{"id":7446,"date":"2012-07-21T10:23:09","date_gmt":"2012-07-21T08:23:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=7446"},"modified":"2012-07-22T10:36:48","modified_gmt":"2012-07-22T08:36:48","slug":"oberrieder-stehen-zu-ihrem-dorf-umfrage-heimatgefuehl-demografie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/oberrieder-stehen-zu-ihrem-dorf-umfrage-heimatgefuehl-demografie\/","title":{"rendered":"Oberrieder stehen zu ihrem Dorf &#8211; Umfrage, Heimatgefuehl, Demografie"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>Die Schwarzwaldgemeinde <a title=\"Oberried\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/oberried\/\">Oberried<\/a>\u00a0vermittelt ihren B\u00fcrgern ein starkes Heimatgef\u00fchl: 96 Prozent der Einwohner des Kernortes und der Ortsteile Zastler und St. Wilhelm haben bei einer Umfrage des AGP-Institutes der Evangelischen Hochschule Freiburg (EH) angegeben, sich dem Ort zugeh\u00f6rig zu f\u00fchlen. Dass die\u00a0<a title=\"Hofsgrund\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/hofsgrund\/\">Hofsgrunder<\/a> mit nur 36 Prozent dagegen deutlich abfallen, verwundert Kenner kaum \u2013 die Eingemeindung ist in dem H\u00f6hendorf auch nach 40 Jahren nicht \u00fcberwunden. Zwischen den Bewohnern von Berg und Tal gibt es also nach wie vor Unterschiede, was ihr Verh\u00e4ltnis zur Gesamtgemeinde betrifft. Dennoch sind die Ergebnisse der vom Gemeinderat 2011 bei EH-Professor Thomas Klie in Auftrag gegebenen Studie sehr aufschlussreich. <!--more-->Dank sehr guter R\u00fccklaufquoten der Haushaltsbefragung mit 43 Prozent und 41 Prozent beim Extrabogen f\u00fcr Menschen \u00fcber 40 Jahren konnten, so die auswertenden Studenten, viele Daten festgestellt und wichtige Erkenntnisse ermittelt werden.<br \/>\nF\u00fcr B\u00fcrgermeister Franz-Josef Winterhalter gab es zwei wichtige Gr\u00fcnde, sich mit fundierten Zahlen an wichtige Planungen zu machen. So geht die demografische Entwicklung der Gesellschaft auch an Oberried nicht vorbei. Hier leben viele alte Menschen, aber das \u2013 wie jetzt deutlich ist \u2013 sogar gerne. Zum Thema altersgerechte Wohnungen bietet sich eine attraktive r\u00e4umliche L\u00f6sung an: Die Arbeiterwohlfahrt will bis zum Jahresende ihre zwei Wohnheime an der Brugga f\u00fcr Menschen mit Behinderungen aufl\u00f6sen. Haus- und Grundst\u00fcckseigent\u00fcmer ist der Orden der Ursulinen in Freiburg. Und die w\u00fcrden f\u00fcr geringe Erbpacht Haus und Hof der Gemeinde Oberried zur weiteren sozialen Verwendung \u00fcberlassen. F\u00fcr die Betriebstr\u00e4gerschaft von dort angedachten &#8222;Lebensformen f\u00fcr w\u00fcrdiges Leben im Alter&#8220; schwebt Winterhalter eine &#8222;Dienstleistungsgenossenschaft&#8220; vor.<br \/>\nAus der EH-Untersuchung &#8222;Altersgerechtes Wohnen in Oberried&#8220; sind f\u00fcr alle drei Fragestellungen verwertbare Erkenntnisse erwachsen. So war nicht nur f\u00fcr den B\u00fcrgermeister die Erkenntnis erschreckend, dass immer noch zu wenig Menschen daran denken, ihre Wohnungen alterstauglich herzurichten. Dabei lebt schon jetzt in 44 Prozent der befragten Haushalte mindestens eine Person, die 65 Jahre oder \u00e4lter ist. Und in acht Prozent wohnen 80-J\u00e4hrige und \u00c4ltere. &#8222;Nach den objektiven Fakten der Altersgerechtigkeit betrachtet&#8220;, stellt Professor Klie fest, &#8222;sind nur 1,5 Prozent der befragten Haushalte in Oberried barrierefrei&#8220;. Wenn bei Umbauten mal ans Alter gedacht werde, sei das meistens nur im Bad zu sehen.<br \/>\nIn 44 Prozent der befragten Haushalte lebt mindestens eine Person im Rentenalter: Angesichts dieser geahnten und nun belegten Fakten will B\u00fcrgermeister Winterhalter mit dem Gemeinderat das Denken \u00fcber die Alterstauglichkeit verst\u00e4rken: &#8222;Das muss in die K\u00f6pfe der Menschen. Allerdings ist noch viel an Sensibilisierung, Information und Unterst\u00fctzung notwendig.&#8220; Dazu will er auch auf g\u00fcnstige Kredite hinweisen oder die Beratung der Sparkassen und Banken empfehlen. Zum Wohnen und Wohlf\u00fchlen im Alter geh\u00f6rt auch ein friedvolles Miteinander im Gemeinwesen. Erfreulich positiv zeigt sich die Zufriedenheit mit der Qualit\u00e4t von Nachbarschaft \u2013 92 Prozent k\u00f6nnen nicht dar\u00fcber klagen. Sie freuen sich, wenn der Nachbar ein Paket vom Postboten annimmt, wenn erh\u00f6hte Aufmerksamkeit geschenkt oder nachbarschaftliche Hilfe angeboten wird. Auch das Verh\u00e4ltnis zwischen den Generationen sch\u00e4tzen die Oberrieder positiv ein und f\u00fchlen sich insgesamt recht sicher. Und die Zufriedenheit mit Oberrieds Vereinen, die allesamt als wichtig angesehen werden, erfreut nicht nur deren Funktion\u00e4re \u2013 allerdings macht Hofsgrund auch hier statt der 86 Prozent mit 48 Prozent die Ausnahme.<br \/>\nKritisch kam in den Antworten die Einkaufssituation in Oberried und den Ortsteilen zur Sprache, die sich mit zunehmendem Alter immer negativer bemerkbar mache. Einen Kaufladen, in dem regionale Produkte zu bekommen w\u00e4ren, f\u00e4nden 97 Prozent gut \u2013 und 90 Prozent versprachen, ihn auch zu nutzen. Franz-Josef Winterhalter hofft, dass der in der Klosterscheune angelaufene Wochenmarkt ein wenig von dieser Erwartung erf\u00fcllen kann.<br \/>\nDie am Ortseingang Oberrieds, aus Kirchzarten kommend, zentral gelegenen H\u00e4user der Ursulinen bieten sich bestens zum Umbau f\u00fcr ein &#8222;Projekt im Rahmen barrierefreies Wohnen im Alter&#8220; an. Die Bausubstanz sei in Ordnung. Es sollten keine Luxusresidenzen geschaffen, sondern f\u00fcr Oberrieds betagte B\u00fcrger bezahlbarer Wohnraum entstehen. Energetisch m\u00fcsse nat\u00fcrlich ordentlich nachger\u00fcstet werden. &#8222;Ich stelle mir vor&#8220;, so der B\u00fcrgermeister im Gespr\u00e4ch mit der BZ, &#8222;dass hier gemeinsames Wohnen mit gegenseitiger Unterst\u00fctzung und gelebter Gemeinschaft entsteht&#8220;. Bei entstehendem Pflegebedarf k\u00f6nne dieser von der Sozialstation oder Pflegediensten eingekauft werden. Die Suche nach einem Bautr\u00e4ger sei bereits in vollem Gange. Und f\u00fcr den laufenden Betrieb w\u00fcnscht sich Winterhalter eine Dienstleistungsgenossenschaft aus der Mitte der B\u00fcrger. Die Zustimmung von 56 Prozent Oberriedern aus der Umfrage ist ihm sicher.<br \/>\nDie BZ hat auch den Umfrageleiter von der Evangelischen Hochschule, Professor Thomas Klie, zu seinem Fazit der Untersuchung, f\u00fcr die sich seine Studenten einige Monate wichtige Zeit genommen haben, befragt: &#8222;Die B\u00fcrger von Oberried stehen zu ihrem Ort, die meisten wollen auch im Alter in Oberried wohnen und leben. Und sie sind bereit, sich daf\u00fcr einzusetzen, dass ihre Gemeinde den demografischen Wandel gut besteht.&#8220; Und nach der Empfehlung f\u00fcr B\u00fcrgermeister, Gemeinderat sowie B\u00fcrger f\u00fcr die Weiterarbeit an den Ergebnissen befragt, sagt Klie: &#8222;Die Idee der Genossenschaft, die f\u00fcr die Zukunft Oberrieds wichtige Aufgaben der Daseinsvorsorge mitgestalten kann \u2013 vom B\u00fcrgerbus \u00fcber den Dorfladen bis zum Betrieb einer Wohngruppe f\u00fcr Menschen mit Pflegebedarf und Demenz \u2013 sollte z\u00fcgig aufgegriffen werden.&#8220;<br \/>\nOberried k\u00f6nnte hier wie mit der Studie zum Thema Wohnen im Alter eine Pionierrolle \u00fcbernehmen, r\u00e4t der Wissenschaftler. Genossenschaftlichen Formen der Daseinsvorsorge geh\u00f6re die Zukunft. Und sogar aus Berlin werden die B\u00fcrger ermuntert. Referatsleiter Hagen Eyink, im Stadtentwicklungsministerium f\u00fcr l\u00e4ndliche Infrastruktur zust\u00e4ndig, ermuntert die Oberrieder: &#8222;Bringen Sie als B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger ihre Vorstellungen in die Planungen ein!&#8220;<br \/>\nGerhard L\u00fcck, 21.7.2012<!-- RSPEAK_STOP --><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schwarzwaldgemeinde Oberried\u00a0vermittelt ihren B\u00fcrgern ein starkes Heimatgef\u00fchl: 96 Prozent der Einwohner des Kernortes und der Ortsteile Zastler und St. Wilhelm haben bei einer Umfrage des AGP-Institutes der Evangelischen Hochschule Freiburg (EH) angegeben, sich dem Ort zugeh\u00f6rig zu f\u00fchlen. 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