino\/treffen-mit-joerg-meuthen-hessenfilm-trennt-sich-von-hans-joachim-mendig-a-1288446.html<\/a><\/p>\n<p>.<br \/>\n11.10.2019<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Verh\u00e4ltnisse wie in der sp\u00e4ten DDR<\/strong><br \/>\n<em>Uwe Tellkamp er\u00f6ffnete die 7. Badenweiler Literaturtage.<\/em><br \/>\nR\u00fcdiger Safranski konnte zufrieden sein. Zur Er\u00f6ffnung der 7. Badenweiler Literaturtage str\u00f6mten die Massen in den Gartensaal des Kurhauses. Eine pr\u00e4chtige Kulisse f\u00fcr jene Form der Weltaneignung, deren Krise durch Leserschwund nicht nur beschworen wird. Der Kurator und alleinige Moderator des dreit\u00e4gigen Festivals hatte allerdings \u2013 woher auch immer \u2013 andere Zahlen parat: Die Zahl der anspruchsvollen Leser sei gestiegen im Vergleich zu den 60er und 70er Jahren, verk\u00fcndete Safranski frohgemut vom Rednerpult aus und verwies auf den reich best\u00fcckten B\u00fcchertisch der M\u00fcllheimer Buchhandlung Beideck, die in diesem Jahr mit dem Buchhandelspreis der Bundesbeauftragten f\u00fcr Kultur auszeichnet wurde. Man will hoffen, die Besucher der Literaturtage machen reichlich Gebrauch davon.<br \/>\nVon Uwe Tellkamp werden sie dort allerdings nur einen Roman finden, der bereits elf Jahre alt ist \u2013 allerdings eine rasante Erfolgsgeschichte hinter sich hat. Als &#8222;Der Turm&#8220; 2008 erschien, wurde er als der gro\u00dfe DDR-Roman gefeiert, erhielt den Deutschen Buchpreis, verkaufte sich mehrere hunderttausend Mal und wurde verfilmt. Schwer, daran anzukn\u00fcpfen. Deshalb las Tellkamp auch zun\u00e4chst aus seinem Opus Magnum das mit &#8222;Im Tal der Ahnungslosen&#8220; betitelte 51. Kapitel, das mit umst\u00e4ndlicher Genauigkeit Einblick gibt in die marode Verfassung einer Dresdner Klinik in Zeiten der Mangelwirtschaft.<br \/>\nAuf das nun Kommende war man gespannt: Der nach Aufenthalten in Westdeutschland \u2013 unter anderem auch f\u00fcr kurze Zeit in Freiburg \u2013 seit einigen Jahren wieder in Dresden lebende Autor las aus der Fortsetzung seiner Saga vom Wei\u00dfen Hirschen, dem Villenviertel jener Stadt, in der die rechtsextreme Pegida seit Jahren ihre Heimat hat. Wenn man recht verstanden hat, f\u00fchrte dieser Auszug in das bundesdeutsche Verteidigungsministerium, das bei Tellkamp den verr\u00e4terischen Namen VeMini tr\u00e4gt und von einer gewissen Flintenbrigitte geleitet wird. Ein Schelm, wer Schlechtes dabei denkt. Diese Institution, der Tellkamp allein durch seinen dreij\u00e4hrigen Dienst bei der NVA, der Nationalen Volksarmee der DDR, gedanklich nahestehen d\u00fcrfte, ersch\u00f6pft sich in sinnlosen Aktionen, in die Tellkamps beachtlicher literarischer Erfindungsreichtum eingegangen ist. Soll das Satire sein? Wenn, dann eine sehr bem\u00fchte.<\/p>\n<p>Tellkamps Gespr\u00e4chspartner Safranski unternahm leider nichts, um den dunkel bleibenden Sinn des Gelesenen aufzukl\u00e4ren. Als Tellkamp seinen Versuch, die Zust\u00e4nde bei der Bundeswehr mit denen in der DDR zu parallelisieren, abschmetterte (&#8222;das ist Zufall&#8220;), bog Safranski schnell ab auf ein vermeintlich sichereres Terrain: die Deutsche Demokratische Republik, wie sie im &#8222;Turm&#8220; erscheint.<br \/>\nDoch auch hier blitzte schnell Uwe Tellkamps Unmut \u00fcber die aktuellen gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse auf. Er kulminiert f\u00fcr ihn in einem Krisendatum, das er allerdings nur verklausuliert zur Sprache brachte: die Ereignisse vom September 2015. Nun ja. Jeder wei\u00df, was gemeint ist. Und jeder im Saal wusste vermutlich auch, dass Tellkamp aus seiner Sympathie f\u00fcr rechte politische Positionen kein Hehl macht. Er geh\u00f6rt zu den Erstunterzeichnern der nach der Leipziger Buchmesse 2018 im Internet von Intellektuellen aus dem rechten Spektrum bis hin zur Identit\u00e4ren Bewegung verbreiteten &#8222;Erkl\u00e4rung 2018&#8220; gegen die Fl\u00fcchtlingspolitik der Bundesregierung.<br \/>\nDer Schriftsteller, dessen angespannte Gesichtsz\u00fcge davon zu k\u00fcnden schienen, dass er permanent unter Druck steht, sprach von &#8222;Aktivisten&#8220; und von der mit ihnen verb\u00fcndeten &#8222;vierten Gewalt&#8220; \u2013 der Presse \u2013, die einen enormen Konformit\u00e4tsdruck erzeuge. Das &#8222;links-versifft&#8220; darf man sich dabei mitdenken. Die Verh\u00e4ltnisse in der Bundesrepublik seien f\u00fcr ihn mit denen in der sp\u00e4ten DDR vergleichbar. Sagte Tellkamp. Starker Tobak, dem Safranski nur zaghaft zu widersprechen wagte (&#8222;wir leben in einem liberalen Staat&#8220;), nicht ohne sich selbst als Opfer dieses &#8222;Konformit\u00e4tsdrucks&#8220; ins Spiel zu bringen und \u2013 wie billig \u2013 von linken &#8222;Schl\u00e4gerbanden&#8220; zu sprechen, die beim G7-Gipfel in Hamburg ihr Unwesen getrieben h\u00e4tten.<br \/>\nJa, Uwe Tellkamp muss geh\u00f6rig leiden. Er inszeniert sich \u2013 wie viele seiner Weggef\u00e4hrten \u2013 als Opfer eines Medienkartells, das mit &#8222;Gesinnungskorridoren&#8220; arbeitet. Aber er darf diese Meinung \u00e4u\u00dfern, immer und \u00fcberall, unter dem Applaus der Anwesenden auch in Badenweiler, und muss nicht f\u00fcrchten, daf\u00fcr ins Gef\u00e4ngnis geworfen zu werden wie in der DDR \u2013 die er als sozialistische Utopie bezeichnete, in der Bildung f\u00fcr alle und die Pflege des literarischen Erbes hehre Ziele gewesen seien.<br \/>\nDem kann und will man nicht widersprechen. Auch nicht Tellkamps Analyse, dass die B\u00fcrgerrechtler in ihrem Widerstand gegen die Diktatur der Funktion\u00e4re den Kopf hingehalten h\u00e4tten, aber sp\u00e4ter vom Volksvotum weggefegt worden seien. &#8222;Wir sind ein Volk&#8220;: Den Sprechch\u00f6ren h\u00e4tten sie nicht folgen k\u00f6nnen. Sie hatten recht. Bis heute sind wir nicht ein Volk. &#8222;Wer wollen wir sein?&#8220; Diese Frage von Uwe Tellkamp wird uns Deutsche noch l\u00e4nger besch\u00e4ftigen.<br \/>\n&#8230;. Alles von Bettina Schulte von 12.10.2019 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/verhaeltnisse-wie-in-der-spaeten-ddr\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/verhaeltnisse-wie-in-der-spaeten-ddr<\/a><\/p>\n<p>.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Uwe Tellkamp liebt die Freiheit ohne &#8222;zuf\u00e4llig&#8220; herumstehende junge M\u00e4nner<\/strong><br \/>\nMeine Mutter Maria Kaier (geb 1907 in Wattenscheid, gest. 2006 in Freiburg) war in den 1930er Jahren Gymnasiallehrerin f\u00fcr Deutsch und Franz\u00f6sisch an der Deutschen Schule in Den Haag\/Holland. Ihr damaliger Kollege und wohl auch Freund Herbert Wotte war Lehrer f\u00fcr Deutsch und Russisch.<br \/>\nSp\u00e4ter zu DDR-Zeiten wohnte Wotte ab 1970 oben in <a title=\"Dresden\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/dresden\/\">Dresden-Loschwitz am Wei\u00dfen Hirsch<\/a>, am Hang zur Elbe, einem Bonzenviertel, in dem neben den SED-Kadern auch K\u00fcnstler (wie der Tenor Peter Schreier) und eben Herbert Wotte wohnten, der vom Lehrer zum Star-\u00dcbersetzer f\u00fcr russische Literatur in Diensten der DDR-Kulturbeh\u00f6rden avancierte.<br \/>\n.<br \/>\nMeine Mutter schickte viermal im Jahr ein Paket nach Dresden mit guten Sachen (Kaffee mindestens Jacobs Kr\u00f6nung). Vielleicht zum Dank vermittelte Herbert Wotte bei den Beh\u00f6rden, dass sein Sohn Dr. Joris Wotte, Physiker an der TH Dresden, mich 1974 f\u00fcr eine Woche nach Dresden einladen konnte. Ich war damals als Informatiker bei der IBM mit den neuen Gro\u00dfcomputern IBM \/360 und \/370 besch\u00e4ftigt.<br \/>\nJoris Wotte bewohnte mit seiner vierk\u00f6pfigen Familie am vornehmen Wei\u00dfen Hirsch (vergleichbar mit FR-Herdern Wintererstrasse oder FR-Lorettoberg ganz oben) 50 m unterhalb seines Vaters eine 110 qm gro\u00dfe Wohnung im EG einer alten Villa, in deren Garten drei Badewannen standen, um das aus den maroden Dachrinnen tropfende Wasser aufzufangen. Ich mu\u00dfte mich jeden zweiten Tag bei der Polizei in Dresden melden. Beim Verlassen des Vilengrundst\u00fccks bemerkte ich &#8222;zuf\u00e4llig&#8220; herumstehende junge M\u00e4nner, die mir stets &#8222;zuf\u00e4llig&#8220; folgten &#8211; Stasi-Mitarbeiter, wie mir Joris erkl\u00e4rte. Joris hatte seinen Plan, eine Professur in Physik zu \u00fcbernehmen, aufgeben m\u00fcssen, da er als strenger Protestant seine Kinder nicht zur Jugendweihe schickte, wohl aber zur Konfirmation. Ich konnte mit ihm die r\u00fcckst\u00e4ndigen Robotron-Rechner an der Uni Dresden besichtigen, nat\u00fcrlich war ich als moderner IBM-er hochwillkommen, allerdings auch bei der Stasi. So kam es wie es kommen mu\u00dfte: bei einer abendlichen Einladung ins Restaurant &#8222;Zum blauen Wunder&#8220; an der Elbe wurde von der Stasi versucht, mich als IBM \/370-Spitzel anzuwerben &#8211; auch Alkohol war im Spiel. Ich habe es Joris Wotte zu verdanken, dass die Stasi scheiterte: Joris packte mich irgendwann sp\u00e4tabends pl\u00f6tzlich an der Hand, dann hinaus und zu Fu\u00df zur\u00fcck hoch in die alte Villa.<br \/>\n.<br \/>\nHeute wohnt Uwe Tellkamp mit seiner Familie wieder im Bonzenviertel am Wei\u00dfen Hirsch von Dresden-Loschwitz, ganz in der N\u00e4he der Wotte&#8217;s. Wenn er aus dem Haus geht, stehen dann auch &#8222;zuf\u00e4llig&#8220; junge M\u00e4nner herum? Und wenn es unten am Fu\u00df des Stadtteils Wei\u00dfer Hirsch, im <a title=\"Dresden\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/dresden\/\">Buchhaus Loschwitz von Susanne Dagen<\/a>, eine Veranstaltung gibt (zuletzt das Interview mit Alexander Wendt zu &#8222;Das Volk ist nicht links&#8220; (Tichys Einblick 10\/19, S. 28f.), dann kann es auch sein, dass junge M\u00e4nner &#8222;zuf\u00e4llig&#8220; herumstehen? Nat\u00fcrlich nicht von der Stasi, aber indirekt auch vom Staat \u00fcber irgendwelche <a title=\"Kampf-gegen-Rechts\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/kampf-gegen-rechts\/\">&#8222;Kampf gegen Rechts&#8220;<\/a>-Programme finanziert. Wer wohl bezahlt die Antifa?<br \/>\n.<br \/>\nMeine eigenen Erfahrungen mit &#8222;zuf\u00e4llig&#8220; mich erwartenden bzw. mir folgenden bzw. mich bedr\u00e4ngenden jungen M\u00e4nnern der Stasi im Jahr 1974 in <a title=\"Dresden\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/dresden\/\">Dresden-Loschwitz am Wei\u00dfen Hirsch<\/a>, wo auch der Roman &#8222;Der Turm&#8220; spielt, lehrt mich: Uwe Tellkamp, der am Wei\u00dfen Hirsch aufgewachsen ist und heute wieder dort wohnt, ist im Grund weder ein Linker noch ein Rechter, sondern ein Liberaler, dem es prim\u00e4r um die <a title=\"Freiheit\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/freiheit\/\">Freiheit<\/a> geht &#8211; eine Freiheit ohne &#8222;zuf\u00e4llig&#8220; herumstehende junge M\u00e4nner.<br \/>\nEinerseits geht es Tellkamp um die Freiheit, sich frei bewegen zu k\u00f6nnen, auch auf dem Weg zum BuchHaus Loschwitz von Susanne Dagen, die ihre Pegida-N\u00e4he bekennt, auch in Leipzig in Vierteln mit linker Dominanz.<br \/>\nAndrerseits geht es ihm um die Freiheit zur \u00c4u\u00dferung einer vom &#8222;Unisono&#8220; <a title=\"Kritik und abweichende Meinung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kritik-und-abweichende-meinung\/\">abweichenden Meinung<\/a> &#8211; verbal in der Diskussion wie auch schriftlich in Zeitung, Zeitschrift bzw. Buch.<\/p>\n<p>Wenn man alle Kritiker der Rettungspolitik von Angela Merkel (Euro-Rettung, Energie-Rettung, Migranten-Rettung, Klima-Rettung) als Rechte einordnet, dann verengt man das breite Spektrum politischer Meinungsbildung schon erheblich.<br \/>\nWenn Uwe Tellkamp die deutsche Rettungs-Hegemonie in der EU ablehnt, dann tut er dies als ein Schriftsteller, dessen Gesp\u00fcr f\u00fcr Realpolitik seiner <a title=\"Sozialisation\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/jugend\/sozialisation\/\">Sozialisation<\/a> in der Ex-DDR zu verdanken ist. Da ist kein Platz f\u00fcr <a title=\"Groessenwahn\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/groessenwahn\/\">deutschen Gr\u00f6\u00dfenwahn<\/a> noch f\u00fcr <a title=\"Selbsthass\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/selbsthass\/\">deutschen Selbsthass<\/a>. F\u00fcr mich ist Tellkamp noch nicht einmal ein Rechter, sondern ein Wertkonservativer der politischen Mitte, ein Liberaler, der im Grunde nichts mehr tut als dem vor dem Jahr 2002 geltenden Parteiprogramm der <a title=\"CDU\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/vereine\/partei\/cdu\/\">CDU<\/a> nachzutrauern. Traurig!<br \/>\n13.10.2019<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum siebten Mal organisiert R\u00fcdiger Safranski (vielen bekannt vom Philosophischen Quartett im ZDF 2002 -2012 mit Peter Sloterdijk) die Badenweiler Literaturtage vom 10. bis 13.10.2019. Zum Thema &#8222;Autografisches &#8211; Dichtung und Wahrheit&#8220; lesen Uwe Tellkamp\u00a0aus Dresden (Donnerstag, 10.10.), Marianne Leky &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/badenweiler-literaturtage-2\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18,100,99,36,13,98,179,80],"tags":[552,633,682,722,720,525],"class_list":["post-75027","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bildung","category-buch","category-buchhandel","category-engagement","category-kultur","category-literatur","category-markgraeflerland","category-medien","tag-buch-2","tag-demokratie","tag-freiheit","tag-literatur","tag-medien","tag-politik"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/75027","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=75027"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/75027\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=75027"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=75027"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=75027"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}