{"id":6745,"date":"2012-07-11T17:18:08","date_gmt":"2012-07-11T17:18:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=6745"},"modified":"2012-07-11T17:34:41","modified_gmt":"2012-07-11T17:34:41","slug":"biogas-aus-wildpflanzen-bzw-wildblumen-statt-aus-mais","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/biogas-aus-wildpflanzen-bzw-wildblumen-statt-aus-mais\/","title":{"rendered":"Biogas aus Wildpflanzen bzw. Wildblumen statt aus Mais"},"content":{"rendered":"<p>In deutschen Biogasanlagen landet viel Mais. Dies gef\u00e4llt nicht allen, auch, weil dies die Vermaisung der Landschaft f\u00f6rdert. Damit k\u00f6nnte bald Schluss sein. Wildpflanzen sollen den Mais abl\u00f6sen, was das Image der Energie vom Acker verbessern d\u00fcrfte. In Versuchen, unter anderem im Bodenseeraum, erweist sich eine \u00f6kologisch wertvolle Wildpflanzenmischung als attraktive Alternative zum Mais. Deren Energie ist unterm Strich nicht teurer als jene aus Maispflanzen. Einer der <a title=\"Landwirt\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/\">Landwirte<\/a>, die die Wildpflanzen getestet haben, ist Heiner Bucheli vom Johanni-Hof in Gailingen am Hochrhein. <!--more-->&#8222;Ich bin von den Wildpflanzen sehr \u00fcberzeugt&#8220;, sagt der Betreiber einer Biogasanlage. 2009 hatte die Bayerische Landesanstalt f\u00fcr Weinbau und Gartenbau in Veitsh\u00f6chheim erste Versuchsfl\u00e4chen eingerichtet, auf denen eine Saatgutmischung von 25 Pflanzenarten ausgebracht wurde. Im Jahr darauf ging es richtig los. 25 Hektar in f\u00fcnf Bundesl\u00e4ndern wurden mit Wildblumen bestellt. 2011 folgten weitere 200 Hektar in zw\u00f6lf L\u00e4ndern. F\u00fcnf Jahre wachsen die Pflanzen auf den \u00c4ckern. Im ersten Jahr dominieren die Sonnenblume und die Malve, im zweiten Jahr folgen vor allem wei\u00dfer und gelber Klee, Buchweizen, Eibisch, Wegwarte, Wilde M\u00f6hre, K\u00f6nigskerze, Lichtnelke, Flockenblume, Luzerne. Der Energieacker wird so zum wertvollen Biotop. Die Fl\u00e4chen lassen sich mit herk\u00f6mmlicher Landtechnik bewirtschaften und die Ertr\u00e4ge der Blumenwiese erreichen 50 bis 70 Prozent des Referenzertrags eines Maisfeldes. Trotz des Minderertrags sei die Blumenwiese dem Mais wirtschaftlich mindestens ebenb\u00fcrtig, sagt Jochen Goedecke von der Modellprojekt Konstanz GmbH, die Wildpflanzenprojekte in der Bodenseeregion betreut. Es st\u00fcnden der geringeren Ausbeute pro Hektar betr\u00e4chtliche Einsparungen gegen\u00fcber. Zum einen werden die Pflanzen nur einmal ausges\u00e4t, ehe f\u00fcnf Jahre lang geerntet werden kann. Das spart Saatgut und Maschinenzeiten. Zum Zweiten entfallen die Kosten f\u00fcr D\u00fcnge- und Spritzmittel, weil die Wildpflanzen ohne Agrochemie auskommen. Auch aus \u00f6kologischer Sicht hat die Blumenmischung damit Vorteile. Sie f\u00f6rdert die Artenvielfalt, indem sie einen R\u00fcckzugsraum f\u00fcr Wildtiere schafft, sowie Nahrung f\u00fcr Bienen und Hummeln liefert. Begleituntersuchungen durch das Institut f\u00fcr Landschafts\u00f6kologie und Naturschutz in Singen belegen die hohe Attraktivit\u00e4t der Wiesen f\u00fcr Tiere. Der Verzicht auf Chemie sch\u00fctzt ferner Boden und Grundwasser, der reduzierte Maschineneinsatz auf dem Feld mindert die Bodenverdichtung, die Bodenbedeckung auch im Herbst bietet Schutz vor Erosion. Zudem sind die naturnahen Kulturen unempfindlicher als Mais. In Stockach am Bodensee habe Hagelschlag im vergangenen Juli beim Mais an manchen Stellen zu einem Totalausfall gef\u00fchrt, hei\u00dft es in einem Zwischenbericht zum Forschungsprojekt in der Bodenseeregion. Die Best\u00e4nde seien &#8222;zum Teil auf Knieh\u00f6he zerhackt worden&#8220;, die Wildpflanzen hingegen h\u00e4tten sich vollst\u00e4ndig regeneriert. Das Renommee der Energie vom Acker hat wegen der Maismonokulturen gelitten. &#8222;Energiepflanzen m\u00fcssen Akzeptanz finden&#8220;, sagt Stefan Rauh vom Fachverband Biogas. Das d\u00fcrfte keine Kultur besser schaffen als eine bunte Blumenwiese.<br \/>\nBernward Janzing, 10.7.2012<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.johanni-hof.de\">www.johanni-hof.de<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.lernort-bauernhof-bodensee.de\/die-betriebe\/johannihof---gailingen.html\">https:\/\/www.lernort-bauernhof-bodensee.de\/die-betriebe\/johannihof&#8212;gailingen.html<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie w\u00e4re es denn, wenn man mal Vernunft walten lie\u00dfe und erst einmal Priorit\u00e4ten setzt, statt pauschal sich \u00fcber &#8222;Lebensmittelverbrennung&#8220; abwertend zu \u00e4u\u00dfern ? Nahrungsmittel sind naturgem\u00e4\u00df Energietr\u00e4ger, die die Menschen (u.a. Lebewesen) ben\u00f6tigen und f\u00fcr sich zu nutzen wissen. Ob die Energieumwandlungen nun biologisch zu vollziehen sind oder aber produktionstechnisch ist zun\u00e4chst einmal irrelevant. Die Funktion der &#8222;Lebensmittel&#8220; wird dadurch nicht abnormisiert. Aber es braucht gewiss eine klare Ordnung und Rangfolge, weshalb die Priorit\u00e4tenkette m.E. so aussieht:<br \/>\n1.) Ern\u00e4hrungsgrundlage (Welt, nicht nur lokal\/regional)<br \/>\n2.) dann \u00d6kologie<br \/>\n3.) dann erst Industrialisierung + maschinelle Produktivit\u00e4t\/Arbeitsteilung<br \/>\nUnd NUR in DIESER Rangfolge.<br \/>\nAmmar Ulabi, 11.7.2012<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In deutschen Biogasanlagen landet viel Mais. Dies gef\u00e4llt nicht allen, auch, weil dies die Vermaisung der Landschaft f\u00f6rdert. Damit k\u00f6nnte bald Schluss sein. 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