{"id":69608,"date":"2018-12-18T12:26:54","date_gmt":"2018-12-18T11:26:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=69608"},"modified":"2018-12-18T12:55:36","modified_gmt":"2018-12-18T11:55:36","slug":"abitur-ungleich-hochschulreife","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/abitur-ungleich-hochschulreife\/","title":{"rendered":"Abitur ungleich Hochschulreife"},"content":{"rendered":"<p>Die <a title=\"Gymnasium\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/schulen\/gymnasium\/\">Abiturnoten<\/a> werden immer besser: In Hessen 2,46 in 2009 auf 2,42 in 2013, die Rate der <a title=\"Schulen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/schulen\/\">1,0-Abiture<\/a> stieg von <a title=\"Dummheit\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/dummheit\/\">1,2%<\/a> auf <a title=\"Begabung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/begabung\/\">1,6%<\/a> eines Jahrgangs. In NRW verdoppelten sich die 1,0-Abis zwischen 2007 und 2011. Gleichzeitig aber melden die <a title=\"Universitaet\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/hochschulen\/universitaet\/\">Universit\u00e4ten<\/a>\u00a0<strong><em>&#8222;<a title=\"Lernen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/schulen\/lernen\/\">Das Abitur<\/a> qualifiziert nicht mehr zum Studium&#8220;<\/em><\/strong> und richten <a title=\"Lernen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/schulen\/lernen\/\">Vorbereitungskurse<\/a> ein, in dem die <a title=\"Hochschulen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/hochschulen\/\">Erstsemester<\/a> das nachholen (Lerntechniken, <a title=\"Verdummung unserer Kinder\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/verdummung-unserer-kinder\/\">Rechtschreibung<\/a>, Rechnen, &#8230;), <!--more-->was bis zum Abi eigentlich h\u00e4tte &#8222;sitzen&#8220; m\u00fcssen.<br \/>\nDer Bund zahlt f\u00fcr diese &#8222;universit\u00e4re Nachhilfe&#8220; als neue Schulart 2 Mrd Euro an die L\u00e4nder. Eine der vielen Grotesken des <a title=\"Merkelismus\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/merkelismus\/\">&#8222;Merkelismus&#8220;<\/a> zu Lasten des Steuerzahlers: Was die <a title=\"Kultur\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/\">Kultusminister<\/a> an verk\u00fcrzter Schulzeit (G9 &gt; G8) einsparen, geben die Wissenschaftsminister f\u00fcr Br\u00fcckenkurse wieder aus.<br \/>\n.<br \/>\nVolker Ladenthin, <a title=\"Professor\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/hochschulen\/universitaet\/professor\/\">Professor<\/a> f\u00fcr Erziehungswissenschaften an der Uni Bonn und Kritiker zu &#8222;Bologna-Reform&#8220; und &#8222;Pisa-Zirkus&#8220;, verfasste nach Auswertung von \u00fcber 1000 Erstsemester-Klausuren den Weckruf &#8222;Da l\u00e4uft etwas ganz schief&#8220; im Organ des deutschen Hochschulverbandes <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-lehre.de\">https:\/\/www.forschung-und-lehre.de<\/a>. Darin fragt er ungl\u00e4ubig: &#8222;Wie konnten sie denn in der Schule lernen? Ohne Lerntechniken?&#8220;.<br \/>\nDeutschland hat keine nennenswerten Rohstoffe &#8211; au\u00dfer Bildung. Doch diese geht in den Jubelstatistiken der guten Abiturnoten unter: &#8222;Das Abitur qualifiziert nicht mehr zum Studium&#8220; lautet Ladenthin&#8217;s erschreckendes Fazit, das Abi sei offenbar &#8222;sinnlos&#8220; geworden. Unser derzeitiger Wohlstand und Wirtschaftsboom beruht darauf, da\u00df Deutschland fr\u00fcher einmal &#8222;Bildungsnation Nr. 1&#8220; (<a title=\"Bildung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/\">Bildung<\/a>, <a title=\"Forschung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/forschung\/\">Forschung<\/a>, <a title=\"Science\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/science\/\">Science<\/a>) war. Aus diesem &#8222;war&#8220; mu\u00df wieder ein &#8222;ist&#8220; werden &#8211; andernfalls l\u00e4\u00dft sich unser <a title=\"Sozialstaat\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/soziales\/sozialstaat\/\">Sozialstaat<\/a> in <a title=\"Forschung ist Zukunft: 17 zu 50\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/forschung-ist-zukunft-17-zu-50\/\">Zukunft<\/a> nicht mehr finanzieren.<br \/>\n18.12.2018.<\/p>\n<p><strong>Studenten k\u00f6nnen kaum zwischen Theorie und Realit\u00e4t unterscheiden<\/strong><br \/>\nEs fehlt an Urteilskraft im Umgang mit parallelen oder gar widerspr\u00fcchlich zueinander stehenden Theorien \u2013 etwa der Differenz einer Sozialisations- und einer Bildungstheorie. Theorien werden nicht als Theorien referiert, sondern als unmittelbar realit\u00e4tsbezogene Aussagen: Statt <em>&#8222;Wehler stellt die These auf, dass das Bildungssystem ungerecht sei&#8220;<\/em>, wird im Referat formuliert: <em>&#8222;Das Bildungssystem ist ungerecht.<\/em>&#8220;<br \/>\n.<br \/>\nDer &#8222;Berichts\u00adcharakter&#8220; kann bei Referaten sprachlich nicht durchgehalten werden, was unter anderem dadurch bedingt ist, dass der Konjunktiv I im Deutschen keineswegs sicher gebildet werden kann. Der Frage nach Voraussetzungen von Thesen (&#8222;Wer behauptet, dass etwas ungerecht sei, muss ein Kriterium haben f\u00fcr das, was gerecht und ungerecht ist&#8220;) wird mit dem Hinweis begegnet, davon stehe aber nichts im Text. Dem Hinweis, dass man dann eben die Voraussetzungen selbst bedenken m\u00fcsse, wurde entgegengehalten, dass man als Studenten doch keine Texte von Professoren kritisieren k\u00f6nne.<br \/>\n&#8230; Alles von Prof Volker Ladenthin zu<br \/>\n&#8222;Da l\u00e4uft etwas ganz schief. Erf\u00fcllt das Gymnasium nicht mehr seine wesentlich Aufgabe: Junge Menschen studierf\u00e4hig zu machen? Eine Kritik aus erziehungswissenschaftlicher Sicht.&#8220; vom 6.8.2018 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.forschung-und-lehre.de\/lehre\/da-laeuft-etwas-ganz-schief-894\/\">https:\/\/www.forschung-und-lehre.de\/lehre\/da-laeuft-etwas-ganz-schief-894\/<br \/>\n<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Studenten sind kognitiv kaum zu Abstraktion f\u00e4hig<\/strong><br \/>\n<em>Wolfgang M\u00fcller: &#8222;Abitur hei\u00dft nicht Hochschulreife &#8211;<\/em><br \/>\n<em> Rabenschwarze Betrachtungen zu Bildung, Schule und Universit\u00e4t in der \u00c4ra Merkel&#8220;<\/em><br \/>\nF\u00fcr den Erziehungswissenschaftler (Prof Ladenthin) ersch\u00f6pfen sich die schlimmen Konsequenzen eines derart defizit\u00e4ren Schulunterrichts nicht darin, da\u00df \u201eKommaregeln so gut wie gar nicht systematisch angewandt\u201c w\u00fcrden, bei Gro\u00df- und Kleinschreibung, auch \u201edank\u201c der famosen Rechtschreibreform, die Unsicherheit epidemisch sei, oder achtzig Prozent der Klausuren \u201eein oft nur schwer lesbares Schriftbild\u201c zeigten \u2013 \u201emit Schriftzeichen, die keinem einheitlichen Alphabet mehr zugeordnet werden k\u00f6nnen\u201c. Dar\u00fcberhinaus besch\u00e4digen negative Auswirkungen des an \u00f6konomischen Standards angepa\u00dften, auf \u201eKompetenzen\u201c statt Bildung ausgerichteten Unterrichts mittlerweile die geistigen Grundlagen vern\u00fcnftiger Praxis.<br \/>\nSo schockiert Ladenthin mit dem Befund, wonach Studierende \u201emehrheitlich kognitiv kaum zu Abstraktion f\u00e4hig sind\u201c. Um ihnen komplexe Texte wie die Wilhelm von Humboldts (1767\u20131835), pikanterweise ein Urheber des modernen preu\u00dfisch-deutschen Bildungssystems, zu erschlie\u00dfen, bed\u00fcrfe es \u201eerheblicher Einhilfen\u201c. Auch bereite eigensprachliche Reproduktion Schwierigkeiten. Texte k\u00f6nnten in der Regel nicht \u201ekomplex, systematisch vollst\u00e4ndig und in eigenen Worten\u201c zusammengefa\u00dft werden. Nicht einmal der Gedankengang werde strukturiert, in Haupt- und Nebenargumente getrennt, so da\u00df der Interpret keine Bedeutungshierarchie freilege. Deshalb markiere er mit dem Marker kurzerhand alles \u2013 einfarbig.<br \/>\n&#8230; Alles vom 14.12.2018 von Wolfgang M\u00fcller zu &#8222;Abitur hei\u00dft nicht Hochschulreife &#8211;<br \/>\nRabenschwarze Betrachtungen zu Bildung, Schule und Universit\u00e4t in der \u00c4ra Merkel&#8220;<br \/>\nbitte lesen in: Junge Freiheit 51\/18, Seite 19, <a href=\"https:\/\/www.jungefreiheit.de\">https:\/\/www.jungefreiheit.de<\/a><br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Nicht abgelegte kindliche Egozentrik der Studierenden<\/strong><br \/>\nKritik wird als <a title=\"Naivitaet\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/naivitaet\/\">narzi\u00dftische Kr\u00e4nkung<\/a> empfunden: Wie Sprache und Denken korrelieren, <em>\u201eschlechter Stil faules Denken verr\u00e4t\u201c (Friedrich Nietzsche)<\/em>, ungen\u00fcgende Grammatikkenntnisse Barrieren intellektueller Realit\u00e4tsverarbeitung darstellen, demonstriert Ladenthin am gest\u00f6rten Verh\u00e4ltnis zum Konjunktiv I, an der Verwechslung konditionaler Aussagen mit kausalen Erkl\u00e4rungen, an der Unf\u00e4higkeit, Theorien als Theorien zu referieren. Aus \u201eA stellt die These auf, das Bildungssystem ist ungerecht\u201c werde etwa im Referat eine unmittelbar realit\u00e4tsbezogene Aussage: \u201eDas Bildungssystem ist ungerecht.\u201c<br \/>\nDiese nahezu autistische Weigerung, mit der Wirklichkeit Kontakt aufzunehmen, erkl\u00e4rt Ladenthin mit Jean Piaget: Es handle sich um \u201e<strong><em>nicht abgelegte <a title=\"Infantil\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/infantil\/\">kindliche Egozentrik<\/a><\/em><\/strong>\u201c. Zu deren Kultivierung bot die Sch\u00f6nwetter-Demokratie der Bundesrepublik mit ihrem Mangel an authentischer Lebenserfahrung ideale Voraussetzungen. Etwas anderes als die eigene Wirklichkeit, das Hier und Jetzt, ohne historisches Bewu\u00dftsein, ist ihren Gesch\u00f6pfen nicht vorstellbar.<br \/>\nDaher geh\u00f6re \u201egeringe Frustrationstoleranz\u201c, das aus US-Seminaren importierte \u201eSchneefl\u00f6ckchen\u201c-Syndrom, inzwischen zum seelischen Normalhaushalt auch deutscher Studenten. Lernen und Kritik werde als narzi\u00dftische Kr\u00e4nkung empfunden.<br \/>\nNach drei\u00dfig Dozenten-Jahren, so berichtete der konsternierte Ladenthin, habe er erstmals erfahren m\u00fcssen, da\u00df Studierende nach der Kritik an ihrem Gruppenreferat in Tr\u00e4nen ausbrachen. Dazu passe die zunehmende Unselbst\u00e4ndigkeit dieser jungen Erwachsenen, die beim Lernen und in Pr\u00fcfungen davon ausgingen, andere w\u00fcrden alles Wichtige f\u00fcr sie erledigen.<br \/>\nEigenes Denken gerate folglich aus der Mode. Problembewu\u00dftsein? Weitgehend Fehlanzeige. Sinn f\u00fcr die Komplexit\u00e4t des Daseins und den nicht relativierbaren Sinn lebensweltlicher Entscheidungen? \u201eFehlen nahezu v\u00f6llig.\u201c Desto rigoroser w\u00fcrden eigene Erfahrungen verabsolutiert. Wissenschaftliche Aussagen seien mithin \u201eAnsichtssage\u201c. Es gebe \u201eeh keine Wahrheit\u201c. Universit\u00e4res Wissen sei allenfalls pr\u00fcfungsrelevant, d\u00fcrfe danach aber ohne Schaden vergessen werden.<br \/>\n&#8230; Alles vom 14.12.2018 von Wolfgang M\u00fcller zu &#8222;Abitur hei\u00dft nicht Hochschulreife &#8211;<br \/>\nRabenschwarze Betrachtungen zu Bildung, Schule und Universit\u00e4t in der \u00c4ra Merkel&#8220;<br \/>\nbitte lesen in: Junge Freiheit 51\/18, Seite 19, <a href=\"https:\/\/www.jungefreiheit.de\">https:\/\/www.jungefreiheit.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Abiturnoten werden immer besser: In Hessen 2,46 in 2009 auf 2,42 in 2013, die Rate der 1,0-Abiture stieg von 1,2% auf 1,6% eines Jahrgangs. 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