{"id":68205,"date":"2018-09-22T19:19:27","date_gmt":"2018-09-22T17:19:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=68205"},"modified":"2019-12-03T19:45:44","modified_gmt":"2019-12-03T18:45:44","slug":"gemeingueter-und-dankbarkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/gemeingueter-und-dankbarkeit\/","title":{"rendered":"Gemeingueter und Dankbarkeit"},"content":{"rendered":"<p>Ist Deutschland ein Land von <a title=\"Rassismus\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/rassismus\/\">Rassismus<\/a> und <a title=\"Ueberfremdung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/integration\/ueberfremdung\/\">Fremdenfeindlichkeit<\/a>? Wer all den &#8222;<a title=\"Chemnitz: Hetzjagd war L\u00fcge\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/chemnitz-hetzjagd-war-luege\/\">Hetzjagden<\/a>&#8222;-<a title=\"Journalismus\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/journalismus\/\">Berichten<\/a> zu Chemnitz vertraut &#8211; ja. Auch im <a title=\"Ausland\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/ausland\/\">Ausland<\/a> ist das gute seit der <a title=\"Nationalismus und Fussball-WM\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/nationalismus-und-fussball-wm\/\">Fussball<\/a>-WM 2006 erworbene Sommerm\u00e4rchen-Image dahin. Statt &#8222;Die Welt zu Gast bei Freunden&#8220; nun &#8222;Die Deutschen als Volk von Nazis und Ausl\u00e4nderhassern&#8220;. Von unseren Verwandten aus den USA erhalten wir besorgte Mails. <!--more-->Unseren Antworten, dass man auch in <a title=\"Chemnitz-Messermord26-08-2018\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/chemnitz-messermord26-08-2018\/\">Chemnitz<\/a> sicher auf die Stra\u00dfe gehen kann, ohne von <a title=\"Nazi\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/juden\/nazi\/\">neuen Nazis<\/a> \u00fcberfallen zu werden, glauben sie nicht. Die<em> &#8222;Hetzjagden auf Menschen anderen Aussehens, anderer Herkunft<\/em>&#8220; (Regierungssprecher Seibert) wurden von den <a title=\"Medien\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/\">Medien<\/a> weltweit verbreitet, auch wenn sie inzwischen als L\u00fcge dementiert worden sind:\u00a0 So Sachsens Ministerpr\u00e4sident Kretschmer (CDU) in der Regierungserkl\u00e4rung am 5.9.2018:<br \/>\n\u201cEs gab keinen Mob,<br \/>\nes gab keine Hetzjagd und<br \/>\nes gab keine Pogrome in dieser Stadt.\u201d<br \/>\nDie Realit\u00e4t: Beim <a title=\"Unsere rechte schiefe Ebene\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/unsere-rechte-schiefe-ebene\/\">Rechtsextremismus<\/a> durch Neo-Nazis rangiert <a title=\"Deutschland-verrecke\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/deutschland-verrecke\/\">Deutschland<\/a> in der <a title=\"EU-Migration\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/eu-migration\/\">EU<\/a> seit Jahren erfreulicherweise und unver\u00e4ndert am unteren Ende der Skala.<\/p>\n<p><strong>Ursache f\u00fcr Fremdenfeindlichkeit ist nicht Rassismus, sondern der drohende Verlust der Gemeing\u00fcter.<\/strong><br \/>\nDazu Gerd Held (s.u.): &#8222;Die Bedrohung besteht nicht darin, dass hier Menschen agieren, die eine andere Hautfarbe, andere Blutsverwandtschaften oder ein Herkunft von einem anderen \u201eBoden\u201c haben. Solche biologischen, naturalistischen \u201eFremdheiten\u201c sind kein prinzipielles Hindernis, um modern zu sein.&#8220;<br \/>\nStattdessen sehen die B\u00fcrger ihre \u00fcber Generationen hinweg aufgebauten Gemeing\u00fcter (Commons) wie Bildung, Sozialkassen, Innere Sicherheit, Gesundheitswesen, \u00f6ffentl. Raum, Infrastruktur, Rechtssystem, &#8230; durch die Massenimmigration bedroht.<br \/>\nDazu Gerd Held weiter: &#8222;Dies \u2013 und nicht irgendwelche (Vor-)Urteile \u00fcber unterschiedliche Menschen \u2013 ist der Grundkonflikt, der die Migration so brisant macht. Das Einwandern in ein Land und die Bildung von Gemeing\u00fctern durch dieses Land sind zwei wesensverschiedene Dinge. Die Immigration nutzt die fertigen Gemeing\u00fcter, die das Land in einem m\u00fchevollen, langwierigen Aufbauprozess gebildet hat. Wo daher eine massenhafte, willk\u00fcrliche Migration auf ein institutionell und zivilisatorisch entwickeltes Land st\u00f6\u00dft, wird sie zum Raubbau und zur Zerst\u00f6rung. \u201eMigration\u201c und \u201eGemeing\u00fcter\u201c befinden sich in einem Grundkonflikt. Migration bedeutet, sich durch eine simple Ortsver\u00e4nderung Zugang zu den Ergebnissen einer langwierigen Aufbauanstrengung anderer Menschen zu verschaffen. Wird Migration nicht eingehegt, wird sie zur Enteignung und stellt eine eklatante soziale Ungerechtigkeit dar. Hier ist inzwischen wirklich eine neue \u201esoziale Frage\u201c entstanden.&#8220;<br \/>\n&#8230;<br \/>\n&#8222;Die <a title=\"Commons\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/commons\/\">Gemeing\u00fcter (Commons)<\/a> als kritischer, rationaler Ma\u00dfstab: Vielleicht hat es der Leser bemerkt: Ich habe die Bedrohung, die die heutige Massenmigration f\u00fcr die Errungenschaften der Neuzeit darstellt, mit aller Sch\u00e4rfe beschrieben. Aber ich bin ganz ohne Grundsatzurteile \u00fcber Menschen, V\u00f6lker und Weltregionen ausgekommen \u2013 ganz ohne \u201eFremdenfeindlichkeit\u201c und erst recht ohne \u201eRassismus\u201c. Die Gemeing\u00fcter (die \u201eCommons\u201c, die \u201eres publica\u201c) sind entscheidend. Sie sind der Ma\u00dfstab, an dem Unterschiede des institutionellen und zivilisatorischen Entwicklungsstandes und historische Errungenschaften messbar sind.<br \/>\nDer so oft in Bezug auf die Migranten geforderte Blick auf den reinen \u201enackten\u201c Menschen abstrahiert von diesen Unterschieden. Dieser Blick hilft ihnen nicht, sondern h\u00e4lt sie in ihren Bedingungen gefangen. Er ist das Gegenteil von Aufkl\u00e4rung. Die Migrationskrise kann und muss also anders verstanden werden: als eine Unvereinbarkeit zwischen Massenmigration und Gemeing\u00fctern. Als ein Konflikt, der sich nicht an den Unterschieden \u201ezwischen Menschen\u201c entz\u00fcndet, sondern an dem Unterschied zwischen Aufbau durch eigene Leistung und Zugriff durch blo\u00dfe Einwanderung. An den Unterschieden zwischen Entwicklungsstufen bei Institutionen und Zivilisation. Der leichte Zugang durch Zuwanderung wird hier zu einem Vorgang der Enteignung. Zu einem sozialen Konflikt. Die Diskussion \u00fcber die Migrationskrise braucht eine Pr\u00e4zisierung und Sch\u00e4rfung ihrer Grundbegriffe.<\/p>\n<p>Die irrsinnige Erz\u00e4hlung von der \u201eAusl\u00e4nderfeindlichkeit\u201c<br \/>\nWenn man einmal in Ruhe zuh\u00f6rt, was die B\u00fcrger an der Migrationswelle am meisten erz\u00fcrnt, sind es mitnichten irgendwelche v\u00f6lkisch-rassischen Eigenschaften der Migranten, sondern ihre \u00dcbergriffe auf das in Deutschland Geschaffene. Auch wenn die B\u00fcrger das Wort \u201eGemeing\u00fcter\u201c selten gebrauchen, so sind es doch die Erfahrungen in Bahnen und Bussen, auf \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen, in der Schule, beim Zugang zu Sozialleistungen, die sie am meisten bewegen. Vor diesem Hintergrund wird klar, was f\u00fcr ein Irrsinn die ganze Kampagne gegen eine neue \u201eGefahr von rechts\u201c ist. Die Ablehnung und Abwehr gegen die Massenmigration ist generell in L\u00e4ndern stark, die starke Commons kennen und deren B\u00fcrger sich diesen Commons verbunden f\u00fchlen. Es geht nicht um die menschlichen Eigenheiten der Fremden. Es geht um ihr Handeln als Migranten. Der Unterschied, an dem sich die Kritik der Massenmigration entz\u00fcndet, ist der Unterschied zwischen dem Aufbau von Gemeing\u00fctern und dem Missbrauch von Gemeing\u00fctern.&#8220;<br \/>\n.<\/p>\n<p>Gemeing\u00fcter werden auch als Commons, &#8222;Res Publica&#8220;, Club-G\u00fcter (<a title=\"Sinn\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/sinn\/\">Hans-Werner Sinn<\/a>), Kulturelles Kapital (<a title=\"Reichtum Leistungsbereitschaft\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/reichtum-leistungsbereitschaft\/\">Rolf Peter Sieferle<\/a>), Sozialkapital (<a title=\"Sozialkapital\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/sozialkapital\/\">Alexander Dill<\/a>) bezeichnet. Sie geh\u00f6ren weder dem Staat noch der Regierung, letztere ist lediglich mit deren Erhaltung beauftragt. Im Grunde ist die Bewahrung der Gemeing\u00fcter die wichtigste Aufgabe der handelnden Politik.<\/p>\n<p>Warum lassen wir es kritiklos zu, dass immer mehr Migranten ins Land kommen und viele unsere Gemeing\u00fcter nicht sch\u00e4tzen bzw. sich ihrer bem\u00e4chtigen? Uns fehlt es an Dankbarkeit gegen\u00fcber den von unseren Vorfahren geschaffenen und \u00fcber Generationen hinweg tradierten Gemeing\u00fctern &#8211; entsprechend gering ist die Wertsch\u00e4tzung, die wir ihnen entgegenbringen.<br \/>\n<a title=\"Aufklaerung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/aufklaerung\/\">Immanuel Kant<\/a> mahnt mit &#8222;Dankbarkeit ist Pflicht&#8220; den intergenerationellen Transfer an: Die Zeitgenossen nehmen den kulturellen Reichtum bzw. die Gemeing\u00fcter dankend an, um ihn an die n\u00e4chste Generation weiterzugeben. Dankbarkeit gegen\u00fcber der kulturellen Vergangenheit ist Voraussetzung f\u00fcr unseres gesellschaftliches Selbstverst\u00e4ndnis, f\u00fcr unsere Demokratie. Wenn wir den Gemeing\u00fctern keine Dankbarkeit mehr entgegenbringen, dann haben wir die Wertsch\u00e4tzung verloren. Sie sind f\u00fcr wertlos (siehe Beitrag &#8222;Ohne kulturelle Dankbarkeit keine Demokratie&#8220; weiter unten).<\/p>\n<p>Ist Deutschland ein Land von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit?<br \/>\nNein, meinen die zur Migration entschlossenen Afrikaner, Araber, Iraner, Afghani usw.. Sie orientieren sich weiterhin an den\u00a0 offiziellen Websites deutscher Beh\u00f6rden, die ihnen auch bei abgelehntem <a title=\"Asyl \u2013 Antrag online \u2013 Migration\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/asyl-antrag-online-migration\/\">Asylbescheid<\/a> nach wie vor die weltweit h\u00f6chste Sozialtransfers bei langem Bleiberecht garantieren.<br \/>\n22.9.2018 (eine Zusammenfassung finden Sie ganz unten)<\/p>\n<p>&#8230;. Alles zum oben zitierten Beitrag von Gerd Held vom 13.9.2018 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/wenn_migration_zum_angriff_auf_die_gemeingueter_wird\">https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/wenn_migration_zum_angriff_auf_die_gemeingueter_wird<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sozialstaat oder offene Grenzen<br \/>\n<\/strong>Lieber Herr Held, mit Ihren Ausf\u00fchrungen best\u00e4tigen Sie ja letztendlich die alte Erkenntnis von Milton Friedman, dass man entweder einen Sozialstaat haben kann oder offene Grenzen, aber nicht beides zusammen. Unbegrenzte Einwanderung in einen bisher abgegrenzten Sozialstaat f\u00fchrt zwangsl\u00e4ufig zur \u00dcbernutzung der \u00fcberkommenen Gemeing\u00fcter. Die Reaktion der Gesellschaft ist dann zwangsl\u00e4ufig die Abschaffung der Gemeing\u00fcter: niemand zahlt mehr in ein Fass ohne Boden ein, aus dem er niemals mehr etwas zu erwarten hat. Dies ist dann eben die Abschaffung des Sozialstaats als einzige M\u00f6glichkeit, um der Ausbeutung der Gemeing\u00fcter zu entkommen. Diese Dynamik der unbegrenzten Einwanderung wird in der Debatte v\u00f6llig ausgeblendet.<br \/>\n13.9.2018, J\u00fcrgen Struckmeier, AO<\/p>\n<p><strong>Kosten<\/strong><br \/>\nProf. Raffelh\u00fcschen hat f\u00fcr die Fl\u00fcchtlingskosten p.P. = 450.000 \u20ac berechnet. Prof. Sinn h\u00e4lt diese Kosten f\u00fcr optimistisch, da man nicht davon ausgehen kann, dass die unterqualifizierten, neuen Zuwanderer so schnell in den Arbeitsprozess kommen, wie fr\u00fcher. Sinn meint, dass viele Deutsche nicht begriffen h\u00e4tten, dass die Kosten nur begrenzt werden k\u00f6nnen, wenn die Zuwanderung gestoppt w\u00fcrde: \u201cOhne Z\u00e4une ist die Zuwanderung nicht beherrschbar.\u201d Raffelh\u00fcschen kommt auf 900 &#8211; 1.500 Millirden \u20ac Gesamtkosten f\u00fcr die n\u00e4chsten 25 Jahre. Bislang sollen diese Kosten bei rd. 20 Mrd. \u20ac \/ p.a. gelegen haben, was stark untertrieben ist. Die Kosten aus allen gesellsch. Aufw\u00e4ndungen sind freilich nicht sch\u00e4tzbar. Da das Verhalten\u2014und damit die Kosten aus der Integrationsverweigerung\u2014nicht kalkulierbar sind. Es besteht zudem kein Interesse der Regierung daran, die Bev\u00f6lkerung mit hohen Zahlen zu verschrecken.<br \/>\n13.9.2018, Andres Dairie, AO<\/p>\n<p><strong>Grundgsetz ist mehr als nur Niederschrift der Gemeing\u00fcter<\/strong><br \/>\nEs gibt kein \u201cWir\u201d oder \u201cunser\u201d ohne ein \u201cDie\u201d und \u201cderen\u201d. Identit\u00e4t entsteht durch Abgrenzung und Ausgrenzung. Diese elementare Wahrheit au\u00dfer Acht zu lassen und gar eine Ideologie des \u201cgrenzenlosen Wir alle\u201d zu fordern und zu f\u00f6rdern, ist so naiv und dumm, wie teuflisch. Zudem erscheint das gro\u00dfe Ganze auch noch zutiefst verlogen, denn das links-gr\u00fcn-kapitalistische Establishment meint mit \u201cWir\u201d gar nicht alle, sondern nur \u201cuns\u201d, also doch nur die anderen und nicht sich selbst. Die Ideologie der Willensnationen von Menschen aller Herkunft, Hautfarbe, Religion usw. , die ihrerseits dann wiederum aufgehen soll in einem gro\u00dfen \u201cWir alle zusammen auf der Welt\u201d ist nichts weiter als eine gigantische L\u00fcge und eine Katze, die sich selbst in den Schwanz bei\u00dft, nachdem sie aus dem Sack gelassen wurde. Am Ende bleiben unterm Strich n\u00e4mlich nur die privilegierten, kosmopolitischen Bessermenschen auf der einen Seite und der P\u00f6bel auf der anderen Seite \u00fcbrig. Gemeing\u00fcter kann man nicht verordnen. Sie sind , wenn sie nicht organisch gewachsen sind, nur Gemeinpl\u00e4tze, ohne wirkliche R\u00fcckbindung des Individuums. Bedrucktes Papier versammelt keine Menschenmassen hinter sich. Das Grundgesetz z.B. als eine Niederschrift der Gemeing\u00fcter ist das Papier nicht wert auf dem es gedruckt ist, wenn nicht eine \u00fcber Generationen hinweg gewachsene \u00dcberzeugung und Lebensart dahinter steckt. Die blo\u00dfe nach au\u00dfen hin gerichtete Anerkennung eines Gesetzestextes oder ein Lippenbekenntnis zu einer freiheitlichen Gesellschaft, macht aus einem Zugereisten weder einen B\u00fcrger dieses Landes, noch ein tragf\u00e4higes Mitglied dieser Gesellschaft. Erst die Identifikation mit diesem Land und die Abgrenzung zur Herkunftsgesellschaft macht aus einem Zugereisten eben einen Deutschen<br \/>\n13.9.2018, Paul Diehl , AO<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Das verschleuderte Gemeingut \u2013 ein Nachtrag zu Gerd Held<\/strong><br \/>\nVon Gerd Held finden sie auf achgut.com eine treffende Analyse dessen, was wirklich hinter dem von der Migrationskrise ausgel\u00f6sten Unwohlsein, dem allgemeinen Grummeln, Murren und den Protesten steckt. Es geht eben gerade nicht um die vorschnell unterstellte Fremdenfeindlichkeit, Rassismen aller Art oder politische Abdrift nach Neunzehnhundertschwarzwei\u00df, sondern allein um die Frage, mit welcher Dreistigkeit die Bundesregierung unsere Gemeing\u00fcter verschleudert und wer willens und in der Lage ist, das zu erkennen.<br \/>\nDie Gemeing\u00fcter, von denen Gerd Held spricht, sind zum Beispiel die Innere Sicherheit, Landesverteidigung, Sozialkassen, Bildungswesen, Rechtssystem, Infrastruktur. All die Institutionen also, an deren Aufbau, Ausstattung und Funktionieren wir hier im Land jahrzehntelang hart gearbeitet haben, sind substanziell unter Druck durch ungesteuerte Zuwanderung von Profiteuren, die letztlich zwar die \u00c4pfel pfl\u00fccken, den Baum aber nie mitgepflegt haben.<\/p>\n<p>Die Vorstellung, das k\u00f6nnte irgendwie noch gut f\u00fcr uns ausgehen, wenn die Zuwanderer nur deutlich mehr Potenzial mitbringen, als sie an Gemeingut aufzehren, entstammt ganz offensichtlich mathematisch unterdurchschnittlich begabten Geistern. Gemeing\u00fcter geh\u00f6ren jedoch nicht einem anonymen Staat oder einer Regierung, diese sind lediglich mit deren Schutz und Erhaltung beauftragt. Diese Bewahrung der Gemeing\u00fcter ist die vordringliche, wenn nicht gar einzige Aufgabe der handelnden Politik \u2013 und dieser Aufgabe kommt sie aktuell mehr schlecht als recht nach.<\/p>\n<p>Einen Aspekt m\u00f6chte ich dem sehr lesenswerten Beitrag von Gerd Held noch hinzuf\u00fcgen \u2013 und dieser Aspekt wird besonders deutlich, wenn man sich die Struktur der Proteste ansieht, die das Land durchziehen. Das, was die Medien und viele Politiker als aufkeimende braune Gefahr heraufbeschw\u00f6ren, entpuppt sich bei n\u00e4herem Hinsehen n\u00e4mlich keinesfalls als die renitente Jugend, der zu allen Zeiten Revolutionen und Umst\u00fcrze zuzutrauen waren, sondern als Generation 40\u201350plus \u2013 jene also, die durch ihr Berufsleben den immanenten Wert unserer funktionierenden Gemeing\u00fcter nicht nur wertsch\u00e4tzen, sondern selbst mit erzeugt und solidarisch finanziert haben.<br \/>\nIm Osten wird dies noch verst\u00e4rkt durch die Erfahrung, wie sich der Missbrauch von Gemeing\u00fctern (etwa Justiz, Innere Sicherheit) gegen diejenigen richten kann, die diese Gemeing\u00fcter erst schufen. Die DDR endete mit dem totalen Zusammenbruch aller Gemeing\u00fcter, der vorausgegangene Kippvorgang und die sich dabei einstellenden Schwindelgef\u00fchle haben sich in das Ged\u00e4chtnis der Ostdeutschen gerade dieser Generation tief eingebrannt.<\/p>\n<p>Naturkonstanten ohne Geschichte?\u00a0Ein Blick zur \u201eanderen Seite\u201c der Barrikade \u2013 also zum Beispiel auf viele Vertreter von SPD, Linken, Gr\u00fcnen und besonders deren Jugendorganisationen, auf die vermummten Antifanten und alternativen Szenen \u2013 offenbart, dass dort der Missbrauch und die Erosion der Gemeing\u00fcter gar nicht als solche erkannt wird. Sie haben diese \u201eB\u00e4ume\u201c nie wachsen sehen, f\u00fcr sie sind dies alles Naturkonstanten ohne Geschichte, mit endloser Zukunft und unbegrenzter Belastbarkeit \u2013 und die optimistischen \u00c4u\u00dferungen der Politik, die Wachstumszahlen der Wirtschaft und die Sonntagsreden best\u00e4rken sie in dieser Annahme.<br \/>\nDie \u00dcberlastung und den Raubbau am System, den Gerd Held diagnostiziert, sehen sie nicht. Doch es ist bei den Gemeing\u00fctern nicht anders als beim \u00dcberdrehen von Schrauben: nach \u201efest\u201c kommt irgendwann \u201eab\u201c. Dabei ist es gleich, auf welches Gemeingut wir blicken, die Risse und \u00dcberlastungen treten schon sehr deutlich zutage, Br\u00fcche drohen. Die Innere Sicherheit ist punktuell nicht mehr zu gew\u00e4hrleisten, die Landesverteidigung \u00e4chzt unter Missmanagement, Verschwendung und Fehlentscheidungen, die Sozialkassen werden sachfremd gepl\u00fcndert und das Bl\u00fcm-Plakat \u201eDie Rente ist sicher\u201c wurde gerade endg\u00fcltig \u00fcberklebt. Das Bildungswesen st\u00f6hnt unter maroden Schulen, Lehrermangel und der Tatsache, dass vielerorts Deutsch nur noch die Sprache der Minderheit ist, unser Rechtssystem arbeitet \u201ekultursensibel\u201c und macht lokal bereits \u201eFriedensrichtern\u201c und dem Faustrecht Platz, die Infrastruktur br\u00f6ckelt entweder bedrohlich, oder sie kommt nur m\u00fchevoll (S21) oder gar nicht (BER) an den Start. Ich breche hier ab und \u00fcberlasse den Lesern die Bewertung der Ursachen, Wirkungen und Querverbindungen dieses allgemeinen Verfalls.<br \/>\nDie Spaltung der Gesellschaft verl\u00e4uft heute zwischen jenen, die unsere Gemeing\u00fcter de facto preisgeben und verschleudern und denen, die sie erhalten und bewahren wollen. Da Preisgabe in Ruin und Untergang f\u00fchrt und deshalb das eher konservative \u201eBewahren\u201c Gebot der Stunde ist, wird eine besondere Tragik \u00fcberdeutlich: dass n\u00e4mlich die denkbar perfekteste Allespreisgeberin, Jedepositionr\u00e4umerin und Keinewerteverteidigerin, die jederzeit immer nur das tut, was ihr eine Mehrheit verschafft und sie politisch am Leben h\u00e4lt, ausgerechnet Angela Merkel ist \u2013 die Vorsitzende der gr\u00f6\u00dften \u201ekonservativen\u201c Partei Deutschlands, die unter ihrer F\u00fchrung und mit Hilfe von willigen Sekundanten wie Kauder und Altmaier ein Gemeingut nach dem anderen zur politischen Verf\u00fcgungsmasse erkl\u00e4rt. Doch der gesammelte Honig hat den Zweck, die Bienen am Leben zu halten und ins n\u00e4chste Jahr zu bringen. Wer die Waben den B\u00e4ren \u00f6ffnet, hat den Zweck und den Wert von Gemeing\u00fctern nicht verstanden. Und der Winter, so viel steht fest, wird kommen.<br \/>\n14.9.2018, Roger Letsch,<\/p>\n<p>Dieser Beitrag erscheint auch auf Roger Letschs Blog \u201eUnbesorgt\u201c<br \/>\n<a href=\"https:\/\/unbesorgt.de\/das-verschleuderte-gemeingut-ein-nachtrag-zum-artikel-von-gerd-held\/\">https:\/\/unbesorgt.de\/das-verschleuderte-gemeingut-ein-nachtrag-zum-artikel-von-gerd-held\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/das_verschleuderte_gemeingut_ein_nachtrag_zu_gerd_held\">https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/das_verschleuderte_gemeingut_ein_nachtrag_zu_gerd_held<\/a><\/p>\n<p>.<br \/>\n<strong>Jugendliche sowie infantil gebliebene Erwachsene sch\u00e4tzen Gemeing\u00fcter nicht<\/strong><br \/>\nIch habe eigentlich erst mit zunehmenden Alter ein Bewusstsein f\u00fcr Geschichte und damit auch f\u00fcr das Gewachsensein unseres Sozial- und Rechtsstaates bekommen &#8211; und auch daf\u00fcr, wie m\u00fchsam dieser errungen wurde und wie schnell er aber auch wieder zerst\u00f6rt werden kann. Ich denke, diese Problematik ist den meisten Jugendlichen nicht klar. Es KANN ihnen auch nicht klar sein. Sie sind zu jung und haben noch kaum ein Zeitverst\u00e4ndnis, geschweige denn ein Geschichtsverst\u00e4ndnis. Und so setzen sie, aber auch viele infantil gebliebene Erwachsene, unseren Nationalstaat\/Sozialstaat leichtsinnig auf\u2019s Spiel, weil sie meinen, auf ihn verzichten zu k\u00f6nnen. Zu selbstverst\u00e4ndlich ist ihnen alles geworden: Bildung\/Ausbildung, Gesundheitswesen, Infrastruktur, Kinderg\u00e4rten, Erziehungsgeld, Schwimmb\u00e4der, Sportstadien, Altersheime etc. Sie sind damit gro\u00df geworden und k\u00f6nnen sich nicht vorstellen, dass diese Errungenschaften nicht unbedingt f\u00fcr die Ewigkeit einbetoniert sind. Sie sind es gewohnt, auf ihre \u201cRechte\u201d zu pochen: auf Wohnung, Nahrung, Bildung, Urlaub, Kultur, Gesundheit, intakte Umwelt. Sie sind wie verw\u00f6hnte Kinder, die denken, es geht so flott weiter, und das Geld kommt aus dem Automaten. Es ist den Menschen (und nicht nur den Jugendlichen) nicht klar, dass jenseits des Rechtsstaats und mit vielen Migranten aus archaischen L\u00e4ndern die Herrschaft der Clans liegen k\u00f6nnte. In ihren K\u00f6pfen wabert dominierend die Idee universeller Menschenrechte, die &#8211; wenn sie von Millionen in Anspruch genommen w\u00fcrden &#8211; jeden Staat zerrei\u00dfen w\u00fcrden, also vollkommen unpraktikabel sind! Dass das manch Jugendlicher\/Erwachsener in seinem Weltverbesserungswahn nicht erkennt, ist schlimm genug, dass unsere Politiker sich blind und taub stellen f\u00fcr Kritik, ist ein Verbrechen!<br \/>\n14.9.2018, Gertraude Lenz, AO<br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>Egon Flaig: Ohne kulturelle Dankbarkeit keine Demokratie<\/strong><br \/>\nDankbarkeit gegen\u00fcber den Vorfahren: Jede Kultur verwirklicht sich durch die Kommunikation und die Interaktion zwischen den Generationen. Der kulturelle Reichtum stellt sich dar als ungeheure Ansammlung von Artefakten und Institutionen. Dieses Kapital ist geronnene Arbeit und M\u00fche, ist objektivierte T\u00e4tigkeit, akkumuliert mittels der Tradition, d. h. der Weitergabe von Errungenschaften, von Fertigkeiten und Wissen \u2013 von einer Generation an die andere. Dieser intergenerationelle Transfer \u00fcbertrifft den Transfer zwischen Kulturen um ein Vielfaches.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nDankbarkeit als Voraussetzung unseres Selbstverst\u00e4ndnisses: Dankbarkeit gegen\u00fcber der kulturellen Vergangenheit ist kardinale Voraussetzung f\u00fcr ein hinreichendes zivisches Selbstverst\u00e4ndnis, aus welchem unsere Demokratien sich n\u00e4hren. Um Missverst\u00e4ndnissen vorzubeugen: Diese Vergangenheit ist keine biologische, keine genealogische, sondern eine kulturelle. &#8230;. Denn niemals entsteht eine politische Zusammengeh\u00f6rigkeit durch die \u00f6konomischen Interessen, sondern immer nur durch gemeinsame Werte und Bez\u00fcge auf eine gemeinsame Geschichte, an denen man Halt findet und f\u00fcr die man dankbar ist. Vielleicht ben\u00f6tigen wir eine politische Philosophie der Dankbarkeit. &#8230;<br \/>\n&#8230;<br \/>\nDankbarkeit mahnt an die Verlierbarkeit des kulturellen Erbes: Alle jene (kulturelle) Errungenschaften wurden teuer errungen, und wir k\u00f6nnen sie rasch wieder verlieren. Doch genau diese Verlierbarkeit ist aus den Diskursen zur kulturellen Selbstbesinnung entwichen. Der naiv gewordene Gro\u00dfteil der medialen und politischen Eliten hat sie l\u00e4ngst aus dem Auge verloren, und auch eine zunehmende Quote der akademischen Elite bedenkt nicht mehr, dass wir alle Errungenschaften verlieren k\u00f6nnen. Falls es soweit k\u00e4me, dass man sie f\u00fcr fraglose Gegebenheiten hielte, dann mutierten wir zu amnestischen Troglodyten, die als Parasiten durch die Geschichte stolpern.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nWenn Dankbarkeit in Ablehnung umschl\u00e4gt: &#8230; Wenn die westliche Memorialkultur \u00fcberwiegend Verbrechen erinnert, dann wird der Bezug auf die kollektive Vergangenheit negativ, und dann entschwindet die Dankbarkeit gegen\u00fcber jeglicher vorangegangenen Generation und verkehrt sich in Ablehnung. Geschieht das, dann kommt der Gegenwart die Orientierung abhanden, und sie findet nur noch Halt in einem Hypermoralismus, der selber keine Ma\u00dfst\u00e4be mehr hat.<br \/>\n&#8230;.<br \/>\nEine undankbare Jugend wird zur orientierungslosen Jugend: Wird die junge Generation herausgel\u00f6st aus ihren intergenerationellen Verpflichtungen, dann ist sie der enormen Gewalt der Momentaneit\u00e4t wehrlos ausgeliefert, denn es kippen jene normativen und semantischen Leitplanken, die uns orientieren und davor bewahren, den l\u00e4cherlichsten Imperativen zu gehorchen und jedweden moralischen Konjunkturen anheimzufallen.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nDie Verfemung der Dankbarkeit zerst\u00f6rt die Kultur: Unsere \u00f6ffentliche Kultur leidet unter einer Verfemung der Dankbarkeit in fast allen kulturellen Hinsichten. Anspruchsberechtigte sind prinzipiell undankbar, und die gesamte mediale Welt \u2013 in gleichschrittiger Eintracht mit fast s\u00e4mtlichen NGOs \u2013 ist darauf programmiert, Anspr\u00fcche ins Absurde weiterzutreiben oder immer neue zu erfinden.<br \/>\nFreilich ist die Haltung \u201eIch schulde nichts, daher muss ich nichts r\u00fcckerstatten\u201c f\u00fcr jede Kultur selbstm\u00f6rderisch, f\u00fcr eine politische Gemeinschaft sowieso. Es sollten daher die Ausspr\u00fcche alarmieren, welche die Existenz von nationalen Kulturen \u00fcberhaupt abstreiten.<br \/>\n&#8230; Alles vom 13.12.2017 von Egon Flaig bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/ohne_kulturelle_dankbarkeit_keine_demokratie\">https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/ohne_kulturelle_dankbarkeit_keine_demokratie<\/a><\/p>\n<p><em>Egon Flaig, Professor Emeritus f\u00fcr Alte Geschichte, Autor zahlreicher B\u00fccher, u.a. Weltgeschichte der Sklaverei (2009), Gegen den Strom. F\u00fcr eine s\u00e4kulare Republik Europa (2013), Die Niederlage der politischen Vernunft (2017).<\/em><\/p>\n<p><strong>Dankbarkeit als Auftrag, die Freiheit sogar auszubauen<\/strong><br \/>\nWenn dem so ist, mache ich den Anfang. Ich bin dankbar. Vor allem Ihnen, sehr geehrter Herr Flaig, f\u00fcr die aufbauenden Worte; denn seit Jahrzehnten gehen mir \u00e4hnliche Gedanken durch den Kopf und seit Jahrzehnten merke ich zunehmend, wie selten diese Gedanken, im Gespr\u00e4ch ge\u00e4u\u00dfert, noch auf ein Gegen\u00fcber treffen, der versteht; und je j\u00fcnger das Individuum, desto kleiner ist die Chance, hier haben die von Ihnen geschilderten Ideologen oftmals schon \u201cganze Arbeit geleistet\u201d. Das Konzept der Dankbarkeit f\u00fcr all das, was \u00fcber Generationen erk\u00e4mpft, erdacht, erlitten wurde, kann durchaus die Rettung sein. Es muss ja keine Dankbarkeit in erstarrter Demut sein, vielmehr ein Auftrag, das Erworbene zu erhalten oder gar, soweit m\u00f6glich, die Freiheit sogar auszubauen.<br \/>\n14.12.2017, Andreas R\u00fchl, AO<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Zusammenfassung: Unsere Gemeing\u00fcter aus Dankbarkeit verteidigen<\/strong><br \/>\nMit Rechtsextremismus die von Angela Merkel initiierte Migrationskrise erkl\u00e4ren zu wollen, ist falsch und weder unserer Demokratie noch dem innerdeutschen West-Ost-Frieden dienlich. Die Kritik an der unkontrollierten Massenmigration ist nicht rassistisch, sondern mit dem drohenden Verlust an Gemeing\u00fctern (Commons) zu erkl\u00e4ren. Und darin ist der Osten dem Westen an Sensibilit\u00e4t gl\u00fccklicherweise voraus:<br \/>\nDie dortige Generation 40-50plus hat in 1989 den Zusammenbruch aller DDR-Gemeing\u00fcter schmerzhaft erlebt und danach selbst mitgearbeitet, neue Commons zu schaffen. Darauf ist man zu recht stolz. Im Westen hingegen waren die Gemeing\u00fcter &#8222;immer schon da&#8220;, die j\u00fcngere Generation erlebt sie als selbstverst\u00e4ndlich, kann sie vermeintlich gar nicht verlieren, und da die Memorialkultur vorwiegend an Verbrechen erinnert, erfahren diese Gemeing\u00fcter immer weniger Wert.<br \/>\nDeutschlands Osten mahnt den Westen: Wir sollten unsere Gemeing\u00fcter aus Dankbarkeit &#8211; unseren Vorfahren wie auch unseren Kindern gegen\u00fcber &#8211; verteidigen. Und wenn es die Regierung mitsamt Medien nicht tun, dann m\u00fcssen <a title=\"Apo2018\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/buergerinitiativen\/apo2018\/\">wir als B\u00fcrger<\/a> sie darauf hinweisen.<\/p>\n<p>Die Medien sollten sich ihrer Kontrollaufgabe als &#8222;<a title=\"Medien 4. Gewalt \u2013 Tabu Info\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/medien-4-gewalt-tabu-info\/\">Vierte Gewalt im Staat<\/a>&#8220; besinnen, ihre seit Merkels Machtantritt kl\u00e4gliche Rolle als GroKo-Meinungsmacher aufgeben und unabh\u00e4ngig wie ausgewogen Fakten liefern &#8211; die eigene Meinung bilden sich m\u00fcndige B\u00fcrger dann gerne selbst.\u00a0F\u00fcr TV-Talkshows hei\u00dft das: Diese sind entweder einseitig (Beispiel: Angela Merkel alleine bei Anne Will) oder aber ausgewogen vielseitig (das Parteienspektrum des Bundestags spiegelt sich in der Besetzung) zu moderieren.<br \/>\nEs ist erb\u00e4rmlich, wenn die Regierung ihr eigenes Volk (Chemnitzer, Sachsen und &#8222;Die schon l\u00e4nger hier Lebenden&#8220;) des Rassismus bezichtigt, nur weil sie die eigene Migrationspolitik nicht im Griff hat.<br \/>\nEs sind inzwischen integrierte Migranten wie Imad Karim, die die politische Lage hierzulande ehrlich zur Sprache bringen: &#8222;In Deutschland traf ich auf eine freie, offene, liberale, demokratische und aufgeschlossene Gesellschaft, die mir Respekt, w\u00fcrdevollen Umgang und menschliche Neugierde entgegenbrachte. Diesen Nazi, vor dem ich nicht zuletzt von meinen linken Mitstudenten stets gewarnt wurde, traf ich nie. Nat\u00fcrlich begegnete ich ein paar r\u00fcckw\u00e4rtsgewandten, v\u00f6lkisch bis rassistisch angehauchten Chauvinisten, aber diesen bedauerlichen Menschenschlag traf ich auch in \u00fcber 50 L\u00e4ndern, in denen ich sp\u00e4ter f\u00fcr die \u00f6ffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten Filme und Reportagen realisierte. &#8230; Als m\u00fcndiger B\u00fcrger dieses Landes bin ich der Ansicht, dass gerade diese unkontrollierte Masseneinwanderung unsere offene Gesellschaft gef\u00e4hrdet&#8220; &#8211; so <a title=\"Gemeinsame Erklaerung 2018\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/gemeinsame-erklaerung-2018\/\">Imad Karim<\/a>, geb\u00fcrtiger<a title=\"Karim\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/islam\/karim\/\"> Libanese und Muslim<\/a>, der seit \u00fcber 40 Jahren in Deutschland lebt und arbeitet, am 9. Mai 2018 in seiner\u00a0vielbeachteten\u00a0<a title=\"Hambacher-Fest\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/hambacher-fest\/\">Rede auf dem &#8222;Hambacher Fest&#8220;<\/a>.<br \/>\n22.9.2018<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ist Deutschland ein Land von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit? Wer all den &#8222;Hetzjagden&#8222;-Berichten zu Chemnitz vertraut &#8211; ja. Auch im Ausland ist das gute seit der Fussball-WM 2006 erworbene Sommerm\u00e4rchen-Image dahin. 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