{"id":67809,"date":"2018-08-06T14:16:00","date_gmt":"2018-08-06T12:16:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=67809"},"modified":"2018-08-06T14:16:50","modified_gmt":"2018-08-06T12:16:50","slug":"konformitaetsdruck-freiheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/konformitaetsdruck-freiheit\/","title":{"rendered":"Konformit\u00e4tsdruck &#8211; Freiheit"},"content":{"rendered":"<p>Droht die eigene <a title=\"Meinungsfreiheit\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/meinungsfreiheit\/\">Meinung<\/a> von der Mehrheit mi\u00dfbilligt zu werden, dann schweigen die meisten Menschen aus Isolationsfurcht. Da das eigene <a title=\"Buchmesse Meinungsfreiheit\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/buchmesse-meinungsfreiheit\/\">Schweigen<\/a> weiteres <a title=\"Diskussionskultur\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/diskussionskultur\/\">Schweigen<\/a> verursacht, spricht Elisabeth Noelle-Neumann (Demoskopieinstitut Allensbach) von der &#8222;Theorie der Schweigespirale&#8220;. Peter Graf Kielmansegg (Uni Mannheim) spricht von <a title=\"Freiheit\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/freiheit\/\">Konformit\u00e4tsdruck<\/a>, <!--more-->den oft auch intellektuelle Minderheiten mediengest\u00fctzt entfachen k\u00f6nnen: Wer sich ihm nicht beugt, hat soziale Ausgrenzung zu bef\u00fcrchten.<br \/>\n.<br \/>\nAus Isolationsfurcht bzw. <a title=\"Demokratie \u2013 Meinungsfreiheit\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/demokratie-meinungsfreiheit\/\">Konformit\u00e4tsdruck<\/a> nehmen viele B\u00fcrger das im Grundgesetz garantierte Recht auf freie <a title=\"NetzDG und Meinungsfreiheit\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/netzdg-und-meinungsfreiheit\/\">Meinungs\u00e4u\u00dferung<\/a> nicht mehr wahr. In Deutschland ist der Konformit\u00e4tsdruck besonders hoch, da hierzulande Rassismus und Populismus als Kampfbegriffe drohen. Dazu Graf Kielmannsegg: &#8222;Als hilfreich taugt ein Kernbestand an politischen Kampfbegriffen, welche die stigmatisierenden Assoziationen m\u00fchelos heraufbeschw\u00f6ren. Sie sind fast beliebig einsetzbar, weil ihnen begriffliche Trennsch\u00e4rfe fehlt. \u201eRassismus\u201c ist zur Zeit ein, wenn nicht das Paradebeispiel f\u00fcr eine solche Allzweckwaffe, \u201eRechts-Populismus\u201c ein zweites. Wer will \u201eRassist\u201c sein, wer rechter \u201ePopulist\u201c? Umgekehrt muss sich verteidigen, wer ein Wort wie Heimat in den Mund nimmt, wobei sich ein gewisses Umdenken abzeichnet.&#8220;<br \/>\nDie <a title=\"68er feiern 50 Jahre 1968-2018\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/68er-feiern-50-jahre-1968-2018\/\">\u201e68\u201d-er<\/a> haben nicht frei von Konformit\u00e4tsdruck gemacht, ihre gutmenschlichen Nachfahren aber 50 Jahre sp\u00e4ter den Inhalt von Konformit\u00e4t ge\u00e4ndert und den Druck erh\u00f6ht: Wer die linksgr\u00fcn gest\u00fctzte GroKo wie auch immer kritisiert, ist Rassist. Wer dabei keine L\u00f6sung im Detail vorlegen kann, ist Populist. Dies alles mit Unterst\u00fctzung der Qualit\u00e4tsmedien. So liegt die deutsche Diskussionskultur darnieder, die <a title=\"Demokratie braucht Opposition\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/demokratie-braucht-opposition\/\">Demokratie<\/a> ist in Gefahr. Kurt Tucholsky w\u00fcrde sagen: &#8222;Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!\u201c.<br \/>\n5.8.2018<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Frei ist der Diskurs der \u201eFl\u00fcchtlingskrise\u201d ganz und gar nicht<\/strong><br \/>\nWie sehr der <a title=\"Diskussionskultur\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/diskussionskultur\/\">demokratische Diskurs<\/a> gerade angesichts gro\u00dfer Herausforderungen auf Offenheit angewiesen ist und wie schwer Deutschland sich mit diesem Prinzip tut, hat die \u201eFl\u00fcchtlingskrise\u201d exemplarisch erhellt. Von welcher Art sind die moralischen Verpflichtungen, die das Elend der Welt einem gro\u00dfen und reichen europ\u00e4ischen Land auferlegt? Wie weit reicht das Recht eines Gemeinwesens, sich selbst in seiner Eigenart gegen die Aufnahme fremder Kulturen zu behaupten? Wo st\u00f6\u00dft die Integrationsf\u00e4higkeit einer Gesellschaft bei aller Willkommensbereitschaft an ihre Grenze? Wie kann Politik gesellschaftlichen Konsens im Umgang mit essentiellen Herausforderungen bewahren? Wie ernst sind die Sorgen sozial schwacher Gruppen zu nehmen, die in Einwanderern eine Konkurrenz auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt sehen? Antworten auf diese f\u00fcr die \u00dcberlebensf\u00e4higkeit eines demokratischen Verfassungsstaates zentralen Fragen k\u00f6nnen nur in einer Diskussion gefunden werden, die moralische Stigmatisierungen meidet und nicht ununterbrochen mit dem Totschlagsargument der \u201eFremdenfeindlichkeit\u201c operiert.<br \/>\nIn Deutschland wird bis heute nicht so diskutiert. 2015 hat sich in unmittelbarem Zusammenspiel mit der <a title=\"Massenmigration trotz Luegen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/massenmigration-trotz-luegen\/\">\u00d6ffnung der Grenzen<\/a> ein Konformit\u00e4tsdruck aufgebaut, der zwar nicht in der Wirkung, wohl aber in der Intention auf ein faktisches Diskussionsverbot hinauslief. Die Medien haben dabei eine Schl\u00fcsselrolle gespielt. Die empirische, \u00fcber 30.000 Texte einbeziehende Studie Michael Hallers f\u00fcr die Otto-Brenner-Stiftung spricht B\u00e4nde: \u201eStatt als neutrale Beobachter die Politik und deren Vollzugsorgane kritisch zu begleiten und nachzufragen, \u00fcbernahm der Informationsjournalismus die Sicht, auch die Losungen der politischen Elite.\u201c Es war der Druck, sich der von Regierung und Opposition gemeinsam propagierten Politik der offenen Grenzen widerspruchslos zu f\u00fcgen, dem die AfD zu einem guten Teil ihre Erfolge verdankt. Noch immer muss auch jedes Pl\u00e4doyer f\u00fcr die Offenheit der Diskussion damit rechnen, als \u201efremdenfeindliche\u201c Parteinahme in der Sache missdeutet und attackiert zu werden. &#8230;.<br \/>\nWer seine Furcht davor, ausgegrenzt und stigmatisiert zu werden, \u00fcberwindet, findet sich dann vielleicht gar nicht so isoliert wie bef\u00fcrchtet. Jedenfalls tr\u00e4gt er zur Lebendigkeit der Demokratie bei. Daran sollten im Besonderen die denken, die ohnehin kein gro\u00dfes Risiko laufen, wenn sie zu ihrer Meinung stehen. Professoren, wohlbestallt, finanziell abgesichert und verbeamtet, sind beim L\u00f6cken wider den Stachel des Zeitgeistes gleichwohl oft vorsichtiger als freie Publizisten \u2013 leider. Dass Leitmedien ihre Verantwortung f\u00fcr das Prinzip Offenheit ernstnehmen, sollte eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit sein, ist es aber leider nicht. Erst durch sie wird der B\u00fcrger urteilsf\u00e4hig; und ohne R\u00fcckhalt an ihnen zu finden, ist es f\u00fcr den Einzelnen schwierig, mutig zu sein.<br \/>\n&#8230; Alles von Eckhard Jesse und Peter Graf Kielmannsegg vom 17.7.2018 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.tichyseinblick.de\/gastbeitrag\/wie-frei-sind-wir\/\">https:\/\/www.tichyseinblick.de\/gastbeitrag\/wie-frei-sind-wir\/<\/a><\/p>\n<p><em>Die Autoren Eckhard Jesse und Peter Graf Kielmansegg lehrten zuletzt an der Technischen Universit\u00e4t Chemnitz und der Universit\u00e4t Mannheim.<\/em><\/p>\n<p>Guter Artikel, lange Begr\u00fcndung f\u00fcr das, was eigentlich mit zwei Worten kurz gesagt sein k\u00f6nnte:<br \/>\nLinksgr\u00fcne Meinungsdiktatur&#8230;.<br \/>\nFreiheit ist ein hohes Gut. In diesem Land ist betreutes Denken Programm. Wer anders denkt, gilt als braunes &#8222;Pack&#8220;.<br \/>\n17.7.2018, Sonny, TO<\/p>\n<p><strong>Konformit\u00e4tsdruck und Meinungsdiktatur<\/strong><br \/>\nLiebe Autoren. Ein sehr sch\u00f6ner Artikel, den zu lesen ein echter Genuss war. Ein paar Anmerkungen dazu: \u201eKonformit\u00e4tsdruck und Meinungsdiktatur sind zwei verschiedene Dinge. Aber das bedeutet keineswegs, dass gesellschaftlicher Konformit\u00e4tsdruck, der die Freiheit des Denkens und Redens eingrenzt, eine harmlose Angelegenheit sei. Er besch\u00e4digt die Demokratie in ihrem Kern.\u201c<br \/>\nWenn die Demokratie nun aber im Kern so besch\u00e4digt ist, dass sie de facto keine Demokratie mehr ist, was ist sie dann? Letztlich eine Art der Diktatur. Und dann wird Konformit\u00e4tsdruck zur Meinungsdiktatur.<\/p>\n<p><strong>\u201eDie deutsche Vergangenheitslast<\/strong> erkl\u00e4rt und rechtfertigt strafrechtliche Eingrenzungen des Raumes \u00f6ffentlicher Diskurse, die in Demokratien an sich nicht \u00fcblich sind oder \u00fcblich sein sollten.\u201c<br \/>\nErkl\u00e4rt ja, rechtfertigt nein. Wird gern als Rechtfertigung herangezogen, das schon. Aber Unfug bleibt Unfug. Entweder man hat Meinungsfreiheit oder eben nicht. Dort frei denken zu d\u00fcrfen, wo der Staat es erlaubt, ist keine Meinungsfreiheit. Man kann das ja gutheissen, soll es dann aber bitte nicht falsch etikettieren. Ohne Meinungsfreiheit hat man bald auch keine Demokratie mehr. Eine gelenkte Demokratie bestenfalls, eine Diktatur der Mehrheit, des Proletariats, der Eliten etc. Aber eben keine echte Volkssouver\u00e4nit\u00e4t. Man kann das ja gutheissen, soll es dann aber bitte nicht falsch etikettieren.<br \/>\n17.7.2018, Alexis de Tocqueville, TO<\/p>\n<p><strong>Koformit\u00e4tsdruck in Papenburg als Beispiel<\/strong><br \/>\nMeine volle Zustimmung, Beispiel: In Papenburg soll eine Ditib-Moschee gebaut werden. 95% der Papenburger sind dagegen. Auf der einzigen demokratischen Plattform, einer AfD-Demo erschienen aber nur ca. 150 Menschen. Auf der Gegendemo gegen \u201erechts\u201c, organisiert von den Gr\u00fcnen, Linken und Ditib, erschienen bis zu 1000 Leute. Aus welchen Gr\u00fcnden haben die Papenburger ihre Meinung nicht frei ge\u00e4u\u00dfert, von der Stigmatisierung der AfD mal abgesehen?<br \/>\nAntwort: Weil Mitorganisator der Gegendemo gegen \u201erechts\u201c auch der DGB gewesen ist. Papenburg hat sehr viele Industriearbeitspl\u00e4tze (Meyerwerft und Zulieferer). Der DGB dieser Region hatte in der Vergangenheit schon ein Pamphlet herausgegeben, in dem beschrieben wird, wie man AfD-Sympatisanten erkennt, wie und an wen man sie meldet und wie man sie aus den Betrieben herausbekommt.<br \/>\nDas bedeutet: Jeder Papenburger der hier seine Meinung frei ge\u00e4u\u00dfert h\u00e4tte, h\u00e4tte den (noch) starken Arm des DGB zu sp\u00fcren bekommen. Die Leute hatten schlicht und ergreifend Angst um ihren Arbeitsplatz oder den ihrer Angeh\u00f6rigen.<br \/>\nP.S.: Ich selber war bis vor vier Wochen auch Mitglied einer DGB-Gewerkschaft. Ich bin jetzt zu einer anderen Gewerkschaft mit einem anderen Dachverband gewechselt. Etwas, was im \u00dcbrigen vermehrt in dieser Berufsgruppe passiert.<br \/>\n17.7.2018, User10, TO<\/p>\n<p><strong>Wirklich frei diskutieren?<\/strong><br \/>\nWirklich frei habe ich in Deutschland immer nur im Kreis von eng Vertrauten politische und gesellschaftliche Themen diskutieren k\u00f6nnen. Eine m\u00f6glichst allumfassende Informationsbeschaffung ging immer nur \u00fcber das Ausland. Egal ob in den zwei Diktaturen in denen ich leben musste, oder heute in leichterer Form schon wieder. In meiner Jugend wurde, wer sich traute, \u00fcber London Bum, Bum, Bum ( BBC) informiert. Danach in westdeutschen, englischen und amerikanischen Medien. In den beiden Diktaturen allerdings hingen Tod, Knast, aber auch das Eigene- oder schlimmer noch Familienwohl, von Meinungs\u00e4u\u00dferung zu falschen Themen und Diskussionsfreunden ab. Stolz waren daher sp\u00e4ter auch viele auch im Osten, das sich \u00fcberhaupt in einem Teil Deutschlands Demokratie durchsetzen konnte. Wie l\u00f6chrig sie allerdings wurde, merken wir jetzt mehr und mehr. Schlimm wenn Selbstzensur, Parteienh\u00f6rigkeit und pers\u00f6nliche Diffamierung wegen Meinungsunterschiede im Aufwind. Wie weit heute bereits wieder pers\u00f6nliche Diffamierungen zu Benachteiligungen f\u00fchren, will ich nicht beurteilen. Die Gutmenschen Mentalit\u00e4t in Parteien und Medien bremst die Diskussion zu real bestehenden Themen, \u00c4ngsten und Sorgen. Sie muss damit zwangsl\u00e4ufig zu politischen und gesellschaftlichen Fehleinsch\u00e4tzungen und Fehlhandlungen f\u00fchren. Dar\u00fcber sollten alle, die als Gute voreingenommen diskutieren und diffamieren, baldigst nachdenken. Um reale Probleme zu l\u00f6sen, m\u00fcssen diese erst einmal erkannt, analysiert und diskutiert werden. Sonst f\u00fchrt die jetzige Art der Diskussion, \u00fcber was Gut und was B\u00f6se, zu weit Links, zu weit Rechts, oder populistisch, unweigerlich weiter zu geteilter Meinungsakzeptanz und einer noch tieferen gesellschaftlichen Spaltung. Und die k\u00f6nnen wir Deutsche in der zunehmend globalisierten Welt am wenigsten gebrauchen.<br \/>\n18.7.2018, Eberhard, TO<br \/>\n<strong>Kritik unerw\u00fcnscht<\/strong><br \/>\nIch mache die Erfahrung, dass die geringste Kritik sofort einen Abwehrreflex ausl\u00f6st, der un\u00fcberwindbar ist. Deshalb umgehe ich denn m\u00f6glichst. Ich mache nur noch kurze Statements der \u00fcbersteigerten Best\u00e4tigung. M\u00f6glichst kurz, m\u00f6glichst absurd und todernst vorgetragen. Gestern, 5 Personen, Gespr\u00e4ch \u00fcber Migranten und Wohnungsnot. Jemand: \u201eDie Fl\u00fcchtlinge haben Schlimmes hinter sich und nun werden sie auch noch f\u00fcr die Wohnungsnot verantwortlich gemacht. Ungeheuerlich.\u201c Ich: \u201eGanz genau. Eine syrische Familie kann ja zusammen mit einer deutschen Familie in eine Wohnung ziehen. Wir m\u00fcssen doch zusammenhalten!\u201c (Allgemeines Stutzen, dann Totenstille)<br \/>\nDas ist im privaten Bereich die einzige M\u00f6glichkeit, eine Kerbe in den Panzer zu schlagen. Die Festplatte muss auf Fehlermeldung schalten. Und dieser Zustand darf dann nicht durch weitere Ausf\u00fchrungen abgebrochen werden, weil dann sofort wieder der Abwehrreflex ausgel\u00f6st wird. Zwei S\u00e4tze, Ende, Stille aushalten, dann Themenwechsel. Nat\u00fcrlich w\u00e4re mir auch lieber, (andere, neue) Personen mit \u00f6ffentlicher Aufmerksamkeit w\u00fcrden sich verst\u00e4rkt zu Wort melden und freie Gespr\u00e4che w\u00e4ren wieder m\u00f6glich, aber wenn das beides nicht der Fall ist, muss man mal was anderes versuchen und sei es nur im Kleinen.<br \/>\n18.7.018, Rita, TO<\/p>\n<p><strong>Die Deutschen haben ein Problem mit Eigenverantwortung: Hegel statt Kant<\/strong><br \/>\nGute Analyse der Lage vor allem in Deutschland.Das Problem ist, dass in Deutschland durch die Hegelianer ab dem 19. Jahrhundert die Aufkl\u00e4rung wieder r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht wurde. Die \u201eBefreiung des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unm\u00fcndigkeit\u201c (Kant) wurde durch \u201edass die Furcht zu irren, schon der Irrtum selbst ist\u201c (Hegel) ersetzt.<br \/>\nGanz im Gegensatz zur Kultur des Westens wie GB, Frankreich, USA, NL usw. deren Gesellschaften auf der Kultur der Aufkl\u00e4rung, des Zweifels, der Logik und Empirie beruhen.<br \/>\nDie Deutschen haben ein Problem mit Eigenverantwortung, man tut sich schwer mit\u201c dem Mut seinen Verstand zu bedienen\u201c (Kant), scheut die Selbstbestimmung und will lieber \u201egut aufgehoben\u201c sein. Das erzeugt einen enormen gesellschaftlichen Konformit\u00e4tsdruck, da jeder ein guter Teil der Gruppe sein will. Widerspruch, Zweifel, Hinterfragen und wenn es sein muss auch Widerstand sind damit negativ assoziiert. Man folgt lieber der Gruppe und meint, die vielen k\u00f6nnten doch nicht irren. Deshalb f\u00fchlt man sich auch bem\u00fc\u00dfigt, gef\u00fchlte Abweichler \u201eauf den richtigen Weg\u201c zu bringen, da diese ja das wohlige Gruppengef\u00fchl st\u00f6ren. Das kann dann schon mal Hexenjagden ausl\u00f6sen.<br \/>\nDiejenigen, die Misst\u00e4nde und Denkfehler benennen, werden nicht als Bereicherer sondern als P\u00f6bler wahrgenommen und entsprechend behandelt.Solche Gesellschaften sind der ideale N\u00e4hrboden f\u00fcr Ideologien und Diktaturen, auch deswegen, weil sie nicht in der Lage sind, sich selbst zu regenerieren, da dies ja Eigenverantwortung, Hinterfragen von liebgewonnenen Illusionen und Mut zum Handeln erfordert.Die deutsche Gesellschaft ist daf\u00fcr ein Paradebeispiel.<br \/>\n18.7.2018, Hummel, TO<\/p>\n<p><strong>MSM und \u00d6R unterdr\u00fccken Fakten<\/strong><br \/>\nVielen Dank f\u00fcr diesen \u00fcberaus erhellenden und interessanten Beitrag. Die nicht vorhandenen Diskussionsf\u00e4higkeit, die immer weiter eingeschr\u00e4nkte Meinungsfreiheit h\u00e4tte meiner Auffassung nach diesen Zustand nicht erreicht, wenn die MSM und \u00d6R ihrem journalistischen bzw. \u00f6ffentlichen Auftrag nachgekommen w\u00e4ren, sachlich, kritisch gut recherchiert und auf Fakten beruhend zu berichten oder zu analysieren und einen Kommentar auch als solchen kenntlich zu machen. Aber davon sind sie weit entfernt, es werden nur noch Meinungen und Haltungen \u2013 vornehmlich rot-links-gr\u00fcn \u2013 vertreten. Sachliche und berechtigte Kritik wird gar nicht erst zugelassen sondern gleich niedergemacht,wenn es sein muss bis hin zur Zerst\u00f6rung von Existenzen. Dass ein solches Klima hier in Deutschland wieder m\u00f6glich werden k\u00f6nnte, h\u00e4tte ich mir nie tr\u00e4umen lassen.\u201c Die Lebendigkeit der Demokratie\u201c durch Debatte und Diskussionsf\u00e4higkeit ist so gut wie nicht mehr vorhanden, und das muss sich dringend \u00e4ndern.<br \/>\n187.2018, Maja Schneider, TO<\/p>\n<p><strong>W\u00e4ren wir frei, g\u00e4be es<\/strong><br \/>\nkein Netzwerkdurchsetzungsgesetz<br \/>\nkeine Amadeu-Antonio-Stiftung \/ Kahane<br \/>\nkein Correktiv<br \/>\nkeine Konto L\u00f6schungen bei Youtube, Facebook, Twitter<br \/>\nkein Shadowbanning<br \/>\nkeine Unterdr\u00fcckung von Leserkommentaren<br \/>\nW\u00e4ren wir frei, h\u00e4tten wir eine Diskussionskultur!<br \/>\n18.7.2018, Andreas59, TO<\/p>\n<p><strong><a title=\"Tellkamp Lau \u2013 Linker Shitstorm\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/tellkamp-lau-linker-shitstorm\/\">Mariam Lau als Beispiel<\/a>: Linke Hetze statt Diskussionskultur<\/strong><br \/>\nWer sich mit dieser Thematik dieses sehr zutreffend verfassten Artikels, der die grunds\u00e4tzliche Diskursproblematik und die daraus entstehenden Gefahren f\u00fcr die Demokratie hervorragend veranschaulicht, vertiefend besch\u00e4ftigen will, dem sei ein Vortrag von Prof.Dr. Mausfeld ans Herz gelegt:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bw5Px3rR9Jo&amp;frags=pl%2Cwn\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bw5Px3rR9Jo&amp;frags=pl%2Cwn<\/a><br \/>\n&#8230;.<br \/>\nWie richtig die Beobachtungen und Schl\u00fcsse der Autoren sind, zeigt aktuell der \u201eFall\u201c Mariam Lau, die in einem Pro-und-Kontra Artikel der Zeit gewagt hatte, die Seenotrettung\u201c nach Art der darin engagierten NGOs zu hinterfragen. Die gewiss nicht \u201erechte\u201c Journalistin, die lange Jahre f\u00fcr die taz geschrieben hat, erntete daf\u00fcr aus dem linken Milieu grobste Anfeindungen, weit hinaus \u00fcber jede sachliche Auseinandersetzung, die in Gedankenspielen bis zu K\u00f6rperverletzung, ja, sogar Mord ausarteten. Dieses gesellschaftliche Klima, angeheizt vornehmlich vom linken Lager, h\u00e4ufig unterst\u00fctzt vom vorgeblich der Neutralit\u00e4t verpflichteten \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk, bed\u00fcrfte dringend Gegenma\u00dfnahmen, hin zu einer Umkehr. Diesen \u201egesellschaftlichen Klimaschutz\u201c aber verweigern die ma\u00dfgeblichen Protagonisten.<br \/>\n18.7.2018, Beobachter, TO<\/p>\n<p><strong>Die &#8222;alte wei\u00dfen M\u00e4nner&#8220;<\/strong><br \/>\nEs ist bezeichnend, dass die beiden Autoren der Gruppe der \u201ealten wei\u00dfen M\u00e4nner\u201c zugerechnet werden k\u00f6nnen. In den sogenannten sozialen Medien (in denen de facto oft asoziales Agieren an der Tagesordnung ist) sind die alten wei\u00dfen M\u00e4nner die einzige Bev\u00f6lkerungsgruppe, die gefahrlos geschm\u00e4ht und beleidigt werden kann. Sie sind die Verk\u00f6rperung der \u201estrukturellen Gewalt\u201c, m\u00fcssen der Logik der Linken zufolge demnach niedergeschrieben (und niedergeschrien) werden. Diese vermeintliche Position der moralischen \u00dcberlegenheit verleitet sogar geistige Zwerge dazu, sich an intellektuellen Autorit\u00e4ten abzuarbeiten (so geschehen z. B. bei Welt online: \u201eWarum rechte Denker so oft schlechte Denker sind\u201c, Hanna L\u00fchmann \u00fcber R\u00fcdiger Safranski). Dies m\u00f6gen die Betroffenen beklagen, jedoch vermute ich, dass es ihnen oft egal ist, wer sich an ihnen kratzt. Als \u201ealte wei\u00dfe M\u00e4nner\u201c befinden sie sich n\u00e4mlich in einer einzigartigen Position: etabliert und arriviert, nicht mehr auf die Karriere schielend, besitzen sie die Freiheit, Dinge ungeschminkt auszusprechen, auch wenn sie dem Zeitgeist zuwiderlaufen.<br \/>\nUm diese Freiheit im Diskurs beneide ich die \u201ealten wei\u00dfen M\u00e4nner\u201c: Sie sind existenziell nicht mehr gef\u00e4hrdet, m\u00fcssen keinen echten Knick f\u00fcrchten oder gar einen Verlust ihres Arbeitsplatzes. Etwas j\u00fcngere Menschen, die noch im Berufsleben stehen, w\u00fcrden sich teilweise erheblichen Risiken aussetzen, wenn sie ihre politischen Ansichten offen zum Ausdruck bringen w\u00fcrden. Man denke z. B. an den Mobbing-Leitfaden, der bei Verdi vor einiger Zeit mit Blick auf AfD-Mitglieder die Runde gemacht hat. Ich habe als Gutachter sehr oft mit Migranten zu tun. Wenn meine politischen Ansichten f\u00fcr jeden erkennbar w\u00e4ren, w\u00fcrde sich so mancher Sozialarbeiter auf mich st\u00fcrzen. Dann noch ein oder zwei Artikel in der Presse, und mein Schicksal w\u00e4re besiegelt. \u00dcbrigens v\u00f6llig unabh\u00e4ngig davon, dass jedes meiner Gutachten den \u201eRassismus-Check\u201c leicht bestehen w\u00fcrde. Dann w\u00e4re ich in den Augen der Kritiker eben ein getarnter Rassist \u2013 das sind die Schlimmsten. Meinem Arbeitgeber traue ich nicht zu, sich sch\u00fctzend vor mich zustellen; eher im Gegenteil.<br \/>\nSo bleibt mir im Alltag leider oft nur die geballte Faust in der Tasche. In dieser Grauzone aus gut begr\u00fcndeter Vorsicht und Feigheit bewegen sich heute viele Deutsche.<br \/>\n18.7.2018, Theobald Tiger, TO<\/p>\n<p>Was nicht erw\u00e4hnt wird, sind die heutzutage (wieder mal!) mitunter handfesten Folgen, wenn man im Namen der Freiheit das Risiko eingeht, anzuecken. Das reicht von Ausgrenzung \u00fcber die Vernichtung der Existenz bis zu Angriffen auf Hab und Gut oder gar das eigene Leben. An dieser Stelle kommt dann auch wieder der Staat und andere gesellschaftliche Organisationen wie Gewerkschaften ins Spiel, die daf\u00fcr das ideologisch-argumentative Fundament schaffen und sogar die organisierte Gewalt der Antifa logistisch und monet\u00e4r unterst\u00fctzen (ist inzwischen alles dokumentiert).<br \/>\nDass der Staat hier seine H\u00e4nde in Unschuld waschen kann, weil die Faust im Gesicht des Gegners nicht die eines hauptamtlichen Staatsangestellten ist, sondern die eines \u201efreien Mitarbeiters\u201c \u2013 diese \u201e\u00dcber-Bande\u201c-Form staatlicher Gewalt gegen Andersdenkende ist neu und funktioniert leider bestens.<br \/>\nIch finde es deshalb wichtig festzuhalten, dass wir die Unerschrockenheit, das alles \u00fcber sich ergehen zu lassen, nicht vom kleinen Michel einfordern k\u00f6nnen. Viele Menschen tragen zu viel Verantwortung f\u00fcr Andere und sind in ihrer Position zu verletzlich, um sich offen entgegen stellen zu k\u00f6nnen. Was aber JEDER machen kann, ist die Menschen zu st\u00e4rken, die sich dem aussetzen und die f\u00fcr uns k\u00e4mpfen. Deshalb krieg ich auch die kalte Wut, wenn Leute, die die Missst\u00e4nde unserer Zeit klar vor sich sehen, sich dann zu fein daf\u00fcr sind, die AfD zu w\u00e4hlen, weil ihnen da irgendein Hansel oder Punkt nicht passt.<br \/>\nDie Prozente der AfD sind die Macht des Faktischen \u2013 die einzige Sprache, die auch Linksgr\u00fcne verstehen und das EINZIGE, was die NICHT ignorieren k\u00f6nnen.<br \/>\n18.7.2018, Niklas, TO<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Dank Antifa: Eine private und eine \u00f6ffentliche Meinung<\/strong><br \/>\n&#8222;Wer seine Furcht davor, ausgegrenzt und stigmatisiert zu werden, \u00fcberwindet, findet sich dann vielleicht gar nicht so isoliert wie bef\u00fcrchtet. Jedenfalls tr\u00e4gt er zur Lebendigkeit der Demokratie bei. Daran sollten im Besonderen die denken, die ohnehin kein gro\u00dfes Risiko laufen, wenn sie zu ihrer Meinung stehen.\u201c<br \/>\nDie Autoren kennen die SA-\u00e4hnlichen Schl\u00e4gertrupps der Antifa wohl nicht, da werden dann Hausbesuche abgestattet oder es wird einfach mal das Auto entglast. Beispiele gibt es viele. Man denke nur einfach mal an die Dame, die in Hamburg (Frauen-Demo) mit ihrem Schild \u201eMerkel muss weg\u201c ihre Meinung kundgetan hat.<br \/>\nIch halte es f\u00fcr ges\u00fcnder, zwei Meinungen zu haben, eine private und eine \u00f6ffentliche.<br \/>\n18.7.2018, MeinerEinerSeiner, TO<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Droht die eigene Meinung von der Mehrheit mi\u00dfbilligt zu werden, dann schweigen die meisten Menschen aus Isolationsfurcht. Da das eigene Schweigen weiteres Schweigen verursacht, spricht Elisabeth Noelle-Neumann (Demoskopieinstitut Allensbach) von der &#8222;Theorie der Schweigespirale&#8220;. Peter Graf Kielmansegg (Uni Mannheim) spricht &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/konformitaetsdruck-freiheit\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18,36,155,162,13,80,157],"tags":[725,301,525,438],"class_list":["post-67809","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bildung","category-engagement","category-integration","category-internet","category-kultur","category-medien","category-oeffentlicher-raum","tag-integration","tag-culture","tag-politik","tag-zeitung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67809","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67809"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67809\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67809"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67809"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67809"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}