{"id":65672,"date":"2017-11-10T13:50:19","date_gmt":"2017-11-10T12:50:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=65672"},"modified":"2017-11-10T13:50:19","modified_gmt":"2017-11-10T12:50:19","slug":"insektensterben-75-prozent","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/insektensterben-75-prozent\/","title":{"rendered":"Insektensterben 75 Prozent"},"content":{"rendered":"<p>In 30 Jahren schrumpfte der Bestand gefl\u00fcgelter <a title=\"Wiese\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/wiese\/\">Insekten<\/a> um mehr als drei Viertel. Noch vor wenigen Jahren war nach der Autofahrt von Heidelberg nach Freiburg die Windschutzscheibe voll von <a title=\"Tag der Altenvielfalt Oekostation\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/tag-der-altenvielfalt-oekostation\/\">Insekten<\/a> &#8211; heute bleibt sie sauber. Noch vor wenigen Jahren vollf\u00fchrten die <a title=\"Vogel\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/tiere\/vogel\/\">Rotschw\u00e4nzchen<\/a> im Garten waghalsige Flugsaltos, um nach <a title=\"Wildbienen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/tiere\/wildbienen\/\">Insekten<\/a> zu schnappen &#8211; heute picken sie am <a title=\"Streuobst\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/obstbau\/streuobst\/\">Boden<\/a> oder sind einfach weg.<!--more--><\/p>\n<p><strong>R\u00fcckgang der Insekten \u00fcber Jahre hinweg<\/strong><br \/>\nBZ: Der Bauerverband kritisiert, dass die Studie ausschlie\u00dflich in <a title=\"Naturschutz\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/naturschutz\/\">Schutzgebieten<\/a> stattfand.<br \/>\nKlein: Es g\u00e4be noch viel mehr Kritikpunkte zu finden, die findet man bei jeder wissenschaftlichen Studie. Es ist aber die erste Studie, die den R\u00fcckgang \u00fcber Insekten \u00fcber Jahre hinweg zeigt. Sollen wir jetzt ein optimales Studiendesign machen, 30 Jahre weiter forschen, bis wir dann endlich sagen k\u00f6nnen &#8222;Jetzt wissen wir es ganz genau&#8220;? F\u00fcr manche Arten wird es dann wohl zu sp\u00e4t sein. W\u00e4ren die Daten nicht in Schutzgebieten, sondern beispielsweise in einem Maisfeld gesammelt worden, h\u00e4tten wir dort vielleicht einen geringeren <a title=\"Imker\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/handwerk\/imker\/\">Schwund<\/a>. Aber nur, weil dort schon immer weniger Arten waren. Dazu k\u00e4men noch die ganzen Sch\u00e4dlinge, die dann auch zur reinen Biomasse z\u00e4hlen. Das Argument des Bauernverbandes kann das Ergebnis der Studie nicht entkr\u00e4ften.<br \/>\n&#8230;. Alles vom 20.10.2017 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/panorama\/freiburger-forscherin-ueber-die-studie-zum-insektensterben--143694500.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/panorama\/freiburger-forscherin-ueber-die-studie-zum-insektensterben&#8211;143694500.html<\/a><\/p>\n<p><strong>Keine Larve kann diese Prozedur \u00fcberleben<\/strong><br \/>\nDer stumme Fr\u00fchling ist da. Das gro\u00dfe Sterben. Vogelarten sterben. Und neu verarmte Landschaften. Schon im Artenschutzreport 2015 ist die H\u00e4lfte aller Tier- und Pflanzenarten gef\u00e4hrdet. Die Ursache ist doch bekannt, sie ist hausgemacht. Umweltschutz? Jeder k\u00f6nnte, sofern er wollte, dabei sein. Steinvorg\u00e4rten, bl\u00fctenfreie Rasen und Z\u00e4une, versiegelte betonierte Fl\u00e4chen. Immer mehr Wohnungen m\u00fcssen gebaut werden. Fr\u00fcher gab es noch Zierg\u00e4rten, gab es Stra\u00dfenborde, die erst gem\u00e4ht wurden, wenn sich die Wildblumen ausges\u00e4t hatten.<br \/>\nHeute werden die Stra\u00dfenborde allesamt mit Mulchmaschinen bearbeitet. Ob Wiesen oder Waldwege \u2013 es wird gemulcht, und zwar rigoros. Kein Insekt, kein K\u00e4ferlein, Schmetterlinge, keine noch so wichtige Larve kann diese Prozedur \u00fcberleben. Sie werden regelrecht und allzu oft regelm\u00e4\u00dfig geschreddert. Fr\u00fcher, als normal die Borde mit dem M\u00e4her geschnitten wurden, war es f\u00fcr die Insekten schon schwierig, heute geht es ihnen an den Kragen. Dabei sind sie f\u00fcr viele Tiere die Hauptnahrungsquelle. Kaum jemand bemerkt das Sterben. Doch, die V\u00f6gel, die im Fr\u00fchling verstummen. Sie brauchen f\u00fcr die Aufzucht Insekten. Die Bienen, denen die Wiesenblumen als Nektarspender fehlen. Die Schmetterlinge, Tagfalter, Hummeln, Wespen, Schwebfliegen und viele andere, die sonst noch unsere Natur bereichern: Ihnen wird die Nahrungsgrundlage genommen. Und ich frage mich: Was ist mit den sonst streng gesch\u00fctzten Eidechsen? Mit Entsetzen musste ich feststellen, dass nunmehr vereinzelt ganze Wiesen mit Mulchger\u00e4ten bearbeitet werden. Nat\u00fcrlich kann ich mir vorstellen, dass die Bewirtschaftung so einfacher und effizienter ist. Die entsprechenden Maschinen sind zu erwerben und m\u00fcssen sich amortisieren. Doch viel zu oft, sobald sich wieder kleine Bl\u00fcten zeigen, wird wieder gemulcht und Artenvielfalt zerst\u00f6rt. Je ausgekl\u00fcgelter und technisch aufger\u00fcstete Maschinen eingesetzt werden, umso mehr hat die Natur das Nachsehen.<br \/>\nEs stimmt mich einfach traurig, und ich hoffe doch sehr, dass, um die Artenvielfalt zu erhalten, diese Methode der Bearbeitung, wenigstens entlang der Stra\u00dfen, B\u00e4che, Waldwege, und sonstigen Wiesenraine, ge\u00e4ndert wird. Es sind im Vergleich zu den Fl\u00e4chen, die die Erwerbslandwirtschaft mit ihren Monokulturen bewirtschaftet, kleinste Nischen. In der Summe jedoch summieren sich diese. Ich appelliere an alle, die eine Verantwortung tragen, seien es Kommunen, Landrats\u00e4mter, Imker, Verb\u00e4nde. Es w\u00e4re so einfach, wenn nicht so oft und mit dieser f\u00fcr die Artenvielfalt dramatischen Methode gearbeitet und gehandelt w\u00fcrde.<br \/>\n10.11.2017, Heidrun Wahler, L\u00f6rrach<br \/>\n<strong>Im Namen der stummen Natur: Helfen Sie ihr zu \u00fcberleben!<\/strong><br \/>\nBei der Suche nach den Verursachern des gravierenden R\u00fcckgangs der Insektenpopulationen erscheint es mir nicht zielf\u00fchrend, reflexartig pauschal die Landwirtschaft als S\u00fcndenbock zu brandmarken.<br \/>\nDie hierzulande verbreitete auf hohe Ertr\u00e4ge ausgerichtete Form der konventionellen Agrarwirtschaft wird durch eine Gesellschaft bef\u00f6rdert, deren Menschen entweder finanziell nicht in der Lage oder auf Grund anderer pers\u00f6nlicher Priorit\u00e4ten nicht willens sind, erheblich h\u00f6here Preise f\u00fcr \u00f6kologischer, damit aber kostenintensiver produzierte Lebensmittel zu akzeptieren. Sie wird auch praktiziert, weil die Gesellschaft den Landwirten immer mehr Agrarfl\u00e4chen zugunsten von Bau- und Verkehrsfl\u00e4chen abringt.<br \/>\nWeiterhin ist Mitverursacher des Insektenr\u00fcckgangs auch eine Gesellschaft, die es in Kauf nimmt, dass viele private und auch \u00f6ffentliche Grundeigent\u00fcmer innerorts immer mehr Gr\u00fcnfl\u00e4chen und Vorg\u00e4rten entweder asphaltieren und betonieren oder sie mehr oder weniger h\u00e4sslich einschottern und einkiesen, anstatt sie vorwiegend mit einheimischen Gras- und Blumenarten, B\u00e4umen und Str\u00e4uchern zu bepflanzen.<br \/>\nDas Wissen, dass eine artenreiche Pflanzenwelt die Grundlage aller Artenvielfalt der Tierwelt auf unserem Planeten darstellt, scheint bei vielen Menschen, auch bei Entscheidungstr\u00e4gern, in dieser zunehmend digitalisierten, technisierten und \u00f6konomisierten Welt immer weniger existent und aus dem Bewusstsein geraten zu sein. Die Insekten und V\u00f6gel zeigen uns untr\u00fcglich an, ob wir verantwortungsvoll und nachhaltig mit unserer wichtigsten Ressource Vegetation umgehen \u2013 und zwar vor Ort, regional und global. Dabei wird man k\u00fcnftig den Auswirkungen des Klimawandels auf die Pflanzenwelt ein ganz besonderes Augenmerk widmen m\u00fcssen, um einem unerwarteten Kollaps ganzer \u00d6kosysteme rechtzeitig vorbeugen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nAls Entscheidungsgrundlage f\u00fcr geeignete Ma\u00dfnahmen zur Erhaltung der Artenvielfalt sollten f\u00fcr alle wichtigen Pflanzen- und Tiergruppen fl\u00e4chendeckende repr\u00e4sentative Monitoringsysteme eingerichtet, optimiert und vernetzt werden.<br \/>\n6.11.2017, Dr. Hansjochen Schr\u00f6ter, Kirchzarten<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In 30 Jahren schrumpfte der Bestand gefl\u00fcgelter Insekten um mehr als drei Viertel. Noch vor wenigen Jahren war nach der Autofahrt von Heidelberg nach Freiburg die Windschutzscheibe voll von Insekten &#8211; heute bleibt sie sauber. Noch vor wenigen Jahren vollf\u00fchrten &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/insektensterben-75-prozent\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[36,201,12,67,11,10,220],"tags":[277,286,737,146,466,719],"class_list":["post-65672","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-engagement","category-landwirt","category-natur","category-naturschutz","category-regio","category-selbsthilfe","category-vogel","tag-bauer","tag-bioland","tag-gentechnik","tag-schulgarten","tag-tierschutz","tag-umwelt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65672","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65672"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65672\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65672"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65672"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65672"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}