{"id":66351,"date":"2018-01-11T09:26:14","date_gmt":"2018-01-11T08:26:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=66351"},"modified":"2018-02-01T09:33:57","modified_gmt":"2018-02-01T08:33:57","slug":"luzernenhof-seefelden-solawi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/luzernenhof-seefelden-solawi\/","title":{"rendered":"Luzernenhof Seefelden &#8211; Solawi"},"content":{"rendered":"<p>Der <a title=\"Bauernhof-Nachfolge \u2013 3 Formen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bauernhof-nachfolge-3-formen\/\">Luzernenhof<\/a> in Seefelden <a title=\"Sharing-Economy\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/verbraucher\/sharing-economy\/\">kombiniert<\/a> <a title=\"SolaWi\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/solawi\/\">solidarische Landwirtschaft<\/a> mit der <a title=\"Genossenschaften\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/genossenschaften\/\">Genossenschaftsidee<\/a> und <a title=\"Crowfunding\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/crowfunding\/\">Crowd-Investing<\/a> im Internet. Am Hochrhein sind es <a title=\"Schweiz\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/schweiz\/\">Schweizer<\/a>, in Bayern ist es ein Versicherungskonzern, in Vorpommern ein Heiztech-nikhersteller \u2013 alle kaufen Ackerland und treiben so die Preise in die H\u00f6he. Viele <a title=\"Lebensgarten Dreisamtal\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/lebensgarten-dreisamtal\/\">Landwirte<\/a> k\u00f6nnen sich <a title=\"Baldenwegerhof\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bauernhof\/baldenwegerhof\/\">Felder<\/a> und Wiesen nicht mehr leisten. <!--more-->Schon gar nicht, wenn sie keinen <a title=\"Bauernhof\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bauernhof\/\">eigenen Hof<\/a> in der Familie haben. Ein Modell daf\u00fcr, wie es trotzdem klappen kann, will der Luzernenhof in Seefelden im Markgr\u00e4flerland bieten. Er setzt auf eine Genossenschaft und Crowd-Investing.<\/p>\n<p>&#8222;Unsere Art der Landwirtschaft braucht eine Gemeinschaft&#8220;, sagen die Sprecher der Luzernenh\u00f6fler, Thomas Rippel und Johannes Supenk\u00e4mper. Fr\u00fcher wurde der Hof ganz konventionell bewirtschaftet, 1986 stellten die Vorbesitzer auf Bio-Landwirtschaft um, 2012 gab die damalige Eigent\u00fcmerin die Bewirtschaftung ab. &#8222;Sie hatte von der solidarischen Landwirtschaft geh\u00f6rt und wollte, dass der Hof so betrieben wird&#8220;, erz\u00e4hlt Supenk\u00e4mper, der den Hof damals mit vier Mitstreitern pachtete. Bei der solidarischen Landwirtschaft (Solawi) werden die Produkte nicht \u00fcber den Markt vertrieben, sondern flie\u00dfen in einen eigenen Wirtschaftskreislauf, der von den Beteiligten mitorganisiert und mitfinanziert wird.<\/p>\n<p>Verbrauchergemeinschaft<br \/>\nIm Falle des Luzernenhofs tr\u00e4gt eine Verbrauchergemeinschaft von derzeit 160 Haushalten \u00fcber monatliche Beitr\u00e4ge die Betriebskosten und bekommt im Gegenzug dessen Produkte. Der Monatsbeitrag wird individuell berechnet, abh\u00e4ngig davon, wie viel Gem\u00fcse, Getreide, Fleisch und Milchprodukte der Haushalt durchschnittlich bezieht. &#8222;Einen Mindestbeitrag gibt es nicht&#8220;, erl\u00e4utert Supenk\u00e4mper, &#8222;im Schnitt sind es 120 Euro.&#8220; Der Beitrag flie\u00dft an den Verein Gemeinschaftsgetragene Landwirtschaft Markgr\u00e4flerland, dem die Tiere und die Maschinen auf dem Hof geh\u00f6ren. Bezahlt werden muss der Beitrag auch in Monaten, in denen der Haushalt kein Gem\u00fcse bestellt, damit die Hofbetreiber Planungssicherheit haben.<\/p>\n<p>Betreibergemeinschaft<br \/>\nSupenk\u00e4mper und seine Mitstreiter bewirtschaften den Hof, sind aber nicht dessen Eigent\u00fcmer. Das bringt den Vorteil, dass jeder von ihnen ersetzbar ist. Scheidet einer aus, kann ein anderer nachr\u00fccken, ohne eigenes Kapital mitbringen zu m\u00fcssen. Organisiert ist die Betreibergemeinschaft als Gesellschaft b\u00fcrgerlichen Rechts (GbR), die auf dem Hof siebeneinhalb Vollzeitstellen verteilt auf zw\u00f6lf Mitarbeiter anbietet. Eineinhalb Jahre nach dem Start w\u00e4re das Projekt Luzernenhof fast gescheitert: Ende 2013 wollte die damalige Eigent\u00fcmerin den Hof mit zw\u00f6lf Hektar Land pl\u00f6tzlich verkaufen, die Hofgemeinschaft konnte den Kaufpreis von 860 000 Euro nicht aufbringen. Sie suchte unter Hochdruck nach einer L\u00f6sung und fand die Kulturland-Genossenschaft als Partner. &#8222;Eine gro\u00dfz\u00fcgige Zwischenfinanzierung von zwei Privatpersonen erm\u00f6glichte damals den Kauf&#8220;, sagt Rippel. Doch jetzt muss die Zwischenfinanzierung abgel\u00f6st werden, deshalb starten die Luzernenh\u00f6fler am heutigen Donnerstag eine Crowd-Invest-Aktion im Internet.<\/p>\n<p>Besitzergemeinschaft<br \/>\nDie Kulturland-Genossenschaft mit Sitz im nieders\u00e4chsischen Hitzacker kauft landwirtschaftliche Fl\u00e4chen und verpachtet sie langfristig an Bio-Betriebe. Die zw\u00f6lf Hektar des Luzernenhofs waren der Anfang, &#8222;inzwischen haben wir zehn Projekte in ganz Deutschland&#8220;, sagt Vorstandsmitglied Stephan Illi. Und es sollen mehr werden. Jeder kann Geld in die Genossenschaft investieren, ein Anteil kostet 500 Euro. Rendite wird allerdings keine gezahlt. Trotzdem machen laut Illi schon rund 300 Genossen mit. Jedes Projekt bekommt ein eigenes Konto, damit die Genossen beim Hof in ihrer N\u00e4he einsteigen k\u00f6nnen. F\u00fcr die zw\u00f6lf Hektar Ackerland des Luzernenhofs m\u00fcssen 555 000 Euro zusammenkommen.<br \/>\nDie Wohn- und Wirtschaftsgeb\u00e4ude des Luzernenhofs geh\u00f6ren nicht der Genossenschaft, sondern einer eigens gegr\u00fcndeten Gesellschaft mit beschr\u00e4nkter Haftung (GmbH). Deren Gesellschafter sind zum einen die Hofbewohner und zum anderen das Mietsh\u00e4usersyndikat. Der Verbund aus gut 120 selbstverwalteten Mietsh\u00e4usern deutschlandweit will bezahlbaren Mietraum zum Wohnen und Arbeiten sichern. Um den Stall, die K\u00e4serei und die weiteren Geb\u00e4ude des Luzernenhofs kaufen zu k\u00f6nnen, braucht die GmbH 305 000 Euro. Sie will die Summe unter Umgehung etablierter Banken \u00fcber Direktkredite von privaten Investoren finanzieren. Wer der GmbH Geld leiht, bekommt es mit bis zu 1,5 Prozent verzinst.<\/p>\n<p>Investorengemeinschaft<br \/>\nAn der ausgekl\u00fcgelten Kombination aus Betreiber- und Besitzergemeinschaft haben die Luzernenh\u00f6fler lange gefeilt. &#8222;Das ist nicht nahtlos gelaufen, sondern wir haben bis ins baden-w\u00fcrttembergische Landwirtschaftsministerium daf\u00fcr gek\u00e4mpft, dass wir den Hof in dieser Konstruktion kaufen konnten&#8220;, betont Supenk\u00e4mper. \u00c4hnlich wie viele Start-up-Unternehmer wollen sie jetzt \u00fcber das Internet Geldgeber finden, die ihre Form der Landwirtschaft unterst\u00fctzen. &#8222;Wir bieten zur Beteiligung am Landkauf die \u00dcbernahme von Genossenschaftsanteilen der Kulturland Genossenschaft. F\u00fcr die Finanzierung der Wohn- und Wirtschaftsgeb\u00e4ude nehmen wir Direktkredite an&#8220;, erl\u00e4utert Rippel. F\u00fcr die Kulturland-Genossenschaft ist der Luzernenhof ein Vorreiter: Seine vielf\u00e4ltige Produktpalette sei nahezu einmalig, sagt Illi. Und seine Investorensuche \u00fcbers Internet k\u00f6nne auch auf andere H\u00f6fe angewandt werden. &#8222;Das ist eine Agrarrevolution von unten&#8220;, meint Illi. Auf diese Weise k\u00f6nne jeder etwas tun, um zu verhindern, dass Ackerland zum Spekulationsobjekt wird, &#8222;wir schaffen es nur gemeinsam&#8220;.<\/p>\n<p>Teures Ackerland<br \/>\nDie Kaufpreise f\u00fcr landwirtschaftliche Fl\u00e4chen in Deutschland sind zwischen 2010 und 2016 um 88,2 Prozent gestiegen. Das geht aus der Antwort des Bundeslandwirtschaftsministeriums auf eine Anfrage des Linken-Abgeordneten Klaus Ernst hervor, die der BZ vorliegt. Demnach hat sich der durchschnittliche Kaufpreis je Hektar Ackerland in Mecklenburg-Vorpommern um gut 113 Prozent von 9187 auf 19 607 Euro erh\u00f6ht. In Bayern betrug der Anstieg 100 Prozent, in Baden-W\u00fcrttemberg nur 22,7 Prozent. Hier kostete der Hektar 2016 im Schnitt 24 330 Euro, 2010 waren es 19 824 Euro.<br \/>\n&#8230;. Alles von Barbara Schmidt vom 11.1.2018 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/wirtschaft-3\/eine-agrarrevolution-von-unten--148112482.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/wirtschaft-3\/eine-agrarrevolution-von-unten&#8211;148112482.html<\/a><br \/>\n<strong>Willkommen zur Crowd-Invest Kampagne vom Luzernenhof<\/strong><br \/>\nDer Luzernenhof ist eine kleine Revolution. F\u00fcr eine \u00f6kologische, faire und soziale Landwirtschaft. Und gegen Monokulturen, Massentierhaltung und industrielle Landwirtschaft. Jeden Tag verschwinden in Deutschland 20 H\u00f6fe, gleichzeitig kaufen ausserlandwirtschaftliche Investoren Millionen von Hektar Ackerland. Das ist eine schlechte Nachricht f\u00fcr unsere Gesundheit und f\u00fcr unsere Natur. Denn eine gesunde Gesellschaft ist angewiesen auf gesunde Lebensmittel aus einer nachhaltigen Landwirtschaft.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/crowdinvest.luzernenhof.de\/de\">https:\/\/crowdinvest.luzernenhof.de\/de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Luzernenhof in Seefelden kombiniert solidarische Landwirtschaft mit der Genossenschaftsidee und Crowd-Investing im Internet. 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