{"id":70082,"date":"2019-01-08T14:12:22","date_gmt":"2019-01-08T13:12:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=70082"},"modified":"2025-06-15T15:22:18","modified_gmt":"2025-06-15T13:22:18","slug":"fremd-im-eigenen-land","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/fremd-im-eigenen-land\/","title":{"rendered":"Fremd im eigenen Land"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Zum ersten Mal f\u00fchle ich mich <a title=\"Deutschland-kaputt\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/deutschland-kaputt\/\">fremd<\/a> in diesem <a title=\"Deutsche-Kultur\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/deutsche-kultur\/\">Land<\/a>, das auch <a title=\"Identitaet\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/identitaet\/\">mein<\/a> <a title=\"Islam-Deutschland\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/islam\/islam-deutschland\/\">Land<\/a> ist. Nicht wegen der Spinner, die den Arm zum <a title=\"Nazi\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/juden\/nazi\/\">Hitlergru\u00df<\/a> heben. Diese darf man keinesfalls negieren oder untersch\u00e4tzen, aber auch nicht so<a title=\"Nazi-Keule Islamophobie-Keule\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/nazi-keule-islamophobie-keule\/\"> hypertrophieren<\/a> lassen, dass sie uns alle als Riesen erscheinen.<br \/>\n<!--more-->Nein, es ist diese <a title=\"Deutschland-verrecke\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/deutschland-verrecke\/\">Politikerkaste<\/a> und diese unsere <a title=\"Eliten\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/eliten\/\">Elite<\/a> aus <a title=\"Eliten versagen in Deutschland\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/eliten-versagen-in-deutschland\/\">Kunst<\/a> und <a title=\"Medienvielfalt\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/medienvielfalt\/\">Medienwelt<\/a>,<br \/>\nflankiert von <a title=\"Gesinnungsdiktatur\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/gesinnungsdiktatur\/\">gesinnungstreuen<\/a> Wissenschaftlern, die ihre <a title=\"Gesinnungsethik\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/gesinnungsethik\/\">Segel<\/a> in den g\u00fcnstigen Wind setzen, deren <a title=\"Kampf-gegen-Rechts\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/kampf-gegen-rechts\/\">Kampf gegen Rechts<\/a> (wohlgemerkt gegen \u201e<a title=\"Rechts\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/rechts\/\">Rechts<\/a>\u201c und nicht gegen <a title=\"Extremismus \u2013 links und rechts\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/extremismus-links-und-rechts\/\">Rechtsextremismus<\/a>) mich befremdet.&#8220;<br \/>\nMit diesen Worten beendet Damir del Monte die Beschreibung seiner bislang 47 Jahre in <a title=\"Deutschland\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/\">Deutschland<\/a>, in &#8222;seinem&#8220; Land &#8211; hierzulande <a title=\"Integration\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/integration\/\">integriert<\/a>, <a title=\"Assimilation\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/integration\/assimilation\/\">assimiliert<\/a> und <a title=\"Migrationshintergrund\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/migration\/migrationshintergrund\/\">arriviert<\/a>, aber zutiefst <a title=\"Trauer\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/psyche\/trauer\/\">traurig<\/a> (1). Traurig dar\u00fcber, dass er sich so <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/heimat\/fremdheit\/\">fremd<\/a> im eigenen Land f\u00fchlt.<br \/>\n8.1.2019<br \/>\n.<br \/>\nEnde von Beitrag &#8222;Fremd im eigenen Land&#8220;<br \/>\n=========================================================<br \/>\nBeginn von Anlagen (1) &#8211;<br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>(1) Fremd im eigenen Land &#8211; nach 47 Jahren<\/strong><br \/>\n<strong>oder: Unter der Regenbogenfahne der entgrenzten Toleranz<\/strong><br \/>\nVon Damir del Monte<\/p>\n<p>Seit mehreren Jahren nehme ich \u2013 teils entsetzt, teils zornig \u2013 eine Art Apoptose, eine Selbstaufl\u00f6sung einer ganzen Berufssparte in Deutschland wahr: der <a title=\"Journalismus\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/journalismus\/\">Journalistenzunft<\/a>. Nicht in physischer Hinsicht, denn an Pr\u00e4senz, die \u2013 einem hypomanischen Zustand gleich \u2013 kaum f\u00e4hig zur Selbstreflexion oder gar -kritik, erhaben und belehrend daherkommt, fehlt es wahrlich nicht. Sloterdijks Analyse best\u00e4tigend, demonstrieren die Medienschaffenden t\u00e4glich aufs Neue die von ihm attestierte <em>\u201ez\u00fcgellose Parteinahme\u201c<\/em>. Diese Parteinahme, diese frei gew\u00e4hlte Verdunkelung weiter Teile des eigenen Gesichtsfeldes, erfolgt mitnichten aus Angst vor den Repressalien dunkler Regierungsm\u00e4chte. Nein, es ist die Gesinnung, die Teile der Wirklichkeit ins Dunkel h\u00fcllt.<br \/>\nEs ist diese vermeintlich edle und moralisch hochstehende Haltung, in der man sich mit den politischen Eliten verbunden wei\u00df. Die Preisgabe der Distanz, ein S\u00fcndenfall journalistischen Wirkens, verliert \u2013 als moralische Verpflichtung verkl\u00e4rt \u2013 jeglichen Schrecken. Dieser Schrecken wird stattdessen auf das Wirken all jener projiziert, die der eigenen <a title=\"Haltungsjournalismus\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/journalismus\/haltungsjournalismus\/\">Wirklichkeitsdeutung<\/a> zu widersprechen wagen.<br \/>\nDiskreditierung statt Auseinandersetzung,<br \/>\nVerzerrung durch Selektion statt tiefgehender ergebnisoffener Analyse,<br \/>\npers\u00f6nliche Wertung statt Ringen um Objektivit\u00e4t,<br \/>\n<a title=\"Nudging\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/nudging\/\">Erziehung<\/a> statt Informationsvermittlung.<br \/>\nDas Informations-\u201eSystem\u201c bedarf keiner lenkenden, die Gleichschaltung anstrebenden Instanz. Entscheidend f\u00fcr die Richtung, in das sich ein System bewegt, sind die gesetzten Parameter. Die Preisgabe journalistischer Tugenden erfolgt somit nicht durch bewusste L\u00fcge (was eine solche nat\u00fcrlich nicht ausschlie\u00dft), sondern subtiler durch die kollektive Setzung der immer gleichen und nicht zu hinterfragenden Parameter. Ob die \u201eTatsache\u201c, dass 40 \u00b5g\/m\u00b3 NO2 gesundheitssch\u00e4dlich seien, die \u201eFeststellung\u201c, dass Grenzen sich prinzipiell nicht sch\u00fctzen lie\u00dfen oder die \u201eVerk\u00fcndung\u201c, dass der Islam zu Deutschland geh\u00f6re; Pr\u00e4missen werden gesetzt, Fixpunkte des Denkens festgelegt.<\/p>\n<p><strong>Blick zur\u00fcck auf 47 Jahre Deutschlanderfahrung<\/strong><br \/>\nDoch nat\u00fcrlich sehe ich auch die r\u00fchmlichen Ausnahmen: die wenigen um Objektivit\u00e4t Bem\u00fchten innerhalb der sogenannten Mainstream-Presse. Ich selbst habe nichts Neues zu berichten. Nichts, das kluge und des Schreibens m\u00e4chtigere Menschen nicht schon l\u00e4ngst formuliert h\u00e4tten.<br \/>\nEin Aspekt mag diese nun folgenden Zeilen vielleicht dennoch rechtfertigen, weil er den Beschreibungen eine, wenn auch wenig spektakul\u00e4re, so doch individuelle Note verleiht: die einfache Tatsache n\u00e4mlich, dass ich dabei war. In den 1970er Jahren als Gastarbeiterkind in diesem Lande gro\u00df geworden, durchlief ich viele Stationen, \u00fcber die sich heute Experten und unverdient in den Expertenstand Erhobene auslassen. Und je mehr ich \u00fcber diese Zeit und damit \u00fcber dieses Land zu h\u00f6ren bekomme, desto schriller erklingen die Dissonanzen in meinem Kopf, der die dargebotenen Narrative immer weniger mit den eigenen Erinnerungen in Einklang zu bringen vermag. So wandert mein Blick zur\u00fcck auf 47 Jahre Deutschlanderfahrung. Die Analyse des kritischen Betrachters wird bewusst um die subjektiven Erfahrungen und Bewertungen eines \u201eSchon-etwas-l\u00e4nger-hier-Lebenden\u201c erg\u00e4nzt.<br \/>\nGeboren wurde ich Mitte der 1960er Jahre an der sch\u00f6nen dalmatinischen K\u00fcste in einem Land, das es nicht mehr gibt. 1971 zogen meine Eltern mit mir \u2013 wenn auch ohne mein Einverst\u00e4ndnis \u2013 nach Deutschland. Wie so viele waren auch sie davon \u00fcberzeugt, dass sie bald wieder nach Hause zur\u00fcckkehren k\u00f6nnten. Wie so viele, irrten sie sich.<br \/>\nEs waren die 70er und 80er Jahre. Auf politischer Ebene hofften viele, das Gros der Gastarbeiter w\u00fcrde fr\u00fcher oder sp\u00e4ter den Weg in Richtung Heimat antreten. Ein Einwanderungsland wollte man nicht wirklich sein. Insbesondere diejenigen, die heute \u2013 in der Regierungsverantwortung stehend \u2013 die Tore f\u00fcr nahezu Jedermann zu \u00f6ffnen bereit sind, bek\u00e4mpften jahrzehntelang alle Bestrebungen, ein modernes Einwanderungsgesetz zu etablieren. Staatliches Bem\u00fchen und eine Gesetzesnovelle nach der anderen wollten sich einfach zu keiner koh\u00e4renten Handlungslinie f\u00fcgen. Bis heute nicht.<br \/>\nAn vielen Stellen \u00fcberlie\u00df man es dann auch den ausl\u00e4ndischen Communities selbst, sich zu organisieren. F\u00fcr die meisten von ihnen stellte dies auch kein un\u00fcberwindliches Problem dar. Denn zum einen bef\u00f6rderte die Tatsache, einziges Gastarbeiter-Kind in einer Schulklasse zu sein, sowohl die Kontaktaufnahme und somit nat\u00fcrlich auch den Spracherwerb, zum anderen erlaubte die eigene kulturelle Pr\u00e4gung, viele Andockstellen zum Werte- und Normengef\u00fcge der Mehrheitsgesellschaft auszumachen, ohne eigene Identit\u00e4tsimplosionen zu riskieren.<\/p>\n<p><strong>Deutsche sehr wohl korrekt und sehr hilfsbereit<\/strong><br \/>\n<em>Die Vorstellung, Integration sei in erster Linie eine von der aufnehmenden Gesellschaft zu erbringende Leistung, herrschte damals noch nicht vor.<\/em> Es bedurfte auf Seiten der Migranten sehr wohl des Wunsches und Bestrebens, Teil der aufnehmenden Gemeinschaft werden zu wollen, was nat\u00fcrlich beinhaltete, Sprache und elementare Normen des Lebensvollzugs anzuerkennen und teilen zu wollen.<br \/>\n<em>Dass eine erfolgreiche Integration ohne Assimilation ablaufen k\u00f6nnte, stellt eine von vielen Fehleinsch\u00e4tzungen des aktuellen Zeitgeistes dar.<\/em> Dass Assimilation wiederum nicht mit Selbstaufgabe gleichzusetzen ist, beweisen Millionen hier wirklich heimisch gewordener Menschen jeglicher Couleur, die das Eingehen in diese Gesellschaft nicht als Identit\u00e4tsbedrohung, sondern als Bereicherung verstehen. Denn weit entfernt von irgend einem politischen Kalk\u00fcl zeigte sich der gemeine Deutsche meiner Kindheit \u2013 wenn auch manchmal ohne \u00fcberbordende Herzlichkeit \u2013 so doch sehr wohl korrekt und sehr hilfsbereit.<br \/>\nEine Anpassung wollte sich jedoch nicht bei allen Migrantengruppen einstellen. Schon sehr fr\u00fch waren es insbesondere Teile der <a title=\"Islam\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/islam\/\">islamisch gepr\u00e4gten Gemeinschaften<\/a>, die aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden M\u00fche hatten, Zugang zu dieser Mehrheitsgesellschaft zu finden. Mitnichten speisten sich diese Gr\u00fcnde allein aus der Abwehrreaktion der Mehrheitsgesellschaft. Dass es diese auch gab, soll hier keinesfalls verschwiegen werden, doch w\u00e4re es unredlich, hier eine Einbahnstra\u00dfe zu postulieren.<br \/>\nVor nahezu 30 Jahren finanzierte ich mein Studium durch eine Dozentent\u00e4tigkeit beim DGB. Immer wieder baten uns junge t\u00fcrkischst\u00e4mmige Frauen, die unsere Kurse besuchten, um Hilfe. Eine ihnen aufgezwungene Ehe vor Augen, erhofften sie sich Hilfe von uns Lehrenden und von den Institutionen, die sie besuchten. Diese zeigten sich unwillig oder unf\u00e4hig, diesen Frauen, deren Zahl in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich stieg, wirklich zu helfen. Bis heute hat sich daran nichts ge\u00e4ndert. Bis heute werden die zwischen freiem Lebensentwurf, famili\u00e4rer Loyalit\u00e4t und einer Bestrafungsandrohung hin und hergerissenen jungen Frauen alleine gelassen.<br \/>\nNat\u00fcrlich galt das Beschriebene nicht f\u00fcr alle muslimischen Einwanderer. Es waren viele \u2013 von einer kemalistisch-s\u00e4kularen Gesellschaft gepr\u00e4gten \u2013 T\u00fcrken, gebildete und feinsinnige Iraner oder der europ\u00e4ischen Lebensart offen gegen\u00fcberstehende Araber, die den Weg nach Deutschland bewusst gew\u00e4hlt hatten und hier weit mehr als lediglich eine geografische Heimat fanden.<\/p>\n<p><strong>Im Windschatten einer Multikulti-Doktrin<\/strong><br \/>\nViele meiner Freunde geh\u00f6rten und geh\u00f6ren diesen Gruppierungen an. Genau diese Menschen, weil aus einem islamisch gepr\u00e4gten Land stammend, mit dem Islam zu assoziieren oder gar die heute so notwendige Islamkritik als einen Angriff gegen diese vertrauten Freunde und Kollegen misszudeuten, geh\u00f6rt zu den vielen verh\u00e4ngnisvollen Kurzschl\u00fcssen derjenigen, die glauben, jegliche Gesellschafts- und Glaubensrichtung im Namen der Toleranz verteidigen zu m\u00fcssen.<br \/>\nIm Windschatten einer um sich greifenden Multikulti-Doktrin wurde der Anteil derjenigen stetig gr\u00f6\u00dfer, die die ihnen gew\u00e4hrte Freiheit dahingehend interpretierten, die kulturell verinnerlichten oder h\u00e4ufig erst wiederentdeckten Normen ihrer Herkunfts- bzw. Abstammungsl\u00e4nder hier konsequent und folgenlos etablieren zu k\u00f6nnen. Dass sich dort, wo islamisch gepr\u00e4gte Gemeinschaften eine gewisse Gr\u00f6\u00dfe erreichen, regelhaft eine Monokultur ausbildet, st\u00f6rt die Multikulti-Apologeten nicht. Zumal der Verweis auf religi\u00f6s-kulturelle Besonderheiten, sprich auf ihre spezifische Identit\u00e4t, allen Gruppierungen zugestanden wird, mit Ausnahme der autochthonen Bev\u00f6lkerung selbst.<br \/>\nDie von der deutschen Gesellschaft lange Zeit nicht wirklich zur Kenntnis genommene Revitalisierung eines sehr konservativen, vielfach radikalen Islams in der gesamten islamischen Welt seit den 1970er Jahren ver\u00e4nderte auch die Haltung und das Selbstverst\u00e4ndnis vieler in Deutschland lebender Muslime. Diese Ver\u00e4nderungen sp\u00fcrten wir, die wir t\u00fcrkische und arabische Bekannte und Freunde hatten, schon in den 80er Jahren auf zum Teil frappierende Weise.<br \/>\nNach meinem fr\u00fchen Schulabgang absolvierte ich eine Ausbildung in einem gastronomischen Lehrbetrieb. Meine Ausbilder \u2013 selbst allesamt in Frankreich ausgebildet \u2013 stammten aus Tunesien. Das Restaurant war deshalb ein beliebter Treffpunkt f\u00fcr M\u00e4nner aus der arabischen Welt. Manche unter ihnen lernte ich als moderne und s\u00e4kular eingestellte Menschen kennen. Doch gab es auch sehr wohl die andere Seite: Sehr strenge Gl\u00e4ubigkeit, eine tiefe Ablehnung des \u201ewestlichen\u201c Lebensstils und ein offen formulierter und aggressiver Antisemitismus. Ein \u00e4gyptischer Gast unterbrach eine Diskussion mit mir, nachdem ich meine atheistische \u00dcberzeugung artikuliert hatte, mit den Worten, ich sei als Ungl\u00e4ubiger eh des Todes. Ich spreche hier von den 80er Jahren in Deutschland.<\/p>\n<p><strong>Gewalt war Teil dieser Lebenswelt<\/strong><br \/>\nIn eben diesen 70er und 80er Jahren in einer problembeladenen Stadt in Norddeutschland aufgewachsen, bewegte ich mich insgesamt viel zwischen \u201eJugos\u201c, zu denen auch ich z\u00e4hlte, zwischen Russen, Roma, T\u00fcrken, Kurden und Arabern.<br \/>\nGewalt war Teil dieser Lebenswelt. Physische Pr\u00e4senz und Kampfbereitschaft waren Pflicht, wenn man nicht untergehen oder einfach nur in Ruhe gelassen werden wollte. Eine intensive Kampfsportausbildung war mein Weg, damit umzugehen. An den z.T. brutalen Auseinandersetzungen waren Deutsche in der Angreifer- oder T\u00e4terrolle insgesamt unterrepr\u00e4sentiert. Macht besa\u00df, wer einem gro\u00dfen \u2013 und zu einem brutalen Vorgehen bereiten \u2013 Kollektiv angeh\u00f6rte.<br \/>\nEs ist hinl\u00e4nglich bekannt, in welchen Kulturen der Tribalismus eine immer noch bedeutende bzw. wieder erstarkte Rolle spielt. Es erscheint mehr als befremdlich, wenn Politik und Medien 30 Jahre sp\u00e4ter archaische Strukturen, ja ganze Clan-Gesellschaften in Deutschland entdecken. \u00dcber Jahrzehnte v\u00f6llig ignoriert, kleingeredet oder gar als Folklore abgetan. Ausma\u00df und Gewaltpotenzial dieser Gruppierungen sind bis heute nicht wirklich im Wahrnehmungsfeld der Normalb\u00fcrger angekommen.<br \/>\nDas Erfassen der Welt speist sich aus dem eigenen Erfahrungsraum. Entgegen der verkl\u00e4renden Selbstzuschreibung vieler 68er \u201eRevolution\u00e4re\u201c, die es mit einem vermeintlich brutalen Polizeistaat aufzunehmen hatten, offenbart ein n\u00fcchterner Blick zur\u00fcck eher ein Leben in Freiheit und Wohlstand und fern von physisch-existenzieller Bedrohung. Auf diese Art gro\u00df gewordene Generationen autochthoner Deutscher zeigen sich heute vielfach unf\u00e4hig, wahrzunehmen, was seit Jahrzehnten inmitten ihrer Gemeinschaft erwachsen ist: eine zwar heterogene, aber sehr wohl islamisch gepr\u00e4gte \u201eGegen\u201c-Gesellschaft.<br \/>\nDer h\u00e4ufig verwendete Begriff der \u201eParallel\u201c-Gesellschaft erfasst dieses Ph\u00e4nomen nur unzureichend, verschleiert er doch die tief verankerte Ablehnung und das Ausma\u00df der Verachtung, die die Protagonisten dieses gesellschaftlichen Gegenentwurfes der Mehrheitsgesellschaft entgegenbringen. Dabei stellt sich ihr Erscheinungsbild sehr vielgestaltig dar.<br \/>\nOb als konservative Imame, als rhetorisch versierte DITIB-Vertreter oder als kriminelle Clan-Mitglieder, alle finden sich, wenngleich von unterschiedlichen Motiven angetrieben, so doch unter der einen Fahne des Islam vereint und alle arbeiten \u2013 mit recht gro\u00dfem Erfolg \u2013 einer Integration der muslimischen Community entgegen. Die Erstgenannten tun dies sogar mit enthusiastischer Unterst\u00fctzung der deutschen Politik. Letztgenannte erfahren zumindest eine indirekte Unterst\u00fctzung durch einen insuffizienten Politik- und Justizapparat, der ihre krakenhafte Ausbreitung seit nunmehr 30 Jahren p\u00e4dagogisch wertvoll begleitet.<\/p>\n<p><strong>Nie behindert, oft gef\u00f6rdert<\/strong><br \/>\nDoch noch einmal zur\u00fcck: Es sind die Anf\u00e4nge der 90er Jahre. \u00dcber den zweiten Bildungsweg besuchte ich \u2013 nach vielen Um- und Irrwegen \u2013 eine Universit\u00e4t (wonach es bei mir als 16-J\u00e4hrigem wahrlich nicht aussah), da entz\u00fcndete sich ein B\u00fcrgerkrieg in meinem Geburtsland, das damals noch Jugoslawien genannt wurde. Die Ohnmacht des passiven Beobachters vermeidend, begab ich mich mehrfach in das mir vertraute Land, das nun zu einem Kriegsgebiet mutiert war.<br \/>\nSo nah mir eine patriotische Gesinnung war, so fern war mir jegliche Ausgestaltung eines extremen Nationalismus. Ich entschied, obgleich sicher kein Pazifist, den Kampf auf meine Art zu f\u00fchren: durch das Organisieren und Begleiten von Hilfstransporten in die Krisengebiete. Das war wenig heroisch, aber der Weg, auf dem ich mir treu bleiben konnte. F\u00fcr die radikalen Nationalisten war ich ein \u201efeiger Intellektueller\u201c. F\u00fcr die meisten meiner deutschen \u201elinken\u201c Kommilitonen war ich zu patriotisch und zu martialisch. Beide Sichtweisen waren und blieben mir fremd. Bis heute.<br \/>\nZur\u00fcck in der deutschen Normalit\u00e4t, wurde ich \u2013 wiederum nach einigen l\u00e4ngeren Um- und Irrwegen \u2013 Wissenschaftler (u.a. Psychotraumaforscher). Vielleicht auch eine Art der Kompensation.<br \/>\nIch war es von klein auf gewohnt, H\u00fcrden nehmen zu m\u00fcssen, die gr\u00f6\u00dfer waren als ich. Dass mir dies \u2013 mal mehr, mal weniger gut \u2013 aber doch immer wieder gelang, hat sicher vielf\u00e4ltige Gr\u00fcnde. Einige seien hier hervorgehoben: Weil ich in Vielem gescheiterte, aber doch liebende Eltern hatte. Weil sie f\u00fcr ihre Emigration mit Deutschland ein Land gew\u00e4hlt hatten, dass uns aufnahm und insbesondere mir die Chance gew\u00e4hrte, bei allen widrigen Umst\u00e4nden meinen Weg zu gehen. Nie behindert, oft gef\u00f6rdert. Weil ich in diesem Land immer wieder auf wertvolle Menschen stie\u00df: Menschen, die zu meinen Freunden wurden, vielfach auch die Eltern dieser Freunde, die mich als Kind f\u00fcr Monate bei sich aufnahmen, viele wundervolle Sporttrainer, Lehrer und Lehrerinnen und sp\u00e4ter Professoren an den Universit\u00e4ten und Kliniken, die mich wahrnahmen und unterst\u00fctzten.<br \/>\nKein einziges Mal, dass mir der Einlass verwehrt worden w\u00e4re, egal, vor welcher T\u00fcr ich stand. <em><strong>Dem abwehrenden, dem ausgrenzenden, dem benachteiligenden, dem b\u00f6sen Deutschland bin ich nicht begegnet.<\/strong> <\/em>Und ich wundere mich jeden Tag aufs Neue, wie viele davon zu berichten wissen. Und ich staune jeden Tag aufs Neue, welche Ma\u00dfst\u00e4be f\u00fcr die Beurteilung dieses Landes und der hiesigen Menschen herangezogen werden \u2013 h\u00e4ufig gerade von denjenigen, in deren Herkunftsl\u00e4ndern sich nicht ein Bruchteil dessen verwirklicht findet, was hier wie selbstverst\u00e4ndlich eingefordert wird. Nat\u00fcrlich ist meine Beschreibung holzschnittartig und grob. Das ist der hier m\u00f6gliche Rahmen. Doch auch bei differenzierter Analyse bliebe die Kernaussage bestehen.<\/p>\n<p><strong>Entsetzt, welches Zerrbild von diesem Deutschland gezeichnet wird<\/strong><br \/>\nDiesen Blick auf Deutschland teile ich nicht zuletzt mit der wundervollen, intelligenten und starken Frau an meiner Seite. Mit 9 Jahren aus Spanien nach Deutschland gekommen, somit ein \u201eGastarbeiter-Kind\u201c wie ich, durchschritt sie viele Stationen, die den meinen \u00e4hnelten. Unsere schmerzhaftesten Erfahrungen machten wir nicht in diesem Land, machten wir nicht mit Deutschen. Unsere jeweilige Berufswahl und die damit verbundenen Themen, die uns begleiten, sind nicht zuletzt diesen unseren Erfahrungen geschuldet. Meine Frau wurde als P\u00e4dagogin Expertin f\u00fcr Fr\u00fcherziehung und Kinderschutz. Ich wurde Trauma- und Depressionsforscher.<br \/>\n.<br \/>\nWarum wir heute traurig und zugleich zornig sind?<br \/>\nWeil wir, die wir uns mit diesem Deutschland verbunden f\u00fchlen, entsetzt dar\u00fcber sind, welches Zerrbild von eben diesem Land gezeichnet wird. Ja, wir haben \u2013 insbesondere in unserer Jugend \u2013 sowohl Gewalt, wie auch Rassismus und Nationalismus vielfach und auch in Deutschland erlebt. Doch selten durch Deutsche. Es waren in erster Linie Migranten wie wir, die sich hier besonders hervortaten. Im Falle der t\u00fcrkisch- und arabischst\u00e4mmigen Communities gar mit jeder neuen Generation in steigendem Ma\u00dfe.<br \/>\nErfasst von der neo-islamischen Welle, die auch nach Deutschland schwappte, ist das \u201eMuslimische\u201c zu einem immer bedeutenderen Element der eigenen Identit\u00e4tsbildung geworden. Die positive emotionale Aufladung wurde und wird durch eine Selbstattributierung gespeist, die sich als stolz, mutig, stark, ehrbar, erhaben und dem einzig wahren Gott zugewandt betrachtet.<br \/>\nInsbesondere die m\u00e4nnliche Psyche bietet dankbar Resonanzr\u00e4ume f\u00fcr so viel Selbst\u00fcberh\u00f6hung, wohl wissend, dass Allah insbesondere den Mann in sein Herz geschlossen hat. Dieser Zustand verlangt nach keiner empirischen Analyse, nach keiner Reflexion. Die gef\u00fchlte Koh\u00e4renz tr\u00e4gt und kompensiert die real bestehenden Widerspr\u00fcche. Wo die Widerspr\u00fcche doch zu m\u00e4chtig werden, greift das Opfer-Narrativ. Die Schuldigen, die T\u00e4ter: der militante Westen, die Juden, die Ungl\u00e4ubigen im Allgemeinen oder die deutschen Rassisten im Besonderen.<\/p>\n<p><strong>Nicht nur das \u201eB\u00f6se\u201c kennt Entgrenzung<\/strong><br \/>\nIst eine <a title=\"Islam-Deutschland\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/islam\/islam-deutschland\/\">muslimische Community<\/a> gro\u00df genug, so nimmt diese stark emotionalisierte, identit\u00e4tsstiftende Selbstzuschreibung ihren Lauf und formt das Selbst- und Weltbild der Nachwachsenden, v\u00f6llig unabh\u00e4ngig davon, wie sich die Mehrheitsgesellschaft verh\u00e4lt. Und w\u00e4hrend diese deutsche Mehrheitsgesellschaft auf Gleichheit pocht, ist die Betonung der Differenz konstituierend f\u00fcr das muslimische Einheitsempfinden. Ein Widerspruch, den Viele einfach nicht sehen wollen. Die angenommene Korrelation zwischen Integrationsangeboten und immer neuen Zugest\u00e4ndnissen seitens der aufnehmenden Gesellschaft und der G\u00fcte der Integrationsprozesse verkennt die Wirkm\u00e4chtigkeit identit\u00e4tsstiftender Ma\u00dfnahmen in ideologisch geschlossenen Systemen.<br \/>\nDieser Prozess wird nicht zuletzt durch die emotional wenig ansprechenden Identit\u00e4tsangebote einer aufnehmenden Gesellschaft befeuert, die nicht wei\u00df, wof\u00fcr sie eigentlich steht. Denn auf eine verh\u00e4ngnisvolle Weise komplement\u00e4r zu dieser neo-islamischen (und neo-nationalistischen) Entwicklung zeigt der Ausschlag der deutschen Geistesverfasstheit in die genau entgegengesetzte Richtung. Diese Ausrichtung teilt Deutschland mit weiten Teilen der westlichen Welt. Das historische Erbe Deutschlands beg\u00fcnstigte jedoch eine besondere Auspr\u00e4gung dieser Geisteshaltung.<br \/>\nDas dritte Reich als ewiges Menetekel vor Augen, etablierten sich Positionen wie Toleranz gegen\u00fcber allem und jedem, eine N\u00e4he zum Pazifismus und ein moralischer Universalismus im politisch-medialen Normengef\u00fcge. Die historisch so bedeutsame, notwendige und wertvolle Auseinandersetzung mit Faschismus und Kolonialismus nach dem zweiten Weltkrieg \u2013 insbesondere seit den 60er Jahren \u2013 verlor jede Balance und kippte schlie\u00dflich selbst in die ideologischen Extreme. Nicht nur das \u201eB\u00f6se\u201c kennt Entgrenzung.<br \/>\nDoch diese Extreme erscheinen uns nicht mehr als solche. Im Laufe der Jahrzehnte diffundierten die \u2013 zum gro\u00dfen Teil mit dem 68er Label versehenen \u2013 neuen Glaubenss\u00e4tze in alle gesellschaftlichen Nischen und wurden so Teil dessen, was wir als Normalit\u00e4t erfahren und aus eben diesem Grunde auch nicht mehr zu hinterfragen suchen. Welchem Fisch wird schon das Wasser gewahr, das ihn tr\u00e4gt?<br \/>\nIm Gefolge dieser Entwicklung verloren zwei Generationen die F\u00e4higkeit, sich im Kontext identit\u00e4tsstiftender sozialer Prozesse mit den Themen Verantwortung, Schuld, Zugeh\u00f6rigkeit, Selbstbehauptung, Wehrhaftigkeit, sowie M\u00e4nnlichkeit und Weiblichkeit auf eine ausgewogene, das hei\u00dft realistische und psychologisch reife Art und Weise auseinanderzusetzen.<\/p>\n<p><strong>Die Schuld transzendierte ins Unerreichbare, ewig G\u00fcltige<\/strong><br \/>\nDas in Gang gesetzte Pendel schlug weit aus. Zu gro\u00df die Versuchung, in der Selbstverleumdung und Hypermoral die historische Heilung erfahren zu wollen. Die <a title=\"Schuld\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/schuld\/\">Schuld<\/a> transzendierte ins Unerreichbare, ewig G\u00fcltige. Schuldig sein wurde so nicht nur zum ewigen Schicksal Europas und insbesondere der Deutschen, es wurde \u2013 auf eine merkw\u00fcrdig elit\u00e4re Art \u2013 regelrecht \u201echic\u201c. Makel als Qualit\u00e4tsmerkmal. Umso dankbarer bespielen viele Migranten die vom neurotischen Restpotenzial der deutschen Eliten dargebotene Projektionsfl\u00e4che. \u00dcberall gedeiht das Leiden der \u2013 in erster Linie muslimischen \u2013 Migranten ob der deutschen rassistischen Umtriebe. Vor allem, wenn ARD, ZDF oder der Spiegel die Blickrichtung bestimmen.<br \/>\nDa das eigene B\u00f6se im psychischen Apparat nach einem komplement\u00e4ren Gegen\u00fcber verlangt, wird \u201edas Fremde\u201c als reines Opfer gedacht. Armut und Elend, gerade der arabischen und afrikanischen und in weiten Teilen islamischen Welt, wird als dezidiert westlich verursacht gesehen. Die Verantwortungs\u00fcbernahme, zu der sich vor allem der Europ\u00e4er (und hier wiederum ganz vorne der Deutsche) zu bekennen hat, darf keine Beschr\u00e4nkung kennen. Die Aufgipfelung dieser Tendenz: Der Islam wird als schutzbed\u00fcrftige Religion und Muslime kollektiv als schutzbed\u00fcrftige Minderheit definiert, der es freigestellt sein muss, ihre Normen und Werte v\u00f6llig frei zu leben. Wo auch immer sie dies zu tun w\u00fcnschen.<br \/>\nDer moralisch aufgeladene Grundsatz, wirklich alle Kulturen und Religionen gleichberechtigt zu behandeln, beg\u00fcnstigt die, die am meisten fordern und m\u00fcndet in eine <a title=\"Gesinnungsethik\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/gesinnungsethik\/\">gesinnungsethische<\/a> Dauerhyperventilation, die jedwede Kritik am Islam mit Ausl\u00e4nderhass und Intoleranz gleichsetzt. Nicht genug damit. Die H\u00fcter der \u00f6ffentlichen Moral halten f\u00fcr diesen amoralischen Zustand gar eine psychiatrische Einordnung bereit: Islamophobie. Die Vorw\u00fcrfe wiegen schwer: R\u00fcckst\u00e4ndigkeit, Abgeh\u00e4ngtheit und moralische Minderwertigkeit wird allen bescheinigt, die an der umfassenden Toleranz Kritik \u00fcben.<br \/>\nDeschners \u201eKriminalgeschichte des Christentums\u201c war einst Teil des Pflichtkanons, dem wir uns als junge Studenten gerne und mit Leidenschaft unterwarfen. Autoren, die heute den Islam einer genauso kritischen Analyse unterziehen, k\u00f6nnen sich in Deutschland nur noch unter dem Schutz des zust\u00e4ndigen Landeskriminalamtes \u00f6ffentlich bewegen. Eine von vielen Facetten, in der sich der schrittweise Verrat an der Aufkl\u00e4rung in der westlichen Welt offenbart.<br \/>\nDie pazifizierte, bunte Gesellschaft str\u00e4ubt sich nat\u00fcrlich, Freund und Feind, Eigenes und Fremdes zu benennen. Jedoch verliert genau diese Gesellschaft jede Hemmung, wenn es darum geht, ihre ideologischen Gegner im eigenen Lager auszumachen und sozial zu liquidieren. Zutiefst davon \u00fcberzeugt, dass die Unmoralischen es nicht verdient haben, am politischen Diskurs teilzuhaben. Und um alle Verd\u00e4chtigen auch sicher auszusortieren, wird man nicht m\u00fcde, auf dieser Seite der Front sehr wohl immer neue \u201eFeinde\u201c ausfindig zu machen: \u00fcberall \u201eRechte\u201c und \u201ePopulisten\u201c. Den \u201einneren\u201c Feind gibt es also sehr wohl noch. Die Populistenj\u00e4ger empfinden auch keinen Zweifel ob ihrer eigenen Radikalit\u00e4t. Wenn man auf der Seite des Guten steht, kann das eigene Vorgehen nicht b\u00f6se sein, nur konsequent.<\/p>\n<p><strong>Jegliche Form von Selbstbehauptung abtrainiert<\/strong><br \/>\nIn ihrer Selbstwahrnehmung sehen sich diese \u201eneuen Jakobiner\u201c (Norbert Bolz) als die Verteidiger von Recht, Moral, Freiheit und Sicherheit. Die seit Jahren wachsende \u2013 reale und mitnichten nur gef\u00fchlte \u2013 Unsicherheit im \u00f6ffentlichen Raum, negieren sie erfolgreich und st\u00e4rken so die eigentlichen Feinde der offenen und freien Gesellschaft, die zu verteidigen sie sich aufgemacht haben. Diesen \u201e\u00e4u\u00dferen\u201c Feind, der schon l\u00e4ngst mitten unter uns ist, verm\u00f6gen sie nicht auszumachen, denn in der guten neuen Welt darf es keine \u00e4u\u00dferen Feinde mehr geben. Wie ein Kleinkind, das einen Bewegungsakt einmal angesto\u00dfen hat und nun nicht mehr in der Lage ist, diesen zu kontrollieren oder abzubremsen, stolpert diese Gesellschaft dem unvermeidlichen Abgrund entgegen.<br \/>\n.<br \/>\nMit Entsetzen erleben meine Frau und ich in unserer Arbeit an Kitas, Trauma-Zentren, Kliniken und Fortbildungseinrichtungen, wo wir Seminare und Vorlesungen f\u00fcr zahlreiche Berufsgruppen aus P\u00e4dagogik, Psychologie, Medizin und Rettungsdienst halten, dass eine Gesellschaft, die sich bedingungslos tolerant gibt, die ihre M\u00e4nner \u201eweich sozialisiert\u201c (was per se noch nichts Schlechtes ist) und sich jegliche Form von Selbstbehauptung abtrainiert hat, eine Ideologie \u201ebesch\u00fctzt\u201c, zu ihrem M\u00fcndel erkl\u00e4rt, die eine bis zum grotesken gesteigerte Machokultur zelebriert.<br \/>\nDas, wof\u00fcr sich sehr viele Menschen (meine Frau und ich z\u00e4hlen uns dazu) in den Bereichen <a title=\"Kinderrechte\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/kinder\/kinderrechte\/\">Kinderschutz<\/a>, Opferhilfe, Traumapr\u00e4vention und -therapie seit vielen Jahren einsetzen, wird insbesondere von einer Elite aus Politik-, Kunst- und Medienschaffenden mit F\u00fc\u00dfen getreten. Nicht ohne dabei in einer Art narzisstischer Aufladung selbstgerecht auf all die herabzusehen, die deren \u00dcbertoleranz zu hinterfragen wagen.<br \/>\nDie Geschichten und Erfahrungen der Erzieher\/innen, Lehrer\/innen, \u00c4rzte\/innen, Polizisten\/innen, Rettungssanit\u00e4ter\/innen spiegeln die tagt\u00e4gliche alarmierende \u00dcberforderung und nicht zuletzt das Leiden wider, das in dieser unserer Gesellschaft \u00fcberall dort erw\u00e4chst, wo Menschen- und Weltbilder, Lebensanschauungen, gesellschaftliche Normen und Rechtsauffassungen aufeinanderprallen.<br \/>\nMedial d\u00fcrfen wir seit Jahren einem unw\u00fcrdigen Schauspiel beiwohnen, dessen Auff\u00fchrung mir als Traumaforscher und Traumatherapeut die Zornesr\u00f6te ins Gesicht treibt: Die tausendfach erfolgte Gewalt an sowie Dem\u00fctigung und Erniedrigung von Frauen durch M\u00e4nner, deren Frauenbild den Weg aus dem Mittelalter in die moderne europ\u00e4ische Gegenwart gefunden hat.<\/p>\n<p><strong>Diese Gesellschaft versagt ihren Frauen den Schutz<\/strong><br \/>\nEs sind ideologisch Motivierte, die nicht m\u00fcde werden, auf das zum B\u00f6sen bereite Potenzial auch der hiesigen \u201ewei\u00dfen\u201c M\u00e4nner hinzuweisen, um so f\u00fcr eine Relativierung zu sorgen. In der n\u00e4chsten Stufe werden die T\u00e4ter zu Opfern ihrer schweren Lebensumst\u00e4nde und kulturellen Pr\u00e4gungen stilisiert. Gepaart mit einer nicht nachvollziehbaren Milde der Justiz und einem un\u00fcberh\u00f6rbaren Schweigen der Mehrheit versagt diese Gesellschaft ihren T\u00f6chtern, ihren Frauen den Schutz, den zu gew\u00e4hrleisten des Staates oberste und vornehmste Pflicht ist.<br \/>\nWo ist das Entsetzen all derer, die bei umgekehrter Rollenverteilung in hysterischen Aktionismus verfallen? Wo ist der Aufschrei all der Guten? Nichts von alledem. Vielmehr wird \u2013 einem Automatismus gleich \u2013 mit Verharmlosung und der Pathologisierung der Menschen, die ihre Sorgen artikulieren, reagiert. <a title=\"Patriarchat\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/islam\/patriarchat\/\">M\u00e4nner aus islamisch gepr\u00e4gten Kulture<\/a>n genie\u00dfen schlie\u00dflich im Europa der b\u00f6sen wei\u00dfen M\u00e4nner den Schutz der antirassistischen politischen Linken. Einerseits m\u00f6chte man den Schutz der Frauen sehr wohl gewahrt wissen, doch gleichzeitig darf die wei\u00dfe Weste des guten Fremden nicht beschmutzt werden, da dies dem politischen Gegner in die H\u00e4nde spielen k\u00f6nnte. F\u00fcr welche Seite sich viele, und nicht zuletzt gro\u00dfe Teile der linken Feministinnen, im Rahmen ihrer kognitiven Dissonanzreduktion entscheiden, offenbart sich seit Jahren auf verst\u00f6rende Art und Weise.<br \/>\n.<br \/>\nEine Gesellschaft, die ein infantiles Verh\u00e4ltnis zur eigenen Selbstbehauptung aufgebaut hat, breitet einer Ideologie den roten Teppich aus, die den Kampfes- und M\u00e4nnlichkeitskult von Gott pers\u00f6nlich aufgetragen bekam. Wir werden Zeugen des Relativismus einer zutiefst verunsicherten Gesellschaft, die ihren Halt durch \u00dcberbetonung ideologisch verkl\u00e4rter, wohlklingender Phrasen und Allgemeinpl\u00e4tze zu finden sucht.<br \/>\nUnter der Regenbogenfahne der entgrenzten Toleranz und kulturellen Offenheit vereinen sich all jene, deren Hypermoral Sinn spendet und das Selbstbild positiv aufl\u00e4dt. Sinn und narzisstische Selbstspeisung nehmen gleichsam pseudoreligi\u00f6se Z\u00fcge an. Eine diesseitige Erl\u00f6sungshoffnung f\u00fcr all jene, die dem Jenseitigen nicht mehr so ganz trauen. Die allumfassende Moral ist ihr Glaubensbekenntnis geworden.<br \/>\n<em>Daher die Liebe zu den \u201eFl\u00fcchtlingen\u201c, die ihrer Attribute g\u00e4nzlich beraubt werden (Herkunft, Alter, Bildungsgrad, religi\u00f6s-politische Gesinnung, Vorstrafen oder prinzipiell m\u00f6gliche T\u00e4terschaft im Krieg interessieren nicht), denn nur so k\u00f6nnen sie zu reinen Opfern werden.<\/em> Nur als solche erheben sie ihre Helfer in den Stand der gro\u00dfherzigen, toleranten Weltenb\u00fcrger. Die galoppierende Aufweichung eines etablierten Rechtssystems und die signifikante Zunahme an Gewaltakten werden dabei in Kauf genommen, n\u00e4hrt sich das Ego doch von der \u00dcberzeugung, auf der guten Seite zu stehen.<\/p>\n<p><strong>Campino segnet die von sich Berauschten<\/strong><br \/>\nIn diesem Modus der Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung wird das \u00c4u\u00dfern eines Wunsches mit seiner Verwirklichung gleichgesetzt. Ein Gr\u00fcnen-Politiker sagte nach einer der letzten Landeswahlen in einem Interview: \u201eEs geht uns um nichts Geringeres als die Rettung der Menschheit.\u201c In meinem beruflichen Kontext erhalten Menschen, die so etwas von sich geben, eine liebevolle psychotherapeutische Begleitung und eine antipsychotische Medikation, denn pathologische Selbst\u00fcberh\u00f6hungen k\u00f6nnen in ein selbst- und fremdgef\u00e4hrdendes Handeln m\u00fcnden.<br \/>\nSo ist die Moral l\u00e4ngst zur \u201e<a title=\"Konstanz moralischer als Lodi?\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/konstanz-moralischer-als-lodi\/\">Hypermoral<\/a>\u201c (Alexander Grau) angewachsen und wird mittlerweile absolut gedacht. Sie ist die Ma\u00dfeinheit, mit der alles gewogen wird. Historische und politische Fragen genauso wie technische. Der Unmoral verd\u00e4chtig ist nicht nur der Grenzkontrollen-Bef\u00fcrworter, sondern auch der Dieselfahrer. Ein faktenorientierter Diskurs darf nicht er\u00f6ffnet werden, denn selbst das Streben nach Objektivit\u00e4t \u2013 Wissenschaft genannt \u2013 muss dem Gr\u00f6\u00dfen- und Machbarkeitswahn weichen.<br \/>\nChemisch rein von jeglichem Sachverstand, glauben einige, die Realit\u00e4t in die Knie zwingen zu k\u00f6nnen. Verd\u00e4chtig macht sich, wer mit der Vernunft argumentiert. So droht eine ganze Gesellschaft ihre historisch m\u00fchsam erk\u00e4mpften und der Aufkl\u00e4rung verpflichteten Errungenschaften preiszugeben. Humanismus, Liberalismus oder das Primat der Wissenschaft vor der Religion sind keine naturgegebenen Erscheinungen, sondern Errungenschaften, f\u00fcr die ein Gro\u00dfteil der heute Agierenden nicht k\u00e4mpfen musste oder einen Preis h\u00e4tte zahlen m\u00fcssen.<br \/>\nDabei war es noch nie so einfach, zu den Guten zu geh\u00f6ren. Mit der Eintrittskarte \u201eIch bin gegen rechts\u201c best\u00fcckt (potenziert durch das Bekenntnis zu offenen Grenzen und den Kampf gegen Dieselmotoren), wird jedem gro\u00dfz\u00fcgig Einlass gew\u00e4hrt in die gro\u00dfe Halle der Gutmenschlichkeit. Auch linksradikale Bands d\u00fcrfen zum Tanze bitten. Hauptsache der Oberkapellmeister und Freizeit-Partisan Campino segnet die von sich Berauschten.<br \/>\nZum ersten Mal f\u00fchle ich mich fremd in diesem Land, das auch mein Land ist. Nicht wegen der Spinner, die den Arm zum Hitlergru\u00df heben. Diese darf man keinesfalls negieren oder untersch\u00e4tzen, aber auch nicht so hypertrophieren lassen, dass sie uns alle als Riesen erscheinen. Nein, es ist diese Politikerkaste und diese unsere Elite aus Kunst und Medienwelt, flankiert von gesinnungstreuen Wissenschaftlern, die ihre Segel in den g\u00fcnstigen Wind setzen, deren Kampf gegen Rechts (wohlgemerkt gegen \u201eRechts\u201c und nicht gegen Rechtsextremismus) mich befremdet.<br \/>\nInszeniert, um sich an der eigenen Gr\u00f6\u00dfe zu erg\u00f6tzen. Nat\u00fcrlich ohne dabei die eigene Komfortzone verlassen zu m\u00fcssen. Nicht dass man bereit w\u00e4re, wirkliche Opfer zu bringen f\u00fcr diese gute und anst\u00e4ndige Haltung. Gut sein darf nicht weh tun.<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise wird in einer gar nicht so fernen Zukunft die Frage nach dem \u201eWie?\u201c in diesem Land neu gestellt werden. Wie konnte es geschehen? Sich und seine Gesinnungsgenossen verteidigend, wird Claus Kleber, der mit seinem aktuellen Buch eh schon die Wahrheit \u201erettet\u201c, abermals ein Buch publizieren. Der Titel k\u00f6nnte lauten: \u201eDabei waren wir doch die Guten.\u201c<br \/>\nNein, das wart ihr nicht! Ich war dabei.<\/p>\n<p>&#8230; Alles vom 7.1.2019 von Damir del Monte bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/unter_der_regenbogenfahne_der_entgrenzten_toleranz\">https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/unter_der_regenbogenfahne_der_entgrenzten_toleranz<\/a><br \/>\n.<br \/>\n<em>Dr. phil. Dr. scient. med. Damir del Monte; Studium und Promotion in Psychologie und Medizin-Wissenschaft; Neurowissenschaftliche Forschungen in den Bereichen Lernen, Psychotraumatologie, Depression und Psychotherapie.<br \/>\n.<br \/>\n<\/em>Einige Kommentare:\u00a0<em><br \/>\n<\/em><strong>Diesen Beitrag von Dr. del Monte sollten alle lesen<\/strong><br \/>\nSehr geehrter Herr del Monte! W\u00e4ren Sie so nett, diesen ehrlichen Beitrag direkt an die verantwortlichen Politiker*Innen, Medienmachern*Innen (Zeitungen, ARD, ZDF u.a.), K\u00fcnstlern*Innen und weiteren \u201cEliten\u201d zu senden, versehen mit der Bitte, diesen zumindest zu lesen?<br \/>\nIhr Beitrag k\u00f6nnte es schaffen, doch den Einen oder Anderen zum Denken zu bewegen. Sie bringen zum Ausdruck, was viele Menschen denken und f\u00fchlen, und die trotzdem keine Nazis sind und auch nicht sein wollen.<br \/>\n7.1.2018, Manfred Schaurecker, AO<\/p>\n<p><strong>Text zur Migration im Schulunterricht<\/strong><br \/>\nEindrucksvoll, aufrichtig, sachlich\u00a0und &#8211; f\u00fcr mich\u00a0 als Deutschen &#8211; auch besch\u00e4mend, diese Beschreibung eines 47 Jahre w\u00e4hrenden Migrationshintergrundes. Vielen Dank an den Autor! Was w\u00fcrde passieren, wenn man diesen authentischen Text im Gymnasium in Klasse 11 oder 12 in den Geschichtsunterricht als Diskussionsgrundlage einbringen w\u00fcrde? Ich bef\u00fcrchte, dass es dazu \u00fcberhaupt nicht kommen wird. Nicht, weil der Text von der Schulbeh\u00f6rde abgelehnt w\u00fcrde. Sondern weil\u00a0 sich kaum ein Lehrer findet, sich gegen Zeitgeist und Gutsein in die Nesseln zu setzen.<br \/>\n7.1.2019, L. Meier<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Sicht des Migranten sowie des Autochthonen in einer Person<\/strong><br \/>\nAbsolut hervorragend geschrieben, wenn auch es mir etwas zu psycholastig ist, wobei ich gestehen muss, dass das vielleicht ein bisschen unfair ist, weil ich mit der Zunft der Psychologen nicht die besten Erfahrungen gemacht habe. Aber die gesellschaftlich-politischen Implikationen ihrer Analyse, werter Herr Del Monte, dringen trotzdem klar durch und sie sind in meinen Augen umso wertvoller, als sie von jemandem verfasst sind, der beide Welten kennt, jene des Migranten und jene des Autochthonen.<br \/>\nDer Schuldwahn des Westens, insbesondere der sogenannten gebildeten Elite, hat sich, gepaart mit dem naiven, aber umso wirkungsvolleren Selbsthass, gegen aussen in ein Biedermeiergutmenschentum gewandelt, das sich an seiner eigenen Toleranzspannweite bis zur Besinnungslosigkeit berauscht.<br \/>\nDie Rigorosit\u00e4t, mit der andere, die da nicht mitmachen, stigmatisiert, diffamiert und sozial exekutiert werden, l\u00e4sst mich bef\u00fcrchten, dass sie es schaffen k\u00f6nnten, dass noch weit schlimmere Vollzugsmechanismen herbeigezogen werden, die Abweichler mundtot zu machen. Die Frage ist leider lediglich, ob ihnen die um sich greifende Machokultur der orientalischen Migranten, die uns alle verachtet und als nicht lebenswert taxiert, denen nicht zuvorkommt. K\u00f6nnte sein, dass die beiden ihre menschenverachtende Gesinnung als Ausdruck eines neuen, h\u00f6heren Wesens missverstehen, auf dass zwischen ihnen eine gedeihliche Zusammenarbeit entstehe \u2013 ein Schulterschluss zwischen elit\u00e4rer Hypermoral und krudem Mittelalter, denn es braucht dazu Schreibtischt\u00e4ter und tumbe Schl\u00e4chter, die im Namen Allahs die Drecksarbeit erledigen.<br \/>\n7.1.2019, J\u00fcrg Casanova<\/p>\n<p><strong>Als J\u00fcdin: Nur f\u00fcrs eigene Tun verantwortlich<\/strong><br \/>\nDieser Text beschreibt das, was ich seit vielen Jahren empfinde, n\u00e4mlich da\u00df die deutsche Gesellschaft krank ist. (Selbstverst\u00e4ndlich nicht jeder Einzelne. Doch viel zu viele und dann zusammen). Der Grund ist, wie ich es sehe, die nie aufgearbeitete Vergangenheit (III.Reich). Man hat es versucht, ohne Zweifel. Nur hat niemand gewu\u00dft, wie man so etwas macht? Man hatte keine Erfahrung und so ging viel zu viel schief. Eine Aufarbeitung h\u00e4tte mit einer ehrlicher Konfrontation einhergehen sollen, so da\u00df es weh tut, schmerzt. Nur das hat eine Wirkung. Daten zu lernen, den erhobenen Zeigefinger zu sehen, zu h\u00f6ren: \u201cSo was macht man nicht!\u201d Und \u201cNie wieder!\u201d, das alles und \u00c4. hilft nicht. Die deutsche Geschichtsforschung hat gerade in den letzen 30 Jahren ca Hervorragendes geleistet. Nur, was davon kommt bei der gro\u00dfe Masse an? Die Bev\u00f6lkerung besteht ja nicht nur aus Intellektuellen und gehobener Mittelschicht. Heute w\u00e4re vor allem wichtig zu wissen, zu akzeptieren, da\u00df keiner der heute Lebenden am III. Reich schuld hat. Niemand kann etwas f\u00fcr die Taten seiner Ahnen. Man ist nur daf\u00fcr verantwortlich, was man selbst getan oder zu tun vers\u00e4umt hat. Man soll sich keine solche negativen Gef\u00fchle einreden lassen. Weder f\u00fcr den Judenmord noch f\u00fcr den Kolonialismus. Sage ich\u2019s als alte J\u00fcdin, eine \u00dcberlebende. Man kann mir glauben; die meisten Juden denken so, auch wenn es nat\u00fcrlich auch Idioten unter ihnen gibt (nicht einmal wenige), wie unter allen V\u00f6lkern. Judesein allein ist kein Schutz gegen Idiotie. Sch\u00f6n w\u00e4r\u2019s, wenn es so w\u00e4re. Leider\u2026 lg alma Ruth<br \/>\n7.1.2019, Alma Ruth,<\/p>\n<p><strong>Journalistenzunft\u00a0 in der Selbstaufl\u00f6sung<\/strong><br \/>\nSehr geehrter Herr del Monte, danke f\u00fcr Ihre Analyse, f\u00fcr den gro\u00dfartigen Text und die zupackenden und gleichzeitig warmherzigen Aussagen. Tats\u00e4chlich. die Journalistenzunft befindet sich in der Selbstaufl\u00f6sung. Ihren Text nehme ich zu meinen pers\u00f6nlichen Unterlagen und empfehle ihn weiter.<br \/>\n7.1.2019, Hans-Dieter Braun<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Ich bin nie dem \u201crechten\u201d Antisemitismus begegnet<\/strong><br \/>\n\u201cNie behindert, oft gef\u00f6rdert\u201d- diesen Weg bin ich auch gegangen, seit \u00fcber 30 Jahren hier in meiner Wahlheimat lebend. Mit polnisch-j\u00fcdischer Abstammung bin ich in meinem Privatleben nie dem \u201crechten\u201d Antisemitismus begegnet.<br \/>\nDie ersten 25 Jahre meines Lebens in Deutschland konnte ich nicht begreifen , wie eine Gesellschaft, die so pragmatisch, so rechtschaffen und durch ihre Geradlinigkeit so liebenswert ist, in der Vergangenheit ganz anders war. Meine Lebenserfahrung widersprach der Geschichte.<br \/>\nUnd doch nach so vielen friedlichen Jahren erlebe ich das Ende der Vernunft- die Zeichen stehen auf Rettung: Klima, Welt, Europa, Frieden-geht nicht etwas kleiner? Gr\u00f6\u00dfenwahn gepaart mit Inkompetenz der falschen Eliten, Ende der Aufkl\u00e4rung und Zensur, es sind die Zutaten einer neuen Katastrophe. Ich will die Bonner Republik zur\u00fcck!<br \/>\n7.1.2019, Wojciech Kacpura<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Aufkl\u00e4rung, Reformation und S\u00e4kularit\u00e4t des \u00f6ffentlichen Raumes.<\/strong><br \/>\nZur gegenw\u00e4rtigen Situation f\u00e4llt auch mir nichts mehr ein. \u201cNichts, das kluge und des Schreibens m\u00e4chtigere Menschen nicht schon l\u00e4ngst formuliert h\u00e4tten\u201d. Es f\u00e4llt mir nur auf, dass auch ich, der in den 1970-er Jahren nach Deutschland gekommen ist, nach g\u00e4ngiger Definition ein \u201cGefl\u00fcchteter\u201d w\u00e4re. Es war ein \u00fcberw\u00e4ltigendes Erlebnis, \u00fcberall meine Muttersprache, ein Hochdeutsch, welches seit dem 12 Jahrhundert in Siebenb\u00fcrgen gesprochen wird, hier in Echt zu h\u00f6ren und zu lesen, jetzt im Original, und nicht nur im Radio und in B\u00fcchern. Es war und ist die Sprache der Gebr\u00fcder Grimm aus der Kindheit und sp\u00e4ter die Sprache von Goethe und Schiller aus der Schulzeit.<br \/>\nNun stelle ich fest, dass ich die Hoffnung der Linken auf \u201cbunte Bereicherung\u201d nicht erf\u00fcllen konnte und es auch heute, nach Jahrzehnten nicht kann, denn ich habe keine neuen kulturellen Impulse zu bieten, als die schon (glaube ich) geschehenen, die da w\u00e4ren Aufkl\u00e4rung, Reformation und S\u00e4kularit\u00e4t des \u00f6ffentlichen Raumes. Als gemeinsames Ordnungsprinzip kenne ich aus der Heimat auch nichts anderes als das r\u00f6misch-germanische Recht mit Gleichheit von Mann und Frau. Nun ja, in der Praxis sind Mann und Frau nicht ganz gleich, denn da, wo ich herkomme werden Frauen zuerst in Sicherheit gebracht, w\u00e4hrend die M\u00e4nner die Pflicht haben, das Land zu verteidigen.<br \/>\nMeines Wissens nach benimmt sich ein Mann insbesonders vor Kirchen den Frauen gegen\u00fcber zivilisiert und unterl\u00e4sst Antanzen, Begrapschen und Bestehlen. Ank\u00fcnfte ohne Pass, Zeugnis,Flugticket etc. mit gleichzeitiger Anspruchshaltung gab es nur bei Staatsschefs und Filmstars, wobei Letztere dann doch die Papiere hervorholen mussten. Wenn ich zur Erholung vom ver\u00e4nderten Strassenbild in ein Museum fl\u00fcchte, dann sehe ich wieder, was zu Deutschland (und Europa) geh\u00f6rt: das griechisch-r\u00f6mische Erbe, festgehalten in Gem\u00e4lden und Skulpturen. Der Islam ist nicht dabei. Doch der Wahnsinn, oh ja, da draussen kann man sagen: Der Wahnsinn geh\u00f6rt jetzt zu Deutschland.<br \/>\n7.1.2019, Stroe Horst<\/p>\n<p><strong>&#8230; faschistoide Ideologie unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit<\/strong><br \/>\nVielen Dank, Herr del Monte, f\u00fcr diese zutreffende Beschreibung der be\u00e4ngstigenden und teilweise unhaltbaren Zust\u00e4nde in unserem Land. Besonders \u00fcberzeugt hat mich, dass Sie all dies vor dem Hintergrund eigener Erfahrungen als Deutscher mit einer Einwanderungsgeschichte glasklar analysieren. In der Tat, die \u00fcberwiegende Mehrheit der politischen und gesellschaftlichen Eliten k\u00f6nnen vor einer aus Schuldkomplexen gespeisten Hypermoral den gef\u00e4hrlichsten Feind f\u00fcr Demokratie, Rechtsstaat und die freiheitliche Gesellschaft nicht mehr identifizieren. So kann sich eine faschistoide Ideologie unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit wie ein Krebsgeschw\u00fcr ausbreiten. Auf diese Weise k\u00f6nnen sich Gegengesellschaften ungehindert etablieren, in denen Kinder-und Vielehen ungehindert gelebt, Frauen infolge einer archaischen Machokultur teilweise brutal unterdr\u00fcckt und der Rechtsstaat durch so genannte Friedensrichter umgangen und bis zu L\u00e4cherlichkeit vorgef\u00fchrt werden. Staat und Gesellschaft erweisen sich als machtlos oder unwillig, diesem dreisten und gesetzeswidrigem Treiben entschlossen entgegenzutreten. Und noch schlimmer: Wer die Dinge beim Namen nennt, wird in einer Weise diskreditiert und ausgegrenzt, die an unr\u00fchmliche Zeiten in der j\u00fcngeren deutschen Geschichte erinnert. Kritische Muslime werden von orthodoxen Glaubensbr\u00fcdern sogar bedroht. Herr Mansour und andere mutige Muslime m\u00fcssen deshalb st\u00e4ndig von mehreren Personensch\u00fctzern begleitet werden. Wenn die Entwicklung so weiter geht, und das steht zu bef\u00fcrchten, ist der point of no return bald erreicht. Bleibt zu hoffen, dass solche Beitr\u00e4ge wie Ihrer, Herr del Monte, der noch schweigenden Mehrheit auf die Spr\u00fcnge helfen, damit bei den anstehenden Wahlen in diesem Jahr diejenigen das F\u00fcrchten vor dem Verlust von Amt und Mandat gelehrt wird, die f\u00fcr diese unheilvolle Entwicklung verantwortlich sind.<br \/>\n7.1.2019, Dr. Gerold Schmidt-Callsen<br \/>\nEine grandiose Reflexion \u00fcber die aktuellen deutschen Zust\u00e4nde und eine Demonstration einer intelligenten, authentischen, glasklaren Analyse, scharfsinnig und beispiellos formuliert! Kommentatoren, die das nicht erkennen, sind entweder nicht in der Lage dazu oder d\u00fcrfen sich \u2018Hypermoralisten\u2019 nennen oder ziehen sich die Decke! \u00fcber den Kopf und sind betriebsblind. Eine Schande, wie Deutschland mit dem Erbe der Aufkl\u00e4rung umgeht und kollektiv den medialen und politischen Lemmingen bis zum Ende folgt.<br \/>\n7.1.2019, Sabine Sch\u00f6nfelder<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Bassam Tibi vor 30 Jahren: Keine Toleranz dem Islam!<\/strong><br \/>\n30 Jahren hat <a title=\"Tibi\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/tibi\/\">Bassam Tibi <\/a>bereits entgeistert vor dem Ph\u00e4nomen der sich zunehmend entgrenzenden Toleranz gestanden &#8211; und davor \u00f6ffentlich gewarnt. Der Mahner im Multi-Kulti-Dschungel rief vergebens. Wir waren alle dabei.<br \/>\n7.1.2019, P. Hewel-Herrmann<\/p>\n<p><strong>Wollen Politiker ihre treffliche Analyse \u00fcberhaupt verstehen?<\/strong><br \/>\nWas glauben Sie denn, lieber Herr Del Monte, wieviele Politiker und &#8211; innen bereit sind, sich mit so einertrefflichen und betroffenen Analyse auseinander zu setzen bzw. sie verstehen zu wollen? Nehmen Sie doch nur die sogenannten \u201cHetzjagden\u201d in Chemnitz. Da wird etwas nicht Vorhandenes sprachlich gleich in den Plural gesetzt und wenn genau das kritisiert wird, so definieren die \u201cM\u00e4chtigen\u201d dies als unangemessene semantische Probleme, um jede Auseinandersetzung absolutistisch zu unterbinden. Damit wird nat\u00fcrlich den von Ihnen kritisierten Journalisten und den vielen guten Fehlinformierten die H\u00f6he der Sprunglatte vorgegeben. Jegliche Form der Reflektion \u00fcber eigenes Verhalten und damit \u00dcbernahme von Verantwortung scheinen nicht mehr n\u00f6tig zu sein. Das wird von der Kanzlerin und dem Pr\u00e4sidenten in unw\u00fcrdiger Weise vorgelebt. Was wollen Sie da von ungelernten und unerfahrenen jungen Leuten erwarten, die auch noch gr\u00fcn hinter den Ohren sind und in den Universit\u00e4ten nichts mehr zu lernen scheinen? Die Entwicklung ist doch politisch gewollt. Gute Nacht Europa. Die geistig armen und an Ischias erkrankten F\u00fchrer &#8211; innen in den Parlamenten geben den Ton an und manche Kirchenf\u00fchrer ihren Segen dazu. Was ist aus dem Land von Goethe und Kant nur geworden und was steht ihm bevor?<br \/>\n7.1.2019, H.Volkmann<\/p>\n<p><strong>\u201cKampf gegen Rechts\u201d als Alibi f\u00fcr Linksgr\u00fcn<\/strong><br \/>\nDie meisten Linken und Gr\u00fcnen sind intelligent genug zu wissen, dass die Kritiker der Masseneinwanderung und der Islam-Problematik in vielen Punkten recht haben. Aber aus (macht-) politischen Gr\u00fcnden darf man das nicht zugeben, sonst w\u00fcrde man sich unglaubw\u00fcrdig machen. Zudem hat man sich jahrzehntelang im \u201cKampf gegen Rechts\u201d (fr\u00fcher nur Neonazis, mittlerweile jeder, der fundamentale Kritik \u00fcbt und nicht mehr folgen will) so weit aus dem Fenster gelehnt, dass man ohne Gesichtsverlust nicht wieder reinkommen kann. Denn die \u201cRechten\u201d d\u00fcrfen auf keinen Fall recht bekommen. Wie l\u00f6st man jetzt das Dilemma, auf der Faktenebene nicht unter die R\u00e4der zu kommen, weil die Realit\u00e4t den Kritikern recht gibt? Man zieht die Diskussion in diesem Fall auf eine emotionale und moralische, also irrationale Ebene hinunter. Jetzt kann man ganz andere Waffen anwenden und den Gegener angreifen, ohne sich an Rationalit\u00e4t und die Befunde der Realit\u00e4t halten zu m\u00fcssen. Die Argumente wirken auf einmal im Bauch und nicht mehr im Kopf. Das ist der Moment, wo die gro\u00dfe Stunde der Roths, Jelpkes, Campinos, W\u00f6lkis usw. schl\u00e4gt. Deren moralische Sicht auf die Dinge wird dann in den Texten eines Claas Relotius oder in den Sendebeitr\u00e4gen von \u201cHaltungsjournalisten\u201d wie Georg Restle verst\u00e4rkt und multimedial an ein Millionenpublikum als einzig akzeptable Sichtweise verk\u00fcndet. Alles andere ist \u201cundemokratisch\u201d, \u201cmenschenfeindlich\u201d, \u201crassistisch\u201d, \u201cHass\u201d, \u201cHetze\u201d und \u201cHatespeech\u201d. Absolute Totschlagvokabeln, die jede Diskussion im Keim ersticken und den Kritiker generell als zul\u00e4ssigen Debattenteilnehmer ausschlie\u00dfen sollen.<br \/>\n7.1.2019, Jan-Hendrik Schmidt<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Auch dieses Gutmenschen System wird zerbrechen<\/strong><br \/>\nDer Kampf gegen Rechts, nicht gegen den Rechtsextremismus. Das haben sie treffend beschrieben. Alles was nicht in der \u201cGutmenschen\u201d Blase passt, ist \u201cRechts\u201d und \u201cB\u00f6se\u201d.<br \/>\nPers\u00f6nlich mache ich mir keine Sorgen. Auch dieses Gutmenschen System, das mit viel Geld propagiert wird, wird zerbrechen. Wer kein Fundament hat, wird davon getragen. Luftblasen brauchen nur eine Nadel. Es wird so vorgebracht als ob diese \u201cGutmenschler\u201d die Oberhand haben. Der Schein tr\u00fcgt.<br \/>\n7.1.2019, Kostas Aslanidis<br \/>\nEnde Kommentare<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Zum ersten Mal f\u00fchle ich mich fremd in diesem Land, das auch mein Land ist. Nicht wegen der Spinner, die den Arm zum Hitlergru\u00df heben. 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