{"id":66459,"date":"2018-02-09T10:34:49","date_gmt":"2018-02-09T09:34:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=66459"},"modified":"2018-02-20T10:08:12","modified_gmt":"2018-02-20T09:08:12","slug":"patriarchat-in-weingarten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/patriarchat-in-weingarten\/","title":{"rendered":"Patriarchat in Weingarten"},"content":{"rendered":"<p>Am 7.2. 2018 erschien in der <a title=\"BZ\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/zeitung\/bz\/\">BZ<\/a> ein sehr informatives, weil authentisches und <a title=\"Ehrlichkeit\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/ehrlichkeit\/\">ehrliches<\/a> Interview mit vier Abiturienten, die in <a title=\"Weingarten\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/weingarten\/\">FR-Weingarten<\/a> aufgewachsen sind. Die Probleme ihres <a title=\"Buergervereine\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/buergervereine\/\">Stadtteils<\/a> sehen diese weniger in der Hochhausbebauung (<a title=\"Wohnen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/dienste\/immobilien\/wohnen\/\">Wohnung<\/a>) bzw. mangelnder <a title=\"Hartz\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/soziales\/arbeit\/hartz\/\">Sozialf\u00fcrsorge<\/a> (Geld), sondern im <a title=\"Patriarchat\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/islam\/patriarchat\/\">Patriarchat<\/a> (<a title=\"Familie\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/familie\/\">Familie<\/a>), in dem die\u00a0<a title=\"Frauenrechte\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/integration\/frauenrechte\/\">Frauenrechte<\/a>\u00a0als Teil der allg.\u00a0<a title=\"Menschenrechte\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/aufklaerung\/menschenrechte\/\">Menschenrechte<\/a> nicht umgesetzt werden: <!--more--><a title=\"Frauen-Freiheit\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/frauen\/frauen-freiheit\/\">Rechtlose<\/a> <a title=\"Islam-Frauen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/islam\/islam-frauen\/\">Frauen<\/a>, <a title=\"Haeusliche-Gewalt\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/krise\/gewalt\/haeusliche-gewalt\/\">h\u00e4usliche Gewalt<\/a>, Gewalt auch gegen <a title=\"Kinder\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/kinder\/\">Kinder<\/a>, Ungleichbehandlung von Sohn und Tochter, <a title=\"Zwangsheirat\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/frauen\/zwangsheirat\/\">Zwangsehe<\/a>. Begriffe wie Gewalt, Pr\u00fcgel, Schl\u00e4gerei, aggressiv, Gewaltt\u00e4tigkeit, Anschreien bzw. &#8222;kriminelle Sachen&#8220; \u00fcberwiegen.<\/p>\n<p>.<br \/>\nWas tun in\/f\u00fcr Weingarten? Die Antwort der Sch\u00fcler lautet einhellig<strong> <a title=\"Bildung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/\">Bildung<\/a>, Bildung, Bildung, &#8230; <\/strong>Denn &#8222;Mit h\u00f6herem Bildungsniveau ist es viel leichter, sich zu <a title=\"Integration\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/integration\/\">integrieren<\/a>. Und man ist dann auch eher integriert. Es gibt aber leider viele, die sich auf <a title=\"Hartz\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/soziales\/arbeit\/hartz\/\">staatliche Hilfe<\/a> verlassen &#8211; die f\u00fchlen sich nicht integriert&#8220; (Drilon Hoxha, 19, albanische Wurzeln).<\/p>\n<p>Es ist ermutigend, wenn junge Menschen mit Migrationshintergrund in der Zeitung zu Wort kommen und dabei die zwei Begriffe &#8222;Bildung&#8220; und &#8222;Integration&#8220; (bzw. &#8222;<a title=\"Integrieren\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/integration\/integrieren\/\">Integrieren<\/a>&#8222;) verkn\u00fcpfen. Hoffentlich bringt die BZ (ein Lob den Journalisten) noch viele solche ehrliche Interviews. Denn die jungen Leute aus unseren Parallelgesellschaften in Weingarten, Landwasser, St\u00fchlinger, Rieselfeld, &#8230; k\u00f6nnen Realit\u00e4ten benennen, die immer mehr Freiburger Bobbele nicht mehr offen anzusprechen wagen, aus Angst\u00a0vor\u00a0<a title=\"Nazi-Keule Islamophobie-Keule\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/nazi-keule-islamophobie-keule\/\">Nazi-Keule<\/a>\u00a0und <a title=\"Rassismus\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/rassismus\/\">Rassismus<\/a>-Vorwurf.<br \/>\nGleichwohl, es ist noch ein langer Weg zu gelungener <a title=\"Integration\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/integration\/\">Integration<\/a>: <strong>Denn diese Integration ist erst dann gelungen, wenn auch die V\u00e4ter (trotz ihrer \u00fcbergro\u00dfen innerfamili\u00e4ren Macht) und die M\u00fctter (trotz ihrem traurigen\u00a0<a title=\"Islam-Frauen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/islam\/islam-frauen\/\">Untergebenendasein<\/a>) bereit und f\u00e4hig sind, sich in der Zeitung zu \u00e4u\u00dfern &#8211; wie dies in dem vorliegenden BZ-Interview ihre Kinder tun.<\/strong> Schade, dass das Interview nur in der Bezahl-BZ zu lesen ist &#8211; man m\u00fcsste es im Amtsblatt der <a title=\"Stadtfreiburg\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/stadtfreiburg\/\">Stadt Freiburg<\/a> ver\u00f6ffentlichen, das alle FreiburgerInnen kostenlos\u00a0erhalten.<\/p>\n<p>Weingarten hat einen Ausl\u00e4nderanteil von 26,2% Ausl\u00e4nderanteil, gegen\u00fcber 17% in Stadtgebiet Freiburgs insgesamt. Wechseln in Freiburg 52,6% aus Gymnasium, sind es in Weingarten nur 38,4%.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/littenweiler\/weingarten.htm\">https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/littenweiler\/weingarten.htm<\/a>\u00a0(Archiv-Seite)<\/p>\n<p>Hier einige Zitate aus dem Zeitungsinterview &#8222;Ich f\u00fchle mich anders und bin es auch&#8220;\u00a0&#8211; das Interview unbedingt lesen,<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/junge-menschen-aus-weingarten-im-interview-ich-fuehle-mich-anders-und-bin-es-auch\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/junge-menschen-aus-weingarten-im-interview-ich-fuehle-mich-anders-und-bin-es-auch<\/a>, damit die Zitate nicht aus dem Zusammenhang gerissen mi\u00dfverstanden werden.<br \/>\n.<br \/>\n<em>Weingarten ist unterteilt:<\/em><br \/>\n&#8222;Weingarten geteilt: Im Osten leben libanesische <a title=\"Clan\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/clan\/\">Clans<\/a>, im Westen die <a title=\"Roma\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/roma\/\">Sinti<\/a>.&#8220; &#8230; &#8222;Die j\u00fcngeren Sinti gehen heute lieber ins Rieselfeld zum Chillen. Gro\u00dfe Gruppen sind auch die <a title=\"Tuerkei\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/tuerkei\/\">T\u00fcrken<\/a>, Araber, Kurden, Albaner.&#8220;<\/p>\n<p><em>H\u00e4usliche Gewalt:<\/em><br \/>\n&#8222;Gewalt ist die Norm in Weingarten&#8220;. <a title=\"Haeusliche-Gewalt\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/krise\/gewalt\/haeusliche-gewalt\/\">Gewalt<\/a> in den <a title=\"Patriarchat\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/islam\/patriarchat\/\">patriarchischen<\/a>\u00a0<a title=\"Familie\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/familie\/\">Familien<\/a>, gegen <a title=\"Islam-Frauen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/islam\/islam-frauen\/\">Frauen<\/a>, gegen Kinder, auch &#8222;weil er sich nicht anders zu helfen wei\u00df.&#8220; Oder &#8222;Gewalt und Pr\u00fcgel in der Erziehung &#8211; ich wollte abhauen.&#8220;<\/p>\n<p><em>Gewalt gegen\/unter Jugendlichen:<\/em><br \/>\n&#8222;Auf dem Zigeunerplatz st\u00f6\u00dft man schnell auf Beleidigungen und Bedrohungen. Viele Jugendliche, auch fr\u00fchere Freunde, suchen ihr Abenteuer in <a title=\"Gewalt\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/krise\/gewalt\/\">Schl\u00e4gereien<\/a>. Sie haben einfach nichts anderes zu tun.&#8220;<\/p>\n<p><em>Nur Jungen werden freiheitlich erzogen:<\/em><br \/>\n&#8222;Jungs haben viel mehr M\u00f6glichkeiten. Ja, sie d\u00fcrfen sogar trinken, rauchen, Sex vor der Ehe haben, und auch eine deutsche Freundin. Aber wehe, ein M\u00e4dchen w\u00fcrde das wagen. Diese Ungerechtigkeit wird nicht einmal thematisiert. Das kann man in den Familien einfach nicht ansprechen.&#8220;<\/p>\n<p><em>Gewalt gegen T\u00f6chter<\/em><br \/>\n&#8222;Viele M\u00e4dchen werden von ihren Br\u00fcdern verschlagen, wenn sie einen Freund haben. Ich wei\u00df von einer, die blau gepr\u00fcgelt wurde, weil sie sich ihren Mann selber aussuchen und das <a title=\"Kopftuch\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kopftuch\/\">Kopftuch<\/a> ablegen wollte.&#8220;<\/p>\n<p>Die Frau als &#8218;Geb\u00e4rmaschine&#8216;:<br \/>\n&#8222;F\u00fcr viele gibt es keine Phase zwischen Verliebtsein und Heiraten. Als Frau hat man das Gef\u00fchl, nur daf\u00fcr geboren zu sein. &#8220; . &#8230; &#8222;Mehrere Klassenkameradinen von mir (19) haben schon ein Kind, manche sogar zwei.&#8220;<\/p>\n<p><em>Zwangsverheiratung von M\u00e4dchen gibt es h\u00e4ufig:<\/em><br \/>\n&#8222;Einmal kam ein \u00e4lteres M\u00e4dchen auf den Spielplatz und erz\u00e4hlte urpl\u00f6tzlich von ihrer bevorstehenden Hochzeit. Der Verlobte kam aus der Heimat und war ein Bekannter der Familie. Solche <a title=\"Zwangsheirat\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/frauen\/zwangsheirat\/\">Zwangshochzeiten<\/a> gibt es h\u00e4ufig. Und ich finde es erschreckend, dass die M\u00e4dchen bei ihren Familien bleiben, obwohl sie derart erniedrigt werden. Zu gro\u00df ist die Angst, versto\u00dfen zu werden.. &#8220;<\/p>\n<p><em>Vereinszugeh\u00f6rigkeit:<\/em><br \/>\n&#8222;Meine Freunde waren Mitglied im Sportverein, im Musikverein. o etwas macht man in Weingarten nicht. Hier besucht man lieber Cafes mit Spielautomaten.&#8220;<\/p>\n<p>Kultur in Herkunftsl\u00e4ndern oft moderner\/st\u00e4dtischer als im konservativ\/l\u00e4ndlichen Weingarten:<br \/>\n&#8222;In Weingarten herrscht eine l\u00e4ndlich gepr\u00e4gte Vorstellung unserer kurdischen Kultur. Sie verharrt auf dem Stand vor 30 Jahren. &#8230;In den gro\u00dfen St\u00e4dten in Albanien sind die Menschen modern. Ganz anders als viele Albaner in Weingarten.&#8220;<\/p>\n<p><em>Die fleissigen Zuwanderer<\/em><br \/>\n&#8222;Sie (meine Eltern) kamen nach Deutschland wegen eines besseren Lebens. Es ist besser als in ihren Heimatl\u00e4ndern, aber nicht das, was sie sich ertr\u00e4umt haben. Sie arbeiten zehn, elf Stunden, sind irgendwann ausgebrannt, der K\u00f6rper schmerzt.&#8220;<\/p>\n<p><em>Zuwanderung in die Versorgung:<\/em><br \/>\n&#8222;Das ist der Teil der Gesellschaft, der um 5 Uhr morgens aufsteht und putzen geht. Meinen Eltern ist die H\u00e4rte des Lebens ins Gesicht geschrieben. Auf der anderen Seite gibt es viele Frauen, die nicht arbeiten gehen, und auch M\u00e4nner, die sich mit Hartz IV abfinden und abh\u00e4ngen. Ich nenne das verlorene Identit\u00e4ten.&#8220;<br \/>\n&#8230;.<br \/>\n<em>Bildung erleichtert Integration:<\/em><br \/>\n&#8222;Mit h\u00f6herem Bildungsniveau ist es viel leichter, sich zu integrieren. Und man ist dann auch eher integriert. Es gibt leider viele, die sich auf staatliche Hilfe verlassen \u2013 die f\u00fchlen sich nicht integriert.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Ich f\u00fchle mich anders und ich bin es auch<\/strong><br \/>\nNiedrige Wohnzufriedenheit, schwacher sozialer Zusammenhalt, hohes Misstrauen \u2013 Weingarten hat Probleme mit seinem Image. Vier junge Menschen schildern, wie es ist, dort aufzuwachsen. &#8230; Alles vom 7.2.2018 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/junge-menschen-aus-weingarten-im-interview-ich-fuehle-mich-anders-und-bin-es-auch\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/junge-menschen-aus-weingarten-im-interview-ich-fuehle-mich-anders-und-bin-es-auch<\/a><br \/>\n.<br \/>\n3.2.2018<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburg\/weingarten-soll-eine-soziale-anlaufstelle-erhalten--148946825.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburg\/weingarten-soll-eine-soziale-anlaufstelle-erhalten&#8211;148946825.html<br \/>\n<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Segregation Weingarten: Freiburg zerf\u00e4llt von innen<\/strong><br \/>\nSegrergation pur. Abhilfe w\u00e4re school busing und Umsetzung des Artikel 4 GG. Wir akzeptieren, separieren und lassen zu, von innen ver\u00e4ndert zu werden, wie es uns nicht freiwillig in den Sinn k\u00e4me. N. Nahum spricht f\u00fcr sein Volk vom Zerfall der inneren Front, der zerst\u00f6rerischer wirkt, als Angriffe von au\u00dfen.<br \/>\n7.2.2018, Heinrich Franzen, BZO<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Weingarten ist bunt &#8211; und das ist gut so (laut Gutmenschen)<\/strong><br \/>\n&#8222;Weingarten ist der bunteste Stadtteil Freiburgs und der schwierigste.&#8220; War denn nicht schon seit Jahrzehnten (besonders auch in der BZ) behauptet worden, diese &#8218;Buntheit&#8216; sei grunds\u00e4tzlich gut und Voraussetzung einer offenen, humanen und zukunftsf\u00e4higen Gesellschaft? M\u00fcsste dann nicht in Littenweiler oder anderen Stadtteilen, wo die Bewohnerschaft leider noch nicht so bunt und vielf\u00e4ltig ist, das Leben sehr sehr &#8217;schwierig&#8216; sein? Jeder wei\u00df &#8211; es ist nicht so.<br \/>\nDa st\u00f6\u00dft eben die Ideologie auf die Realit\u00e4t und das tut weh. Die Realit\u00e4t in Weingarten hei\u00dft Retribalisierung. Keineswegs &#8218;integrieren&#8216; sich die einzelnen Ethnien. Selbstverst\u00e4ndlich nicht in die deutsche Kultur, die dort ja ohnehin nur noch rudiment\u00e4r vorkommt. Aber eben auch nicht in eine neue gemeinsame &#8218;bunte&#8216; Kultur. Vielmehr braut sich dort, wie in allen gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten und Vorst\u00e4dten ein Krieg der Clans zusammen: Jeder Clan gegen jeden und alle gegen die deutsche Gesellschaft, die das ganze bezahlt. Perverser geht es nicht.<br \/>\n7.2.2018, Frank Torgau, BZO<br \/>\n.<br \/>\n<strong>F\u00fcr Weingarten war nie Durchmischung gewollt<\/strong><br \/>\nF\u00fcr mich bildet dieser Bericht die Realit\u00e4t ganz gut ab. Ich habe Anfang der Neunziger einige Jahre in Weingarten gewohnt, weil ich als &#8222;Zugereiste&#8220; den Stadteil vorher gar nicht so einsch\u00e4tzen konnte und eigentlich sollte es auch nur eine \u00dcbergangsl\u00f6sung sein. Ich schreibe mit Absicht &#8222;gewohnt&#8220; und nicht &#8222;gelebt&#8220;, weil mein soziales Umfeld sich ausschlie\u00dflich au\u00dferhalb von Weingarten befand. Au\u00dferdem wohnte ich in einer Anlage mit Eigentumswohnungen, wo es nicht ganz so krass war, aber doch etwas anderes als ich es gewohnt war. Da ist mir erst klar geworden, was sich au\u00dferhalb meiner geordneten Welt so abspielt. Und ich habe ja nur die Spitze des Eisbergs gesehen. Ich bin viel spazieren gegangen und habe beobachtet, auch damals gab es schon viele Jugendliche, meist mit Migrationshintergrund, die einfach nur den ganzen Tag irgendwo abhingen und wo es eher rau zuging. Man kann bereits in den Gesichtern von Jugendlichen schon sehr viel erkennen. Und in einem Hochhaus der damaligen Siedlungsgesellschaft gegen\u00fcber war st\u00e4ndig irgendwelcher Zoff, Schreien u.\u00e4. und auf der Stra\u00dfe P\u00f6beleien. Das ist kein Klischee, das ist dort Alltag. Man stumpft da irgendwann ab und achtet nicht mehr darauf, obwohl es nat\u00fcrlich sein kann, dass gerade ein Kind oder eine Frau verpr\u00fcgelt wird. Ich habe das an mir selbst erfahren. Man hat auch Angst, sich durch das Rufen der Polizei, selbst in Gefahr zu bringen.<br \/>\nWeingarten hatte nie eine Chance zur Durchmischung. Wer in einer Stadt wie Freiburg ein Hochhaus-Ghetto baut, kriegt dort keine Mittelschichtbewohner. Die, die ganz zu Anfang eine Wohnung dort gekauft hatten, haben nach ein paar Jahren das Weite gesucht und vermietet. Meines Erachtens hat man Weingarten als Ghetto in Kauf genommen, um viel billigen Wohnraum zu schaffen und um sich andere Stadtteile von Problemf\u00e4llen frei zu halten. Ich finde die Schilderungen der jungen Leute sehr authentisch. Allerdings h\u00e4tte ich gerne auch die Erfahrungen von deutschst\u00e4mmigen Bewohnern geh\u00f6rt.<br \/>\n7.2.2018, Maria Traxler, BZO<\/p>\n<p>.<br \/>\n<strong>Ein sehr offener Bericht zu Weingarten<\/strong><br \/>\nMein Gott, wie geh\u00e4ssig.\u00a0Das hier gibt es auch: <a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburg-suedwest\/schwimmer-mit-aussicht--63777506.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburg-suedwest\/schwimmer-mit-aussicht&#8211;63777506.html<br \/>\n<\/a>Frau Traxler, ich bin 1986 nach Weingarten gezogen, 2007 wieder raus. 2 mal Wohnungen in der Krozingerstra\u00dfe. Die erste in einer Frauen-WG, die zweite allein. Beidesmal nicht Stadtbau. In der 2. Wohnung wurde ich vorgezogen, die Warteliste wurde \u00fcbersprungen, weil ich ein sozial stabiler Faktor war. In dem Haus wohnten mehrheitlich Handwerker, ich als Lehrerin, h\u00f6here Angestellte des Arbeitsamts. Ich kam in den Stadtteil durch Trennung und weil die Miete am g\u00fcnstigsten war. Vorher 15 Jahre Kirchzarten und Littenweiler.<br \/>\nMan kann \u00fcber die vielf\u00e4ltigen Aspekte nur Schnipsel schreiben: Ich dachte auch, jetzt wird es gewaltt\u00e4tig und l\u00e4rmig &#8211; aber ich h\u00f6rte keine Frauen oder Kinder schreien. Eine Familie in der Wohnung unter mir schrie so viel mit einem ihrer Kinder, dass ich mit dem Hausmeister und dem Jugendamt drohte. Die sahen mich nicht mehr an, aber das Schreien h\u00f6rte auf. Was allerdings sehr gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig war, war das Einkaufen, wo ein unheimlich starker autorit\u00e4rer und unfreundlicher Ton vieler Leute mit ihren Kindern herrschte.<\/p>\n<p>Eines meiner Kinder ging noch 2 Jahre in die Adolf Reichweinschule und zu dieser Zeit waren viele Grundschulklassen enorm laut, offensichtlich alte Lehrerinnen sehr \u00fcberfordert und der Ton der Lehrerinnen unfreundlich, die Klassen undiszipliniert. Lehrer erz\u00e4hlten, dass es ein Riesenunterschied sei, Kinder aus Weingarten oder aus Haid zu haben. Haidbewohner distanzierten sich oft von Weingarten.<br \/>\nDie ersten Bem\u00fchungen um ein Stadtteilfest waren m\u00fchsam, im Gegensatz zu anderen Stadtteilen. Tische und B\u00e4nke blieben unbesetzt. In Weingarten lebt man lieber allein &#8211; oder mit der gro\u00dfen Familie.<br \/>\nFreunde wohnten in einer WG in der 78 &#8211; das war heftig, weil in dem gro\u00dfen Haus dauernd jemand am umziehen war und der Beton diese elende Bohrerei \u00fcberall hinleitete. Abgesehen, dass dort der Aufzug immer verpisst war, ging schon dieses Bohren nicht.<br \/>\nDie Polin \u00fcber mir hat ihre 2 Kinder 5 Jahre lang jeden Tag in die Schule gebracht und abgeholt &#8211; aus Angst vor Sexualstraft\u00e4tern. Der Schulweg ist lang. Ihre Freundinnen machten das ebenso. Ich wollte isoliert leben &#8211; von den Nachbarn w\u00e4re mehr an Kontakt gew\u00fcnscht gewesen, innerhalb des Hauses. Mein gro\u00dfer Sohn hat es gehasst, in Weingarten zu wohnen &#8211; aber mit denselben Leuten in der Schule kam er klar. Er wurde im Stadtteil auch anfangs bedroht &#8211; &#8222;normale&#8220; Cliquenwirtschaft, war er aber von Kirchzarten und Littenweiler nicht gewohnt. Der Sohn einer Freundin wurde 2-3 Jahre regelm\u00e4\u00dfig auf dem Schulweg verhauen, weil er so &#8222;verweichlicht&#8220; sei. Da wollten sich die Jungs auch nicht helfen lassen &#8211; w\u00e4re ja feige gewesen.<br \/>\nEs gab Studien, ab welchem Geschoss das Wohnen problematisch wird. Psychisch und entwicklungsm\u00e4\u00dfig. Bei Untersuchungen hat sich gezeigt, dass Kinder automatisch die Kleinteiligkeit suchen und ihnen die gro\u00dfen Freifl\u00e4chen mit den Blocks Orientierungsprobleme bereiten. So haben sich die Kinder eigenst\u00e4ndig Schlittenh\u00fcgel eingeteil &#8211; das Haus der H\u00fcgel etc. N\u00e4heres wei\u00df ich nicht mehr. Ich pers\u00f6nlich wollte nicht mit kleinen Kindern in ein Hochhaus. Das ist wie Hundehaltung &#8211; du kannst die Kinder nie allein raus lassen, im Gegensatz zu niederen H\u00e4usern. Und wenn man die Stra\u00dfen in Weingarten und die H\u00f6fe anschaut, dann sind da Splitter, Abf\u00e4lle, die barfu\u00dflaufen unm\u00f6glich macht. Das finde ich mangelnde Lebensqualit\u00e4t. Meine Kinder waren da schon 9 und 12 &#8211; also machbar. Also Hochh\u00e4user f\u00fcr Senioren, bitte.<br \/>\nNat\u00fcrlich haben Lehrer selektiv geschaut. Ich habe in der Unterwiehre mit der Stadt Projekte gemacht &#8211; dort gab es eine Zeit, wo der Ausl\u00e4nderanteil in der Lorettoschule \u00fcber Durchschitt, aber der \u00dcbergang auf weiterf\u00fchrende Schulen unter Durchschnitt war. Ein Teil der ausl\u00e4ndischen Sch\u00fcler wurden gleich in der Hauptschule im ersten Halbjahr dann auf die Realschulen weitergeleitet. Eindeutig subjektiv gef\u00e4rbte Schulempfehlungen. Das ist aber auch schon \u00fcber 10 Jahre her. Auch nicht weingartenspezifisch.<br \/>\nDa hatten wir zuletzt ein Aktion Mensch Projekt mit der Grundschule gemacht, die als Problem angegeben hatte, russische bzw. russlanddeutsche Eltern nicht integrieren zu k\u00f6nnen. Unser Projekt leiteten 2 Russen, studierte. Es klappte hervorragen. Zwei Drittel der Russlanddeutschen ausder Schule machten mit. Ihr Problem war Transparenz. Sie wollten wie in Russland Berichte \u00fcber die Kinder, m\u00f6glichst w\u00f6chentlich und wollten wissen, was die Note 2 denn bedeutet. Sie hatten sich nicht gemeldet aus Angst, ihren Kindern w\u00fcrden Nachteile entstehen, waren aber sehr ehrgeizig. Die Lehrer waren ausgesprochen unfreundlich. Die Eltern sollten auf die Elternabende kommen, fertig. Und dem Ansinnen einer Berichterstattung k\u00e4me man schon gar nicht nach, sagte man mir auf einer Konferenz und nahm an, dass ich das der Gruppe auszurichten h\u00e4tte. Das Andocken an das Quartiersb\u00fcro war schwierig, weil die Aufgabenstellung der Stadt solche Bildungssachen nicht erlauben w\u00fcrde. Ab da hatte ich keine Lust mehr auf Projekte. Die russischen Projektleiter waren entsetzt. Die Eltern stemmten dann fast das ganze Schulfest mit Chor, Marionettenbau, Essenst\u00e4nden &#8211; toll, aber nicht die Zielsetzung des Projekts. Ist auch schon mehr als 10 Jahre her. Es hat sich ja viel entwickelt seitdem, aber ich wei\u00df es nur noch aus der Zeitung, wenn \u00fcberhaupt.<br \/>\nGenauso subjektiv gef\u00e4rbt sind die Meinungen von Studenten, die nie im Leben nach Weingarten ziehen w\u00fcrden und jede h\u00f6here Miete im St\u00fchlinger zahlen.<br \/>\nGenauso subjektiv wie die Stille in jedem Lehrerkollegium, wenn ich meine Adresse sagte: Die Krozingerstra\u00dfe war bekannt wie ein bunter Hund in Freiburg. Genauso subjektiv wie die Hebelhauptsch\u00fcler, die mich strahlend anl\u00e4chelten wegen &#8222;Krozingerstra\u00dfe&#8220; und sagten: &#8222;Du darfst uns anschreien, du bist eine von uns. Bei uns schreit jeder.&#8220; So s\u00fc\u00df. Die Jugendlichen sprachen mit Stolz immer vom Ghetto. Sp\u00e4ter, als ich Kinder aus den Vorbereitungsklassen an STreetworker andocken wollte, war das nicht m\u00f6glich, weil die v\u00f6llig \u00fcberfordert waren. Nur mit dem Jugendzentrum in der Staudi hatte ich gute Erfahrungen. Die sorgten f\u00fcr das n\u00f6tige Nest, in dem sich dann ein Junge pr\u00e4chtig entwickeln konnte. Die anderen werden verloren gegangen sein.<br \/>\nDie Schl\u00e4ge sind sicher nicht weingartenspezifisch sondern kulturell. <a title=\"Patriarchat\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/islam\/patriarchat\/\">Patriarchat<\/a> geht meistens noch von schwarzer P\u00e4dagogik aus. Da habe ich viel erlebt &#8211; aber nicht auf Weingarten bezogen. Der Balkan und die T\u00fcrkei taten sich da besonders hervor, und Evangelikale, allgemein: christliche Sekten. B\u00f6ses Wort gesagt &#8211; Mund mit Cayennpfeffer ausge&#8220;waschen&#8220;. Mittelschicht, keine Prolls. Stunden irgendwo stehen oder 1 Stunde auf einem Bein stehen&#8230;.. Kinder und Jugendliche wollten nie, dass ich mich f\u00fcr sie einsetze &#8211; weil es sonst noch schlimmer werden w\u00fcrde, wenn sie &#8222;petzen&#8220;. Ich habe das alles den entsprechenden Arbeitskreisen gemeldet bei der Stadt &#8211; da wird dr\u00fcber wegggeschaut. Man hat es nie aufgegriffen. Das war zu kompliziert. Ich sage seit Jahren: Begleitende Erziehungskurse f\u00fcr alle. Aber solche harte Erziehungsmethoden schafft eben kaum neue Menschen.<br \/>\nAlso ich verstehe die Geh\u00e4ssigkeiten nicht &#8211; man muss bei jedem Stadtteil neu diskutieren, wie man bessere Wege schafft. Und mein Vorurteilshirn hat bei dem Artikel geklingelt: Guck an, schon so viele Studierende unter den ausl\u00e4ndischen Weingartnern?<br \/>\n7.2.2018, Ursula Birgin, BZO<\/p>\n<p>.<br \/>\n<strong>Wohnbebauung in die H\u00f6he schlecht f\u00fcr Sozialisierung?<\/strong><br \/>\nDie Schilderung des pers\u00f6nlich Erlebten, Frau Birgin, im und rund um den Stadtteil Weingarten zeichnet ein facettenreiches und authentisches Bild einer ehemaligen Bewohnerin. Ich habe Satz f\u00fcr Satz, auch wegen der Assoziation zu pers\u00f6nlichen Erfahrungen, gelesen. Sie sollten diese Erinnerung in anderem Format (Buchform?) festhalten und einer interessierten Leserschaft zug\u00e4nglich machen.<br \/>\nWeingarten hat im Laufe der Jahrzehnte viele Wandlungen erfahren, die nicht immer zum Besseren gereichten. Man denke an die diversen (gescheiterten?) Versuche der Schaffung von Begegnungsst\u00e4tten zwecks Zusammenf\u00fchrung der verschiedenen Ethnien oder an die Probleme mit einem funktionellen Einkaufszentrum, von der nachhaltigen Ansiedlung medizinischer Fachkompetenz ganz zu schweigen.<br \/>\nDas \u00bbTurmhaus\u00ab in der Laufener Stra\u00dfe mit dem \u00bbH\u00f6henschwimmbad\u00ab (wohl ein Vorzeigeobjekt) hat fr\u00fcher auch mein Interesse geweckt. Aber irgendwie bin ich dann wieder davon abgekommen. Der Drang auf&#8217;s Land, auch ohne \u00bbGr\u00fcner\u00ab zu sein, \u00fcberwog. Dazu kam noch die Verbesserung des Wohnumfeldes f\u00fcr meine Tochter. Die Entscheidung hat sich im Nachhinein als richtig erwiesen. Meine Verpflichtungen in der Stadt (Beruf, Freunde, Vorsitzender in einem Fu\u00dfballverein im Westen) konnte ich auch aus dem nahen Umland noch problemlos wahrnehmen. So dachten au\u00dfer mir noch viele, die der \u00ab\u00abGro\u00dfstadt\u00ab\u00ab Freiburg den R\u00fccken kehrten.<br \/>\nDie L\u00f6sung des Unterbringungsproblems einer wachsenden Bev\u00f6lkerung mit der Ausweitung der Wohnbebauung \u00bbin die H\u00f6he\u00ab mag zwar angesichts knapper werdender Baufl\u00e4chen \u00f6konomisch sinnvoll erscheinen. Hinsichtlich der Sozialisierung der Bewohner verh\u00e4lt sich diese Vorgehensweise leider als kontraproduktiv. Viele Beispiele aus anderen \u00bbProblem\u00abSt\u00e4dten belegen dies. Trabantenst\u00e4dte wie Landwasser, Rieselfeld sprechen B\u00e4nde. Dietenbach wird da keine Ausnahme sein. Dass man jetzt auch noch vorhandene Bausubstanz platt macht (Studentensiedlung), um an der Stelle \u00bbVerdichtung in die H\u00f6he\u00ab zu realisieren, ist st\u00e4dteplanerisch zwar verst\u00e4ndlich aber im Hinblick auf die Lebensqualit\u00e4t deren Bewohner verwerflich.<br \/>\n7.2.2018, Rudi Rapp, BZO<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Gute Schulen f\u00fcr Weingarten &#8211; Bildung von M\u00e4dchen und Frauen ist wichtig<\/strong><br \/>\nDas von den vier Gymnasiasten mit Migrationshintergrund angesprochene zentrale Problem in FR-Weingarten ist die Gewalt &#8211; Gewalt, die von den Familien ausgeht, in denen die islam-gepr\u00e4gten kulturellen Traditionen des Patriarchats gelten: Gewalt des Familienoberhaupts gegen Frau und Kinder: K\u00f6rperliche, sexuelle, psychische und \u00f6konomische Gewalt. Gewalt, die dann von den heranwachsenden S\u00f6hnen \u00fcbernommen wird.<br \/>\nAnders als so viele Politiker klagen die Sch\u00fcler angesichts der Weingartener Mi\u00dfst\u00e4nde nicht \u00fcber Hochh\u00e4user oder &#8222;zu wenig Geld&#8220;, sondern \u00fcber mangelnde Bildung.<br \/>\nW\u00fcrde man in einem riesigen Bauprogramm alle \u00fcbereinander liegenden Hochhauswohnungen Weingartens in nebeneinander liegende Reihenh\u00e4user unterbringen &#8211; die patriarchische Gewalt w\u00fcrde nicht abnehmen &#8211; oder etwa doch?.<br \/>\nW\u00fcrde man in einem riesigen Ausgabeprogramm die Sozialtransfers\u00e4tze wie auch Sozialarbeiterstellen verdoppeln, die Gewalt der \u00fcberm\u00e4chtigen Familienoberh\u00e4upter w\u00fcrde nicht abnehmen &#8211; oder doch?<br \/>\nEs bleibt, was die interviewten Sch\u00fcler fordern: Wir m\u00fcssen unsere Bildungsinvestitionen verst\u00e4rken, vor allem die Bildung der T\u00f6chter, M\u00e4dchen und Frauen: Kita, Schulen, mehr Lehrer, Bildungs- und Berufsberatung, Hausaufgabenbetreuung und -\u00fcberwachung. Kein Familienoberhaupt darf seiner Tochter irgendeine Schullaufbahn verbieten &#8211; schon gar nicht, um sie mit einem Cousin zu verheiraten.<br \/>\nBeispiel Iran: Dort haben mehr Frauen Hochschulabschl\u00fcsse als M\u00e4nner, im Verh\u00e4ltnis &#8222;55 zu 45&#8220;. Auch deshalb sind bei den aktuellen Freiheitsbewegungen die Frauen federf\u00fchrend. Auch deshalb bef\u00fcrchtet die m\u00e4nnliche Mullah-Kaste nichts so sehr wie die Aufhebung des Kopftuchgebots. Reformen des Islam sind nur \u00fcber die Aktivit\u00e4ten von Frauen m\u00f6glich.<br \/>\nSchade, dass so viele Kommentatoren die BZ daf\u00fcr tadeln, dass sie per Interview den vier Sch\u00fclern so viel (zwei Druckseiten) Raum gegeben haben, um ihre Meinung kund zu tun. Es ist doch immer besser, &#8222;Betroffene&#8220; selbst zu Wort kommen zu lassen, als \u00fcber diese zu berichten. Miteinander sprechen und diskutieren ist immer gut!<br \/>\n8.2.2018, K. Baumann<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Mi\u00dfst\u00e4nde klar benennen &#8211; zwecks Integration<\/strong><br \/>\nIch bin sehr beeindruckt von den vier Jugendlichen aus Weingarten, die den Mut aufgebracht haben, sich so ins &#8222;Kreuzfeuer&#8220; zu begeben und die Dinge beim Namen zu nennen! Sie wussten sicher, dass sie sich damit im Stadtteil selbst keine Freunde machen, geschweige denn Zustimmung oder Unterst\u00fctzung der zust\u00e4ndigen Stellen erwarten k\u00f6nnen. Die werden eher alles tun, um die Aussagen zu relativieren: &#8222;Sozialeinrichtungen vor Ort, wir haben Geld geschickt \u2026&#8220;<br \/>\nTatsache ist: Nur so \u2013 in dem wir den Mut aufbringen, Dinge klar zu benennen \u2013 werden wir die <a title=\"Integration-Islam\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/integration\/integration-islam\/\">Integration<\/a> jemals bew\u00e4ltigen und die Chancengleichheit ann\u00e4hernd erreichen, wenn wir die Augen nicht davor verschlie\u00dfen, dass neben uns eine <a title=\"Parallelgesellschaft\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/integration\/parallelgesellschaft\/\">Parallelgesellschaft<\/a> existiert und nicht alle (vor allem Kinder und Jugendliche) darin gl\u00fccklich sind. Die Integration bedeutet nicht nur &#8222;herzlich Willkommen&#8220; sagen, sondern einiges (auch unangenehmes!) daf\u00fcr tun, damit Menschen ankommen.<br \/>\nManches muss hart erk\u00e4mpft werden und ist nicht gerne gesehen (junge M\u00e4dchen d\u00fcrfen nicht mit der Klasse ins Landschulheim). Dass die <a title=\"Islam-Frauen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/islam\/islam-frauen\/\">Eltern<\/a> nicht gl\u00fccklich sind, wenn sich hier die Gesellschaft einmischt, ist klar, aber notwendig, denn eines Tages werden diese Kinder Teil unserer Gesellschaft und wie sie dann werden, h\u00e4ngt in gro\u00dfem Ma\u00dfe von uns ab.<br \/>\nWenn die gro\u00dfen Parteien den Mut aufgebracht h\u00e4tten \u2013 so wie die vier Jugendlichen \u2013 Missst\u00e4nde klar und deutlich anzusprechen, h\u00e4tte die AfD vermutlich niemals so ein Zulauf erfahren! Hut ab!<br \/>\n12.2.2018, Christiane Boll-H\u00f6sch, Freiburg, BZO<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Vier junge Menschen bewiesen Mut &#8211; Verantwortung<\/strong><br \/>\nMissst\u00e4nde klar auszusprechen erfordert Mut. Diesen haben die vier jungen Menschen mit ihren Interviews bewiesen: Bei der Lekt\u00fcre ihrer Erfahrungen zuckt man an vielen Stellen zusammen, da sie den Finger in die Wunden eines Stadtteils so legen, als ob es die eigenen w\u00e4ren. Derart mag es auch vielen ergangen sein, die sich f\u00fcr Weingarten in der Verantwortung sehen oder sehen sollten. Diesen ist nun ein \u00e4hnliches Ma\u00df an Mut zu w\u00fcnschen, damit sie sich um die Wunden auch tats\u00e4chlich k\u00fcmmern, und nicht \u00fcber sie hinwegreden.<br \/>\n12.2.2018, Max Walter Kinninger, Freiburg, BZO<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Diese Seiten m\u00fcssten Pflichtlekt\u00fcre werden f\u00fcr alle Mitarbeitenden von FR<\/strong><br \/>\nHerzlichen Dank f\u00fcr Ihre Idee, das Leben im Stadtteil Weingarten anhand von Interviews mit jungen Erwachsenen darzustellen. Mutig, uns ein Paralleluniversum in Freiburg zu offenbaren. Wie gut Ihnen das auf zwei ergreifenden BZ-Seiten gelungen ist. Ich brauchte 15 Jahre Gespr\u00e4che und Beobachtungen, um \u00e4hnliche Einblicke zu erhalten.<br \/>\nDiese zwei Seiten m\u00fcssten Pflichtlekt\u00fcre werden f\u00fcr alle Mitarbeitenden der Stadt, egal ob im Amt oder in der Schule, bei der Polizei oder dem Krankenhaus, der Sozialarbeit, in Jugendeinrichtungen und der Feuerwehr. Ihr Artikel kann all die wachr\u00fctteln, die dachten, wir schaffen das schon, es ging ja bislang immer irgendwie gut.<br \/>\nDas Ergebnis schauen wir uns aber in der Regel gar nicht an, sondern meiden schlicht die Stadtteile, die von Menschen mit Migrationshintergrund bev\u00f6lkert werden. W\u00fcrde ich, die \u00fcber Jahre die Nachhilfe und Hausaufgabenbetreuung im Rieselfeld f\u00fcr Lernende aus der ganzen Stadt anbietet, Ihnen genau diese Einblicke in unseren Nachbarstadtteil schreiben, w\u00fcrde mir kaum ein Mensch glauben!<br \/>\nDoch dadurch, dass Sie die jungen Menschen aus Weingarten selbst reden lie\u00dfen, k\u00f6nnen wir die Fakten nicht ausblenden oder sch\u00f6nreden. Es geht um Gewalt, Beleidigungen und Bedrohungen im Alltag. Die vier anonymen Jugendlichen sprechen von Clans, von der Schule, h\u00e4uslicher Gewalt, von der Art, wie sie aufgewachsen sind, hier in Freiburg: Das ist nicht das Freiburg, das wir Leserinnen und Leser in der Regel kennen und auch nicht das, was wir unseren Kindern zumuten m\u00f6chten.<br \/>\nSie erz\u00e4hlen von Kriminalit\u00e4t, von der Polizei und von ihrem Leben als M\u00e4dchen. W\u00fcrde ich als Deutsche es wagen, beispielsweise Zwangsverheiratung oder Kopftuchzwang in unserer Stadt anzusprechen, w\u00fcrde ich umgehend als Nazi oder Rassistin tituliert.<br \/>\nMein gro\u00dfer Dank gilt euch &#8222;Drilon&#8220;, &#8222;Cicek&#8220;, &#8222;Fatma&#8220; und &#8222;Anna&#8220; f\u00fcr eure ehrlichen Worte \u2013 alles Gute f\u00fcr euren Lebensweg!<br \/>\n20.2.2018, Susanna Glaubrecht, Freiburg, BZO<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 7.2. 2018 erschien in der BZ ein sehr informatives, weil authentisches und ehrliches Interview mit vier Abiturienten, die in FR-Weingarten aufgewachsen sind. 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