{"id":74471,"date":"2019-08-14T21:07:14","date_gmt":"2019-08-14T19:07:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=74471"},"modified":"2019-09-26T17:53:19","modified_gmt":"2019-09-26T15:53:19","slug":"rettet-die-bienen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/rettet-die-bienen\/","title":{"rendered":"Rettet die Bienen"},"content":{"rendered":"<p>Das von <a title=\"Bienen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/tiere\/bienen\/\">ProBiene<\/a> i<a title=\"Bienen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/tiere\/bienen\/\">nitiierte<\/a> <a title=\"Direkte-Demokratie\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/direkte-demokratie\/\">Volksbegehren<\/a> &#8222;Rettet die <a title=\"Bienensterben \u2013 Honigindustrie\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bienensterben-honigindustrie\/\">Bienen<\/a>&#8220; fordert, a) bis 2035 ca 50% der landwirtschaftlichen Fl\u00e4che von Baden-W\u00fcrttemberg <a title=\"Oekologisierung Landwirtschaft\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/oekologisierung-landwirtschaft\/\">\u00f6kologisch<\/a> zu bewirtschaften, b) die Halbierung von <a title=\"Pestizide Ursache Bienensterben\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/pestizide-ursache-bienensterben\/\">Pestiziden<\/a> bis 2025 und ein Verbot von <a title=\"Insektensterben 75 Prozent\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/insektensterben-75-prozent\/\">Pestiziden<\/a> in Schutzgebieten und c) eine strenge \u00dcberwachung. <a title=\"Kritik\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/kritik\/\">Kritik<\/a> kommt von vielen\u00a0<a title=\"Landwirt\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/\">Landwirten<\/a>\u00a0und <a title=\"Weinbau\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/weinbau\/\">Winzern<\/a> im Land. <!--more--><br \/>\na) So viel Bio setzt den Markt unter Druck, die Konsumenten werden die hohen Preise nicht bezahlen und auf Bio-Importe ausweichen. b) Die Umstellung z.B. auf robuste Reben braucht viel mehr Zeit. c) Immer mehr Gesetze, Verbote und Kontrollen des B\u00fcrgers sind der falsche Weg: Zielf\u00fchrender sind Einsicht durch Aufkl\u00e4rung.<br \/>\n14.8.2019<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Rettet die Bienen&#8220;- Pflanzenschutzverbot nicht zielf\u00fchrend<\/strong><br \/>\nGut gemeint ist nicht immer gut gemacht! F\u00fcr diese alte Aussage ist die Aktion &#8222;Rettet die Bienen&#8220; ein sehr gutes Beispiel. Es wird sich in unserer Gesellschaft wohl niemand finden, der die Bienen nicht sch\u00fctzen will, auch nicht unter den Winzern und Obstbauern. Gerade im Obstbau sind die Bienen zur Best\u00e4ubung ja unersetzlich. Die Ma\u00dfnahmen, die die Aktion &#8222;Rettet die Bienen&#8220; dazu allerdings vorschl\u00e4gt und auch in eine Gesetzesvorlage geschrieben hat, sind zu einem gro\u00dfen Teil nicht zielf\u00fchrend. Es sollen ab 2021 zum Beispiel s\u00e4mtliche Pflanzenschutzma\u00dfnahmen in allen Schutzgebieten verboten werden.<br \/>\nDas w\u00fcrde f\u00fcr den Kaiserstuhl bedeuten, dass in der gesamten Region kein Weinbau mehr betrieben werden kann, da der komplette Kaiserstuhl zu diversen Schutzgebieten geh\u00f6rt. <em><strong>Denn Weinbau ohne Pflanzenschutz ist weder im biologischen noch im konventionellen Anbau m\u00f6glich.<\/strong><\/em> Damit w\u00e4re s\u00e4mtlichen <a title=\"Weinbau\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/weinbau\/\">Winzerbetrieben am Kaiserstuhl<\/a> die Existenzgrundlage entzogen. Es stellt sich in der Folge die Frage, wer dann die frei werdenden Rebfl\u00e4chen mit den dazugeh\u00f6rigen B\u00f6schungen pflegt.<br \/>\nWas mit Fl\u00e4chen passiert, die auf Anordnung des Naturschutzes nicht mehr gefl\u00e4mmt werden d\u00fcrfen, kann man auf vielen Hektar hier begutachten. Statt des f\u00fcr den Kaiserstuhl typischen Magerrasens mit seiner vollen Bl\u00fctenpracht bleiben nur Robinien oder Brombeeren in Reinkultur. F\u00fcr die Bienen und auch f\u00fcr die Artenvielfalt ist damit nichts gewonnen \u2013 ganz im Gegenteil. Damit zeigt sich dann, dass dieses geplante Volksbegehren nicht dem Schutz der Bienen dient, sondern der Zerst\u00f6rung von Existenzen und wundersch\u00f6nen Kulturlandschaften.<br \/>\n10.8.2019, Michael Schmidt, K\u00f6nigschaffhausen, BZO<br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>Gegen die vernichtende industrielle Agrarwirtschaft<\/strong><br \/>\nZum Bericht &#8222;Groll, Frust und Angst um die Zukunft&#8220;, in der vom 14. September, schreibt ein Leser:<br \/>\n40 Prozent des EU-Haushalts flie\u00dfen in die Landwirtschaft. Gro\u00dfe Teile davon nach Deutschland. Der Fehler ist aber, dass die Agrarlobby am Fl\u00e4chenmodell festh\u00e4lt. Dies bedeutet, dass derjenige am meisten Zusch\u00fcsse bekommt, welcher am meisten Land besitzt. Egal, was und wie darauf angebaut wird. So wird das Sterben der traditionellen H\u00f6fe gef\u00f6rdert und ist gut erkl\u00e4rbar. Weniger Bauern, aber fast identisch gebliebene Fl\u00e4che mit hochindustrieller Bewirtschaftung. Das Land geh\u00f6rt Konzernen und Investoren, wie zum Beispiel den Aldi-Erben.<br \/>\nDie Bauern haben einen nicht kleinen Anteil an dieser Situation. Denn sie w\u00e4hlen ihre Vertreter in Br\u00fcssel und im Land selber. Diese Vertreter sind aber in der industriellen Landwirtschaft bestens vernetzt mit Banken, Agrartechnik und Pestizidkonzernen und handeln in deren Interesse, sitzen in allen Aufsichtsr\u00e4ten. Allen voran DBV-Pr\u00e4sident Rukwied. Nun wehren sich die so verprellten und \u00fcbrig gebliebenen Bauern, die noch traditionell ihr Land bestellen, gegen eine Initiative, die in Wirklichkeit genau ihre Wirtschaftsweise retten und unterst\u00fctzen will, anstatt sich gemeinsam gegen die vernichtende industrielle Agrarwirtschaft zu stemmen.<br \/>\nDie Umgestaltung in mehr \u00f6kologische Landwirtschaft ist nicht einfach, hat aber sicher Zukunft. Sie kann einen Schl\u00fcsselbeitrag zum Erhalt der b\u00e4uerlichen Kleinbetriebe leisten. Ein wenig Bl\u00fchstreifen da und dort helfen uns als Menschheit auf lange Sicht nicht weiter. Vernetzung von \u00f6kologischen Lebensr\u00e4umen ist nur \u00fcber eine pestizidfreie oder davon reduzierte Bewirtschaftung m\u00f6glich.<br \/>\nDie \u00dcberschrift h\u00e4tte nicht besser gew\u00e4hlt sein k\u00f6nnen. Auch ich und viele Mitb\u00fcrger hegen Groll, haben Frust und Angst um die Zukunft. Aber eben umfassend und f\u00fcr alle. Es geht nicht nur um Bauern und Bienen. Es geht um die Zukunft dieser Spezies Mensch.<br \/>\nWann merken die protestierenden Landwirte, wer ihre wirklichen Probleme ausl\u00f6st?<br \/>\n17.9.2019, Michael Sch\u00e4fer, Feldberg, BZ<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Rettet die Bienen: Viel \u00d6kolandbau, wenig Pestizide<\/strong><br \/>\nHinter &#8222;Rettet die Bienen&#8220; stehen \u2013 als Initiatoren \u2013 die Berufsimker David Gerstmeier und Tobias Miltenberger. Sie werden unterst\u00fctzt von einem Tr\u00e4gerkreis aus 13 Organisationen, unter anderem Demeter und Naturland als \u00f6kologische Anbauverb\u00e4nde sowie Nabu und BUND als Naturschutzorganisationen. Mehr als 100 Organisationen unterst\u00fctzen &#8222;Rettet die Bienen&#8220;. Das B\u00fcndnis will mit seinen Forderungen eine St\u00e4rkung der Artenvielfalt erreichen. Die Forderungen im Einzelnen:<br \/>\n50 Prozent Bio-Landwirtschaft: Die Landesregierung soll diese so f\u00f6rdern, dass bis 2025 ein Viertel und bis 2035 die H\u00e4lfte aller landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen \u00f6kologisch bewirtschaftet wird.<br \/>\nDer Einsatz von Pestiziden und Bioziden soll in Schutzgebieten verboten werden. Dies betrifft sowohl chemische als auch biologische Mittel. Zu den Schutzgebieten geh\u00f6ren Naturschutzgebiete, die Kern- und Pflegezone von Biosph\u00e4rengebieten, gesch\u00fctzte Biotope, Natura-2000-Gebiete sowie Naturdenkm\u00e4ler und Landschaftsschutzgebiete (mit Ausnahmen). Sch\u00e4tzungen zufolge sind das 30 Prozent der Landesfl\u00e4che. Beh\u00f6rden k\u00f6nnen Ausnahmen f\u00fcr einzelne Mittel erteilen.<br \/>\nDie Landesregierung soll bis 2022 eine Strategie vorlegen, wie der Anteil der mit Pestiziden belasteten Fl\u00e4chen bis 2025 um die H\u00e4lfte reduziert werden soll.<br \/>\nGr\u00f6\u00dfere Streuobstbest\u00e4nde d\u00fcrfen nicht mehr als Ganzes beseitigt werden \u2013 oder nur, falls Ersatz gepflanzt wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Mensch braucht keinen Wein zum Leben<\/strong><br \/>\nZum Bericht: &#8222;Rettet die Bienen&#8220; (BZ vom 14. August).<br \/>\nDie Winzer haben schon jahrelang die Reben mit Gift gespritzt, um h\u00f6here Ertr\u00e4ge zu bekommen und damit viel Geld verdient. Auch haben sie den Leuten vorgegaukelt, dieses Gift wird sich in die Luft oder im Boden verfl\u00fcchtigen. Die giftigen Pflanzenschutzmittel, die heute noch Verwendung finden, geh\u00f6ren verboten. Es ist klar, dass sich Herr Linser gegen die \u00f6kologische Bewirtschaftung str\u00e4ubt, denn er verdient weniger. Es gibt viele Winzer, die Biowein anbauen, diese sind zu unterst\u00fctzen. Auch viele kleine Betriebe, die Biowein anbauen, haben ihr Einkommen. Die Winzer und Landwirte, die Gift verstreuen, m\u00fcssten zur Rechenschaft gezogen werden. Aber das Traurige ist, dass der Staat das billigt.<br \/>\nDer Mensch braucht keinen Wein zum Leben, aber er braucht die Bienen und die V\u00f6gel.<br \/>\n17.9.2019, Paul Deninger, Freiburg, BZ<br \/>\n.<br \/>\n<em>Der Leserbrief von Paul Deninger, der auf den Artikel \u00fcber die Skepsis der Winzer gegen\u00fcber dem Volksbegehren &#8222;Rettet die Bienen&#8220; (BZ vom 14. August) reagierte und deren Rolle in Sachen \u00d6kologie kritisch sieht (&#8222;Der Mensch braucht keinen Wein zum Leben&#8220;, BZ vom 17. September), hat unter Weinbauern teils emp\u00f6rte Reaktionen hervorgerufen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Wie w\u00e4r&#8217;s mit einer aufrichtigen Diskussion&#8230;<\/strong><br \/>\nLieber Herr Deninger,weltweit sterben mehr Menschen an dem Genuss von giftverseuchtem Wein als an Krebs. Dieser Satz hat eigentlich in Ihrem Beitrag noch gefehlt. Macht es wirklich Sinn die Diskussion auf einem solchen Niveau zu f\u00fchren?<br \/>\nEin landwirtschaftlicher Betrieb ist heutzutage nichts anderes als ein Gewerbebetrieb. Er hat Kosten und braucht Ertr\u00e4ge! Nur wenn das zu versteuernde Delta zwischen diesen beiden Gr\u00f6\u00dfen ausk\u00f6mmlich ist, kann er \u00fcberleben. Dies ist die wirtschaftliche Notwendigkeit, die der Winzer so naturvertr\u00e4glich als irgendm\u00f6glich sicher stellen muss. Da hat sich in den letzten zwanzig Jahren sehr viel getan (kaum noch Herbizide, Einsatz von Pheromonen) und es wird sich weiterhin viel tun. Die meisten Winzer, von den vielen die ich kenne, haben eine viel engere Bindung zur Natur, als manch eingefleischter Natursch\u00fctzer glauben mag. Sie wissen sehr genau: Wenn sie die Natur nachhaltig sch\u00e4digen, werden sie \u00fcber kurz oder lang ihre Lebensgrundlage verlieren. Doch den Weg hin zu einer streng \u00f6kologischen Bewirtschaftung gibt es nicht gratis und ist mit 2,99 Euro-Weinen aus dem Supermarkt nicht zu finanzieren. Dies gilt in hohem Ma\u00dfe \u00fcbrigens f\u00fcr sehr viele Lebensmittel (z.B. Fleisch). Nur wenn der Verbraucher seine Einstellung \u00e4ndert und bereit ist f\u00fcr \u00f6kologisch produzierte Lebens- und Genussmittel mehr zu bezahlen, kann das System funktionieren. Viele Verbraucher k\u00f6nnen das gar nicht.<br \/>\nNoch einen Wunsch h\u00e4tte ich an Sie, lieber Herr Deninger: Trinken Sie in n\u00e4chster Zeit bitte viel, m\u00f6glichst streng \u00f6kologisch produziertes Wasser f\u00fcr einen klaren Kopf, damit Sie sich \u00fcber die Zahlen und Fakten m\u00f6glichst umfassend und detailliert informieren k\u00f6nnen. Das Problem ist &#8211; wie \u00fcbrigens der Klimawandel auch &#8211; zu komplex und wird mit primitivem Geschwafel nicht zu l\u00f6sen sein.<br \/>\n17.9.2019, Franz Schupp, BZO<\/p>\n<p><strong>Kaiserstuhl: Ohne Pflanzenschutz keine Ertr\u00e4ge (oder: unsere Dummheit regiert)<\/strong><br \/>\nDer Mensch braucht auch keine Flugreisen, keine Kreuzfahrten, keinen Urlaub, kein Auto und so weiter zum Leben. Das Problem ist, dass sich Menschen mit Themen befassen, von denen sie wenig wissen. Winzer setzen schon seit Jahrzehnten kein Gift mehr ein und schon gar nicht, um h\u00f6here Ertr\u00e4ge zu bekommen und damit viel Geld zu verdienen. Es sind Pflanzenschutzmittel, die im \u00dcbrigen zum Teil auch von Bio-Betrieben eingesetzt werden, um Pflanzen vor zum Beispiel Pilzkrankheiten zu sch\u00fctzen. Ohne diesen Schutz g\u00e4be es oftmals bei praktisch allen Pflanzen f\u00fcr Lebensmittel \u00fcberhaupt keine Ertr\u00e4ge. Bevor es Pflanzenschutzma\u00dfnahmen gab, litt die Menschheit Hunger. So w\u00e4re es auch heute wieder, wenn es keinen Pflanzenschutz g\u00e4be.<br \/>\n<em><strong>Nicht, dass der Staat das billigt, ist traurig,<br \/>\ntraurig ist, dass viele Menschen das offensichtlich <a title=\"Dummheit\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/dummheit\/\">nicht (mehr) wissen<\/a>.<\/strong><\/em><br \/>\nIm \u00dcbrigen z\u00e4hlt der Kaiserstuhl zu den f\u00fcr Wildbienen und Wespen interessantesten und landesweit herausragenden Gebieten in Baden-W\u00fcrttemberg. Laut Landesanstalt f\u00fcr Umwelt Baden-W\u00fcrttemberg konnten von 692 verschiedenen Bienen- und Wespenarten 544 Arten oder 78 Prozent aktuell seit dem Jahr 2000 im Kaiserstuhl-Tuniberg Gebiet gefunden werden. 82 Prozent aller je im Kaiserstuhl gefundenen Wildbienenarten waren in den letzten zehn Jahren noch nachweisbar. Ein sehr hoher Wert, also ein Traum f\u00fcr eine Biene.<br \/>\n23.9.2019, Roland Leininger, Vogtsburg-Oberrotweil, BZ<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Kaiserstuhl: Wildbienen und Eidechsen<\/strong><br \/>\nWas hier Paul Deninger zu Weinbaupraktiken und giftigen Pflanzenschutzmittel n verfasste, hat mich als Nebenerwerbswinzer total umgehauen. Seit mehr als 40 Jahren betreiben wir als Nebenerwerbsbetrieb Weinbau in Ihringen.<br \/>\nAufgrund einer ausgereiften Technik, hervorragender Prognoseverfahren, st\u00e4ndiger Fortbildungsma\u00dfnahmen und l\u00fcckenloser Dokumentierung unserer Arbeiten und der durchgef\u00fchrten Ma\u00dfnahmen ist ein Giftstreuen wie es Herr Deninger in seinem Beitrag nennt, schlicht unm\u00f6glich, ja verboten. Weinbau ist am Kaiserstuhl seit mehr als zehn Jahren ohne Insektizid-Einsatz m\u00f6glich. Leider stimmt es auch nicht, dass man viel Geld verdient hat. F\u00fcr meine Trauben habe ich 1981 mehr Traubengeld erhalten als heute, die Kosten aber sind um ein Vielfaches gestiegen. In dieser Zeit sind die Betriebsgr\u00f6\u00dfen unserer Vollerwerbsbetriebe aus Kostengr\u00fcnden st\u00e4ndig angewachsen. Heute muss ein Vollerwerbsbetrieb mindestens eine Gr\u00f6\u00dfe von 15 bis 20 Hektar aufweisen, um eine Familie ern\u00e4hren zu k\u00f6nnen. Hinzu kommen am Kaiserstuhl noch viel h\u00f6here Nebenkosten durch B\u00f6schungspflege und Unterhaltung der kleinen Rebparzellen als zum Beispiel in der Pfalz. Ich verbringe mehrere Tage im Jahr mit schwei\u00dftreibenden M\u00e4harbeiten mit der Motorsense, wo fr\u00fcher ein zehnmin\u00fctiger Feuereinsatz im Februar gen\u00fcgte und \u2013 man staune \u2013 die Artenvielfalt unserer B\u00f6schungen sogar um ein Vielfaches h\u00f6her war.<br \/>\nIch s\u00e4e jedes Jahr f\u00fcr mehrere hundert Euro spezielle Einsaaten zur F\u00f6rderung der Bodengesundheit und Artenvielfalt in meine Rebgassen ein und habe das ganze Jahr dank meiner lieben Frau ein bl\u00fchendes Gartenparadies vor unserem Haus, mit Wildbienen und Eidechsen an unseren B\u00f6schungen.<br \/>\nWir Winzer am Kaiserstuhl tun viel f\u00fcr unsere Natur, ich behaupte so viel wie noch keine Generation zuvor, deshalb finden wir den Leserbrief von Herrn Deninger so abwertend und in der gegenw\u00e4rtigen Diskussion sicherlich v\u00f6llig unangebracht.<br \/>\n23.9.2019, Armin B\u00fchler, Ihringen, BZO<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Kaiserstuhl: einzigartige Kulturlandschaft<\/strong><br \/>\nDie Winzer am Kaiserstuhl bringen fl\u00e4chendeckend im Fr\u00fchjahr (Ende M\u00e4rz) Pheromone in Form von Dispensern aus, um auf Insektizide zu verzichten. Auch wir Winzer und Obstbauern sind f\u00fcr die Biene \u2013 die bei uns auf dem Land auch noch in einer riesigen Anzahl vorkommt. Bei Ihnen, Herr Deninger, in der Stadt auch? Winzer und Landwirte legen jedes Jahr Bl\u00fchwiesen an, pflegen B\u00f6schungen und halten diese frei von Hecken, damit Insekten und Bienen einen Lebensraum haben. Auch deshalb haben wir am Kaiserstuhl eine so gro\u00dfe Artenvielfalt. Jeder Winzer, egal ob er biologisch oder konventionell wirtschaftet, arbeitet und lebt mit und von der Natur. Die Behauptung, die Winzer bringen Gift aus, ist schlichtweg die Unwahrheit und zeugt von einem gro\u00dfen Unwissen. Die einzigartige Kulturlandschaft des Kaiserstuhls ist \u00fcber Jahrtausende entstanden und \u00fcber Generationen bewirtschaftet worden. Vielleicht sollten viele sich informieren, bevor sie urteilen und uns Winzer als &#8222;Giftspr\u00fcher&#8220; darstellen. Kommen Sie gerne zu uns an den Kaiserstuhl und schauen Sie sich die einzigartige Fauna und Flora an. Sprechen Sie mit uns Winzern und Obstbauern und lassen Sie sich unsere Arbeitsweise zeigen. Obst, Gem\u00fcse sowie Wein, der um die ganze Welt gefahren werden muss, braucht kein Mensch, Herr Deninger. Oder k\u00f6nnen Sie kontrollieren, wie im Ausland produziert wird? Regional einzukaufen, ist ein sehr wichtiger Beitrag zum Artenschutz und zum Erhalt unserer Landschaft. Mal ganz vom Co2-Aussto\u00df abgesehen.<br \/>\nArtenschutz geht uns alle an, nicht nur uns Landwirte. Und nur zur Info: Sollte das Volksbegehren kommen, gibt es auch keine Biowinzer mehr am Kaiserstuhl.<br \/>\n23.9.2019, Heiko M\u00fcller, Vogtsburg<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Kaiserstuhl: Unsachliche und fachlich falsche Anschuldigungen<\/strong><br \/>\nDas einzig Positive, was ich mir vom Volksbegehren Artenschutz erhofft habe, ist eine offene und sachliche Diskussion zwischen Verbraucher und Landwirt. Leider wird diese Hoffnung durch solche Leserbriefe wie von Herrn Deninger zunichte gemacht. Mit pauschalen, unsachlichen und fachlich falschen Anschuldigungen wird ein ganzer Berufsstand an den Pranger gestellt. Mein Angebot an an alle, die an einem fairen und sachlichen Austausch interessiert sind: Kommen Sie mit mir oder anderen Landwirten ins Gespr\u00e4ch und lassen Sie uns gegenseitige Vorurteile abbauen. Arten- und Klimaschutz funktionieren nur als Gesellschaft und mit der Landwirtschaft.<br \/>\n23.9.2019, Tobias Schneider, Ihringen<br \/>\n<strong>Was passiert wohl mit den Betrieben und ihren Familien nach dem Volksbegehren?<\/strong><br \/>\n\u00dcber den Stellenwert der Landwirtschaft in der Gesellschaft bin ich sehr geschockt und entt\u00e4uscht. An allem, was im Moment passiert, soll die Landwirtschaft Schuld sein?<br \/>\nWir erhalten die Landschaft, in der wir arbeiten und die Bev\u00f6lkerung mit Nahrungsmittel versorgen. Doch was passiert mit den Betrieben und ihren Familien nach dem Volksbegehren? Anscheinend kaufen die Verbraucher lieber Nahrungsmittel aus dem Ausland. Da wird nicht nachgefragt, warum zum Beispiel Kirschen aus der T\u00fcrkei oder Tomaten aus Spanien zwei Wochen haltbar sind und bei uns nur halb so lange, obwohl f\u00fcr unsere Produkte keine so lange Anfahrt ben\u00f6tigt wird. Wenn aus unseren Obstanlagen geklaut wird, fragen die Diebe hier etwa, ob es bio ist? Blumenwiesen hatten in der Landwirtschaft schon immer ihren Platz. Das ist keine Neuentwicklung, wie es gerade in den Medien dargestellt wird.<br \/>\nWurden die Bef\u00fcrworter von Pro-Biene denn richtig aufgekl\u00e4rt, was sie da unterschrieben haben? Ich hoffe f\u00fcr die Landwirte, Winzer und Obstbauern, dass sich die Einstellung der Bev\u00f6lkerung zum Thema wieder \u00e4ndert.<br \/>\n23.9.2019, Birgit V\u00f6gtle, Vogtsburg<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das von ProBiene initiierte Volksbegehren &#8222;Rettet die Bienen&#8220; fordert, a) bis 2035 ca 50% der landwirtschaftlichen Fl\u00e4che von Baden-W\u00fcrttemberg \u00f6kologisch zu bewirtschaften, b) die Halbierung von Pestiziden bis 2025 und ein Verbot von Pestiziden in Schutzgebieten und c) eine strenge &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/rettet-die-bienen\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[51,154,209,201,12,67,11,68],"tags":[256,277,716,360,529,258],"class_list":["post-74471","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bauernhof","category-ernaehrung","category-imker","category-landwirt","category-natur","category-naturschutz","category-regio","category-umwelt","tag-artenvielfalt","tag-bauer","tag-bauernhof","tag-bio","tag-imker-2","tag-oekologie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/74471","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=74471"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/74471\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=74471"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=74471"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=74471"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}