{"id":66254,"date":"2018-01-23T13:04:54","date_gmt":"2018-01-23T12:04:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=66254"},"modified":"2018-01-28T15:35:26","modified_gmt":"2018-01-28T14:35:26","slug":"vertrauen-gut-kontrolle-besser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/vertrauen-gut-kontrolle-besser\/","title":{"rendered":"Vertrauen gut &#8211; Kontrolle besser"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser&#8220;. Die <a title=\"Stadtfreiburg\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/stadtfreiburg\/\">Beh\u00f6rden<\/a> vertrauten der Mutter des 9-j\u00e4hrigen <a title=\"Sexuellermissbrauch\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/krise\/sexuellermissbrauch\/\">mi\u00dfhandelten Jungen<\/a>, das Kontaktverbot zwischen ihrem <a title=\"Kinder\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/kinder\/\">Sohn<\/a> und ihrem Lebenspartner einzuhalten &#8211; unverst\u00e4ndlich, zumal der verurteilte <a title=\"Paedophilie\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/krise\/sexuellermissbrauch\/paedophilie\/\">Sexualstraft\u00e4ter<\/a> nach 4-j\u00e4hriger Haft wegen <a title=\"Vergewaltigung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/krise\/sexuellermissbrauch\/vergewaltigung\/\">Mi\u00dfbrauch<\/a> eines 13-j\u00e4hrigen M\u00e4dchens bei ihr wohnte. Eine Kontrolle durch das Jugendamt fand nicht statt:<br \/>\n<!--more-->Weil der Weg von Freiburg nach <a title=\"Staufen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/staufen\/\">Staufen<\/a> zu weit war? Weil im <a title=\"Justiz\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/soziales\/justiz\/\">Gerichtsurteil<\/a> keine &#8222;unangemeldeten&#8220; Kontrollbesuche in der Staufener Wohnung vorgegeben wurden? Erschreckende Parallelen zum Fall <a title=\"Alessio \u2013 RP contra Jugendamt\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/alessio-rp-contra-jugendamt\/\">Alessio<\/a> von 2015 tun sich auf: Auch damals wurden fehlende Kontrollbesuche vorort auf dem <a title=\"Alessio\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/kinder\/alessio\/\">Zipfelhof<\/a> in Lenzkirch-Kappel moniert.<\/p>\n<p>Mit der Verbreitung von Internet und Google finden Kontrollen nicht mehr in der Realit\u00e4t vorort statt, sondern am PC des Beh\u00f6rdenschreibtisches. So sparte sich das Jugendamt zeitaufw\u00e4ndige Fahrten von Freiburg-Herdern durchs H\u00f6llental \u00fcber Neustadt nach\u00a0<a title=\"Kinder- vor Elternrecht \u2013 Alessio\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kinder-vor-elternrecht-alessio\/\">Kappel<\/a>. So sparte es sich Fahrten durchs Hexental nach Staufen.<br \/>\nKindesmissbrauch ist eines der widerlichsten Verbrechen \u00fcberhaupt, deshalb nochmals zum so altmodischen Sprichwort &#8222;Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser&#8220;: Warum vertrauen die Beh\u00f6rden der Lebenspartnerin eines verurteilten P\u00e4dophilen mehr als dem eigenen gesunden Menschenverstand? Warum findet Kontrolle nur noch am PC im virtuellen Raum statt?<br \/>\n&#8218;Akteneinsicht am PC im Office statt Inaugenscheinnahme vorort in Staufen bzw. Lenzkirch-Kappelstatt&#8216; &#8211; wer eine andere Erkl\u00e4rung dieser Mi\u00dfst\u00e4nd hat, m\u00f6ge sich bitte melden.<br \/>\n23.1.2018<\/p>\n<p>Zipfelhof in Lenzkirch-Kappel:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/kappel-gutach5.htm\">https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/kappel-gutach5.htm<br \/>\n<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Das Kindeswohl?<\/strong><br \/>\nHier ist die Abw\u00e4gung zugunsten des Kindeswohls nun v\u00f6llig daneben gegangen und das Zusammenspiel zwischen Jugendamt und Familiengericht war falsch\u201c, sagte Johannes-Wilhelm R\u00f6rig, Missbrauchsbeauftragter der Bundesregierung, am Montag im \u201eMorgenmagazin\u201c von ARD und ZDF.<br \/>\n&#8230;<br \/>\n\u201eJugend\u00e4mter brauchen mehr Personal, m\u00fcssen besser hineinschauen k\u00f6nnen in die Familien.\u201c Zudem m\u00fcssten Familienrichter entlastet und fortgebildet werden, um besser mit sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche umzugehen.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/beauftragter-missbrauch.de\/\">https:\/\/beauftragter-missbrauch.de\/<\/a><br \/>\n22.1.2018<\/p>\n<p><strong>Das Unfassbare<br \/>\n<\/strong>&#8222;Der heute neunj\u00e4hrige Junge erlebte zwei Jahre lang ein Martyrium fernab der Vorstellungskraft. Seine eigene Mutter und deren Lebensgef\u00e4hrte, ein wegen Missbrauchs eines 13-j\u00e4hrigen M\u00e4dchens verurteilter Sexualstraft\u00e4ter, haben den Jungen wohl selbst missbraucht und im Internet gegen Geld zur <a title=\"Vergewaltigung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/krise\/sexuellermissbrauch\/vergewaltigung\/\">Vergewaltigung<\/a> angeboten. Dabei war es dem 39-J\u00e4hrigen, der Anfang 2014 eine vierj\u00e4hrige Haftstrafe wegen des erw\u00e4hnten Kindesmissbrauchs abgesessen hatte, gerichtlich untersagt, \u00fcberhaupt Kontakt zu Minderj\u00e4hrigen zu haben. Von der Beziehung zur 47-j\u00e4hrigen Berrin T. wusste das Jugendamt&#8220; &#8211; so Daniel Weber in &#8222;Das Unfassbare &#8211; Im Staufener Missbrauchsfall stellen sich Fragen nach Kontrolle des Kontaktverbots&#8220; vom 21.1.2018 in <a href=\"https:\/\/www.der-sonntag.de\">www.der-sonntag.de<\/a><\/p>\n<p>.<br \/>\n&#8222;Quasi abgeschottet gibt sich in diesen Tagen auch Dorothea St\u00f6rr-Ritter, die Landr\u00e4tin des\u00a0<a title=\"Breisgau-Hochschwarzwald\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/breisgau-hochschwarzwald\/\">Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald<\/a>. Von ihr gab es noch kein Statement zu diesem\u00a0Fall, obwohl das Jugendamt ihrer Beh\u00f6rde wegen des nicht kontrollierten Kontaktverbotes\u00a0des Sexualstraft\u00e4ters Christian L. zum Sohn seiner Lebensgef\u00e4hrtin schwer in die Kritik geraten\u00a0ist. Wieder einmal. Erinnerungen an den <a title=\"Alessio\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/kinder\/alessio\/\">Fall Alessio<\/a> werden wach, der sich 2015 in Lenzkirch abspielte.&#8220; (Der Sonntag vom 21.1.2018, Seite 6)<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Vertrauen statt unangemeldete Kontrollbesuche<\/strong><br \/>\n&#8230; das Amtsgericht Freiburg hielt es nicht f\u00fcr erforderlich, den Jungen von seiner Mutter zu trennen. Das Gericht hielt es f\u00fcr ausreichend, wenn der p\u00e4dophile Lebensgef\u00e4hrte Christian L. die Wohnung der Mutter nicht mehr betreten darf, auch sonst wurde ihm der Kontakt mit dem Jungen verboten. &#8230; Es klingt erstaunlich, dass das Gericht auf die Einhaltung des Kontakt- und Betretungsverbots vertraute. Immerhin ging der Mann in der Wohnung der Mutter ein und aus. &#8230;<br \/>\nK\u00fcrz verweist darauf, dass der Bundesgerichtshof (BGH) 2016 in einem anderen Fall \u00e4hnliche Auflagen akzeptiert hatte. Was bei Lekt\u00fcre des BGH-Beschlusses allerdings auff\u00e4llt: Dort gab es auch klare Weisungen, dass &#8222;unangemeldete&#8220; Kontrollbesuche des Jugendamts zu dulden sind. Eine solche Auflage fehlte im aktuellen Fall. &#8230; Alles vom 20.1.2018 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/suedwest-1\/den-rechtsrahmen-nicht-ausgeschoepft--148406536.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/suedwest-1\/den-rechtsrahmen-nicht-ausgeschoepft&#8211;148406536.html<\/a><br \/>\n.<\/p>\n<p>Christian L. in Staufen: Viele Verst\u00f6\u00dfe und keine Kontrollen<br \/>\n&#8230; Alles vom 16.1.2018 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/suedwest-1\/staufener-missbrauchsfall-chronologie-zeigt-viele-verstoesse-des-hauptverdaechtigen-und-keine-kontro--148250531.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/suedwest-1\/staufener-missbrauchsfall-chronologie-zeigt-viele-verstoesse-des-hauptverdaechtigen-und-keine-kontro&#8211;148250531.html<br \/>\n<\/a>\u00a0.<br \/>\n<strong>Der Mutter (Partnerin eines verurteilten P\u00e4dophilen) wurde geglaubt<\/strong><br \/>\nZwei Dinge, die mir nach Lesen der Chronologie immer wieder durch den Kopf gehen: Der Mutter wurde &#8222;geglaubt&#8220;, sie wurde falsch eingesch\u00e4tzt, eine Therapie musste sie nicht machen. Doch der gesunde Menschenverstand, \u00fcber den auch ein Jugendamtsmitarbeiter verf\u00fcgen muss, sagt einem doch, dass eine Mutter, die mit einem wegen Kindesmissbrauchs Verurteilten eine Beziehung eingeht und sogar mit ihm zusammen wohnen m\u00f6chte, schwere psychische Probleme haben muss. Denn sonst h\u00e4tte ihr m\u00fctterlicher Schutzinstinkt gegen\u00fcber ihrem Kind gegriffen. Und hier reicht es einfach nicht, der Mutter zu glauben, sondern selbst als Jugendamt Verantwortung zu \u00fcbernehmen, um diesen Jungen zu sch\u00fctzen. Ob dies wirklich rechtlich nicht m\u00f6glich war f\u00fcr das Jugendamt oder ob hier ein Mitarbeiter keine Verantwortung \u00fcbernommen hat, finde ich einen wichtigen Aspekt bei der Aufkl\u00e4rung und Aufarbeitung.<br \/>\n20.1.2018, Sandra Lueg-Iyamu, Mannheim<\/p>\n<p>2015 Lenzkirch, 2017\/18 Staufen. Beteiligt Landrats-Jugendamt, Justiz. F\u00fcr mich ein Hinweis das in dieser Beh\u00f6rde nicht so genau hingeschaut wird. Seitens der Justitz mal wieder eine Kuschelentscheidung. Gesunder Menschenverstand ist meistens hilfreicher als Vorschriften und Gesetze. Nicht nur in der gro\u00dfen Politik herrscht Realit\u00e4tsverlust.<br \/>\n16.1.2018, georg Tanzer, BZO<\/p>\n<p><strong>Ein Versagen auf der ganzen Linie<\/strong><br \/>\nDiese sehr gute Recherche best\u00e4tigt es noch einmal. Was f\u00fcr ein Skandal auf der Ebene von Beh\u00f6rden und Justiz! Eva Vo\u00dfkuhle als Richterin des Oberlandesgerichts Karlsruhe kann und versteht ihre Arbeit nicht. H\u00e4tte sie vor ihrem Urteil im Juli 2017 die Akten vern\u00fcnftig gelesen und verstanden, h\u00e4tte das Leiden des Jungen abgek\u00fcrzt werden k\u00f6nnen. Dazu ein offenbar seit 2015 immer noch nicht gut genug organisiertes Jugendamt. Plus einem Bew\u00e4hrungshelfer, der die Augen in dem Fall fast verschlie\u00dft. Die Verantwortung wird, wie im Fall Alessio, erneut hin- und hergeschoben. Dazu noch eine Landr\u00e4tin, die seit Tagen auf Tauchstation ist. Es ist eine personelle Mixtur des Versagens und der Verantwortungslosigkeit. Dieses Unverm\u00f6gen und diese Schlampigkeit auf vielen Ebenen muss personelle Konsequenzen haben. All diese handelnden Personen, auch eine \u00fcberforderte landr\u00e4tin, sollen sich gef\u00e4lligst einen neuen Job suchen. Sie k\u00f6nnen ihren aktuellen einfach nicht.<br \/>\n16.1.2018, Michael Bundesmann, BZO<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Wie im Fall Alesio: Verz\u00f6gern<\/strong><br \/>\nOffensichtlich betreiben Justiz und Jugendamt die Taktik des Hinausz\u00f6gerns echter Konsequenzen. Das erinnert mich an einen nicht lange zur\u00fcckliegenden Fall, Alessio. War da nicht auch noch eine Landr\u00e4tin, die um eine weitere Amtszeit bat, um den Fall aufzuarbeiten? Nun die Amtszeit hat sie ja erhalten. ..und gleichzeitig wird das Leid eines hilflosen Jungen \u00fcbersehen&#8230;und die offensichtliche Gefahr f\u00fcr ihn ignoriert.<br \/>\n16.1.2018, Gabriela Rombach, BZO<br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>Komplette Fassungslosigkeit<\/strong><br \/>\nKritik an Beh\u00f6rden im Falle des von P\u00e4dophilen immer wieder missbrauchten Neunj\u00e4hrigen<br \/>\nDer Fall ist widerlich und schockiert selbst hart gesottene Ermittler. Und er wirft Fragen auf \u2014 an die Gerichte, an das Jugendamt, an den Bew\u00e4hrungshelfer. Und nicht zuletzt und vor allem an das Zusammenspiel dieser ganzen Institutionen.<br \/>\nDie Fakten: Am vergangenen Donnerstag teilten Staatsanwaltschaft, Landeskriminalamt und Polizei mit, man habe einen P\u00e4dophilenring im Raum Freiburg zerschlagen, es gehe um den \u201eanhaltend schweren sexuellen Missbrauch\u201c eines heute neun Jahre alten Jungen. Bereits im September 2017 seien ein \u201eeinschl\u00e4gig vorbestrafter\u201c 37-J\u00e4hriger sowie die 47-j\u00e4hrige Mutter des Jungen festgenommen worden. In Haft seien zudem ein ebenfalls einschl\u00e4gig vorbestrafter 40-J\u00e4hriger aus dem Raum Freiburg, ein 49 Jahre alter Soldat, ein 37-j\u00e4hriger Schweizer sowie ein 32-j\u00e4hriger Spanier.<br \/>\nDer Mutter des Jungen und deren Lebensgef\u00e4hrten werden nicht nur eigene, mit Gewalt und Drohungen einhergehende Missbrauchshandlungen an dem Jungen zur Last gelegt. Ihnen wird au\u00dferdem vorgeworfen, den Jungen im \u201eDarknet\u201c anderen P\u00e4dophilen gegen Geld f\u00fcr Missbrauchshandlungen \u00fcberlassen zu haben. Der Junge ist offenbar zwei Jahre lang wiederholt an verschiedenen Orten im Gro\u00dfraum Freiburg missbraucht und vergewaltigt worden. So weit, so unfassbar.<br \/>\nBei dem \u201eeinschl\u00e4gig vorbestraften\u201c 37-J\u00e4hrigen handelt es sich um den zuletzt in Staufen wohnhaften Christian L., der erstmals 2005 wegen des Besitzes von kinderpornografischem Material zu einer Freiheitsstrafe auf Bew\u00e4hrung verurteilt wurde. 2010 wurde L. unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs einer 13-J\u00e4hrigen zu einer Gef\u00e4ngnisstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt. Die von der Nebenklage beantragte Verh\u00e4ngung der Sicherungsverwahrung gegen den bekannten P\u00e4dophilen wird von der Richterin abgelehnt: Der Mann habe \u201eeine zweite Chance verdient\u201c&#8230;<br \/>\nAls L. Anfang 2014 wieder freikommt, lautet eine der Bew\u00e4hrungsauflagen, er d\u00fcrfe nur unter Aufsicht eines Erziehungsberechtigten Kontakt zu Kindern und Jugendlichen haben. Doch schon im Verlauf des Jahres 2015 \u2014 L. ist nun mit der Mutter des sp\u00e4teren Opfers liiert \u2014 kommt es zu den ersten Missbrauchsf\u00e4llen. Und 2016 zieht der verurteilte Sexualstraft\u00e4ter mit der Mutter und dem Jungen nach Staufen, l\u00e4uft alleine mit dem Jungen durch den Ort. Im M\u00e4rz 2017 \u2014 die Misshandlungen dauern schon weit mehr als ein Jahr an \u2014 l\u00e4uft ein Ermittlungsverfahren gegen L. an, weil dieser entgegen der Bew\u00e4hrungsauflagen bei Mutter und Sohn wohnt. Das Jugendamt Breisgau-Hochschwarzwald nimmt das Kind aus der Familie \u2014 doch nicht lange.<br \/>\nDie Mutter, die nach Erkenntnis der Ermittler zu diesem Zeitpunkt schon zahllose Male ihren Jungen gegen Geld Vergewaltigern \u00fcberlassen hat, legt Widerspruch dagegen ein und das Familiengericht lehnt schlie\u00dflich ab, das Kind von seiner Mutter zu trennen. Das Oberlandesgericht best\u00e4tigt diese Entscheidung.<br \/>\nDie Misshandlungen und Vergewaltigungen gehen weiter, bis am 10. September 2017 ein anonymer Hinweis beim BKA auf den dauerhaften Missbrauch des Kindes eingeht. Sechs Tage sp\u00e4ter wird L. vor einem Supermarkt festgenommen, auch die Mutter wird verhaftet. Das Martyrium des Jungen ist vorl\u00e4ufig zu Ende \u2014 er kommt in eine Pflegefamilie. Einen Tag sp\u00e4ter knacken die Ermittler den P\u00e4dophilenring und nehmen nach und nach weitere M\u00e4nner fest.<br \/>\nW\u00e4hrend die Polizei bei der Aufarbeitung des schrecklichen Verbrechens bislang engagierte Arbeit leistet und letztlich auch die Festplatte des Computers von Christian L. aus dem Staufener Stadtsee bergen kann, h\u00e4ufen sich die Fragen an andere Institutionen, denen bestenfalls \u201eDienst nach Vorschrift\u201c vorgeworfen wird. Und die sich nun gegenseitig die Schuld zuschieben beziehungsweise \u201ekeinen konkreten Auftrag\u201c gesehen haben, wie es etwa das Sozialdezernat des Landkreises formuliert. Das Oberlandesgericht verlautet, es sei nicht davon ausgegangen, dass dem Jungen auch von der Mutter Gefahr drohe&#8230; Auch dar\u00fcber, wie die Auflagen gegen den ortsbekannten P\u00e4dophilen von staatlicher Seite h\u00e4tten \u00fcberpr\u00fcft werden sollen, herrscht Uneinigkeit.<br \/>\nMit unter Beschuss: Das Jugendamt des Landkreises und damit letztlich auch Landr\u00e4tin Dorothea St\u00f6rr-Ritter (CDU). Das Amt steht zum dritten Mal innerhalb kurzer Zeit in der Kritik: 2015 war der drei Jahre alte Alessio aus Lenzkirch von seinem Stiefvater get\u00f6tet worden, nachdem das Jugendamt eine Inobhutnahme beendet hatte. Im Fall des angeblich minderj\u00e4hrigen Hussein K., der wegen des mutma\u00dflichen Mordes an der Studentin Maria L. derzeit immer noch vor dem Freiburger Landgericht steht, hatte das Jugendamt ohne Genehmigung eine Erziehungsstelle eingerichtet. Nun also der Fall Christian L..<br \/>\nWas sagt die Politik? Baden-W\u00fcrttembergs Sozialminister Manfred Lucha (Gr\u00fcne) spricht davon, die Rolle von Beh\u00f6rden und Justiz m\u00fcssten \u201ekritisch hinterfragt\u201c und das Geschehen \u201etransparent und gr\u00fcndlich\u201c aufgearbeitet werden. Wie es aussieht, d\u00fcrfte dies eine Herkulesaufgabe sein&#8230;<br \/>\n18.1.2018, <a href=\"https:\/\/www.stadtkurier.de\/b\/komplette-fassungslosigkeit\">https:\/\/www.stadtkurier.de\/b\/komplette-fassungslosigkeit<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser&#8220;. 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