{"id":66325,"date":"2018-01-29T19:51:48","date_gmt":"2018-01-29T18:51:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=66325"},"modified":"2018-01-29T19:55:28","modified_gmt":"2018-01-29T18:55:28","slug":"68er-feiern-50-jahre-1968-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/68er-feiern-50-jahre-1968-2018\/","title":{"rendered":"68er feiern 50 Jahre 1968-2018"},"content":{"rendered":"<p>In diesem Jahr wird &#8222;50 Jahre <a title=\"Mainstream\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/mainstream\/\">68er<\/a> 1968-2018&#8243; gefeiert, oder besser, die <a title=\"Deutschland\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/\">Alt-68er<\/a> werden sich selbst feiern: 50 Jahre &#8222;<a title=\"Dichter\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/dichter\/\">Intellektuell<\/a> sein, hei\u00dft <a title=\"Links\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/links\/\">links<\/a> sein&#8220; und 50 Jahre &#8222;Linke <a title=\"Diskussionskultur\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/diskussionskultur\/\">Meinungsmacht<\/a>&#8222;.<br \/>\nGenau zur Halbzeit zwischen 1968 und 2018, also im Jahr 1993, als vier Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer die Ex-DDR-ler begannen, nach den &#8222;bl\u00fchenden Landschaften&#8220; (Walter Kohl) zu suchen<br \/>\nund als in Hoyerswerda, M\u00f6lln, Solingen Fl\u00fcchtlingsheime brannten, ver\u00f6ffentlichte der Schriftsteller Botho Strau\u00df im linken Nachrichtenmagazin Spiegel den Essay &#8222;Anschwellender Bocksgesang&#8220; (man k\u00f6nnte auch &#8222;Anschwellende Trag\u00f6die&#8220; titulieren).<br \/>\nEin Skandel, da sich ein anerkannter Dichter und Intellektueller als <a title=\"Konservative Wende \u2013 Europa\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/konservative-wende-europa\/\">Rechter<\/a> outete. Strau\u00df wandte sich gegen die vom <a title=\"Deutschland-verrecke\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/deutschland-verrecke\/\">links-guten<\/a> Mainstream beherrschte Mediengesellschaft (Presse, TV, Internet): &#8222;Das Regime der telekratischen \u00d6ffentlichkeit ist die unblutigste Gewaltherrschaft und zugleich der umfassendste Totalitarismus der Geschichte. Es braucht keine K\u00f6pfe rollen zu lassen, es macht sie \u00fcberfl\u00fcssig.&#8220; Lauschte man fr\u00fcher den hitzigen <a title=\"Diskussionskultur im Bundestag\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/diskussionskultur-im-bundestag\/\">Bundestagsdebatten<\/a> mit Konrad Adenauer, Ludwig Erhard, Willy Brandt, Herbert Wehner, Franz-Josef Strau\u00df, Helmut Kohl, Helmut Schmidt usw., so verlagerte sich das <a title=\"Bundestag ade -Talkshows OK\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bundestag-ade-talkshows-ok\/\">parlamentarische Ringen<\/a> vom Parlament in <a title=\"Talkshow\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/talkshow\/\">Talkshows<\/a> Maischberger, HartAberFair, Anne Will usw., wobei die Medien als 4. Gewalt links-gr\u00fcn kontrolliert sind.<\/p>\n<p>Und Botho Strau\u00df beklagt den &#8222;Verlust des Eigenen&#8220; in einer egalit\u00e4ren und hedonischischen Gesellschaft.<br \/>\nHeute, 25 Jahre sp\u00e4ter, hat der Text nichts von seiner Aktualit\u00e4t verloren. Botho Strau\u00df (Bocksgesang, 1993) wird in gleicher Relevanz genannt mit Martin <a title=\"Publizist Frank Schirrmacher tot\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/publizist-frank-schirrmacher-tot\/\">Walser<\/a> (Paulskirchenrede, 1998) und Peter <a title=\"Sloterdijk \u2013 Selbstzerstoerung D\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/sloterdijk-selbstzerstoerung-d\/\">Sloterdijk<\/a> (Regeln f\u00fcr den Menschenpark, 1999).<br \/>\n.<\/p>\n<p>Der &#8222;Anschwellende Bocksgesang&#8220; von Bothos Strau\u00df ist als Text nicht leicht zu lesen &#8211; hier der Link zum kompletten Essay von Botho Strauss vom 8.2.1993<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-13681004.html\">https:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-13681004.html<\/a><\/p>\n<p>:<\/p>\n<p>Im Magazin CATO 2\/2018, Seite 13f., findet sich eine interessante Sammlung mit Stellungnahmen zum 25-j\u00e4hrigen Erscheinen des Essays von Botho Strau\u00df. <a href=\"https:\/\/www.cato-magazin.de\">www.cato-magazin.de<\/a> . Im folgenden einige Zitate:<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Die Linke hat die Meinungsmacht<\/strong><br \/>\n&#8222;Bei der \u00f6ffentlichen Debatte geht es erst in zweiter oder dritter Linie um die Wahrheitsfrage oder die G\u00fcte einer Argumentation . Es geht in erster Linie um Meinungmacht. Meinungmacht bedeutet in mordernen Gesellschaften immer auch politische und finanzielle Macht. Das hat die Linke fr\u00fcher als jede andere Einflu\u00dfguppe erkannt, und so hat sie in der Nachkriegszeit ihre Stellung auf diesem Sektor St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck ausgebaut, bis an die Grenze der Hegemonie. Es gibt fast kein Medium, das sie nicht beherrscht, fast keinen Teil des Kulturbetriebs, den sie nicht kontrolliert, und fast keinen Multiplikator, der nicht auf die eine oder andere Weise von ihr abh\u00e4ngig ist.<br \/>\nDer Verlauf der Auseinandersetzung um den &#8222;Anschwellenden Bocksgesang&#8220; ha diesen Sachverhalt nur ein weiteres Mal best\u00e4tigt und gleichzeitig erkennen lassen, dass das, was Strau\u00df an anderer Stelle als &#8222;Gegenreformation&#8220; bezeichnet hat, aussichtslos bleiben mu\u00df. Jedenfalls, wenn daran gedacht ist, die Linke mit ihren eigenen Waffen zu schlagen. Deren Zugriff auf den \u00dcberbau hat seine Ursache nicht so sehr in einem Komplott, sondern in der Affinit\u00e4t ihrer Weltanschauung zu den Bed\u00fcrfnissen einer egalit\u00e4ren und hedonistischen Gesellschaft.&#8220; (Karlheinz Weissmann: &#8222;Es wurde ernst&#8220;, in CATO 2\/2018, Seite 11)<br \/>\n.<br \/>\n&#8222;Der Skandal bestand darin, dass hier ein bedeutender Schriftsteller in einem linken Nachrichtenmagazin einen positiven Begriff vom Rechts-Sein in Umlauf brachte. Einem geistig hochstehenden, nichttotalit\u00e4ren Rechts-Sein, dessen Legitimation f\u00fcr ihn au\u00dfer Frage stand. Der Mut zur Sezession bestand in genau diesem Punkt. Mi\u00dfverst\u00e4ndnissen baute er vor: &#8222;Der Rechte in solchem Sinn ist vom Neonazi so weit entfernt wie der Fussballfreund vom Hooligan, ja mehr noch: der Zerst\u00f6rer innerhalb seiner Interessensph\u00e4re wird ihm zum \u00e4rgsten, erbittertsten Feind.&#8220; Botho Strau\u00df war schon immer gefeit gegen die mimetischen Zw\u00e4nge der Mediengesellschaft, jetzt aber hat er den Grundkonsens aufgek\u00fcndigt: den der ewigen Identit\u00e4t von rechtem Denken und geschichtlichem Unheil.&#8220; Thomas Mann schrieb am 20. Februar 1934 an Karl Kerenyi: &#8222;Ich bin ein Mensch des Gleichgwichts. Ich lehne mich instinktiv nach links, wenn der Kahn rechts zu kentern droht &#8211; und umgekehrt.&#8220; Im Bocksgesang (von Botho Strau\u00df) schlug die Stunde des &#8222;umgekehrt&#8220;.&#8220; (Sebastian Kleinschmidt)<\/p>\n<p><em>Die vom linksliberalen Mainstream so gerne geschwungene Nazi-Keule konnte Boto Strau\u00df somit nicht treffen!<\/em><br \/>\n.<br \/>\n&#8222;Die Welle w\u00fctender Entr\u00fcstung \u00fcber den &#8222;Anschwellenden Bocksgesang&#8220; von Botho Strauss gipfelte in der (sp\u00e4ter abgeschw\u00e4chten) Warnung Ignatz Bubis&#8216; vor dem &#8222;Ph\u00e4nomen des intellektuellen Rechtsradikalismus&#8220;. Peter Glotz (SPD-Vordenker) sekundierte &#8222;Es wird ernst&#8220;.&#8220; (Egon Flaig)<\/p>\n<p>&#8222;In diesem Jahr 2018 feiern die echten und die epigonalen 68er ihren f\u00fcnfzigsten Geburtstag. Vermutlich werden mit viel Weihrauch wieder Lobhudeleien ohne Ende verbreitet werden, auch wenn diese &#8222;Bewegung&#8220; 50 Jahre Umerziehung, Bildungsabbau ja in allen Bereichen des Lebens Entgrenzung bis hin zur totalen Orientierungslosigkeit und Beliebigkeit zu verantworten hat. Exakt in der Mitte dieser f\u00fcnf Jahrzehnte hat Botho Strau\u00df den &#8222;Anschwellenden Blocksgesang&#8220; ver\u00f6ffentlicht, 25 jahre danach kann man sagen, ja mu\u00df man sagen: Der Essay ist aktueller denn je. Weil eine vermeintlich alternativlose Merkel-Demokratur &#8230; sich &#8222;in ihrem verklemmten deutschen Selbsthass&#8220; (Strau\u00df) geradezu verz\u00fcckt einer Selbstislamisierung hingibt.&#8220; (Joseph Kraus).<br \/>\n.<br \/>\n&#8222;Vordergr\u00fcndig bestand der Skandal darin, dass sich hier ein hochrespektabler Dichter und erfolgreicher Kom\u00f6dienautor als einen Rechten bezeichnete, und das zu einer Zeit, in der ein anst\u00e4ndiger Mensch links war oder gar nichts. Das lief ein Vierteljahrhundert nach &#8217;68 hinaus auf \u00f6ffentlichen Selbstmord. &#8230;.<br \/>\nEr ahnte: &#8222;Wir werden nicht zum Kampf herausgefordert durch feindliche Eroberer&#8220;, sondern durch &#8222;Herrscharen von Vertriebenen und heimatlos Gewordenen&#8220;, und er sah uns, die Empf\u00e4ngergesellschaft, als ebenso entwurzlt im Verlust des Eigenen, sah unser Unverst\u00e4ndnis gegen\u00fcber einem Sittengesetz, das der andere mit Blut zu verteidigen bereit ist, er h\u00f6rte die selbstzufriedenen, antifaschistischen Schmatzger\u00e4usche, mit denen &#8222;der Mainstream das rechtsradikale Rinnsal stetig zu vergr\u00f6\u00dfern sucht&#8220;, kurz, er hatte zu Beginn der Globalisierung und der Migrantenstr\u00f6me und der \u00c4ra des Terrors gesp\u00fcrt, da\u00df, um nun doch ein Wort Adornos zu benutzen, &#8222;die vollens aufgekl\u00e4rte Welt im Zeichen triumphalen Unheils strahlt.&#8220; (Matthias Matussek).<\/p>\n<p>&#8222;Der dressierte (per Nudging erzogene) Mensch hat internalisiert, dass das, was er aufsagen mu\u00df, auch die Wirklichkeit ist, in der er leben soll&#8220; (J\u00f6rg Berberowski)<\/p>\n<p>&#8222;Intellektuelle, so die Grundannahme, konnten ja nur links sein und durften nicht so denken wie Botho Strau\u00df. Der machte sich mit seinem Text zum Konservativen und damit zum Rechten. Von da ist f\u00fcr die Linke der Griff zum endg\u00fcltigen Verdammungsetikett stets ein rascher gewesen. Daran hat sich bis heute nichts ge\u00e4ndert.&#8220; (J\u00f6rg Bernig)<br \/>\n.<br \/>\n&#8222;Botho Strau\u00df focht bereits in jenem Kulturkampf, der heute um die Massenzuwanderung tobt: Ist Entgrenztheit die Erf\u00fcllung oder die Entleerung?&#8220; (Frank B\u00f6ckelmann)<\/p>\n<p>&#8222;Machen wir uns nichts vor: Der sozialstaatlich betriebene Menschenpark, die &#8222;Obsz\u00f6nit\u00e4t der Kommunikation&#8220;, die &#8222;heile Welt des Schmunzel-Moderators&#8220; finden ihr Ende nur im &#8222;Kulturschock&#8220;.&#8220; (Frank B\u00f6ckelmann)<\/p>\n<p>&#8222;Von linkssozialistisch (Linke) bis nationalkonservativ (AfD) ist inzwischen alles im palamentarischen Angebot. Politische Gestaltung ist gefragt. Auch f\u00fcr die gilt, was Strau\u00df den Propagandisten des &#8222;Wehret den Anf\u00e4ngen!&#8220; entgegenhielt: &#8222;Setzt selber einen brauchbaren!&#8220; Streit geh\u00f6rt dazu. Nichts w\u00e4re fataler, als eine &#8222;politisch-gesellschaftliche Hegemonie&#8220; (Nazi) durch eine andere (Linksliberale One-World) zu ersetzen.&#8220; (Karl-Eckhard Hahn)<\/p>\n<p>&#8222;&#8230; wie fremd man in diesem Lande werden kann und wie fremd diesem Lande selbst jedes differenzierte Denken jenseits der approbierten Meinungsschablonen geworden war. Bis heute ist dieser doppelgesichtige Proze\u00df immer weiter vorangeschritten, auch wenn sich viele Einzelne dem &#8222;Regime der telekratischen \u00d6ffentlichkeit&#8220; zu entziehen beginnen. Als reaktion\u00e4rer Phantast in einer kompletten Fantasy-Welt, die gleichm\u00fctig die Sch\u00e4ndung ihres Eigenen geschehen l\u00e4\u00dft oder sogar selbst praktiziert, steht Strau\u00df vielleicht auf verlorenem Posten. Aber er steht dort nicht mehr allein. Denn aus den verschwiegenen Traditionen von Kunst und Literatur, auf die er seitdem auf unnachahmliche Weise verstohlen anspielt, speist sich auch die Kraft eines widerstrebenden Denkens.&#8220; (Till Kinzel)<\/p>\n<p>&#8222;Gerade dort, wo eben noch eineunerbittliche Kritik zu Hause gewesen war, wurde nun der Lobpreis der Bundesrepublik als &#8222;dem besten Staat in der Geschchte der Deutschen&#8220; zur Pflicht\u00fcbung. Dass ein Theaterdichter, der lange die deutschen und europ\u00e4ischen B\u00fchnen beherrscht hatte, aus diesem Konsensus ausbrach, darauf war man nicht vorbereitet &#8211; die Aufk\u00fcndigung des &#8222;Wir&#8220;-Gef\u00fchls wurde weithin als Skandal empfunden. Dabei h\u00e4tte man bei genauerem Lesen wissen m\u00fcssen, dass Strau\u00df keineswegs einem Sinneswandel unterlegen, sondern sich treu geblieben war. Neu war nur, dass er das, was was er in seinen Erfolgsst\u00fccken schwebend und mit Komik durchmischt hatte anklingen lassen, nun beim Namen nannte: die unheilbare Trag\u00f6die des Verlustes an humanit\u00e4rer Substanz in der Zivilisation der Gegenwart.&#8220; (Martin Mosebach).<br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>Der letzte Deutsche &#8211; Uns wird die Souver\u00e4nit\u00e4t geraubt, dagegen zu sein.<\/strong><br \/>\nEine Glosse von Botho Strau\u00df<\/p>\n<p>1993 ver\u00ad\u00f6f\u00adfent\u00adlich\u00adte der Schrift\u00adstel\u00adler und Dra\u00adma\u00adti\u00adker Bo\u00adtho Strau\u00df, 70, im SPIEGEL sei\u00adnen be\u00adr\u00fchm\u00adten Es\u00adsay \u201eAN\u00adSCHWEL\u00adLEN\u00adDER BOCKS\u00adGE\u00adSANG\u201c. Die Eu\u00adpho\u00adrie des Mau\u00ader\u00adfalls war ver\u00adflo\u00adgen, im Os\u00adten brann\u00adten die Un\u00adter\u00adk\u00fcnf\u00adte f\u00fcr Asyl\u00adbe\u00adwer\u00adber. Strau\u00df schrieb:<br \/>\n\u201eWir wer\u00adden her\u00adaus\u00adge\u00adfor\u00addert, uns Heer\u00adscha\u00adren von Ver\u00adtrie\u00adbe\u00adnen und hei\u00admat\u00adlos Ge\u00adwor\u00adde\u00adnen ge\u00adgen\u00ad\u00fcber mit\u00adleid\u00advoll und hilfs\u00adbe\u00adreit zu ver\u00adhal\u00adten, wir sind per Ge\u00adsetz zur G\u00fcte ver\u00adpflich\u00adtet.\u201c Wir Deut\u00adsche, so Strau\u00df da\u00admals, w\u00fcr\u00adden nicht \u201edurch feind\u00adli\u00adche Er\u00adobe\u00adrer her\u00adaus\u00adge\u00adfor\u00addert\u201c, son\u00addern k\u00e4mpf\u00adten \u201enach in\u00adnen um das Un\u00adse\u00adre\u201c. Und er schrieb auch: \u201eZu\u00adwei\u00adlen soll\u00adte man pr\u00fc\u00adfen, was an der ei\u00adge\u00adnen To\u00adle\u00adranz echt und selbst\u00adst\u00e4n\u00addig ist und was sich da\u00advon dem ver\u00adklemm\u00adten deut\u00adschen Selbst\u00adhass ver\u00addankt, der die Frem\u00adden will\u00adkom\u00admen hei\u00dft, da\u00admit hier, in sei\u00adnem ver\u00adhass\u00adten Va\u00adter\u00adland, sich die Ver\u00adh\u00e4lt\u00adnis\u00adse end\u00adlich zu je\u00adner be\u00adr\u00fchm\u00adten (&#8218;fa\u00adschis\u00adto\u00adiden&#8216;) Kennt\u00adlich\u00adkeit ent\u00adpup\u00adpen, wie es einst (und heim\u00adlich wohl blei\u00adbend) in der Ver\u00adbre\u00adcher-Dia\u00adlek\u00adtik des lin\u00adken Ter\u00adrors hie\u00df.\u201c Kaum ein Text in der Pu\u00adbli\u00adzis\u00adtik des wie\u00adder\u00adver\u00adein\u00adten Deutsch\u00adlands sorg\u00adte f\u00fcr mehr Em\u00adp\u00f6\u00adrung und Dis\u00adkus\u00adsio\u00adnen, von sei\u00adnen Geg\u00adnern wur\u00adde Strau\u00df zum Vor\u00adden\u00adker ei\u00adnes neu\u00aden rech\u00adten Deutsch\u00adlands er\u00adkl\u00e4rt. &#8230;.<br \/>\nGesamtes Vorwort zur Glosse &#8222;Botho Strau\u00df: Der letzte Deutsche&#8220; vom 41\/2015 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/magazin.spiegel.de\/SP\/2015\/41\/139095826\/\">https:\/\/magazin.spiegel.de\/SP\/2015\/41\/139095826\/<br \/>\n<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Was von anschwellenden Bocksgesang \u00fcbrig blieb<\/strong><br \/>\nGeradezu hellsichtig war Botho Strau\u00df, wo er anmerkte, wir Westeurop\u00e4er warnten \u201eetwas zu selbstgef\u00e4llig\u201c vor nationalistischen und anderen Str\u00f6mungen etwa in Osteuropa. \u201eDass ein Volk sein Sittengesetz gegen andere behaupten will und daf\u00fcr bereit ist, Blutopfer zu bringen, verstehen wir nicht mehr und halten es in unserer liberal-libert\u00e4ren Selbstbezogenheit f\u00fcr falsch und verwerflich.\u201c<br \/>\n&#8230;.<br \/>\nDer Lackmustest, der jeden ereilt, der sich rechts vom Mainstream bewegt, ist die Frage: Und wie h\u00e4ltst du\u2019s mit dem Antisemitismus? Der \u201eBocksgesang\u201c besteht den Test gl\u00e4nzend. \u201eDie Verbrechen der Nazis\u201c, schreibt Strau\u00df, \u201e sind jedoch so gewaltig, dass sie nicht durch moralische Scham oder andere b\u00fcrgerliche Empfindungen zu kompensieren sind. Sie stellen den Deutschen in die Ersch\u00fctterung und belassen ihn dort, unter dem tremendum; ganz gleich, wohin er sein Zittern und Zetern wenden mag, eine \u00fcber das Menschenma\u00df hinausgehende Schuld wird nicht in ein oder zwei Generationen \u201aabgearbeitet\u2018.\u201c Diese Ersch\u00fctterung und diese Klarsicht w\u00fcnschte man heutigen Debatten. &#8230; Alles vom 28.1.2013 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.welt.de\/kultur\/literarischewelt\/article113162774\/Was-vom-anschwellenden-Bocksgesang-uebrig-blieb.html\">https:\/\/www.welt.de\/kultur\/literarischewelt\/article113162774\/Was-vom-anschwellenden-Bocksgesang-uebrig-blieb.html<\/a><\/p>\n<p>.<br \/>\n<strong>Mutiges Bekenntnis &#8211; Vor zehn Jahren erschien der &#8222;Bocksgesang&#8220; von Botho Strau\u00df<\/strong><br \/>\nVor zehn Jahren l\u00f6ste Botho Strau\u00df in der Bundesrepublik einen heftigen Streit aus. In seinem Essay &#8222;Anschwellender Bocksgesang&#8220;, der zun\u00e4chst im Spiegel erschien und sp\u00e4ter in dem von Heimo Schwilk und Ulricht Schacht herausgegebenen Band &#8222;Die Selbstbewu\u00dfte Nation&#8220; (1995) aufgenommen wurde, stellte der 1944 in Naumburg an der Saale geborene Dichter den linksliberalen Grundkonsens radikal in Frage. Er kritisierte die bundesrepublikanische &#8222;Nachkriegsintelligenz&#8220;, die immer nur das eine sehen wollte: &#8222;die Schlechtigkeit der herrschenden Verh\u00e4ltnisse&#8220; und wandte sich gegen die &#8222;Gewissensw\u00e4chter&#8220;, gegen den &#8222;verklemmten deutschen Selbstha\u00df&#8220; und &#8222;linksliberalen Konformismus&#8220; mit seinem &#8222;Vokabular der Emp\u00f6rungen&#8220;.<br \/>\nAuch die Medien wurden vom bedeutenden Dramatiker und Prosaisten scharf attackiert. Das &#8222;Regime der telekratischen \u00d6ffentlichkeit&#8220; sei &#8222;die unblutigste Gewaltherrschaft und zugleich der umfassendste Totalitarismus der Geschichte&#8220;. Es kenne im Grunde genommen &#8222;keine Untertanen und Feinde.&#8220; Es kenne nur &#8222;Mitwirkende, Systemkonforme&#8220;.<br \/>\nBotho Strau\u00df bekannte sich offen zu einer &#8222;rechten&#8220; Position des Au\u00dfenseiters. Damit sei nicht der &#8222;Griff in den Secondhandshop der Unheilsgeschichte gemeint&#8220;, sondern ein anderer Akt der Auflehnung: &#8222;gegen die Totalherrschaft der Gegenwart, die dem Individuum jede Anwesenheit von unaufgekl\u00e4rter Vergangenheit, von geschichtlichem Gewordensein, von mythischer Zeit rauben und ausmerzen will.&#8220; Mit der Wahrnehmung einer Ziel- und Orientierungslosigkeit verband Strau\u00df die Hoffnung auf eine nach-moderne gesellschaftliche und politische Zeitenwende. Vor allem bei den Linken war die Entr\u00fcstung enorm.<br \/>\n&#8230;.<br \/>\nStrau\u00df&#8216; &#8222;Bocksgesang&#8220; kann als Zeitgeist-Indikator interpretiert werden. Nach wie vor gehen von Strau\u00df&#8216; \u00dcberlegungen wichtige Impulse aus f\u00fcr diejenigen, die sich vom herrschenden Zeitgeist abwenden. In seinem &#8222;Bocksgesang&#8220; hat Strau\u00df seine diagnostische Qualit\u00e4t mit \u00e4sthetischer Modernit\u00e4t vereint. Der Essay war, so mu\u00dfte auch der Habermas-Sch\u00fcler und Zeit-Redakteur Thomas Assheuer einr\u00e4umen, &#8222;ein Einschnitt, ein unerh\u00f6rtes Dokument &#8211; das erste aus dem Neuen Deutschland, undenkbar in der &#8218;alten&#8216; Bundesrepublik&#8220;.<br \/>\nHat sich die Tabuschwelle gegen\u00fcber nonkonformen Positionen seitdem gesenkt? Die Texte von Strau\u00df, Walser (Friedenspreisrede) und sp\u00e4ter auch Sloterdijk (&#8222;Regeln f\u00fcr den Menschenpark&#8220;), deren Gedanken ebenfalls Verst\u00f6\u00dfe gegen die Verbotstafeln der Meinungsmacher enthielten, sollten die linksliberale, aufgekl\u00e4rte, moralisch begr\u00fcndete Haltung der &#8222;Systemkonformen&#8220; zunehmend in Frage stellen. Sloterdijk meinte 1999: &#8222;Die \u00c4ra der hypermoralischen S\u00f6hne von nationalsozialistischen V\u00e4tern l\u00e4uft zeitbedingt aus. Eine etwas freiere Generation r\u00fcckt nach. Ihr bedeutet die \u00fcberkommene Kultur des Verdachts und der Bezichtigung nicht mehr sehr viel. Die traumabedingte Retrospektivit\u00e4t der Nachkriegskinder kann ihre Sache nicht mehr sein.&#8220;<br \/>\nHeute kann sich die moralische W\u00e4chteramt-Perspektive der herrschenden &#8222;Tugenddiktatur&#8220; nicht mehr automatisch auf Zustimmung verlassen. Allein das sollte ein Grund sein, nach zehn Jahren dankbar an Strau\u00df&#8216; mutige Schrift zu erinnern. &#8230;. Alles vom 7.2.2003 von Jerker Spits bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/jungefreiheit.de\/service\/archiv?artikel=archiv03\/073yy42.htm\">https:\/\/jungefreiheit.de\/service\/archiv?artikel=archiv03\/073yy42.htm<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Jahr wird &#8222;50 Jahre 68er 1968-2018&#8243; gefeiert, oder besser, die Alt-68er werden sich selbst feiern: 50 Jahre &#8222;Intellektuell sein, hei\u00dft links sein&#8220; und 50 Jahre &#8222;Linke Meinungsmacht&#8222;. 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