{"id":67209,"date":"2018-04-07T10:32:30","date_gmt":"2018-04-07T08:32:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=67209"},"modified":"2018-04-07T10:34:56","modified_gmt":"2018-04-07T08:34:56","slug":"oekologisierung-landwirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/oekologisierung-landwirtschaft\/","title":{"rendered":"Oekologisierung Landwirtschaft"},"content":{"rendered":"<p>Solange die<a title=\"Bevoelkerungswachstum\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demografie\/bevoelkerungswachstum\/\"> Weltbev\u00f6lkerung<\/a> <a title=\"Afrika-Geburten\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/afrika\/afrika-geburten\/\">w\u00e4chst<\/a> und die <a title=\"Landwirt\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/\">landwirtschaftlichen<\/a> <a title=\"Boden\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/boden\/\">Nutzfl\u00e4chen<\/a> abnehmen, wird eine <a title=\"Papst \u2013 Eigennutz Kapitalismus\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/papst-eigennutz-kapitalismus\/\">ertragsmindernde<\/a> und kostensteigernde <a title=\"Oekologie\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/oekologie\/\">\u00d6kologisierung<\/a> der <a title=\"SolaWi\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/solawi\/\">Landwirtschaft<\/a> \u2013 zumindest global \u2013 ein <a title=\"Zukunftsfaehigkeiten Suffizienz\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/zukunftsfaehigkeiten-suffizienz\/\">Traum<\/a> bleiben. Auch wenn Aufrufe zu weniger <a title=\"Konsum\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/verbraucher\/konsum\/\">Konsum<\/a> und <a title=\"20 beliebteste Konsumsuenden\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/20-beliebteste-konsumsuenden\/\">Verschwendung<\/a> in <a title=\"Gesellschaft\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/gesellschaft\/\">satten Gesellschaften<\/a> mehr als berechtigt sind.<!--more--><\/p>\n<p>Die von Jennifer Morgan geforderte \u00d6kologisierung der Landwirtschaft und der Ver\u00e4nderung unserer Ern\u00e4hrungsgewohnheiten wecken Erinnerungen an meine Sch\u00fclerzeit von 1943 bis 1949 im d\u00f6rflichen S\u00fcdosten Schleswig-Holsteins.<br \/>\nVieles war damals schon Wirklichkeit. Da chemisch-synthetische <a title=\"Greenwash Syngenta Pestizide\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/greenwash-syngenta-pestizide\/\">Pflanzenschutzmittel<\/a> noch auf ihre Erfindung warteten, war alles, was sch\u00e4dliche Insekten, Unkr\u00e4uter und Pilzkrankheiten \u00fcbrig lie\u00dfen, biologisch-\u00f6kologisch erzeugt. Auch ohne Biolabel konnte man sich darauf verlassen, garantiert chemiefreies und ausschlie\u00dflich regional und saisonal erzeugtes Obst, Gem\u00fcse, Getreide und Fleisch zu verzehren, wenn auch in unzureichenden Mengen und Qualit\u00e4t.<\/p>\n<p>Die manuelle Bek\u00e4mpfung von<a title=\"Neo \u2013 Greenwash-Kampagne\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/neo-greenwash-kampagne\/\"> Unkr\u00e4utern<\/a> durch Pfl\u00fcgen und Hacken, sowie der fressenden Insekten wie Kartoffelk\u00e4fer oder Raupen war ineffizient genug, die Artenvielfalt auf \u00c4ckern und in G\u00e4rten nicht zu gef\u00e4hrden. Die sommerlichen Roggenfelder \u2013 oft vom giftigen Mutterkornpilz befallen \u2013 schm\u00fcckten sich mit Kornblumen, Margeriten und Mohn. Aussichtslos gestaltete sich der Umgang mit Obst- und Bodensch\u00e4dlingen, doch man lernte rasch, die Schadstellen aus wurmstichigen, verschorften \u00c4pfeln und von Maden befallenen Karotten und Rettichen herauszuschneiden.<\/p>\n<p>Auch wenn die damals kleinb\u00e4uerliche Tierhaltung den heutigen Vorstellungen vom Tierwohl nicht in allen Einzelheiten entsprechen d\u00fcrfte, hatten alle Nutztiere gen\u00fcgend frische Luft, Platz, Auslauf und menschliche Zuwendung. Die Frischmilch direkt vom Bauern oder aus den kleinen regionalen Meiereien konnte genauso auf eine Pasteurisierung verzichten wie H\u00fchnereier auf die heute \u00fcblichen Stempel. Dass man sich Fleisch nur sonntags oder an besonderen Festtagen leisten konnte, d\u00fcrfte den Vorstellungen von <a title=\"Greenpeace\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/vereine\/greenpeace\/\">Greenpeace<\/a> entgegenkommen.<br \/>\nEssensreste wurden gegessen und trotz Fehlens von K\u00fchlschr\u00e4nken und Haltbarkeitsdaten nicht weggeworfen, sondern kreativ verwertet. Die uns zur Verf\u00fcgung stehenden Nahrungsmittelmengen lie\u00dfen \u00dcbergewicht und Fettleibigkeit gar nicht erst aufkommen, und die selbstverst\u00e4ndliche Wiederverwendung von plastikfreiem Einkaufs- und Verpackungsmaterial belastete noch nicht das <a title=\"Greenwash Syngenta Pestizide\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/greenwash-syngenta-pestizide\/\">\u00f6kologische Gewissen<\/a> der Konsumenten.<br \/>\nDer Einsatz von Pferden bei der Bodenbearbeitung und Ernteeinbringung verringerte den Verbrauch knapper fossiler Treibstoffe und die Emission sch\u00e4dlicher Abgase. Die kleinen \u00c4cker und Felder waren durch &#8222;Knicks&#8220; voneinander getrennt. Sie wirkten als Windschutz, reduzierten die Bodenerosion auf den gepfl\u00fcgten \u00c4ckern und boten Insekten und V\u00f6geln gesch\u00fctzte Lebensr\u00e4ume.<br \/>\nWer sich daran gew\u00f6hnt hat, jederzeit seine bevorzugten, hygienisch verpackten Nahrungsmittel aus aller Welt in ausreichender Menge, Auswahl und guter Qualit\u00e4t konsumieren zu k\u00f6nnen, sollte dies nicht verdr\u00e4ngen: Solange die Weltbev\u00f6lkerung w\u00e4chst und die landwirtschaftlichen Nutzfl\u00e4chen abnehmen, wird eine ertragsmindernde und kostensteigernde \u00d6kologisierung der Landwirtschaft \u2013 zumindest global \u2013 ein Traum bleiben. Auch wenn Aufrufe zu weniger Konsum und Verschwendung in satten Gesellschaften mehr als berechtigt sind.<\/p>\n<p><strong><em>Der <a title=\"Bio-Gemuese Klosterhof im Abo\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bio-gemuese-klosterhof-im-abo\/\">Biolandbau<\/a> kann nur als Nische in einem konventionell arbeitenden Umfeld erfolgreich sein<\/em><\/strong>. Auch in Zukunft werden wir nicht auf unsere gut erforschten &#8222;Medikamente f\u00fcr Nutzpflanzen&#8220; verzichten k\u00f6nnen. Dabei ist zu hoffen, dass die Bewertung ihrer Wirkungen und Nebenwirkungen (Nutzen und Risiken) sowie deren Kommunikation nicht postfaktisch emotional, sondern ausschlie\u00dflich auf der Basis von Vernunft und seri\u00f6ser Forschung erfolgt.<br \/>\n7.4.2018, G\u00fcnther Voss, Inzlingen, BZO<br \/>\n.<br \/>\nZu: &#8222;Die Kosten sind einfach zu hoch&#8220;, Interview von J\u00f6rg Buteweg mit Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan (Wirtschaft, 15. M\u00e4rz)<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/wirtschaft-3\/greenpeace-chefin-billiges-essen-ist-zu-teuer--150420402.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/wirtschaft-3\/greenpeace-chefin-billiges-essen-ist-zu-teuer&#8211;150420402.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Solange die Weltbev\u00f6lkerung w\u00e4chst und die landwirtschaftlichen Nutzfl\u00e4chen abnehmen, wird eine ertragsmindernde und kostensteigernde \u00d6kologisierung der Landwirtschaft \u2013 zumindest global \u2013 ein Traum bleiben. 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