{"id":73964,"date":"2019-07-27T12:47:24","date_gmt":"2019-07-27T10:47:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=73964"},"modified":"2019-07-27T12:54:39","modified_gmt":"2019-07-27T10:54:39","slug":"peripherie-contra-metropole","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/peripherie-contra-metropole\/","title":{"rendered":"Peripherie contra Metropole"},"content":{"rendered":"<p>In <a title=\"France\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/france\/\">Frankreich<\/a> hat der Hochpreis auf <a title=\"Diesel\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/verkehr\/diesel\/\">Diesel<\/a>, der prim\u00e4r die Peripherie trifft, die Spaltung des Landes in <a title=\"Somewheres gegen Anywheres\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/somewheres-gegen-anywheres\/\">Peripherie<\/a> und <a title=\"Collier: Metropolen und Provinz\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/collier-metropolen-und-provinz\/\">urbane Zentren<\/a> vertieft und zu den <a title=\"Gelbwesten\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/gelbwesten\/\">Gelbwesten<\/a>-Protesten gef\u00fchrt. In <a title=\"Deutschland-kaputt\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/deutschland-kaputt\/\">Deutschland<\/a> wird eine Hochpreispolitik auf <a title=\"CO2\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/klima\/co2\/\">CO2<\/a>, die prim\u00e4r die <a title=\"Laendlicher-Raum\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/laendlicher-raum\/\">Peripherie<\/a> trifft, das Land weiter <a title=\"Spaltung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/spaltung\/\">spalten<\/a> und bei verst\u00e4rkter Rezession ebenfalls zu Gelbwesten-Protesten f\u00fchren. <!--more--><br \/>\nIm Gegensatz zum zentralisierten Frankreich (Gro\u00dfraum Paris und Province) ist Deutschland <a title=\"Dezentralisierung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/energie\/dezentralisierung\/\">dezentral <\/a>organisiert. Gleichwohl haben beide L\u00e4nder, wenn auch mit unterschiedlichen Akzenten, mit dem Auseinanderdriften von Stadt und Land zu k\u00e4mpfen. Die Darstellung der Peripherie als Anh\u00e4ngsel des urbanen Raumes ist pass\u00e9, die Metropole ist angewiesen auf den l\u00e4ndlichen Raum.<br \/>\nWie auch immer man das Begriffspaar &#8222;Stadt-Land&#8220; definiert (Stadt &#8211; Land, Metropole &#8211; Peripherie, <a title=\"Somewheres gegen Anywheres\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/somewheres-gegen-anywheres\/\">Anywheres &#8211; Somewheres<\/a>, Flexibilit\u00e4t &#8211; Verwurzelung, <a title=\"Eliten\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/eliten\/\">Eliten<\/a> &#8211; &#8222;Deppen&#8220;, Links &#8211; Rechts, Urbanit\u00e4t &#8211; Territorium bzw. <a title=\"Dezentralisierung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/energie\/dezentralisierung\/\">zentral<\/a> &#8211; dezentral), die\u00a0\u00a0<a title=\"Gesellschaft\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/gesellschaft\/\">gesellschaftlichen<\/a> Auseinandersetzungen werden zunehmen.<br \/>\n27.7.2019<br \/>\n.<br \/>\n<strong>CO2-Steuer wird Deutschland weiter spalten<\/strong><br \/>\nIn diesem Herbst steht Deutschland vor einer folgenschweren Entscheidung. Werden die Regierenden aus Anlass des Klimawandels ihre Hochpreis-Politik auf CO2-Emissionen (durch Besteuerung oder Emissionshandel) versch\u00e4rfen und damit den Weg einschlagen, der in Frankreich eine so gro\u00dfe Verbitterung ausgel\u00f6st hat und das Land nachhaltig gespalten hat? Werden sie das Geld zur Scheidelinie zwischen dem \u00f6kologisch \u201eGuten\u201c und \u201eB\u00f6sen\u201c machen? Werden sie damit das Geld auch in einem ganz neuen Ma\u00dfe zum obersten Richter \u00fcber das Verkehrs- und Siedlungssystem machen? Und zum Scharfrichter \u00fcber Sein oder Nichtsein von Existenzen und Lebensformen?<br \/>\nMan hat hierzulande ja schon reichlich Normen- und Kosten-Erh\u00f6hungen in dieser Richtung beschlossen, aber jetzt w\u00fcrde man wirklich eine Spaltung des Landes herbeif\u00fchren, eine Spaltung der Republik. Nein, das ist keine \u00dcbertreibung, denn man muss bedenken, dass es bei dieser Politik nicht um die Antwort auf ein kleineres Problem geht. Die Regierenden haben ja praktisch einen \u201eKlima-Notstand\u201c ausgerufen und dies Anliegen zum Dreh- und Angelpunkt der gesamten deutschen Politik erkl\u00e4rt. Und dieser Notstand soll jetzt so eingerichtet werden, dass die einen (in den Metropolen, Gro\u00dfst\u00e4dten) sich freikaufen k\u00f6nnen, w\u00e4hrend die anderen (in der Peripherie, auf dem Land) ihre ganze bisherige Existenz nicht mehr halten k\u00f6nnen.<br \/>\nEs wird vielleicht noch ein bisschen dauern, bis Deutschland gewahr wird, wie \u00fcbel es da zugerichtet wird von einer politischen Klasse, die immer mehr ein Alles-oder-Nichts-Spiel treibt. So hat sich in Frankreich die Macron-Mehrheit auch aufgef\u00fchrt \u2013 bis zum November 2018, als die Gelben Westen ihr den Schneid abkauften.<br \/>\n&#8230; Alles vom 25.7.2019 von Gerd Held bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/am_scheideweg_der_heutigen_politik\">https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/am_scheideweg_der_heutigen_politik<\/a><br \/>\n.<br \/>\nStadt-Land (I): Alles vom 22.7.2019 von Gerd Held bitte lesen auf <a href=\"https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/die_peripherie_spielt_nicht_mehr_mit\">https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/die_peripherie_spielt_nicht_mehr_mit<\/a><br \/>\nStadt-Land (II): Alles vom 23.7.2019 von Gerd Held bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/das_metropolitane_ego_und_der_rest_der_welt\">https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/das_metropolitane_ego_und_der_rest_der_welt<\/a><br \/>\nStadt-Land (III): Alles vom 25.7.2019 von Gerd Held bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/am_scheideweg_der_heutigen_politik\">https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/am_scheideweg_der_heutigen_politik<\/a><\/p>\n<p>Einige Kommentare:<br \/>\n<strong>In Deutschland eine Gelbwesten-Bewegung?<\/strong><br \/>\nEs sei hier nur \u00fcber die Probleme in Deutschland etwas gesagt. Und das Hauptproblem hei\u00dft Abschaffung der Demokratie. Wenn in diesem Land ca. 80% der W\u00e4hler einer Klima-Hysterie erlegen sind, hat die Regierung nat\u00fcrlich leichtes Spiel unter dem Deckmantel dieser Hysterie den B\u00fcrger mit noch ganz anderen \u201cSchmankerln\u201d zu bedenken. Die CO2-Steuer hei\u00dft nur so. Sie hat aber noch ganz andere Funktionen: Die Finanzierung der Massenimmoigration. Die Lenkungfunktion f\u00fcr en CO2-Aussto\u00df d\u00fcrfte in den Hintergrund treten. Diese Steuer ist ein Etikettenschwindel. Das Geld aus dieser Seuer wird auch gebraucht, um die nachlassenden Steuereinnahmen im Gefolge einer Rezession zu kompensieren. Diese Steuer muss schon eine gewaltige Summe herein bringen. Der Steuerzahler darf sich auf was gefasst machen. Angesichts der T\u00e4uschung hilft hier nur noch ein Steuerstreik. \u201cEs wird vielleicht noch ein bisschen dauern, bis Deutschland gewahr wird, wie \u00fcbel es da zugerichtet wird von einer politischen Klasse, die immer mehr ein Alles-oder-Nichts-Spiel treibt. So hat sich in Frankreich die Macron-Mehrheit auch aufgef\u00fchrt \u2013 bis zum November 2018, als die Gelben Westen ihr den Schneid abkauften \u2026 \u201d Glauben Sie allen Ernstes, Herr Held, dass sich in Deutschland eine <a title=\"Gelbwesten \u2013 parteiunabh\u00e4ngig\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/gelbwesten-parteiunabhaengig\/\">Gelbwesten-Bewegung<\/a> etablieren k\u00f6nnte. Ich bin da sehr skeptisch, w\u00fcrde mich aber freuen, wenn es wirklich so kommen w\u00fcrde. Die Zeit ist langsam teif daf\u00fcr.<br \/>\n25.7.2019, S.K., AO<br \/>\n.<br \/>\nWarum so kompliziert, Herr Held? Ein Land wie Deutschland, das seine Grenzen nicht sch\u00fctzen will oder sch\u00fctzen kann, wird selbstverst\u00e4ndlich ausgepl\u00fcndert und besetzt. Dann braucht man auch Geld f\u00fcr Tribute und \u00e4hnliches. Diese Eroberung und die Selbstaufgabe unserer Politiker sind das westeurop\u00e4ische Kernproblem, das Klima nur Politiksimulation f\u00fcr mehr Einnahmen. Und dieses Problem geht nicht weg, blo\u00df weil man die Gesellschaft jetzt um ein Thermometer herumbastelt.<br \/>\n25.7.2019, J.M.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Im Gegensatz zu Frankreich wird in D die Opposition ausgeschaltet<\/strong><br \/>\nIm Gegensatz zu Frankreich droht diesem Land die vollst\u00e4ndige Ausschaltung der Wirkungsmacht jeglicher Opposition zur Regierung auf lange Zeit und eine sehr ungewisse Zukunft f\u00fcr alle Deutschen, wie es sie so noch nicht gegeben hat. Es gibt keinen historischen Vergleich f\u00fcr die massive Bedrohung der Demokratie in Deutschland heute und das erkennen zu wenige. Ebensowenig besteht ein begr\u00fcndeter Anlass zur Hoffnung, die Deutschen w\u00fcrden den Franzosen folgen im Protest. Es ist die Tapferkeit einzelner, die sie an dieses M\u00e4rchen glauben l\u00e4sst. Und die immer wieder auf die Probe gestellte Selbstachtung , die uns von der Regierung zugemutet wird , verst\u00e4rkt diese Z\u00e4higkeit im Widerspruch und macht aus dem Glauben eine Illusion. Man mu\u00df sich auf eine lange \u201d Eiszeit \u201c einstellen in diesem Land. Vielen Dank f\u00fcr Ihre \u201ckleine\u201d Frankreichbetrachtung.<br \/>\n25.7.2019, T.T., AO<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Macron als franz. Bourgeois &#8211; Merkel als kulturelle Nihilistin<\/strong><br \/>\nZun\u00e4chst glaube ich nicht an eine urdemokratische (Widerstands-)reaktion von Teilen dieses Volkes analog den Gelbwesten, noch nicht einmal an eine Wahrnehmung dieser zutreffend beschriebenen, offenkundigen Entwicklung. Massive Unterschiede sehe ich vor allem aber auch bei Macron und Merkel. Der eine will Frankreich ganz sicher nicht in irgendetwas aufgehen lassen bzw. eine sozialistische Volksrepublik Frankreich. Ich bin mir nicht sicher, ob Macron tats\u00e4chlich die Verelendung der Peripherie als solche intendiert. Bei durchaus vorhandenen Parallelen bzw. Gemeinsamkeiten gehen die Pl\u00e4ne der Zarin Katharina II vor allem auch systemischer\/ strukturell in eine v\u00f6llig andere Richtung. Macron ist ein Bourgeois, dem seine \u201ePostaristokraten \u201e ( heute \u201eHipster\u201c )und die Grand Nation wichtig sind. Frau Merkel ist &#8211; au\u00dfer ihrer -kompensatorisch notwendigen- Macht weder etwas wichtig, noch etwas heilig. Man k\u00f6nnte sie als eine Art (kulturelle) Nihilistin bezeichnen, die allerdings ein bestimmtes ideologisch\/ politisches Ziel verfolgt. F\u00fcr sie sind weder einzelne Personen, noch irgendwelche Gruppen oder gar Klassen wichtig, sondern allenfalls \u201e Instrumente\u201c, die auf ihrem Weg nach pers\u00f6nlicher N\u00fctzlichkeit beurteilt und \u201ebehandelt\u201c werden. Das Ph\u00e4nomen des Merkelismus ist einstweilen noch singul\u00e4r und vermutlich nur in diesem Land erfolgreich. Zudem : Der Deutsche in der Peripherie k\u00e4mpf nicht um seine Interessen und Rechte, er versucht eher, selbst in die \u201egepuderte\u201c Metropole zu kommen und fordert dann konsequenterweise g\u00fcnstigere Mieten. Der Weg dieses Landes und seiner Gesellschaft wird, vielleicht und dann nicht nur zuf\u00e4llig zusammen mit Schweden, ein anderer sein, auch als der Frankreichs, von anderen L\u00e4ndern ganz zu schweigen.<br \/>\n25.7.2019, R.N., AO<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Freier Handel mit freier Migration unvereinbar<\/strong><br \/>\nIn einer Sache fehlt diesem Aufsatz die Trennsch\u00e4rfe: Bedeuten \u201cOffenheit\u201d und \u201cGlobalisierung\u201d nur freier Handel oder freier Handel *und* freie Migration? Das sind v\u00f6llig verschiedene Dinge! Wir hatten in \u201cder freien Welt\u201d nach 1945 f\u00fcr ca. 60 Jahre immer freieren Handel, aber keine freie Migration. Das war insgesamt ein Erfolgsrezept. Erst seit kurzem kam die massive (Ein-)Wanderung von Menschen. Diese Migration ist hochproblematisch. Zudem hat der Euro einen *fairen* freien Handel zu einem *unfairen* Handel gemacht (gerade zu Lasten Frankreichs). \u2013 Deshalb: Erst ist (a) die Menschenfreiz\u00fcgigkeit zu beenden (auch innerhalb der EU) und (b) der Euro abzuschaffen. Das wird viel helfen. Den freien Handel sollte man bis auf Weiteres bestehen lassen.<br \/>\n25.7.2019, M.S.<\/p>\n<p>Stadt-Land (I): Alles vom 22.7.2019 von Gerd Held bitte lesen auf <a href=\"https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/die_peripherie_spielt_nicht_mehr_mit\">https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/die_peripherie_spielt_nicht_mehr_mit<\/a><br \/>\nStadt-Land (II): Alles vom 23.7.2019 von Gerd Held bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/das_metropolitane_ego_und_der_rest_der_welt\">https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/das_metropolitane_ego_und_der_rest_der_welt<\/a><br \/>\nStadt-Land (III): Alles vom 25.7.2019 von Gerd Held bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/am_scheideweg_der_heutigen_politik\">https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/am_scheideweg_der_heutigen_politik<br \/>\n<\/a>\u00a0.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Die Peripherie spielt nicht mehr mit<\/strong><br \/>\nHier (mit den Gelbwesten-pProtesten) at sich ein Teil der Bev\u00f6lkerung, der lange Zeit in politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Dingen kaum zu h\u00f6ren war, laut und deutlich zu Wort gemeldet. Damit ist ein Raum, der in der forcierten Europ\u00e4isierung Frankreichs immer weniger z\u00e4hlte, nun zu einem eigenen Faktor geworden: die innere Peripherie. Die B\u00fcrger haben gezeigt, wie zweifelhaft die \u201eGr\u00f6\u00dfe\u201c ist, die die herrschende Politik f\u00fcr sich in Anspruch nimmt.<br \/>\nUnd die \u201eGelben Westen\u201c stehen ja international gar nicht alleine da. Das Votum der Peripherie spielte auch bei der Brexit-Mehrheit, bei der Wahl von Donald Trump zum US-Pr\u00e4sidenten und auch bei der Bildung neuer \u201erechter\u201c Regierungen in Polen, Tschechien oder Ungarn eine entscheidende Rolle. Zugleich sind die gro\u00dfen St\u00e4dte deutlicher als bisher zum eigentlichen Kerngebiet eines \u201elinken\u201c Lagers geworden, das sich mit seinem nationalen Territorialstaat kaum noch verbunden f\u00fchlt.<br \/>\nAber wie ist das Anliegen der Peripherie zu verstehen? Was bedeutet in dem neuen Gegensatz von peripheren und metropolitanen R\u00e4umen \u201erechts\u201c und \u201elinks\u201c? In den konkreten Anliegen der Gelben Westen sind Grundfragen unseres Verkehrs- und Siedlungssystems enthalten, und damit auch Grundfragen unserer staatlichen und wirtschaftlichen Ordnung. Mit einem richtigen Instinkt hat diese Bewegung erkannt, dass die dominierende Politik in Frankreich und Europa dabei ist, unter Berufung auf h\u00f6here Anliegen wie \u201eGlobalisierung\u201c und \u201eKlimakrise\u201c radikale Eingriffe in die Existenzgrundlagen der Peripherie vorzunehmen und zugleich die wirtschaftliche und politische Ordnung des ganzen Landes fundamental zu Gunsten der Metropolen zu verschieben.<br \/>\n&#8230;.<br \/>\nDa sprach nicht nur ein kleine abgehobene \u201eElite\u201c, sondern ein gehobener akademisch-urbaner Mittelstand \u2013 und er sprach mit sichtlicher Emp\u00f6rung dar\u00fcber, dass (mit den Gelbwesten) das einfache Volk (\u201ela France populaire\u201c), von dem man erwartete, dass es stumpf und stumm im Hinterland vor sich hinlebte, auf einmal die politische B\u00fchne betrat. So wurde in Frankreich nicht nur sichtbar, dass es eine Peripherie hat, sondern auch, wie viel versteckter Etablierten-D\u00fcnkel gegen diese Peripherie vorhanden war. Ein D\u00fcnkel, der an jenes \u201eSie sprachen vom Volk, als w\u00e4re es nicht da\u201c erinnert, mit dem Alexis de Tocqueville die Situation kurz vor der franz\u00f6sischen Revolution von 1789 beschrieb: \u201eDa das Volk keinen einzigen Augenblick seit hundertvierzig Jahren auf dem Schauplatz der \u00f6ffentlichen Angelegenheiten erschienen war, hatte man ganz und gar aufgeh\u00f6rt zu glauben, dass es sich jemals wieder dort zeigen k\u00f6nne; da man es so unempfindlich sah, hielt man es f\u00fcr taub, so dass, als man sich f\u00fcr sein Los zu interessieren begann, man in seiner Gegenwart von ihm selbst in einer Weise sprach, als ob es nicht zugegen w\u00e4re.\u201c (Alexis de Tocqueville, Der alte Staat und die Revolution, 1856)<br \/>\n&#8230; Stadt-Land (I): Alles vom 22.7.2019 von Gerd Held bitte lesen auf <a href=\"https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/die_peripherie_spielt_nicht_mehr_mit\">https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/die_peripherie_spielt_nicht_mehr_mit<\/a><\/p>\n<p>Einige Kommentare<br \/>\n<strong>Anywheres &#8211; Nowheres<\/strong><br \/>\nDavid Goodhart hat mit seiner Unterscheidung zwischen den Anywheres und den Somewheres den Nerv des hiesigen Kommentariats getroffen. Toll! Ich stimme denen zu, die Pegida zu den Somewheres rechnen, also zu den Kleinb\u00fcrgern und Handwerkern usw., die irgenwo zu Hause und verwurzelt sind. Hat eine einzige Deutsche Zeitung Goddhart positiv besprochen? Sie hacken alle auf dem rum, weil er wie Thilo Sarrazin (und Trump\u2026) argumentiert, die diese Untecheidung ebenfalls machen. Trump und Thilo Sarrazin und &#8211; die NZZ, die viel und sehr vern\u00fcnftig \u00fcber Goddhart geschrieben hat. Da schlie\u00dft sich ein Kreis. Mir \u00fcbrigens schleierhaft, wieso kein gr\u00f6\u00dferes Deutsches Medium diese F\u00e4hrte aufgreift &#8211; da w\u00e4ren doch LeserInnen zu finden\u2026 Seltsames Land, seltsame Frucht vor der deutschen Leserschaft und &#8211; &#8211; &#8211; dem deutschen Volk\u2026<br \/>\n22.7.2019, D.K., AO<br \/>\n.<br \/>\nZutreffend beschrieben. Durchaus mit Deutschland vergleichbar, wenn auch mit einer vor allem strukturell\/ kulturell anderen Ausgangslage, ist die Unf\u00e4higkeit der sogen. Elite zu politischen Handeln, konkreter zur zukunftsorientierten Gestaltung, zu echten Reformen auf nahezu allen Feldern und zu einer lageangemessenen Wirtschaftspolitik. Die eigentlichen Probleme werden nicht angegangen, sondern mit Petitessen abgelenkt und \u201e Politik\u201c simuliert. Dies vor allem aufgrund einer klaren \u00dcberforderung der nach v\u00f6llig untauglichen Kriterien sich mehr ergebenden, als tats\u00e4chlich gew\u00e4hlten politischen MachthaberInnen. Macron war alles andere als eine Wunschbesetzung und zeigt die sattsam bekannten entscheidenden charakterlichen M\u00e4ngel einer wohlstandsverwahrlosten, verw\u00f6hnt\/ dekadenten \u201e Elite\u201c aus \u201egutem Hause \u201e.Zum hiesigen Personal und seinen \u201e Pers\u00f6nlichkeiten\u201c er\u00fcbrigt sich jedes Wort. ( Nicht nur) Frankreich und Deutschland, aber diese L\u00e4nder besonders, befinden sich in \u00e4hnlichen negativen Prozessen auf allen relevanten Feldern, ohne geeignetes Spitzenpersonal. Ob die \u201e Metropolen\u201cihre Stellung halten k\u00f6nnen, ist mehr als fraglich, denn sie werden von au\u00dfen ( Migration ) durchsetzt und partiell bereits beherrscht und von innen ( Immobilien, nicht nur kulturelle Dekadenz )zersetzt, wobei die links\/ gr\u00fcnen Salonhipster mit Parasitenqualit\u00e4t ihren nicht geringen Anteil an dieser Entwicklung haben. Wenn man dann noch die nicht unt\u00e4tige Konkurrenz au\u00dferhalb der EU vor allem im Osten und die EZB hinzunimmt, d\u00fcrfte es experimentell spannend werden. Die Aussichten sind nicht gerade rosig, denn die n\u00f6tige politische Kraft und Bewegung aus der b\u00fcrgerlichen Mitte ist in beiden L\u00e4ndern nicht zu sehen, links ist Trumpf, wobei hier deutlich mehr noch als in Frankreich die ideologischen Spinner mitregieren.<br \/>\n22.7.2019, R.N., AO<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Gelbwesten in D undenkbar<\/strong><br \/>\nF\u00fcr Deutschland eine undenkbare Protestbewegung. Die Indoktrination mit politisch gewollten Themen ist tief bis in alle Gesselschaftsschichten und durch alle Generationen vollzogen. Nur eine existentielle Krise kann in Deutschland zu einer Demokratie zur\u00fcckf\u00fchren, die dem Grundgesetz entspricht und das Volk wieder zum Souver\u00e4n macht.<br \/>\n22.7.2019, C.R., AO<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Wir sind keine Franzosen &#8211; der deutsche Michel kuscht<\/strong><br \/>\nDas haben Sie sehr gut analysiert! Auch in unserem Land werden diese immer gr\u00f6\u00dfer werdenden Dissonanzen zwischen dem \u201curbanen Lebensr\u00e4umen in der Gro\u00dfstadt und den abgeschlagenen Randgebieten besorgniserregend sichtbar! Hier fahren die S-Bahnen alle 5 Minuten, dort f\u00e4hrt der Bus h\u00f6chstens zweimal am Tag (nicht am Wochenende!) und by the way\u2026 auch Taxis sind dort oftmals nur zwischen 7 und 24 Uhr unterwegs! Falls jemand meint, ein Taxi bekommt man ja zur Not immer! Hier wird demn\u00e4chst G5 eingef\u00fchrt, Glasfaserkabel gezogen und im W-LAN fr\u00f6hlich schnell gesurft, dort legen die Leute ihr Geld zusammen, um selbst moderne Technik in den Ort zu holen, oft werden sie dabei von der Telekom massivst boykottiert, und Handyempfang? N\u00f6, wozu auch? Ich rede nicht mal von den Kollegen, welche Tag f\u00fcr Tag 1 Stunde und mehr (einfacher Weg) bis zu ihrem Arbeitsplatz juckeln. Denn das moderne urbane Leben mit ausreichend \u00e4rztlicher Versorgung, vielen Schulen und Kinderg\u00e4rten kann sich nicht mehr jeder leisten! So ist er gezwungen, in die g\u00fcnstigeren l\u00e4ndlichen Gebiete zu ziehen. Doch nun fordert diese urbane, gut verdienende Elite, das Ende von Diesel und Benziner, CO2-Steuer auf jeden gefahrenen Kilometer. Und wir hoffen, dass dem gr\u00f6\u00dften Teil der Bev\u00f6lkerung, welche nicht in FfM, M\u00fcnchen, Hamburg oder Berlin lebt, nun endlich die Hutschnur platzt? Ich glaube nicht daran! Wir sind keine Franzosen! Der deutsche Michel h\u00e4lt die Klappe und kuscht!!! Sie realisieren nicht, dass von jedem Euro, den sie Steuern zahlen (ich nehme das jetzt nur mal an!) mindestens 80 Cent in den gro\u00dfen St\u00e4dten investiert wird und sie mit Pillepalle abgefr\u00fchst\u00fcckt werden! Und die Nutznie\u00dfer Ihrer gro\u00dfz\u00fcgigen Steuerabgaben wollen sie nun noch mehr am G\u00e4ngelband durch die Arena ziehen. Und es gibt keine Lobby, welche sich f\u00fcr sie einsetzt! Vielleicht irre ich mich ja und die Menschen bemerken doch noch, welch perfides Spiel mit ihnen gespielt wird!<br \/>\n22.7.2019, B.R., AO<br \/>\n.<br \/>\nIn Deutschland hat die Peripherie einen Namen: Ostdeutschland. Und zum Ver\u00e4chtlichmachen: Dunkeldeutschland.<br \/>\n22.7.2019, J.V., AO<br \/>\n.<br \/>\nHier wird wiederholt von \u201eIntellektuellen\u201c und \u201eAkademikern\u201c gesprochen, die den (sozialistischen) Gelbwesten auf Seiten der (sozialistischen) urbanen Gesellschaft gegen\u00fcberstehen. Ich halte die Begriffe f\u00fcr problematisch, obwohl sie nat\u00fcrlich formal korrekt sind. Mit den Akademikern sind wir schnell fertig, das sind Absolventen der Geschw\u00e4tzwissenschaften, also praktisch nicht ernstzunehmen und komplett unn\u00fctz. Aus meiner langen Unierfahrung kann ich sehr bestimmt sagen, dass Akademiker, die etwas richtiges studiert haben, deutlich weniger zur pseudointellektuellen Selbst\u00fcberh\u00f6hung neigen. Schlimmer ist das schon mit den sogenannten \u201eIntellektuellen\u201c. Der Begriff suggeriert ja, dass das Leute sind, die mit geschultem Verstand und ausgepr\u00e4gten analytischen F\u00e4higkeiten gesellschaftliche Systeme und Prozesse m\u00f6glichst ad\u00e4quat abbilden. Sie tun aber das exakte Gegenteil, und besonders Frankreich ist da mit solchen Typen wie Foucault, Derrida, Lyotard und wie sie alle hei\u00dfen mit besonders \u00fcblen Gestalten gestraft. Oder wenn ich mir den eitlen, aufgeblasenen Beau Bernard-Henri L\u00e9vy ansehe, dann ist das heulende Elend der \u201eIntellektuellen\u201c f\u00fcr jeden klar Denkenden manifest. Der eigentliche Gegensatz, der sich hier zeigt, ist nicht der zwischen \u201erinks\u201c und \u201elechts\u201c, sondern der zwischen \u201esomewheres\u201c und \u201eanywheres\u201c, wobei ein \u00fcbergro\u00dfer Teil der selbsternannten, ungeheuer \u201eprogressiven\u201c \u201eanywheres\u201c bei Ausbruch einer gesellschaftlichen Krisensituation sehr schnell feststellen wird, dass sie in Wirklichkeit \u201enowheres\u201c sind. Diesen Prozess der von au\u00dfen erzwungenen Selbsterkenntnis zu beobachten, d\u00fcrfte ein exorbitantes Vergn\u00fcgen sein, das nicht jeder Generation verg\u00f6nnt ist.<br \/>\n22.7.2019, R.R., AO<\/p>\n<p>.<br \/>\n<strong>Das metropolitane Ego und der Rest der Welt<\/strong><br \/>\n&#8230; Das Verh\u00e4ltnis zwischen Metropolr\u00e4umen und peripheren R\u00e4umen in Frankreich kann als ein Austausch dargestellt werden, an dem drei Seiten beteiligt sind. Im ersten Schritt werden Industrien aus der franz\u00f6sischen Peripherie ins Ausland verlagert, vorzugsweise in Schwellenl\u00e4nder mit niedrigeren Kosten. Dazu kann man auch L\u00e4nder der europ\u00e4ischen Peripherie rechnen (heute besonders im Osten und S\u00fcden). Im Gegenzug flie\u00dft ein Teil der Ertr\u00e4ge zur\u00fcck nach Frankreich, und es findet dort eine Ausdehnung hochqualifizierter Produktionsschritte und Dienstleistungen statt (Endfertigung, Forschung und Entwicklung, Produktdesign, Werbung, Finanzierung, juristische Vertretung\u2026). Und nun kommt der entscheidende Punkt: Diese R\u00fcckfl\u00fcsse kommen ganz \u00fcberwiegend den Metropolr\u00e4umen zugute, w\u00e4hrend die Peripherie, die am Anfang ja etwas gegeben hat, nun mit leeren H\u00e4nden dasteht. Die franz\u00f6sische Peripherie ist der Verlierer in diesem Dreiecks-Handel. Das gilt auch in sozialer Hinsicht: Was die Unterschicht und untere Mittelschicht an einfachen Arbeitspl\u00e4tzen abgab, landet am Ende bei der gehobenen, akademischen \u201eurbanen\u201c Mittelschicht. Diese ist deshalb in der Regel ein Anh\u00e4nger des \u201eoffenen\u201c Frankreich (und bildet sich darauf etwas ein), w\u00e4hrend die untere Mittelschicht begrenzend \u201eterritorial\u201c denkt und den Binnenmarkt sch\u00fctzen und weiterentwickeln will.<br \/>\n&#8230; Alles vom 23.7.2019 von Gerd Held bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/das_metropolitane_ego_und_der_rest_der_welt\">https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/das_metropolitane_ego_und_der_rest_der_welt<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Frankreich hat der Hochpreis auf Diesel, der prim\u00e4r die Peripherie trifft, die Spaltung des Landes in Peripherie und urbane Zentren vertieft und zu den Gelbwesten-Protesten gef\u00fchrt. In Deutschland wird eine Hochpreispolitik auf CO2, die prim\u00e4r die Peripherie trifft, das &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/peripherie-contra-metropole\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[195,155,141,157,11,172],"tags":[42,325,365,196],"class_list":["post-73964","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-eu","category-integration","category-nachhaltigkeit","category-oeffentlicher-raum","category-regio","category-zukunft","tag-co2","tag-demo","tag-steuern","tag-urbanisierung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73964","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=73964"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73964\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=73964"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=73964"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=73964"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}