{"id":70042,"date":"2019-01-06T12:48:43","date_gmt":"2019-01-06T11:48:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=70042"},"modified":"2019-01-07T10:47:43","modified_gmt":"2019-01-07T09:47:43","slug":"relotius-erfindet-gute-stories","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/relotius-erfindet-gute-stories\/","title":{"rendered":"Relotius erfindet gute Stories"},"content":{"rendered":"<p><em>&#8222;Der Mann aus <a title=\"EU-Migration\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/eu-migration\/\">Bangladesch<\/a> legt seinen Kopf an Reischs Schulter und weint. Auch Claus-Peter Reisch weint jetzt, einen kurzen Moment lang, dann wischt er sich \u00fcbers Gesicht und startet den Motor.\u201c<\/em> Dies stand\u00a0 im <a title=\"Medien 4. Gewalt \u2013 Tabu Info\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/medien-4-gewalt-tabu-info\/\">Nachrichtenmagazin<\/a> Spiegel im Juli 2018 \u00fcber den Kapit\u00e4n des <a title=\"NGO-Schiffe zur Seenotrettung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/ngo-schiffe-zur-seenotrettung\/\">Seenotrettungsschiffes<\/a> Lifeline, Claus-Peter Reisch &#8211; <a title=\"Political-Correctness\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/political-correctness\/\">erfunden<\/a> und <a title=\"Luegenpresse\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/luegenpresse\/\">erlogen<\/a> von <a title=\"Journalismus\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/journalismus\/\">Claas Relotius<\/a>.<br \/>\n<!--more-->.<br \/>\nDie <a title=\"Medien\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/\">Leserschaft<\/a> war ger\u00fchrt ob all der <a title=\"Literatur\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/dichter\/literatur\/\">literarisch<\/a> so einf\u00fchlsam beschriebenen &#8218;<a title=\"Gutmenschen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/gutmenschen\/\">guten Menschlichkeit<\/a>&#8218; im <a title=\"Mittelmeer\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/mittelmeer\/\">Mittelmeer<\/a> vor der K\u00fcste <a title=\"Afrika-Exodus\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/afrika\/afrika-exodus\/\">Libyens<\/a>. \u00dcber <a title=\"Meinungsvielfalt Medienvielfalt\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/meinungsvielfalt-medienvielfalt\/\">50 Geschichten<\/a> soll der preisgekr\u00f6nte Spiegel-Journalist teilweise oder komplett erfunden haben (drei solcher sch\u00f6ne Geschichten finden Sie unter der \u00dcberschrift &#8222;Kujau Relotius&#8220; <a title=\"Haltungsjournalismus\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/journalismus\/haltungsjournalismus\/\">hier<\/a>).<br \/>\n.<br \/>\nAnstelle des Recherche-Journalismus von fr\u00fcher (strenge Trennung von Nachricht=Fakten und Kommentar=Meinung) herrscht heute der <a title=\"Gesinnungsethik\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/gesinnungsethik\/\">Gesinnungs<\/a>&#8211; bzw. <a title=\"Haltungsjournalismus\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/journalismus\/haltungsjournalismus\/\">Haltungsjournalismus<\/a> (Tatsache und Meinung verschmilzt zum <a title=\"Haltungsjournalismus\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/journalismus\/haltungsjournalismus\/\">Narrativ<\/a>) in der deutschen <a title=\"Medienvielfalt\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/medienvielfalt\/\">Medienlandschaft<\/a> vor. Auch deshalb bewirkt die K\u00fcndigung von Claas Relotius durch den Spiegel nichts &#8211; im Gegenteil: Die Leserschaft ist erstaunt \u00fcber den heftigen Rauswurf von Relotius als \u00dcbelt\u00e4ter und bleibt dem Nachrichtenmagazinum um so fester treu. Dabei hatte der arme Relotius nur geliefert, was die Redaktion <a title=\"Zeitgeist\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zeitgeist\/\">von ihm verlangte<\/a>: Literarisch ansprechende Stories entlang gutmenschlicher Gesinnung: <a title=\"One-World\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/globalisierung\/one-world\/\">One World<\/a> alle gleich, Deutsche fremdenfeindlich, Fl\u00fcchtlinge gut, <a title=\"Nation\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/nation\/\">Nation<\/a> schlecht, <a title=\"USA\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/usa\/\">US-B\u00fcrger<\/a> dumm und Trump noch dummer, Rechte allesamt <a title=\"Nazi\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/juden\/nazi\/\">nazi<\/a>, <a title=\"Global-Migration\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/globalisierung\/global-migration\/\">Migrationspakt alternativlos<\/a>, Industrie renditegeil, linksgr\u00fcne Humanitas, &#8230;.<br \/>\n.<br \/>\nFazit: Nach Relotius werden <a title=\"Mainstream\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/mainstream\/\">Mainstream-Medien<\/a> weiter unver\u00e4ndert Haltung zeigen, und zwar die gleiche Haltung. In Spiegel, Faz, S\u00fcddeutsche, taz, Welt, Focus, Zeit, &#8230; &#8211; <a title=\"Gesinnungsdiktatur\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/gesinnungsdiktatur\/\">\u00fcberall steht dasselbe<\/a>. langweilig und \u00f6de.<br \/>\n.<br \/>\nGeorg Restle, Leiter des WDR-Magazins \u201eMonitor\u201c, darf sich\u00a0also weiter \u00fcber den \u201eJournalismus im Neutralit\u00e4tswahn\u201c mokieren (<em>\u201eWarum wir endlich damit aufh\u00f6ren sollten, nur abbilden zu wollen, \u2018was ist\u2019.\u201c<\/em>). Und dies, obwohl<br \/>\nder <a title=\"Information \u2013 Ausgewogenheit\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/information-ausgewogenheit\/\">Ehrencodex<\/a> eines Hans Joachim Friedrich <em>\u201cEin Journalist soll sich keiner Sache. \u00fcber die er berichtet, gemein machen\u201d<\/em>\u00a0 von den Medienschaffenden immer noch anerkannt wird.<br \/>\n.<br \/>\nDer amerikanische Medienwissenschaftler Jay Rosen stellt diesem deutschen Journalismus ein schlechtes Zeugnis aus: \u201eJournalisten sollen nicht sagen, was Leute zu denken haben.\u201c Die Deutschen sowieso, denn der m\u00fcndige B\u00fcrger will \u201cFakten, Fakten, Fakten\u201d &#8211; so Helmut Markwort, ehemaliger Focus-Chefredakteur) &#8211; und kein <a title=\"Nudging\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/nudging\/\">Nudging<\/a><br \/>\n5.1.2018<br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Kapit\u00e4n der Lifeline ist w\u00fctend auf Relotius<\/strong><br \/>\nZur Rolle des SPIEGEL in der Propaganda zur Fl\u00fcchtlingskrise seit 2015 kam nun heraus, dass Relotius auch so genannte Rettungsaktionen deutscher NGO vor der libyschen K\u00fcste zumindest in Teilen im Fantasiemodus aufschrieb unter der \u00dcberschrift: \u201eDer Kapit\u00e4n weint\u201c.<br \/>\nSo hat Claas Relotius laut Angaben des SPIEGEL in den vergangenen Jahren auch Geschichten erfunden \u00fcber Rassismus in Deutschland, Kinder in Syrien, \u00fcber \u201eRechte\u201d in den neuen Bundesl\u00e4ndern und \u00fcber tote \u201eFl\u00fcchtlinge\u201d in einem K\u00fchllaster. Nein, Claas Relotius hat nicht einmal vor solchen Trag\u00f6dien halt gemacht und sie noch mit seinen Fantasien ausgeschm\u00fcckt.<br \/>\nUnd um die sowieso bereits fragw\u00fcrdige Rolle des Magazins in der Propaganda zur Fl\u00fcchtlingskrise seit 2015 komplett zu machen, kam nun noch heraus, dass Relotius auch die so genannten Rettungsaktionen deutscher <a title=\"NGO\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/vereine\/ngo\/\">Nichtregierungsorganisationen (NGO) <\/a>vor der libyschen K\u00fcste zumindest in Teilen im Fantasiemodus aufgeschrieben hatte unter der weinerlichen \u00dcberschrift: \u201eDer Kapit\u00e4n weint\u201c.<br \/>\n..<br \/>\nDer allerdings weint \u00fcberhaupt nicht. Im Gegenteil: Er ist richtig w\u00fctend auf den Autor, wenn Claus-Peter Reisch, Kapit\u00e4n der Lifeline via Twitter mitteilt:<br \/>\n\u201eDer #Relotius-Text \u00fcber mich liest sich wie eine literarische Geschichte, die so nicht stattgefunden hat aufgepeppt mit ein paar Fakten, die z.T. auch noch falsch sind. Die Co-Autor*innen k\u00f6nnen einem daf\u00fcr leid tun, was aus ihrer Arbeit gemacht wurde&#8220;.<br \/>\nAber warum \u2013 das muss man hier deutlich nachfragen \u2013 emp\u00f6rt sich der NGO-Kapit\u00e4n erst am 28. Dezember 2018? Hatte er den Text im Spiegel nicht gelesen, als der im Juli 2018 ver\u00f6ffentlicht wurde? Sicher wird er ihn gelesen haben. Mutma\u00dflich mag er sich aber damals gedacht haben, dass diese <a title=\"Luegenpresse\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/luegenpresse\/\">L\u00fcgengeschichte<\/a> seiner Sache dienlich sein k\u00f6nnte. Darauf konnte ja schlie\u00dflich auch Relotius bauen, als er sie zur Ver\u00f6ffentlichung frei gab.<br \/>\n&#8230; Alles vom 5.1.2019 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.tichyseinblick.de\/kolumnen\/alexander-wallasch-heute\/kapitaen-der-lifeline-ist-wuetend-auf-relotius\/\">https:\/\/www.tichyseinblick.de\/kolumnen\/alexander-wallasch-heute\/kapitaen-der-lifeline-ist-wuetend-auf-relotius\/<br \/>\n<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Relotius ist weniger ein Problem des Spiegels als eines seiner Leserschaft<\/strong><br \/>\nWer solche Spiegel-Geschichten las: \u201eDer Mann aus Bangladesch legt seinen Kopf an Reischs Schulter und weint. Auch Claus-Peter Reisch weint jetzt, einen kurzen Moment lang, dann wischt er sich \u00fcbers Gesicht und startet den Motor.\u201c und nicht sofort den daraus triefenden Kitsch erkannte und ablehnte, ist krank im Kopf. Und das ist er immer noch \u2013 krank im Kopf \u2013 auch wenn die Geschichte ein Fake ist. Und deshalb liegt das Problem weniger beim Spiegel, sondern bei den Leuten, welche das kranke Zeugs lesen und gut &#8230;.<br \/>\n4.1.2019, oHenry, TO<\/p>\n<p>.<br \/>\n<strong>Der Kapit\u00e4n weint<\/strong><br \/>\nDas deutsche Rettungsschiff &#8222;Lifeline&#8220; nimmt im Mittelmeer 234 Fl\u00fcchtlinge an Bord. Der Kapit\u00e4n versucht tagelang vergebens, sie an Land zu bringen. Die Rekonstruktion eines Skandals. Von \u00d6zlem Gezer, Felix Hutt, Timofey Neshitov, Claas Relotius &#8230;.<br \/>\n<em>Hinweis<\/em><br \/>\n<em>Die Berichterstattung von Claas Relotius steht nach SPIEGEL-Recherchen unter dem Verdacht weitgehender F\u00e4lschungen und Manipulationen durch den Autor (mehr dazu hier). Der SPIEGEL geht allen Hinweisen nach und l\u00e4sst die Artikel bis zu einer weitgehenden Kl\u00e4rung der Vorw\u00fcrfe unver\u00e4ndert im Archiv, auch um transparente Nachforschungen zu erm\u00f6glichen. Wir bitten um Hinweise an hinweise@spiegel.de.<\/em><br \/>\n&#8230; Alles vom 6.7.2018 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/plus\/lifeline-rettungsschiff-im-mittelmeer-der-kapitaen-weint-a-00000000-0002-0001-0000-000158265097\">https:\/\/www.spiegel.de\/plus\/lifeline-rettungsschiff-im-mittelmeer-der-kapitaen-weint-a-00000000-0002-0001-0000-000158265097<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Der Mann aus Bangladesch legt seinen Kopf an Reischs Schulter und weint. 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