{"id":72656,"date":"2019-05-25T09:07:23","date_gmt":"2019-05-25T07:07:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=72656"},"modified":"2019-05-25T09:09:26","modified_gmt":"2019-05-25T07:09:26","slug":"manchmal-schweige-ich-mit-16","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/manchmal-schweige-ich-mit-16\/","title":{"rendered":"Manchmal schweige ich &#8211; mit 16"},"content":{"rendered":"<p>Mit erst 16 Jahren schrieb Naomi Seibt ihr nunmehr preisgekr\u00f6ntes <a title=\"Dichter\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/dichter\/\">Gedicht<\/a> <strong>&#8222;Manchmal schweige ich&#8220;<\/strong>. Es stimmt\u00a0 nachdenklich und wirft Fragen auf. Ist in unserer <a title=\"Spaltung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/spaltung\/\">gespaltenen<\/a> Gesellschaft auch die Jugend zwiesp\u00e4ltig? Gilt die von der Meinungsforscherin Elisabeth Noelle-Neumann formulierte <a title=\"Schweigespirale zur Migration\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/schweigespirale-zur-migration\/\">Theorie der \u201cSchweigespirale\u201d<\/a> (wenn in den <a title=\"Mainstream\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/mainstream\/\">Massenmedien<\/a> eine ganz bestimmte <a title=\"Gutmenschen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/gutmenschen\/\">Meinung<\/a>, die der eigenen widerspricht, <a title=\"Meinungsfreiheit\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/meinungsfreiheit\/\">dominiert<\/a>, <!--more-->dann h\u00fcllt man sich in Schweigen) immer noch? Entziehen B\u00fcrger, die sich mit ihrer Meinung sozial isoliert f\u00fchlen, dem so empfundenen <a title=\"Konformit\u00e4tsdruck \u2013 Freiheit\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/konformitaetsdruck-freiheit\/\">Konformit\u00e4tsdruck<\/a> ins Verschweigen?<br \/>\nWenn Naomi Seibt in ihrem Gedicht mehrfach &#8222;die Angst vor Ablehnung&#8220; anspricht &#8211; dr\u00fcckt sich damit die <a title=\"Angst\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/angst\/\">Angst<\/a> vor dem <a title=\"Silencing und Konformismus\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/silencing-und-konformismus\/\">Silencing<\/a> bzw. &#8222;<a title=\"Gesinnungsdiktatur\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/gesinnungsdiktatur\/\">Zum-Schweigen-bringen&#8220;<\/a> einer Meinung aus, die der &#8218;<a title=\"Political-Correctness\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/political-correctness\/\">Political Correctness&#8216;<\/a> widerspricht?<br \/>\nOder ist es die Angst davor, <a title=\"Gesinnungsethik\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/gesinnungsethik\/\">niemand mehr<\/a> zu finden, mit dem man \u00fcber das sprechen und diskutieren kann, was man sich ausgedacht hat? Was wiederum, glaubt man dem Kommunikationsforscher <a title=\"Konformismus\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/political-correctness\/konformismus\/\">Norbert Bolz<\/a>, bedenklich w\u00e4re: \u201cEs ist ein Irrtum, zu glauben, dass derjenige, dem man das Sprechen und Schreiben beschneidet, noch <a title=\"Freiheit\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/freiheit\/\">frei<\/a> denken k\u00f6nne.\u201d &#8211; im Sinne von <a title=\"Die Gedanken sind frei\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/die-gedanken-sind-frei\/\">&#8222;Die Gedanken sind frei&#8220;<\/a><br \/>\n25.5.2019<br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>MANCHMAL SCHWEIGE ICH<\/strong><br \/>\n<em>Manchmal schweige ich.<\/em><br \/>\n<em> Manchmal macht mir die Angst vor Ablehnung<\/em><br \/>\n<em> einen Strich<\/em><br \/>\n<em> durch die Rechnung<\/em><br \/>\n<em> und ich verleugne mich.<\/em><br \/>\n<em> .<\/em><br \/>\n<em> Manchmal will ich auch Augenbinden tragen,<\/em><br \/>\n<em> blind leeren Staatsversprechen hinterherjagen:<\/em><br \/>\n<em> \u201eWir lassen doch nur Fachkr\u00e4fte und Schutzsuchende rein.\u201c<\/em><br \/>\n<em> So ignorant wie die Menschenmassen will ich auch sein,<\/em><br \/>\n<em> anstatt den Schritt aus dem System zu wagen.<\/em><br \/>\n<em> Es ist unbequem, die Wahrheit zu sagen.<\/em><br \/>\n<em> .<\/em><br \/>\n<em> \u201eWahrheit\u201c ist doch sowieso nur subjektiv.<\/em><br \/>\n<em> Lieber folgen wir dem Narrativ.<\/em><br \/>\n<em> Warum den Kopf herhalten?<\/em><br \/>\n<em> Es hei\u00dft, dass wir blo\u00df die Gesellschaft spalten.<\/em><br \/>\n<em> Stattdessen f\u00fcgt man sich dem Kollektiv.<\/em><br \/>\n<em> Gehorsamkeit ist attraktiv.<\/em><br \/>\n<em> .<\/em><br \/>\n<em> Immer \u00f6fter schweige ich.<\/em><br \/>\n<em> Immer \u00f6fter macht mir die Angst vor Ablehnung<\/em><br \/>\n<em> einen Strich<\/em><br \/>\n<em> durch die Rechnung<\/em><br \/>\n<em> und ich verleugne mich.<\/em><br \/>\n<em> .<\/em><br \/>\n<em> Die Linken sehen f\u00fcr uns nach dem Rechten.<\/em><br \/>\n<em> Antifaschismus wollen sie verfechten.<\/em><br \/>\n<em> Zum Schutze der Verfassung<\/em><br \/>\n<em> unterzieht man diejenigen der Pr\u00fcfung,<\/em><br \/>\n<em> die uns mit l\u00e4stigen Fakten<\/em><br \/>\n<em> alternative Denkans\u00e4tze br\u00e4chten.<\/em><br \/>\n<em> .<\/em><br \/>\n<em> Sich dem zu widersetzen w\u00e4re Leichtsinn.<\/em><br \/>\n<em> Das Schwert des gro\u00dfen Staates sch\u00fctzt uns vor dem Machtgewinn<\/em><br \/>\n<em> der angeblichen Rechtsfaschisten.<\/em><br \/>\n<em> Zentralisierte Staatsgewalt kann niemand \u00fcberlisten.<\/em><br \/>\n<em> Souver\u00e4nit\u00e4tsverlust nehme ich wehrlos hin.<\/em><br \/>\n<em> Tausche Freiheit gegen Scheinordnung und Wahnsinn.<\/em><br \/>\n<em> .<\/em><br \/>\n<em> Meistens schweige ich.<\/em><br \/>\n<em> Meistens macht mir die Angst vor Ablehnung<\/em><br \/>\n<em> einen Strich<\/em><br \/>\n<em> durch die Rechnung<\/em><br \/>\n<em> und ich verleugne mich.<\/em><br \/>\n<em> .<\/em><br \/>\n<em> Gleichheit macht uns alle reicher.<\/em><br \/>\n<em> Hauptsache nur, ich bin noch gleicher!<\/em><br \/>\n<em> Es hei\u00dft \u201eDie Welt liegt IHR zu F\u00fc\u00dfen!\u201c<\/em><br \/>\n<em> Das Patriarchat soll f\u00fcr mich b\u00fc\u00dfen.<\/em><br \/>\n<em> Mein K\u00f6rper ist kein Kinderspeicher.<\/em><br \/>\n<em> Als Quotenp\u00fcppchen ist es leichter.<\/em><br \/>\n<em> .<\/em><br \/>\n<em> Erzieh mich, Gro\u00dfregierung!<\/em><br \/>\n<em> Anpassung sch\u00fctzt vor Degradierung.<\/em><br \/>\n<em> Im Strom treiben wir mit den toten Fischen.<\/em><br \/>\n<em> Im Schwarm kann uns kein Kritiker entwischen.<\/em><br \/>\n<em> Was soll ich denken? Formt mir meine Meinung!<\/em><br \/>\n<em> Der Opportunist in mir tritt artig in Erscheinung.<\/em><br \/>\n<em> .<\/em><br \/>\n<em> Stopp.<\/em><br \/>\n<em> Will ich das wirklich?<\/em><br \/>\n<em> Seit wann bin ich scheinheilig?<\/em><br \/>\n<em> War ich nicht einst mutig?<\/em><br \/>\n<em> .<\/em><br \/>\n<em> Der Demonstrant wird Instrument seiner Regierung.<\/em><br \/>\n<em> Der Totalitarismus tarnt sich als Globalisierung.<\/em><br \/>\n<em> Diversit\u00e4t verschwimmt zur Grauschattierung.<\/em><br \/>\n<em> .<\/em><br \/>\n<em> Manchmal schweige ich.<\/em><br \/>\n<em> Manchmal macht mir die Angst vor Ablehnung<\/em><br \/>\n<em> einen Strich<\/em><br \/>\n<em> durch die Rechnung<\/em><br \/>\n<em> und ich verleugne mich.<\/em><br \/>\n<em> .<\/em><br \/>\n<em> Aber wenn ich nicht aus der Schweigespirale aussteige,<\/em><br \/>\n<em> dann tut es keiner.<\/em><br \/>\n<em> .<\/em><br \/>\n<em> Aus reiner Feigheit<\/em><br \/>\n<em> ziehen wir uns zur\u00fcck in Unm\u00fcndigkeit.<\/em><br \/>\n<em> Es reicht, wenn Einer<\/em><br \/>\n<em> seinen Mut und Zuversicht befreit<\/em><br \/>\n<em> und spricht.<\/em><br \/>\nNaomi Seibt<br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Naomi Seibt zu dem Hintergrund ihres Gedichts \u201eManchmal schweige ich\u201c<\/strong><br \/>\n\u201eIm M\u00e4rz 2019 wurde ich aufmerksam auf den Gedichtwettbewerb zum Thema \u201eMutige M\u00e4dchen\u201c im politischen Kontext. Der Titel allein weckt vermutlich erst einmal Assoziationen zum postmodernen Feminismus, wie er gerade weltweit praktiziert wird. Aber es fordert keinen Mut, einer Mainstream-Ideologie anzugeh\u00f6ren. Es fordert keinen Mut, sich gegen Scheinungerechtigkeiten wie \u201etoxische Maskulinit\u00e4t\u201c aufzulehnen. Es w\u00e4re auch nicht mutig von mir, Frauenquoten zu verlangen oder gar das Recht, ein Baby abzutreiben, f\u00fcr dessen Zeugung niemand weniger kann, als das unschuldige Lebewesen selbst.<br \/>\nFeminismus entzieht Frauen ihre Selbstverantwortung und Integrit\u00e4t. Ich will kein Teil dessen sein und ich will nicht die wahren Missst\u00e4nde im System verschweigen, nur, um von meinen Geschlechtsgenossinnen beklatscht zu werden.<br \/>\nMit diesem Gedicht m\u00f6chte ich auch euch dazu ermutigen, euer Schweigen zu brechen, wenn ihr das Gef\u00fchl habt, dass ihr nicht mehr l\u00e4nger guten Gewissens mit dem Strom schwimmen k\u00f6nnt. Nur durch Aufkl\u00e4rung werden wir am Ende genug Menschen die Augen \u00f6ffnen und aus dem verseuchten Fluss ausbrechen k\u00f6nnen.\u201c<br \/>\n24.5.2019<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut<\/strong><br \/>\nPerikles, der Herrscher von Athen, hat vor 2.400 Jahren bereits richtig erkannt: &#8222;Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut!&#8220; Diesen Mut kann man nicht verordnen &#8211; er mu\u00df aus uns selbst erwachsen! Gro\u00dfartig, Naomi Seibt! (Y)<br \/>\nVor 20 Jahren sangen meine Freunde und ich vor einem der Mainstream-Medien-Sendeh\u00e4user:<br \/>\n&#8222;Den Mut stolz frei zu sein<br \/>\nDen findet man selten<br \/>\nDie Kraft kommt ganz allein<br \/>\nAus inneren Welten.<br \/>\nDie M\u00e4cht\u00b4gen dort drau\u00dfen<br \/>\nim \u00c4ther nur hausen.<br \/>\nEs bleibet dabei:<br \/>\nDie Gedanken sind frei!&#8220;<br \/>\n24.5.2019, R.R., PPO<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Wer in der Demokratie schl\u00e4ft, wacht in einer Diktatur auf.<\/strong><br \/>\nBequemlichkeit und Feigheit sind die Gr\u00fcnde, die eine freie Gesellschaft zerst\u00f6ren. Nur durch Bequemlichkeit und Feigheit k\u00f6nnen sich immer wieder totalit\u00e4re Regime etablieren. &#8222;Wer in der Demokratie schl\u00e4ft, wacht in einer Diktatur auf.&#8220; in Gedicht, das es auf den Punkt bringt. Sehr gut. Mit Recht gewonnen.<br \/>\n\u201eMan muss das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird, und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse. In Zeitungen und Enzyklop\u00e4dien, auf Schulen und Universit\u00e4ten, \u00fcberall ist der Irrtum obenauf, und es ist ihm wohl und behaglich, im Gef\u00fchl der Majorit\u00e4t, die auf seiner Seite ist.\u201c Johann Wolfgang v. Goethe)<br \/>\n24.5.2019, B.P., PPO<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit erst 16 Jahren schrieb Naomi Seibt ihr nunmehr preisgekr\u00f6ntes Gedicht &#8222;Manchmal schweige ich&#8220;. Es stimmt\u00a0 nachdenklich und wirft Fragen auf. Ist in unserer gespaltenen Gesellschaft auch die Jugend zwiesp\u00e4ltig? 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