{"id":68805,"date":"2018-11-12T08:47:48","date_gmt":"2018-11-12T07:47:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=68805"},"modified":"2018-11-12T08:52:17","modified_gmt":"2018-11-12T07:52:17","slug":"schulweg-ist-der-beste-weg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/schulweg-ist-der-beste-weg\/","title":{"rendered":"Schulweg ist der beste Weg"},"content":{"rendered":"<p>Abb\u00e9 Alphonse ist \u00fcberzeugt: &#8222;So schaffen wir das in <a title=\"Afrika\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/afrika\/\">Afrika<\/a> selbst und m\u00fcssen nicht <a title=\"Afrika-Exodus\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/afrika\/afrika-exodus\/\">gef\u00e4hrliche Fluchtwege<\/a> ins <a title=\"Afrika retten \u2013 Groessenwahn D\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/afrika-retten-groessenwahn-d\/\">Paradies<\/a> Deutschland antreten.&#8220; Das Bild von den Wei\u00dfen, die alles haben, wissen und k\u00f6nnen, m\u00fcsse revidiert werden. Sein Ziel ist es, den <a title=\"Afrika \u2013 Exodus junger Maenner\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/afrika-exodus-junger-maenner\/\">fatalistischen Zustand<\/a> der <a title=\"Afrikas Jugend wird emigriert\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/afrikas-jugend-wird-emigriert\/\">Afrikaner<\/a> zu beenden. &#8222;<a title=\"Afrika retten \u2013 Groessenwahn D\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/afrika-retten-groessenwahn-d\/\">Afrika ist reich<\/a>. Und mit einem kritischen statt einem naiven Bewusstsein k\u00f6nnen wir das nutzen.&#8220;<!--more--><\/p>\n<p>Als Abb\u00e9 Alphonse Ndabiseruye 1995 erstmals nach Deutschland kam, war er schwer verletzt. In Burundi hatten ethnische Konflikte einen B\u00fcrgerkrieg ausgel\u00f6st und er trug 23 Schusswunden davon. Sein Bischof schickte ihn nach Neuss zur Behandlung. Es blieben 100 kleine Splitter im K\u00f6rper zur\u00fcck. Sie begleiten den <a title=\"Katholisch\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/katholisch\/\">Professor f\u00fcr Theologie<\/a> bis heute. Und vielleicht sind sie es, die ihn st\u00e4ndig antreiben, sein Land zu ver\u00e4ndern \u2013 durch Bildung. In <a title=\"Heitersheim\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/heitersheim\/\">Heitersheim<\/a> hatte er zwischenzeitlich eine zweite Heimat gefunden. Was ist aus seinem Engagement geworden?<br \/>\n.<br \/>\nJa, es hat gedauert, bis Abb\u00e9 Alphonse in seine Heimat zur\u00fcckkehrte. Nachdem es ihm gesundheitlich besser ging, lernte er erst mal Deutsch. Im September 1996 kam er als Student nach Freiburg und als Aushilfspfarrer nach Heitersheim mit Wohnung im Pfarrhaus. Freundschaften wurden geschlossen und gemeinsam ein Waisenhausprojekt in Burundi unterst\u00fctzt. Bis Oktober 1998. Es folgten vier Jahre bei den Lioba-Schwestern in Freiburg-G\u00fcnterstal, wo er seine Promotion 2002 vorbereitete.<br \/>\nNach einem Jahr Pause startete er im April 2003 die Erfolgsgeschichte seines Schulprojektes &#8222;Ecole Mahoro&#8220; \u2013 Schule des Friedens \u2013 in seinem Heimatort Kimina in der Provinz Bujumbura. Er wollte, dass die <a title=\"Afrika-Geburten\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/afrika\/afrika-geburten\/\">Kinder<\/a>, die jeden Morgen viele Kilometer barfu\u00df zu den wenigen Schulen laufen mussten, eine Grundschule bekommen. Parallel dazu begann Abb\u00e9 Alphonse in Freiburg seine Habilitationsschrift zum Thema &#8222;Bewusstseinsbildung zur Mentalit\u00e4ts\u00e4nderung und Entwicklung als Aufgabe der Kirche in Burundi&#8220;, die er 2007 als Professor abschloss.<br \/>\nAn der Universit\u00e4t in W\u00fcrzburg bekam er einen Lehrstuhl mit einem Elf-Jahres-Vertrag angeboten. Aber er entschied sich f\u00fcr die Heimat und arbeitet dort seit Juli 2008 in der Hauptstadt Bujumbura als Leiter der Di\u00f6zesan Entwicklungsorganisation und Caritasdirektor. Sein Schulprojekt verlor er dabei nie aus den Augen. Aber auch seine Freunde in Deutschland und der Schweiz nicht. Jedes Jahr verbringt er hier seinen einmonatigen Urlaub, h\u00e4lt Vortr\u00e4ge \u00fcber die Projektfortschritte, dankt allen f\u00fcr die Unterst\u00fctzung und motiviert auf seine gewinnende Art zu weiterer Spendent\u00e4tigkeit.<br \/>\nBildungsprojekte: Was mit 351 Grundsch\u00fclern begann, bietet nach 15 Jahren 1134 Kindern und Jugendlichen im Kindergarten, in einer neunj\u00e4hrigen Basisschule und in einem Gymnasium mit Schulkantine Bildung f\u00fcrs Leben. Zudem sind rund 200 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler in Internaten f\u00fcr Jungen und M\u00e4dchen untergebracht. Eine Krankenstation gibt es ebenfalls. In diesem Jahr konnte noch ein Gotteshaus gebaut werden. Die St. Kizito-Kirche wurde im Juni 2018 eingeweiht. Allerdings fehlt es noch an B\u00e4nken und an der Einrichtung der Sakristei. Priorit\u00e4t hat jedoch der Bau einer Bibliothek. Burundi soll nicht l\u00e4nger ein Land ohne B\u00fccher sein.<br \/>\n.<br \/>\nAbb\u00e9 Alphonse folgt dem Leitspruch: &#8222;<strong><em>Der beste Weg aus der Armut ist der Schulweg.<\/em><\/strong>&#8220; Credo dabei sind die drei &#8222;Hs&#8220; &#8211; Hirn, Herz und H\u00e4nde. Es braucht das Hirn f\u00fcr ein kritisches Bewusstsein, f\u00fcr Reflexion, Ideen, Kreativit\u00e4t und Initiativen. &#8222;Denn der Kopf ist das erste Kapital des Menschen&#8220;, wei\u00df er. Ohne Herz, glaubt er, werde Intelligenz jedoch zur List. Deshalb ist ihm die Vermittlung von Humanit\u00e4t, Herzens- und Glaubenswerten wichtig. Um Dinge umzusetzen, sind praktisches Engagement n\u00f6tig und H\u00e4nde, die kraftvoll zupacken.<br \/>\nAbb\u00e9 Alphonse ist \u00fcberzeugt: &#8222;So schaffen wir das in Afrika selbst und m\u00fcssen nicht gef\u00e4hrliche Fluchtwege ins Paradies Deutschland antreten.&#8220; Das Bild von den Wei\u00dfen, die alles haben, wissen und k\u00f6nnen, m\u00fcsse revidiert werden. Sein Ziel ist es, den fatalistischen Zustand der Afrikaner zu beenden. &#8222;<em><strong>Afrika ist reich. Und mit einem kritischen statt einem naiven Bewusstsein k\u00f6nnen wir das nutzen.&#8220;<\/strong><\/em><br \/>\n.<br \/>\nDaran will er arbeiten. Wachr\u00fctteln. Aber schon Einstein habe gesagt: &#8222;Es ist leichter ein Atom zu spalten, als eine Mentalit\u00e4t zu \u00e4ndern.&#8220; Deshalb bleibt Abb\u00e9 Alphonse hartn\u00e4ckig dran. Jedes Jahr besucht er in Deutschland und der Schweiz befreundete Partnerschulen und Partnerpfarreien. Mit Bildvortr\u00e4gen berichtet er \u00fcber den Fortschritt der Projekte und dankt. Denn oft haben die Schulen mit Spendenl\u00e4ufen und Pfarreien mit regelm\u00e4\u00dfigen oder einmaligen Aktionen Bauabschnitte und Anschaffungen unterst\u00fctzt. Dazu geh\u00f6ren auch die Realschule in Breisach und das Kreisgymnasium in Neuenburg, ebenso wie die Pfarreien St. Bartholom\u00e4us in Heitersheim und St. Agnes in Eschbach.<br \/>\n.<br \/>\nVor drei Jahren haben Freunde aus Deutschland und der Schweiz den &#8222;F\u00f6rderverein Ecole-Mahoro e.V.&#8220; gegr\u00fcndet und beim Amtsgericht Freiburg registriert, um Spendenquittungen ausstellen zu k\u00f6nnen. Dadurch wird eine unb\u00fcrokratische Unterst\u00fctzung der Projekte m\u00f6glich ohne hohe Verwaltungskosten. Vorsitzender des Vereins ist Karl-Heinz Herma aus Eschbach. Seine Stellvertreterin ist Ingrid Thomma aus Heitersheim. Die ehrenamtlichen Mitglieder organisieren Spendenaktionen oder helfen durch ihren Mitgliedsbeitrag. Neben der Finanzierung von Projekten ist auch eine Patenschaft f\u00fcr sehr arme Kinder oder Kinder mit Behinderung m\u00f6glich.<br \/>\n12.11.2018, Sabine Model<br \/>\n.<br \/>\n<em>Spenden sind m\u00f6glich an den F\u00f6rderverein Ecole Mahoro e.V.,<\/em><br \/>\n<em>IBAN: DE51680923000004106008,<\/em><br \/>\n<em>BIC:GENODE61STF, Verwendungszweck: Ecole-Mahoro\/Burundi. <\/em><br \/>\n<em>Mehr Infos unter Tel. 07634\/552144 oder 07634\/594707<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.ecole-mahoro.bi\/\">https:\/\/www.ecole-mahoro.bi\/<\/a><br \/>\n<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abb\u00e9 Alphonse ist \u00fcberzeugt: &#8222;So schaffen wir das in Afrika selbst und m\u00fcssen nicht gef\u00e4hrliche Fluchtwege ins Paradies Deutschland antreten.&#8220; Das Bild von den Wei\u00dfen, die alles haben, wissen und k\u00f6nnen, m\u00fcsse revidiert werden. 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